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Full text of "The Nurnberg Trial"

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TRIAL 

OF 

THE MAJOR WAR CRIMINALS 

BEFORE 

THE INTERNATIONAL 
MILITARY TRIBUNAL 

^NUREMBERG 
:< * 

14 NOVEMBER 1945 — 1 OCTOBER 1946 

'■$ 

lam--- 




PUBLISHED AT NUREMBERG, GERMANY 



This volume is published in accordance with the 
direction of the International Military Tribunal by 
the Secretariat of the Tribunal, under the juris- 
diction of the Allied Control Authority for Germany. 



VOLUME XXXIV 



OFFICIAL TEXT 
ENGLISH EDITION 



DOCUMENTS AND OTHER MATERIAL 
IN EVIDENCE 



Numbers 4004-PS to 195-C 



EDITOR'S NOTE 



The system of document presentation in this volume is the same 
as that in Volume XXVI. Explanation overleaf. 

English, French, and German documents are reproduced in the 
original language as before; in the absence of a Soviet editorial 
staff, it is impossible to publish any documents in Russian. Docu- 
ments originally in languages other than English, French, or German 
are published in one of these three languages. 

Documents are printed in full, unless otherwise stated, and care 
has been taken to make their reproduction as faithful as possible; 
grammatical, orthographical, typing and other errors in the original 
have not been corrected. 



Editor of the Record 



KEY TO TYPES AND SYMBOLS 



Explanatory Notes and Footnotes 



Petit Bodoni 

(See Specimen Document overleaf) 



In the reproduced documents: 

Print or typing Borgis Excelsior 

Handwriting Borgis Excelsior (italic) 

Rubber stamps Pefil Efbar (bold) 

Underlining (hand-drawn) will be indicated by the symbol ::-:: before and after 
the underlined passage; underlining (other than hand-drawn) by widely spaced 
lettering. 

In general, the ^nature of the document (book-quotation, official letter) will show 
-whether the original was printed or typed; in other cases the footnotes will 
indicate passages in print. Supplementary information will also be given in the 
footnotes. 

ABBREVIATIONS 



Ab 


Abschrift 


Abs 


Absatj 


Adr 


Adressat 


Ausf 


Ausfertigung 


BeglVm 


Beglaubigungsvermerk 


Blau 


Blaustift 


Blei 


Bleistift 


Bk 


Briefkopf 


dr 


gedruckt 


Ds 


Durchschlag 


E 


Entwurf 


King 


Ein gangs vermerk 


Graublau 


Graublaustift 


Graugriiri 


Graugriinstift 


Grim 


Griinstift 


hs 


handschriftlich 


Hz 


Handzeichnung 


IMT 


International Military 




Tribunal 


K.d.F. 


Kanzlei des Fiihrers 


Kl 


Klammer 


Kop 


Kopierstift 


1 


links 


LegVm 


Legalisationsvermerk 


Lila 


Lilastift 


Lk 


Landkarte 


ms 


maschinenschriftlich 


Mi 


Mitte 


n 


neben 


o 


oben 



Orange 


Oran gestift 


Org 


Original 


P 


Paraphe 


Phot 


Photokopie 


PI 


Plan 


P>- 


Prag ... 




(z. B. Pragsten 


Purpur 


Purpurstift 




rechts 


RVm 


Randvermerk 


Kosa 


Rosastift 


Rot 


Rotstift 


S 


Schriftstiick 


Si 


Siegel 


Sk 


Skizze 


Stp 


Stempel 


T 


Text 


Tb 


Tabelle 


teilw 


teilweise 


Ti 


Tinte 


Tu 


Tusche 


u 


unten 


U 


Unterschrift 


t)b 


fjberschrift 


Utll 


unleserlich 


Urk 


Urkunde 


Vm 


Vermerk 


Vert 


Verteiler 


Verv 


Vervielfaltigung 


W 


Wiedergabe 


Z 


Zeile 



FACSIMILE OF ORIGINAL DOCUMENT (862-PS) 



Der IDchrmad|tbcoollina4|ti0te 

beim Rtittisptotthtot in BShmtn unb lltfihrtn. 



(Sefyeime ttommanbofacfje 



Nr. 



22/40 g ■ 



B»D. »cn 15 , fflttfther 1940 . 

i 

CHEFSACHE I l, '"> 
(Kur duroh Qfflzler zu. behandeln 



Betr. : Grundsfltze der Polltlk 
im Protektorat. 



L 18 OCT. 1940 



4 Ausfertigungen 
i ; ; . Ausf ertigung 

9tor burd) Offisieri 



V 

l.J 



dem Si 




Das Ain't des Relchsprotektors hat am 9,1o. 
eine Dienatbespreohung abgehalten, in der 
Staatssekretar BS-Oruppenfiihrer K.H. Frank 
nne nach etwa folgendes ausfiihrte: 

Seit Schaffung des Protektorats 
Bohmen und Mahren haben eowohl Partei- 
dienststellen, als auch Wirtschaftskreise, 
S^fl . sowie zentrale Behdrdendienststellen 

Berlins Erwagungen liber die La sung dee 
techechischen Problems angestellt. 



Der Wehrmaohtbevollmnehtigte 
beim Reiohsprotektor/ln B Ohm en und Maaren 



General 



er Jnfanterie 



SPECIMEN 

THE DOCUMENT (REPRODUCED ON THE PRECEDING PAGE) AS IT 
APPEARS IN PRINT. 

DOCUMENT 862-PS 

TOP-SECRET REPORT OF THE DEPUTY GENERAL OF THE ARMED 
FORCES WITH THE REICH PROTECTOR OF BOHEMIA AND MORA- 
VIA, LIEUTENANT GENERAL FRIDERICI, 15 OCTOBER 1940. ON THE 
SUGGESTIONS FOR THE SOLUTION OF THE CZECH QUESTION 
MADE BY KARL HERMANN FRANK AT AN OFFICIAL CONFERENCE 
ON 9 OCTOBER 1940 AND HITLER'S DECISION ON THE MATTER: 
COMPLETE GERMANIZATION OF THE CZECH NATION IS TO BE 
CARRIED OUT (EXHIBIT USA-313) 

BESCHREIBUNG: 

U Kop, darunter r: P unl (Ti) I Bk dr 1 oberer Stp rot I unterer Stp blau I r 
unter Datum: P unl, 21/10 (Blau) I Unterstreichungen im ms Chefsache-Vni 
Rot I unter Bk hs-Vm: „g.Kdos" Kop I „1." vor „Ausf ertigung" Rot I auf 
Blatthalfte 1 n T in Hbhe von erstem Abs beginnend nacheinander Sbp und 
folgende Vm'e I Eingangs-Stp (griin): „L 18 OKT. 1940 Nr. 33327/40 gK 2", 
Akten-Nr. Ti I r obcrhalb davon kleines Kreuz (Rot), dariibergeschrieben: W 
(Griin); darunter: IV (Rot); dicht r davon: a/x (Blau), darunter: d (Blau, 
gestrichen); r oberhalb davon: I 19/10 (Blau) I 1 n Mi des T RVm: „Chef OKW 
(unterstrichen) liber Chef WFSt (unterstrichen) v.", darunter: „W 18./10." 
(alles Grun); r n „OKW": Zeicten unl (Griin), K 21/X (Purpur); 1 unter RVm-. 
J (Orange), d. (Blei) 

Geheime Kommandosache 

Der Wehrmachtbevollmachtigte 
beim Reichsprotektor in Bohmen und Mahren. 

— Prag, den 15. Oktober 1940. 

Nr. 2 2/40 g.Kdos 

.::-:: CHEFSACHE! 

(Nur durch Offizier zu behandeln) 
Betr.: Grundsatze der Politik 4 Ausfertigungen 

im Protektorat. 1. Au s f ertigung 

Chefsachel 

— 1 — Anlage Nur durch Offizier! 

Das Amt des Reichsprotektors hat am 9. 10. 1. J. eine Dienst- 
besprechung abgehalten, in der Staatssekretar SS-Gruppenfuhrer 
K.H. Frank dem Sinne nach etwa f olgendes ausfuhrte: 

Seit Schaffung des Protektorats Bohmen und Mahren haben 

sowohl Parteidienststellen, als audi Wirtschaftskreise, sowie 

zentrale Behordendienststellen Berlins Erwagungen iiber die 

Losung des tschechischen Problems angestellt. 

Der Wehrmachtbevollmachtigte 
beim Reichsprotektor in Bohmen und Mahren 
Friderici 
General der Infanterie 



DOCUMENT 4004-PS 



ESSAY BY GAULEITER DR. FRIEDRICH RAINER, 12 MARCH 1939, 
ON EVENTS IN VIENNA, IN PARTICULAR IN THE FEDERAL CHAN- 
CELLERY, ON 11 MARCH 1938 (EXHIBIT USA-883) 



BESCHREIBUNG: 
zwciteilig 

ErstesS:UTi I 1 daneben Rund-Stp violett, T umlaufend: „Republik Oster- 
reidh * Bundesministerium fiir Justiz * ", in der Mi osterreiehisdier Adler 
mit Hammer und Sichel 



Ich bestaetige hiermit, dass das angeschlossene Dokument eine rich- 
tige und vollstaendige Abschrift eines am 12,3.1939 erschienenen 
Zeitunpsartikels von Dr. FRIEDRICH RAINER ist und dass diese 
Abschrift einen Bestandteil der Akten des Landesgerichts fuer Straf- 
sachen Wien gegen DR. SCHMIDT und andere bildet. 

Den 10. Juni 1946. 

Dr. Wolf gang Lassmann 
Dr. Wolfgang Lassmann 
Delegierter der Republik Oesterreich 
Bundesministerium fuer Justiz 



Zweites S: Unterstreichungen Rot 



12.3.1939 

GESCHICHTLICHE ENTSCHEIDUNGSSTUNDEN 

Von SS Brigadefuhrer Fritz Rainer 
Gauleiter von Salzburg. 



Wir standen schon den ganzen 11.3.1938 im Kampf. Um 5 Uhr waren 
Globocnik und ich in das Bundeskanzleramt gegangen und zu 
Dr. Seyss-Inquart gestossen, der seit 1 Uhr in schwersten zermur- 
benden Verhandlungen stand. Wir mussten noch in dieser Nacht die 
Bildung der nationalsozialistischen Regierung unter Dr. Seyss-Inquart 
erzwingen, sonst ware der Biirgerkrieg emporgeflammt. Um x h 8 Uhr 
hatte Miklas das letzte Wort gesprochen. Er blieb fest und weigerte 
sich eine Regierung unter einem nationalsozialistischen Bundes- 
kanzler zu bilden. 



1 



4004-PS 



Ich vereinbarte mit Globocnik, dass er im Bundeskanzleramt bleiben 
und dort mit alien Mitteln die Entwicklung weiter treiben sollte> 
wahrend ich zu den Befehlsstellen der Partei eilte und die Befehle 
zur Besetzung des Landes gab. Klausner, der kiirzlich verstorbene 
Gauleiter Karntens, hatte uns beiden Generalvollmacht erteilt. Um 
8 Uhr abends traf ich im Hauptquartier in der Seitzergasse mit 
::-:: Lukesch, dem Fiihrer der SA ::-:: und Kaltenbrunner, dem 
Fiihrer der SS, zusammen. ::-:: Lukesch. konnte binnen einer 
halben Stunde 6.000 SA Manner aufstellen. Dazu kommandierte 
Kaltenbrunner 700 SS Manner. Diese 6.700 Mann erhielten den 
Befehl, auf das Bundeskanzleramt loszumarschieren und es zu zer- 
niere und den Ring und das Gebaude so lange zu halten, bis die 
nationalsozialistische Regierung verkiindet war. Eine Sonderabtei^ 
lung von 40 Mann SS wurde unter das Kommando von ::-:: Kal- 
tenbrunners Adjutanten Felix Rinner ::-:: bestellt und erhielt den 
Befehl, in das Bundeskanzleramt einzudringen und es zu besetzen. 

Inzwischen war KlaUsner eingetroffen. Ich erbat mir von ihm die 
Weisung, nunmehr an alle 9 Gauleiter in Osterreich den Befehl zur 
Machtiibernahme 

— Seite 2 — 

durch die Bewegung hinauszugeben. Um V2 9 Uhr erging dieser 
Befehl und damit rollte die Machtergreifung fiir A. Hitler durch das 
Land. Auf dringenden Anruf aus dem Bundeskanzleramt kehrte ich 
um 9 Uhr dorthin zuriick. Als ich vor das Tor kam, war der Eintritt 
verwehrt. Durch das enge Guckloch sah ich Bajonette der Garde 
funkeln. Das Gebaude war besetzt von der Polizei und der Garde. 
Nach aussen war Sicherheitswache in grosser Menge zusammen- 
gezogen. Ich wurde endlich auf Intervention von Dr. Seyss-Inquart 
durch eine Hintertiir eingelassen, musste iiber Maschinengewehre 
und offene Munitionsverschlage klettern um in den 2. Stock zu 
gelangen, wo sich meine Kameraden befanden. Ich hielt es unter 
diesen Umstanden fur ausgeschlossen, dass Felix Rinner seinen 
Befehl werde nachkommen konnen. Nun kamen von Minute zu 
Minute die Nachrichten von der Besitznahme des Landes und der 
Besetzung der wichtigsten Positionen in Wien. Generalsekretariat 
der V.F., Heeresministerium, Gewerkschaftshaus, Ravag. Es ging 
gegen 10 Uhr, da meldete der Kommandant der Garde dem Sicher- 
heitsminister Dr. Seyss, der sich gerade in unserem Zimmer befand, 
dass am Tor ein Mann mit 40 Mann Begleitung Einlass verlange und 
sich hiebei auf einen hoheren Befehl berufe. Ich klarte rasch 
Dr. Seyss auf, dass dies Rinner mit seinen 40 Mannem sei, der zur 
Besetzung des Bundeskanzleramtes abkommandiert worden sei. 
Dr. Seyss gab Auftrag, Felix Rinner heraufzufiihren. Ich werde 



2 



4004-PS 



diesen Augenblick nie vergessen, Eskortiert von einem baumlangen 
Gardisten kam Felix Rinner, der bekannte osterreichische Rekord- 
laufer und Kampfspielsieger, in das Zimmer, in dem siedende Er- 
wartung brodelte. Er war in einem abgetragenen dunklen Mantel 
gekleidet, ohne Hut, das Gesieht bleich und entschlossen, am Arm die 
Hakenkreuzbinde. Rinner war der erste nationalsozialistische Sturm- 
fiihrer, der in der Nacht der Befreiung das f eindliche Hauptquartier 
betreten hatte. 

Dr. Seyss gab auf eigene Faust Auftrag, das Tor zu offnen und die 
40 Mann hereinzulassen. Diese 40 Mann wussten, was fur sie auf 
dem Spiel stand. Zwei Drittel von ihnen waren am 25. 7. 1934 dabei 
gewesen als 

— Seite 3 — 

das erste Mai die SS Standarte 89 in das Bundeskanzleramt einge- 
drungen war. Damals hatten sie durch Wochen hindurch dem Tode 
in das Auge geschaut und sie hatten jahrelang in Haft gesessen. Nun 
waren sie zum zweiten Mai angetreten, um die Entscheidung fur die 
Bewegung zu erzwingen. Sie hatten nur Pistolen bei sich, keine 
Uniformen, die Hakenkreuzbinde iiber dem Rock. 40 entschlossene 
Manner, denen sich keine Macht mehr entgegenstelln konnten. 
Wahrend die politischen Verhandlungen weitergingen, und aus dem 
Lande eine Siegesbotschaft nach der anderen telephonisch einlangte, 
wahrend die Meldung von der Umschliessung des Bundeskanzler- 
amtes durch die 6.700 Sturmmanner zu Miklas kam und sich bereits 
riesige Volksdemonstrationen in Wien sammelten und gegen das 
Gebaude heranbrandeten, wahrend die Mitglieder des kommenden 
Kabinetts, an ihrer Spitze Klausner, im Bundeskanzleramt einlang- 
ten, wahrend aller dieser in fieberhafter Hast abrollenden nacht- 
lichen Ereignisse, setzte Rinner einen SS Posten nach dem anderen 
im Bundeskanzleramt ein. Noch immer bettelte Ludwig telephonisch 
in Paris und London um Hilfe, als plotzlich zwei baumlange 
SS Manner in sein Zimmer traten und sich dort aufpostierten. Da 
gab er den Kampf auf. Unter dem Druck dieser Volkserhebung und 
der Nachrichten aus dem Reich, brach nun audi Miklas zusammen. 
Er nahm die Demission Schuschniggs an und gegen Mitternacht 
beauftragte er Seyss-Inquart mit der Regierungsbildung. Er musste 
noch unter das neue Kabinett seine Unterschrift setzen, dann wurde 
er zu einem Auto geleitet. Als er aus seiner Tiir trat, waren zwei 
SS Manner als Posten davor aufgebaut. Er zog tief seinen Zylinder 
vor ihnen, die ihn in eiserner Disziplin und kalter Verachtung an- 
blickteii und verliess das Amt, um es nie wieder zu betreten. 



3 



DOCUMENT 4005-PS 

SPEECH BY GAULEITER DR. FRIEDRICH RAINER, 11 MARCH 1942, 
ON NATIONAL SOCIALISM IN AUSTRIA FROM 25 JULY 1934 TO 
11 MARCH 1938 (EXHIBIT USA-890) 



BESCHREIBUNG: 
zweiteilig 

ErstcsS:UTi I 1 daneben Rund-Stp violett, T umlaufend: „Republik Oster- 
reidi * Bundesministerium fur Justiz * ", in der Mi osterreichischer Adler 
mit Hammer und Sichel 



Ich bestaetige hiermit, dass das angeschlossene Dokuiment em 
richtiger und vollstaendiger Text einer Rede ist, die Dr. FRIEDRICH 
RAINER am 11. Maerz 1942 in Klagenfurt vor den pontischen 
Leitern, Ehrenzeichen- xinid Blutoridenstraeger von Kaernten ge- 
halten hat; dass dieses Dokument ednen Bestandteil der Akten des 
Landesgerichts fuer Strafsachen Wien gegen Dr. Schmidt und andere 
bildet. 

Nuernberg, 10. Juni 1946. 

Dr. Wolfgang Lassmann 

Dr. Wolfgang Lassmann 

Delegierter der Republik Oesterreich 

B'undesministerium fuer Justiz 



Zweites S: Ds 
— Blatt 1 — 

Abschrift! 

Der Nationalsdziahsmus in Osterredch von der Juld-Erhebung des 
Jahres 1934 bis zur Machtubernahme am ll.Marz 1938. 

Erne Rede des Gauleiters DrJYiedrich Raliner, gehalten vor dem 
Fuhrerkorps unid den mit Ehrenzeichen und Blutotden ausgezei'ch- 
neten Ordenstrager des Gaues Karnten, gehalten am ll.Marz 1942 
in Klagenfurt. 



Meine Parteigenossen und Parteigenossdnnen ! 

Der ll.Marz wiird fur immer uns ein Tag der Erinnerung sein. 
Durch die Kriegsereignisse ist vielleicht 'dieser Tag etwas zuriick- 
getreten und wir vermeiden es, am ll.Marz und in den kommenden 
Marztagen grosse Kundgebungen zu veranstalten. Trot25dein glaube 



4 



4005-PS 



ich, ist es richtig, wenn sich die Garde der Partei immer wieder an 
dies-em Abend versammelt und dafoei der damaligen Sfcunde ge- 
denkt, aber audi aus den jahrelangen vorausgegangenen Kampfen, 
in den-en wir um den Anschluss und damlit 'die Befreiung der Ost- 
mark gekampft haben. Ich mochte diesen ersten ll.Ma.rz Erinne- 
rungstag, dem ich in meiner alten Heimat verbringe, dazu beniitzen, 
um Ihnen von den Erlebnissen zu berichten, die wir Karntner am 
ll.Marz und in dan anschliessenden und varhergegangenen Tagen 
erlebt haben und damit gleichzeitig aber auch einmal die politischen 
Zusatmmenhange erklaren, -die den Kampf der Bew-egung in den 
Jahren des illelagen Kampfes begleitet haben. Diese meine Aus- 
fiiih-iiungen sind eine Wiedergabe personlicher Erlebnisse und si-e 
sind deshalb auch in einem personlichen Stil gehalten. Ich will hiebei 
nicht etwa mich selbst herausstellen und ich hoffe, dass Sie am 
Schlusse meiner Rede zur gleichen Auffassung gekommen sind. Ich 
habe auch nicht die Absicht, hier liickenlos die verdienstvollen 
Manner zu ehren und andere zu kranken. Ich werde auch eine be- 
stimmte Reserve -beobachten bed Schilderungen gewisser Ereignisse, 
weil sie noch nicht allgemein bekannt werden durf en und ich werde- 
auch bei gewissen Personenschilderungen Zuriickhaltung uben. Sie 
werden begreifen, wa-rum. Ich bitte Sie auch, ddese meine Mit- 
teilungen mit politischem Verstan'dnis weiterzugeben. Ich mochte 
Sie nicht unter ein feierlich.es Schweigeverbot legen. Ich habe Ver- 
trauen zu ihrem politschem Feingefiihl, das was im Kreise der 
Garde besser bleibt, soli bei ihr bleiben. In Zeiitungen kann man noch 

nicht 

— Riickseite — 

nicht daruber berichten, dariiber schTeiben will ich erst, wenn ich 
80 Jahre alt geworden bin. 

Der einschneidende Wendepunkt unseres Kampfes um die Macht 
im alten Osterreich war die •Erhehung am 25.Juli 1934. Das Er- 
gebnis war eine politische Niederlage. Die Organisation der Partei 
war zerschlagan, die Kampfverbande der SA, SS hatten furchtbare 
Verluste erlitten. Die pohtische Organisation war zerschlagen. Die 
meisten Trager der Organisation waren gezwungen gewesen, zu 
flu.ch.ten, oder sie wurden eingesperrt. Die a-ussenpolitische Wirkurug 
war die, dass der Fuhrer sich gezwungen sah, einen Trennungs- 
strich zu Ziehen, zwischen NSDAP, die im Staate „Deutsches Reich" 
wirkte und zwischen der NSDAP, die im Bundesstaate Osterreich 
tatig war. Wahrend der Fuhrer bis dahin offiziell einen Konflikt 
zwischen den beiden deutschen Staaten nicht zugab, hat der Fuhrer 
nunmehr in seiner Depesche an Papen, die er glaublich am 27.7.1934 
abschickte, Papen beauftragt, das Verhaltnis der beiden deutschen 



5 



4005-PS 

Staaten wieder zu normalisieren und freimdschaftliche Beziehungen 
herzustellen. Er hat gleichzeitig die Fiihrung der osterr.Partei in 
Miinchen aufigelost, sein Stellvertreter bekam 'den Befehl, diese auf- 
zulosen, und es mussten alle Verbindungen zwischen Reich und 
Partei einerseits und Osterreich anderseits abgebrochen werden. 
Das war schwer ! Schwer fiir die Parteigenossen, die im Altreieh 
wirkten und die Auswirkungen, die sie damals draussen zu spiiren 
bekamen, kennen wir ja. Es war ein schweres Opfer, diese staats- 
politischen Massnahmen des Fiihrers zu verstehen und Disziplin zu 
halten. Es war aber auch fur die Partei in Osterreich sehr schwierig, 
sich in die geanderte Sachlage zu finden. Es hat damals 2 Auf- 
fassungen bei uns gegeben.Die eine war die: Der Fiihrer war 
gezwungen, durch den verungliickten Erhebungsversuch nach aussen 
offiziell die Partei fallen zu lassen, das bedeutet aber fiir uns osterr. 
Nationalsozialisten, dass wir damit das Recht bekommen haben, mit 
um so drakonischeren und radikaleren Mitteln durzugreifen. Zum 
individualistischen Terror miissen wir daher iibergreifen und vom 
Bundeskanzler angefangen einen nach den andern unserer Gegner 
abschiessen, als ungefahr die Auff assung, wie sie Ustascha-Bewegung 
in Kroatien verwirklicht hat. Die andere Auffassung war: Es ware 
ausnahmslos n i c h t s zu unternehrneii, es wiinsche dies der Fiihrer 
nicht. Eine Befreiung kame nur so, dass die Macht des Reiches so 
stark wird, dass . der Fiihrer durch die Macht des Reiches 

imstande 

— Blatt 2 — 

imstande ist, den Anschluss von aussen her durchzufiihren. Wir 
hatten uns in die gegebenen Verhaltnisse zu schicken, hatten die 
Form ides osterr.Bundesstaates anzuerkennen, mussten Rune halten 
und zwar solange, bis diese Entwicklung eingetreten ist. Dabei 
schwankten die Meinungen, wie lange dies dauern wiirde. Man 
sprach von 5, 10, 20 Jahren. Dies war die Extreme der beiden Auf- 
fassungen. Eine Mittelmeinung war 'die, dass man sagte, man diirf e 
nicht zu den Mitteln eines unterirdischen verbrecherischen Kampf es 
greifen, aber. man diirf e auch nichts tun, man miisse versuchen, sich 
mit dem System abzufinden. 

Das war die Meinung der ersten Wochen nach dem 25.Juli. 
Damals hat Pg.Reinthailer, der Fiihrer der nationalsozialistischen 
Bauern, einen Versuch untemommen, eine sogenannte Befrdedung 
durchzufiihren: Die Reinthaler-Befriedungsaktion, die Erste Aktion, 
die nach dem 25.Juli gestartet wurde. Es hat Reinthaler Verhand- 
lungen mit Schuschnigg aufgenommen mat dem Ziel, zu erreichen, 
dass fiir die NSDAP, fiir die Bewegung in Osterreich irgend ein 
legaler Rahmen abgesteckt wird. Schuschnigg ist damals auf 'diese 



6 



4005-PS 



"Verbandlungeri eingegangen. Er hat dabei Bedingunsgen gestellt, die 
von Reinthaler und seinen Mitarbeitern nicht akzeptiert werden 
konnten, d.h. die Beddngung war die Preisgabe der weltanschau- 
lichen Linie der NSDAP. 

Es hat damals in der NSDAP bereits eine Gruppe gegeben, die 
der Meinung war, es sei unmoglich, mit dean System zu verhandeln, 
deinai dieses System steht auf deim Standpunkt des totalitaren Staa- 
tes:Osterreich sei kedn Staat, in dem es Parteien gibt, sondern es 
sei seit Feber 1934, also seit der Niadersehlagung der marxistdschen 
Revolte — oder verfassungsmassig — seit der Mai-Verfassung 1934 
ein totalitarer Staat geworden, bei dem es nur eine Staatsdoktrin 
gibt, die herrschende, die durch das Regierungssystem verkorpert 
wird. Bei einem derartdgeii System gabe .es keine Mqglichkeit 
mehrerer Parteien und daher waren auch Kampromisse und Partei- 
vereinbarungen ausgeschlossen, es sei daher auch unmoglich, dass 
Schuschnigg als Exponent des totalitaren Kurses der christlich 
sozd^alfen Partei, 'dass dieser Schuschnigg eine Betatigung der NSDAP 
wieder zulasse, es sei denn, dass die NSDAP bereit ware, welt- 
anschauhch zu akpitulieren oder mit der kath. Partei ein Kompro- 
miss einzugehen. Beides sei fur Nationalsozialisten unmoglich. Es 
kame daher darauf an, die NSDAP weiterzufuhren, jedoch riicht 
weiterzufiihren als kleine Gruppe von Terrorristen, auch nicht 
weiterzufuhren allein in der Ideologie und praktisch nichts zu tun; 
aber auch nicht zu verflachen auf der Basis des Mehrparteienstaates, 

den 

— Riickseite — 

den es nicht gebe und ein Kompromiss mit Schuschnigg zu schliessen, 
sondern aus der gegebenen Situation die Konsequenzen zu Ziehen 
und die Linie aufzunehmen, die man auf sicht nehmen muss, wenn 
die Partei verboten ist. 

Diese letztere Auffassung hat ihre Vertreter vor allem im Gau 
Karnten gefunden. Die Meinung, die dabei wir vertreten Jhaben, 
war die, 'die Partei ist verboten. Sie ist damit aus der politischen 
Ebene heruntergestiegen in die kriminelle Ebene, d.h. wir wurden 
gleich behandelt wie Verbrecher und wo j emand sich f iir die Partei 
betatigte, oder fiir den Anschluss eintrat, hat man ihn nicht als 
Politiker behandelt, sondern .in Klagenfurt durch den Herrn. 
Bugattnig und spater durch den Polizeidirektor Jaklitsch einge- 
sperrt. Er wurde eingesperrt nach irgend einem Paragraphen des 
Strafgesetzbucb.es oder nach einer Polizeiverordnung. 

Es war keine Moglichkeit gegeben, durch die Organisation der 
Partei Politik zu treiben, trotzdem musste gesorgt werden, dass die 
Organisation bestehen bleibt bzw. wieder aufgebaut werde. Eine 



7 



4005-PS 

verbotene Organisation kann nw dann bestehen, wenn sde nach dam 
Grundsatz der Auslese sich neu organisiert. Es ware also nicht niehr 
moglich gewesen, nach. 1934 die Partei so aufzubauen, wie es im 
Organisationsbuch stand mit dem weit verzweigten Organisationen, 
Gliederungen, Verbanden, nach denen eine legale Partei aufgebaut 
wind. Man musste sparsani organisieren, nur das, was far einen 
politischen Kampf unumganghch notwendig ist., Diese Auffassung 
haben wir in Karnten uns im August erarfoeitet. Es hat hier unter 
Klausner sich eine neue Gauleitung gebildet. Klausner hat dazu 
einige Mitarbeiter seiner engsten vertrauten Umgebung berufen. Ich 
selbst habe mit Globotschnig knapp nach dem Juli iiber dieses 
Thema sprechen konnen und wurde von Klausner gebeten, ihn ein- 
mal meine Auffassung in einem langeren Vortrag darzulegen. Ich 
bin damals zum 1. Mai in dieses denkwiirdige kleine Hauschen in 
Latschach gekommen und habe unseren Major Klausner dort in 
eriner 3 — 4 stiihdigen Aussprache, Globus war dafoei, meine Auf- 
fassung dargelegt und meine Auffassung hat Klausner restlos ge- 
billigt. Klausner und Globotschnig haben mit meiner Meinung iiber 
das, war wir zu tun hatten, uberaingestimmt und es hat sich in 
kurzer Zeit eine Gruppe herausgebiMet, die mit Klausner die Partei- 
arbeit begonnen hat. Klausner, der den Namen Peppi hatte, hatte 
als Stellvertreter den Hubert Longin, den wir Peter nannten. Die 
Aussenigeschafte besorgte zunachst Globotschnig, der unter der 
Partei unter 

dem 

— Blatt 3 — 

dem Namen Globus lief, aber sonst viele Namen hatte, 20 oder 30. 
Es war Pawlowski tatig, der unter dem Namen Arnulf tafcig war, 
daran schloss sich ein ganzer Rang von Mitarbeitarn, junge Mit- 
arbeiter, die ich im einzelnen hier nicht aufzahlen will. 

Nun begann auf diese Weise der Neuaufbau nach den geschil- 
derten Grundsatzen. Wir haben uns also nicht bemiiht, eine eigene 
SS, SA und Frauenscbaft aufzuziehen, sorndern haben zunachst die 
politische Organisation aufgezogen. Hiebei kam uns eine Tatsache 
zuihdlfe, namlich 'die Tatsache, dass trotz der schweren Niederlage, 
die die Partei am 25. Juli amd den folgenden Tagen erhtten hatte 
und trotzdem an dieser Niederlage eine Reihe von Fehlern schuld 
war, dass, trotzdem in der Bevolkerung niemals eine Vertrauens- 
schwache dem Fiihrex oder der NSDAP gegenuber eingetreten war. 
Ich weiss nicht, ob es irgendwo anders moglich gewesen ware, eine 
solche Niederlage ohne die geringste Vertrauenskrise. mitzumachen. 
Die Bevolkerung der Alpenlander hat damals das schonste Zeugnis 
ihrer Treue zum Fuhrer und Partei dargelegt. Auf dieser Basis 
war es erst moglich, die Arbeit der Partei zu beginnen und die 

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Organisation ne<u aufzubauen. Die Situtation in den anderen Bun- 
deslandern war ahnlich. Sie litten meistens unter der Tatsache, dass 
in ifanen der Kiistalhsataonspunkt der Partei fehle, wahrend wir 
in Karnten hier das Gliick batten, in Klausner unbedingt den Mann 
zu haben, andessen Person als Fiihrer der illegalen Partei iiber- 
haupt ndemals Zweifel auftreten konnten, ist es in anderen Gauen 
zu schweren Auseinandersetzungen gekoinmen, zu Fuhrerstredtig- 
keiten, idie schwere Folgen batten. 

Die Reinthaleraktion, von der ich eingangs gesprochen babe, ist 
bald totgelaufen daran, dass ibre Unm5gliehkeit erkannt wurde. Ich 
habe selbst damals personlich einen sehr radikalen Standpunkt ein- 
genommen xind habe mich auch zu den drastischsten Ausdriicken in 
Gespracben hinreissen lassen. Ich hielt sie fur einen Schwindel und 
fiir ein Verbrechen und ibin erst spater darauf igekommen, dass 
Reinthaler ein guter Nationalsozialist ist und ^alles versuchte zu tun, 
um vor allem den Opfem des 25.Juli zu helfen, er versuchte, die 
politische Sphare irgednwie aufzulockern: dieser Erfolg ist auch 
erzielt worden. Im August gingen bereits die ersten Weisungen aus, 
neben der legalen Reinthaleraktion, die ja legal auftreten musste, 

weil 

— RUckseite — 

weil sie anit Schuschnigg in Verbindung stand, edne illegale, ge- 
heime Organisation aufzuziehen: 

LL 1, Landesleiter 1, das war Eintahler. Es wurde daneben ein LL 2 
aufgezogen, als Deckorgandsation war die legale LL 1 gedacht, als 
Geheimorganisation die eigentliche NSDAP als LL 2. 

Nun war es nicht klar: wer kommandiert in den einzelnen Gauen, 
der, welcher in der legalen Organisation oder welcher in der ille- 
galen Organisation steht. Bei iuns in Karnten war an der Spitze 
Klausner: ob er sich als legaler oder illegaler Mann gebardete, er 
war dinmer Gauleiter, das stand ausser Zweifel, aber bed Bespre- 
chungen mit Parteigenossen, die tmian beschicken konnte — bei 
denen traten schon Unklarhedten auf . Dies fiihrte dazu, dass in den 
Augusttagen nach dem Scheitern der Verhandlungen in Wien die 
illegale Bewegung sich iiberall ( durchsetzte. Da war edne Tagung in 
Salzburg. Ich weiss nicht mehr, wer aus Karnten dabei war, ich 
glaube, Longin — ernickt schon — da wurde Reinthaler gestiirzt. Er 
war beleidigt und der .bdsher ^unbeka ( nnte LL 2 ist in Erscheinung 
getreten: Neubacher. Dieser war Neuling, er wurde von den alten 
beschossen. Man hat gesagt: wozu brauchen wir einen Neuling in 
der Partei, warum soil der die Fiihrung ubernehmen? Er hatte 
bereits eine Redhe von Leistuiigen hinter sich, er war Fiihrer des 



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4005-PS 



osterrr.Volksbundes, Direktor aller Wdirtsehaftsbetriebe bei der 
Wiener Stadtgemeinde, also Wirtediaftsmann, Sachverstaridiger in 
Siidosten, zu Italien, audi zu englischen Leuten hatte er Verbindung. 
Neubacher war eine Personlichkeit von Format und hatte sich aiuf 
diese Weise audi die Fiihrung der Partei in Osterreich geholt. Es 
hatte Neubacher audi eine Gruppe von Leuten,die fanatisch auf ihn 
eingeschworen waren. Andere sagten „das gibt es ndcht, dass dieser 
Neuling uns fuhrt". Man sagte audi, er sei ein Bolschewik und 
stande mit Moskau in Verbindung. 

Bald darauf kam Leopold, der Gauleiter van Niederdonau, a>us 
dem Gefangnis oder aus Wollersdorf, wo er wahrend der Juli- 
erhebung gewesen war und erhob iden Fuhrungsansproich fiir sich. 
Es sind 'hassliche Ausednandersetzungen losgegangen. In jedem Gau 
strditt man sich — Neubaucher Partei und Leopold-Partei. Viele 
sagten, man braudie beiide nicht, Reinthaler soli esmachen. Auchbei 
uns in Kamten schien es kritisch zu werden, da hat sich Klausner 
durchgesetzt und erklart: Bei uns in Karnten wollen wir den Laden 
in Ordnung bringen. Man stellte sich auf den Standpunkt von der 
Abwehrkampfzeit und erklarte: Karnten den Karntnern ! Wir haben 
unseren Klausner, wir halten zusammen und sorgen, dass die 
anderen 

sich. 

— Blatt 4 — 

sich wieder aussprechen und die Gruppen sich einigen,. Wir haben 
sehr systematisch,ruhig und ausserodentlich vorsichtig die Partei 
aufgebaut, eine unermiidliche Arbeit, die den Erfolg brauchte, dass 
wir schon im Janner 1935 aktionsfahig und in der Lage waren, 
die erste grosse Aktion zu starten. Das war der Tag der Heimkehr 
der Saarpfalz. Wir haben diesen Tag benutzt, um in ganz Karnten 
am Vorabend die HShenfeuer anzuziinden und die Aktion ist auch 
als die erste nach dem Juli 1934 gelungen. Tatsachlich um punkt 
8 Uhr abends, das war der Terrain, den der O^ganisationsleiter 
Pawlo gegeben hatte, sind die Hohenfeuer entziindet worden. Die 
Polizei sah, in Karnten steht die Bewegung, sie hat sich in der Zeit 
gesammelt, dass wieder etwas unternommen werden kann. 

Wir haben nun auch durch unseren Gesandten und Botschafter 
in die innerparteilichen Verhaltnisse der anderen Bundeslander 
einzugreifen begonnen. Es ist einmal Pg. Pawlowski nach Wien 
gefahren und hat erklart, dass eine Besprechung zwischen Leopold 
und Neubacher ungefahr auf dem Grundsatz stattfinden miisse, 
alle anstandigen Nationalsozialisten mussen sich vertragen. Man 
miisse die beiden solange, wie der Pabstwahl die Kardinale, zusam- 
mensperren, bis sie sich geeinigt haben. Die kampfende Bewegung 



10 

t 



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konne es nicht vertragen, dass standig Streitigkeiten sind. Es kam 
dann auch zu Kremsi erem Frieden: Neubacher hat Leopold als 
Landesleiter anerkannt und Leopold hat Neubacher die Stellver- 
tretung iibergeben. Pawlowski war stolz, wir auch, die beiden 
Gegner vertrugen sich, aber die Gefolgschaften gingen wiitend auf 
einander los. Das ging soweit, dass, gegenseitige Anklageschriften 
verfasst wurden. Eine von einer Grazer Leopold-Gruppe verfasste 
Anklageschrift mit Daten von der Neubacher-Gruppe sollte in das 
Reich kommen. Dazu ist es aber nicht gekommen. Dafiir aber 
kam sie in die Hande der Polizei, der ganze Saftladen ging hoch 
und die Partei war wieder fiihrerlos. 

In dieser Zeit ist der Gau Karnten in seinem Ansehen in der 
Partei- Osterreichs automatisch immer hoher gestiegen. Das war 
zuruckzufiihren darauf, dass wir eigentlich immer den gleichen 
ruhigen und systematischen Weiterbau der Organisation fortgefiihrt 
haben, dass wir von all diesen Streitigkeiten unberiihrt geblieben 
sind, dass wir uns immer mehr der Fiihrung der Nat. Bevolkerung 
bemachtigen 

konnten 

— Ruckseite — 

konnten, dass wir in der Lage waren, immer mehr Aktionen zu 
starten. Wir brachten in das Pressewesen Ordnung, ein umfang- 
reiches Schulungswesen wurde aufgezogen. In ganz Karnten 
wurden die jungen Mannschaften in der SA und SS gesammelt. 
Es ist auch gelungen, einen gut funktionierenden Nachrichtendienst . 
aufzubauen, insbesonders einen Nachrichtendienst in das Altreich. 
Mit Hilfe des SD wurde, der ND aufgebaut, wertvolle politische 
Nachrichten durch diesen weitergegeben. Es war ganz wesentlich 
und hat dazu beigetragen, dass doch entscheidende Stellen richtig 
informiert wurden, dass der SD zunachst in Karnten, dann in Wien 
und anderen osterr. Gauen mit den besten Kopfen besetzt wurden. 

Es hat aber nach wie vor an einem einheitlichen. politischen 
Konzept gefehlt. Die Meinungen, wie man nun die Sache schmeissen - 
konne, gingen noch immer turmhoch auseinander. So waren noch 
immer die ganz Radikalen auf dem Standpunkt, „wir miissen 
sprengen, schiessen und mit alien anderen Mitteln die Leute um- 
legen." Es hat aber auch immer eine verfilzt breite Masse gegeben, 
die Sagte: „Wir miissen warten, geschlagen Ziehen wir nach Hause, 
die Enkel fechten es besser aus." Wahrend diese der Meinung ■ 
waren, man konne mit dem System noch eine Einigung eingehen. 
Es haben doch alle eingesehen, dass man mit Schuschnigg, der die 
Leute an den Galgen kniipfte, sich nicht an einen Tisch setzen 
konnte. 



11 



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Es sind alle schwachen und lauen Elemente damals wegge- 
schwommen. Die damals auf irgend einen Posten niitarbeiteten, 
das war die Auslese. In dieser harten Zeit ist die NSDAP wieder 
zur Auslesepartei geworden, die sie gewesen ist in der ersten Zeit 
des Kampfes, bevor noch der Fiihrer im Altreich an die Macht 
kam. Nun haben sich immer wieder die Vertreter der einzelnen 
Gaue getroffen. Es waren dabei z.B. aus der Steiermark 3 ver- 
sbhiedene Gauleiter und Gauleiter-Stellvertreter anwesend. In Wien 
war es ahnlich. Dort hatten wir mit 3 oder 4 oder noch mehr 
Gruppen zu rechnen. Da waren auch noch mehr einzelne Kreise, 
wie Floridsdorf, der XXI. Bezirk, die grundsatzlich immer etwas 
anderes machten. Mit Tirol hatten wir auch unsere Sorgen. In 
Oberdonau wieder war es einfach, Eigruber war immer da, ob 
er eingesperrt war oder nicht. In Niederdonau war Leopold 
immer da. 

Da es auch zu einer Besprechung kam in Karnten. Es war so, 
dass eine Reihe von Vertretern anderer Gaue nach Karnten kam 
und sagten: 

Der 

— Blatt 5 — 

Der Mann, zu dem wir alle Vertrauen hatten, ist Klausner! Klausner 
ist zu einem Begriff geworden in diesen Tagen. Aber auch Karnten 
ist zu einem Begriff geworden, des ruhigem steten Aufbaues und 
der klaren politischen Ziele. 

■ Ich erinnere mich noch an die denkwiirdigen 2 Besprechungen 
in der Nahe von Villach, die im Karntner Hof stattgefunden haben. 
Mit aller Vorsicht haben wir die Vertreter der anderen Gaue 
herangeholt und Klausner hat die Sitzung geleitet. Ich habe 
damals das politische Referat gehabt, Globus sprach iiber die organi- 
satorischen Fragen. Das • Endergebnis war eine ' einheitliche Ver- 
trauenskundgebung fur Klausner. Klausner ist damals beauftragt 
worden, die Fiihrung in Osterreich zu ubernehmen. Klausner hat 
abgelehnt — ■ Leopold sei da! Der sei zwar im Gefangnis, aber er 
w.iirde den Willen Leopold unbedingt respektieren. Bei der 2. Be- 
sprechung ist neuerdings erklart worden, dass diese Vertreter- 
besprechung aus den Gauen nun die Verantwortung trage fur 
die Fiihrung des weiteren Kampfes. Klausner, der nicht Landes- 
leiter werden wollte, hat sich bereit erklart, den Vorsitz in diesen 
Gauleitergramium zu ubernehmen. Globus wurde fur die organi- 
satorischen Fragen verantwortlich gemacht, fur die politischen 
Angelegenheiten habe ich den Auftrag bekommen. Es war aber nur 
ganz kurze Zeit moglich, diese Basis zu halten. Globus ging in Wien 
hoch, 1935 ging ich in Karnten durch einen Zufall hoch. Es ist kurze 



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Zeit darauf zu einer neuerlichen Auseinandersetzung gekommen. Es 
hat sich gezeigt, dass Schattenfroh, ein alter Parteigenosse, der 
Hauptschriftleiter des „D6tz" von Leopold aus dem Gefangnis heraus 
zum Landesleiter bestimmt worden ist. Klausner hat dies anerkannt. 
Die Auseinandersetzungen iiber das politische Konzept haben ihren 
Fortgang gefunden. Es ist damals eine Reihe von Punkten aufgestellt 
worden. Wir gingen damit in das Altreich. Der Fiihrer hat aber 
keine Ausserung gegeben, audi Rippentrop nicht. Im Altreich be- 
stand der Befehl des Fiihrers, sich nicht in osterr. Angelegenheiten 
einzumischen, der eisern durchgefiihrt wurde. 

Als ich im Marz 1935 aus dem Gefangnis kam, fand ich folgendes: 

1. Durch eine neuerliche Verhaftungswelle am 5. Marz war Klausner 
und eine ganze Reihe Parteigenossen — vielleicht 60 Personen — 
eingesperrt worden. 

2. Die Fuhrungsverhaltnisse der Partei waren unklar geworden, es 
war mir im Moment nicht moglich, zu erfahren, wer die Landes- 
leitung ' 

innehatte. 

— Rflekseite — 

innehatte. Ich habe in Karnten mit den vorhandenen Mannem Fiih- 
lung genommen (Pawlowski, Feistritzer, Longin sind audi gesessen). 
Ich bin dann nach Wien und habe versucht, dort gewisse Faden auf- 
zunehmen. Globus war in Wien, Schattenfroh ist gessen. Ich habe 
Neubacher gesprochen. Ich habe die Verbindung mit Hitley auf- 
genommen und habe Seys-Inquart gesprochen. Den habe ich nach 
der Verhaftung Neubachers kennegelernt, weil iiber Seys bestimmte 
Gelder nach Osterreich geflossen sind. Meine damalige Zusammen- 
kunft hat nicht erfreulich geendet. Ich habe keinen guten Eindruck 
gewonnen. Seys war so vorsichtig, dass er mir zu vorsichtig war. 
Ich bin wieder abgehauen. Seys ist dann bedeutungsvoller geworden. 
Seys hat mir damals folgendes erklart: Die Partei ist durch die 
Spitzel der Regierung so zersetzt, dass man mit der Parteiorgani- 
sation nicht mehr viel machen kann. Man setze sich der Gefahr aus, 
hoch zu gehen. Es gebe aber eine Reihe von politischen Moglich- 
keiten, die man iiber Berlin machen konnen : Verbindung mit Rippen- 
trop, Himmler — Goring. Man miisse als verlangerter Arm Berlins 
Politik machen. Ich habe damals dieser Auffassung haufig wider- 
sprochen. Die Idee, politische Moglichkeiten auszuniitzen, ist richtig, 
aber ohne Partei ist dies eine geschlechtslose Angelegenheit und 
wiirde man mit Misstrauen der Parteigenossenschaft zu rechnen 
haben. Die Besprechung mit Seys ist audi ergebnislos verlaufen. Ich 
hatte audi eine Reihe von Besprechungen, bei denen ich feststellte: 
es fiihrt ein Beauftragter von Schattenfroh die Parteu und es liegt 
eine Liste vor, nach der 2.,3., 4., . 12.Landesleiter in der Nachfolger- 
schaft schon festgelegt ist. 



13 



4005-PS 



Meine Familie, die hier nicht langer leben konnte, musste ich zu 
den Eltern meiner Frau in die Tschechoslowakei bringen. Ich habe 
in Budweiss mit Hinterleitner eine Besprechung gehabt. Ihm habe 
ich neuerdings einen Plan vorgetragen, wie unter den gegeben 
Situatiorien ein Aufbau der politischen Organisation moglich ware. 
Hinterleitner hat mir damals den Auftrag gegeben, nach diesen 
Gesichtepunkten die Landesleitung der Partei zu organisieren. Die 
Landesleitung sollte erhalten: ein politisches Amt, ein Org.Amt, das 
Auftrag hat, die gesamte innere Organisation aufzubauen und ein 
Hilfsamt, das die Aufgabe hat, samtliche Hilfsstellen ausserhalb 
Osterreichs zu organisieren. Mit der Leitung des politischen Amtes 
war ich, mit der Leitung des Organisationsamtes Higley, mit der 
Leitung des Hilfsamtes Globus beauftragt. 

Globus hat sich damals in ganz Europa bewegt und war iiberall 
ausgeschrieben. Er hat iiberall unter anderen Namen gewirkt und 
gearbeitet. . ^ 

— Blatt 6 — 

Es ist eine Demarche erfolgt wegen der Betatigung in Budapest; in 
Italien hatte er Schwierigkeiten. Bei einem Grenziibertritt von Oster- 
reich in das Deutsche Reich passierte es, dass er zuerst von osterr., 
dann von deutschen Sicherheitsorgan verhaftet wurde, die sich 
stritten, wer das Recht habe, ihn zu behalten. Dabei waren die 
deutschen Grenzpolizisten die starkeren. 

Der Aufbau der Partei ging seinen Weg. Der „ Osterr .Beobachter" 
wurde damals aufgezogen und konzentrisch zusammengefasst. Es ist 
eine Konzentrierung der ganzen Partei erfolgt. Zu Pfingsten 1936 
hatteich die Aufgabe, in Berlin die ersten Faden wieder zu kniipfen. 
Dort sah es schlecht aus. Die Berliner Dienststellen der Partei, des 
Auswartigen Amtes und anderer Stellen haben alles abgelehnt, zum 
Teil, weil der Fiihrerbefehl vorlag und dann aus anderen Griinden 
un'd zwar, weil alle, die von Osterreich kamen, draussen Stunk 
machten, weil alle nur schimpften, weil keiner sagen konnte, was 
wir wollten, weil alle auf die andern schimpften, sie Idioten nann- 
ten, usw. 

Mir ist erklart worden, dass mein Auftreten besser gewirkt habe, 
weil ich damals nicht als Vertreter irgend einer Gruppe aufgetreten 
bin, sondern einfach erklarte, die Partei in Osterreich steht unter 
einheitlicher Fuhrung. Leopold ist in Gefangnis, das hat nichts zu 
sagen — die Partei ist auf Leopold eingestellt. Die politische Richt- 
linie ist klar, der Kampf kompromisslos, wobei wir uns bemuhen 
werden, auf der einen Seite durch die illelage Organisation, die auf 
dem Ausleseprinzip aufgebaut ist, die Bevolkerung nach wie vor fur 



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4005-PS 



die nat. Idee zu gewinnen, auf der andern Seite alle politischen 

Moglichkeiten auszuniitzen, die sich ergeben. Wann und wie wir zur 

Macht kommen wiirden, konnten wir nicht sagen. Wir konnten nur 

sagen, wir werden im rechten Moment aktionsbereit sein. Es ist 

damals gelungen, die ersten bescheidenen Faden in Berlin wieder 

anzukniipfen. Es ist audi gelungen, mit Hilfe von Seys hier in 

Osterreich gewisse politische Ansatzpunkte zu gewinnen, ich hatte 

mit Seys in Wien eine Reihe von Besprechungen, an/denen Mitglieder 

der Landesleitung teilgenommen haben. Audi der Fiihrer der SA, 

der spater bei einer Motorfahrt verungliickte, war dabei. Wir haben 

damals viel gesprochen, die Grundlagen geschaffen fur eine politische 

Aufbauarbeit. Es stand fest, dass die illegalen Manner der NSDAP 

unmoglich mit Schuschniggs System und seinen Mannern verhandeln 

konnten, dass wir daher, urn politisch wirken zu konnen, einen 

politische _ , , , 

Fuhrerschicht 

— Ruckseite — 



Fuhrerschicht brauchten, Manner, deren Treue zum Fiihrer fest- 
stand, die aber nicht als „Illelage" bekannt waren, die nicht be- 
fiirchten mussten, dass sie bei jedem Wort verhaftet werden, die 
also noch die Moglichkeit hatten, mit Mannern auf der Gegenseite 
zu sprechen. Es musste jede Plattform ausgeniitzt werden. Audi 
anderen, die sich vorher nicht zur Partei bekannt hatten,mussten 
wir eine Chanze geben, beurteilt konnten sie nur werden nach der 
Kompromisslosigkeit, mit der sie kampften und ihrer Treue zum 
Fiihrer. 

Ich mochte Einzelheiten dieser politischen Arbeit nicht weiter 
schildern. Es waren miihsame und schwierige Schachzuge, die wir 
fiihren mussten. Das l.Ergebnis war das Abkommen von ll.Juni 
1936, ein Abkommen, das uns eine gewisse Entlastung, aber nicht 
die Anerkennung der osterr.Regierung brachte; ein Abkommen, das 
von dem Bestreben des Fiihrers diktiert war, Schwierigkeiten aus 
dem Weg zu raumen. 

Bei Schuschnigg war die Bereitschaft zu diesem Abkommen des- 
halb vorhanden, weil Schuschnigg unter dem Einnuss seines damlai- 
gen Ratgebers Guido Schmidt erklarte, dass mit Riicksicht auf das 
Verhaltnis Deutschlands zu Italien audi die Wiener Regierung ge- 
zwungen sein werde, dieser Tatsache in ihrer Aussenpolitik Rech- 
nung zu tragen. 

Schuschnigg versuchte, durch dieses Abkommen eine gewisse 
Entspannung im Verhaltnis Osterreich - Deutschland herbeizu- 
fiihren, ohne hiebei im Innern noch irgendwie etwas aus der Hand 
zu geben. Er liess sich nur herbei zu einer Reihe von Gnadenakten. 



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Eine Folge war audi die Entlassung von Gefangenen aus den 
Gefangnissen und die Zulassung des Hilfswerkes, dass die Mittel 
legal iiber die Grenze gebracht werden konnten und als dessen 
Exponenten wir Langoth hatten, der inzwischen zu einem treuen 
Anhanger des Fiihrers geworden war. Im Juli 1936 konnte damals 
eben dieses Hilfswerk gestartet werden. Die Parteigenossenschaft 
hat im allgemeinen das Abkommen nicht verstanden. „Der Fiihrer 
hat dem Schuschnigg etwas vorgemacht und fur uns heisst es, wir 
miissen mit radikalen Mitteln Unruhe stiften", so sagten die einen; 
die andern sagten:,, damit hat der Fiihrer auf Osterreich verzichtet, 
es ist aus. Die NSDAP wird nicht mehr errichtet werden, es ist fur 
alle Zeiten aus. Die Situation war audi so kritisch und der Fiihrer 
hatte so wenig Vertrauen auf das gesunde Gefiihl der politischen 
Fiihrung der osterr.Parteigenossen, sodass er Globus und mich zu 
sich auf den Obersalzberg kommen liess (die andere Fiihrungsschichte 
war im Gefangnis). Am 16. Juli 1936 sind wir empfangen worden. 
Wir vermuteten, dass der Fiihrer 

freundlich 

— Blatt 7 — 

und vaterlich uns empfangen, dass er uns streicheln wiirde und 
danken als Vertreter der Kampfer um die Freiheit Osterreichs. Und 
wir wurden enttauscht ! Der Fiihrer ist uns angefahren. Er sagte 
uns klar und eiskalt, warum er dieses Abkommen geschlossen habe. 
Der Fiihrer sagte: Meine aussenpolitischen Aktionen vertragen diese 
Belastung mit Osterreich nicht. Ich bekomme dauernd Demarchen 
iiber Paris und London und ich muss ein freundschaftliches Ver- 
haltnis mit Italien ausbauen und brauche Zeit, die deutsche Wehr- 
macht auszubauen. Die deutsche Wehrmacht muss die starkste 
Wehrmacht der Welt werden. Das Offizierskorps muss ich ausbauen. 
Ich brauche noch 2 Jahre, um Politik machen zu konnen. Solange 
hat die Partei in Osterreich Disziplin zu bewahren. Sie hat sich zu 
fiigen, sie hat mit alien Mitteln Politik zu machen und auf dem 
Boden der Tatsachen zu stehen. 

Ich habe die Frage gestellt: Als einziges verfassungsmassiges 
Mittel der Politik haben wir die Vaterlandische Front. Wiinschen Sie, 
dass wir in diesem Rahmen Politik machen? der Fiihrer sagte: Ja- 
wohl, Sie haben sich mit alien Mitteln dieser Mittel zu bedienen. 
Ich fragte, wie weit das Reich uns unterstiitzen konne ? 

Ich werde Ihnen im Rahmen von Staatsvertragen Voraussetzun- 
gen geben, dass Sie haben, was moglich ist, deutsche Zeitungen, mit 
dem Hilfswerk werden wir Ihnen helfen konnen, wer sich driiben 
nicht halten kann, werden wir herausnehmen. 



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Globus sagte: Mein Fiihrer, wir haben tausende von Leuten, die 
uns verhungern. Wir brauchen Bucher, eine Verbindung zur Partei. 
Der Fiihrer sagte aber trotz des Grabens in ihm ein Nein. Sie mussen 
Verstandnis haben. Ich mache Sie verantwortlich ! Sie haben sich in 
die gegebene Situation hineinzufinden. 

Ich sagte: Mein Fiihrer, wir verstehen, was Sie wollen, wir wer- 
den uns bemuhen, dem Rechnung zu tragen. Durch das Abkommen 
ist dies noch schwerer geworden. Viele werden es nicht verstehen, 
aber wir werden nichts tun, was Ihre Linie etwas storen konnte. 

Der Fiihrer hat dann noch gesagt: „Ich bin ja der treue Eckard 
Osterreichs", er trat zum Fenster „hier stehe ich, und werde Euch 
nicht verlassen". 

Globus glaubte, diese weiche Stimrnung ausnutzen zu konnen, 
aber der Fiihrer sagte nein. Die Besprechung war damit beendet. 

Es war uns beiden klar geworden, dass wir nichts anderes zu tun 
haben, als mit ausserster Disziplin die aussenpolitischen Ziel des 
Reiches durch die Aktionen im Innern zu stiitzen. Storen wir 

die 

— Ruckseite — 

die Politik des Reiches, dann storen wir damit die Aufriistung des 
Reiches, das Bemuhen des Fiihrers, so lang wie moglich das Deutsche 
Reich aufzuriisten und damit den Einfall der Feinde, die Kriegs- 
erklarung Englands und Frankreichs zu verhindern. Es ging dem 
Fphrer darum, solange den Frieden zu halten, bis er die Wehrmacht 
stark und schlagkraftig gemacht hatte. 

Wir hatten fur den 17.Juli die damaligen Vertreter der Gau- 
leitunge nach Anis bei Salzburg zusammengerufen und wahrend des 
Nachtmarsches um 4 Uhr friih in Grossmain an den Hangen des 
Unterberges konnten wir uns alles genau iiberlegen. 

Ich sagte: „Lieber Globus, die Situation ist einfach. Machen wir 
einen Fehler, werden wir vom Fiihrer ins KZ gesteckt, machen wir 
die Sache richtig, werden wir dem Fiihrer helfen konnen." 

Wir haben nun bei diesem Marsch die organisatorischen Richt- 
linien festgesetzt und dann habe ich den Vertretern der Gauleitun- 
gen gesagt, was der Fiihrer sagte. Globus hatte die weiteren organi- 
satorischen Massnahmen entwickelt. Es war eine schwere ernste 
Besprechung. Aber eines stand fest: Der Befehl des Fiihrers war 
klar, die Ausfiihrungsbestimmungen waren verstanden. Die Gau- 
leiter trennten sich mit der, Absicht, . diesen Richtlinien entsprechend 
zu handeln und die Parteigenossenschaft in Disziplin zu halten. 



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Am 23.Juli war die grosse Entlassung. Wir meldeten uns. bei 
Leopold und haben ihm in einem langen Bericht die Situation klar- 
gelegt. Er hat unsere organisatorischen Weisungen gutgeheissen und 
uns in das Reich geschickt, um einige Fragen zu klaren, vor allem 
die Verbindung zu Rodenbucher herzustellen. 

Wir hatten nun diese politische Auffassung: 

Das Ministerium Glaise - Horstenau war bestimmt als Befriedi- 
gungministerium zu wirken. Es liefen Verhandlungen zwischen dem 
Deutschen Reich und Osterreich, auf dem Gebiet des Pressewesens 
und des Biicheraustausches. 

In der Partei ging die innere Auseinandersetzung in Kiirze wie- 
der los. Die Meinungsverschiedenheiten uber das Abkommen sind 
bald wieder aufgetreten. Das fiihrte audi dazu, dass Hauptmann 
Leopold eine andere Auffassung einzunehmen begann, als wir 
3 Karntner Vertreter siejhatten. Leopold war der Meinung, es sei 
moglich, vom Schuschnigg direkt die Genehmigung zu bekommen, 
in Form eines kulturellen Vereines die NSDAP wieder aufzubauen. 
Wir waren der Meinung, dass jede legale Vereinsform (und sei ein 
Kaninchenziichterverein) nur genehmigt werden konnte, wenn wir 
ein weltanschauliches Kompromiss eingehen; das 

sei 

— Blatt 8 — 

sei aber unmoglich, die weltanschauliche Linie miisse gewahrt blei- 
ben. Ich stiitzte mich auf das Fiihrerwort : „Meine Idee wird auch 
diese Eisblocke driiben zum Schmelzen bringen" ! Ich habe aus dem 
erkannt, dass der Fiihrer auf die Dynamik seiner Idee in erster 
Linie vertraut. Dann: „Benutzten Sie alle politischen Moglichkeiten" ! 

Es gab verschiedene auszunutzen, wobei wir bemiiht waren, die 
Einheit der Partei nicht wieder zerbrechen zu lassen. Das hat uns 
personlich die schwersten Opfer auferlegt. Wir mussten Anprange- 
rungen hinnehmen, die in das Groteske stiegen. Wir mussten uns 
einandersetzen mit Dingen, die heute veraltert klingen, damals ging 
es um Leben und Tod. Wir mussten uns durchkampfen. Ich habe 
immer wieder versucht, meine Auffassung Leopold und seinen Mit- 
arbeitern klar zu machen. Jury kam hiebei mir immer wieder ent- 
gegen. 

Klausner sah sich gezwungen, nachdem Leopold mir und Globus 
das Vertrauen ausgesprochen hatte, mit ihm zu reden. Es hat, um 
es noch einmal zu sagen, schwierige Auseinandersetzungen gegeben. 
Wir hatten hiebei schon einen Vertreter des Reiches mit im Spiel, 
den Gruppenfuhrer Kepler und seinen Mitarbeiter Kasemeier, die 
als offizielle Vertreter des Fiihrers anwesend waren. 



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4005-PS 



Ende 1936 war es soweit, dass Kepler eindeutig erklarte: Die poli- 
tische Programatik, die die Karntner vertreten, ist allein richtig. Es 
muss jedoch versucht werden, diese Auffassung auch zu der allge- 
mein giltigen Auffassung zu machen, dass Leopold sich dann dazu 
bekehrt. Ich mochte feststellen: Pg.Leopold, der im Osten gef alien 
ist, steht unverriickter da in seiner klaren Haltung, die politischen 
Irrtumer, die vorhanden waren, konnen riickwirkend nicht als 
Schuld erklart werden. 

Es war damals schwierig, den richtigen Weg zu finden. Ich glaube, 
dass wir damals den richtigen Weg gehen konnten, war nur darauf 
zuruckzufiihren, dass wir am 16.Juli beim Fiihrer waren und von 
ihm horten, was er will. In den schwierigsten Augenblicken habe ich 
immer nur iiberlegt: Was hat der Fiihrer gesagt?" Ich kann und darf 
von dem nicht abgehen. Diese Auffassung war richtig. 

Wir sind damals politisch weiter gekommen. Schuschnigg zeigte 
bald, dass er nur ein Betruger sein wollte. Leopold sah ein, dass es 
im Wege des Kompromisses nicht ginge. Auch mit dem Siebener- 
komitee ist es nicht weit gekommen. Es hat sich eine Reihe von 
Herren dafiir bemiiht, eine Plattform zu finden, Wolsegger, Hass-' 
lacher, wirkten.mit. Erst im Zusammengehen mit uns — Jury und 
einer Reihe von Mitarbeitern Leopolds und auch mit Genehmigung 
Leopold ist es gelungen, die Berufung von Seys-Inquart zum Staats- 
rat durchzusetzen.Juli 1937. 

Seys 

— Rilckseite — 

Seys hat sich immer mehr als der geschickte Verhandler heraus- 
gestellt. Wir wussten, dass er derjenige ist, der am besten im poli- 
tischen Vorfeld die Interessen der Bewegung vertreten wird. Er hat 
sich auch immer bedingungslos der Fiihrung Klausners unterstellt. 
Er hat sich immer als Beauftragter Klausners gefiihlt und hat die 
politischen Auftrage Klausners getreulich befolgt. Wir haben mit der 
Ernennung Seys zum Staatsrat neuerlich eine Moglichkeit bekommen, 
in weitere Verhandlungen einzutreten. Es hat damals eine Reihe von 
sehr grotesken Situationen gegeben. Durch den politischen Apparat 
sind wir liber die Vorgange in Schuschniggs Lager informiert ge- 
wesen, iiber Kepler haben wir selbst zu Ribbentrop, Goring und 
Himmler unsere Leitung. 

In einem Cafe in der Ringstrasse fanden Verhandlungen zwischen 
reichsdeutschen Vertretern und uns statt, wir fiihrten wieder 
Besprechungen mit unseren Leuten in der Regierung oder einer 
anderen Schliisselstellung des osterr. Systems, soweit, dass wir bis 
in das Ministerium wirken konnten,und wenn sich dann die Kom- 
mission zusammensetzte, die reichsdeutsche Kommission und auf der 



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anderen Seite die osterr., so hat sich immer wieder das Spiel ergeben, 
dass die reichsdeutsche Kommission inf ormiert war bis in die Einzel- 
heiten, dass diese Besprechungen immer wieder mit einem hunter- 
perzentigen Sieg des Deutschen Reiches ausgingen. Wir hatten immer 
mehr Moglichkeiten, unsere Wiinsche im Reiche zur Geltung zu brin- 
gen. Die Entwicklung im ausseren Verhatlnis zwischen der Regierung 
und der LS-Bevolkerung wurde immer kritischer. Der Neurath- 
Besuch f iihrte zu Demonstrationen, eine neue Verhaftungswelle kam. 
Im November 1937 war die Situation so, dass es zu einem Bruch 
oder einer weiteren Verletzung des Verhaltnisses Deutschland - 
Osterreich kommen musste. Damals war es Globus, der als erster 
den Gedanken aufgriff; „Es muss ein+Besuch des Bundeskanzler 
Schuschnigg beim Fiihrer stattfinden". 

Er hat mir davon erzahlt, dass es notwendig sei. Ich war ableh- 
nend, das sei unmoglich und zu gefahrlich. Wir haben in Berlin vor- 
sichtig diesen Gedanken iiberlegt und Kepler hat ihn Rippentrop 
vorgetragen und Papen erhielt den Auftrag, diese Besprechung vor- 
zubereiten. 

Papen. war eingescharft worden, diesen Besuch vertraulich vor- 

zubereiten. In Osterreich wussten nur Schuschnigg, Schmidt und 

Zernatto davon. Diese waren der Meinung, dass von. unserer Seite 

nur Papen .■ . . 

informiert 

— Blatt 9 — 

iriformiert war. Auch Papen war der Meinung, dass nur er davon 
wisse, aber wir waren auch informiert und haben mit Seys Bespre- 
chungen dariiber abgehalten. Schuschnigg wollte nun, bevor er nach 
Berchtesgaden fuhr, noch mit Seys sprechen und ihm einige Zuge- 
standnisse machen, die er dem Fiihrer am Obersalzberg verkiinden 
wollte. Wir waren von Tschammer nach Garmisch zur Olympiade 
geladen worden und als wir erfuhren, sagte Zerhattox: Ich sehe sie 
mit gemischten Gefuhlen fahren. Wir haben dann eine Zusammen- 
kunft mit Papen und mit Seys, Tschammer und Papen eine Ver- 
handlung. Globus und ich fuhren dann nach Berlin und haben dort 
eine Reihe von Forderungen der Partei gestellt. Alle Juli-Putschisten 
miissen entlassen werden, alle Sprengstoff-Verbrecher entlassen, 
totale Amnestie, weiteres Ministerium gebildet, das in die Hand von 
Seys als Innenministerium und Sicherheitsministerium gegeben 
wiirde usw. Wiederzulassung der Hakenkreuzarmbinde usw. 
Es war knapp vor der Abreise von Berlin. Wir haben in der Nacht 
weiter gearbeitet und uns mit den Berliner Freunden besprochen. 
In der friih hatten wir das Gefuhl, was passiert, wenn Schuschnigg 
die Forderungen annimmt, dann besteht die Gefahr, dass er legal 
ist, dass wir mit ihm rechnen miissen. Wir haben in aller Eile eine 



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Information zusammengesetzt, die erklarte, die Partei brauche diese 
Bedingungen, aber womoglich nicht mit Schuschnigg, der sei nie ein 
Partner. Wir haben damals noch den Adjutanten von Rippentrop 
aus dem Bett geworfen und haben ihn gebeten, Rippentrop diese 
Information zu geben. Wir waren dann in Berlin und Schuschnigg 
hat dann wieder Seys zu einer Besprechung zu sich gebeten. 
Seys hat schon seit Monaten um ein sog. Klausnerp'rogramm ver- 
handelt. Schuschnigg wollte dies genehmigen und ' Seys sagte die 
Situation hat sich inzwischen geandert. Die Situation ist versteift. 
Die beiden schieden ohne Ergebnis, wobei sich Schuschnigg bemuhte, 
die Besprechung solange hinauszuziehen, dass erknapp an den 
Bahnhof fuhr, um in den Zug einzusteigen, der ihn nach Salzburg 
brachte. Zernatto hat ein Buch von diesen Tagen geschrieben und 
hat gesagt: „Es ist uns immer mehr klar geworden, dass Seys ein 
vorgeschobener Mann sei und dass hinter diesem Mann eine Reihe 
von SS-Offiziere standen, zu denen Klausner, Globotschnig und 
Rainer gehoren und dass diese Leute die eigentlichen Drahtzieher 
sind. Wir waren immer der Meinung, dass von diesem Besuch in 
Berchtesgaden niemand informiert war ausser Papen, das komische 
Verhalten Seys machte den Bundeskanzler ausserordentlich bedenk- 
lich. Man wusste, 

dass 

— Riickseite — 

dass Seys informiert sein musste. (Auf Wiedersehen in Salzburg) 

Schuschnigg war der Meinung, dass das Reich im Hinblick auf 
die aussenpolitische Lage (Paris und London) es notig habe, ein Ab- 
kommen im Stile 1936 neuerlich abzuschliessen, es geniige, wenn 
Schuschnigg eine Reihe von Eingestandnissen machen werde, sie 
werden sich wieder trennen, der Fuhrer ware begeistert, die Sache 
sei in Ordnung. 

Wir haben folgendes schon vorbereitet gehabt: Das letzte Bespre- 
chungsergebnis teilte mir Seys mit in einem Lokal in der Karntner- 
strasse. Ich habe die Tel.Nr. aufgerufen, auf der Globus in Berlin 
zu erreichen war ; habe ihm das negative Ergebnis der Besprechung 
mitgeteilt. Ich konnte mit Globus auch vollkommen frei sprechen. 
Wir haben fur jeden Namen einen Geheimkodex gehabt, anderseits 
haben wir beide in furchterlichen Dialekt gesprochen, dass uns kein 
Mensch verstanden hatte. Globus hat diese Informationen sofort 
schriftlich niedergelegt, durch das Sicherheitshauptamt sofort mit 
Fernschreiber nach Miinchen gemeldet, dort niedergeschrieben. 
Kepler war inzwischen mit Schlafwagen nach Miinchen. Als er 
ausstieg, wurde ihm von der Stapostelle Miinchen der Brief iiber- 
geben mit den letzten Wiener-Inform ationen, mit denen er nach 
Berchtesgaden fuhr. Ich habe dann mit Pg.Muhlmann, der sich 



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als ausgezeichneter Verbindungsmann zu Stellen im Reiche als 
Regierungsstellen erwiesen hat, Instruktionen mitgegeben. Er ist mit 
dem gleichen Zug, in dem Schuschnigg fuhr, nach Salzburg gefahren. 
Wahrend Schuschnigg in Salzburg sich. abhangen liess, dort iiber- 
nachtete, und am nachsten Tag mit Auto nach Obersalzberg weiter- 
fuhr, fuhr Muhlmann weiter und war in Berchtesgaden. Kepler und 
er sind dann vor Schuschnigg zum Fuhrer und konnten ihm alles 
sagen. Schuschnigg ist in der Friih gekommen, dort empfangen wor- 
den Und hat die grenzenlose Uberraschung erlebt, dass der Fiihrer 
die Verhandlungen sofort aufnahm, wo, am Vortage die Verhand- 
lungen zwischen Seys und ihm ergebnislos abbrachen. Der Fiihrer 
fiihrte die Verhandlungen nicht, wie Schuschnigg es sich dachte. Er 
ging auf das Ganze. Schuschnigg wurde damals fertig gemacht, 
dass man es sich gar nicht vorstellen konnte. Der Fuhrer hat ihn 
angefasst, hat ihn befetzt, angeschrieen, er hat ihm die ganzen 
Schweinereien, die Schuschnigg in den vergangenen Jahren be- 
gangen hat, vorgehalten. Schuschnigg war schon ganz starker 
Raucher geworden. Man hatte Verbindungen bis in das Schlaf- 
zimmer hinein, wir waren informiert iiber seinen Lebensstil, jetzt 
rauchte er 50, jetzt 60 Zigaretten. Nun darf er beim Fuhrer nicht 
rauchen. Schuschnigg konnte auch nicht rauchen. 

Rippentrop 

— Blatt 10 — 

Rippentrop sagte mir, Schuschnigg hatte ihm schon leid getan. Er 
ist nur mehr stramm gestanden vor dem Fuhrer, erlegte die Hande 
an die Hosennaht und sagte nur mehr „Jawohl". Schuschnigg ver- 
suchte nur noch, etwas einzuwenden, wurde aber vom Fuhrer so 
angeschrieben, dass er nur mehr still war. Dann kam das Essen. 
Da ruf t der Fuhrer Sperle, der hatte eben das Kommando in Spanien 
abgegeben. Der Fuhrer forderte ihn auf, iiber die Luftwaffe zu 
sprechen. Schuschnigg bekam ein Bild der deutschen Wehrmacht, 
das hochst eindrucksvoll war. Keitel war auch da. Nach dem Essen 
hat der Fuhrer Rippentrop beauftragt, mit Schuschnigg weiter 
zu sprechen. Bevor die Besprechung mit Schuschnigg startete, ist 
Schmidt zu Rippentrop gegangen und sagte: Bitte, erlauben Sie 
doch, dass der Bundeskanzler eine einzige Zigarette raucht, was 
auch erlaubt wurde. Rippentrop hat ihm dann zugeredet: Schauen 
Sie, wie die Situation ist — mit dem Fuhrer ist nicht zu spasseh. 
Sie haben Moglichkeiten, der Fuhrer will mit Ihnen den Vertrag 
abschliessen, wenn Sie eingehen. Die Entwicklung fuhrt zum 
Nationalsozialismus. Er entwickelte ihm, wie der Fuhrer das Reich 
sieht, wie der Anschluss war. Rippentrop hatte das Gefiihl, durch 
die giitigen Worte Schuschnigg weicher gestimmt zu haben. So ist 
es auch gelungen, bei den Abschlussbesprechungen eine Reihe von 



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Bestimmungen zu konzeptieren. Schuschnigg hatte es iibernommen, 
die Zustimmung des Bundesprasidenten Miklas hiezu einzuholen. 
Wahrend dieser Besprechung, die sich langer ausdehnte, ist Zer- 
natto nervos in Wien am Telefon gehangen, hat beim Sicherheits- 
direktor, der heute noch im KZ sitzt, aufgelautet in Salzburg und 
fragte nach Schuschnigg und als Schuschnigg nicht zuriickkam, 
war es ihm klar, dass die Besprechungen nicht den gewiinschten 
Verlauf nahmen, da Schuschnigg am Obersalzberg zuriickgehalten 
wird. 

Die Salzburger Garnison wurde mobilisiert, die Vorbereitungen 
gemacht, den Bundeskanzler zu befreien. Die Salzburger Garnison 
wurde mobilisiert, jedoch nicht eingesetzt, aber sie war in Bereit- 
schaft. 

Inzwischen ist Schuschnigg zuriickgekommen, hat in Salzburg 
iibernachtet. Zernatto wollte von ihm etwas erfahren und ver- 
suchte, mit Schuschnigg zu telfonieren, aber der war fertig. 

Wir waren in Wien und haben unsere Nachrichten bekommen. 
Zernatto war in grosster Sorge, war am nachsten Tag gleich am 
Bahnhof, wo er Schuschnigg abholte, sprach mit Schuschnigg und 
hat nun folgende Beschreibung bekommen: 

„Der Fuhrer ist ein Teufel, das ist ein Berserker, ein Verruckter, 

das 

— Riickseite — 

das ist entsetzlich, wie er mich behandelt hat." Schuschnigg stand 
so unter dem Druck der Ereignisse, dass er vollig willenlos war. 
Er war einfach k. o. 

Guido Schmidt bestatigte auch, es war entsetzlich furchtbar 
gewesen. Rippentrop sei nett gewesen, das ware der einzige 
gewesen. 

Es ging nun darum, dieses Abkommen durch Miklas genehmigen 
zu lassen. Der gute brave Katholok Miklas, der unter dem Ein- 
fluss des Pabstes stand, war schwierig umzulegen. Wir mussten 
3 Tage lang einen Kampf fechten mit dem Ergebnis, es ist damals 
bereits mit dem Einmarsch gedroht worden, dass wir zum Schluss 
den Beichtvater von Miklas informierten. Endlich unterschrieb 
Miklas den Vertrag, aber mit grosstem Widerwillen. Das Ergebnis 
kennen Sie ja. Es wurde ein Ministerium gebildet mit Seys, 
Schuschnigg beniitzte dieses, um Seys hineinzunehmen, aber auch 
andere Leute hineinzunehmen, die das Gegengewicht bilden sollten. 

Es ist auch erlaubt worden, eine Betatigungsmoglichkeit fur 
die Nationalsozialisten, nicht fiir die NSDAP, ein erheblicher Aus- 
bau des vol'kspolitischen Referates. 



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Diese volkspolitischen Referate waren schon vorher mit Geneh- 
migung des Reiches eingerichtet worden. Sie hatten den Zweck, 
Sprachmoglichkeiten zu schaffen, fur den nationalen Teil der 
Bevolkerung. 

Ich muss hiebei feststellen, diese volkspolitischen Referenten 
haben sehr gut gearbeitet und die Manner waren ausnahmslos 
anstandig. Der schwierigste Fall schien uns damals Karnten zu 
sein, denn hier wurde uns der Referent Perkonig einseitig geschil- 
dert. Im Arbeitszimmer von Maier-Kaibitsch hat sich Perkonig 
bedingungslos auf die Seite der Partei gestellt und das hat er auch 
gehalten. Auf diese Weise hatten wir eine Moglichkeit, durch diesen 
Mann, zu dem Zernatto Vertrauen hatte und Schuschnigg, Nach- 
richten an diese beiden Manner herankommen zu lassen. Im 
iibrigen wurden diese volkspolitischen Referate so aufgezogen, dass 
Seys an die Spitze trat und Jury der Stellvertreter wurde. Die 
Parteifiihrung hatte der Fuhrer inzwischen bei einer Bespre- 
chung in Berlin in der Reichskanzlei mit Klausner, nachdem ihm 
Klausner die Entwicklung der letzten Jahre geschildert hat, dem 
Pg. Klausner iibergeben. Es ist also damit kurz vor den entschei- 
denden Aktionen die vollige Einigung der NSDAP wieder herge- 
stellt worden. Klausner hat die alte Konstruktion wieder hergestellt, 
die schon das erste Mai driiben im Karntner Hof gebildet wurde 
im Jahre 1935, die 1936 erneuert wurde, die dann lange Zeit mit 
Schwierigkeiten zu kampfen hatte. 

Es ist nun eine Periode gekommen, bei der wir wieder ausser- 
ordentlich 

achtsam 

— Blatt 11 — 

achtsam sein mussten und gute Politik zu machen hatten. Es war 
deshalb schwierig, weil es klar war, dass Schuschnigg nach Mog- 
lichkeiten suchte, aus der Bindung des Berchtesgadner Abkommen 
herauszukommen. 

Schuschnigg wollte die Partei in einen Gegensatz bringen zu 
der Politik des Reiches. Schuschnigg rechnete damit, dass das 
Deutsche Reich eine aussenpolitische Belastung nicht vertrug. Er 
wollte in Osterreich eine Situation schaffen, in der das Deutsche 
Reich zum Storenfried gestempelt werden sollte, um eine Garantie 
von Paris, London und von Moskau — Prag fiir die Unabhangig- 
keit Osterreichs zu bekommen. 

In diesen letzten Febertagen hat Schuschnigg einen Schritt getran 
vom katholischen Politiker zum Politiker, der bereit ist, sich mit 
den Sowjets zu verbinden, um den Anschluss zu verhindern. Er 
hat die Bildung eiher schwarz-roten Koallition vorbereitet. Damit 



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war die Situation fur die Partei schwierig geworden. Wir haben 
gleichzeitig vom Fiihrer die strengsten Weisungen bekommen. Nach 
dem Feber-Abkommen ist es so: Der Fiihrer-Gruss konnte gebraucht 
werden, die Hymnen wurden gesungen. In Graz ist es zu grossen 
Demonstrationen gekommen. 

Da schickte uns der Fiihrer Kepler mit dem Auftrage, ausser- 
ordentlich sorgfaltig zu sein mit der politischen Weiterentwicklung 
der osterr. Verhaltnisse. Kepler ist schon im Flugzeug gesessen 
und wurde zuriickgerufen. Er sagte: Es muss noch der Weg der 
Revolution gegangen werden es darf noch zu keinem Aufstand 
kommen, es darf noch nicht gewirbelt werden. Klausner hat die 
Partei zuruckgehalten. Das sind die Griinde, weshalb die Grazer 
Demonstrationen, die schon vorbereitet und gestartet waren, zuriick- 
gezogen Werden mussten. In Graz war es so, dass Schuschnigg 
glaubte, Militar einsetzen zu miissen und hoffte, zwischen der 
Regierung Seys und Glaise und der Partei eine Kluft schaffen zu 
konnen. 

Bedeutungsvoll war folgendes: 

I. Bei diesen Aktionen ist zu erkennen gewesen, dass die Manner 
der Partei nach einem politischen Kommando marschierten. Wie 
sie aufmarschierten, sind sie auf die Minute wieder weggegangen. 
Als Militar kam, waren die Strassen Grazs frei. Als Seys nach 
Graz zu Besuch kam, war eine Stunde lang die ganze Stadt im 
Zeichen des Hakenkreuzes, eine Stunde spater hatte alles wieder 
Ruhe gegeben. Nun erkannte Schuschnigg, die Partei hat eine 
politische Fiihrung und was , auf der Strasse marschiert, ist gleich 
mit dem, was in der Reservestellung 

ist 

— Riickseite — 

ist und die Partei handelt nicht blind, sondern politisch gefiihrt. 
So kam es zur Volksabstimmung, mit der er das Reich uberrumpeln 
und die Garantie der Weststaaten fur das unabhangige Osterreich 
beschleunigen wollte. 

Diese Aktionen haben auch noch eine Wirkung gehabt, namlich, 
der Fiihrer konnte sich iiberzeugen, dass die Partei in Osterreich 
schlagfertig ist und die Massen der Bevolkerung auf ihrer Seite 
hat. Dies war entscheidend fur den Entschluss, den der Fiihrer am 

II. Marz hatte. Es hat dann der Bundestag stattgefunden, bei dem 
Schuschnigg immer wieder sagte, „sehr ordentlich fur Osterreich". 
Ich war mit Reintahler als Volksvertreter in den Zuschauerraumen 
des Bundestages. Ich habe damals Schuschnigg zum l.Mal rich tig 
gesehen, vorher nur fliichtig in einer Theaterloge. Ich habe gesehen, 
wie unecht dieser Mann in seinem Auftreten und Reden war. Ich 



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habe den grossen Propagandazirkus gesehen von Zernatto. Unsere 
politischen Vorposten Seys und Glaise waren damals ziemlich 
besturzt iiber dieses vollig verstandnislose Verhalten Schuschniggs, 
wahrend wir 3 Karntner uns die Hande rieben. Wer macht den 
ersten Fehler? Wir lagen auf der Lauer, wer den ersten Fehler 
macht, der ist im Nachteil. Diesen Fehler machte Schuschnigg. 
Er sah, die Entwicklung geht unaufhaltsam und nicht mehr war 
zu storen der Weg des evolutionaren Anschlusses an das Reich. 
Es ging hier nun mehr um Monate, er konnte diese Entwicklung 
mitmachen, indem er sich davon tragen lasst, immerhin ware er 
in Ehre abserviert worden, aber Schuschnigg kommt zuriick auf 
sein altes deutschfeindliches Konzept. Er biindelt mit den Roten. 
Wir haben Nachricht bekommen, dass er mit der Gruppe des Wiener 
Biirgermeisters Smitz zu behandeln beginne, dass Smitz mit Seitz 
und kommunistischen Fiihrern verhandelte, dass gewisse Kampf- 
organisationen sich im Geheimen wieder zu bilden beganngen unter 
Duldung des Wiener Biirgermeisters Smitz. Wir haben die Nach- 
richt bekommen, dass ein Bundesrat dem Schuschnigg den Vor- 
schlag einer Abstimmung machte. Am 9. Marz, ein Mittwoch, um 
9 Uhr friih etwa, sind Globus und ich von der illelagen Bude in 
Wien in einem geliehenen Auto, das war unser ganzer Stolz da- 
mals, in die Seitzergasse gefahren, .wo das Biiro des volkspolitischen 
Referenten war. An der Ttire haben uns Klausner und Jury 
erwartet. Klausner sagte, Jury habe eine interessante Nachricht. 
Es sei eine Abstimmung von Schuschnigg fur nachsten Sonntag 
beabsichtigt. Klausner sagte, das sei kein Unsinn, das ware Tat- 
sache* Wir sind zu Seitz am Hof 8 gefahren und haben uns dort 
zusammengesetzt, Klausner, Jury, Globus und ich. 

Nun 

— Blatt 12 — 

Nun hatte mit einem Vorwand Schuschnigg im engsten Kreise den 
Beschluss gefasst, am Sonntag diese Abstimmung zu veranstalten. 
Die Bestimmungen, die mir noch in Erinnerung sind, waren so, 
dass die ganze Wahl zu einem Schwindel gemacht wurde. Sie 
wurden festgelegt. Es waren nur einige wenige Vertraute ein- 
geweiht. 

Zernatto, Smitz, der ganze linke Fliigel der Christlichsozialen. Die 
Bestimmungen wurden von Zernatto seiner Sekretarin diktiert. Es 
wurde beschlossen, diese Absicht bis zum nachsten Tag abends 
geheimzuhalten. Schuschnigg reiste nach Innsbruck und sollte von 
dort aus den Entschluss verkunden. Zernatto sagte: Es ist Mittwoch, 
wenn die Nazi es erfahren, konnen sie spatestens Donnerstag ihre 
Aktionen beginnen, Freitag konnen sie ihre Propaganda einsetzen, 
wir gewinnen 2 Tage Vorsprung, mit diesem Vorsprung konnen 
wir die Abstimmung mit knapper Mehrheit durchbringen. 



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Die Skretarin Zernattos hat nun. — ihr ist schlecht geworden, sie 
musste hinaus. Sie war in Wirklichkeit Nationalsozialistin und 
hat draussen in fliegender Hast einen Zettel genommen und auf 
diesem Zettel notiert, was sie noch wusste und uns auf dem 
gesicherten Weg diesen Zettel weitergeleitet. Wir wussten um 
Va 11 Uhr den ganzen Plan. In der friih schon war Seys zu 
Zernatto geholt worden. Zernatto hat ihm im Auftrag des Bundes- 
kanzlers das Ehrenwort abverlangt iiber das, was er horen werde, 
nicht zu sprechen. Seys gab das Ehrenwort. Seys rief dann Jury 
an, es sei etwas im Anzuge, er durfe es nicht sagen, aber wir 
sollten zu einer Besprechung zu ihm kommen. Wir fragten Seys: 
„Ist es richtig . . . ?" Seys sagte: „Ich bin durch ein Ehrenwort 
zur Verschwiegenheit verpflichtet, wir wollen aber so tun, als ob 
dies wahr ware" (Diplomat, der er war) . Damit war der Fall fur 
uns geklart. Wir haben kurz beraten. Es bestand von vorherein 
die eindeutige Auff assung dariiber, dass dies der Verrat Schuschnigg 
-war, der Verrat des Berchtesgadner Abkommens, Wie wir darauf 
reagieren wurden, stand im Moment nicht fest, wir mussten unser 
Verhalten nach dem Fiihrer einrichten. 

Wir uberlegten „Nein" stimmen. . . . Wir konnen es nur machen, 
wenn der Fiihrer zustimmt. . . .Mit „Ja" stimmen, das erklarten 
wir fiir ausgeschlossen, das konnte der Partei nicht zugemutet 
werden, das sei nicht moglich, nur wenn der Fiihrer uns den Befehl 
gibt. 

Sofortige Verstandigung des Fiihrers war notwendig. Ausgabe der 

Parole 

— Riickseite — 

Parole „Stimmenthaltung" Es wurde nun von Seys und mir ein 
Brief verfasst, den ich selbst auf der Maschine schrieb und der 
am gleichen Vormittag Zernatto iibermittelt wurde. In diesem 
Briefe wurde festgelegt, dass dem Minister Seys-Inquart, der im 
Abkommen von Berchtesgaden zum Treuhander eines Staatsver- 
trages zwischen Deutschland und Osterreich bestellt worden war, 
von der Abstimmung mitgeteilt wurde, dass durch diese Abstim- 
mung dieses Abkommen einseitig durch Osterreich gebrochen 
worden ist. Ich habe auf diese Feststellung grossten Wert gelegt 
und erklart, es miisse von unserer Seite aus dem Fiihrer Gelegen- 
heit gegeben werden, zu intervenieren. Es ging damals dauernd 
um die Ausfiihrung der ganzen Aktion. Richtung Paris, London, 
immer wieder um den Weltkrieg. Der Fiihrer musste die Moglich- 
keit bekommen, auf Grund des gebrochenen Staatsvertrages im 
Rahmen des Deutschen Reiches zu intervenieren. Auch vom Bruch 
der Zusicherungen an die Nationalsozialisten wurde geschrieben, 
ging dann an Zernatto ab und eine Abschrift davon bekam Globus. 



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Der flog um etwa 12 Uhr in Wien weg nach Berlin. Ich telefonierte 
mit Kepler, sagte, eine ausserordentliche wichtige Mitteilung sei 
unterwegs, die sofort in die Reichskanzlei miisse. Globus kam in 
wenigen Minuten zum Fiihrer. Der 'Fiihrer erkoarte, der Brief 
sei ein politisches Meisterwerk. „Sie bleiben hier, sie bekommen 
gut zu essen und warten das weitere ab." Globus sagte, ich muss 
sofort zuriick. Der Fiihrer sagte: „Sie werden schon das weitere 
horen." 

Wir haben inzwischen in Wien die ersten Massnahmen getroffen, 
bis d Antwort des Fuhrers eintraf, mussten wir Zeit gewinnen. 
Papen war a Botschafter bereits abberufen, aber nach Wien zuriick- 
gekehrt. Wir fahren also zu Papen in die Deutsche Gesandtschaft 
und es hat dort eine lange Aussprache stattgefunden. Diese drehte 
sich um die Frage „Was wird geschehen". Verschiedene Ideen 
tauchten auf. Wir miissen von Schuschnigg verlangen, dass er 
den Anschlussverbots-§ aus dem Vertrag von St.Germain- un- 
giiltig erklart, dann stimmt die Partei mit „Ja". Dann „Die Partei 
kann nur mit ja stimmen, weil sie sonst wied illegal wird. Die 
Situation wurde immer dunkler und ungemiitlicher. Klausner und 
ich sind herumgesessen und wir haben scharf gemacht, es war nicht 
viel zu machen. Inzwischen hat der Rundfunk begonnen und 
Schuschnigg hielt die Rede. „Mander, es ist Zeit". Der ganze Zirkus 
ging los. Ich habe dann — als wir unverrichteter Dinge und ohne 
klare Losung uns verabschiedeten und ich mit Klausner nach 
Hause ging, gesagt: „Es ist nun bekannt, in Osterreich geht der 
Wirbel los. Die Partei muss eine Parole hinausgeben. " Ich habe 

dann 

— Blatt 13 — 

dann Mohrenschild in einer Privatwohnung.noch im Dienst gehabt 
und habe ihm noch eine Losung diktiert, die noch in der Nacht 
auf dem iiblichen Wege an alle Gauleitungen ging: Der Stand- 
punkt der Partei zu dem, was Schuschnigg verkiindet, ist der: Das 
ganze ist ein Bruch des Abkommens aussen- und innenpolitisch. 
Die Partei kann diesen Schwindel nicht anerkennen. Was wir tun 
werden, muss der Fiihrer sagen. Absolute Wahlenthaltung, die 
Befehle fur den Sonntag kommen noch. Das war der erste Befehl. 

Am Donnerstag, lO.Marz, ist der Propagandazirkus des Zernatto 
losgegangen. Ich bin damals bei meinen Mitarbeitern gewesen. 
Klausner hatte .Besprechung mit Seys, Jury und anderen Person- 
lichkeiten. Auf der Strasse war ein Wirbel, die Lastautos kamen, 
Flugzeuge haben Flugzettel abgeworfen. Zusammenrottungen 
waren. Ich hatte Meldung: Von der ehem. roten Gemeindewache 
sind 3.000 uniformiert, bewaffnet. Noch immer wussten wir nicht, 



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was ist los? Globus 1st nicht zuriick ! Der war noeh immer in 
Berlin in der Reichskanzlei auf Kohlen. Jedem, der kam, ist er 
angegangen: Ich muss zuriick, sie warten auf mich. 

Von der Nacht von Donnerstag auf Freitag waren alle Gauleiter 
in Wien, um Informationen zu holen. 

Nationalsozialisten wurden iiberfallen, auf eigene Faust haben wir 
daher am Nachmittag am 10. Marz an die SA und SS, Lukesch 
und Kaltenbrunnder, den Befehl gegeben, ab Freitag die halben 
Bestande der Formationen zum Schutze der Nationalsozialisten auf 
der Strasse einzustellen, wahrend die besten bewaffnet kaserniert 
in den Unterkiinften zu bleiben haben fur den Fall des Biirger- 
krieges. Wir mussten bereit sein, dass wir es nicht nur mit der 
Exekutive, sondern mit dem roten Mob zu tun haben werden. 
Um 7 Uhr abends erhielt ich die Nachricht, ein Nationalsozialist 
sei erstochen worden, er sei tot oder verletzt. Ich habe dem Pg. 
Lukesch den Befehl gegeben, geschlossene SA-Formationen in Wien 
einzusetzen. Eine derartige geschlossene SA-Formation in Wien, 
noch nicht uniformiert und ohne Hakenkreuzarmbinden marschierte 
geschlossen iiber den Giirtel, der Mob tobte, aber niemand wagte, 
diese anzugreifen. Ich habe mit Berlin telefonierte und die Situation 
auf das schlimmste geschildert. Biirgerkrieg ! 

Es haben Konferenzen stattgefunden. Am nachsten Tag kam die 
totale Ablehnung der Abstimmung heraus. Am Flughafen waren 
wir audi. Seys und Glaise kamen, die waren bei Biirckel in der 
Saarpfalz zu Besuch. 

Der 

— Ruckseite — 

Der Fiihrer hielt in Berlin Glaise zuriick. Mit Seys fiihrte ich Be.- 
sprechungen. Es war noch keine Einigkeit zu erzielen. Von der 

Gesandtschaft sagte man uns, die Schiffahrt sei frei Seys soil 

die Verhandlungen einstellen. Also ging es hart auf hart. Der 
Fiihrer hatte am 11. Marz, nachdem er den Brief bekam, kurze 
Besprechungen mit den Wehrmachtsteilen abgehalten und den 
Aufmarschbef ehl gegeben. Mit Waffengewalt wollte er die Bef reiung 
der Ostmark erzwingen. Wir wussten nichts davon, audi Globus 
nicht. Globus ist am Donnerstag abends mit Sonderflugzeug nach 
Wien zuriickgekehrt, zuruckgeschickt worden. Goring war dagegen, 
denn das Flugzeug musste durch die damalige Tschechoslowakei 
fliegen, denn es bestand die Gef ahr des Abschusses durch tschechische 
Jagdflieger. 

Der Fiihrer gab der Partei in Osterreich die Handlungsfreiheit. Er 
wird uns nicht im Stiche lassen. Mehr wussten wir nicht. Wir 
haben Globus am Flughafen abgeholt, er teilte uns das mit. Wir 



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sind in das Hotel gegangen, wo die Gauleiter Osterreichs beisammen 
waren und an Hand der gegebenen Informationen, der Botschaft 
des Fiihrers habe ich fiir den nachsten Tag die Disposition iiber 
Auftrag Klausners gegeben. Dass es notwendig sein wird, in mog- 
licher Kiirze alle Moglichkeiten ins Auge zu fassen und die Partei 
darauf einzustellen. Ich erklarte: es gibt in den nachsten Tagen 
3 mogliche Falle: 

1. Dass die Volksabstimmung abgesetzt wird, wird nur als Fall 1 
bezeichnet, bis langstens 2 Uhr nachmittags an die Gauleiter hinaus. 
Dieser Fall bedeutet: Partei hat grossen Sieg errungen. Fahnen- 
schmuck. 

2. Schuschnigg hat diesen Prestigeverlust nicht iiberstanden, hat 
demmissioniert, nationalsozialistische Regierung. 

3. Schuschnigg hat die Forderungen des Reiches und der Partei 
abgelehnt, Biirgerkrieg. In diesem Falle hat jeder Gauleiter und 
Formationsfiihrer zu handeln und die Machtubernahme zu er- 
zwingen. Mit diesem Informationen sind die Gauleiter um 1 oder 
2 Uhr, d.h. mit Auto in ihre Standorte abgefertigt worden. Am 
nachsten Tage ist Glaise gekommen. Dieser brachte noch Infor- 
mationen des Fiihrers mit. Glaise ging mit Seys zu Schuschnigg 
und verlangte die Anberaumung einer verfassungsmassigen Ab- 
stimmung in Frist von 6 Wochen lind zwar nachi der l.Mai-Ver- 
fassung. Schuschnigg lehnte ab. Die beiden Minister zogen sich 
in die Landesleitung zuriick. Dort waren 

wir 

— Blatt 14 — 

wir beisammen. Klausner, Jury, Muhlmann, Globus und ich. Die 
beiden Minister sagten uns alles. Ich wusste, dass der Fiihrer auf 
ein Stichwort von uns wartete. Wir haben uns mit Klausner, Jury 
und Globus zuriickgezogen und Klausner hat dann erklart: Als 
Fiihrer der osterr. Nationalsozialisten gebe ich Ihnen den Auftrag, 
der Regierung Schuschnigg ein schriftliches Ultimatum zu stellen. 
2 Uhr nachmittags bei Nichtannahme des Ultimatums, haben Sie zu 
demmissionieren. Dieses Ultimatum wurde wieder von mir und 
Seys konzeptiert, von mir geschrieben und dem Bundeskanzler 
zugeschickt. Er hat auf das hin fiir 2 Uhr den Ministerrat einbe- 
rufen. Es war daher nicht moglich, die Frist 14 Uhr zu erzwingen. 
Wir haben auf das hin folgendes festgestellt: Wenn bis 3 Uhr an 
eine bestimmte Telefon-Nr. nicht eine befriedigende Antwort ein- 
langt, so schreitet die Partei zur Machtubernahme, dann nimmt 
die Partei an, dass Schuschnigg das Ultimatum abgelehnt hat und 
dass die beiden Minister gefangen sind. Da wird ein bereits vor- 
bereitetes und den Druckereien der Partei bereit liegender Aufruf 



30 



4005-PS 



an die Bevolkerung herausgebracht. Dadurch werden die einzelnen 
Aktionen zur Machtiibernahme eingeleitet. Wir haben die Partei- 

fiihrung in die gebracht. Klausner und Jury mussten sich 

auf einen Gefechtsposten ausserhalb der Stadt begeben, weil der 
Verlust der Parteifuhrung von unabsehbaren Folgen hatte sein 
konnen. SA und SS haben getarnte Quartiere bezogen (Fiihrung). 
Klausner "hat Globus und mir die Weiterfiihrung der politischen 
Aktion iibertragen. Wir brachten noch die letzten politischen 
Dokumente in Sicherheit. Inzwischen war es V2 3 Uhr. Ich trennte 
mich von Globus und ging nach der Telefonzelle, an der mich der 
Aufruf von Seys erreichen sollte. Um 3 A 3 Uhr meldete sich der 
Apparat. Der Bundeskanzler hat zur Halite der Forderung ent- 
sprochen, er hat es zur Abstimmung angesetzt. Er weigerte sich, 
die verfassungsmassige Abstimmung durchzufiihren. Er hat hinter- 
her den Befehl gegeben zur Verhangung des Ausnahmezustandes, 
Sperrung aller Haustiiren, aufrufen des Bundesheeres und der 
Exekutive. Ich habe Seys ersucht, weiter zu verhandeln/und stand 
vor einer schwierigen Entscheidung: Was sollte ich den Gauleitern 
mitteilen? Seit 14 Uhr warten die Gauleiter auf die Durchgabe 
des Falles 1, Fall 2 oder Fall 3. Bestand keine Moglichkeit, eine 
andere Weisung durchzugeben? Ich konnte auf Berliner Weisungen 
auch 

nicht 

— Rtickseite — 

nicht warten. Es ist mir in dieser Zeit darauf angekommen. Die 
Partei mit Vertrauen zu erfiillen und auf die Strasse zu bringen. 
Ich habe durchgegeben Fall 1. Es wurde gleichzeitig durch die 
Gesandtschaft in Wien an die Reichskanzlei das Ergebnis durchtele- 
foniert. Kurze Zeit danach war Goring am Fernsprecher und 
verlangte seinen Schwager Hueber zu sprechen. Ich horte das 
Gesprach mit an. Der Goring sagte im Auftrage des Fuhrers, diese 
halbe Losung wird nicht angenommen, Der Fiihrer hat Schuschnigg 
alle Moglichkeiten gegeben. Schuschnigg ist nicht darauf einge- 
gangen. So ist mit anderen Stimmen zu sprechen. Die Schande 
des deutschen Bruderkrieges muss aufhoren. Schuschnigg hat nur 
mehr bis 5 Uhr Zeit oder Gelegenheit, zuriickzutreten. Es muss 
eine Regierung unter Seys gebildet werden, sonst wird marschiert. 
Diese Meldung musste zu Seys gebracht werden, der im Bundes- 
kanzleramt verhandelte. Globus fuhr in das Bundeskanzler- 
amt. Ich wechselte den Ort und begab mich zu einer anderen 
Telfonzelle in der inneren Stadt. Ich wurde kurze Zeit spater 
aufgelautet von Globus. Es war nicht mehr notwendig, das Telefonat 
an Seys weiterzuleiten. Es ist bereits dem Schuschnigg vorgelegt 
worden im Stenogramm, weil doch alle Gesprache der Gesandt- 
schaft abgehort wurden. Besprechung zwischen beiden. Schuschnigg 



31 



4005-PS 



hat bei dieser Besprechung demmissioniert um V2 4 Uhr nachmittag. 
Globus suchte mich. Seys liess mich um einen Befehl bitten. Ich 
erklarte, des komme darauf an, so rasch wie moglich die For- 
mationen zu legalisieren, Seys miisse weiter verhandeln. SA und 
SS miissen sich bei den Polizeistellen als Sicherheitsorgane stellen. 
Das wurde ,gemacht Kurze Zeit darauf kommt Globus mit dem 
Auto und sagt zu mir: Es schaut schrecklich aus in dem Bundes- 
kanzleramt. Miklas weigert sich, die Demmission Schuschniggs anzu- 
erkennen. Wir fuhren wieder in die Deutsche Gesandtschaft, es 
telefonierte nunmehr Globus mit Goring und sagte ihm, was er 
im Bundeskanzleramt festgestellt hatte. Goring verlangtebis 7 Uhr 
eine Frist, gleichzeitig wurde der deutsche Militarattache beauf- 
tragt, die Starke des deutschen Aufmarsches offiziell dem Bundes- 
prasidenten Miklas bekanntzugeben. Es ist uns klar geworden, 
dass wir in diesen Stunden die Aktion durchziehen miissen oder 
es wird geschehen, aber es ware in Wien die Situation nicht mehr 
zu halten gewesen. Wir hatten in dieser Nacht gegen den schwarz- 
roten Mob zu kampfen gehabt. Wir haben uns beraten und den 
Entschluss gefasst, selbst in das Bundeskanzleramt zu fahren. 
Globus und ich, Miihlmann als unser Kurier, fuhren in das Bundes- 
kanzleramt. Im II. Stock in 

der 

— Blatt 15 — 

der Saulenhalle war Glaise und Seys. Ich fragte, wie steht es, und 
Glaise sagte, es sei nichts mehr zu machen. Miklas weigere sich, 
die Verhandlungen waren abgebrochen worden. Seys war fertig. 
Da sah ich auch ein. Er sagte, er miisse sich erholen, auf kurze 
Zeit nach Hause. Wahrend wir sprachen, kam Zernatto aus dem 
Zimmer Schuschniggs. Ich hatte 2 Mai Besprechungen mit Zernatto 
und kannte ihn. In diesem Bewusstsein der schwierigen Situation 
sagte ich ihm meine Meinung, dass er verantwortlich sei am Burger- 
krieg, die Partei konne nicht zuriick. Ich mache ihn/verantwortlich 
fur das Ungliick. Zernatto war fertig und sagte, er wisse nicht, 
was ermachen konne. Er verliess das Haus. Wie ich spater erfuhr, 
vor allem durch sein Buch, hat Zernatto folgende Auffassung ge- 
wonnen: Er schreibt: als Globotschnig und Rainer um 5 Uhr das 
Bundeskanzleramt betreten hatten, wussten wir, dass der National- 
sozialismus nicht mehr aufzuhalten ist. Tatsachlich ist er nach 
Hause gefahren, hat Stockinger verstandigt, Reisegeld eingesteckt, 
die Witwe Dollfuss mitgenommen und uber Pressburg als erster 
Fliichtling abgehauen. Globus und ich wollten mit Miklas sprechen 
und er wollte keinen Nationalsozialisten empfangen. Der Aussen- 
minister kam und ich sagte, ermiisse dafiir sorgen, dass das 
Kabenett mit Seys umgebildet werden miisse. Er begab sich zu 



32 



4005-PS 



Schuschnigg und bald daraufkam Kepler mit Sonderflugzeug aus 
Berlin mit dem Auftrag, die Regierungstaildung Seys weiterzu- 
treiben. . Kepler kam und ich erinnere mich gut, wie er herauf- 
kam und sagte: Na, wie steht es mit der Regierung Seys-Inquart?" 
„Wir sind noch nicht so weit". 

Und dann Kepler wird Aussenminister, Reinthaler wird das, 

Goring hat diese Wiinsche Globus und ich hatten schon eine 

leise Wut „ Wir sind noch nicht so weit". Er ging dann zu Miklas 
und erklarte ihm den deutschen Aufmarsch. Smitz war auch drinnen 
und Kepler liess sich das Dreinreden nicht gefallen. Er schrie Smitz 
an mit dem Ergebnis, dass Smitz wortlos bei der Tiir hinausging 
und bereits innerlich kapitulierte. Er hatte nichts 1 mehr der kom- 
menden Flut entgegenzustellen. 

Inzwischen war die Situation die: auf den Strassen immer mehr 
Menschen. Wir wussten, dass inzwischen in den ganzen Stadten 
und Dorfern Osterreichs die Fakelztige, die Demonstrationen sich 
.zu bilden begannen. Auch in Wien war die Strasse voll. Viele 
Hakenkreuzarmbinden waren zu sehen. Die Machtiibernahme in 
den Strassen war im vollem Gange. Es wurde 7 Uhr. Um 7 Uhr 
war es soweit, dass nach einem letzten Versuch, mit Miklas zu ver- 
handeln, 

dieser 

~- Biickseite — 

dieser erklarte, er konne nicht einen Nationalsozialisten zum Bundes- 
kanzler bestellen , „Gotthelfe mir !" . Nun war die Situation im Bun- 
deskanzleramt bedrohlich gewdrden. Es war besetzt mit Garde und 
Polizei. Wir waren eine ganz kleine Gruppe illegaler Nazi, eigentlich 
nur Globus und ich. Noch einige Leute des Zwischenfeldes, Seys, 
Glaise und Miihlmann, Kepler mit Kasemeier. Um V2 8 Uhr sagte 
Kepler:/ — ich sagte : — jetzt marschiert die deutsche Wehrmacht. 

Kepler sagte, die deutsche Wehrmacht marschiert ja gar nicht! ja, 
das Ultimatum ist abgelaufen. Nein, sagte Kepler, es ist nicht so 
weit. Wir miissen dem Fiihrer den Vorwand schaffen zum Ein- 
marschieren. Wir miissen zu irgend welchen Aktionen schreiten. Ich 
sagte: Wir miissen den Moment, in dem die Regierung glaubt, es 
wird marschiert, ausniitzen, um zu handeln und sagte, ich gebe den 
Befehl zur Machtiibernahme. 
Kepler sagte, Sie konnen das nicht machen. 

Ich sagte: Klausner wird mir die Genehmigung geben. Sie sind nicht 
massgebend, Sie haben nichts zu kommandieren. 
Globus musste zuriickbleiben. Ich' und Kasemeier fuhren weg. 
Globus hat sich des Telefons bemachtigt und hat dauernd das Telefon 
des Bundeskanzlers mitbeniitzt und stand mit unseren Parteidienst- 
stellen draussen in Verbindung. Inzwischen war Seys gekommen und 



33 



4005-PS 

Glaise und fuhrten. dauernd die politischen Besprechungen unter 
dem Druck des deutschen Einmarsches weiter. In unserem Quartier 
fanden wir die Fiihrer der Formationen. 

— Seite 33') — 

in hochster Spannung vor. Wir haben unsere Befehlssstelle in der 
Mitte der Stadt bezogen. Klausner und Jury sind audi dort ein- 
getroffen. Den gesicherten Platz, den er als Feldherr einnehmen 
musste, hatte er verlassen und in diesem Augenblick hing alles von 
Klausner ab. 

Ich habe ihm die Situation geschildert und ihn um den Befehl zum 
Losschlagen gebeten. Diesen gab er. Ich habe den Befehl an die Gau- 
leitung niedergelegt u d durch Mohrenschild mit einer unerhorten 
Klarheit und Ruhe telefonisch durchgegeben: 

1 .Befehl: Um die Ruhe und Sicherheit aufrecht zu erhalten, hat 
angesichts der Demmissionierung Schuschniggs und Fehlens einer 
legalen Regierung der Fiihrer der Nationalsozialisten, dem Klausner, 
dem Minister Seys-Inquard den Befehl erteilt, die Regierung durch- 
zufiihren, und er-teilte im Einvernehmen mit Seys den Befehl an 
alle Parteigliederungen, die Macht zu iibernehmen. 

Dieser 1. Befehl ging ab um 8 Uhr abends. Inzwischen war ein ein- 
ziger Gau zur Machtiibernahme geschritten, K a r n t e n ! Sucher hat 
damals nur die Bitte an Pawlowski gerichtet, ob er spater wieder 
Richter werden diirfe. Er mochte noch bitten, am nachsten Tage nach 
Wien telefonieren zu durfen, um von Schuschnigg die Bestatigung 
zu bekommen. 

In Wien wurden ebenfalls Aktionen gestartet. Mit Lukesch und 
Kaltenbrunner wurden die SA- und SS-Einsatze besprochen. 
Im Bundeskanzleramt konnten wir nur weiterkommen, wenn wir es 
in die Hand bekommen. Bei dieser gesamten Aktion haben wir 
immer wieder den 25.Juli vor Augen gehabt, damit wir gewisse 
Fehler und Ungliicksfalle, die wir damals hatten, vermeiden miissen. 
Ich fragte Lukesch: Wieviel Mann konnen Sie mobilisieren? „6.000 
Mann konnen binnen einer halben Stunde marschieren. Kalten- 
brunner konnte 500 Mann SS organisieren. Diese mussten auf das 
Bundeskanzleramt marschieren. Der Widerstand der Wache musste 
durch Verbriiderung gebrochen werden. Sie miissen das Bundes- 
kanzleramt holen. 50 Mann SS, davon viele der Manner vom 25.Juli, 
unter Fiihrung von Rinner haben den Befehl erhalten, die Besetzung 
des Gebaudes vorzunehmen. 



*) bis hierher (einschl. Riickseite von Blatt 15) Blattnumerierung, ab — 33 — 
(Numerierungsfehler im Org) Seitennuraerierung 



34 



4005-PS 



— Seite 34 — 

Weitere Befehle zur Ubernahme der Vaterlandischen Front, Wirt- 
schaftsbetriebe, E-Werk, staatliche Stellen, Rathaus. Oberst Angelis, 
damals Vertrauensmann zwischen Partei und Wehrmacht, erhielt den 
Befehl, das Heeresministerium zu nehmen. 

Jm Zuge der Machtubernahme ergab es sich lustig: Die Hitler jugend 
haben wir aufgeboten mit dem Befehl, auf der Strasse im Rahmen 
der Verbriiderung Stimmung zu machen. Schoas, der die HJ fiihrte, 
erzahlte spater, dass er den Befehl herausgegeben hat, dass die Ver- 
briiderung auch so weit ginge, dass die Madel den Polizisten um den 
Hals fielen. Es ist dann die ganze innere Stadt angefiillt mit Men- 
schen und in alien iibrigen Bundeslandern war es genau so. Die 
Freudenkundgebungen sind gestiegen. Inzwischen war die letzte 
Schuschnigg-Rede, die dann endete, mit dem Lied „Rosen aus Tirol", 
dann sprach Seyss, denn es wartete alles auf die Bekanntgabe der 
neuen Regierung. Es war i U 9 Uhr, da hat Globus aus dem Amte in 
der Seizergasse angerufen. Wir konnen einfach nicht weiter. 

Klausner, Jury und ich und Kasemeier kamen zum Bundeskanzler- 
amt, das war verschlossen. Wir klopften, ein Polizist machte auf. 
Wer ist da ? Im Auftrage von Seyss wollten wir hinein. Riickfrage 

— dann kam einer, fiihrte uns hinten irgendwo durch und dort war 
alles bis auf die Zahne bewaffnet. 

Im Hofe waren Maschinengewehre. Sie wollten einen neuen Uberfall 
wie am 25.7.verhindern. Wir wurden hinaufgebracht, oben war die 
gleiche Situation wie zuvor. Seyss zuckte die Achseln. Es ist nichts 
zu machen. Ich erzahlte davon: Inzwischen hatten wir eingeleitet 
Aufmarsch von 6.000 SA-Mannern usw. Seyss ging hinaus zum 
Bundesprasidenten und berichtete ihm dies. Inzwischen sind die 
Meldungen der Machtubernahme eingelangt. Inzwischen sind aber 
alle Telefongesprache iiber Globus geleitet worden. 

Die Nazi im Bundeskanzleramt haben sich schon organisiert, der 
Herr des Hauses war Globus, besetzt war das Haus von Polizisten, 
um das Haus SA, SS, im Hause waren wir, die handelten und die 
osterr. Regierung, die nicht handelte. Gehandelt haben wir. Bis 
1 Uhr nachts hat Ludwig und sein Kompagnon die Hilferufe nach 
Paris gefunkt. Wir stellten dies dann ein, indem wir ihm 2 baum- 
lange SS-Manner in das Zimmer stellten. 

— Seite 35 — 

Die Verhandlungen gingen zah weiter. Es war mir aber klar, wenn 
Herr Miklas darauf kommt, dass das Reich nicht marschiert, dann 
kann die Situation kritsch werden. Solange er das nicht weiss, steht 



35 



4005-PS 



er unter dem Eindruck: liber die Grenze rollt die deutsche Lawine. 
Wenn dieser Augenblick gekommen ist, mussten wir in der Lage 
sein, eine Nationalsozialistische Regierung zu proklamieren. 
Ich liess mir eine Maschine holen, ich schrieb also wieder selbst. Ich 
habe gefragt, ob jemand hier ist, der von einer Regierungsbildung 
etwas versteht. Riemer meldete sich, er arbeitete schon langere Zeit 
illegal bei uns mit. Ich habe mich auf einen Diwan gesetzt und der 
Tisch war so hoch, dass ich mit Schrecken daran zuriickdenke. Auf 
die eine Seite setzte sich Seiss, auf der anderen Seite war Keppler, 
dann Klausner und Globus und es wurde die Regierung Seiss- 
Inquart gebildet. Neben uns stand ein Telefon, an dem war Jury 
und er hatte damit eine Verbindung mit der von uns besetzten 
Ravag mit der Weisung, die Notiz von der provisorischen Regie- 
rungsumbildung am Rundfunk durchzusagen und das musste 
gemacht werden, um sofort eine legale Regierung zu besitzen. Die 
ware jedenfalls vom Bundeskanzleramt legal proklamiert worden. 
Wir mussten aber noch etwas zuwarten. Wir haben diese Regierung, 
die die war, die von Miklas 3 Stunden spater u terschrieben wurde, 
festgelegt. Inzwischen habe ich in der Seizergasse telefoniert und 
gesagt, ein Fakelzug muss organisiert werden. Dieser marschierte 
los. Ich habe Auftrag gegeben: Die kommenden Regierungsmitglie- 
der musseji kommen ! Sie kamen. 

Dann kam ein Polizist und sagte: Es ist drunten einer mit einer 
Hakenkreuzarmbinde, der habe Befehl, das Bundeskanzleramt zu 
besetzen. Es war Rinner mit 50 Mann SS. Es war der erste Nazi in 
dieser Nacht, den ich mit einer Hakenkreuzarmbinde im Bundes- 
kanzleramt gesehen habe. Seys gab die Erlaubnis, dass diese Manner 
in das Bundeskanzleramt einzulassen waren. Das war genug, Globus 
holte sie,herauf. Inzwischen kamen Meldungen aus der Provinz. 
Zum Teil Anfragen. Wintersteiger ist in Salzburg zu Herrn Rehrl 
gegangen und hat die Machtiibernahme verlangt. Rehrl sagte, er 
musse nachfragen. Im Bundeskanzleramt fragte er: Zu mir kommt 
ein Individium namens Wintersteiger und verlangt unter Berufung 
auf einen Befehl des Bundeskanzlers Seys-Inquart die Ubernahme 
der Regierungsgewalt. Am anderen Ende der Leitung war Globus. 
Der sagte: Fahren Sie ab so schnell wie moglich! Das hat Rehrl 
befolgt und Wintersteiger ubernahm die Macht. So ahnlich ging es 
in alien 

— seite 36 — 

Hauptstadten zu. Auch in Wien war inzwischen die Machtiibernahme 
durch die revolutionare Bewegung vollzogen. 

Wir spielten im Bundeskanzleramt die nationalen Marsche. Ich habe 
inzwischen gemeinsam mit Klausner den Aufruf konzipiert, der 
nach der Regierungsverkundigung verkiindet werden sollte, und die 



36 



4005-PS 



Verhandlungen wurden von Seiss weiter gefuhrt. Es ging einmal die 
Tiire auf und es kam ein baumlanger Gardist mit Bier und Selters- 
flaschen und Schinkensemmeln, die fiir uns bestimmt waren. Das 
war das erste Zeichen, dass wir an die Macht kamen. 

Noch waren wir nicht durch. Endlich, es gin schon gegen 12 Uhr, 
hat Miklasunter dem Druck der bereits vollzogenen Machtiibernahme 
in ganz -Osterreich durch die NSDAP die Demission Schuschniggs 
zur Kenntnis genommen, hat aber Seiss noch immer nicht zum Bun- 
deskanzler ernannt, sondern inn mit der Fortfuhrung der Geschafte 
der Bundesfiihrung betraut. Seiss verkundete uns dies. Nach dem 
§ 84 usw, der Verfassung war dies moglich. Wir lasen, was dies 
bedeutete. Das war eine derartige Regierung, die zu jeder Regie- 
rungshandlung der Gegenzeichnung des Bundesprasidenten bedarf. 
Mit dieser Regierung ist nichts anzufangen. Wir miissen zwar 
zufrieden sein. Wir haben also eine zweite Regierung gebildet nach 
Art.84 der Bundesverfassung. Da gab es juristische Schweirigkeiten. 
Seiss musste also weiter verhandeln. Himmler hatte inzwischen aus 
Miinschen angerufen, ob wir nicht schon bald fertig sein wurden, er 
mochte schon heruberfliegen. Wir sagten, er miisse noch warten. 
Klausner sprach, der Fakelzug stand vor dem Bundeskanzleramt. 
Die Manner der Regierung, Klausner, Seiss, traten auf den Balkon. 
Ich war. mitten in Besprechungen und Anweisungen. Globus kam: 
Friedel, Du musst auch auf den BaUkon! Ich musste mjt. Ich sagte: 
Ich habe keine Zeit, und bin wieder zuriick. 

Wir haben weiter gearbeitet und dann — es war schon nach Mitter- 
nacht — kam Seiss und sagte: Ich bin zum Bundeskanzler ernannt. 
Ich soil eine Liste der Regierungsmitglieder vorlegen. So schrieben 
wir die dritte Liste der Regierung Seiss-Inquart. Miklas erannte 
Klausner und Kaltenbrunner nicht und weigerte sich, diese Manner 
in die Regierung zu berufen. Wir telefonierten Himmler, er konne 
starten. Ich sagte, was Miklas macht, ist gleich, wir brauchen die 
Unterschrift. So kam es zur Unterschrift. Globus sagte: Wir miissen 
auf den Flughafen, Himmler kommt. Seiss war abgekampft, fahr 
nach Hause. Klausner war der Fuhrer der Partei und wir fuhren 
zum Flughafen. Da hatten wir folgendes Intermezzo: 

— SeitQ 37 — 

Als wir im Hofe des Bundeskanzleramtes in ein Auto einstiegen, 
war Skubl noch drinnen, der sich bei Himmler melden muss. 
Draussen war die ganze Strasse dick von Nationalsozialisten. Die 
haben das Wegfahren von Autos festgestellt. Nun war ein Auto 
mit Klausner, eines mit Kaltenbrunner, nun ein Auto mit uns. 
Plotzlich wird es mir siedendheiss, da sitzt Skubl drinnen, mich und 
Globus kennt niemand, aber Skubl kennen alle. Wenn die den 
Skubl sehen, da kann es schon ausgehen, da konnen wir am Ende 



37 



4005-PS 



von den eigenen Leuten erschlagen werden. Skubl hat sich aber 
ganz tief in den Wagen gedriickt. So kamen wir auf das Flugfeld 
und dort sind wir herumgesessen. Aufgeregte Stimmung, die man 
nicht vergisst, wenn man sie mitmacht. Die SA von Aspern war 
bereits angetreten in fiirchterlichem Zivil, sah fiirchterlich aus. 
Skubl war so fertig, er legte sich in einem Dienstzimmer hin. Wir 
sassen in der Restauration. Kasemeier brachte einen Kranz 
Cervelade. Fur mich war dies der erste Bissen, denn im Bundes- 
kanzleramt hatte ich von den Schinkensemmeln nicht gegessen, weil 
ich keine Zeit hatte. Dann hiess es, er kommt, Himmler. Im letzten 
Augenblick wurde Skubl geweckt. In der Halle des Flughafens 
stand SA und die Manner des Fiihrers und Reichsfiihrers bauten 
sich draussen auf. Dann stiegen aus dem Flugzeug SS-Fuhrer, die 
wir anstarrten, Manner mit Maschinenpistolen, die sich um das 
Flugzeug stellten, schussbereit. 

Sie hatten keine Ahnung, wie es war. Himmler sah aber gleich, was 
los war. Wir erstatteten Meldung, dann sind wir hinein in den 
Flughafen. Klausner ist mit Himmler in die Stadt gefahren, in das 
Hotel Astoria, wo das Quartier war. Globus sagte zu mir: Da sind 
noch einige SS-MSnner, die konnen mit Dir fahren. Dann hatten 
wir selbst keinen Wagen mehr. Globus und ich waren ganz allein. 
Wie kommen wir also in die Stadt? Strassenbahn verkehrte noch 
nicht. Globus hangte sich den Telefonapparat um, um 6 Uhr hatte 
er glucklich eine Taxe erwischt. Wir setzten uns hinein, fuhren in 
unser Quartier, schliefen eine Stunde und in der Friih sind wir beide 
in unsere Dienststelle gefahren. Da habe ich nun gesehen: Auf den 
Strassen Menschen, Hakenkreuzbinden an den Armen, glucklich, die 
zerschlagenen Schilder der Vaterlandischen Front. Zeitungen 
wurden verkauft. Ich kaufte mir eine Zeitung, aus der ich die 
Ergebnisse aus den Bundeshauptstadten las, und begriff erst, was 
hier vorgegangen war. Den ganzeri vorigen Tag waren wir so im 
Kampf gewesen und klaren Kopf behalten. Eiskalt mussten wir 
abwarten, operieren. 

— Seite 38 — 

Ich konnte daher nur mit dieser Aufgabe beschaftigt sein. Ich 
konnte mir nicht iiberlegen die Grosse der Zeit. All das, um das 
wir seit Jahren gerungen haben, dass wir all dies erreichten, dass 
alle Kampfe voriiber sind, war so unbegreiflich. Ich habe buchstab- 
lich das das Ergebnis am nachsten Tag aus der Zeitung gelesen 
und hatte Miihe, die Zahne zusammenzubeissen und die Ruhrung 
zu iiberbriicken. Damit war auch der Kampf der Partei zu Ende. 
Am gleichen Tag kam der Fiihrer. Klausner bekam den Befehl, sich 
beim Fiihrer zu melden in Linz. Wir bekamen von Klausner den 
Befehl, mit dem Flugzeug nachzukommen. Mit einer Militarstaffel 



38 



4005-PS 



sind wir nach Linz geflogen und konnten uns beim Fiihrer melden, 
seinen Handedruck empfangen, sind dann wieder nach Wien zuriick 
und waren dabei, als der Fiihrer am zweiten Tage, von St.Polten 
kommend, nach Wien gekommen ist und die grosste Vollzugs- 
meldung von der deutschen Geschichte abgestattet hat. 

Darnit war der Kampf der Partei um die Macht in Osterreich zu 
Ende. 



Fiir die Richtigkeit. 2 ) 
Klagenfurt, den 2 ) 

Unterschrift. 2 ) 



DOCUMENT 4006-PS 

SPEER'S AND SAUCKEL'S DECREES, 1 DECEMBER 1942 AND 22 JUNE 
1944, DELIMITING THEIR RESPECTIVE SPHERES OF ACTIVITY (EX- 
HIBIT USA-902) 



BESCHREIBUNG: 

die gedruckten „Nachrichten . . . ." sind von Nr. 1 vom 31.Marz 1942 bis Nr.51 
vom 10. Januar 1945 in einem griinen Schnellhefter abgeheftet I jede Nummer 
der „Nachrichten . . . ." tragt o den Vm (dr, rot): „Vertraulich !" I W von 
zwei Erlassen 



ins: Nachrichten des Reichsministers fiir Bewaffnung und Munition (ab Sep- 
tember 1943: fiir Riistung und Kriegsproduktion) Nummer 16/1942 vora 
16. Dezember 1942, Seite 169 bis 171: 

Vertraulich! 

Der Reichsminister 
fiir Bewaffnung und Munition 

Der Generalbevollmachtigte 

fiir Riistungsaufgaben Berlin, den 1. Dezember 1942 

im Vierjahresplan 
G. Z.: 9077-168/1 

Der Generalbevollmachtigte 
fur den Arbeitseinsatz 
G. Z. :5550/850 



: ) „Fur die Richtigkeit. Klagenfurt, den Unterschrift." durch zwei Bleistift- 
striche schrag durchstrichen 



39 



4006-PS 



An die Vorsitzer der 
Riistungskommissionen, Riistungsinspekteure und 
Riistungskommandeure 

An die Herren Prasidenten der Landesarbeitsamter 
und Leiter der Arbeitsamter 

BetrifEt: Zusammenarbeit im Arbeitseinsatz fiir die Riistung 

Piir die restlose und termingerechte Erfiillung der Forderungen 
auf dem Gebiete der Riistung ist unerlaBliche Voraussetzung, daB 
alle beteiligten Stellen auf das engste und verstandnisvollste zusam- 
menarbeiten. 

Nachdem dieser Notwendigkeit durch die Bildung von Riistungs- 
kommissionen aus den mit Aufgaben der Riistungsv/irtschaft 
befaBten Behorden und Dienststellen und auf Grund des Erlasses 
des Reichsmarschalls des Grofideutschen Reiches vom 17.9.1942 
organisatorisch bereits Rechnung getragen worden ist, wird fiir die 
Zusammenarbeit der Dienststellen des Reichsministers fiir Bewaff- 
nung und Munition und der Dienststellen des Generalbevollmachtig- 
ten fiir den, Arbeitseinsatz Nachstehendes festgelegt: 

I. Zentrale Aufgaben 

Bei der Zusammenarbeit ist von folgenden Voraussetzungen 
auszugehen: 

1. Entsprechend seiner Gesamtverantwortung fiir den Ablauf der 
Riistung entscheidet in alien Fragen der Rangfolge von Riistungs- 
aufgaben und der Dringlichkeit der arbeitseinsatzmaBigen Ver- 
sorgung der Riistungsprogramme allein der Reichsminister fiir 
Bewaffnung und Munition. 

2. Soweit nicht bereits in der „Zentralen Planung" unter Betei- 
ligung des GBA. Rahmenkontingente fur die Zuweisung von 
Arbeitskraften fiir die einzelnen Riistungsprogramme festgelegt 
worden sind, werden diese von ihm ermittelt und dem GBA. 
unter 

— Seite 2 — 

gleichzeitiger Zustellung von Listen der an dem Programm be- 
teiligten Betriebe mitgeteilt. In besonderen Fallen werden auch 
zentral ermittelte Zuweisungszahlen fiir einzelne Betriebe iiber- 
mittelt (Rotzettelverfahren). 

3. Die Aufgaben der Dienststellen des Reichsministers fiir Bewaff- 
nung und Munition im Sinne dieses Erlasses erstreckt sich neben 
dem vom Reichsminister fiir Bewaffnung und Munition gesteuer- 
ten Fuhrerprogramm auf folgende Betriebsgruppen: 



40 



4006-PS 

wehrmachtbetreute Betriebe, 

Werkzeugmaschinen-, Werkzeug- und Lehrenindustrie, 

Lok-, Wagenbau und Reparaturbetriebe der Reichsbah^ 

Kraftfahrzeugdndustrie, 

Handelsschiffbaubetriebe, 

Mineralolforderung, 

Treibstoff-, Pulver- und Sprengstofferzeugungsstatten, 

Betriebe des chemischen Erzeugungsplans, 

Zu- und Unterliefererbetriebe der vorgenannten Betriebs- 

gruppen. 

Soweit die obengenannten Betriebe sich nicht in Wehrmacht- 
betreuung befinden, sind die jeweils betreuenden Dienststellen 
einzuschalten. 

4. Die Bereitstellung und Lenkung der Arbeitskrafte entsprechend 
den vom Reichsminister fiir Bewaffhung und Munition festgeleg- 
ten Erfordernissen der Riistungswirtschaft erfolgt vom GBA. im 
Rahmen seiner Verantwortung fiir den gesamten Arbeitseinsatz. 

5. Der Generalbevollmachtigte fiir den Arbeitseinsatz erlaBt die 
erforderlichen Anweisungen an seine nachgeordneten Dienst- 
stellen fiir die Durchfiihrung des Arbeitseinsatzes und steuert die 
zur Verfiigung stehenden Krafte unter Beriicksichtigung der 
unterschiedlichen Belastung der einzelnen Bezirke mit Riistungs- 
aufgaben und sonstigen kriegswichtigen Aufgaben. 

II. Regionale Aufgaben. 

1. Die Vorsitzer der Riistungskommission entscheiden in alien 
Fragen der Dringlichkeitsfolge im Bereich der Riistung, die 
regional auftreten. 

2. Sie entscheiden im Benehmen mit den Prasidenten der Landes- 
arbeitsamter uber die ZweckmaBigkeit und Notwendigkeit 
uberbetriebricher Uimsetzungeri 

— Seite 3 — 

innerhalb der gleichen Wehrmachtfertigung, die vom Wehr- 
machtsteil beantragt werden. Derartige Umsetzungen sind in der 
Reg el nur zuzulassen, wenn dadurch kein Wohnungswechsel der 
Arbeitskrafte erforderlich wird. Diese Einschrankung gilt nicht. 
fiir Schliisselkrafte, die auf Antrag eines Ausschusses oder 
Ringes oder der betreuenden Dienststelle in gleichen Fertigungen 
bei Betrieben mit anderem Standort vorubergehend eingesetzt 
werden mussen. Uber solche Antrage entscheidet bei Umsetzung 
innerhalb eines Riistungskommissionsbezirkes der Vorsitzer, bei 
iiberbetrieblichen Umsetzungen das Riistungsamt. 

Umsetzungen sind antragsgemaB von den Dienststellen durch- 
zufiihren. 



41 



4006-PS 



3. Die Riistungsdienststellen werden ferner maBgeblich beteiligt, 
soweit durch MaBnahmen der Einsatzdienststellen der Ablauf der 
betrieblichen Riistungsfertigungen wesentlich beriihrt wird und 
soweit durch ihre Einschaltung ein rationeller Einsatz der 
Arbeitskrafte in den Riistungsbetrieben gefordert werden kann 
(Absatz III, Ziff.2). 

4. Die bezirklichen Arbeitseinsatzdienststellen fiihren die Deckung 
des Riistungsbedarfs nach den Weisungen des GBA. durch. 

Sie priifen den bei ihnen von den Riistungsbetrieben anzu- 
meldenden normalen Bedarf, stimmen ihn mit den gegebenen- 
falls zentral aufgegebenen Bedarfszahlen ab und stellen einen 
Deckungsplan unter Beriicksichtigung aller ortlich zu gewin- 
nenden Arbeitsreserven auf. 

Sie geben den zentralen Stellen Kenntnis, soweit ein mit 
Listen aufgegebener Bedarf nach Art und H6he sich als unzu- 
treffend herausstellt oder wo der Eindruck entsteht, dafi Betriebe 
einer angeordneten Aufstockung der Belegschaft nicht Folge 
leisten. 

Uber den Einsatz der durch Senkung eines zentralen Auf- 
lagenbedarfs eingesparten Krafte zugunsten anderer Riistungs- 
betriebe mit vordringlichen Aufgaben entscheidet der Vorsitzer 
der Rustungskommission. 

Die Arbeitseinsatzdienststellen fiihren den unverziiglichen 
Einsatz der ortlich zur Verfiigung stehenden Krafte und der 
vom GBA. bereitgestellten Arbeitsreserven durch. 

— Seite 4 — 

5. Wo die Voraussetzungen dafiir gegeben sind, werden zahlen- 
maflig begrenzte innerbetiriebliche AusgleichsmaBnahmen wie 
iiberbetriebliche Umsetzungen zur Abdeckung besonders dring- 
lichen Bedarfs unmittelbar veranlaBt, wobei sichergestellt werden 
muB, daB der Abzug von Kraften im ersteren Fall die frist- 
gemaBe Abwicklung von Auftragen der Stufen Ii, II und III der 
Rangfolge (r die Zuweisung von Arbeitskraften vom 14. Aug. 
1942, im zweiten Fall audi der Rangstufe IV nicht gefahrdet. 

Bei Einspriichen von Betrieben oder betreuenden Dienst- 
stellen gegen derartige MaBnahmen entscheidet der Vorsitzer der 
Rustungskommission. 

III. Zusammenwirken 
in gemeinsamen Prufungsausschiussen. 

1. Fiir die Durchfiihrung von Einzelaufgaben, die fiir den Ablauf 
der Riistungsfertigung von besonderer Bedeutung sind, werden 
von dem Vorsitzer der Rustungskommission Pnifungsausschiisse 



42 



4006-PS 



gebildet. Ihre Leitung liegt in den Handen von Angehorigen der 
Einsatzverwaltung, die im Einvernehmen mit den Prasidenten 
der Landesarbeitsamter zu bestellen sind. 

2. Die Priifungsausschusse werden auf Anregung von Arbeitsein- 
satzdienststellen und betreuenden Dienststellen tatig 

a) bei der Priifung von groBeren zusatzlichen Bedarfsanforde- 
rungen und insbesondere, wenn gegen einen zentral 
aufgegebenen Bedarf Zweifel bestehen, 

b) bei der Priifung der Grundlagen fur innerbetriebliche 
AusgleichsmaBnahmen zur Andeckung groBeren Bedarfs, 

c) bei der Durchfiihrung von Auskamm-MaBnahmen, die infolge 
Dringlichkeitsschwankungen der Programme, Anderungen 
der Beschaftigungslage, insbesondere durch Riickziehung von 
Auftragen, Rohstoffmarigel, Energiemangel und durch Saison- 
schwankungen erforderlich werden, 

d) bei iiberbetrieblichen AusgleichsmaBnahmen zwecks Erziehung 
einer gesunden leistungsoptimalen Gefolgschaftsstruktur in 
alien Riistungsbetrieben (Durchsetzung angemessener Fach- 
arbeiteranteile, Auslanderanteile, Frauenanteile). 

3. Dem PrufunigsaiusschuB muB in jedem Falle ein Vertreter der 
Riistungsinspektion und der Arbeitseinsatzverwaltung angehoren. 
Er ist je nach der vorliegenden Aufgabe zu erganzen durch 
Hinzuziehung eines Vertreters des Wehrkreisbeauftrag- 

— Seite 5 — 

ten, des Riistungsobmanns und in besonderen Fallen durch 
Hinzuziehung von weiteren Sachverstandigen. 

4. Die Durchfiihrung von Priifungsaufgaben kann vom AusschuB 
einzelnen Mitgliedern iibertragen werden. 

5. Die Vorbereitung von Priifungen kann den ortlichen Arbeits- 
einsatzdienststellen iibertragen werden. 

6. Vorschlage des Priifungsausschusses auf Umsetzung von Kraften 
sind von den Arbeitseinsatzdienststellen durchzufiihren, wenn 
nicht innerhalb von 10 Tagen nach Bekanntgabe an den betrof- 
fenen Betrieb von diesem oder von der betreuenden Dienststelle 
Einspruch eingelegt wird. Fiir den Abzug von Arbeitskraften 
gilt die Einschrankung Abs. II Ziff. 5. 

7. Uber Einspriiche gegen die Vorschlage des Priifungsausschusses 
entscheidet der Vorsitzer der Riistungskommission. 

Zweif elsf alle, die regional nicht endgiiltig geklart werden konnen, 
sind den Zentraktellen vorzulegen, die dann ihrerseits ent- 
scheiden. Es wird von alien ibeteiligten Stellen erwartet, daB 
sie sich stets der GroBe und Dringlichkeit der gegenwartigen 
Riistungsaufgaben und der entscheidenden Bedeutung ihrer 



43 



4006-PS 



reibungslosen Durchfiihrung bewuBt bleiben und daB iiberall 
nur ein Wille besteht, 'in engster Kameradschaft alle noch 
kommenden Aufgaben restlos zu meistern. 

gez. S a u c k e 1 gez. S p e e r 

Nummer 40/1944 vora 21. Juli 1944, Seite 411 bis 412: 

Der Reichsminister Berlin, den 22.Juni 1944 

fiir 

Riistung und Kriegsproduktion 

Der Generalbevollmachtigte 
fiir den Arbeitseinsatz 

Gemeinschaftsarbeit des General- 
bevollmachtigten fur den Arbeits- 
einsatz und des Reichsministers fiir 
Riistung und Kriegsproduktion 

Der Reichsminister fiir Riistung und Kriegsproduktion und der 
Generalbevollmachtigte fiir den Arbeitseinsatz sind iibereingekom- 
men, eine noch engere Zusammenarbeit ihrer Dienststellen sicher- 
zustellen, um dadurch den erhohten Forderungen der Riistung und 
Kriegsproduktion auf alien Gebieten entsprechen zu konnen. 

Der Vorsitzer der Rustungskommission hat gemeinsam mit den 
Mitgliedern der Rustungskommission dafiir zu sorgen, daB alle 
hierfur erforderlichen MaBnahmen getroffen und mit den iibrigen 
Belangen der Riistung in Einklang gebracht werden. Fiir das 
Gebiet des Arbeitseinsatzes in der Riistung und Kriegsproduktion 
werden hierzu laufend gemeinsame Richtlinien des Reichsministers 
fiir Riistung und Kriegsproduktion und des Generalbevollmachtigten 
fiir den Arbeitseinsatz herausgegeben. 

Die fiir die gesamte Riistung und Kriegsproduktion zur Ver- 
fiigung stehenden Arbeitskrafte sind nach den Grundsatzen des 
rationellsten Arbeitseinsatzes auf Grund der zentral ergangenen 
Weisungen oder auf Grund von Entscheidungen des Vorsitzers der 
Rustungskommission einzusetzen. 

Der President des Gauarbeitsamts ist verpflichtet, die Entschei- 
dungen des Vorsitzers der Riistungskommission in alien Fallen 
der Bedarfspriifung, der Bedarfsanerkennung und der Umsetzung 
von Arbeitskraften ohne Aufschub durchzufiihren. In den Fal- 
len, in denen er glaubt, daB die getroffene Entscheidung aus 



44 



4006-PS 



grundsatzlicher Erwagung beztiglich des Arbeitseinsatzes unzweck- 
maBig ist, hat er dem Generalbevollmachtigten fiir den Arbeits- 
einsatz Mitteilung zu machen, die jedoch keine aufscblebende 
Wirkung gegeniiber der Entscheidung des Vorsitzers der Riistungs- 
kommission hat. 

Der Generalbevollmachtigte fiir den Arbedtseinsatz wird diese 
Falle an den Reichsminister fiir Rustung und Kriegsproduktion 
heranbringen und eine Entscheidung herbeifuhren. 

Der. Reichsminister fiir Rustung und 
Kriegsproduktion 
gez. S p e e r 

Der Generalbevollmachtigte f. den Arbeitseinsatz 
gez. S a u c k e 1 



DOCUMENT 4009-PS 

LETTER FROM THE EDITOR OF "THE SA-MAN" TO ROSENBERG, 
21 APRIL 1938, ASKING HIM TO WRITE AN ARTICLE FOR THE JU- 
BILEE EDITION OF THE PERIODICAL ON ITS 10TH ANNIVERSARY 
(EXHIBIT GB-614) 



BESCHREIBUNG: 

U Ti I Bk dr I unter Bk Stp schwarz: „Kanzlei Rosenberg Eing. Nr.1169 
(Zeichen unl) am 23.APR. 38, 8a/E", Zahlen mit Ti eingefugt 



Der Pressereferent 
der Obersten SA.-Fiihrung 

und Hauptschriftleitung Miinchen, am 21. April 1938 

„Der SA.-Mann" AinmillerstraBe 39 

Reichsleiter 
Alfred Rosenberg, 

Berlin 

Reichsleiter! 

Die Zeitschrift „Der SA-Mann" kann in diesen Tagen auf ein 
10 jahriges Bestehen zuriickblicken. Dies ist fiir uns 1 der Anlass 
eine verstarkte Folge mit dem Datum des 15. Mai herauszu- 
bringen. Da Sie mir, sehr geehrter Reichsleiter, anlasslich des 



45 



4009-PS 



Empfangs des Kulturkreises der SA einen Beitrag fur unser 
Kampfblatt in Aussicht stellten, erlaube ich mir hiermit noch- 

*) mals die Bitte vorzutragen, uns fur diese Jubilaumsausgabe 
einen Artikel, etwa iiber das Thema „ Weltanschauung und 
Kampfblatt" oder ahnliches zur Verfiigung zu stellen. 
Ich hoffe gerne, dass Sie unserem Wunsche entsprechen und ich 
bin der festen Uberzeugung, dass gerade ein Beitrag aus Ihrer 
Feder bei unseren ::-:: 750 000 Abonnenten 2 ) ::-:: mit beson- 
derer Begeisterung aufgenommen werden wiirde. 

3 ) Wenn der Beitrag bis zum ::-:: 8. Mai 4 ) ::-:: in unseren Handen 
ware, konnte fiir eine sorgfaltige Aufmachung entsprechend 
Sorge getragen werden. 

Ich darf Sie bitten, Reichsleiter, mir eine zusagende Antwort 
zukommen zu lassen. 

Heil Hitler! 

5 ) Korbel 

Obersturmbannfiihrer 



DOCUMENT 4011-PS 

THIRD REPORT BY THK SUPREME SA LEADERSHIP, 23 JUNE 1941, 
ON THE WORK DONE BY THE SA DURING THE WAR (EXHIBIT 
GB-596) 



BESCHREIBUNG: 
begl Phot I Bk dr 



Vertraulich 

DieObersteSA. - Fiihrung 1 ) Munchen, den....23.,..Juni 1941. 

Barer StraBe 7—11 
Sammelruf: 5 47 91 

Dritter Bericht iiber die Tatigkeit der SA 
i m K r i e g e. 

1.) Die gesamte Arbeit der SA ist von Anbeginn des Krieges nur 
auf das eine vom Fiihrer bestimmte Ziel abgestellt, den Krieg 



1 ) 1 vor den vier letzten Z'en von Abs 1 Randstrich (Kop) 

2 ) Wort und Zahl dreimal unterstrichen (Blei) 

3 ) 1 am Rande: 13 (Blau, doppelt unterstrichen) 

4 ) Datum zweimal unterstrichen (Kop) 

5 ) in Ecke 1: Artikel am 14/5. an Korbel (Ti) 

J ) iiber „Die Oberste SA.-Fiihrung" hs: „Nach Kenntnis an das Amt Rosenberg 
zuriick."; 1 n Ub schriig hs: „Dr Meyer" 



46 



4011-PS 



bis zur letzten Entscheidung durchzufuhren. Der SA-Mann an 
der Front und im Hinterlande, sowie die Millionen Freiwilliger 
in den SA-Kriegswehrmannschaften wissen, daB der Krieg von 
Deutschland gewonnen wird. Die Frage der Dauer des Krieges 
Sndert nichts an dem unbeugsamen Siegeswillen. Audi die 
Erkenntnis ist Allgemeingut, daB der Fiihrer militarische Opera- 
tionen nur nach eingehendster Vorbereitung und zu einer Zeit 
durchfiihren laBt, wo sie aller Voraussicht nach ein MindestmaB 
von Opfern deutschen Blutes verursachen. 

2.) Die Stimmung bei den SA-Mannern, den Freiwilligen der SA- 
Wehrmannschaften und audi bei den Frauen von den im Felde 
stehenden SA-Mannern wird offenkundig in ungezahlten Briefen, 
die Front und Heimat wechseln und die durch die Betreuungs- 
dienststellen der SA zur Kenntnis der Obersten SA-Fiihrung 

2 ) gelangen. Diese Brief e zeigen, wie ganz anders das deutsche 
Volk in diesem Kriege steht im Vergleich zu seiner Haltung in 
den Jahren des Weltkrieges. 

Ein unerscMtterlicher Glaube an die Kraft der deutschen Schick- 
salsgemeinschaft, an die Staatskunst und das Feldherrntum des 
Fiihrers, an die Fiihrung und Tapferkeit unserer Soldaten und 
an die iiberragende Wirksamkeit ihrer Waffen spricht aus 
jedem dieser z.T. in primitivster Ausdrucksform abgefassten 
Briefe. Audi bekunden sie, daB die Notwendigkeit von Ver- 
zichten und Einschrankungen, von Opfern und hochster An- 
spannung aller Arbeitskrafte, wie es der Existenzkampf der 
deutschen Nation verlangt, durchaus erkannt ist. 

— Seite 2 — 

3.) Die SA in derWehrmacht. 

Nahezu alle waffenfahigen Manner der SA, soweit sie nicht in 
kriegswichtigen Betrieben verbleiben miissen, stehen im Heer, 
in der Luftwaffe Oder bei der Kriegsmarine, und zwar iiber- 
wiegend bei fechtenden Truppen; zur Zeit sind dies 789 685, in 
einzelnen Gruppen bis zu 65 °/o. Vom SA-Fuhrerkorps sind 
80 °/o, unter diesen 95 °/o aller Standartenfiihrer, eingeriickt und 
haben von Anbeginn an den Kampfen teilgenommen. 

Der groBte Teil der „Standarte Feldherrnhalle" ist Fallschirm- 
jager; die „Standarte" bildete mit den Grundstock dieser Truppe. 
Ihre Leistungen und Erfolge bei den Kampfen im Westen, 
besonders in Holland, und auf Kreta stehen geschichtlich fest. 



2 ) am Rand hs: „zdA.' 



47 



4011-FS 



Der Rest der „Standarte Feldherrnhalle" ist als Inf. Batl. im 
Rahmen einer Inf. Division zusammengefasst; dieses Batl. hat 
zunachst im Vorfeld bei Saarlautern erf olgreich gekampft, d ann 
d en Durchbruch dureh die Maginotlinie mit erzwungen, jetzt 
kampft es im Osten. Der Fiihrer dieser Einheit im Frieden, 
SA-Standartenfuhrer Braun (Major d.R.), fiel in den Kampfen 
auf Kreta. Der erste Kriegs-Kommandeur des Batls., SA-Stan- 
dartenfiihrer Raben (Major d.R.) fiel beim Sturm auf die fran- 
zosisdie Bunkerlmie. Sein Nachfolger ist der aus der SA 
hervorgegangene Major Bohme (Inhaber des Ritterkreuzes des 
E.K.). 

Die „Standarte" hat ihrem stolzen Namen Ehre gemacht. — Der 
Anteil der Verluste der SA an den Gesamtverlusten ist hoher 
als der Anteil der zur Truppe eingeriickten SA-Manner an der 
Gesamtstarke der fechtenden Truppen und audi hoher als der 
Prozentsatz der Verluste an deutschen Manner iiberhaupt. 
Bis 25.5.1941, also etwa ein Monat vor Beginn des Feldzuges im 
Osten, waren als gefallen gemeldet 9 445 SA-Manner, darunter 

6 Obergruppenfiihrer bezw. Gruppenfiihrer, 5 Brigadefiihrer, 

7 Oberfiihrer und 14 Standartenfuhrer. 

An Auszeichnungen, die auf die SA entfallen, konnten bisher 
festgestellt werden 

21 Ritterkreuze des E.K. 
31 125 EK. II und EK. I. . 

— Seite 3 — 

Auf Kriegs- bezw. Hilfskriegsschiffen wurden etwa 40°/o der 
Bemannung mit dem EK. ausgezeiehnet; von den auf den gleichen 
Schiffen eingesetzten SA-Mannern erhielten 72 bezw. 75°/o das 
EK. — 

Von den beiden ersten Inf.-Sturmabzeichen, die verliehen werden 
konnten, erhielt eines ein SA-Mann. — 

Wegen guter Leistungen im Waffendienst wurden wahrend des 
Krieges bisher rund 120 000 SA-Manner zu Offizieren bezw. 
Unteroffizieren befordert. 

Zahlreich sind die Zuschriften von Truppenkommandeuren, die 
zur SA bisher keine Beziehungen hatten, an den Stabschef und 
die Oberste SA-Fiihrung uber die Haltung der SA-Manner bei 
der kampfenden Truppe. Diese Zuschriften besagen, daB die 
SA-Manner zusammen mit dem Fiihrerkorps der aktiven Truppe 
das Riickgrat der Formationen im Gefecht gebildet haben. 

Audi liber SA-Manner im einzelnen geben solche Zuschriften 
AufschluB. 



48 



40U-PS 



Ein der SA fernstehender Batlns.-Fiihrer (Hptm.K.) z.B. schreibt 
unter dem 9.2.1941 u. a. an die Oberste SA-Fiihrung: 
„Beim Scheiden von meinem Bataillon ist es mir Herzens- 
bedurfnis der Obersten SA-Fuhrung ganz privat von einem 
vorbildlichen SA-Mann zu berichten. Es ist Standartenfiihrer 
Erich Schl. 

Als der Fiihrer am 25.8.1939 zu den Waffen rief, meldete sich 
auch Standartenfiihrer Schl. freiwillig und trat als Schutze in 
meine Kompanie ein. Ich kannte ihn nicht und wusste nichts 
von ihm. Schl. war Schutze 1 vom l.M.G. wie kein anderer, 
schon nach Tagen war er der geistige Fiihrer seiner Gruppe. 
Die Herzen aller Manner flogen ihm zu, er war das Vorbild 
eines deutschen Soldaten; vor allem widmete er sich von Anfang 
an in seiner Freizeit der geistigen Betreuung und der national- 
sozialistischen Erziehungsarbeit inherhalb der Kompanie. 
Wir standen am Westwall, wir marschierten in Polen. Nichts 
schenkte ich Schl. Je groBer seine #flichten, desto unermiidlicher 
arbeitete er. Schl. gehorten die Herzen den ganzen Kompanie. 

Seite 4 — 

Im Westen fiihrte Schl. als Feldwebel meinen 2. Zug. Spah- 
truppfiihrer, StoBtruppfiihrer, immer war er der Erste in der 
Kompanie. Sturm auf Fort Barchon; Schl. stellte vorbildlich 
seinen Mann trotz Verwundung. Ich habe mich gefreut, als ihm 
der Batl.Kommandeur das EK.II iiberreichte. Schl. wurde Leut- 
nant, heute ist er mem Adjutant. Mehr als 17 Monate stehen 
wir Seite an Seite im Kampf fur Fiihrer und Volk. Wir wurden 
Kameraden. Wohl ist es Pflicht eines jeden SA-Mannes so zu 
leben und so zu kampfen wie Schl. 
Er aber ist darin Vorbild." - - 

Solche Beurteilungen des einzelnen SA-Mannes liegen in groBer 
Zahl bei der Obersten SA-Fuhrung vor. Hier sollte nur eine 
von den zeitlich jiingsten angefiihrt werden. Sie alle aber geben 
in gleicher Weise AufschluB iiber die Haltung der SA-Manner 
bei der fechtenden Truppe. Wie im Jahre 1940 der Stabschef 
wiederholt Gelegenheit genommen hat, SA-Manner bei den Ein- 
heiten des Heeres und der Luftwaffe zu besuchen, so fiihrte ihn 
im Fruhjahr 1941 eine Reise zu den SA-Mannern, welche zur 
Kriegsmarine eingeriickt sind und in Holland, Belgien und 
Frankreich im Rahmen des Kiistenschutzes Dienst tun. 

Die SA im Hinterland e. 

a) Die im Hinterlande verbliebenen SA-Manner sorgen zunachst 
fur die Aufrechterhaltung der Organisation der SA. Alle 
Einheiten, auch die kleinsten, sind lebendig und die Manner 



49 



4011-PS 



geben einsatzwillig ihre Freizeit f iir den Dienst in der 
Partei. Dieser uraf asst Unterstiitzung der Politischen 
Letter bei ihrer Erziehungs- und Aufklarungsarbeit, Propa- 
ganda und Propagandaabwehr, Versammlungsvorbereitungen, 
Uberwachung der Bevolkerung in Grenzgebieten, Betreuung 
riickgefuhrter Auslandsdeutscher, Hilfeleistung bei feindlichen 
Luftangriffen, Ausbau von Luftschutzanlagen, Verdunkelungs- 
kontrolle, Erntehilfe und Ernteschutz, Katastrophendienst. 
Bei der Hochwasserkatastrophe an der Elbe im Friihjahr 
1941 waren es z.B. SA-Pioniereinheiten, die als erste zur 
Hilfeleistung zur Stelle waren und mittels ihres schwimmen- 
. den Gerats Menschen und Tiere vor dem Untergang retteten. 

— Seite 5 — 

Fur alle jene Aufgaben kommen SA- Einheiten je nach den 
Erfordernissen zum Einsatz. 

In gleicher Weise werden laufend SA-Manner zur Unter- 
stiitzung der NSV. fiir Sammlungsaktionen, bei der 
Kohlenversorgung Bediirftiger, bei Quartiervorbereitungen 
und im Hilfsdienst jeglicher Art eingesetzt. 
Der D A F. wurden zahlreiche SA- Fuhrer und Unterfuhrer 
fiir ihre Aufgaben innerhalb der Organisation Todt zur 
Verfugung gestellt. 

b) Behordliche Anforderungen erf iillt die SA eben- 
falls in weitem Umfange und hilft, wo immer eine Beteili- 
gung der SA zur Bewaltigung der Kriegsaufgaben erwiinscht 
ist z.B. im Grenzaufsichtsdienst, bei Fahndungsaktionen u.a. 

c) Besonders vielseitig haben sich die Dienstleistungen 
d e r S A entwickelt, die der unmitelbaren Unter- 
stiitzung derWehrmacht gelten und die der 
deutschen Wehrkraft zugutekommen. 

Bei Abfassung des Berichts bezw. in den voraufgegangenen 
Wochen waren eingesetzt: 

bei 9 Gruppen SA-Einheiten beim Verladen von Pferden 

und Kriegsgerat; 
bei 21 Gruppen SA-Manner zur Bewachung von Gefangenen; 
bei 8 Gruppen SA-Manner zur Bewachung und Bergung ab- 

gestiirzter feindl. Flugzeuge; 
bei 18 Gruppen SA-Trupps zur Sicherung kriegswichtiger 

Verkehrspunkte; 
bei 21 Gruppen SA-Manner zur Hilfeleistung bei Verwun- 

detentransporten. 



50 



4011-PS 



19 SA-Gruppen haben Blutspendetrupps fur die Wehrmacht ge- 
bildet. Bei der Gruppe Berlin-Brandenburg meldeteri sich z.B. 
auf einmaligen Aufruf hin 8 615 SA-Manner freiwillig 

— Seite 6 — 

fiir dieses Opfer. Von diesen stehen 2 855 als Dauerblutspender 
(Gruppe 0) der Wehrmacht zur Verfugung. In der SA-Gruppe 
Mitte haben ein San.-Truppfuhrer in 166 Fallen 66 400 cbcm., 
ein San.-Rottenfiihrer in 74 Fallen 30 200 cbcm. gespendet. 
Ahnliche Meldungen liegen aus vielen anderen Gruppen vor. 

Die seit Kriegsbeginn von der SA betriebene vormilita- 
rische Wehrerziehung auf freiwilliger Grundlage in 
den SA-Kriegswehrmannschaftenist in den Berich- 
ten 1 und 2 iiber die Tatigkeit der SA im Kriege bereits aus- 
fiihrlich behandelt. 

Diese Erziehungsarbeit ist in erster Linie eine wehrgeistig um 
die Wehrwilligkeit zu erhalten und zu starken und den national- 
sozialistischen Gemeinschaftsgedanken im deutschen Mannestum 
zum kompromisslosen Bekenntnis zur Wehrgemeinschaft zu 
erharten. 

Die praktische Ausbildung, die Erziehungsmittel also, umfassen 
korperliche tibungen auf der Grundlage der Leistungsbestim- 
mungen fur das SA-Wehrabzeichen, fur den SA-Pionier-, SA- 
Nachrichten, SA-Sanitats- und SA-Reiterschein. Planmafiige 
Zieliibungen, Unterricht und Ubungen in der Handhabung und 
Reinigung des Gewehrs, sowie Schiessen auf dem Stand und 
im Gelande, ferner Handgranatenwurf mit gefechtsmaBigem 
Verhalten umfassen den Schiessdienst. 

Beim Gelandedienst werden vor allem Kartenkunde, Ge- 
landesehen, Gelandebeschreiben, Ausniitzung des GelSndes, 
tiberbringen von Meldungen, Skizzenzeichnen, Zurechtfinden im 
Gelande nach Karte und Kompass, Zielansprache und Entfer- 
nungsschatzen geiibt. Auch Tarnen bei den verschiedensten 
Bodenbedeckungen und Marschieren bei Tag und bei Dunkelheit 
mit und ohne Gasmaske werden verlangt. 

— Seite 7 — 

Die Ausbildung im Nachrichtenwesen erf olgt zusatzlich 
fiir diejenigen, welche fiir die Nachrichtentruppe besondere Nei- 
. gung zeigen, und richtet sich nach den Leistungsbestimmungen 
des mit dem OKH. festgelegten Nachrichtenscheines. 



51 



4011-PS 



In einzelnen SA-Gruppen wird seit Kriegsbeginn die Vorschulung 
von Funkern mit besonderem Nadidruck betrieben. Allein im 
Bereich der SA-Gruppe Donau wurden 4 196 Manner fiir die 
Luftnachrichtentruppe vorgebildet. Die erzielten Erfolge fiihrten 
dazu, daB im Marz 1941 auf Wunsch des RLM die vormilitarische 
Ausbildung von Flugmeldefunkern fiir die Luftwaffe von samt- 
lichen SA- Gruppen aufgenommen wurde. 

Der Reichspostminister hat hierfiir der SA geeignete Krafte der 
Reichspost als Ausbilder zur Verfiigung gestellt. 

Bereits im ersten Ausbildungsgang werden 4 200 Freiwillige als 
Funker vorgeschult. 

Audi die Ausbildung im Pionier- und Sanitatsdienst, 
im R e i t e n und F a h r e n ist zusatzlich, d.h. die betreffenden 
Freiwilligen werden zu der Grundausbildung im Schiess- und 
Gelandedienst wie jeder andere eingeteilt und erfahren zusatz- 
lich die genannte Spezialausbildung. 

In der Marine-SA und diesen Einheiten angegliederten 
Kriegswehrmannschaften wird die praktische Ausbildung den 
Anforderungen des O.K. M. entsprechend betrieben. 

Die vormilitarische Wehrerziehung durch die SA umfasst alle 
iiber 18 Jahre alten, noch ungedienten wehrwiirdigen und wehr- 
pfiichtigen Manner, soweit sie sich freiwillig melden. 

Seit Abfassung des Berichts 2 vom 21. 6. 1940 iiber die Tatigkeit 
der SA im Kriege standen in Ausbildung bei den SA-Kriegs- 
wehrmannschaften 

- Seite 8 — 

im Juni 1940 von 1 262 388 listenmaBig erfassten 655 688 



Freiwilligen 



Juli 


)! ) 


1 191 466 


605 228 


August 


>) ) 


1 191 737 


565 044 


September 


>> J 


1 162 057 


534 921 


Oktober 




1 117 888 


484 125 


November 




1 093 780 


459 551 


Dezember 


it ) 


864 405 


385 476 


Januar 


1941 , 


867 120 


358 261 


Februar 


11 1 


848 388 


322 148 


Marz 


11 i 


817 295 


302 954 


April 


J) ) 


801 599 


290 616 


Mai 


i) » 


779 821 


276 915 



52 



4011-PS 



Da nur eine beschrankte Anzahl von Ausbildern zur Verfugung 
steht, kann jeweils nur etwa ein Drittel der Freiwilligen an der 
Austaildung teilnehmen. 

Im Bericht 2 vom 21.6.1940 ist die Bewertung und groBe Aner- 
kennung wiedergegeben, die diese Erziehungs- und Ausbildungs- 
arbeit der SA durch die Oberbefehlshaber der 3 Wehrmachtsteile, 
sowie durch den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht 
erfahrt. 

Im gleichen Sinne haben sich in der Zwischenzeit die stellv. 
Kommandierenden Generale und zahlreiche Truppenkomman- 
deure, die dem Dienst der SA-Kriegswehrmannschaften beiwohn- 
ten, schriftlieh geaussert. 

Einige dieser gutachtlichen Erklarungen seien angefiihrt: 3 ) 



— Seite 12 — 

Diese zusammenfassenden Berichte der Stellv. Generalkdos. 
werden ergarizt durch zahlreiche Einzelberichte und gutachtlich 
AuBerungen von Truppenkommandeuren; einige dieser Er- 
klarungen seien hier wiedergegeben: 3 ) 

— Seite 14 — 



Ebenso aufschluBreich sind Briefe von Mannern, die zur Truppe 
eingeriickt, vorher aber an der vormilitarischen Wehrerziehung 
durch die SA teilgenommen haben. 

Bericht eines Politischen Leiters: 

„Es ist mir ein Bedurfnis, Ihnen mitteilen zu konnen, daB ich 
durch den Wehrsport, den ich — trotzdem ich als Politischer 
Leiter es nicht notig hatte, daran teilzunehmen — mich ent- 
schlossen hatte, mitzumachen, heute bereits die ersten Vorteile 
daraus Ziehen konnte. Bei der Besichtigung durch den Ober- 
leutnant L. habe ich eine besondere Belobigung bekommen. 
Insbesondere fiir den Vortrag des Gewehrs 98 K und laden und 
sichern sowie entladen und entspannen. Dieses Konnen ver- 
danke ich einzig und allein der Grundausbildung durch die SA. 
Ganz besonders mochte ich Sie bitten, dem Sturmfiihrer Pg. K. 
vom Sturm 34/76 meinen aufrichtigen Dank auszusprechen. In 
dem Sinne, wie er es bisher getan hat, wird er nicht nur wehr- 
tuchtige Manner, sondern auch gute SA-Manner und National- 
sozialisten erziehen." 



') hier nicht abgedruckt 



53 



4011-PS 



Ahnliehe Beurteilungen einzelner SA-Manner liegen in groBer 
Zahl bei der Obersten SA-Fiihrung vor. Hier sollte nur eine von 
den zeitlich jiingsten wiedergegeben werden. 

Die kameradschaftliche Verbundenheit zwischen den SA-Ein- 
heiten und den zur Wehrmacht eingeriickten SA-Mannern wird 
durch die Betreuungsdienststellen der SA standig gepflegt. 
Umgekehrt wetteifern die SA-Manner an der Front, ihrer alten 
SA-Einheit immer wieder Beweise des alle umf assenden Gemein- 
schaftsgedankens zu geben. Audi hierfiir sei ein Beispiel 
angeftihrt. 

Der in englischer Gefangenschaft und nach Canada iiberfuhrt 
gewesene Hauptmann Franz v. Werra (Inhaber des Ritterkreuzes 
zum EK.) hat bekanntlich in kiihnem EntschluB sich seine Frei- 
heit wieder errungen. Nach seiner Riickkehr ins Reich schrieb er 
unter dem 24.4.1941 an seine SA-Gruppe u. a. folgendes: 

— Seite 15 — 

„Es ist selbstverstandlich, daB ich mich jetzt, wo ich aus 
Kriegsgefangenschaft wieder zurtick bin, mit besonderer 
Freude gerade bei meiner alten SA-Gruppe zuriickmelde, und 
ich bedauere es sehr, diese Meldung nur schriftlich machen zu 

konnen, aber im Augenblick ist es nicht moglich, 

eine personliche Meldung bei meinen alten SA-Kameraden 

durchfiihren zu konnen. Sollte es aber gestatten, 

so wiirde ich sehr gern etwas von meiner Flucht 

und meinen Kriegserlebnissen erzahlen und dabei die Hande 
meiner alten SA-Kameraden kraftig schiitteln." 

5.) Arbeit der SA in den zurxickgewonnenen Ge- 
b i e t e n. 

Im Osten wurden die beiden SA-Gruppen „Weichsel" mit dem 
Sitz in Danzig und „Warthe" mit dem Sitz in Posen gebildet. 
Das oberschlesische Gebiet wurde der Gruppe Schlesien, das 
Gebiet von Memel und Suwalki der Gruppe Ostland zugeteilt. 
Die SA-Einheiten bildeten sehr bald ein Netz fester Stutzpunkte 
fur die nationalsozialistische Bewegung. 

Es umfassen die Gruppe Weichsel 15 Standarten mit 507 Stiirmen, 
die Gruppe Warthe 28 Standarten mit 684 Stiirmen. 

Wie einst in der Kampfzeit, so war audi in diesen Gebieten die 
SA der StoBtrupp der Partei. Sie hilft, die deutschen Krafte zu 
erfassen, zu starken und nationalsoziahstisch auszurichten. Hier- 
bei muBte oft erst mit deutschem Sprachunterricht begonnen und 



54 



4011-PS 



es mussen zunachst die einfachsten Begriffe des Nationalsozialis- 
mus auseinandergesetzt werden. Viele junge Volksdeutsche wur- 
den als SA-Unterfiihrer auf SA- Schulen im Reich ausgebildet. 
Der praktische SA-Dienst ist audi in diesen Gebieten auf die 
Starkung der Wehrkraft abgestellt. Es gait dabei Minderwertig- 
keitsgefiihle, die den Volksdeutschen aus der Zeit der polnischen 
Unterdriickung anhafteten, zu iiberwinden und die Form des 
ausseren Auftretens und der Haltung SA-maBig zu gestalten. 
Dann erst konnte mit der eigentlichen wehrmannschaftlichen 
Erziehung begonnen werden. 

Ahnlich wie im Osten ist auch im Westen die Arbeit der SA. 
Dort ist es in kurzer Zeit gelungen, durch die Erfassung friiherer 
deutscher Weltkriegssoldaten einen bedeutenden Teil der mann- 
lichen Bevolkerung an die SA heranzufiihren. 

— Seite 16 - - 

Die Fuhrer der Standarten sind iiberwiegend reichsdeutsche SA- 
Fiihrer. Die Sturmbanne und Sturme werden fast ausnahmslos 
von Elsassern gefiihrt, die auf einer SA-Schule des Reiches eine 
Sonderausbildung erhalten haben. Ihnen stehen reichsdeutsche 
SA-Fiihrer und -Manner beratend und helfend zur Seite. 

Der Stabschef hat gerade diese Gebiete im Osten und Westen 
wahrend der Berichtszeit — neben zahlreichen Besichtigungen 
in anderen Teilen des Reiches — aufgesucht, und hat sich — 
keineswegs nur in den Hauptstadten, sondern vornehmlich in 
den kleinen und kleinsten Standorten der SA — Einblick in den 
Dienst und ein Urteil iiber die Haltung und den Geist der 
Stiirme, Trupp und Scharen der SA und der SA-Kriegswehr- 
mannschaften verschafft. Das Ergebnis war nahezu iiberall recht 
befriedigend. 



Der Chef des Hauptamtes Fuhrung: 
Jiittner. 
Obergruppenfiihrer. 



55 



DOCUMENT 4013-PS 



TELETYPE FROM ROSENBERG TO THE "MUNICH EDITOR" — PRE- 
SUMABLY OF THE "VOLKISCHER BEOBACHTER" — 3 FEBRUARY 
1934: RUMOURS CONCERNING THE INTENTION OF THE SA TO 
LET AUSTRIAN FORMATIONS, THEN STATIONED IN BAVARIA, 
MARCH INTO AUSTRIA AND PROCLAIM A MILITARY DICTA- 
TORSHIP; ROSENBERG'S REACTION THERETO (EXHIBIT GB-608) 



hier schrif tleitung *) 
berlin, 3. 2. 34. 

an muenchener schriftleitung. 

die muenchener schriftleitung soil nachstehende mitt'eilung in fest 
verschlossenem umschlag sofort an den stabschef weiterleiten. 

q wie hier amtliche stellen erfahren, ist von oesterreichern aus 
berlin nach wien mitgeteilt worden, die s. a. beabsichtige die oester- 
reichischen formationen in bayern um den achten und neunten 
februar herum in oesterreich anmarschieren zu lassen. darauf werde 
dann ein e militaerdiktatur ausgerufen werden. 

von englischer ernstetster seite werde ich heute morgen ange- 
fragt, ob es moeglich sei,dass hinter dem ruecken hitlers und 
habichts die oesterreicher aus deutschland in oesterreich einbrechen 
koennten. man habe, so fuegte mein gewaehrsmann hier hinzu, 
bisher die oesterreichischen angriffe beiseite geschoben, doch sei 
diese meldung von einer derart ernsten stelle gekommen, dass man 
sich unbedingt mit uns in verbindung setzen wolle. ich befuerchte 
unter umstaenden eine provokation seitens gedungener elemente, 
die eben dann in die welt hinausgeru-fen, die konflikte hervorruf en 
koennen. ich habe erklaert, dass der fuehrer nicht eine friedens- 
politik mit polen betreibe, um zu gleicher zeit militaerische kon- 
flikte in oesterreich hervorzurufen. ich melde diese dinge, damit 
gegebenenfalls die oberste sa-fuehrung das noetige veranlasst. 

gez. rosenberg. 

11,27 uhr ro 
bite bestaetigen 

erhalten. 



) das ganze S in roter, nur im Kopf: „hier schriftleitung" und am Ende: 
„erhalten". in schwarzer Schreibmaschinenschrift 1 r unter von „hier schrift- 
leitung": „abl." (Kop) 



56 



DOCUMENT 4015-PS 

DECREE BY THE PRESIDENT MIKLAS, 11 MARCH 1938, CONCERN- 
ING THE DISMISSAL FROM OFFICE OF THE SCHUSCHNIGG 
GOVERNMENT (EXHIBIT USA-891) 



BESCHREIBUNG: 

U sowie Rangbezeichnung im BeglVm Ti 



Winer-Zeitung v.l3.Marz 1938 

Der Bundesprasident hat an Bundeskanzler Kurt v. Schuschnigg nach- 
-stehendes Schrieben gerichtet: 

Gem.Art.86 der Verfassung 1934 enthebe ich Sie auf ihren Wunsch 
vom Amt des Bundeskanzlers sowie von der Leitung des Bundes- 
ministeriums fur Landesverteidigung.- 

Ferner enthebe ich gem.Art. 86 der Verfassung 1934 die ubrigen 
Mitglieder der Bundesregierung, sowie samtliche Staatssekretare von 
ihrem Amtern.- 

Wien,ll.Marzl938 

Miklas; 

Schuschnigg 

Verglichen, mit der Ursdiriff gleichlautend, 
Landesgerichf fur Strafsachen Wien 

VIII, Landejgerichfssfrafje 11 
G.Abl. 4 , am 7. Juni 1946 194') 

Unterschrift (unl) 

Just. Insp. 



') Stp violett, darin Ziffer „4" Ti I 1 n diesem Stp Rund-Stp, Mi osterreichi- 
scher Adler mit Hammer und Sichel, umlaufend: „Landesgericht fur Straf- 
sachen Wien" 



57 



DOCUMENT 4024-PS 

REPORTS FROM GLOBOCZNIK TO HIMMLER 1943/44 CONCERNING 
THE ECONOMIC PART OF THE "ACTION REINHARDT", CARRIED 
OUT BY GLOBOCZNIK 1942/43 IN THE GOVERNMENT-GENERAL; 
HOW THIS ACTION WAS CARRIED OUT ADMINISTRATIVELY; LIST 
OF THE JEWISH ASSETS DELIVERED: SUMS OF MONEY; PRE- 
CIOUS METALS, FOREIGN CURRENCY, TEXTILES ETC.; REMOVAL 
OF THE POLISH POPULATION FROM THEIR HOMES; UTILIZATION 
OF LABOR; SS LABOR CAMP IN THE DISTRICT OF LUBLIN; LET- 
TER OF APPRECIATION FROM HIMMLER, 30 NOVEMBER 1943; 
LETTER FROM OSWALD POHL, CHIEF OF THE SS ECONOMIC AND 
ADMINISTRATIVE MAIN OFFICE, RELIEVING GLOBOCZNIK OF 
RESPONSIBILITY FOR THE PERIOD ENDING 31 MARCH 1943 (EX- 
HIBIT GB-550) 



BESCHREIBUNG: 

begl Phot I vierzehnteilig 

E r s t e s S : 



Vermerk fur die Akten: 

Aktion „Reinhardt" lauft audi unter „Geheime Reichssache" 
1851/43 geh. 

H 



Zweites S: Seite 1 r o Stp: ,,PersSnlidier Stab Reichsfiihrer-ff Schriftgut- 
verwaltung Akt.Nr. Geh./ 115 H H.", im Stp: ,,115 H H." hs 



Abgelieferte Werte aus der Aktion Reinhard 

Werte aus der Aktion ^Reinhard" wurden zwecks Weiterleitung an 
die Reichsbank, bezw. an das Reichswirtschaftsministerium, beim 
^-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt, Berlin, abgeliefert und zwar: 

a) Reichsmark-Betrage im Gesamtwerte von RM 53,013.133.51 

b) Devisen in Banknoten aus alien Haupt- 
landern der Erde (wobei besonders Va 
Million Dollar bemerkenswert ist) im 

Gesamwerte von „ 1,452.904.65 

c) Devisen in gemiinztem Gold i.Gesamtwerte „ 843.802.75 

d) Edelmetalle (rund 1.800 kg Gold u. etwa 
10.000 kg Silber in Barren) im Gesamtwer- 
te von „ 5,353.943 — 



58 



4024-PS 



e) Sonstige Werte wie Schmuckgegenstande, 
Uhren, Brillen usw.-(wobei besonders die 
Zahl der Uhren mit cca 16.000 gebrauchs- 
fahigen und etwa 51.000 reparaturbediirf- 
tigen bemerkenswert ist, die der Truppe 

zur Verfiigung gestellt wurden) RM 26,089.800.— 

f) Rund 1.000 Waggons Spinnstoffe im Ge- 

samtwerte von „ 13,294.400.— 



Zusammen: RM 100,047.983.91 



An Spinnstoffen lagern noch rund 1.000 Waggons, an anderen Wer- 
ten ca 50% der obenangefuhrten Werte,-die noch der Zahlung und 
Bewertung unterliegen-hier. Hervorzuheben ist hierbei, da8 die 
eingesetzten Werte auf Grund der amtlich festgesetzten Kurse bezw. 
Preise ermittelt wurden, die jedoch als Verkehrswerte bedeutend 
hoher liegen, beispielsweise bei Verkauf von Edelsteinen oder Edel- 
matallen ins Ausland, da die Fluent in feste Werte dort groBer ist 
als bei uns. Ausserdem bringen uns die Auslandverkaufe Devisen. 
Wenn hier diese Preise als Wertunterlage genommen wurden, so ge- 
schah dies aus dem Grunde, um ein Bild iiber die abgelieferten 
Werte geben zu konnen; im allgemeinen ist diese Berechnung nicht 

— Seite 2 — 

so maBgebend. Der Wert der Vereinnahmung liegt hauptsachlich 
darin, daB dadurch so groBe Mengen an dringend notwendigen Roh- 
stoffen gewonnen werden konnten und daB auf Grund der erfassten 
Werte eine Deviseneinnahme herbeigefuhrt werden kann, wodurch 
abermals Rohstoffe durch Reichsstellen eingekauft werden konnen. 



Globocnik 
ff-Gruppenfiihrer 
und Generalleutnant der Polizei 



1 detaillierte Liste liegt bei. 



59 



4024-PS 



Drittes S: Seite 1 r o Stp: „PersSnlicher Stab Reichsfiihrer-^jf Sdiriftgut- 
verwaltung Akftfr. Geh./ 115", im Stp: ,,115" hs 



Wertmafiige Aufstellung der bis zum 3.2.1943 zur 

Ablief erung gelangten Judensachen. 
1.) Kassenbestande: RM 15.931.722,01 

Ablief erung ^-Wirtsch. Krakau „ 31.500.000 — 

#-W.-V.Hauptamt Berlin (R.B.) „ 5.581.411.50 

RM 53.013.133,51 



2.)Devisen i 


n N o t e n : 


Kurs: 




T TP A T~\ — 11 

USA Dollar 


505.046, — 


2,50 


RM 1.262.615, — 


Pal. t. 


1.0o9, — 


9.30 


„ 9.941,70 


Pengo 


16.435 


— .60 


„ 9.861, — 


Rubel 


294.070, — 


— .10 


„ 29.407, — 


.wigl. % 


6. all. — / — 


9.30 


„ 35.544,60 


Canad.Dollar 


3.840,75 


2.50 


9.601,87 


Pesetas 


131. — 


2.40 


„ 314,40 


Kc. 


789.630. — 


— .10 


„ 78.963, — 


Ffrs. 


22.767.50 


— .05 


1.138,37 


Brasil.Frs. 


8. — 


— .09 


— .72 


oudarr. £ 


28"7 — 


4.40 


„ 125.40 


Tiirk. £ 


5.50 


1.90 


10,45 


Holl.Gulden 


1.720,— 


1.33 


2.287,60 


Schweiz.Frs 


7.530.— 


5.80 


4.367,40 


Lire 


883.— 


—.13 


114,79 


Lewa 


100.— 


—.01 


1 — 


Austral. £ 


15 10 /— 


2.50 


38,75 


Lei 


13.486.— 


—.02 


269,72 


Agypt. £ 


4io/_ 


4.40 


19,80 


Belga 


4.203.— 


—.40 


1.681,20 


Lats 


10.— 


—.10 


1- 


Argent. Pesos 


90.— 


1.— 


90,— 


Paragu. 


10 — 


—.60 


6 — 


Schwed. Kr. 


455.— 


—.60 


273,— 


Norw. Kr. 


165.— 


—.60 


99,— 


Dinare 


30.— 


—.05 


1,50 


Karbowanek 


1.555.— 


—.10 


155,50 


Slow.Kronen 


59.608.75 


—.10 


5.960,88 


Litas 


140.— 


—.10 


14 — 



RM 1.452.904,65 



60 



4024-PS 



— Seite 2 



3.)Devisen in gemiinzten Gold: 

Kurs 



USA Dollar 


116.425.— 


4.20 


RM 


488 985 


Rub el 


91.362.— 


2.15 


tl 


IQfi 4?8 30 




3.822.— 


20.40 


tt 


77.969, 


l) Clt" TC T fin ^T> 
vol. LrHC-ll 


30.940.— 


—.85 


tl 


or oqq 


UJ3l. OVJ.lJ.lllilg 


1.975.— 




tt 


1 1 


i_y L4.iv d L tri 1 


2.366.— 


10.— 


II 


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^O.UUV, 


JL 11 1. J. YXd I JV 


20.— 


1.— 


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XvcTl^golIlctl XV 


12.730.— 


1.— 


It 


1Z. ( 3U, 


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1.080.— 


—.50 


It 


KAft 

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230.— 


—.52 


II 


1 1 Q fifl 


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2 — 


10.— 


II 




JTUJ. l>.JLLt?lo 


15.000.— (150Ese) 1.— 


II 


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25.— 


1.50 


tl 


37 "if! 


J? 1 aliz.,1: l b. 


8.005.— 


1.62 


II 




O U. Lid 11 .50 


2.— 


20.40 


It 


4U,oU 


Turk. £ 


47.— 


3.50 


II 


164,50 


Holl.Gulden 


315.— 


17.— (f.lOHfi.) 




535,50 


Schweiz.Frs. 


490.— 


16.50(f.20Frs.) 


II 


404,25 


Lire 


1.210.— 


—.50 


II 


605,— 


Austr. £ 


6 10 /— 


20.40 


It 


172,60 


Lei 


1.140.— 


—.50 


II 


570,— 


Belga 


140.— 


—.50 


I) 


70,— 


Schwed.Kr. 


20.— 


11.20(1.10 Kr.) 


II 


22,40 


Norw. Kr. 


35.— 


11.20(f.lOKr.) 


It 


39,20 


Din are 


30.— 


—.50 


tl 


15 — 


Cuban. Pesos 


10.— 


4.20 


It 


42 — 


Alb.Frs. 


20.— 


—50 


It 


10 — 








RM 


843.802,75 



4.) E d e 1 m e t a 1 1 e : 

1.775,46 kg Gold in Barren aRM 2.784.— RM 4.942.870,- 

9.639,34 kg Silber „ „ a „ 40.— „ 385.573 - 

5,10kgBruchplatin a „ 5.000.— „ 25.500,- 



— Seite 3 



RM 5.353.943,— 



5.)Sonstige Werte: 

5 St. Drehbleistifte gold a RM 30,— RM 150,— 

17 „ Fiillhalter „ . a „ 70,— „ 1.190 — 

4 „ Damenplatinuhren a „ 300,— „ 1.200,— 



61 



4024-PS 



2894 St. Herrentaschenuhren gold 


a 


RM 


500 — 


RM 


1.427.000 — 


578 „ 


Herrenarmbanduhren „ 


a 




300,— 




173.400 — 


7313 „ 


Damenarmbanduhren „ 


a 




250,— 




1.828.250,— 


19 „ 


Platinuhrengehause m.Brill. 














u. Diamanten 


a 




1000,— 




19.000,— 


280 „ 


Armbander m.Brill.u.Diam. 


a 




3500,— 




980.000.— 


6245 „' 


Herrenarmbanduhren 


a 




10,— 




62.450,— 


13455 „ 


Herrentaschenuhren 


a 




20 — 




269.100,— 


1 


Herrentaschenuhr gold m. 














Brill. 


a 




600,— 




600 — 


179 „ 


Damengolduhren m.Brill. 














u.Diam. 


a 




600,— 




107.400 — 


7 „ 


Damenringuhren gold 


a 




150,— 




1.050 — 


4 „ 


Damenhangeuhren m.Perlen 


a 




200,— 




800 — 


394 „ 


Damenhangeuhren m. Brill. 


a 




600,— 




236.400,— 


228 „ 


Damenplatinbrillantuhren 


a 




1200 — 




273.600 — 


293 „ 


Damenhangeuhren gold 


a 




250.— 




73.250,— 


22324 „ 


Brillen 


a 




3.— 




66.972,— 


3 Paar Manscheetenknopf e 














m.Brill. 


a 




150.— 




450,— 


11675 St. Ringe aus Gold m.Brill. 














u.Diam. 


a 




1500.— 




.11.675.000 — 


7200 „ 


Damenarmbanduhren 


a 




10.— 




72.000 — 


40 „ 


Goldbroschen 


a 




350.— 




14.000,— 


1399 Paar Ohrringe aus gold m.Brill. 


a 




250.— 




349.750.— 


169 St. Anstecknadeln 














m.Brill.u.Diam. 


a 


»j 


100.— 


» 


16.900 — 


1974 „ 


Broschen aus Gold 














m,Brill.u.Diam. 


a 


it 


2000.— 


ti 


3.948.000,— 


27 „ 


Armreifen 














aus Gold m,Brill.u.Diam. 


a 


it 


250.— 


a 


6.750 — 


49 kg Perlen 








a 


4.000.000,— 


7000 St. Fiillhalte 


a 


it 


10.— 


a 


70.000,— 


130 „ 


einzelne groBe Brillanten 


a 


» 


1000.— 


a 


130.000,— 


2 „ 


Halsketten m. Brill.u. 














Diamanten 


a 


a 


1500.— 


ty 


3.000,— 


1 „ 


goldenes Zigarettenentui 


a 


J) 


400.— 


a 


400,— 


1 „ 


Perlmutterkastchen 








a 


20.— 


3 „ 


Puderdosen aus Gold 


a 


it 


50.— 


» 


150 — 


2 


OpernglSser aus Perlmutter 


a 


it 


50.— 


M 


100 — 


1,44 kg Korallen 










150 — 


51370 St. Reparaturuhren 


a 


it 


5.— 


ti 


256.850 — 


1000 „ 


Drehbleistifte 


a 


it 


3.— 


ti 


3.000 — 


350 „ 


Rasieraparate 


a 


it 


2.50 


it 


875 — 


800 „ 


Taschenmesser 


a 


» 


1.— 


it 


800 — 


3240 „ 


Geldborsen 


a 


it 


1.50 


it 


4.860 — 



62 



4024-PS 



— Seite 4 — 



1315 St. Brief taschen . 


a RM 


2.50 RM 


3.287,50 


1500 „ Scheren 


a » 


—.50 „ 


750,— 


230 „ Taschenlampen 


a „ 


—.50 „ 


115,— 


2554 „ Reparaturwecker 


a „ 


3.— •„ 


7.662,— 


160 „ Wecker gangbar 


a „ 


6.— „ 


960,— 


477 „ Sonnenbrillen 


a „ 


—.50 „ 


238,50 


41 „ silberne Zigarettendosen 


a „ 


30— „ 


1.230,— 


230 „ Fieberthermometer 


a „ 


3.— „ 


690,— 



RM 26.089.800 — 



a „ 700,— RM 323.400 — 
a „ 10.000,— „ 2.510,000,— 
a „ 33.000,— „ 10.461.000 — 
RM 13.294.400 — 



Zusammenstellung 



1. 


Abgeliefertes Bargeld u. Barbestand 


RM 


53.013.133,51 


2. 


Devisen in Noten 


RM 


1.452.904,65 


3. 


Devisen in gemunztem Gold 


RM 


843.802,75 


4. 


Edelmetalle 


RM 


5.353.943,— 


5. 


Sonstiges 


RM 


26.089.800,— 


6. 


Spinnstoffe 


RM 


13.294.400,— 






RM 


100.047.983,91 



6.) Spinnstoffe: 

462 Waggon Lumpen 

251 „ Bettfedern 

317 „ Bekleidung u.Wasche 



Lublin, den 27. Februar 1943 



Wippem 
ff-Sturmbannfiihrer. 



Viertes S: Seite 1 r o Stp: „Personlicher Stab Reichsfiihrer-ff Schriftgut- 
verwaltung" fletztes Wort hs gestridien) „Akt.Nr. Geh./ 115", im Stp: „115" 
hs I uniter Stp: „HH" (hs) 



MaBnahmen zur Beruhigung der Fremdvolkischen 
bei der Umsiedlung 

■Dorf er: 

1. Polen, die leistungsfahig sind, wurden bereits bei der bis- 
herigen Aussiedlung, unter VergroBerung ihres seitherigen 



63 



4024-PS 

Besitzes, auf sogenannte Z-Hofe, innerhalb des Ansiedlungs- 
gebietes neu angesiedelt. Diese Z-H6f e bilden die Kernpunkte 
des Z-Dorfes, in dem die Arbeitspolen der deutschen Siedler 
untergebracht sind. Diese Arbeitspolen erhalten nicht nur 
einen garantierten Lohn und ein Arbeitsbuch, sondern es ist 
audi fur ihre Verpflegung durch die SWG gesorgt. 

Sicherheits- 
f r a g en : 

2. Ausgesiedelt werden nur sicherheitsmaBig schlecht beschrie- 
bene Eleraente. Aus diesem Grunde fiihrt die Sicherheits- 
polizei derzeit folgendes durch: 

a) Dorfer, die in jenem Teil des Kreises Zamosc liegen der 
besiedelt werden soil, werden nach sicherheitswidrigen 
Elementen durchkammt, sodaB nur der vertrauenswurdige 
Teil der Bevolkerung zuriickbleibt. 

b) Dorfer, die auBerhalb des Ansiedlungsgebietes liegen 
und als bandenverseucht gelten, unterliegen der gleichen 
Aktion. Die unter a) genannte Bevolkerung wird dann 
zur freiwilligen Abwanderung nach den unter b) genann- 
ten, leerstehenden Hofen aufgefordert. Dadurch wird das 
Ansiedlungsgebiet frei und kann mit Deutschen besiedelt 
werden. 

SicherheitsmaBnahmen werden . vom friedlichen Teil der 
Bevolkerung immer mit Verstandnis betrachtet; deshalb 
wird dies ein Weg der Beruhigung fur die Bevolkerung 
sein. 

Enteignungs- 
f r a g e : 

3. Sollen alien Polen, audi jenen, die dem ArbeitsprozeB im 
Reich zugefiihrt werden, Scheme ausgestellt werden, worin 
bestatigt wird, was sie an Besitz zuriickgelassen haben. Es 
wird ihnen mitgeteilt, daB Sie einstens hierfiir eine ent- 
sprechende Entschadigung in Form von Waren oder Bar- 

— Seite 2 — 

geld erhalten. Dies gilt audi fur die bisher Ausgesiedelten. 
Die Bescheinigungen sollen von der DUT ausgestellt werden. 
Ich bitte den Reichsfuhrer-f^ hierzu seine Genehmigung zu 
erteilen. 

Staatsgiiter : 

4. Eine Aufnahme der gesamten entsiedelten Bevolkerung auf 
Staatsgiiter, ist wegen der Uberfiillung des Raumes nicht 
moglich. 



64 



4024-P3 



Ansie d lu ngs- 
termin: 

5. Durch die gunstige Witterung, kann die Friihjahrsbestellung 
heuer 5 Wochen friiher als sonst erfolgen. Durch diese Zeit- 
verschiebung wird die Ansiedlung nach erfolgter Fruhjahrs- 
bestellung vollzogen. -Dies hat einerseits den Vorteil, daB die 
Polen ihrer Landbestellung ordnungsgemaB nachgehen und 
eine Produktionsbeunruhigung nicht eintritt, wahrend die 
Siedler andererseits nicht in Gefahr kommen, in Anbetracht 
der Kiirze der Zeit, ihrer Friihjahrsbestellung infolge Nicht- 
kenntnis der ortlichen Verhaltnisse, nicht nachkommen zu 
konnen. Die Siedler kommen demzufolge in den GenuB der 
Ernte und ihr Aufbau kann in aller Ruhe vor sich gehen. 

6. Die Klassifizierung in 4 Gruppen konnte deswegen ohne wei- 
ters vor sich gehen, als die Gruppe I und II als rassisch 
wertvoll ohnehin nichts dagegen hat ins Reich ujoerstellt zu 
werden, die Gruppe III sowieso zum groBen Teil her verbleibt, 

■ wahrend die Gruppe IV dem Arbeitseinsatz zugefiihrt wird. 
Durch die Mitteilungen der bis heute ins Reich Verschickten, 
daB es ihnen dort gut ergeht und durch die Erkenntnis der 
Bevolkerung, daB bisher niemand wie die Juden behandelt 
worden ist. hat dieser Gruppierung bereits ihren abschrecken- 
den Nimbus genommen. Es ist eben in solchen Fallen die Aus- 
wirkung von MaBnahmen abzuwarten, dann setzt sich die 
Erkenntnis erst durch. Die Geriichtemacher werden danri von 
selbst Ltigen gestraft. 

7. Bitte ich nochmals zu erwagen, ob mein seinerzei tiger Vor- 
schlag, in den Ostgebieten, besonders in der Ukraine 

Seite 3 fehlt im Org. 



Fiinftes S: Seite 1 r o Stp: „Personlicher Stab Reichsfiihrer-ff Sdiriftgut- 
verwaltung Akt.Nr. Geh./ 115", im Stp: „115" hs 



MaBnahmen fiir die weitere Umsiedlung 

Da von den verschiedensten Stellen gegen die Umsiedlung mit der 
Begriindung Stellung genommen wird, daB eine zu groBe Beunruhi- 
gung der Fremdvolkischen eintritt und dadurch die Produktion 
gestort wird, sind f olgende MaBnahmen getroffen : 

1- Die Umsiedlung wird durch Mundpropaganda als abgestoppt 
propagiert. 

2. Vor dem Termin zu dem gesiedelt werden soil, wird von keiner 
Stelle etwas verlautet. Planungen gehen geheim vor sich. 



65 



4024-PS 

3. Wird der Zeitpunkt der Ansiedlung nach der Friihjahrsbestellung 
gelegt, damit die Fremdvolkischen noch den Anbau vornehmen 
und die Neusiedler bereits in den GenuB der Ernte kommen. Dies 
hat den Vorteil, daB unter vorgenannten Voraussetzungen die 
Fremdvolkischen in alien Gebieten ihre Felder bestellen, die 
deutschen Ansiedler jedoch nicht in Gefahr kommen, in Anbe- 
tracht der Kiirze der Zeit eventuell in ihren Friihjahrsarbeiten 
gehemmt zu sein. 

4. Soil die Umsiedlung der Polen so vorgenommen werden, daB die 
guten Elemente in, von der Sicherheitspolizei geraumten Gebie- 
ten, moglichst freiwillig angesetzt werden und die Umsiedlung 
unter dem Titel „Herstellung der Sicherheit in den Bandengebie- 
ten" lauft. Die schlechten Elemente werden nach und nach abge- 
zogen, sofern sie nicht als Hilfsarbeiter Verwendung finden. 

5. Die Bekanntgabe des Zeitpunktes der Ansiedlung erfolgt erst 
am Tage der Umsiedlung. 

6. Alle Dorfer werden im vorhinein mit Landwacht in alien- aus 
Siedlern gebildeten Organisationsteilen besetzt, die vorher ein- 
geschult, eigene ff-Krafte ersparen sollen. 

b.w. 

— Ruckseite — 

7. 1st beabsichtigt, den Siedlern eine Bestatigung zu geben, wieviel 
sie an Haus, Hof, Vieh und Inventar zuriickgelassen haben, ohne 
hierfiir eine verpflichtende Leistung einzugehen. Ob diese Lei- 
stung dann einstens in Brasilien oder einer im fernen Osten 
erfolgen soil, bleibt der Zukunft iiberlassen. Es soil den Aus- 
gesiedelten nur das Gefiihl gegeben werden, daB spater einmal 
eine Vergiitung ihres zuruckgelassenen Eigentums erfolgt. 

Globocnik 
ff-Gruppenfiihrer 
und Generalleutnant der Polizei 



Sechstes S: Seite 1 r o teilw durch Datum Stp: „Personli<Jier Stab Reichs- 
fiihrer-^ Sdiriftgutverwaltung Akt.Nr. Geh./115", im Stp: ,,115" hs I unter 
Stp: „3." (oder 2. ?)„ VII.43 H H." (hs) 

O.U., den 1. Juli 1943. 

V e r m e r k. 

1.) Im Zuge der Sicherungsaktion Werwolf I wurde der Raum etwa 
westlich der Punkte Ansiedlungsgebiet iiber Bilgoraj-Tarnogrod, 
im Westen Distriktsgrenze, im Siiden bis Belzec und von dort 



66 



4024-PS 



verlaufend mit der StraBe iiber Tomaszow nach Zamocs bis Siid- 
grenze Ansiedlungsgebiet, von der bodenstandigen Bevolkerung 
evakuiert. 

2. ) Der Teil siidlich des Bilgorajer Waldes wird an Ukrainer iiber- 

geben und zwar so, daB 

a) die dort bodenstandigen Ukrainer mehr an Grund und Boden 
erhalten bis zu einer DurchschnittsgroBe von 6 ha und damit 
schon ein Teil des evakuierten Landes wieder besiedelt ist 
und 

b) dort, wo zu wenig bodenstandige Ukrainer vorhanden sind, 
werden aus dem Hrubieszower Gebiet ukrainische Familien 
herausgezogen und dort neu angesetzt. Dadurch wird das 
dortige ukrainische Wohngebiet aufgelockert und es wird 
im AnschluB an das Ansiedlungsgebiet Raum frei. 

3. ) Der Bilgorajer Wald selbst wird ganzlich evakuiert und nicht 

wieder besiedelt. 

4. ) Der Teil nordlich des Bilgorajer Waldes,etwa begrenzt durch 

die StraBe Tomaszow-Krasnobrod und weiter, wird ebenfalls 
mit Ukrainern neu besiedelt wie unter 2 b). 

5. ) .Demnach bleibt der Raum siidlich des derzeitigen Ansiedlungs- 

gebietes Zamosc leer und konnen dort nun Volksdeutsche und 
Deutschstammige angesetzt werden. Die Deutschstammigen aus 
dem Kreise Hrubieszow sind zu diesem Zwecke bereits zusam- 
mengezogen. Dies ist urn so notwendiger, als sie nicht als Streu- 
deutsche dem Polentum preisgegeben werden. 

6. ) Im Zuge der Aktion werden audi die Stadte Tomaszow und 

Zamosc von Polen entsiedelt und sollen von Deutschen besiedelt 
werden. Demnach hatte die Sicherungsaktion folgende Aus- 
wirkung : 

I) Die Bevolkerung dieses Gebietes, die seit Jahrzehnten nur 
vom Raub und Banditentum lebt, ist entfernt. 

II) Dem Reich werden etwa 30000 Arbeitskrafte zugefiihrt. 

III) Die das deutsche Ansiedlungsgebiet umgebenden Gebiete sind 
dann von Ukrainern besetzt, die gewissermaBen ein Vorfeld 
bilden und dem Deutschtum friedlicher gegeniiberstehen. 

— Seite 2 

IV) AuBerdem wird durch diese Ansiedlung der Spannungszustand 
der Polen auf die Ukrainer iibertragen und sie zu Abwehr- 
kraften gemacht. 

V) tritt eine neue Agrar-Struktur ein, da Proletarierbesitz ver- 
schwindet und eine durchschnittliche HofgroBe von 6 ha eintritt, 
was zur Jntensivierung und Ertragsteigerung beitragt. 



67 



4024-PS 



VI) Das deutsche Ansiedlungsgebiet wird fiir den weiteren Ansatz 
von Deutschen frei und zwar unter Voraussetzung einer Siche- 
rungsmaBnahme. Dadurch aber wird das deutsche Siedlungs- 
gebiet vergrofiert, was zur wesentlichen Sicherung des Gebietes 
beitragt. Ein polnischer Druck kann dann nur mehr vom Norden 
aus erfolgen und ist es dann von einer Seite aus leichter, die 
Sicherheit fiir das Siedlungsgebiet zu gewahrleisten. 

Globocnik 
(Globocnik) 
^-Gruppenfiihrer und 
Generalleutnant der Polizei. 



Siebente8 S: Bk dr I Seite 1 iiber Datum Stp: „Personlicher Stab Reichs- 
fiihrer-ff Schriftgutverwal'tung Akt.Nr. Geh./115", im Stp: ,,115" hs I unter 
Datum in Hohe Adr: „H H" (hs) I Seite 2 r o iiber T derselbe Stp wie auf 
Seite 1 mit ,,115" (hs) 



Der Hohere ff- u. Polizeifiihrer 
in der Operationszone 
AdriatischesKiistenland 

Gl./Go. — Tgb.No 225/43 
An den 

Reichsfuhrer- ^ und Chef 
der Deutschen Polizei 

Heinrich H i m m 1 e r , 
Berlin 

Reichsfuhrer! 



Triest, den 4. November 1943 



Ich habe mit 19.10.1943 die Aktion Reinhardt, die ich im General- 
gouvernement gefuhrt habe, abgeschlossen und alle Lager auf- 
gelost. 

Als AbschluBdarstellung erlaube ich mir, beiliegende Mappe, 
Ihnen, Reichsfuhrer, zu uberreichen. 

Meine Feststellungen in Lublin haben ergeben, daB es sich im 
Generalgouvernement und besonders aber im Distrikt Lublin um 
einen besonderen Ausstrahlungsherd gehandelt hat und versuchte 
ich daher diese Gefahrenmomente bildlich festzuhalten. Es wird 
vielleicht fiir die Zukunft sich zweckmaBig erweisen, auf die Aus- 
schaltung dieser Gefahr hinweisen zu konnen. AndeTerseits aber 
habe ich versucht, eine Darstellung iiber den Arbeitseinsatz zu 



68 



i 



4024-PS 



geben, aus dem nicht nur die Arbeitsmenge zu ersehen ist, son- 
dern audi mit wie wenig Deutschen dieser GroBeinsatz ermog- 
licht wurde. Er ist heute jedenfalls so angewachsen, dafi sich 
namhafte Industrien hierfiir interessieren. 

Ich habe mittlerweise diese Arbeitslager an ff-Obergruppen- 
fiihrer P o h 1 ubergeben. 

Ich bitte, Reichsfuhrer, diese Mappe durchzusehen. 

— Selte 2 — 

Bei einem Besuch haben mix Reichsfuhrer in Aussicht gestellt, 
daB fur die besonderen Leistungen dieser harten Aufgabe einige 
EK's nach AbschluG der Arbeiten verliehen werden konnten. Ich 
bitte, Reichsfuhrer, um Mitteilung, ob ich hierf ur Vorschlage 
unterbreiten darf. 

Ich darf mir erlauben darauf hinzuweisen, daB fur den War- 
schauer-Einsatz, der einen verhaltnismaBig kleinen Teil der 
Gesamtarbeit ausgemacht hat, an die Krafte des dortigen ff-und 
Polizeifiihrers ebenfalls eine solche Verleihung bewilligt wurde. 
Ich ware Ihnen, Reichsfuhrer, fur eine positive Entscheidung 
diesbeziiglich sehr dankbar, als ich gerne die harte Arbeit meiner 
Manner belohnt sehen mochte. 

Heil Hitler! 

Globocnik 

if -Gruppenf iihrer 
und Generalleutnant der Polizei 



Achtes S: unter Datum derselbe Stp wie auf siebentem S Seite 1 mit 
,,115" (hs) 

Der Reichsfuhrer-f^ Feld-Kommandostelle, den 30. Nov. 1943 
RF/M. 

An den 

Hoheren H- und Polizeifiihrer in der 
Operationszone Adriatisches Kustenland 
^-Gruppenf iihrer ::-:: Globocnik ::-:: 

Triest. 



69 



4024-PS 



Lieber Globus! 

Ich bestatige Ihren Brief vom 4.11.43 und Ihre Meldung iiber 
den AbschluB der Aktion Reinhardt. Ebenso danke ich Ihnen fur 
die mir iibersandte Mappe. 

Ich spreche Ihnen fur Ihre groBen und einmaligen Verdienste, 
die Sie sich bei der Durchfuhrung der Aktion Reinhardt fur das 
ganze deutsche Volk erworben haben, meinen Dank und meine 
Anerkennung aus. 

Heil Hitler! 
Herzlich Ihr 

H H 



Neuntes S: Bk dr I Seite 1: unter Stp hs Kreuz 1 Seite 2: 1 am Rand 
am vorletzten Abs hs eckige Kl I in Ecke 1 u Stp: „Personlicher Stab RF^f, 
Eingang am 10JAN. 1944, Tgb.Nr.1851/44 geh. Rs., an: RF, Anlagen 1 Hefter", 
im Stp: ,,1851/44 geh. Rs", „RF" und „1 Hefter" (?) hs 



Triest, den 5. Janner ::-:: 1943 

Der Hohere if- u. Polizeifiihrer 
in der Operationszone 
Adriatisches Kiistenland 

Gl./Go. — Tgb.Nr. 1/44 gRs PK 

Geheime Reichtsadie 

An den 

Reichsfiihrer- # und Reichsinnenminister 
Heinrich Himmler, 

Berlin 
Reichsfiihrer! 

Ich erlaube mir, in der Beilage die Meldung iiber die wirtschaftliche 
Abwicklung der Aktion Reinhardt vorzulegen, da Sie, Reichsfiihrer 
mit Schreiben vom 22.9.1943 befohlen hatten, daB ich sie am 
31.12.1943 abgewickelt und ubergeben haben miiBte. 
Aber auch die mir gegebene Anerkennung fur die Aktion verpflichtet 
mich, Ihnen, Reichsfiihrer, Rechenschaft iiber die wirtschaftliche 
Seite zu geben, damit Sie, Reichsfiihrer, daraus ersehen, daB auch 



') in der Urk ist im Datum als Jahr irrtiimlich ,,1943" geschrieben, vgl. dazu 
Bk ,,1/44"; daher ,,1943" in Urk hs unterstrichen 



70 



4024-PS 



auf dieser Seite die Arbeit in Ordnung war. Wenn ff-Obergruppen- 
f iihrer Pohl bisher noch nicht Zeit gehabt hat, die Ubernahme durch- 
zufiihren, so hoffe ich doch, daB diese Grundlagen zur Entlastung 
fuhren werden. 

Denn ein ordentlicher AbschluB und meine Entlastung ist deswegen 
notwendig, als ich diese Tatigkeit im Rahmen der H ausgefiihrt 
habe und sie daher vor den zustandigen Reichsstellen einen klaren 
AbschluB finden muB. Dazu war die Aktion Reinhardt zu gefahrlich. 

Zum Weiteren aber lastet ja immer ein Odium auf mir, daB ich in 
alien Wirtschaftsangelegenheiten nicht die notige Ordnung halte 
und muB ich in diesem Falle den einwandfreien Nachweis erbringen, 
daB dem nicht so ist. 

Die ganze Abrechnung enthaltet 2 Teile: 

1. ) Wirtschaftlicher Teil der Aktion Reinhardt, mit der Unterteilung 

a) Abrechnung und Ablieferung erfasster Werte und 

b) Abrechnung der aus der Arbeit erzielten Werte 

— Seite 2 — 

2. ) Die Siedlerwirtschaftsgemeinschaft, deren wirtschaftliche Ge- 

barung ebenfalls auf meiner Arbeit beruhte, die nunmehr in 
zivile Hande iibergeht. 

Bei der gesamten Abrechnung Reinhardt kommt noch das eine dazu, 
daB deren Belege baldigst vernichtet werden miissen, nachdem von 
alien anderen Arbeiten in dieser Sache die Unterlagen schon ver- 
nichtet sind. 

Bei der SWG handelt es sich nicht allein urn die finanzielle Ordnung 
selbst, sondern auch um eine Ubergabe, damit diese Einrichtung 
den Siedlern erhalten bleibt- 

Erst nachdem ich die Entlastung fur beide Falle habe, ist meine 
Funktion fur beide Falle erloschen. 

Ich bitte, Reichsfuhrer, einen Zeitpunkt zu befehlen, zu welchem auf- 
grund meiner Unterlagen an Ort und Stelle der endgiiltige AbschluB 
getatigt werden muB. 

Ich habe mir erlaubt, ff-Obergruppenfuhrer Pohl eine Abschrift zu 
senden. 

HeilHitler! 

gehorsamst 
Globocnik 



71 



4024-PS 



Zehntes S: Seite 1 r o durch Ausfertigungs-Vm: ,,18.1.44" (hs) I darunter: 
„H.H." (hs) 



Geheime Reichssadte 

4 Ausfertigungen 
1 . Ausf ertigung. 

Wi r t s c h a f t li ch e r Teil der Aktion Reinhardt. 

Zusammengefasst in f^-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt- 
Sonderaufgaben „G", die ich fiihre und nicht entlastet bin. 

Die gesamte Aktion Reinhardt zerfallt in 4 Gebiete: 

A) die Aussiedlung selbst 

B) die Verwertung der Arbeitskraft 

C) die Sachverwertung 

D) die Einbringung verborgener Werte und Immobilien. 

A. Die Aussiedlung. 

Sie ist erledigt und abgeschlossen. 

Die Voraussetzung hierbei war, durch eine methodisch richtige Be- 
handlung, mit den schwachen zur Verfiigung stehenden Kraften, die 
Menschen zu erfassen und moglichst wenig wirtschaftlichen Schaden 
an der Kriegsproduktion anzurichten. 

Im GroBen und Ganzen ist dies gelungen. Ein groBerer Schaden ist 
nur in Warschau entstanden, wo aus Verkennung der Sachlage der 
AbschluB methodisch falsch durchgefuhrt wurde. 
Die Abwicklung Litzmannstadt konnte von mir aus wegen der Ver- 
setzung nicht mehr durchgefuhrt werden. 

Die fur diese Aktion aus anfallenden Mitteln, die jedoch als Reichs- 
mittel aufzufassen sind,' erstellten Einrichtungen sind zur Ganze 
weggeraumt. Aus Uberwachungsgriinden ist in den Lagern je ein 
kleiner Bauernhof entstanden, der von einem Fachmann besetzt ist. 
An ihn muB lauf end eine Rente gezahlt werden, um den Bauern- 
hof erhalten zu konnen. 

B . V..e rwertung der Arbeitskraft. 

Die gesamten Arbeitskrafte wurden in geschlossenen Lagern erfasst, 
in die kriegswichtige Fertigungen verlegt wurden. 



72 



4024-PS 



Hierzu mufiten nun folgende Voraussetzungengeschaffen werden: 

1. ) Erstellung aller Wohnlager 

2. ) Erstellung von Fertigungsraumen mit alien betrieblichen Voraus- 

setzungen, wie Maschinenbeschaffung, Energieversorgung usw. 

— Seite 2 — 

3. ) Versorgungsgrundlagen, einmal durch. Heranziehung der TWL's, 

zum anderen aber durch. Anlage von landwirtschaftlichen Betrie- 
ben in der Umgebung der Lager. 

4. ) Einrichtungen zur Herstellung einwandfreier sanitarer und 

hygienischer Voraussetzungen. 

5. ) SicherheitsmaBnahmen. 

a) durch entsprechende Sicherungsgrundlagen 

b) durch eine sichernde Organisation innerhalb des Lagers 

c) durch entsprechende Bewachung. 

Hierzu wurden die ff-Wachmannschaften aufgebaut, die von 
Deutschen gefiihrt zum iiberwiegenden Teil ihren Dienst ein- 
wandfrei versehen haben. 

Durch Vermischung dieser Wachmannschaf ten mit reichs- 
deutschen Bewachungsmannschaften aus den KZ's sollte die 
VerlaBlichkeit erhoht werden. 

d) durch die Ubernahme der Lager in die KZ-Fiihrung des 
ff-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes wurde die Vor- 
aussetzung zu einer einwandfreien Sicherheitslage geschaffen. 

6) Die richtige Fiihrung und methodische Behandlung wurde durch 
ausgiebige Schulung des deutschen Fiihrungspersonals ermoglicht. 
Es zeigte sich, daB die Leistungsfahigkeit der Juden in den 
Lagern im steten Steigen begriffen war. 

7.) Durch Schaffung einer Betriebsfiihrung und Betriebsgebarung 
wurde die technische und kaufmannische Seite gesichert. 
Hierzu wurde die „Osti" gegriindet, als 2. Betriebsfiihrung die 
Deutschen Ausriistungswerke. 

Im Ganzen waren 18 Betriebe aufgebaut; weitere hatten noch 
hinzu kommen sollen. Ungefahr 52.000 Arbeitskrafte standen zur 
Verfiigung. 



73 



4024-PS 



Diese Arbeitsbasis ermoglichte sowohl von der Rustungsinspektion, 
als auch vom Reichsministerium Speer rascheste Fertigungen zu 
iibernehmen, um so Ersatz fur ausgebombte Betriebe zu stellen. 

Die Nachfrage von diesen Stellen war sehr groB. 
„Osti" und Deutsche Ausriistungswerke waren von mir selbst ge- 
fiihrte Betriebe, wahrend andere Betriebe, wie Flugzeugwerk 
Heinkel nur von mir betreut wurden. 

In der Beilage 1 sind Betriebsberichte und Umsatzzahlen ange- 
schlossen. 

Der Auftragsbestand war so groB, daB die DAW bis Marz voll aus- 
gelastet, die anderen Werke 2 — 3 Monate mit Arbeit eingedeckt 
waren. 

— Seite 3 — 

C S a c h v er w e r t un g. 

Die Sachverwertung, die durch Reinhardt I durchgefiihrt wurde, ist 
in Beilage 2 ersichtlich und abgeschlossen. 

D. Einbringung verborgener Werte. 

Die Einbringung verborgener Werte und Verwertung fester Werte 
zerfallt in: 

1. ) in arischen Besitz iibergegangene Einrichtungen, wie Maschinen, 

Rohstoffe, usw. durch die „Osti". 

6,3 Millionen Reichsmark ist das bisherige Ergebnis, 7 — 8 Milli- 
onen sind noch einzubringen. 

Diese Erfassung hatte noch den Vorteil, als all Diejenigen erfasst 
werden sollten, die sich auf diese Art, mit Hilfe der Juden, Be- 
triebe kostenlos aufgebaut haben und miihelos reich wurden. 

2. ) Erfassung jiidischer Forderungen im In- und Ausland, indem den. 

Lagerinsassen auferlegt wurde, diese Forderungen an die „Osti" 
abzutreten, die dann die Eintreibung vornahm. 
Der erste Versuch brachte einen Betrag von 11,000.000 Zloty. zur 
Abtretung, der mindestens zur Halfte einbringbar erschien. Da 
aber auch ins Ausland verschobene Gelder festgestellt werden 
konnten, so hatte diese Aktion dem Reiche wertvolle Devisen 
einbringen konnen. 

3. ) Immobilien wurden der Liegenschaftsverwaltung des General- 

gouvernements zur Auswertung iibertragen. 



74 



4024-FS 



Alle vorbeschriebenen Einrichtungen haben bei meinem Weggang 
klaglos funktioniert. Da ich vom Rei chsf iihrer- bereits im Juli 1943 
andeutungsweise vernahm, daB eine eventuelle Versetzung im Laufe 
des Jahres moglich ware, habe ich mich sofort iiber die endgiiltige 
Regelung und Fundierung der von mir geschaffenen Einrichtung 
gemacht und hierzu die gesamten Einrichtungen dem ^-Wirtschafts- 
und Verwaltungshauptamt iibergeben. 

Die getroffenen MaBnahmen waren folgende: 

1. ) Am 13.8.1943 wurde von ff-Obergruppenf iihrer Pohl das ^-Aus- 

bildungslager Trawniki iibergeben. (s.Schrb.v.13.8.43 — Chef 
A/Fr./S — Anlage 3) 

2. ) Am 7.9.43 wurde in einer Besprechung bei ff-Obergruppenf iihrer 

Pohl die tJbernahme von 10 ff-Arbeitslagern im Distrikt Lublin 

— Seite 4 — 

als AuBenstellen des KZ Lublin festgelegt und auBerdem die 
weitere Ubergabe weiterer Arbeitslager im Generalgouvernement. 
Der Fuhrer des KZ Lublin wurde mit entsprechenden Auftragen 
versehen. Diese Besprechung ist durch einen Besuch von ff-Ober- 
gruppenfuhrer Kriiger und f} -Standartenf iihrer Schellin ver- 
anlaBt worden. (s.Aktenvermerk vom Chef des f^-WVHA vom 
7.9.43 — D II/L (Beilage 4) (Az. : 29 Ma./F.) 

3. ) Im AnschluB daran wurde' mit Schreiben vom 14.9.43 vom Kom- 

mandanten des KL Lublin den ff-Arbeitslagern mitgeteilt, daB 
sie AuBenstellen des KZ Lublin geworden seien. 
Die Vermischung der fremdvolkischen Schutzmannschaften mit 
reichsdeutschen KZ-Bewachungsmannschaften wurde ebenfalls in 
die Wege geleitet. 

4. ) Am 22.10.43 teilte ^-Obergruppenf iihrer Pohl mit, daB er die 

Ubernahme folgender Arbeitslager durch die Amtsgruppe D an- 
geordnet habe: 

1) Alter Flughafen Lublin 

2) ff-Arbeitslager Trawniki 

3) „ Poniatowa 

4) Zwangsarbeitslager und ff-Werkstatten in Radom 

5) „ „ Budzyn 

6) Hauptlager Krakau — Placzow 

7) Deutsche Ausriistungswerke, Lublin 

8) Riistungslager in Lemberg. 



75 



4024-PS 

5.) Bei der Besprechung am 22.10.43 teilte ff-Obergruppenfuhrer 
Pohl mit, daB ich als 1. Geschaftsfphrer der „Osti" durch den 
2. Geschaftsfiihrer ersetzt werden sollte und ein neuer zweiter 
Geschaftsfiihrer eingesetzt wird. •■ 

Die Entlastung wurde mir ebenfalls zugesagt. 

Meinen Nachfolger habe ich ebenfalls voll aufgeklart und ihn 
auf seine Aufsichtspflicht verwiesen. 

Damit habe ich alle Voraussetzungen, die ,fiir die Fortfuhrung not- 
wendig waren, geschaffen. 

Die Sicherheitsgrundlage war gegeben und durch die Fiihrung durch 
die KZ gewahrleistet. 

Die Entlastung ist bis heute nicht erfolgt. 

Am 3.11.1943 wurden die Arbeitskrafte den Arbeitslagern entzogen 
und die Werke stillgelegt. 

Die Lagerfiihrer waren von dieser Aktion nicht unterrichtet, obwohl 

— Seite 5 — 

obwohl bei ihnen die Verantwortung lag, ich wurde daher in 
meiner Aufsichtspflicht gehindert. 

Ich habe den Lagerfiihrern den Auftrag gegeben, die Abschliisse 
durchzufiihren und Auftragsfeststellungen bzw. Oberlagerungen 
fortzusetzen. 

Am Tage vor der Lagerraumung hat General Schindler, Riistungs- 
inspektion Krakau, aufgrund einer Zusage von f^-Obergruppen- 
fiihrer Kriiger mit den Lagerfiihrern vereinbart, daB 

a) kiinftig nur mehr Riistungsauftrage in die Arbeitslager 
kommen 

b) er am 2.11. die Zusicherung bekommen habe, weitere 10.000 
Juden fur die Riistungsarbeit abzustellen. 

Dieser Vereinbarung konnte nicht mehr entsprochen werden. 

Globocnifc 

fj -Gruppenf iihrer 
und Generalleutnant der Polizei 



76 



4024-PS 



El f t e s S; 



Beilage 1 



Auftragsbestand 

der Betriebe der ^-Arbeitslager im Distrikt Lublin 
am 3. November 1943 

G e s a m t a u f t r a gs b es t a n d nach 
Wirtschaftsbetrieben: 



1) Ostindustrie G.m.b.H., Lublin 

2) Deutsche Ausriistungswerke 
Werke Lublin 

3) Textilwerk Poniatowa 

4) Pelzwerk Trawniki 



Zl 5,552.700.— Anl. 1 

„ 7,989.000.— „ 2 

„ 13,000.000.— „ 3 

„ 4,536.000.— „ 4 



Zl 31,077.700.- 



(2) 



II. Dieser Gesamtauftragsbestand verteilt sich 
auf folgende Fe r t i gu n gsg r up p e n : 

Holz Zl 5,728.000.— 

Metall „ 4,171.000.— 



Textilien 

Leder 

Pelze 

Sonstige (3) 



10,338.200.— 
1,970.000 — 
4,816.000.— 
4,054.500.— 



Zl 31.077.700.— 



(2) 



(3) 



Da es sich fast ausschlieBlich um Lohnauftrage handelt, 
stellt der Auftragsbestand im Wesentlichen nur Lohn- und 
Regiekosten dar. Der wirkliche Wert der Fertigung bei 
Eigenerzeugung ware infolgedessen mindeste'ns 50°/o hoher 
gewesen. 

Unter Sonstige Fertigungsgruppen sind zusammengefasst 
u.a.: Erzeugung von Tori, bzw. Generatorenkoks, die einzige 
Dachpappenfabrik des Distrikts Lublin, 2 Uhrmachereien, 
1 Biirstenfabrik, die groBte Borstenzurichterei des Gen. 
Gouv., Korb- und Strohflechterei, Druckerei, Herstellung 
von Betonteilen fur Barackenbau. 



Globocnik 



77 



4024-PS 



Auftragsbestand A n 1 a g e 1 

der Ostindustrie G.m.b.H., Lublin am 3. November 1943 



Wer k 



Auftrage 



Auftrag- 
geber 



Gesamtwert 
Zl. 



davon 

Wehrmacht- 
auftrage 
Zl. 



Zivil- 
auftrage 

Zl. 



II 

Torf grube 
Dorohucza 

III 

Biirsten- 

fabrik 

Borsten- 

zurichterei 

Weiden- 

flechtbetrieb 



V 

Median, 
u. andere 
Werkstatten 
in Lublin 



1) 420tTorf- 
koks 

2) 4,5 t Teer 



1) 



724.000 St. 
Pinsel u. 
Bursten 
versch. Art 

2) Instands. v. 
135.000 St. 
GesdioB- 
korben 

3) 15.000 kg 
Borsten z. 
Zurichten 

1) Herstellg. v. 
1,5 Mill. 
Zunder- 
schrauben 



2) 



Erzeug. v. 
4,5 Mill. 
Schnallen 

3) Instands. 
v. 37.500 
Blechpack- 
gefaBen 

4) Zerlegung 
v. 3.000 



Bordlafetten ring) 



jWaffen-ff 
DAW 

!wBA., Ber- 
lin 

HWL II der 
Waffen^ u.a. 

Munilager 
Lublin 



Versch. Lie- 
ferungen an 
WM u. Privat 

WM (Planungs- 
ring) 



Kosakendiv. 
(WM) u. a. 

Munilager 
Lublin 



LuftwafEe 
(Planungs- 



5) Reparatur v. 
15.000 Auto- 
zubehorteil. 

6) Reparatur v. 
ca 3.000 Uh- 
ren u.a. Rep. 
versch. Art 

7) Arifertigung 
v. 18.000 

St. Militar- 
effekten 



HKP Lublin 



MW u. zivi- 
le Firmen 



Fa. Kienle 
Stuggart 
fur WM 



210.000.— 

4.500.— 
1,592.000.— 



216.000.— 



210.000.- 



1,350.000.- 



1,620.000 — 



-210.000.- 

4.500.- 
1,392.000.— 200.000.- 



216.000.- 



105.000.— 105.000.— 



1,350.000.— 
1,620.000.— 



150.000.— 150.000.— 



40.000.— 40.000.— 



75.000.- 



75.000.— 



60.000.— 15.000.— 



25.200— 25.200.— 



5,552.700.- 



, 5,198.200.— 



45.000.— 



354.500.— 



Vorstehende Auftragszahlen enthalten neben den laufenden Auf- 
tragen fiir Dauerauftrage ledigliche 3 Monatszahlen. 



78 



4024-PS 



Anlage 2 

Auftragsbestand 
der Deutschen Ausriistungswerke — Werke Lublin 
am 3. November 1943 



Fertigungsgruppe 


Gesamtwert 
Zl. 


davon 

Wehrmachts- 
auftrage 
Zl. 


Zivilauftrage 
Zl. 


Holz 


5,728.000.— 


3,899.200.— 


1,828.800.— 


Metall 


151.000.— 


130.000.— 


21.000.— 


Textil 


28.000.— 


14.000.— 


14.000.— 


Leder 


660.000.— 


570.000.— 


90.000.— 


Sonstige 


1,422.000.— 


162.000.— 


1,260.000.— 




7,989.000.— 


4,775.200.— 


3,213.800.— 



Anmerkung : Vorstehende Auf tragszahlen enthalten neben den 
laufenden auftragen fur Dauerauftrage lediglich 
3 Monatszahlen. 



Die Deutschen Ausriistungswerke waren das ausgebauteste Werk. 

41 arische Fiihrungskrafte fiihrten 5.445 jiidische Arbeitskrafte, die 
in den ersten 10 Monaten des Jahres 1943 1,115.000 Tagewerke 
durchiuhrten mit einem Bank- und Kassenstand von 31,000.000 
Zloty. 

Die Holzverarbeitung stand im Vordergrund, mit einem Holzum- 
schlag von 7.600 m 2 . 

Auch die Schuhanfertigung war auf 337.250 Paar gestiegen und 
sollte durch die neuhinzukommende Instandsetzungswerkstatt auf 
450.000 Paar gebracht werden. 

Dachpappe wurde in dieser Zeit 331.770 m 2 erzeugt. 

Durch Ankauf eines eigenen Sagewerkes hatte die Holzbearbeitung 
bedeutend erweitert werden sollen und die Nebenprodukte in Ver- 
wertung kommen, so die Erzeugung von Tankholz und Holzkohle- 
destilation, wobei die anfallenden Teere wieder zur Dachpappe- 
erzeugung hatten verwertet werden konnen. 

Eine weitere wesentliche Produktion war die Herstellung von 2.500 
Finnenzelten und die monatliche Instandsetzung von 25.000 Pack- 
gefafien. 



79 



4024-PS 



71.000 Tornister und Brotbeutet wurden ebenfalls instandgesetzt. 
An optischen Geraten wurden 5.000 Stuck zerlegt. 
Instandgesetzte Autos 1.270. 



Seite 2 ■ 



Die Produktion im Jahre 1944 ware gewesen: 



Holzeinschnitt 20.000 m 3 . 
Verfertigung von Unterkunftsgerat 
Tiiren, Fenster, Regale 
Finnenzelte 

Instandsetzung von PackgefaBen 

Holzsohlen 

Burstenholzer 

tankholz 

Holzkohlen 

Dachpappe 



15.000 Stuck 
20.000 Stuck 
5.000 Stuck 
250.000 Stuck 
6.000 Stuck 
4.800.000 Stuck 
20.000 Rm 
4.500 kg 
2,000.000 m 2 



Die Kapazitat ist am besten dadurch gekennzeich.net, daB 312 Ar- 
beitsgemeinschaften der Handwerker im Generalgouvernement nicht 
einmal den doppelten Umsatz als die DAW allein hatten. 

Die Auftrage waren mit 83 °/o Wehrmachtsleistungen mit 17 % am 
zivilen Sektor gelegen. 

Anlage 3 



Auftragsbestand 
des Textilwerkes Poniatowa am 
am 3. November 1943 



Ferti- 
gungs- 
gruppe 


Auftrage 


Auftrag- 
geber 


Gesamtwert 
Zl. . 


davon 
Wehr- 
machts- 
auftrage 
Zl. 


Zivil- 
auftrage 

Zl. 


Textil- 
auftrage 


Neuanfertigung 
u. Instands. v. 
1,531,000 Be- 
kleidungs- 
stiicken aller 
Art 


WM, in 1. Li- 

nie HBA. 
Warschau u. 
Posen u. WBA 
Bin. u. ziv. 
Firm. 


10,285.000.— 


7,200.000.— 


3,085.000.— 


Pelzbe- 
kleidung 


Herstellung v. 

28.100 St. Pelz- 
bekleidung 
versch. Art 


WM 


280.000.— 


280.000.— 





80 



4024-PS 



Leder- 
erzeug- 
nisse 


Herstellung v. 

132.000 St. bzw. 
Paar Leder- 
erzeugnissen 
versch. Art 


WM 


1,310.000.— 


1,310,000.— 




Eisen- 
auftrage 


Herstellung v. 
Mutter- 
schrauben 


Arbeitsring 
D — OKH 


725.000.— 


725.000.— 




Betonbau 


Herstellung v. 
20.200 Beton- 
baracken 


Rii-Minst. 
Speer 
(Riistungs- 
bau) 


400.000.— 


400.000.— 










13,000.000.— 


9,915.000.— 


3,085.000.— 



Anmerkung : Vorstehende Auftragszahlen enthalten neben den 
laufenden Auftragen fur die Dauerauftrage lediglich 
3 Monatszahlen. 



Anlage 4 fehlt 



Beilage 2 

Vorlaufiger AbschluBbericht der Kasse Aktion „Reinhardt" 

Lublin 
per 15. Dezember 1943 

Dem GroBdeutschen Reich wurden im Zuge der Aktion „Reinhardt" 
Lublin in der Zeit vom 1. April 1942 bis einschlieBlich 15. Dezember 
1943 nachstehende Geld- und Sachwerte zugefuhrt: 



Bargeld 



Einnahmen 
RM 



Barbestande 17,470.796.66 

an Reichsbank Berlin RM-Noten u. Hartgeld 3,979.523.50 

„ Zloty „ „ 5,000.461.00 

„ ^-Wirtschafter, Krakau 50,416.181.37 

Darlehen fur ff-Wirtschaftsbetriebe 8,218.878.35 

Einnahmen aus Titel 21/E 656.062.40 



85.741.903.28 



81 



4024-PS 



Personliche Gebiihrnisse, Titel 21/7a 
Sachausgabe (davon ca. 40 % fur J-Transporte 



Ausgaben 
RM 

96.207.28 



Falschgeld (Zlotynoten) 



Titel 21/7b) 11,765.552.62 
28.062.64 



11,889.822.54 



Zusammenstellung: 



Einnahmen 

Ausgaben 

Reineinnahme 



RM 85,741.903.28 



RM 11,889.822.54 
„ 73.852.080.74 



RM 85.741.903.28 RM 85,741.903.28 



Ceheime Reichssache 



Be r i c h t 



fiber die verwaltungsmaBige Abwicklung der 



I. Alle aus dieser Aktion angefallenen Werte Wurden in einer von 
mir aufgebauten Verwaltung zentral erfasst, entsprechend ge- 
ordnet und gebucht. Die Erfassung erstreckt sich auf das ganze 
Generalgouvernement. Die Krafte waren vom ^-Wirtschafts- 
und Verwaltungshauptamt. 

Die Verwendung und Abwicklung der Werte wurde nach Grund- 
linien des Reichsfuhrers-ff durchgefiihrt. Im L.aufe der Aktion 
in einer Weisung vom 26.9.42 u. 9.12.43 1 ) zusammengefasst und 
das ^-Wirtschafts und Verwaltungshauptamt mit der Abwick- 
lung gegeniiber den Reichsstellen betraut. 

Die von mir gesammelten Werte wurden laufend gegen Bestati- 
gung dem ff-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt iibergeben 
und dieses leitete die Werte an die Reichsbank, Reichsfinanz- 
ministerium, Textilbetriebe usw. weiter. 

Fur Volksdeutsche durfte auf Befehl des Reichsfiihrer-^ zu 
deren Versorgung Notwendiges entnommen werden, fur ff-eigene 
Zwecke hat der Reichsfuhrer-ff jede Verwendung verboten. 



') „u.9.12.43" 1 am Rand mit Kreuz, das auf den T hinweist, eingefiigt 



Aktion Reinhardt. 



82 



4024-PS 



Das Besondere der Abrechnung ist, daB eine gebundene Ein- 
nahmevoraussetzung nicht gegeben war, da die Sammlung d er 
Werte auf Befehl erfolgte und nur die Anstandigkeit und 
Sauberkeit, sowie die Uberwachung der hier eingesetzten 
^-Manner eine restlose Ablieferung gewahrleisten konnte. 

"Was allerdings dann erfasst und gesammelt war, und von der 
Abt. Reinhardt vereinnahmt wurde, ist unter groBter Genauig- 
keit und ohne Verfehlung abgerechnet und abgeliefert worden. 
Eine Vorprufung bis 1.4.43 durch ff-Obersturmbannfuhrer Vogt 
vom ^-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt, hat bereits 
stattgefunden und hat vollste Ordnung ergeben. Fur den Rest 
muB die Vorprufung noch durchgefuhrt werden. 

— Seite 2 — 

Aufgrund einer Vereinbarung mit dem Reichsfinanzministerium 
ist diese Vorprufung endgiiltig und werden unter Ausschaltung 
des Reichsrechnungshofes die Belege und Unterlagen gemaB den 
Geheiinhaltungsvorsehriften vernichtet. 

II. Die abgegerechneten Werte gliedern sich: 

1.) Reich smark und Zloty-Betrage. 

Aus diesen Eingangen wurden die gesamten Sachausgaben, 
Transportspesen, Gebiihrnisse usw., die aus der Aktion ent-. 
standen gedeckt. Der weitaus groBte Teil wurde dem 
ff-Wirtschafter im Generalgouvernement zur Verfiigung 
gestellt und die Betrage im Buchausgleich vom f^-Wirtschafts- 
und Verwaltungshauptamt der Aktion Reinhardt in Reichs- 
mark gutgeschrieben und der Reichsbank iibergeben. 

Eini kleiner Teil wurde aus Devisengriinden als Kredit fiir 
verschiedene Wirtschaftsbetriebe verwendet und ebenfalls 
dann im Buchausgleich vom f^-Wirtschafts- und Verwaltungs- 
hauptamt gutgeschrieben. 

AuBerdem wurden fur dringende Materialbeschaffungen Uber- 
preisdifferenzen gedeckt. Alle diese Vorgange sind mit 
Genehmigung des ^-Wirtschafts- und Verwaltungshaupt- 
amtes erfolgt. Ein weiterer Betrag wurde dem KZ laufend 
zur Verfiigung gestellt, um Ausbauten vorzunehmen, den 
Wirtschaftsbetrieb aufzubauen und die entsprechenden land- 
wirtschaftlichen Maschinen usw. zu begchaffen. Hieriiber 
wurde genau Buch gefiihrt, von mir laufend die Kaufe be- 
statigt und werden diese Unterlagen ebenfalls der Endabrech- 
nung angeschlossen. Das Buch wurde vom Verwaltungsfvihrer 
des KZ gefiihrt, und zwar gesondert von meiner Verwaltung, 



83 



4024-PS 



da die KZ-Verwaltung von der ^-Standortverwaltung Lublin 
auf Weisung des ^-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes 
unabhangig war. Fur diese Ausgaben muB noch eine Ver- 
giitung an Reinhardt von der Dienststelle erfolgen, die end- 
giiltig den Betrieb iibernimmt. 

2. ) D e v i s e n in Noten oder gemiinzten Gold wurden gesammelt, 

sortiert und ebenfalls iiber das ff-Wirtschafts- und Ver- 
waltungshauptamt der Reichsbank iibergeben. 

— Seita 3 — 

3. ) Juwelen, Schmuckgegenstande, Uhren und dergleichen 

wurden nach ihren Wert sortiert und dem ^-Wirtschafts- und 
Verwaltungshauptamt abgeliefert. Auf dessen Anweisung 
wurden Uhren aus Nichtedelmetall an die Truppe abgeliefert, 
Brillen nach Herrichtung Versehrten zur Verfugung gestellt, 
sowie wertlose Gebrauchsgegenstande hauptsachlich an Wehr- 
machtsdienststellen zur Deckung von dringenden Bedarf 
abgegeben. Hieruber liegen die entsprechenden Ubernahme- 
belege vor. 

4. ) Spinnstoffe, Bekleidungsstiicke, Wasche, Bettf edern und 

Lumpen wurden gesammelt und nach ihrer Qualitat sortiert. 
Die sortierten Gegenstande muBten nach verborgenen Werten 
durchsucht und schlieBlich desinfisziert werden. 
Tiber 1.900 Waggon sind dann auf Weisung des ^-Wirtschafts- 
und Verwaltungshauptamtes den vom Reichswirtschaftsmini- 
sterium angegebenen Stellen zur Verfugung gestellt worden. 
Aus diesen Bestanden wurden nicht nur fremdvolkische 
Arbeiter bekleidet, sondern ein groBer Teil zur Wiederver- 
spinnung verwendet. Es ist kein Krankheitsfall bekannt- 
geworden, obwohl die Bekleidungsstiicke oft von hauptsachlich 
Fleckfieberkranken stammten, somit ist die Desinfektion 
ausreichend gewesen. 

Die besten Bekleidungsstiicke wurden abgesondert und zur 
Versorgung der Volksdeutschen auf Bef ehl des Reichsfiihrer-f i 
verwendet. Schuhe wurden ebenfalls nach Brauchbarkeit 
sortiert und dann entweder an Volksdeutsche abgegeben, in 
die KZ zur Haftlingsversorgung oder aber zertrennt und auf 
Holzschuhe fur die Haftlingsbekleidung neu verarbeitet. 

5. ) Einzelwerte besonderer Art, wie Briefmarken, Mixnzen 

und dergleichen wurden sortiert und dem ^-Wirtschafts- und 
Verwaltungshauptamt abgeliefert, wertloses Zeug wurde ver- 
nichtet. 



84 



4024-PS 



6. ) Sonstige angefallene Gegenstande, wie Seife, Waschmittel, 

EBgeschirr, und dergleichen wurden in den Judenlagern ver- 
wendet, Glas, alte Eisengegenstande usw. den Verwertungs- 
stellen zur Neuverarbeitung zugefiihrt. 

7. ) Die auf den Transporten mitgebrachte Verpflegung wurde 

fur die Versorgung der Judenlager mitverwendet. 

— Seite 4 — 

8. ) Wertvolle Einrichtungsgegenstande und Hausrat wurden in- 

standgesetzt und hauptsachlich den volksdeutschen Siedlern 
zur Verwendung ubergeben. Aber audi deutschen Dienst- 
stellen und Wehrmachtsstellen wurden Einrichtungsgegen- 
stande gegen Scheinwechsel leihweise iiberlassen. 

Minderwertige Ware wurde entweder vernichtet oder an die 
Bevolkerung zur Pramierung bei guten Ernteleistungen usw. 
verwendet. 

Es wurde getrachtet, aus Gegenstanden, die nicht mehr ver- 
wendbar waren, Teile, wie z. B. Schlosser, Scharniere und 
dergleichen abzumontieren und sie neu zu verwerten. 
Die Belege der leihweise abgegebenen Gegenstande wurden 
monatlich dem Hoheren ft- und Polizeifuhrer Ost ubergeben. 

GemaB Reichsfiihrer-^f Befehl vom 22. 9. ist der Gesamtanfall 
abgeschlossen, verwertet und weitergegeben, sodaB kaum noch 
eine Masse vorhanden ist. 

Vorhanden sind noch Einrichtungen, die zur Durchfiihrung der 
Aktion notwendig waren, wie Baracken, Lagergestelle, Fuhr- 
werke und dergleichen und aus den angefallenen Mitteln gekauft 
wurden. Diese sind vereinnahmt, es miiBte jedoch der Entscheid 
noch gefallt werden, welchen Verwertungszweck sie zu dienen 
haben. 

Der Gesamtwert der angefallenen Gegenstande ist laut beilie- 
gender Aufstellung ungefahr 180,000.000 Reichsmark. Hierbei 
sind jedoch Mindestwerte angenommen, sodaB der Gesamtwert 
wahrscheinlich das Doppelte betragt, abgesehen des Wertes der 
vereinnahmten Gegenstande, in denen Mangellage herrscht, wie 
Textilien, wovon allein iiber 1.900 Waggons der deutschen Indu- 
strie zugefiihrt wurden. 

Globocnik 

ff -Gruppenf uhr er 
und Generalleutnant der Polizei 



85 



4024-FS 



Edelmetalle: 



236 Stuck Goldbarren 


= 2,909.68 kg 


a RJi/[ 2.800.— = 


RM 8,147.104. — 


2143 „ Silberbarren 


= 18,733.69 „ 


n n 40. — = 


„ 749.347.60 


Platin 


15.44 „ 


„ „ 5.000. — = 


77.200.— 








ibivi o,y i o.doi.ou 


Devisen in Noten 








USA Dollar 


1 081 521 40 


a RM 2 50 


RM 2 703 803 50 


Engl. Pfunde 


15.646.11 


„ 9.30 


145.512.80 


Falast. Pfunde 


4.922.50 


„ 9.30 


45.779.25 


Canad. Dollar 


8.966.25 


„ 2.50 


22.415.62 


Rubel 


2,454,278.35 


„ —.10 


245.427.84 


Franz.Frs. 


1,468,486.35 


„ —.05 


73.424,31 


Schweiz.Frs. 


119.302.33 


„ 5.80 


691.953.51 


Lire 


6.465.08 


„ —-10 


646.50 


Prot.Kr. 


1,745.601.50 


„ —.10 


174.560.15 


Tixrk.Pfunde 


39.50 


„ 1.90 


75.05 


Belga 


12.449.25 


„ —.40 


4.979.70 


Lei 


55.975.54 


„ —.02 


1.119.51 


Siidafr.£ 


119.V2 


„ 4.40 


.525.80 


Holl. Gulden 


133.986.95 


„ 1.33 


178.202.64 


Lewa 


5,995.421.— 


„ —-01 


59.954.21 


Austral. £ 


55.— 


„ 2.50 


137.50 


Dinare 


435.641.— 


„ —.05 


21.782.05 


Karbowanetz 


164.169.— 


„ —.10 


16.416.90 


Pengo 


28.392.50 


„ —.60 


17.035.50 


Slow. Kronen 


103.538.35 


„ —10 


10.353.84 


Drachmen 


4,875.419.70 


„ —.02 


97.508.29 


Schwed.Kronen 


4.377.— 


„ —.60 


2.626.20 


Norw. Kronen 


775.— 


„ —60 


465.— 


Argent. Pesos 


977.55 


1 — 


977.55 


Pesetas 


1.471.— 


„ 2.40 


3.530.40 


Finn.Mark 


1.140.— 


„ —.05 


57 — 


Dan. Kronen 


1.270.— 


„ —.52 ■ 


660.40 


Bfasil. Milreis 


63.— 


„ —.09 


5.67 


Egypt. Pfune 


20.— 


» 4.40 


88.— 


Litas 


175.— 


„ —.10 


17.50 


Yen (Jap.) 


4.— 


„ —.50 


2.— 


Lats 


20.— 


„ —.10 


2.— 


Paraguay Pesos 


12.— 


„ —.60 


7.20 


Cuban Pesos 


57.— 


„ —.60 


28.20 


Uruguay Pesos 


1 — 


„ —.60 


—.60 


Bolivians Besos 


4.50 


„ —.60 


2.70 



86 



4024-PS 



Mexic.Pesos 




3 — 


a RM —.50 


RM 1.50 


Alb. Frs. 




195.44 


„ —.10 


19.54 


Rhodesia Pfunde 


8 — 


» 4.— 


32.— 


Neuseeland.Pfunde 


— 10 — 


„ 4.— 


2.— 


Alger.Frs. 




30.— 


„ —.10 


3.— 


Lux.Fr. 




40.— 


„ —.50 


20.- 


Java Gulden 




10.— 


„ 1.30 


13.— 


Danz. Gulden 




1.038.— 


„ 1 — 


„ 1.038. — 


Columban. Pesos 


1.— 


„ —.60 


fin 


Mozambique Esc. 


1.— 


„ —.60 




Mandschukuo Cent 


15.— 


„ —.50 


7.50 


China-Dollar 




1.— 


„ 1.50 


1.50 


Seite 2 








xtlvl 4,DZl.zz4.1U 


Devisen in 


gemiinztem Gold: 




USA Dollar 


249.771.50 


a RM 4.20 RM 




Engl. Pfund 


610.— 




, 20.40 


1 9 AAA 
1Z.444. 


Rubel 


198.053.— 




2.15 




Ost.Kronen 


73.230.— 




, —.85 


fiO OAR 


Franz.Frs. 


38.870.— 




, 1-62 




Reichsmark 


23.485.— 




, 1.— 


Z0.40D. 


Port.Reis 


20.000.— 


200 Esc 


, 1 — 


ZUU. — 


Schweiz.Frs. 


6.970.— 




, 16.50 (f. 20Frs) 


za.UUl. — 


Dukaten 


6.614 




, 10.— RM 


00.14U. — 


Lire 


3.740 




, —.50 


1.0 lU. 


ost.Schilling 


2.925.— 




, 2:3 


l.you. — 


Turk. Pfunde 


417.75 




, 3.50 


1 A CO 1 o 

1.4oz.lz 


Belga 


1.740.— 




— .50 


o7u. — 


Lewa 


30.— 




, —-50 


10. — 


Lei 


1.177.50 




, —.50 


588.75 


Siidafr. £ 


4.— 




20.40 


01 cn 

ol.bu 


Holl.Gulden 


905.— 




17.— (f.lOfl) 


l.DoO.DU 


Austral. Pfunde 


7.— 




20.40 RM 




Dinare 


41.— 




—.50 


zO.oU 


Schwed. Kronen 


30.— 




11.20 (f.lOKr) 




Norw.Kr; 


55.— 




11.20 (f.lOKr) 


fil fif> 


Pesetas 


50.— 




1.50 RM 


75.— 


Finn.Mk. 


80.— 




1.— 


80.— 


Zloty 


2.060.— 




—.50 


1.030.— 


Dan. Kr. 


360.— 




11.20 (f.10 Kr) 


403.20 


Tschech. Dukaten 17 — 




10.— RM 


170.— 


Yen 


2.— 




—.50 


1.— 


Cuban. Pesos 


10.— 




4.20 


42.— 



87 



4024-PS 



Mex. Pesos 111.50 a RM 4.20 RM 468 — 

Alb. Frs. 20.— „ —.50 „ 10.— 

Jugosl. Dukaten 1. — „ 5. — „ 5. — 

Tunes. Frs. 180.— „ 1.62 „ 291.60 

Perulibre 1. — „ 1. — » 1- — 

Chile Dollar 1— „ 4.20 _„ 4^20 

RM "1,736.554.12 



Juwelen und sonstige Werte: 


im Durchschnitt 




aRM 


RM 


15.883 Stuck Ringe aus Gold m.Brill.u.Diam. 


1.500.— 


23,824.500.— 


9.019 „ goldene Damenarmbanduhren 


250.— 


2,254.750.— 


3.681 „ goldene Herrentaschenuhren 


500.— 


1,840.500.— 


353 „ Armbander mit Brill.u.Diam. 


3.500.— 


1,232.000 — 


1.716 Paar Ohrringe aus Gold m.Brill.u.Diam. 


250.— 


429.000.— 


2.497 Stuck Broschen „ „ „ „ „ „ 


2.000.— 


4,994.000.— 


130 Stuck einzelne groBe Brillanten 


1.000.— 


130.000.— 


2511.37 Karat einzelne Stiicke Brillanten 


100.— 


251.137. — 


13458.62 „ „ „ Diamanten 


50.— 


672.931. — 


291 Stuck Anstecknadeln mit Brillanten 


100.— 


29.100. — 


■ 660 „ Herrenarmbanduhren goldene 


100.— 


66.000.— 


458 „ Damenanhangeuhren mit Brillanten 


500.— 


229.000.— 


273 „ Damen-Platin-Brillantuhren 


1.200.— 


327.600.— 


349 „ Damen-Anhangeuhren goldene 


250.— 


87.250.— 






36.367.768.— 


- — Seite 3 — 








im Durchschnitt 




aRM 


RM 


Ubertrag 


36,367.768.— 


362 Stiick Damengolduhren mit Brill.u.Diam. 


600.— 


217.200.— 


27 „ Armreifen mit Brill, u. Diamant. 


250.— 


6.750.— 


40 „ Goldbroschen 


350.— 


14.000.— 


18 „ Manschettenknopfe mit Brill. „ 


150.— 


2.700.— 


114.20 kg Perlen 




6,000.000.— 


63 Stiick Brillant-Platin-Uhrgehause 


1.000 — 


63.000.— 


4 „ Damen-Platinuhren 


300.— 


1.200.— 


5 „ Herrentaschenuhren mit Brill. 


600.— 


3.000.— 


4 „ Halsketten mit Brill. u.Diam. 


1.500.— 


6.000.— 


8 „ Damenringuhren goldene 


150.— 


1.200.— 


4 „ Damenanhangeruhren m. Perlen 


200.— 


800.— 


18 „ Goldfiillhalter 


20.— 


360.— 


5 „ Drehbleistifte goldene 


15.— 


75.— 


1 „ Zigarettenetui golden 


400.— 


400.— 



88 



4024-PS 



im Durchschnitt 









a RM 


RM 


60.125 Stuck Uhren versch. Art 


10.— 


611.250. — 


7.80 kg 


Korallen 




600. — 


3 Stuck 


Puderdosen gold 


50.— 


150. — 


103.614 




Reparaturuhren 


2.— 


207.228.— 


29.391 


» 


Brillen 


3.— 


88.173.— 


350 




Rasierapparate 


2.— 


700.— 


800 


J* 


Taschenmesser 


1.— 


800.— 


3.240 


>> 


Geldborsen 


1.50 


4.860.— 


1.315 


» 


Brieftaschen 


2.50 


3.287.50 


1.500 




Scheeren 


—.50 


750 — 


230 




Taschenlampen 


—.50 


115.— 


6.943 




Wecker zur Reparatur 


1.— 


6.943.— 


2.343 




Wecker gangbar 


4.— 


9.372.— 


627. 




Sonnenbrillen 


—.50 


313.50 


41 




silberne Zigarettendosen 


15.— 


615.— 


230 


3) 


Fieberthermometer 


3.— 


690.— 


— Seite i 






43,662.450.00 



S p i n n s t o f f e : 

1901 Waggons mit Bekleidung, Wasche, Bettfedern 

und Lumpen im Durchschnittswert von RM 
Lagerbestande im Durchshcnittswert von „ 



26,000.000.— 
20,000.000.— 



RM 46,000.000.— 



Gesamtzusammenstellung: 

Abgelieferte Geldmittel Zl- und RM-Noten RM 73,852.080.74 

Edelmetalle „ 8,973.651.60 

Devisen in Noten „ 4,521.224.13 

Devisen in gemiinztem Gold „ 1,736.554.12 

Juwelen und sonstige Werte „ 43,662.450/ — 

Spinnstoffe „ 46,000.000 — 



RM 178,745.960.59 



gez. R z e p a gez. W i p p e r n 

ff-Oberscharfuhrer ^-Sturmbannfiihrer 
und Kassenleiter und Leiter der Verwaltung 

Globocnik 



89 



4024-PS 

Zwolf tes S: 



Der Reichsfiihrer-^ Feld-Kommandostelle, den 21. Jan. 1944 

RF/M. 

1851\43 geh. 

Ceheim 

Lieber P o h 1 ! 

Sie werden ebenso wie ich von ^-Gruppenfiihrer Globocnik 
die Meldung iiber die wirtschaftliche Abwicklung der Aktion 
Reinhardt bekommen haben. Ich muB Globocnik Recht geben: 
wir miissen ihm eine ordentliche Entlastung erteilen. 

Ich darf Sie bitten, wenn Sie die Dinge als richtig ansehen, 
allenfalls nach Besprechung mit Globocnik und Uberpriifung 
einen entsprechenden Entwurf fur eine Entlastung vorzulegen. 

Heil Hitler! 

HH 



Dreizehntes S: r n „An den Reiehsfiihrer-ff," hs: „War in Besprechu-ngs- 
mappe. Kann wenigstens vorerst zur Abl. Pz (?) 6/8" I darunter hs: „zum 
Vorgang" I 1 unter T Stp: „PersSnlicher Stab RF#, Eingang am 27. JAN.1944, 
Tgb.Nr. 1851/44 geh., an: RF", im Stp: ,,1851/44 geh." und „RF" hs 



Der Chef 

des ^-Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes 

Ch.Po/Ha. _ „, T in/1 . 

Berlin, 25.Januar 1944. 

Lichterfelde-West 

Unter den Eichen 126-135 

Fernsprecher: Ortsverkehr 76 52 01 

Fernverkehr 76 51 01 



Betr. : Entlastung ^-Gruppenftihrer Globocnik, 
Bezg. : Schreiben RF.tt vom 21.1.1944. 

An den 

Reichsfiihrer-^, 
Berlin. 



Reichsfiihrer ! 

Es ist selbstverstandlich, daB dem ^-Gruppenfiihrer Globoc- 
nik eine Entlastung erteilt wird. Ebenso selbstverstandlich aber 
ist es, daB diese Entlastung erst nach Uberpriifung der ganzen 
Arbeit erteilt werden kann. 



90 



4024-PS 



Diese Uberpriifung ist nahezu abgeschlossen. Ich werde Ihnen 
deshalb zur gegebenen Zeit den Entwurf einer Entlastung vor- 
legen. 

ff-Gruppenfiihrer Globocnik ist sehr ungeduldig. Er hat mich in 
den letzten Wochen fortgesetzt mit Briefen und Fernschreiben 
bombardiert. Wie er sich das vorstellt, namlich mit 31.12.1943 — 
wie Sie es befohlen haben — aus aller Verantwortung entlassen 
zu sein, geht das naturlich nicht. Dieser Tag ist vielmehr so zu 
verstehen, daB er bis dahin die Verantwortung tragt. Er kann 
aber nicht erwarten, daB ich ihm am l.Januar 1944 morgens zum 
Friihstuck die Entlastung auf den Tisch lege. Dazu sind die ein- 
gangs bezeichneten Nachpriifungen erforderlich. 

H e i 1 H i 1 1 e r ! 
Pohl. 

fj -Obergruppenf iihr er 
und General der Waffen-^. 



Vierzehntes S: 1 n Datum: „IV/2" (hs) I im Baum r n Adr hs: „W 16.7" 
(,,16.7." hs gestrichen) I darunter hs: ,,16.8.44 xx" (hs gestrichen) I darunter 
hs: „Abl Pz (?) 18/8" I r n U: P unl I in Ecke 1 u Stp: „Personlicher Stab 
RF#, Eingang am 28.FEB.1944, Tgb.Nr. 1851/43 geh., an: RF", im Stp: 
,,1851/43 geh." und „RF" hs 1 zwisdien * J und ** hs Stridi 



16.Februar 1944 
Geheim 

Az.: A II/3 Reinh.Me/Mii. 

Tgb. Nr. Geh. 35/44 
Betr.: Entlastung Aktion Reinh.Lublin 

Bezug: Ihr Schreiben vom 5.1.44 u.Prufungsbericht Amt A IV 
vom 7.1.44 und A II/3 Reinh. vom 4.2.44. 

An 

t f -Gruppenf uhr er 

Globocznik 

Hoherer ^-u.Polizeifiihrer 
im Operationsgebiet 
adriatisches Kiistenland 

Triest 



91 



41'24-PS 



*' Die von der Verwaltung Sonderaufgaben „G" Lublin iibersandten 
Rechnungsbelege fur die Zeit vom 25.10.42 bis 31.3.43 haben dem 
* 2 Priifungsamt vorgelegen. 

Nach Kenntnisnahme des Priifuhgsberichtes und nachdem die 
gezogenen Prufungsbemerkungen durch die Stellungnahme von 
^-Sturmbannfuhrer Wippern geklart wurden, erteile ich Ihnen 
fiir den obengenannten Zeitraum Entlastung. 

Die weiteren Rechnungsbelege fiir die Zeit vom 1.4.43 — 31.12.43 
werden zur Zeit gepriift. Uber das Priifungsergebnis werde ich 
Ihnen zeitgerecht Mitteilung zuleiten. 

::-:: Nachrichtlich ::-:: Der Chef des ^-Wirtschafts- 

an den Verwaltungshauptamtes 

Reichsfiihrer-ff . Pohl 

. ff-Obergruppenfuhrer und 

Berlln General der Waff en -H 

mit der Bitte um Kenntnisnahme 

zum dort.Schreiben v.21.1.44 ubersandt.AZ.: 1851/43 geh. 



DOCUMENT 4032-PS 

AFFIDAVIT BY KARL REIF, 29 MAY 1946, TO THE EFFECT THAT 
HE RECOGNIZED KALTENBRUNNER ON THE OCCASION OF THE 
LATTER'S VISIT TO THE CONCENTRATION CAMP MAUTHAUSEN 
IN THE YEAR 1942 (EXHIBIT USA-909) 



BESCHREIBUNG: 
U'en Ti 

DEPOSITION 
of 

Karl REIF. 

Deposition on oath of Karl REIF, male, German nationality, of 
LiiBECK-TRAVEMUNDE, FEHLINGSTRASSE 71a, sworn before 
Captain Duncan ELLIS, East Surrey Regiment, Investigating Officer 
of War Crimes Investigation Unit HQ British Army of the Rhine, 
at LUBECK on the twenty-nineth day of May 1946. 



92 



4032-PS 



1. Ich war verhaftet in „ MUNCHEN durch die GESTAPO im 
August 1936, da ich anti-Nazi Flugblatter und Zeitungen aus der 
SCHWEIZ nach MUNCHEN gebracht habe. Nach meiner Verhaftung 
wurde ich ins Konzentrationslager DACHAU eingeliefert. Am 29 Sep- 
tember 1939 wurde ich von DACHAU nach MAUTHAUSEN geschickt, 
wo ich interniert war bis zum 22 Juni 1942. 

2. Ich kann mich an das genaue Datum nicht erinnern, aber eines 
Tages um 1 Uhr in der Nachmittag entweder May oder Juni 1942, 
kam Himmler mit einer Partie von 30 bis 35 hoheren SS, Wehr- 
macht und NSDAP Prominenten, und dabei auch Ernst KALTEN- 
BRUNNER. 

3. Ich arbeitete bei der Ankunft im Steinbruch „Wiener Graben" 
wo die Partie ihre Wagen parkten. Ich erkannte KALTENBRUNNER 
sofort nach den Fotographien welche ich in den Zeitungen von ihm 
gesehen hatte sofort wieder und auch von vielen anderen Oster- 
reichern welche dort im Steinbruch arbeiteten wurde KALTEN- 
BRUNNER sofort erkannt. 

4. Ich trug Steine vom Steinbruch ins Lager und sah dasz die 
Partie unter Fiihrung von Kommandant ZIERREISS im Lager alles 
inspecktierte. Sie begannen beim Krankenbau gingen dann zur 
Waschkiiche zur Haftlingskiiche und anschlieszend in den Zellen- 
bau in dem sich im Keller das Krematorium, die Leichenkammer 
und durch einen eigenen Eingang mit dem Krematorium verbun- 
denen Gaskammern befanden. Die Partie verliesz das Lager um 
ungefahr 18.30. 

SWORN by the said Deponant, 

Karl REIF, at LUBECK, on the Karl Reif 

Twenty-Ninth Day of May,1946, 

before me, Captain , Duncan ELLIS, 

East Surrey Regiment, Investigating 

Officer, War Crimes Investigation Unit 

HQ, British Army of the Rhine, detailed 

by C.-in-C. British Army of the Rhine. 

D Ellis Captain. 
East Surrey Regiment. 



93 



DOCUMENT 4033-PS 



AFFIDAVIT BY SS OBERGRUPPENFUHRER OSWALD POHL, 28 MAY 
1946, STATING THAT HE SAW AND SPOKE TO KALTENBRUNNER 
IN MAUTHAUSEN IN 1943 OR 1944 (EXHIBIT USA-908) 



BESCHREIBUNG: 
die ganze Urk Ti 



DEPOSITION 
Of 

Oswald POHL 

DEPOSITION on oath of Oswald POHL, male, of ARMSEN 89, sworn 
before William K. MURDOCH, Capt. P.C., of War Crimes Investi- 
gation Unit at TOMATO on 28 May 46. 

Ich kann mit Bestimmtheit aussagen, dass ich SS-Obergruppen- 
fiihrer Ernst KALTENBRUNNER gelegentlich einer dienstlichen 
Angelegenheit in MAUTHAUSEN daselbst im Kasino vor dem Ein- 
gang zum Lager rechterhand gesehen und gesprochen habe, u. zw. 
im Herbst 43 oder Frilhjahr 44. Ich habe mit ihm dort am gemein- 
samen Mittagessen teilgenommen. 

Oswald POHL 



Sworn by the said Deponent, Oswald POHL voluntarily at TOMATO 
on 28 Mai 46 before me William K. MURDOCH, Capt. P.C., detailed 
by C.-in-C, British Army of the Rhine. 

W. K. MURDOCH Capt P.C. 
War Crimes Investigation Unit 



94 



DOCUMENT 4038-PS 

DECREE ISSUED BY DR. FISCHER, GERMAN GOVERNOR OF WAR- 
SAW, 7 MARCH 1941, ORDERING THE ARREST OF A CONSIDERABLE 
NUMBER OF HOSTAGES AND ANNOUNCING THAT THEY WILL BE 
SHOT IF THE PERSON WHO SHOT A CERTAIN GERMAN IS NOT 
REPORTED WITHIN 3 DAYS (EXHIBIT GB-557) 



EXPLANATORY NOTE: 

Photo copy of decree in Polish and mimeo. English trans, submitted; certifying 
statement in Eng. Decree reproduced in Eng. 



Statement 

This is to certify that according to the investigations made by the 
General Attorney's Office of the Republic of Poland the enclosed 
photocopy represents the photostat of the first page of the daily 
paper, published in Polish by the German authorities in Warsaw, 
the "New Warsaw Courier", No. 56 of the 7th of March 1941. On 
this page the announcement of Dr. Fischer, Governor of Warsaw, 
of the 7th of March, 1941, was made public. 

Nurnberg, the 7th of June, 1946 

Dr. Stanislaw Piotrowski 
Dr. Stanislaw Piotrowski 

') Member of the Central Commission for 

Investigation of German War Crimes 
in Poland, member of the Polish Dele- 
gation at the International Military 
Tribunal at Nurnberg. 

— Page 2 — 

CHIEF OF THE DISTRICT WARSAW 

DECREE 

On 7 March 1941 in the morning, a German, Ige Sym, director of the 
Theatre of the City of Warsaw, was shot in his residence by a Pole. 

Due to this horrible crime, I issue the following orders: 
(1) Arrest of a considerable number of hostages, 

*) Official seal of Central Commission for Investigation of German War Crimes 
in Poland, stamped in blue ink 



95 



4038-PS 



(2) Prohibition of all performances in Polish theatres, cabarets, 
restaurants and other places of entertainment up to and 
including 7 April, 

(3) Curfew for Poles from 8 p.m. until 5 a.m. 

If the name of the criminal has not been reported to the German 
authorities within three days the hostages will be shot. 
This decree comes into force with its publication. 

Warsaw, 7 March 1941 

Signed: Dr. Fischer, 
Governor 

I, Dr. St. Piotrowski, member of the Polish delegation, certify that I 
am thoroughly conversant with the Polish and German languages; 
and that the above is a true and correct translation of the original. 

Signed: Dr. St. Piotrowski 

I, Martin L. Lowenthal hereby certify that I am thoroughly con- 
versant with the English and German languages, and that the above 
is a true and correct translation. 

17 June 1946. Martin L. Lowenthal 

D — 150848. 



DOCUMENT 4039-PS 

POSTER PUBLISHED IN WARSAW BY DR. FISCHER, GERMAN GOV- 
ERNOR, MAY 1941: THE DEATH PENALTY IS IMPOSED FOR IN- 
TENTIONAL DAMAGE, HOWEVER SLIGHT, DONE TO GERMAN 
MILITARY INSTALLATIONS; HOSTAGES MAY BE TAKEN IF THE 
PERPETRATOR IS NOT FOUND (EXHIBIT GB-558) 



EXPLANATORY NOTE: 

Photo, copy of poster in German and Polish, and inimeo. English trans, sub- 
mitted: certifying statement in Eng, 



Statement 

This is to certify that according to the investigations made by the 
Office of the General Attorney of the Polish Republic the enclosed 



96 



4039-PS 



photocopy represents a photostat of a poster, made public in 
Warsaw, which contains an announcement of Dr. Fischer, Governor 
of Warsaw, of May 1941. 

Nurnberg, the 7th of June, 1946. 

Dr. Stanislaus PiotroiosJci 
Dr. Stanislaw Piotrowski 

') Member of the Central Commision for 

Investigation of German War Crimes 
in Poland, member of the Polish Dele- 
gation at the International Military 
Tribunal at Nurnberg. 



Bekanntmachung. 

Mehrere Faelle von Beschaedigungen militaerischer Anlagen und 
Einrichtungen, die der Landesverteidigung dienen, geben mir Ver- 
anlassung, darauf hinzuweisen, dass auch schon die Wegnahme von 
an sich geringfuegigen Gegenstaenden (z.B. Holzpfaehlen und Eisen- 
teilen) eine Beschaedigung militaerischer Anlagen darstellt. 

Die vorsaetzliche Beschaedigung von Einrichtungen und An- 
lagen der deutschen Wehrmacht wird nach der Verordnung zur 
Bekaempfung von Gewalttaten im Generalgouvernement vom 
31.10.1939 mit dem Tode bestraft. 

Ich behalte mir vor in alien Faellen, in denen der Taeter nicht 
ermittelt wird, die Verhaftung von Geiseln aus der Gemeinde anzu- 
ordnen, in deren Gebiet die strafbare Handlung erfolgt ist- 

Warschau, am . . . Mai 1941 

Der Distriktchef in Warschau 
gez. Dr. Fischer 
Gouverneur. 



') Official seal of Central Commission for Investigation of German War Crimes 
in Poland; stamped in blue ink 



97 



DOCUMENT 4041-PS 

GROUP OF POSTERS PUBLISHED BY THE GERMAN AUTHORITIES 
IN WARSAW 1943/44, ANNOUNCING EXECUTIONS OF POLES FOR 
ATTACKS ON GERMANS, LISTING NAMES OF HOSTAGES HELD 
FOR EXECUTION SHOULD LATER ATTACKS BE PERPETRATED, 
AND EXHORTING THE POLISH POPULATION TO PREVENT SUCH 
INCIDENTS (EXHIBIT GB-556) 



EXPLANATORY NOTE: 

Orig. language of posters, Polish er Polish and German. Certifying statement 
in English, mimeo. Photo, copies of posters and mimeo. Eng. trans, submitted. 
Certifying statement and Eng. trans, of five representative posters reproduced 



Statement 

This is to certify that according to the investigations made by the 
Office of the Attorney General of the Polish Republic the enclosed 
photocopies marked No No I - XXXI represent photostats of posters 
which were made public by the German authorities in Warsaw 
during the occupation of Poland. 

Nurnberg, the 7th June 1946 

Dr. Stanislaw Piotrowski 

*) Member of the Central Commission for 

Investigation of German War Crimes 
in Poland, member of the Polish Dele- 
gation at the International Military 
Tribunal at Nurnberg. 

— Page 2 — 

IV s ) 

PROCLAMATION 

On 2 December 1943 in the Feldherrn-Allee in Warsaw another 
treacherous attack was made on a personnel carrier of the municipal 
police. ::-:: Hereby 5 policemen 3 ) ::-:: and ::-:: 1 Waffen SS ::-:: 
man were killed and some policemen injured. Through statements 



') Official seal of Central Commission for Investigation of German War Crimes 

in l'oland, stamped in blue ink 
-\ Roman numerals in red pencil 
3 ) All underlined in black pencil 



98 



4041-PS 



of an accomplice on the attack, the Pole Wojciech Lesakowski, born 
1 February 1923 in Dublin, resident of Warsaw, Zarawia Street 26/9 
it is established beyond a doubt .that the attack was committed by a 
terror group of the England subservient resistance organisation 
"PZP". 

In reprisal hereto I had the following ::-:: 100 criminals, ::-:: who 
in accordance with Art. 1 and 2 of the decree concerning the checking 
of attacks on the German reconstruction work in the Government 
General of 2 February 1943 had been condemned to death, publicly 
executed on 3. December 1943. 

(Here follow the 100 names of the executed) 

The executed belonged to England subservient resistance movements, 
that is mainly to the "PZP" and were partly intended for a pardon. 

The SS and Police Leader 
in the Warsaw District. 

Warsaw, 3 December 1943 

— Page 8 — 

Certificate of Translation 

We 

Dr. Karl NEUMANN, Br. Exp. F. Permit No. 112293 and 
Dr. H. v. V. VEITH, AGO No. D 150649 

hereby certify that we are thoroughly conversant with the English 
and German languages; and that the above is a true and correct 
translation of Document No. 

10 June 1946 

Dr. Karl NEUMANN 

Br. Exp. F. Permit. No. 112293 

Dr. H.v.V. VEITH 
AGO No. D 150649 

— Page 4 

1.7/ "I 

Proclamation. 

Despite repeated warnings criminal elements of the English-Paid 
secret organization P.Z.P. have committed a dastardly treacherous 
attack on 1 February 1944 through which two Germans lost their 



2 ) Roman numerals in red pencil 



4041-PS 



lives. Therefore, from the group of people who have been sentenced 
to death for political crimes by the summary court of the Security 
Police and the SD and who had initially been considered for 
clemency, ::-:: 100 members of the P.Z.P. have been executed 

in public Warsaw on 2 February, 1944. 

THE COMMANDER OF THE SECURITY POLICE • . 
AND OF THE SD FOR THE DISTRICT OF WARSAW 

Warsaw, 2 February 1944 

I, Wanda S. Tieszen, hereby certify that I am thorougly conversant 
with the English and German languages, and that the above is a 
true and correct translation. 

17 June 1946 Wanda S. Tieszen 

X 046265 

— Page 5 — 

X 2 ) 

Proclamation. 

During the period from 29 January to 6 February 1944, 11 treach- 
erous attacks against Germans and persons serving with the : Ger- 
mans were again perpetrated by cowardly Polish criminals in the 
city of Warsaw and in the" District Captaincy (Kreishauptmannschaft) 
Warsaw - Land, Thereby 5 Germans were killed, 7 Germans injured 
or robbed and 2 Poles serving with the Germans were injured or 
robbed. Thereupon 

::-:: 140 Polish criminals ::-:: 

among the persons sentenced by the court martial of the Security 
Police (Sicherheitspolizei) for whom an act of clemency was at first 
contemplated and who as members of the PZP and PPR organiza- 
tions were in the pay of England and Moscow, were publicly 
executed on 10 February 1944. 

The population of Warsaw - Land is hereby again requested to 
do everything in their power to prevent further attacks directed 
against Germans or against Poles serving with the Germans, and 
to cooperate in the capture of the perpetrators, so that further 
executions will not take place and that the persons sentenced, to 
death, may be proposed for clemency. 

Warsaw, 11 February 1944 

The Commander of the 
Security Police and of the SD 
for the Warsaw - district. 

2 ) Roman numerals in red pencil 



100 



4041-PS 



.1, Wanda S. Tieszen, hereby certify that I am thorougly conversant 
-with the English and the German languages, and that the above is 
a true and correct translation. 

17 June 1946 Wanda S. Tieszen 

X 046 265 

— Page 6 — 

X/77 2 ) 

Proclamation 

During the period of January 13th to January 21st 1944 in the city 
of Warsaw seven malicious attacks on Germans and on Poles in their 
service have been perpetrated by cowardly Polish criminals. One 
German was injured, three Poles in German employees were shot, 
and one Polish police-agent was seriously wounded. Therefore, on 
February 22nd 1944, ::-:: ninety ::-:: Polish criminals from among 
the persons sentenced to death by the court-martial of the Security 
Police and considered originally for reprive, who were members of 
the PZP and the PPR and paid by England and Moscow, were 
publicly ::-:: executed. ::-:: Furthermore have been sentenced to 
death by the court-matial of the Security Police, for adherence to 
forbidden organizations and for other political aimes according to 
paragraph 1 and 2 of the Ordinance of October 2nd 1943, concerning 
the suppression of attacks against the German construction work 
in the General Government: 

(Follow the names of the 50 condemned persons) 

The condemned persons have been considered for a reprieve. The 
population of Warsaw and of the prefectorial district od Warsaw- 
Land is therefore exhorted to do everything in order to prevent 
further attacks on Germans or Poles in their employ, or to collab- 
orate in the arrest of the criminals in order that further executions 
may be avoided and the persons sentenced to death be nominated 
for reprieve. 

Warsaw, 2 February 1944 

The Commander of the Security Police 
and of the Security Service for the 
District of Warsaw 



2 ) Roman numerals in red pencil 



101 



4041-PS 



I, E.M.WITT, Civ, 344289, hereby certify that I am thoroughly 
conversant with the English and German languages; and that the 
above is a true and correct translation of the original document. 

E.M. WITT 
Civ., X 344289 

— Page 7 — 

XVV) 

Proclamation 

Despite repeated warnings twelve more treacherous attacks have 
been made against Germans and persons in the Germans service in 
Warsaw during the period from 1 to 11 March 1944. Thereby, 4 Ger- 
mans were killed, 9 Germans severely injured and partly robbed 
and two Poles in the German service were severely injured and 
robbed. In all these cases, the crimes were carried out in a treach- 
erous and malicious manner. Subsequently, from the group of 
persons who had been sentenced to death by the summary court 
of the Security Police (SIPO) on 21 March 1944 and who initially 
had been considered for clemency, 

140 Polish Criminals ::-:: 

who as members of the PZP. and the PPR. were British and Mos- 
covite mercenaries, were executed in public. 

The population of Warsaw and of the district captaincy (Kreis- 
hauptmannschaft) Warsaw County are again requested to do 
everything possible to prevent further attacks on Germans or 
German-employed persons or to cooperate in the apprehension of 
the culprits in order to avoid further executions and to make further 
recommendations for clemency for persons condemned to death 
possible. 

Warsaw, 21 March 1944 

THE COMMANDER OF THE SECURITY POLICE 
AND OF THE SD FOR THE DISTRICT OF WARSAW 

I, Wanda S, Tieszen, hereby certify that I am thoroughly conversant 
with the English and German languages, and that the above is a 
true and correct translation. 

17 June 1946 Wanda S. Tieszen 

X 046265 



-) Roman numerals in red pencil 



102 



DOCUMENT 4042-PS 

DEPOSITIONS BY THREE WITNESSES, TAKEN FROM THE OFFI- 
CIAL POLISH GOVERNMENT REPORT, "THE GERMAN CRIME IN 
WARSAW IN 1944", GIVING DETAILS OF ATROCITIES COMMITTED 
BY THE SS (EXHIBIT GB-560) 



EXPLANATORY NOTE: ' 

Published report, "The German Crime in Warsaw in 1944" submitted in full 
in Polish. Certifying statement in English. Depositions published in Eng. trans. 



Statement 

This is to certify that the book entitled "The German Crime in 
Warsaw in 1944", constituting the second volume of the publication 
"DOCUMENTA OCCUPATIONS TEUTONICAE" , contains the depo- 
sitions of the inhabitants of Warsaw and photographs taken by the 
German Diplom Architect Alfred Mensebach in Warsaw. These con- 
firm the murder of defenceless civilians including women and 
children, the raping of women also minors, the looting and the 
destruction of the city by fire and explosions. All these crimes were 
committed by the SS-units and by the so called Wlassow-units under 
the command of the SS-officers. This book is an official document 
of the Polish Government submitted to the International Military 
Tribunal under the provisions set forth in Article 21 of the Charter. 

Hereby are also included the official translations of the three records 
of the witness depositions contained in this book (No. 53 page 35, 
No. 92 page 164, No. 247 page 169). 

Nurnberg, the 10th of June, 1946 

Dr. Stanislaw Piotrowski 
Dr. Stanislaw Piotrowski 

') Member of the Central Commission for 

Investigation of German War Crimes 
in Poland, member of the Polish Dele- 
gation at the International Military 
Tribunal at Nurnberg. 

Official seal of Central Commission for Investigation of German War Crimes 
in Poland 



103 



4042-FS 



— Page 2 — 

(6) RECORD No. 53 

of the deposition by witness Alexandra KRECZKIEWICZ, resident 
at No. 45, Gorszewska street, in Warsaw. 

taken by Irena Travinska, on 8 September 1944 in the Podkova- 
Lesna Hospital. 

"I was resident in Wola, Gorszewska street No. 45; on 2 August, 
the SS-men issued an order for us to move to the house across the 
road; our house, as well as the house next door was set on fire; on 
3 August we were informed that we shall be shot; several hundred 
persons were assembled in the house; on 4 August at 11 a.m. the 
Germans surrounded the house and gave the order to evacuate the 
appartments; there were awful cries of children and women and we 
heard some shots — several persons were killed and wounded at 
the exit; we were driven to potatoe fields and still guarded we were 
ordered to lie down there could be no question of escape; a few 
minutes later we were ordered to get up and we were driven under 
a bridge which was near-by; there was no> doubt about pur fate; at 
the question of one of the women "where are we being taken to?", 
we heard the answer "German women and children are perishing 
by your fault, therefore, all of you, must perish". We were put in 
ranks and a group of seventy people was separated from us and 
ordered to go behind the bridge on the hill; the rest (including 
myself) were put against the wall between barbed wires; from 
different points near-by, we heard shots; the victims of German 
henchmen were dying; we were huddled together, and I was on 
the outer edge of the crowd; at a distance of 5 metres in front of 
us, one of the henchmen, very quietly loaded his machine gun; 
another one was preparing his camera; they wanted to prolong the 
execution. Several Germans were guarding us; we heard several 
shots, noises, groans — I fell down wounded and lost conscience. 
After a while I came back to my senses and I heard how they were 
finishing up the wounded; I did not move and I was simulated 
death; they left one of the Germans on guard and the rest of them 
went away. The henchmen set fire to the huts and the houses in 
the neighbourhood. I was scorched by the heat and almost suffo- 
cated by the smoke and my dress smouldered; the German was 
still on guard 

— Page 3 — 

so quietly I tried to put out the fire on me, my feet were burning, 
and I was thinking only of how to get away from this hell. From 



104 



4012-PS 



the front I was protected by the basket of potatoes; when the Ger- 
man turned his head, I pushed the basket and I crawled behind it 
and in this way I went on for a few metres; then, the wind blew a 
cloud of smoke in our direction and the guard could not see me 
any more; quickly I got up and ran to the cellar of a house on fire; 
there I met some people slightly wounded; the lucky ones who 
managed to escape from the pile of corpses. We started to work on 
a small tunnel; it was a difficult job, in the heat and the smoke — 
we were risking suffocation; at last, after many hours of super- 
human efforts, the small tunnel led us out into the yard of the 
neighbouring house, untouched by the fire. It was half past 12 p.m. 
Somebody let us out to the fields from this place of struggle and fire; 
I was, completely exhausted and till the present moment, I am 
lying in the hospital; the group of people shot in my presence num- 
bered some 500 persons — of whom no more than three or four 
managed to escape. All the executioners were SS-men." 

Certificate of Translation 

I, Dr. Frank Esterkin, hereby certify that I am thoroughly con- 
versant with the Polish and English languages; and that the above 
is a true and correct translation of the original document. 

19 June 1946 

Dr. Frank ESTERKIN 

Nurnberg 

Br. E. F. Permit No. 110469. 

— Page 4 — 

(117) RECORD No. 92 

Deposition of the witness Bronislav Dylak, 32, Warsaw Przebieg 
Street 1. taken by Apolonia Czelna and Irena Travinska on 16 Sep- 
tember 1944 at the Hospital of Milanovek. 

"Very badly wounded in the stomach I was hospitalized in the 
Field Hospital Dluga Street 7. 

"On the 7th September 1944 the Germans ordered the nurses and 
those of the inmates who were able to walk to abandon the hospital 
and the heavy wounded. I was in this latter group and we stayed 
in the ward situated in the cellar. In the whole hospital there were 
a few hundred sick and heavily wounded who could not abandon 
the hospital. Shortly after the nurses had left the hospital, in the 
evening the German SS arrived; shooting started; first those were 
killed who with a superhuman effort left their beds and went to 
the doors and the staircases waiting for the possibility to get out 

105 



4 



4042-PS 



and save themselves. They were immediately killed by the Ger- 
mans. Two murderers burst into our ward. One had a candle in 
his hand (it was already dark). The other was killing, shooting 
from his pistol the men lying in beds, and shouting "bandits". 
Together with a few of the inmates of our ward, I was saved because 
the passage to our beds was obstructed by other beds. Our ward 
consisted of two different parts: I was in the second smaller part the 
entrance to which was obstructed. In the first part, all were killed, 
the second ward was saved by a pure miracle (may be because some 
body was calling the murderers away), we heard many shots from 
the other wards. The execution went on throughout the hospital. 
One of the other many Germans was passing controlling whether 
everybody was dead. Then we were simulating death; one of my 
comrades lying near me, stained himself with blood on his chest 
and head and was simulating death. One of the Germans, speaking 
Ukrainain went about among the killed striking them in their faces 
with his gun. It was a terrible night. During a certain moment a 
hand grenade, the so-called "stick", was thrown through the window 
into our ward. One of my comrades had his stomach open. Finally, 
the building was set on fire. 

"The fire spread very quickly; those who tried to escape were 
killed. 

— Page 5 — 

A woman in our ward tried to push the inflammable stuff away from 
the exit and to protect the ward from the fire. All other wards, as 
well as the staircase, were on fire; the smoke, the smell of burning 
corpses, indescribable thirst; the wounded seized medecine bottles 
for lack of water, one of my neighbours mad from heat and thirst, 
seized a bottle with iodine and drank the contents, poisoning him- 
self to death; for myself, together with some other, I moistened 
my lips with peroxide solution. So we lay until the morning of the 
following day when, with a superhuman effort, we managed to 
creep out from the burning ruins. As I was then only three days 
after a stomach operation, the stitches were torn and I dragged 
myself to the Podval, suffering great pain. Here I was arrested by 
some Tartars in German uniform and directed to the church of the 
Carmelites. 

"The heroic nurses of the Polish Red Cross, who obtained from 
the Germans the authorization to transfer the wounded, went to 
fetch those who were still alive in the Hospital of Dluga Street. 

"Thus, out of several hundred heavily wounded at the Hospital 
in Dluga Street # 7, only a few score were left alive." 



106 



4542-PS 



Certificate of Translation 

I, Dr. Frank Esterkin, Br. E. F. Permit 110469-, hereby certify 
that I am thoroughly conversant with the Polish and English 
languages; and that the above is a true and correct translation of 
the original document. 

18th of June 1946 

Dr. Frank ESTERKIN 

Nurnberg 

Br. E. F. Permit No. 110469. 

— Page 6 — 

(121) RECORD No. 247 Job No. 2221 

of the deposition by witness Maria Bukowska, 40, resident in Lowicz 
(after she had left Warsaw), 

taken by Irena Zgrychowa at Lowicz on 26 September 1944. 

"On 7th August 1944, by order of the SS, the people of the whole 
district had to abandon their houses which were immediately set on 
fire. There were several thousands of us who were driven and 
pushed about by the SS. All who turned to look back, as well as 
anyone who tried to help, were beaten. We went through Bednarska 
street, Krakovsky suburb, up to Trebatska street. On* the Marshal 
Pilsudsky Square men were separated from women — there was 
weeping and shouts of protests. 

"In the Saski garden shooting is going on. From afar, from the 
Central Market we hear shots of the partisans. SS detachments 
begin to make a living barricade, by ordering us to lie down, beating 
and pushing us, and a moment later a wall of live bodies is formed; 
we hear weeping and cursing; the SS-men start shooting from 
behind this living barricade. 

"Suddenly everything is quit. We are going further on under 
guard of the SS men. The "Ukrainians" take away watches, rings 
and tear bank-notes in small pieces. 

"On the Iron Port square, near the Central market, there is a 
pile of stolen suit-cases. All the good suit-cases are taken away 
from the owners and thrown on top of the pile. We see lorries 
which are taking away our belongings. We go further on; there is 
shooting once more; a car full of the SS-men approaches, the officers 
get out, they inspect us and take away from our ranks three young, 
pretty girls: two sisters N. and another girl, unknown to me. The 

107 



4042-P'S 



car goes away, the girls cry out, trying to defent themselves against 
the SS-men, An old woman falls down, she can't go on any more. 
An SS-of fleer shoots her in the neck and again we hear curses, and 
the hearts of thousands of people are filled with revolt and a desire 
for revenge. 

"In a church at Wola the rest of our belongings is taken away 
from us. All the young girls, sometimes no more than 12-14 years 
of age, are left behind, whilst the older ones, with the children, are 
led to the Western Station and then, by railway to Pruszkow " 

— Page 7 — 

C e r t i f i c a t e o f Translation 

I, Dr. Frank Esterkin, Br. E. F. Permit 110469-, hereby certify 
that I am thoroughly conversant with the Polish and English 
languages and that the above is a true and correct translation of 
the original document. 

19th of June 1946 

Dr. Frank ESTERKIN 

Nurnberg 

Br.' E. F. Permit No. 110469. 



DOCUMENT 4043-PS 

SIGNED STATEMENT OF GERARD MIZGALSKI, POLISH PRIEST OF 
POZNAN, 1 JULY 1946, AT PARIS: HIS ARREST, 12 DECEMBER 1939 
BY THE GESTAPO, AND HIS IMPRISONMENT AT DACHAU CON- 
CENTRATION CAMP; FIGURES RELATING TO THE DEATHS OF 
PRIESTS AT DACHAU (EXHIBIT GB-606) 



EXPLANATORY NOTE: 

Orig. language Polish. Signed statement submitted in English, French, Russian, 
and German mimeo. trans. Certifying statement in English. Photo, copies of 
"Polska Wierna" submitted, but not reproduced 



Statement 

This is to certify that the enclosed affidavit of the polish priest 
Mizgalski Gerard was made in my presence and in accordance 
with the stipulations of polish law constitutes documentary evidence, 



108 



4043-PS 

which is submitted to the International Military Tribunal under 
the provisions set forth in article 21 of the Charter as an official 
report of the Polish Governement. 

Nurnberg, : the 10th of August, 1946 

Dr. Stanislaw Piotrowski 
Dr. Stanislaw Piotrowski 

') Member of the Central Commission for 

Investigation of German War Crimes 
in Poland, member of the Polish Dele- 
gation at the International Military 
Tribunal at Nurnberg. 

— Page 2 — 

COPY 

I undersigned, Roman Catholic priest of the Diocese of Poznan, 
arrested by the German Gestapo on 12th December 1939 in Poznan 
and transferred to the concentration camp at Dachau on 23rd May 
1940, give the following statement instead of on oath. 

Since 23rd May 1940 until the liberation of the concentration 
camp by the American armed forces which took place on 29.4.1945 
I remained at the concentration camp at Dachau (with an inter- 
ruption from 3rd September till 8th December 1940 when I was 
transferred together with the other Polish priests to the quarries 
at Gusen (Mauthausen). 

By request of the American Authorities I volunteered to work 
in the office of the Section called "Press and Culture" which was 
to furnish the American Authorities and the foreign press with 
statistical data concerning the concentration camp at Dachau. 

The "Section Press and Culture" got its information directly 
from the so called "Lagerschreibstube" (camp office) directed by a 
Polish man. M.. Domagala whose secretary was the abbot Pele- 
wodzinski, priest of the Diocese of Gniezno. ' 

According to the records of the concentration camp that had 
fallen complete into the hands of the American armed forces, 846 
priests and monks, members of the Polish clergy, had perished 
in the camp of Dachau, out of this number — 305 abbots were 
sent to the gas chambers (called "Invalidentransporte") and 84 
priests were transferred to other concentration camps where they 
perished without leaving any traces. The list of dead priests was 



*) Official seal of Central Commission for Investigation of German War Crimes 
in Poland, stamped in blue ink 



109 



4043-PS 



brought to Paris by the members of the section "Press and Culture", 
where it was published in the catholic weekly "Polska Wierna", in 
No. No. 9, 10 and 11 in 1945. 

The Administration, staff and guards of the camp at Dachau 
consisted exclusively of members of the SS. 

Paris, 1.7.1946. 

263-bis, Rue St. Honore 

Paris (1 -er) Rs.Mizgalski Gerard. 

CERTIFICATE OF TRANSLATION 

I, Dr; Frank ESTERKIN, M.E. Permit 18784, hereby certify that I 
am thoroughly conversant with the Polish and English languages; 
and that the above is a true and correct tranlation of the original 
document. 

Nurnberg, 8 July 1946. ' F. Esterkin 

M.E. Permit 18784 



DOCUMENT 4045-PS 

AFFIDAVIT, 15 JULY 1946, BY OSWALD POHL, CHIEF OF THE ECO- 
NOMIC AND ADMINISTRATIVE MAIN OFFICE OF THE SS (WVHA): 
BUSINESS RELATIONSHIP BETWEEN WVHA ON THE ONE HAND 
AND FUNK (REICH MINISTRY FOR ECONOMY AND REICHSBANK) 
ON THE OTHER, ON THE BASIS OF THE TRANSFER TO THE 
LATTER OF TEXTILES AND VALUABLES BELONGING TO JEWS 
KILLED IN CONCENTRATION CAMPS; INSPECTION, 1941 OR 1942, 
OF THE VAULTS OF THE REICHSBANK TOGETHER WITH FUNK 
(EXHIBIT GB-549) 



BESCHREIBUNG: 

Verv I U'en Seite 1, 2 unci 3 sowie „OCC." hinter „Kirchholtes" suf Seite 3 Ti 



AFFIDAVIT. 

Ich, OSWALD POHL, erklaere Folgendes unter Eid und lege es 
wie folgt nieder: 

1. Mein Name ist OSWALD POHL, ich bin am 30. Juni 1892 in 
Duisburg, Deutschland, geboren. Seit 1. Februar 1934 war ich Chef 
des Wirtschafts- und Verwaltungs- Hauptamtes der Schutzstaffel. 
(WVHA). Ich hatte dieses Amt staendig bis zur Uebergabe Deutsch- 
lands inne. 



110 



4045-f"S 



2. Aus meiner Taetigkeit als Leiter des WVHA sind mir zwei 
grosse Geschaeftsvorgaenge zwischen meinem Amt und dem Reichs- 
wirtschaftsministerium und der Reichsbank des Herrn WALTER 
FUNK in genauer Erinnerung. Der eine Vorgang betrifft die 
Textilien von in Konzentrationslagern getoeteten Personen. Im 
Zusammenhang damit versuchte HIMMLER durch den Reichswirt- 
schaftsminister WALTER FUNK ein hoeheres Kontingent bei der 
Zuteilung von Uniformstoffen fur die SS zu erhalten. Der andere 
Geschaeftsvorgang betrifft die Geschaeftsverbindung meines Amtes 
mit dem Reichsbankpraesidenten WALTER FUNK und der Reichs- 
bank wegen der Juwelen, Ringe, Goldzaehne, Devisen und anderer 
Wertsachen aus dem Besitz von Personen, besonders Juden, die in 
Konzentrationslagern getoetet worden waren. 

3. Die Verbindung meines Amtes mit der Reichsbank wegen der 
Textilien von Personen, die in Konzentrationslagern getoetet wurden, 
wurde im Jahre 1941 oder 1942 eingeleitet. Zu dieser Zeit erhielt 
ich von dem Reichsfuehrer SS undder deutschen Polizei, HEINRICH 
HIMMLER, der mein Vorgesetzter war, den Befehl, mich mit dem 
Reichwirtschaftsminister WALTER FUNK in Verbindung zu setzen, 
um eine hoehere Zuteilung von Textilien fuer SS Uniformen zu 
erreichen. HIMMLER instruierte mich dahin, dass wir von Funk 
eine bevorzugte Behandlung verlangen sollten. Das Wirtschafts- 
ministerium bekam aus den Konzentrationslagern viel Textilien 
geliefert. Diese Textilien waren in dem Vernichtungslager Auschwitz 
und anderen Vernichtungslagern gesammelt worden und dann an 
die zustaendigen Stellen fuer gebrauchte Textilien abgeliefert 
worden. 

Pohl 

— Seite 2 — 

4. Auf Grund dieses von meinem Vorgesetzten HIMMLER, 
erhaltenen Befehls besuchte ich den Reichswirtschaf tsminister FUNK 
in seinen Amtsraeumen. Ich wartete nur kurz in seinem Vorzimmer, 
und traf ihn dann alleine in seinem Arbeitszimmer. Ich teilte 
FUNK meinem Auftrag mit, dass ich um mehr Textilien 
fuer Uniformen der Waffen-SS bitten sollte, da wir von den Juden- 
aktionen so viel alte Textilien haetten abliefern koennen. Ich 
sagte ihm, dass wir diese Textilien fuer die Waffen-SS benoetigten. 
Die Unterredung dauerte ca. 10 Minuten. Es kam offen zum Aus- 
druck, dass wir vielleicht Vorzugsbehandlung wegen der Abliefe- 
rung der alten Kleider der toten Juden verdienen koennten. Es 
war ein freundliches Gespraech zwischen FUNK und mir, und er 
sagte mir, dass er diese Angelegenheit befuerwortend mit den 
zustaendigen Herf en regeln , wuerde. Wie sich im einzelnen die 
spaeteren Verhandlungen zwischen den Untergebenen von FUNK 
und meinen Untergebenen gestaltet haben, weiss ich nicht. 



Ill 



4045-PS 

5. Der zweite Geschaeftsvorgang zwischen Walter Funk und der 
SS betrifft die Ablieferung von Wertgegenstaenden von tpten Juden 
an die Reichsbank. Es war im Jahre 1941 oder 1942 als groessere 
Mengen von Wertsachen, wie Juwelen, Goldringe, Goldfuellungen, 
Augenglaeser, goldene Uhren und anderes sich in den Vernichtungs- 
lagern angesammelt hatten. Diese Wertsachen kamen, in Kisten 
verpackt, in Berlin im WVHA an. HIMMLER hatte befohlen, dass 
diese Dinge von uns an die Reichsbank abgeliefert werden sollten. 
Ich erinnere mich, dass Himmler mir erklaerte, dass hierueber 
mit der Reichsbank und zwar mit Herrn FUNK verhandelt worden 
sei. Im Verfolg der Absprache, die mein Chef hatte, verhandelte 
ich mit dem Reichsbankdirektor EMIL PUHL ueber ,den Modus 
der Ablieferung. In diesem Gespraech wurde kein Zweifel gelassen, 
dass es sich bei den einzuliefernden Gegenstaenden um die Schmuck-' 
und Wertsachen von Insassen von Korizentrationslaegern handelte, 
besonders Juden, die in den Vernichtungslagern getoetet worden 
waren. Es handelte sich um Ringe, Uhren, Augenglaeser, Gold- 
barren, Eheringe, Broschen, Nadeln, Brillengestelle, Devisen und 
andere Wertsachen. Weitere Besprechungen ueber die Lieferung 
dieser Sachen fanden zwischen meinen Untergebenen und PUHL 
und anderen Herren der Reichsbank statt. Es war eine Riesen- 
mengen von Wertsachen, die in Frage kam, da die Lieferung 
staendig, ueber Monate und Jahre hinaus, vor sich ging. 

Pohl 

— Seite 3 — 

Ein Teil dieser Wertsachen der in den Vernichtungslagern 
getoeteten Menschen habe ich selbst gesehen, als Reichsbank- 
praesident FUNK und Vizepraesident PUHL uns zu einer Besich- 
tigung der Reichsbankgewoelbe und zu einem anschliessenden 
Mittagessen einlud. Ich weiss nicht genau, ob dies 1941 oder 1942 
war, aber ich erinnere mich, dass ich FUNK damals schon persoen- 
lich durch das Textilgeschaeft kannte, das ich oben beschrieben 
habe. VizepraesidentPUHL und mehrere Herren meines Stabes 
gingen zu den Gewoelben der Reichsbank. PUHL fuehrte uns 
damalspersoenlich durch und zeigte uns Goldbarren und andere 
wertvolle Sachen der Reichsbank. Ich erinnere mich genau, dass 
verschiedene Koffer geoeffnet wurden, die Sachen aus Konzen- 
trationslagern enthielten. Bei dieser Gelegenheit wies PUHL oder 
sein Begleiter WALDHECKER in Gegenwart von mir und den 
Herren meines Stabes darauf hin, dass ein Teil dieser Wertsachen 
von unserem Amt ein'geliefert worden seien. 

Nachdem wir in den Gewoelben der Reichsbank die verschie- 
denen Wertsachen besichtigt hatten, gingen wir hinauf in ein 
Zimmer,. um mit dem Reichsbankpraesidenten FUNK su Mittag 



112 



4045-PS 



z-u essen; es war fuer die Zeit nach der Besichtigung arrangiert. Es 
nahmen ausser FUNK und PUHL die Herren meines Stabes teil; 
wir waren ungefaehr 10 bis 12 Personen. Ich sass nachst zu FUNK, 
und wir unterhielten uns u.a. ueber die Wertsachen, die ich in 
seinen Gewoelben gesehen hatte. Bei dieser Gelegenheit kam es 
klar zum Ausdruck, dass ein Teil der Wertsachen, die wir besichtigt 
hatten, von Konzentrationslagern stammte. 

Nuernberg, den 15. Juli 1946. 

Vorgelesen genehmigt unterschrieben beeidigt 

Oswald Pohl 
OSWALD POHL 
Isl Oswald Pohl 

Robert M.W. Kempner 
Witnesses: Isl Robert M.W. Kempner 
Office Chief of Counsel 
Walter H. Rapp 
Isl Walter H. Eapp 

Office Chief of Counsel 
E. Kirchholtes 
Isl Edith Kirchholtes occ. 



DOCUMENT 4048 to 4052-PS (see Document 40S9-PS, 
Exhibit USA-926) 



EXPLANATORY NOTE: 

Documents 4048, 4049, 4050, 4051, and 4052-PS (Exhibits USA-911 to 915) are 
reproduced under Document 4059-PS, Exhibit USA-926. 



DOCUMENT 4053-PS 

TELEGRAM ORDERED BY RIBBENTROP, 11 JULY 1941, WHILE ON 
A JOURNEY: THE FOREIGN OFFICE IS REQUESTED TO SEND HIM 
AN IMMEDIATE REPORT SHOWING WHICH OF THE PERSONS 
ARRESTED IN NEW YORK ON SUSPICION OF ESPIONAGE WORKED 
FOR GERMAN COUNTER-INTELLIGENCE (ABWEHR) AND WHICH 
FOR THE SD (EXHIBIT USA-920) 

BESCHREIBUNG: 

vorgedrucktes Fernschreibeformular, o Mi Kopf und 1 n Ortsangabe das Wort 
„Telegramm" dr 



113 



4053-PS 



Mil Geheime Fernschreibstelle 

G. Sdireiber Reichssadie 2 ) ^ eg 
eingegangen ) Auswartigen Amts 

Auswarfiges Amf 

Pol. I ::-:: M 2182 g R$ ::-:: 

Eing. 11 Jul.1941 

— Anl. (— fach) Dopp.d.Eing 3 ) 

Telegramm + + S SONDERZUG WESTFALEN NR.711 DEN 11. 

JULI 1941 1245 = 

FS ::-:: UEBER BUERO RAM AN LR. KRAMARZ 4 ) ::-:: 
= NR.637 = 5 ) 

ZU TEL.NR.2110 6 ) VOM 5. 7. AUS WASHINGTON, BITTET SIE 
HERR RAM UM UMGEHENDE VORLAGE EINES SCHRIFTBE- 
RICHTES DARUEBER WER VON DEN IN NEW YORK WEGEN 
SPIONAGEVERDACHTES VERHAFTETEN MIT DER ABWEHR 
UND WER MIT DEM SD ZUSAMMENGEARBEITET HAT. AB- 
SATZ. 

DER HERR RAM BITTET SIE, ZU IHREN FESTSTELLUNGEN 
MIT DER ABWEHR IN VERBINDUNG ZU TRETEN UND DEN 
BERICHT IM BENEHMEN MIT GESANDTEN LUTHER ABZU- 
FASSEN. 

= SONNLEITHNER + 
z.Ch.-B. 

Zu ferfigen 

z.Schrbz. 
Gel. 

nidii vem'eifalfigf. 8 ) 

9^* SJ** 



7 )Eingeg. n.y. iy 

z.Enfziff. 

Enf-fi. 

z.Tel.-Konlr. 

Geschr. 

z.Drucker 



1 ) Stp violett 

2 ) Stp rot 

3 ) Stp violett, „M 2182" Ti eingefugt und Rot unterstridien, vor „Anl." und 
„fa<i" waagerediter Stridi (Ti), „Dopp." Ti gestridien I unter Stp: 2320 g Rs 
(Rot) 

4 ) UnterstreiAung Rot 

5 ) „Nr.637" angehakt und unterstrichen (Kop) 

6 ) iiber „Nr. 2110" Kreuz (Kop), hinweisend nadi r o auf : „+) Pol I M" 
(Kop), daneben: „2131 gRs i. Ref." (Blei) I schrag r davon: „vgl. (?) 
Pol I M (?) 4757 g 4959 g" (Blei) 

7 ) Stp rot, Datum und Uhrzeit Ti; r neben Stp: Pol I M (Kop) 

8 ) Stp rot 

9 ) 1 in Ecke bei *: H. Kram; r in Ecke bei **: Geh.R. 2 Nordamerika (beides Blei) 



114 



DOCUMENT 4054-PS 

NOTE BY THE GERMAN FOREIGN OFFICE, 4 NOVEMBER 1941: 
AGENTS OF THE GERMAN SD IN CALIFORNIA; PART PLAYED BY 
THE GERMAN CONSULATE IN LOS ANGELES IN OBTAINING IN- 
FORMATION ON AMERICAN SHIP AND PLANE CONSTRUCTION 
AND PASSING IT ON TO THE APPROPRIATE GERMAN ATTACHES 
IN WASHINGTON (EXHIBIT USA-921) 



BESCHREIBUNG: 

Phot I iiber T hs: „Herrn Gesandten Leitner erg. D 6/XI", „LeitneT" hs durch- 
zeichnet mit „f" 



Kult:KF:GK Dr.Gyssling 

1.) Die Unterstiitzung von Agenten des Sieherheitsdienstes durch 
das Deutsche Konsulat in Los Angeles wurde von vbrnherein 
praktisch durch zwei Dinge unmoglich gemacht: 

a) Weil von der Botschaft in Washington es ausdriicklich 
untersagt worden war, derartige Agenten mit Hinblick auf 
die Kompromittierungsgefahr zu unterstutzen. Die betr. 
Agenten seien angewiesen worden, sich unter keinen Um- 
standen an die Konsulate zu wenden. 

b) Weil Personen, die sich gelegentlich als Mitglieder des 
Sieherheitsdienstes vorstellten, iiber keine Ausweise ver- 
fugten und durchweg einen sehr zweifelhaften Eindruck 
machten, sodass es niemals ausgeschlossen war, dass es sich 
nicht um einen Agent-Provocateur handelte. 

Anweisungen der Botschaft an einzelne Leute, die vermut- 
lich im Sicherheitsdienst tatig waren und die als solche von 
dem amerikanischen Geheimdienst verfolgt wurden, wurden 
ausgefiihrt. In dem Falle eines seit etwa IV2 Jahren in Los 
Angeles sich aufhaltenden Agenten, der sich durch eine Quittung 
des OKW iiber eine erhaltene Summe auswies, wurde, da er 
sich in ernsthaften Geldschwierigkeiten befand, das Auswartige 
Amt um Weisung gebeten. Auf dessen Veranlassung sind ihm 
dann einige tausend Dollar ausgezahlt worden. Einem am 
Anfang d.J. iiber das Auswartige Amt und das Konsulat iiber- 
mittelten Befehl, sofort nach Deutschland zuriickzukehren, leistete 
er keine Folge, sondern begab sich unter Nichtausnutzung der 
fur ihn bereitgestellten Fahrkarte mit einem Madchen nach 
Mexiko. Der Betreffende sprach nur schlecht englisch und hatte 
von den allgemeinen Verhaltnissen in Los Angeles nicht die 
geringste Ahnung. 



115 



4054-PS 

2.) Die Zusammenarbeit des Deutschen Konsulats mit dem Herrn 
Militar-und Luftattache Generalleutnant Freiherr von Botticher 
ist seit Ausbruch des Krieges stets eine sehr 

intensive 

— Seite 2 — 



intensive gewesen. Da Los Angeles fast ausschliesslich — von 
dem erst in der letzten Zeit einsetzenden Schiffsbau abgesehen 
— auf dem Gebiete der Aufriistung im Flugzeugbau bedeutend 
ist, so war die Versorgung des genannten Herrn Attaches mit 
Material auf dieses Gebiet konzentriert. Es wurden ihm taglich 
grosse Mengen von Ausschnitten aus etwa 10 sudkalifornischen 
Zeitungen und anderen Publikationen sowie die Spezialberichte 
der Handelskammer in Los Angeles auf diesem Gebiete regel- 
massig ubersandt. Dariiber hinaus wurde Anfang d.J. ein Herr 
des Konsulats dazu bestimmt, sich etwa 2mal wochentlich ein 
Bild durch eigene Anschauung dariiber zu machen, in welcher 
Menge die einzelnen Typen von den betr. Fabriken hergestellt 
und abtransportiert wurden. Dieses ist in Los Angeles dadurch 
moglich, dass sich die Flugzeugindustrie des milden Klimas 
wegen fast ganz in der Oeffentlichkeit abspielt (offene Hallen 
usw.) Die Mitarbeit des Konsulats auf diesem Gebiete ist von 
Herrn Freiherr von Botticher stets anerkannt worden. 

3.) In ahnlicher Weise wurde audi der Herr Marineattache 
unterstiitzt. Dieser hatte allerdings in friiheren Jahren stets 
erklart, dass sich die Konsulate nicht mit derartigen Dingen 
zu beschaftigen brauchten. In den letzten Monaten hat das 
Konsulat ihm einen Agenten in Siidkalifornien, mit dem auch 
Zusammenarbeit sichergestellt zu sein scheint, verschafft. 

Hiermit 

Herrn Botschafter Dr. Dieckhoff 1 ) 

vorgelegt. 

Berlin, den 4. November 1941 

Gyssling 



l ) „Dieckhoff" hs durchzeidinet mit „f 



116 



DOCUMENT 4055-PS 

LETTER FROM SCHLEGELBERGER TO LAMMERS, 12 MARCH 1942, 
SUGGESTING AN INTERVIEW FOR THE PURPOSE OF DISCUSSING 
THE TREATMENT OF JEWS AND PERSONS OF MIXED RACE; 
LETTER FROM SCHLEGELBERGER TO SUPREME REICH AUTHORI- 
TIES, 5 APRIL 1942, WITH ADVICE CONCERNING THE "FINAL SOLU- 
TION OF THE JEWISH QUESTION": "PERSONS OF MIXED BLOOD 
IN THE SECOND DEGREE" (QUARTER-JEWS) SHOULD NOT BE IN- 
CLUDED IN THE REGULATIONS; HALF-JEWS CAPABLE OF HAVING 
CHILDREN TO BE GIVEN THE CHOICE BETWEEN STERILIZATION 
AND "DEPORTATION" TO THE EAST AS IN THE CASE OF JEWS; 
SPECIAL FACILITIES FOR DIVORCE IN THE CASE OF MARRIAGES 
BETWEEN JEWS AND PERSONS OF GERMAN BLOOD (EXHIBIT 
USA-923) 



BESCHREIBUNG: 
zweiteilig I begl Phot 
E r s t e s S : 

Durchschlag Berlin , den 12.3.42 

Der Reichsminister der Justiz 
M. d.F.d.G.b. 

Sehr verehrter Herr Reichsminister Dr. Lammers! 

Soeben wird mir von meinem Referehten iiber das Ergebnis der 
Sitzung vom 6.3. betreffend Behandlung der Juden und Mischlinge 
vorgetragen. Ich erwarte jetzt noch die amtliche Niederschrift. 
Nach dem Vortrage meines Referenten scheinen sich Entschlusse 
vorzubereiten, die ich zum groBen Teil fur vollig unmoglich halten 
muB. Da das Ergebnis der Besprechungen, ah denen ja auch ein 
Referent Ihres Hauses teilgenommen hat, die Unterlage fiir die 
EntschlieBung des Fiihrers bilden soli, ware es mir dringend 
erwiinscht, mich noch rechtzeitig mit Ihnen personlich iiber die 
Angelegenheit zu unterhalten. Sobald die Niederschrift der Sitzung 
vorliegt, werde ich mir erlauben, Sie anzurufen und Sie zu be- 
fragen, ob und wann eine Rucksprache stattflnden konnte. 

Mit verbindlichem GruB und Heil Hitler! 

Ihr sehr ergebener 

gez. Dr. Schlegelberger 
Herrn Reichsminister und Chef der Reichskanzlei Dr. Lammers 

Berlin. 



117 



4055-PS 



Zweites S: 



Durchschlag 

Der Reichsminister der Justiz Berlin W 8 , d.5.April 1942 

Mit der Ftihrung der Geschafte beauftragt Wilhelmstrasse 65 
I V b 40 g Rs 

Geheime Reichssactie 

An 

1. den Leiter der Partei-Kanzlei 

z.Hd. vori Herrn SS-Oberfiihrer Klopfer, 

2. den Herrn Reichsminister des Innern 

z.Hd. von Herrn Staatssekretar Dr. Stuckart, 

3. den Chef der Sicherheitspolizei und des SD 
Herrn SS-Obergruppenfiihrer Heydrich, 

4. den Beauftragten fur den Vierjahresplan 
z.Hd. von Herrn Staatssekretar Neumann, 

5. das Auswartige Amt 

z.Hd. von Herrn Unterstaatssekretar Luther, 

6. den Herrn Reichsminister fur die besetzten Ostgebiete, 
z.Hd. von Herrn Gauleiter und Staatssekretar Dr.Meyer, 

7. das Rasse-und Siedlungshauptamt beim Reichsfiihrer-SS 
z.Hd. des Herrn SS-Gruppenfutarer Hofmann. 

Betrifft: Endlosung der Judenfrage. 

1. Die Endlosung der Judenfrage setzt eine klare und fur 
immer maBgebende Abgrenzung des Personenkreises voraus, fur 
den die in Aussicht genommenen MaBnahm'en getroffen werden 
sollen. Eine solche Abgrenzung ergibt sich nur, wenn von vorn- 
herein davon abgesehen wird, die judischen Mischlinge zweiten 
Grades in die Regelung einzubeziehen. Die MaBnahmen zur End- 
losung der Judenfrage sollten sich daher nur auf die Volljuden 
und jiidischen Mischlinge ersten Grades erstrecken, gegeniiber 
jiidischen Mischlingen zweiten Grades aber ausnahmslos auBer 
Betracht bleiben. 

2. Wegen der Behandlung der jiidischen Mischlinge ersten 
Grades schlieBe ich mich der vom Reichsminister des Innern in 
seinem Schreiben vom 16. Februar 1942 vertretenen Auffassung 
an, daB namlich die Verhinderung der Fortpflanzung dieser 
Mischnnge ihrer Gleichbehandlung mit den Volljuden Und der 
hiermit verbundenen Abschiebung vorzuziehen ist. Dem wiirde es 
entsprechen, daB die Abschiebung bei denjenigen Halbjuden 



118 



4055-PS 



von vornherein ausscheidet, die nicht mehr fortpflanzungsfahig 
sind. Ein volkisches Interesse an der Losung der Ehe zwischen 
einem solchen Halbjuden und einem Deutschbliitigen besteht 
nicht. 

Den fortpflanzungsfahigen Halbjuden sollte die Wahl gelassen 
werden, sich der Unfruchtbarmachung zu unterziehen oder in 
gleicher Weise wie Juden abgeschoben zu werden. Sowohl im 

Falle 

Herrn Min. Rat Dr. Gramm (?) 

— Seite 2 — 

Falle der Unfruchtbarmachung als auch im Falle der Abschiebung 
des Halbjuden wird man dem deutschbliitigen Ehegatten die Mog- 
lichkeit geben miissen, die Auf losung der Ehe herbeizuf iihren. Ich 
habe keine Bedenken dagegen, daB der deutschblutige Teil die 
Moglichkeit erhalt, sich ohne die Beschrankungen des § 53 des 
Ehegesetzes von seinem unfruchtbar gemachten oder abgescho- 
benen Ehegatten in einem vereinfachten Verfahren scheiden zu 
lassen. 

3. Eine Einschrankung halte ich bei denjenigen Halbjuden fur 
erwagenswert, bei denen Nachkommen vorhanden sind, die in 
das Deutschtum hineinwachsen und in ihm endgiiltig aufgehen 
sollen. Wenn diese Nachkommen als vollwertige Glieder in die 
deutsche Volksgemeinschaft aufgenommen werden sollen, was bei 
einer wirklichen Endlosung der Judenfrage das Ziel sein muC, so 
erscheint es geboten, ihnen jede Minderbewertung und jedes Ge- 
fuhl der Minderwertigkeit fernzuhalten, die sich leicht aus der 
Kenntnis und dem BewuBtsein davon ergeben konnen, daB ihre 
unmittelbaren Vorfahren von den geplanten AbwehrmaBnahmen 
der Volksgemeinschaft betroffen worden sind. Aus diesem Grunde 
wird zu iiberlegen sein, ob nicht Halbjuden, deren nbch lebende 
Nachkommen nicht auch Halbjuden sind, sowohl von der Ab- 
schiebung als auch von der Unfruchtbarmachung verschont blei- 
ben sollten. 

4. Gegen eine Scheidungserleichterung bei Ehen zwischen 
Deutschbliitigen und Juden habe ich keine Bedenken. Diese Er- 
leichterung hatte sich auf Ehen mit Geltungsjuden zu erstrecken. 
Die Scheidung wird auf Antrag des deutschbliitigen Ehegatten 
in einem vereinfachten Verfahren auszusprechen sein. Gegen eine 
zwangsweise Scheidung, etwa auf Antrag des Staatsanwalts, be- 
stehen erhebliche Bedenken. Ein solcher Zwang ist unnotig, weil 
die Ehegatten durch die Abschiebung des jiidischen Teils ohnehin 
von einander getrennt werden. Eine Zwangscheidung ist aber 



119 



4055-PS 



audi zwecklos, weil sie, wenn audi das Band der Ehe, so doch 
nicht die etwaige innere Verbundenheit der Ehegatten aufhebt, 
im iibrigen aber audi den deutschbliitigen Ehegatten nicht von 
der MiBachtung befreit, der er bei Festhalten an der Ehe aus- 
gesetzt ist. SchlieBlich ist ein Festhalten des deutschbliitigen Teils 
an der Ehe wohl nur bei alteren Ehen, die lange Jahre hindurch 
bestanden haben zu erwarten. In 

— Seite 3 

I ii diesen Fallen, in denen der jiidische Teil in der Regel nicht 
abgeschoben, sondern dem Altersghetto zugefiihrt werden wird, 
sollte es dem anderen Ehegatten, wenn er durch sein Festhalten 
an der Ehe seine Zugehorigkeit zum Deutschtum verleugnet, audi 
nicht verwahrt sein, selbst im Ghetto Aufnahme zu finden. 

gez. Dr.Schlegelberger 



DOCUMENT 4057-PS 

TELEGRAM FROM BEST TO THE FOREIGN OFFICE, 25 APRIL 1944, 
CONCERNING MEASURES ORDERED BY HIM IN RETALIATION 
FOR ACTS OF SABOTAGE AND ATTACKS ON GERMANS IN DEN- 
MARK (EXHIBIT USA-924) 



BESCHREIBUNG: 

Phot I u Rand Mi hs „St.S.l", r daneben „Dan" und ,,2458' 



Nur als 
Verschlufjsache 
zu behandeln. 

Telegramm 
(geh.Ch.V.) 

Kopenhagen, den 25. April 1944 10.00 Uhr 
Ankunft: „ 25. „ „ 16.45 Uhr 



N r. 5 0 9 v o m 2 4. 4. 



Da nach ruhiger erster Halfte April gegen den 
20. April wieder einige Sabotageakte und Uberfalle, 
besonders in Kopenhagen, stattfanden, habe ich die 
folgenden Gegenmassnahmen veranlasst: 

1. Hinrichtung eines wegenUberfalls auf einen 
Wehrmachtsangehorigen verurteilten Studenten. 



120 



4057-PS 



St.S. Keppler 
U.St.S. Pol 1 ) 
Bolsdiaffer Ritfer 1 ) 
Bolsdiaffer Gaus 
Leiler Abt. Pen 
HaPol 
Rechl 
KultPol 
Presse 
Rundfunk 
Chef Prof 
Dg. Pol 1 ) 
Gr.Leiter Inl.l 
Gr.Leiler Inl. II 1 ) 
Arb.-Expl. bei Pol VI 

Bolsdi. v. Rinfelen 

Ges. Benzler 
„ Frohwein 1 ) 
„ v. Grundherr 1 ) 

VLR Meldiers 

Dr. Megerle 

LR v. Gf ote 1 ) 



2. Gegenterrorakte fiir jeden Sabotageakt und 
Oberfall. 

3, Schliessung der Lichtspieltheater in Gross- 
Kopenhagen bis auf weiteres. 

4. Vorlaufige Sperrung des gesamten Personen- und 
Nachrichtenverkehrs mit Schweden (urn hier Schock- 
wirkung zu erzielen und um feindliche Propaganda 
zu erschweren). 

5. Vorlaufige Inkraftsetzung der Zustandigkeit des 
SS- und Polizeigerichts XXX in Kopenhagen fiir 
Sabotage und ahnliche Verbrechen (hierzu verweise 
ich auf meinen gleichzeitig durch Geheimschreiber 
gegebenen Bericht). 

Best. 



DOCUMENT 4058-PS 

AFFIDAVIT BY DR. KURT SCHMITT, 1 AUGUST 1946: FROM JUNE 
1933 TO JANUARY 1935 HE WAS REICH MINISTER FOR ECONOMY 
AND A . MEMBER OF THE REICH CABINET; HE RESIGNED ON 
ACCOUNT OF THE EXTREMIST POLICY PURSUED BY THE NA- 
TIONAL SOCIALISTS WHICH, AS HE FORESAW, WAS BOUND TO 
LEAD TO WAR (EXHIBIT USA-922) 



BESCHREIBUNG: 
gesamte Urk Ti 



Niirnberg, den ersten August 1946 

Eidesstattliche Versicherung. 

Ich, Dr. Kurt Schmitt, z. Zt. Gut Tiefenbrunn bei Starnberg OIB 
erkldre folgendes an Eides statt: 

J ) dahinter Strich (hs) 



121 



4058-PS 



Ich bin geboren in Heidelberg am 7. Oktober 1886 

Vom 30 Juni 1933 bis Anfang Januar 1935 war ich Mitglied der 
Reichsregierung als Reichswirtschaftsminister. Ich schied aus der 
Regierung formell wegen Krankheit (am 28 Juni 1934), tatsachlich 
wegen tiefgehender Meinungsverschiedenheiten mit Politik des 
Hitler Kabinets aus. Diese Meinungsverschiedenheiten habe ich 
Hitler, Goering, Guertner, Schacht, von Papen und Blomberg mit- 
geteilt. Sie bestanden darin hauptsdchlich, dafi an Stelle einer 
wirklichen Hoheitsbeschaffung eine immer starker werdende Wieder- 
aufriistung stattfand. Ich erkannte schorl damals, das war im Jahre 
1934, dafi dies zum Kriege und zu einem furchtbaren Disaster fiihren 
wiirde, ebenso die Tatsache, dafi ich die 30 Juni 1934 Aktion des 
Regimes fur Mord hielt. Ich habe dies audi dem amerikanischen 
Botschafter Dodd im Herbst 1935 erkldrt. Die nationalsozialistischen 
Tendenzen Hitlers und seiner Mitarbeiter verbunden mit der unbe- 
grenzten Aujrilstung mufiten zum Kriege treiben. Diese Politik 
wiirde den Mitgliedern des Kabinetts immer augenscheinlicher. Als 
ich das dem damaligen Wehrminister Blomberg vorhielt, erklarte 
er,:„ er sei Soldat, und diese Entwicklung sei 

Dr. Schmitt 

— Seite 2 — 

fatum." Als ich sah, dass der Radikalismus auf alien Gebieten, wie 
Aufriistung, Judenfrage, Kirchenfrage, Gesetzgebung, Auflenpolitik 
immer scharfer und gewissenloser wurde, konnte ich es nicht mehr 
verantworten, in der Reichsregierung zu bleiben. Ich habe an c. 
20 — 25 Sitzungen des Reichskabinetts teilgenommen,. in denen 
Goering, Darre, Goebbels, Lammers und Frick grossen Einfluss 
hatten. Zu den oben genannten Griinden fur meine Resignation kam 
noch hinzu, dafi die SA als destruktives Element in der Wirtschafts- 
und Judenfrage einen immer unheilvolleren Einfluss ausiibte, hinzu 
kam ferner die absolute Willkiir und Ungesetzlichkeit der Gauleiter, 
die Verhaftungen und Beschlagnahmen vornahmen. 

selbst gelesen, beschworen, 
unterschrieben: 
Dr Kurt Schmitt 
Reichswirtschaftsminister 

v.30/6 33-Mitte Januar 35 

beschworen von mir: 

Dr.' Robert M.W.Kempner 
OCC. 



122 



I 

DOCUMENT 4059-PS 

FILE MEMORANDA OF THE GERMAN FOREIGN OFFICE, NOVEM- 
BER 1944 TO JANUARY 1945, AND LETTER FROM KALTENBRUNNER 
TO HIMMLER, 30 DECEMBER 1944: PREPARATION FOR THE MUR- 
DER OF A FRENCH GENERAL (PRISONER-OF-WAR); HE IS TO BE 
SHOT "WHILE TRYING TO ESCAPE", OR POISONED (EXHIBIT 
USA-926) 



BESCHREIBUNG: 

fiinfteilig 

E r s t e s S : 



A n 1 a g e : 



a) M o d a 1 i t a t : 



Im Lager Konigstein befinden sich 75 ' franzosische Generale. 
Schon seit langer Zeit besteht die aktenkundliche Absicht, diese 
franzosischen Generale zu verlagern, da man Konigstein fur 
andere Zwecke benotigt. Dieses Vorhaben ist bisher nicht durch- 
gefuhrt worden. 

Man wird jetzt mit der Verlagerung in der Form beginnen, 
dass als erster Schub 5 — 6 f ranzosische Generale, jeder in einem 
besonderen Auto, an einen anderen Ort gebracht werden. Im 
Auto befinden sich jeweils der Fahrer und ein deutscher Be- 
gleiter. Der Wagen hat Wehrmachtsabzeichen. Die beiden Deut- 
schen tragen Wehrmachtsuniform. Es handelt sich um besonders 
ausgesuchte Leute. Auf der Fahrt wird der Wagen des Generals 
Deboisse eine Panne haben, um ihn von den anderen abzuson- 
dern. Bei dieser Gelegenheit soli der General durch gezielten 
Ruckenschuss „auf der Flucht" erschossen werden. Als Zeitpunkt 
ist Dammerung vorgesehen. Es wird sichergestellt, d'afi keine 
Landbewohner in der Nahe sind. Aus Griinden der Nachfor- 
schungssicher, 

heit 

— Seite 2 — 

ist geplant, die Leiche zu verbrennen und die Urne nach dem 
Friedhof der Festung Konigstein zu uberfiihren. Entschieden 
miisste noch werden, ob die Beisetzung dieser Urne mit militari- 
schen Ehren erfolgen soil oder nicht. Es ist sicherzustellen, daB 
arztlicher Befund, Leichenschein, Verbrerinungsschein ordnungs- 
gemass ausgestellt werden. Tatortskizze und genauer Bericht 



123 



1 



4059-PS 

werden angefertigt. Grosse Bedenken dagegen, daB keine Ver- 
brennung stattfande, bestehen nicht. Diese Frage will der SD 
noch einmal intern uberpriifen. 

b) Pressenotiz 



Es ist auf jeden Fall auffallig, daB iiberhaupt die Tatsache eines 
Fluchtversuch.es eines franzosischen Offiziers in die Presse 
gebracht wird. Damit ist jedoch sichergestellt, daB diese Mass- 
nahme, die als Repressalie gedacht ist, audi in die Offentlichkeit 
kommt. Der Text der Pressenotiz wird erst festgelegt, wenn die 
Modalitaten festliegen. Ausserdem wird noch einmal die Charak- 
teristik des franzosischen Generals uberpriift. Im iibrigen wird 
sich aber das Kommunique stark an den Text der Reuter-Ver- 
lautbarung anlehnen. 

c) Schutzmachtuntersuchung: 



Durch die Auswahl der beteiligten Personen, 

— Seite 3 — 

und die Anfertigung aller aktenmassigen Unterlagen ist sicher- 
gestellt, daB bei einem Untersuchungsbegehren der Schutzmacht 
die zur Abweisung der Beschwerde notwendigen Unterlagen vor- 
handen sind. 

Berlin, den November 1944 



Zweites S: 



Inl. II B 

LR Dr.Bobrik + 4 ) 

l.) 2 ) SS-Oberfuhrer Panzinger teilt mit, daB in der bespro- 
chenen Angelegenheit die Vorbereitungen verschiedentlich 
abgeandert worden seien, er jedoch gerade mit Oberst Meurer 
noch einmal gesprochen habe, um die Modalitaten endgultig 



J ) Tintenstift violett 

') r o in Ecke bei + : „bR" (Kop), durchzeichnet von „f " (Blei) 
2) X ; 



124 



4059-PS 



zu klaren. Er sagte uns dafiir Mitte-Ende dieser Woche einen 
Plan iiber die Ausgestaltung des Vorhabens zu. 

Hiermit 

Herrn Gruppenleiter Inl.II 3 ) 

vorgelegt. 

Berlin, den 28. November 1944. 

+ + ") 

3 ) 2) Wv. mir. Bobrik 28.11. 



D r i 1 1 e s S : Ds 



Gruppe Inland II Personlich! 

Streng vertraulich! 

B e t r . : Franzosichen General. 

SS-Oberfiihrer Panzinger teilt zur Unterrichtung mit, daB die 
+1 ) Vorbereitungen wegen des franzoesischen Generals so weit abge- 
schlossen waren, daB dem Reichsfiihrer-SS ein Bericht liber die 
beabsichtigte Durchfiihrung dieser Tage vorgelegt werde. 

Der franzosische General soli mit vier anderen jiingeren 
Generalen von der Festung Konigstein in ein neues Gefangenen- 
lager iiberfiihrt werden. Der Transport wird in 3 Kraftwagen 
durchgefiihrt, wobei in die beiden ersten Wagen je 2 der dienst- 
jiingeren Generale einsteigen, wahrend der dienstalteste hier in 
Frage stehende General in dem letzten allein fahren soli, um ihm 
seinem Rang entsprechend eine besondere Behandlung zuteil 
werden zu lassen. Die Wagen werden von SS-Angehorigen in 
Wehrmachtuniform gefahren. Die Kraftwagen tragen Wehr- 
machtabzeichen. 

Der Befehl wird wahrend der Fahrt ausgefuhrt, und zwar 
entweder 

1. durch Erschiessen auf der Flucht. 

Unterwegs halt der Kraftwagen an geeigneter Stelle, wahrend 
die anderen zwei "Wagen weiterfahren. Der General wird auf 
der Flucht 

„ durch 



s ) durch „Inl.II": „W (?) 28/11" (Kop) 

4 ) 1 am Rande beginnend bei + + : „2) H. Botschafter Ritter z. Kts vorgelegt" 
(Kop) I dahinter Stp (yiolett): „l.Dez.l944", darunter P „FK." (Kop) I 
quer durch „Ritter": „R 1/12" (Rot) 

5 ) vor „2) Wv. mir." 1 (Ti): „3" (Kop) 

J ) am Rande bei + schrag: „durch Oberstubaf. ORR. Dr. Schulze 855456" (Blei) 



125 



4059-PS 

— Seite 2 — 

„durch wohlgezielte von hinten gegebene Schiisse" getotet. Die 
Untersuchung der Leiche, auch eine eventuelle spatere Obduktion, 
bestatigt die Feststellung, daB der General bei einem Flucht- 
versuch totlich getroften worden ist. 

2. Durch Vergiftung mit Kohlenoxydgas. 

Hierfur ist ein besonders gebauter Wagen erforderlich, der 
bereits fertig konstruiert ist. Der General sitzt allein auf den 
Riicksitzen. Die Tiiren sind, um ein Herausspringen wahrend der 
Fahxt zu verhindern, abgeschlossen. Die Scheiben sind wegen des 
kalten Winterwetters hochgedreht. Die Scheibe zum Fahrerplatz, 
neben dem der Begleiter sitzt, ist geschlossen. Etwaige Fugen 
sind besonders abgedichtet. Durch eine besondere Apparatur die 
vom Vordersitz bedient wird, wird geruchloses Kohlenoxydgas 
wahrend der Fahrt in den Innenraum eingelassen. Ein paar 
Atemziige geniigen, um ihn sicher zu toten. Da das Gas geruchlos 
ist, soil der General im fraglichen Augenblick keinen Verdacht 
schopf en konnen, um etwa durch Zerschlagen der Fenster Frisch- 
luft hineinzulassen. Die Todesursache ist an der Hautfarbung als 
typisches Merkmal einwandfrei zu erkennen. Es wird f estgestellt, 

daB 

— Seite 3 — 

daB durch Undichtigkeiten der Auspuffrohre Abgase aus dem 
Motor in das Innere gedrungen sind, die seinen Tod unbemerkt 
, herbeigefiihrt haben. 

Ein Durchschlag des Berichts an den Reichsfiihrer-SS soil nach 
Abgang dem Auswartigen Amt zur Verfugung gestellt werden. 

Hiermit 

iiber Herrn Botschafter Ritter 
Herrn St.S. 

zur Vorlage 
bei dem 

Herrn Reichsaussenminister. 

Berlin, den 13. Dezember 1944. 

gez. Wagner 2 ) 
v.Thadden 3 ) 

2) Wv. mir. 3 ) 



Bobri/c 3 ) 
13.12. 



2 ) „Wagner" durchstricben Ti 

3 ) Ti 



126 



4059-PS 



Viertes S: Bk dr 



Abschrif t. 



Der Chef der Sicherheitspolizei Berlin SW 11, am 30. Dezember 1944 
und des SD. Prinz-Albrecht-Strasse 8 

VCB. Nr. 831/44 gRs Fernsprecher: 1200 40 

Ceheime Reichssache!') 

Bitte in der Antwort yorstehendes 
Geschaftszeichen und Datum anzugeben 

Schnellbrief 2 ) 

An 

Reichsfiihrer-SS 

Feld-Kommandostelle. 

Zum FS Kdo.Stab Gmund Nr.460 und FS-Zwischenbericht 
vom 4.12.1944. 



Reichsftihrer! 

In der Angelegenheit haben mit dem Chef des Kriegs- 
gefangenenwesens und dem Auswartigen Amt die befohlenen 
Besprechungen stattgefunden, die zu folgendem Vorschlagfiihren: 

1) Im Zuge einer Verlegung von 5 Leuten in 3 Kraftwagen mit 
Wehrmachtkennzeichen tritt der Fluchtfall ein, als der letzte 
Wagen eine Panne hat, oder 

2) tritt Kohlenoxyd durch Bedienung vom Fiihrersitz aus in den 
abgeschlossenen Fond des Wagens. Die Apparatur kann mit 
einfachsten Mitteln angebracht und sofort wieder entfernt 
werden. Ein entsprechender Wagen konnte nach erheblichen 
Schwierigkeiten jetzt beschafft werden. 

3) Andere Moglichkeiten der Vergiftung durch Speise oder Trank 
sind gepriift, aber nach mehreren Versuchen als zu unsicher 
wieder verworfen worden. 

Fur ordnungsmassige Erledigung der Nacharbeiten, wie 
Meldung, Obduktion, Beurkundung, Beisetzung, ist vorgesorgt. 

— Seite 2 — 

Transportfiihrer und Fahrer werden vom RSiHA gestellt und 
treten in Wehrmachtsuniform mit zugeteiltem Soldbuch auf. 



2 ) „Schnellbrief" und die ganze Seite 1 rot dr umrandet 
») rot 



127 



4059-PS 



Wegen der Pressenotiz ist mit dem Geheimrat Wagner vom 
Auswartigen Amt Verbindung auf genommen. Wagner teilte 
dabei mit, daB der Reichsaussenminister mit Reichsfiihrer iiber 
den Fall noch sprechen mochte. 

Die Auffassung des Reichsaussenministers ist, dass gleichartig, 
und zwar in jeder Richtung, vorzugehen sei. 

Inzwischen ist noch bekanntgeworden, dass der Name des 
Betreffenden im Laufe verschiedener Ferngesprache zwischen 
Fiihrerhauptquartier und Chef Kriegsgefangenenwesen genannt 
worden war, so daB Chef Kriegsgefangenenwesen vorschlagt, 
einen anderen, aber gleich Beurteilten zu verwenden. Ich pflichte 
dem bei und bitte, die Auswahl Chef Kriegsgefangenenwesen zu 
iiberlassen. 

Ich bitte um Weisung. 

Heil Hitler! 

Ihr 
gehorsamer 
gez.: Dr. Kaltenbrunner. 



Fiinftes S: 



::-:: Personlich! 1 ) ::-:: 
::-:: Streng vertraulich !') ::-:: 

Herrn LR Dr.Krieger — R XV 

Hildebrandstr.5. 

Unter Bezugnahme auf die 
telefonische Besprechung. 

Ein franzosischer kriegsgefangener General wird eines 
unnaturlichen Todes durch ErschieBung auf der Fluent oder 
Vergiftung sterben. Fur die ordnungsgemaBe Erledigung der 
Nacharbeiten wie Meldung, Obduktion, Beurkundung, Beisetzung 
ist vorgesorgt. 

Die Weisung des Herrn RAM lautet, die „Angelegenheit mit 
Gesandten Albrecht zu besprechen, um genau festzustellen, 
welche Rechte der Schutzmacht in dieser Angelegenheit zustehen 
wiirden, um das Vorhaben damit abstimmen zu konnen. 



) Uniterstreidumgen Rot 



128 



4059-PS 

Ich ware daher dankbar, wenn Sie mir einer Absprache mit 
Gesandten Albrecht entsprechend eine Aufzeichnung zwecks Vor- 
lage bei dem Herrn RAM zuleiten konnten. 

In Frage kamen m.E.u.a.evtl. Rechte der Kommission General 
Bridoux, des Internationalen Roten Kreuzes oder sonstiger Stel- 
len, z.B. auf Exhumierung, nachtragl'iche gerichtsarztliche Unter- 
suchung usw, daneben Anzeige an Wehrmachtsauskunftsstelle, 
Meldung an Bridoux, Ausfullung von Fragebogen fur das Inter- 
nationale Komitee vom Roten Kreuz unter Ubersendung etwaiger 
Nachlassgegenstande und dergl. 

Berlin, den 12. Januar 1945. 

Bobrik.*) 



DOCUMENT 4064-PS 

ORDER BY VON MANSTEIN, 20 NOVEMBER 1941: GOAL OF THE 
STRUGGLE IS EXTERMINATION OF THE "JEWISH-BOLSHEVIST 
SYSTEM"; THERE IS FIGHTING BEHIND THE LINES TOO, SO THE 
GERMAN SOLDIER MUST NOT ONLY DESTROY THE ENEMY'S 
INSTRUMENTS OF MILITARY POWER, BUT MUST ALSO FEEL 
HIMSELF AN AVENGER AND A "BEARER OF RACIAL IDEAS"; 
VARIOUS DETAILED INSTRUCTIONS TO GERMAN SOLDIERS (EX- 
HIBIT USA-927) 



BESCHREIBUNG: 

Verv I durch „A.H.Qu. den" nadi o und u hinausragend Stp (violett): „72. Divi- 
sion 27.NOV.1941 Tgb.Nr.: Ic 356/41g Reg.: Nr. 1445 Abt. Ic", („Ic 356/41g" 
und ,,1445" Ti, „Ic" Blau) I im Stp Mer „Ic": P xml (Rot) I r daneben P 
„St" (Kop) und P unl (Griin) I n „72. Division" Stp rot: „25.NOV.1941" I 
r daneben: „72.Div." (Rot) I darunter: „28x" (Rot) I iiber Stp r hinausragend: 
„XXX.A.K.Ic Nr.752/41 g." (Ti) 



Armeeoberkommando 11 A.H. Qu. den 20.11.1941 

Abt. Ic/AO Nr.2379/41 geh. 

GEHEIM ! 

Seit dem 22.6. steht das deutsche Volk in einem Kampf auf 
Leben und Tod gegen das bolschewistische System. 

2 ) Ti 



129 



4064-PS 



Dieser Kampf wird nicht in hergebrachter Form gegen die 
Sowjetische Wehrmacht allein nach europaischen Kriegsregeln 
gefiihrt. 

Auch hinter der Front wird weiter gekampft. Partisanen, in 
Zivil gekleidete Heckenschiitzen, iiberfallen einzelne Soldaten und 
kleinere Trupps und suchen durch Sabotage mit Minen und 
Hollenmaschinen unseren Nachschub zu storen. Zuriickgebliebene 
Bolschewisten halten durch Terror die vom Bolschewismus be- 
freite Bevolkerung in Unruhe und suchen dadurch die politische 
und wirtschaftliche Befriedung des Landes zu sabotieren. Ernte 
und Fabriken werden zerstort und damit besonders die Stadt- 
bevolkerung nicksichtslos dem Hunger ausgeliefert. 

Das Judentum bildet den Mittelsmann zwischen dem Feind im 
Riicken und den noch kampfenden Resten der Roten "Wehrmacht 
und der Roten Fiihrung. Es halt starker als in Europa alle 
Schliisselpunkte der politischen Fuhrung und Verwaltung, des 
Handels und des Handwerkes besetzt und bildet weiter die Zelle 
fur alle Unruhen und moglichen Erhebungen. 

Das jiidisch-bolschewistische System muss ein fur allemal aus- 
gerottet werden. Nie wieder darf es in unseren europaischen 
Lebensraum eingreifen. 

Der deutsche Soldat hat daher nicht allein die Aufgabe, die 
militarischen Machtmittel dieses Systems zu zerschlagen. Er 
tritt auch als Trager einer volkischen Idee und Racher fiir alle 
Grausamkeiten, die ihm und dem deutschen Volk zugefiigt wur- 
den, auf. 

*) Der Kampf hinter der Front wird noch nicht ernst genug 
genommen. Aktive Mitarbeit aller Soldaten muss bei der Ent- 
waffnung der Bevolkerung, der Kontrolle und Festnahme aller 
sich herumtreibender Soldaten und Zivilisten und der Entfernung 
der bolschewistischen Symbole gefordert werden. Jede Sabotage 
muss sofort und mit scharfsten Massnahmen gesiihnt, alle An- 
zeichen hierfiir gemeldet werden. 

Die Ernahrungslage der Heimat macht es erforderlich, dass 
sich die Truppe weitgehendst aus dem Lande ernahrt und dass 
dariiberhinaus moglichst grosse Bestande der Heimat zur Ver- 
fiigung gestellt werden. Besonders in den feindlichen Stadten 
wird ein grosser Teil der Bevolkerung hungern miissen. Trotz- 
dem darf aus missverstandener Menschlichkeit nichts von dem, 
was die Heimat unter Entbehrungen abgibt, an Gefangene und 
Bevolkerung — soweit sie nicht im Dienste der deutschen Wehr- 
macht stehen — verteilt werden. 



*) die ersten 3 Z'en des Abs Griin angestricben 



130 



4064-PS 



Fur die Notwendigkeit der harten Siihne am Judentum, dem 
geistigen Trager des bolschewistischen Terrors, muss der Soldat 
Verstandnis aufbringen. Sie ist auch notwendig, um alle Er- 
hebungen, die meist von Juden angezettelt werden, im Keime zu 
ersticken. 

Aufgabe der Fiihrer aller Grade ist es, den Sinn fur den 
gegenwartigen Kampf dauernd wach zu halten. Es muss ver- 
hindert werden, dass durch Gedankenlosigkeit der bolsche- 
wistische Kampf hinter der Front unterstiitzt wird. 

Von den nichtbolschewistischen Ukrainern, Russen und Tar- 
taren muss erwartet werden, dass sie sich zu der neuen Ordnung 
bekennen. Die Teilnahmlosigkeit zahlreicher, angeblich sowjet- 
feindlicher Elemente muss 

— Seite 2 — 

einer klaren Entscheidung zur aktiven Mitarbeit gegen den 
Bolschewismus weichen. Wo sie nicht besteht, muss sie durch 
entsprechende Massnahmen erzwungen werden. 

Die freiwillige Mitarbeit am Aufbau des besetzten Landes 
bedeutet fur die Erreichung unserer wirtschaftlichen und poli- 
tischen Ziele eine absolute Notwendigkeit. 

Sie hat eine gerechte Behandlung aller nichtbolschewistischen 
Teile der Bevblkerung, die z.T. jahrelang gegen den Bolschewis- 
mus heldenhaft gekampft haben, zur Voraussetzung. 

Die Herrschaft in diesem Lande verpflichtet uns zur Leistung, 
zur Harte gegen sich selbst und zur Zuriickstellung der Person. 
Die Haltung jedes Soldaten wird dauernd beobachtet. Sie macht 
eine feindliche Propaganda zur Unmoglichkeit oder gibt Ansatz- 
2 ) punkte fur sie. Nimmt der Soldat auf dem Lande dem Bauern 
die letzte Kuh, die Zuchtsau, das letzte Huhn oder das Saatgut, 
so kann eine Belebung der Wirtschaft nicht erreicht werden. 

Bei alien Massnahmen ist nicht der augenblickliche Erfolg ent- 
scheidend. Alle Massnahmen miissen deshalb auf ihre Dauer- 
wirkung geprtift werden. 

Achtung vor den religibsen Gebrauchen, besonders der der 
mohamedanischen Tartaren, muss verlangt werden. 

Im Verfolg dieser Gedanken kommt neben anderen durch 
die spatere Verwaltung durchzufiihrenden Massnahmen der 
propagandistischen Aufklarung der Bevolkerung, der Forderung 
der personlichen Initiative z.B. durch Pramien, der weitgehen- 
den Heranziehung der Bevolkerung zur Partisanenbekampfung 
und dem Ausbau der einheimischen Hilfspolizei erhohte Bedeu- 
tung zu. 



2 ) die letzten 3 Z'en des Abs Griin angestricfaen 



131 



4064-PS 

Zur Erreichung dieses Zieles muss gefordert 
werden: 

Aktive Mitarbeit der Soldaten beim Kampf gegen den Feind 
im Riicken 

Bei Nacht keine einzelnen Soldaten, 

Alle Fahrzeuge mit ausreichender Bewaffnung, 

Selbstbewusste, nicht uberhebliche Haltung aller Soldaten, 

Zuriickhaltung gegeniiber Gefangenen und dem anderen 

Geschlecht, 

Kein Verschwenden von Lebensmitteln. 

Mit aller Scharfe ist e i n z u s c h r e i t e n : 
Gegen Willkur und Eigennutz, 
Gegen Verwilderung und Undisziplin, 
Gegen jede Verletzung der soldatischen Ehre. 

Verteiler: 

bis Rgt. und Der Oberbefehlshaber: 

selbst.Btl. v. Manstein 



DOCUMENT 4065-PS 

DRAFT OF A LECTURE (ILLEGIBLY INITIALLED), 6 JUNE 1939, ON 
THE "POLITICAL SOLDIER": CLOSE CONNECTION BETWEEN 
WEHRMACHT AND PARTY, ETC. DRAFT OF AN ADDRESS ON THE 
OCCASION OF THE OPENING OF A TRAINING CLASS FOR COM- 
MANDERS: PROPHECIES FOR THE "NEXT WAR", WHICH WILL BE 
A STRUGGLE FOR THE VICTORY OF NATIONAL SOCIALIST 
IDEOLOGY (EXHIBIT USA-929) 



BESCHREIBUNG: 
begl Phot I zweiteilig 
Erstes S : 

j (ii) 6. 6. 1939 

Der Waffentrager — politischer Soldat. 

Siehe 1.) Jahrbuch des Deutschen Heeres 1939 
Seite 50 „Soldat und Politik". 
„ 2.) „Der Schulungsbrief" 3.Folge 1939, 
Seite 98 „Nationalsozialistische 
Erziehungsarbeit in der Wehrmacht." 



132 



406S-PS 



Der „politische Soldat" ist im Dritten Reich bereits Begriff 
geworden. Es ist der Mann, dem es nicht menr an „Zivilcourage" 
fehlt, dem der Einsatz im politischen Leben soldatische Selbst- 
verstandlichkeit geworden ist. Sein Vorbild ist der „alte Kampfer". 

Neben dem „politischen Soldaten" steht der Soldat als Waffen- 
trager. Auch er ist nicht „unpolitischer Soldat". 

Wenn es im Absatz 1) des Paragr.26 des Wehrgesetzes vom 
21. Mai 1935 heisst, „die Soldaten diirfen sich politisch nicht be- 
tatigen", so ist damit lediglich gesagt, dass der Soldat nicht zu 
p o 1 i t.i s i e r e n hat. 

Nach dem gleichen Paragraphen ruht fiir den Soldaten das Recht 
zum Wahlen und zur Teilnahme an Abstimmungen. Auch hierin 
ist kein politischer Nachteil zu sehen, sondern es ist eine Selbst- 
verstandlichkeit, dass der Soldat als Schildhalter der Politik seines 
Ftihrers und Obersten Befehlshabers angesehen wird. Fiir ihn 
kommt ein „Ja" oder „Nein" nicht in Frage. 

Nach diesen Paragraphen ruht auch die Zugehorigkeit zur Partei 
und ihren Gliederungen, sowie zu einem der ihr angeschlossenen 
Verbande fiir die Dauer des aktiven Wehrdienstes. Damit ist gesagt, 
dass der im aktiven Wehrdienst stehende Soldat nur nach den 
Befehlen seiner militarisehen Vorgesetzten zu handeln hat. Das 
ist fiir den „politisehen" Soldaten sowie fiir den Soldaten als 
Waffentrager eine klare selbstverstandliche Regelung, die 

der 

— Seite 2 — 

die der unbedingte Soldatengehofsam und die soldatische Disziplin 
erf ordern. 

Im Grunde seines Wesens ist der Soldat als Waffentrager aber 
politischer Soldat. Er ist iiberzeugter Nationalsozialist, Vertreter 
der Lebensgesetze des Nationalsozialismus. Er bejaht die Hochst- 
werte der nationalsozialistischen Weltanschauung, Ehre, Treue, 
Wehr, Blut und Boden, ewiges Volk und ewiges Grossdeutschland, 
Gemeinnutz vor Eigennutz usw. 

Die soldatische Erziehung soli und will den Abschluss der Er- 
ziehung von Schule, Hitlerjugend und Reichsarbeitsdienst bringen. 

Dariiber hinaus will sie sich auf das weitere Leben des aus dem 
Wehrdienst ausscheidenden Soldaten auswirken. Der Soldat soli 
das soldatische Pflichtleben als nationalsozialistisches Pflichtleben 
auch in weiterer Zukunft fortleben. 

Enge Verbindung zwischen Wehrmacht und Partei, zwischen 
Wehrmacht und Volk gewahrleistet das klare Einfiihlen in die 
Volksgemeinschaft. In ihr will der Soldat durch seine Haltung 



133 



4065-PS 



in und ausser Dienst genau so Vorkampfer sein, wie es vom 
politischen Soldaten gefordert wird. 

Im Fronterlebnis finden sich die Wurzeln des Nationalsozia- 
lismus, im Fronterlebnis wirkten sich am starksten Kameradschafts- 
gefuhl und Blutsgemeinschaft aus. 

Der furchtbare Zusammenbruch am Ende des Weltkrieges ist 
eine Erfahrung, die der Frontkampfer, die aber audi die, die nach 
ihm kommen, niemals vergessen durfen. Diese Erfahrung lehrt 
festes Zusammenstehen aller Glieder des Volkes. Sie fordert die 
beste und festeste Kampfgemeinschaft. Sie fordert,dass der Soldat 
die Lebensgesetze seines Volkes kennt, dass er weiss, wofiir er mit 
seinem ganzen Sinnen und Trachten und mit seinem Leben einzu- 
stehen hat. 

Weltanschauliche 

— Seite 3 — 

Weltanschauliche Fiihrung in der Wehrmacht soil diese Erkennt- 
nisse immermehr zum Gemeingut aller Waffentrager machen und 
sie zu weltanschaulichen Kampfern . gleichzeitig erziehen. Ent- 
sprechende Massnahmen werden planmassig in den Ausbildungs- 
gang eingeschaltet. 

Die Wehrmacht ist bestrebt, die Forderung des Fuhrers „letzte 
und hochste Schule vaterlandischer Erziehung" zu sein, in der der 
Soldat „von der Starke des gemeinsam empfundenen Korpsgeistes 
die Uberzeugung von der Uniiberwindlichkeit seines Volkstums 
gewinnen soil", bis auf ausserste zu erfiillen. 

Sie weiss, dass noch iiber die Handhabung der Waffe und der 
Kampftechnik und ihrer Anwendung im Gef e chtsdienst der Geist, 
die seelische Haltung fiir den letzten Einsatz und Erfolg ent- 
scheidend ist. 

In ihrer Erziehungsarbeit will sie den Frontgeist wecken und 
festigen und trifft sich hier mit der Erziehungsarbeit des politischen 
Soldaten auf einer Ebene. 

Die heldischen Vorbilder des Soldatentums sind ihm Ansporn, 
die gefallenen Soldaten des Weltkrieges und in Spanien treten 
neben die Gefallenen der Bewegung, die durch den freiwilligen Ein- 
satz ihres Lebens im politischen Machtkampf die Voraussetzung fiir 
die politische Freiheit und wiedergewonnene Wehrkraft der Deut- 
schen schufen. 

In politisch und weltanschaulicher Erziehung soli der Soldat die 
Grosse der Geschichte seines Volkes, die heldischen Gestalten aus 
den einzelnen Epochen der Geschichte kennenlernen. Es sollen ihm 
die Aufgaben der Gegenwart und der Zukunft bewusst gemacht 



134 



4065-PS 



werden. Es soil in ihm Sinn fiir deutschen Lebensraum und natio- 
nalpolitische Zielsetzung geweckt werden. Sein Verantwortungs- 
gefuhl als Soldat und Nationalsozialist soil aufs ausserste gesteigert 
werden. 

Soldatentum und Nationalsozialismus sollen zum Gesetz in ihm 
verschmelzen, nach dem er antritt, nach dem er kampft, 

nach 

— Seite 4 — 

nach dem er siegt oder stirbt. 

Offlziere und Soldaten wissen, dass Waffe und Weltanschauung 
zusammengehdren und gemeinsam die Krafte bilden, die alle Auf- 
gaben bezwingen werden. 

Punl, 6.6. 

616, P unl 



Zweites S: im Raum fiber ,,Entwurf" hs: „Dank Gudran (?) — ■ kleiner 
Kreis — enorme Verantwortung Bezieh, zur Luftwaffe — Wichtigkeit der Auf- 
gabe: Nachwuchs" ) im Zwischenraum unter der Ub hs: „KIar, dass Sie alle 
Nazi, trotzdem zum Unterricht an Vergangenheit u. Fehlern lernen!" (?) I 
Seite 2: 1 am Rand n zweitem Abs hs: „Unterfiihrer Art dP" (?) I r am Rand 
n siebenten Abs hs: „Gilt alles audi fiir Unoffiziere" I r unter T: P unl, 15/4. 
(hs) I im Raume unter T, am linken Rand beginnend, hs Vm: „Ich spreche zu 
Ihnen nun nicht iiber die Frage, sondern iiber: Offz. u. Politik. Kein stilvoller 
festgelegter Vortrag: Warum" I auf Seite 1 und 2 hs verschiedene Randstriche, 
Unterstreichungen und Einklammerungen (hier nicht wiedergegeben) 



E n t w u r f 

fiir eine Ansprache zur Eroffnung des 
Schulungs-Lehrganges fiir Kommandeure 
in Miinchen. 



Der nachste Krieg wird das Ringen um den Sieg unserer Welt- 
anschauung sein. 

Juden- und Freimaurer geftihrte Demokratien gegen autoritare 
Staaten. 

Am Ende eines solchen Krieges muss eine klare Entscheidung 
stehen — keine Kompromisslosung. 

Es geht also um Sein oder Nichtsein. 



') von *» bis * 2 Randstrich hs 



135 



4065-PS 

Mehr als je in der Geschichte der Kriege wird das Material eine 
grosse Rolle spielen. Material hat aber nur Wert, wenn der Mensch 
es meistert. Audi im Materialkrieg entscheidet also der Mann, sein 
Geist, seine Seele. 

Blick in die Zeitungen ernste Zeit. Das Streben unserer Gegner 
zeichnet sich immer deutlicher ab. Wann und wie es zur Entschei- 
dung kommen wird, ungewiss. 

Trotzdem aber Lehrgang. * 4 

Waffenerziehung geniigt nicht, weil entscheidend in einem Kampf, 
wie dem kommenden, die seelische Grosse des deutschen Soldaten, 
ja des ganzen deutschen Volkes ist. 

— Seite 2 — 

Also: Kommandieren geniigt nicht mehr — Fiihren ist notig. 

Die entscheidende Bedeutung dieses Fiihrenkonnens viel zu wenig 
erkannt. Arbeit an uns selbst ist notig. Ohne richtige eigene 
Haltung konnen wir keinen Soldaten erziehen und fuhren. 

Im Kampf um den Sieg unserer Weltanschauung kann nur fuhren, 
wer selbst von dieser Weltanschauung durchdrungen ist. 

2 ) * 3 Lehrgang soli Anregung sein. Fleissigste Arbeit ist erforderlich. 
Im Frieden muss geschaffen warden, was der Krieg verlangt. 

Schein ist Verbrechen. Nur die Tat gilt. 

Der Alltag im Frieden birgt die Voraussetzung fur den Sieg.* 4 

Mannigfache Aufgaben auf jedem Gebiet in die Erziehung des 
Offizier-Korps und ::-:: des Unteroffizier-Korps, ::-:: in der Aus- 
bildung der Mannschaften, in der Einstellung der Truppe gegen- 
iiber, in der Haltung des Kommandeurs als Betriebsfiihrer. Un- 
unterbrochen muss der Offizier durch sein Vorleben Erzieher sein 
und lebendiger Beweis fur die wirkliche Grosse und Wahrheit 
nationalsozialistischer Weltanschauung. 

*s Nur der Kommandeur, der diese Grundhaltung besitzt und zeigt, 
erfullt seine Pflicht.* 4 



*) von *' bis * 2 Randstrich hs 

2 ) T zwisdien * 3 und * 4 in eckigen KJ'n (hs) 



136 



DOCUMENT 4067-PS 

UNSIGNED RECORD OF TELEPHONED ORDER TO THE PANZER 
ARMY AFRICA, 1942: BY HITLER'S ORDER GERMAN POLITICAL 
REFUGEES SERVING WITH THE FREE FRENCH UNITS IN AFRICA 
ARE TO BE SHOT IMMEDIATELY (EXHIBIT USA-930) 



BESCHBEIBUNG: 

vorgedrucktes Fernspruchformular I T auf Telegrammstreifen, letztere auf- 
geklebt auf Formular 

Fernspruch . Fernschreiben. Funkspruch. Blinkspruch 



Nachr.-Stelle Nr. Befordert 

an Tag Zeit durch Rolle 

Vermerke: 

Angenommen oder aufgenommen 
von Tag Zeit durch 

Geheime Kommandosache! 1 ) 



HIER OBLT. HARTENBERG GWNOL HPTM. BIRNBACH 
+ FRR G-WNOL 03295 9/6 1345 = 

FRR PZ. ARMEE AFRIKA, UEBER DT. GEN. B. OBKDO.D. 
ITAL. WEHRMACHT, ROM = 

GLTD: PZ. ARMEE AFRIKA UEBER DT GEN B OBKDO D 
ITAL WEHRMACHT, ROM = NACHR: OKH/GEN QU = 
NACHR: GEN Z B V BEI OKH= NACHR: OBDL/GEN QU= 
NACHR: OKW/W R= 

— GKDOS — ::-:: CHEFSACHE NUR DURCH OFFIZIER- 2 ) ::-:: 
NACH VORLIEGENDEN MELDUNGEN SOLLEN SICH BEI 
DEN FREIEN FRANZ. VERBAENDEN IN AFRIKA ZAHL- 
REICHE DEUTSCHE POLITISCHE FLUECHTLIGE BEFIN- 
DEN.- 

DER FUEHRER HAT ANGEORDNET, DASS GEGEN DIESE 
MIT AEUSSERSTER SCHAERFE VORZUGEHEN 1ST. SIE 
SIND DAHER IM KAMPF SCHONUNGSLOS ZU ERLEDI- 
GEN. WO DAS NICHT GESCHEHEN 1ST, SIND SIE NACH- 
TRAEGLICH AUF BEFEHL DES NAECHSTEN DEUTSCHEN 
OFFIZIERS SOFORT UND OHNE WEITERES ZU ER- 
SCHIESSEN, SOWEIT SIE NICHT VORUEBERGEHEND 



*) rosa 

2 ) „Chefsache nur durch Offizier — " blau umrandet 



137 



4067-PS 



ZUR GEWINNUNG VON NACHRICHTEN ZEITWEILIG ZU- 
RUECKBEHALTEN WERDEN SOLLEN.- 

SCHRIFTLICHE WEITERGABE DIESES BEFEHLS 1ST 
VERBOTEN. DIE KOMMANDEURE SIND MUENDLICH ZU 
UNTERRICHTEN = 

— Riickseite: 3 ) — 

OKW/WFST/QU (VERW.) NR.55 99 4/42 GKDOS CHEFS + + + 
+ + 1412 EIN FRR GWNOL 03295 OBLT HARTENBERG HRMA + 
GWNOL HPTM. BIRNBACH + GLBQU HPTM. SACHSE 
HIER LT. REITHMAYER HIER OBLT. HENKEL G ANNA + 
+ FRR GWNOL 03295/9/6 1340 DSZ= - QEM - 

GANNA TM 2 NACHR OKH/ GEN QU = GEN.Z. B. V. BEI OKH 
(NACHR) = GLBQU: OBDL/ GEN QU (NACHR) = GHBZ: OKW / 
WR (NACHR) = GLTD: PZ ARMEE AFRIKA UEBER DT GEN B 
OBKDO. D.ITAL WEHRMACHT, ROM = NACHR: OKH / GEN 
QU = NACHR: GEN Z.B.V. BEI OKH = NACHR: OBDL / GEN 
QU = NACHR: OKW / WR = 

~ GKDOS - CHEFSACHE NUR DURCH OFFIZIER— NACH VOR- 
LIEGENDEN MELDUNGEN SOLLEN SICH BEI DEN FREIEN 
FRANZ. VERBAENDEN IN AFRIKA ZAHLREICHE DEUTSCHE 
POLITISCHE FLUE CHTLINGE BEFINDEN.-DER FUEHRER HAT 
ANGEORDNET, DASZ GEGEN DIESE MIT AEUSZERSTER 
SCHAERFE VORZUGEHEN 1ST. SIE SIND DAHER IM KAMPF 
SCHONUNGSLOS ZU ERLEDIGEN. WO DAS NICHT GESCHEHEN 
1ST, SIND SIE NACHTRAEGLICH AUF BEFEHL DES NAECH- 
STEN DEUTSCHEN OFFIZIERS SOFORT UND OHNE WEITERES 
ZU ERSCHIESZEN, SOWEIT SIE NICHT VORUEBERGEHEND 
ZUR GEWINNUNG VON NACHRICHTEN ZEITWEILIG ZURUECK- 
BEHALTEN WERDEN SOLLEN. - SCHRIFTLICHE WEITERGABE 
DIESES BEFEHLS 1ST VERBOTEN. DIE KOMMANDEURE SIND 
ZU UNTERRICHTEN. 

OKW / WFST / Qu (VERW) Nr 55 994/42 GKDOS. CHEFS + 
+ + 1410 FRR GWNOL 03295 LT. REITHMAYER GHBZ + + + 
+ 1410 DSZ FRR GWNOL NR.03295 HPTM SACHSE GLBQU + + + 
+ 1415 B 03295 CHEFS. OBLT. HENKEL G ANNA + 



s ) auf Riidc6eite o quer iiber T Stp rosa: „Geheime Kommandosache!" 



138 



DOCUMENT 4069-PS 

FILE CONCERNING THE ASSASSINATION OF GENERAL MESNY; 
COVERING LETTER FROM PRESIDENT FURBY TO THE SECRETARY 
GENERAL OF THE FRENCH DELEGATION TO THE IMT, 10 JULY 
1946; LETTER FROM THE INTERNATIONAL RED CROSS TO MME. 
MESNY, 5 APRIL 1945; REPORT BY GENERAL BUISSON, 29 APRIL 
1945 (EXHIBIT USA-925) 



NOTE EXPLICATIVE: 

Sur la l&re piece cachet rond: au centre allegorie assise de la Republique et 
inscription circulaire : « Gouvernement Militaire Zone francaise Direction G^ e 
de Justice ». 



YL/FV 

COMMANDEMENT EN CHEF FRANC AIS EN 
ALLEMAGNE 

DfiLfiGATION Baden-Baden, le 18 juillet 1946 

du 

Ministere de la Justice 
pour la recherche des 
CRIMES DE GUERRE Le President FURBY 

en Allemagne Directeur General de la Justice 

DIRECTION GfiNER ALE Delegue en Allemagne pour la 
<j e i a Recherche des Crimes de Guerre 

JUSTICE 

a 

Le Delegue 

Monsieur le Secretaire General 
a la Delegation Francaise du Tribunal 
International de 

REFER. J U S/ CG/No 26 8 0 ■ NUREMBERG 

Comme suite a votre telegramme du 13 Juillet courant recu 
ce jour, j'ai l'honneur de vous faire parvenir le dossier de l'assas- 
sinat du General : 

MESNY 
que j'ai en ma possession. 

Je vous serais oblige de vouloir bien me le renvoyer des qu'il 
aura cesse de vous etre utile afin que je puisse faire poursuivre 
les enquetes que j'ai demandees dans cette affaire. 

P. LE DELEGUE 
LEMERLE 

P. J. — 1 dossier 



139 



4069-PS 



COMITE INTERNATIONAL DE LA CROIX-ROUGE 
AGENCE CENTRALE DES PRISONNIERS 
DE GUERRE 

Geneve, le 5 avril 1945. 

Serv. Fr. 

EF.I20.66I ( RFOD 10.511 ) 
NJ/AJ 

Madame la Generate MESNY 
4, Place Puvis de Chavannes 
LYON 

( Rhone ) 

Madame, 

Nous avons le grand regret de vous informer que Monsieur 
DENZLER, attache d'ambassade aupres de la Legation Suisse a 
Berlin, vient de nous faire parvenir les renseignements suivants 
concernant le General MESNY : 

« J'ai visite le 6 Fevrier 1945 l'Oflag IV C de Coldits et f aisant 
« suite a une demande expresse des interesses, je vous transmets 
« les informations suivantes : 

Les Generaux FLAVIGNY, de BOISSE et BOISSON ont ete 
transferes de l'Oflag IV B de Konigstein a l'onag IV C de Colditz. 
Les Generaux MESNY et VAUTHIER ont egalement quitte 
Konigstein dans une voiture particuliere pour se rendre a Colditz. 
Selon une communication du Commandant PRAWILL, le General 
MESNY a ete tue par coup de feu pres de Dresde au cours d'une 
tentative d'evasion». 

Nous nous somm.es immediatement mis en rapport avec notre 
Delegation a Berlin afin d'essayer d'obtenir des autorites allemandes 
des precisions concernant ce tragique evenement. Nous ne manque- 
rons pas de vous communiquer les indications eventuelles qui pour- 
raient nous parvenir. 

Avec notre profonde sympathie, nous vous prions d'agreer, 
Madame, l'expression de notre entier devouement. 

Comite International de la Groix-Rouge 
Agence Centrale des Prisonniers de 
Guerre 

GENEVE 

Signe : M. LENOIR 



140 



4069-PS 



Bourget du Lac 29.4.45 

Le General de Division BUISSON Louis, ex-prisonnier de Guerre 
a l'Oflag IV-C, rapatrie d'Allemagne le 20 Avril 1945. 

a 

Monsieur le Ministre de la Guerre, 

au sujet du General MESNY qui aurait ete fusille a DRESDE le 
19 Janvier 1945. 

Le 18 Janvier 1945, les six officiers generaux ci-apres du Camp 
de KOENIGSTEIN — Oflag IV B furent designes pour quitter le 
Camp le 19 Janvier au matin — destination inconnue : 

— lere voiture : 6 H. Generaux DAINE et de BOISSE 

— 2eme voiture : 6 H. 15 Generaux FLAVIGNY et BUISSON 

— 3eme voiture : 6 H. 30 Generaux MESNY et VAUTHIER. 

Le 19 Janvier, si la premiere voiture partit a 1'heure fixee, il n'en 
fut pas de meme des deux suivantes, dont l'ordre fut interverti, 
ainsi que les heures de depart. 

Deuxieme voiture: 7 Heures, General MESNY seul (car d'apres 
un renseignement donne au General BUISSON par l'interprete alle- 
mand ROSENBERG, un ordre de l'O.K.W. arrive dans la nuit, avait 
annule le depart du General VAUTHIER. 

Troisieme voiture : 8 H. 30 Generaux FLAVIGNY et BUISSON. 

Les ordres pour le voyage furent draconiens: 

■ — • destination inconnue, 

— defense absolue de tout arret en cours de route, 

— poignee des portieres enlevees, 

— un Officiers allemand par voiture, le pistolet mitrailleur sur 
les genoux et le doigt sur la detente. 

A notre arrivee a COLDITZ (Oflag IV-C) camp de represailles, le 
19 Janvier vers midi, nous constatames l'absence du General MESNY 
non arrive ; nous pensames qu'il avait ete dirige sur un autre camp, 
quoique ses bagages se trouvaient dans le camion, avec ceux des 
quatre autres generaux. 

Le 20 Janvier, dans la matinee, le Commandant PRAWITT, Chef 
de 1' Oflag IV-C, vint dans les Chambres des Officiers generaux 
frangais et nous fit la communication suivante : 

./. 



141 



4069-PS 



< — Page 1 — 

«Je vous informe officiellement que le General MESNY a ete 
fusille hier a DRESDE pour tentative d'evasion. II a ete enterre a 
DRESDE et les honneurs lui ont ete rendus par un detachement de 
la Wehrmacht». 



Deux faits demeurent troublants dans cette sombre tragedie : 

1°) — Le transport du General MESNY seul (deuxieme voiture). La 
designation du General VAUTHIER, puis l'annulation de cet 
ordre nous sont apparues fort suspectes etant donnee l'attitude 
de cet Officier general, volontaire pour travailler en Alle- 
magne et dont le transfert dans un camp de represailles ne 
s'expliquait pas. 

2°) — Le General MESNY, dont le fils aine est dans un camp de 
deportes politiques en Allemagne, me dit a plusieurs reprises 
au cours de nos conversations: «Si jusqu'en 1944 j'ai toujours 
cherche a preparer mon evasion, j'y ai ensuite definitivement 
renonce, aurais-je meme eu toutes chances de reussir. 

— tout d'abord, la fin de la guerre n'est plus qu'un question de 
semaines, 

— de plus et surtout, j'aurais bien trop peur que mon fils aine 
ne paie de sa vie mon evasion » 

Une heure avant son depart de KOENIGSTEIN, le 19 Janvie , le 
General MESNY me repetait une fois de plus ces paroles. 

Et comment concevoir une tentative d'evasion d'un Officier gene- 
ral en tenue, dans les conditions de transport decrites ci-dessus? 

S'il est exact que le .General MESNY a ete fusille au cours du 
transport de KOENIGSTEIN a COLDITZ , ce ne peut-etre pour ten- 
tative d'evasion. 

Premeditation ou acte affole d'un Officier allemand (a la suite 
d'une discussion ou d'une demande pour un arret de quelques 
minutes), tels sont, pensons-nous les seules explications de ce drame 
tragique. 

General BUISSON 



142 



DOCUMENT 4071-PS 

AFFIDAVIT BY RUDOLF SCHONBERG, 21 JULY 1946 ON HIS OWN 
EXPERIENCES IN FORCED LABOR CAMPS FOR JEWS: INSUFFIC- 
IENT FOOD, EXCESSIVE WORK, HARSHEST ILL-TREATMENT, KILL- 
ING OF PERSONS THUS BECOME UNFIT FOR WORK; CRUELTY 
PRACTICED BY THE SA (EXHIBIT GB-603) 



BESCHREIBUNG: 
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Garmisch-Partenkirchen, den 21.7.46 

Eidesstattliche Erklarung 

Ich, Rudolf Schonberg, geboren am 10.5.1908, KRENAU, O/S. 1 ) 
bin am 5.11.1940 zusammen mit ca.350 Juden der Stadt Krenau 
Ob.Schles. in das Lager Sakrau/ Ob.Schles. deportiert worden. 
Das Lager Sakrau war ein sogenanntes „Zwangsarbeitslager" in dem 
sich ausschlieBlich Juden befanden. Ich bin sodann in 8 anderen 
sogenannten Zwangsarabeitslagern gewesen: Sakrau, Mech- 
tal, Markstedt, Klettendorf, Langbielau, Faui- 
briick, Reichenbach u. Annaberg / Ob.Schles. Es haben 
in alien diesen Lagern fast die gleichen Zustande geherrscht. 
Schwerste Arbeit bei minimalster Verpflegung in Form von 200 — 400 
Gramm Brot taglich und einer Wassersuppe. Es gab nur selten 
20 — 25 Gr Margarine zusatzlich. Diese Lager wurden meistens von 
„S.A." bewacht, periodenweise auch durch die Wehrmacht oder O.T. — 
Wie schon oben erwahnt muBten wir bei minimalster Verpflegung und 
im Winter ohne geniigende Bekleidung oder Beschuhung, die schwer- 
sten Arbeiten unter schwersten Misshandlungen von Seiten der 
Bewachung, wie auch zum Teil der Meister, die auch grosstenteils 
S.A.-Leute oder sonstige P.G's. waren, verrichten. Nach meinen 
Erfahrungen standen diese sogenannten Zwangsarbeitslager den 
„K.Z's." mit nicht viel und vielleicht auch gar nicht zuriick. Diese 
Lager haben zwar keine Krematorien und sonstige, „sozialen Ein- 
richtungen" der Hitlerherrschaft besessen. Es hat aber auch da, ich 
mochte betonen, daB diese Lager meistens eine Belegschaft von 
4 — 800 Mann Starke hatten, mit Ausnahme Markstedt, das ca.3000 
Juden verschiedener Nationen, sowie Polen, Franzosen, Belgier, Hol- 
lander und Griechen, beherbergten, nicht an Toten durch Misshand- 
lungen und Unterernahrung gemangelt, so z.B. wurden schon im 

') Ti 



143 



4071-PS 



Anfang 1942 im Lager Mechtal sogenannte Krankentransporte, daB 
waren Menschen, die von Unterernahrung und Misshandlungen 
schon so geschwacht waren, dass sie praktisch keine produktive 
Arbeit mehr verrichten konnten, nach Kosel b.Heidebreck / Ob.Schles. 
deportiert, wo sie durch Injektionen oder Vergasungen getotet wur- 
den. Es sind audi in Markstedt und Faulbriick bei dieser verhaltnis- 
massig kleinen Belegschaftsstarke, 12 und noch mehr Personen 
taglich gestorben. Diese Menschen wurden wie ein krepiertes Stuck 
Vieh irgendwo am Stadt- oder Waldrand zur letzten Ruhe gebettet. 
Die Leichen wurden in Sacken oder im besten Falle in alten Kisten 
auf ein Fuhrwerk geladen und wie oben erwahnt bestattet. 

— Seite 2 — 

Bei der Fiille des Materials ist es mir nicht moglich, die ganzen 
Einzelheiten meines 5 jahrigen Marterdaseins schriftlich nieder- 
zulegen. Ich mochte mit Vorstehendem nur bekunden, daB die 
„S.A." nach meinen Erfahrungen in den Methoden mit der „S.S." 
in nichts zuriicksteht. Ich bin jederzeit bereit, diese meine Angaben 
in Einzelheiten mundlich zu schildern. Auch bin ich bereit, da ich 
in mehreren Lagern war, und dadurch einen verhaltnismaBig groBen 
Teil Leidensgenossen wiedergefunden habe, diese zur Bestati- 
gung meiner Angaben ausflndig zu machen. 

Ich mochte noch hinzufiigen, daB ich bereits im Marz 1933, also 
.gleich nach der Machtiibernahme, in Berlin von „S.A.Leuten" ver- 
schleppt und aufs schwerste misshandelt wurde, sodaB ich von der 
Strasse aufgelesen in das stadtische Krankenhaus am Friedrichshain 
eingeliefert werden muBte. Die Unterlagen hierfur werden meiner 
Ansicht nach in dem betreffenden Krankenhaus vorhanden sein. Ich 
will hiermit nur besagen, daB die S.A. seinerzeit schon in den mor- 
derischen und verbrecherischen Methoden der „.S.S." in nichts. 
zuriickstand. 

2 ) Ich, Rudolf Schonberg, erklare hierdurch, dass oben 
stehende Angaben auf reiner Wahrheit beruhen und bin jederzeit 
bereit, diese Aussagen unter Eid zu wiederholen und zu erganzen. 

Garmisch 7 Partenkirchen, den 22. Juli 1946. 
Fichtackerstr.4. 

Schonberg 
(Rudolf Schonberg). 

2 ) von hier ab auf anderer Schreibmaschine geschrieben 



144 



4071-PS 



certified a true signature 

of Schornberg in the presence 

of the undersigned: 

OFFICIAL 
Allied Expeditionary Force 

Military Government 
Military Government Officer 

Melvin W Nitz 3 ) 
Melvin W Nitz 3 ) 
Major Inf 3 ) 



DOCUMENT 002-C 

SUGGESTION DRAFTED IN TABULAR FORM BY THE OKW, 1 OC- 
TOBER 1938, CONCERNING THE PROPAGANDISTS TREATMENT OF 
POSSIBLE BREACHES OF INTERNATIONAL LAW COMMITTED BY 
GERMAN OR ENEMY TROOPS. ADDRESSEE OF THIS DOCUMENT: 
THE HIGH COMMAND OF THE GERMAN NAVY (EXHIBIT USA-90) 



BESCHREIBUNG: 
begl Phot I dreiteilig 

Erst es S: „2." in „2. Ausfertigung." hs durchstrichen I unter U: vbdm. 
l./Skl lea 2070/38 gKdos. 10. II. 39 (hs) I darunter Stp, hs durchstrichen: 
„O.K.M. 1. Abt. Ski. Ica Gkds. = Nr. 1868 Eing.: 21.10.38 Anl.: -3-" („Ica'\ 
Datum and „-3-" hs) I darunter: Welehen Vorschlag macht Ica la GW (hs) I 
unter „3 Anlagen": Priif 2 (?) an Ica. Fur uns ist I (?) Abs. Zif. 11 von Be- 
deutung. Ii (P unl) 3/10 (hs, „Ica" unterstrichen) 

Oberkommando der Wehrmacht. d.l. 10.38. 

Nr. 1 10 3. 38 g. Kdos. Ausl.VI. 

7 Ausfertigungen 
2. Ausfertigung. 

An 

OKH (6.Abt.Genstb.d.H.) 

::-:: OKM (l.Abt.Skl.z.H.v.Herrn Min.Rat Dr.Eckhardt) ::-:: 
RdL u.ObdL (Genst.d.L.l.Abt. z.H.von Herrn Reg.Rat 
Dr.Muller) 

Auswartiges Amt durch VAA. 

Anliegend wird eine von der Abteilung L im OKW 
verfafite Zusammenstellung von zu erwartenden Ver- 
stoBen der kampfenden Truppe gegen das Volkerrecht 
iibersandt. 

') durch den Stp geschrieben; Stp schwarz, viereckig iimrandet 



145 



002-C 



Wegen der Kiirze der fiir die Bearbeitung zur Ver- 
fugung gestellten Zeit muBte eine vorlaufige Ausfiillung 
der Spalten c 1 und c 2 unmittelbar von hier erfolgen. 

::-:: Die Wehrmachtteile werden gebeten, gleichialls 
eine Stellungnahme hierher zu geben, damit eine end- 
giiltige Fassung hier aufgesetzt werden kann. ::-:: 

Die gleiche Bitte ergeht an das Auswartige Amt. 
Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht. 
Im Auftrage. 

3 Anlagen. Unterschrift (unl) 



Zweites S: unter T von Seite 1: vbdm l./Skl. Ica 2070/38 gKdos. 10/11.39 
(hs) I darunter Stp: „Anlage 1 zu 1/Skl 1868/38 Gkds.", (Stp durchatrichen, 
„1" ,,1/Skl" und „Gkds." hs) 



Geheime Kommandosache! 

A U S L 

Nr. 1103/38 gehKdosAuslVI 1.10.38 

Abschrift. 

An 

L 

Bezug: Nr. 2211/38 gK L la Pr. 
v.26.9.38 

B e t r. : Propagandistische Behandlung von durch 

eigene und feindliche Truppen hervorgerufenen 
Verstossen gegen das Volkerrecht. 

1) Zu dem Fragebogen darf zunachst grundsatzlich folgendes ge- 
sagt werden: 

Fiir kriegerische Vorkommnisse, die sich in der Zukunft 
ereignen konnten und bei denen eine Verletzung internationaler 
Kriegsrechtsverjxage durch Freund oder Feind in Betracht kommen, 
schon im Voraus volkerrechtliche Gutachten bereit zu halten und 
sie dann zu verurteilen oder zu entschuldigen, ist schwierig, weil 
die Umstande, unter denen solche Ereignisse ablaufen, jedes Mai 
andere sein werden, selbst, wenn die betroffenen Menschen oder 
Objekte sowie die Art ihrer Vernichtung oder Beschadigung die- 
selben bleiben. Jeder Fall kann nur nach den besonderen, ihn 
kennzeichnenden naheren Umstanden vom volkerrechtlichen Stand- 
punkt aus beurteilt und gegebenenfalls entschuldigt, beschonigt 
oder verurteilt werden. 

Es ist daher nicht moglich, auf die in den Anlagen, an Hand 
von Beispielen gestellten Fragen solche gutachtlichen Antworten 
zu geben, die in jedem Falle und stets passen. 



146 



002-C 

Trotz dieser Schwierigkeiten ist der Versuch gemacht worden, . 
die gestellten Fragen zu beantworten, wobei indessen nachstehende 
Vorbehalte zu machen sind: 

a) Die gegebenen volkerrechtlichen Beurteilungen und Stel- 
lungnahmen zu den einzelnen Fragen sind n i c h t generell und 
' nicht fur j e d e n Fall anwendbar. Jedes einzelne derartige krie- 
gerische Ereignis muss vielmehr nach den besonderen Eigen- 
schaften des einzelnen Falles individuell behandelt und berteilt 
werden. So kann z.B. ein einem Laien in Volkerrechtsdingen 
gering erscheinender Umstand eine positive Beurteilung in eine 
negative und umgekehrt eine negative in eine positive Beurteilung 
umgestalten. 



b) Die Abteilung Ausland muss zu jedem sich tatsachlich ereig- 
nenden Fall, der fur eine volkerrechtliche Beurteilung in Frage 
kommt, ::-:: vor ::-:: seiner propagandamassigen Verwendung 
gehort werden. 

c) Bei der Uberlegung einer politischen Ausnutzung oder Er- 
klarung von Volkerrechtsverletzungen ist auch zu beriicksichtigen, 
auf welches Volk die Propaganda wirken soil. Daraus ergeben sich 
fur jeden Fall Verschiedenheiten und Schwierigkeiten und damit 
unterschiedliche Beurteilungen und Arten der Behandlung. 

2) Zu den Fragebogen selbst wird folgendes bemerkt: 

a) Die in Spalte c 2 gewahlte Bezeichnung wird treffender 
geandert in: „ Begrundete . Vorschlage fur die weitere Behandlung". 

b) Vor der endgiiltigen Beantwortung der in Abschnitt I, 
Ziff. 1, la, 3, 10, 11 und Abschnitt II Ziff. 1, la, 3, 12 gestellten 
Fragen miisste noch eine Bestatigung bezw. Erganzung durch 
Ob d M und Ob d L erfolgen. 

3) Gegen eine Heranziehung des Oberst a.D. Dr.jur.h.c. Fonck von 
Seiten des Propagandaministeriums als Berater fiir die propa- 
gandistische Behandlung der durch die kampfende Truppe ver- 
ursachten Verstosse gegen das Volkerrecht ist nichts einzuwenden, 
unter der Voraussetzung, dass der Genannte im Kriegsfalle in 
seiner Stelle als Leiter der Gruppe „V61kerrecht" beim OKW ver- 
bleibt. 

TT . . , Untersdirif t (unl) 

Verteiler: 

L (mit 1 NebAbdr.) 

OKH (6.Abt.) 

OKM (l.Abt.SKL) z.H.v.Herrn Min.Rat 

Dr.Eckhardt 
RdL u.ObdL (Genst.d.L. l.Abt.) . 
z.Hd.Herrn Reg.Rat Dr.Miiller 



147 



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158 



DOCUMENT 005-C 

LETTER FROM DONITZ TO THE HIGH COMMAND OF THE NAVY, 
9 OCTOBER 1939: APPRECIATION OF THE MILITARY, NAUTICAL 
AND TECHNICAL POSSIBILITIES OF A BASE IN NORWAY (EXHIB- 
IT GB-83) 



BESCHREIBUNG: 

begl Phot I r o Ecke: 13 (hs) I unter Datum Stp, umrandet: „Priif.Nr.l", 
(„1" hs) I darunter: „II Ha Ic", darunter: „Ibl" durch KI verbunden, hinter 
Kl: „haben Kts, P unl, 10/5" (alles hs) I r n Anschrift: „(2 x) C/SKL vorl.", 
iiberschrieben mit „S"; fiber „vorl.": ,,11/10" (alles hs) I an Stelle * Stp: 
„Ob.d.M. A I op 284/39 Eing.: 11.10.39 Anlagen:", (Aktenzeichen und Datum 
hs) I r daneben P: „GW 11/10" (?) I darunter: „mit Priif 2" (hs) I darunter: 
„Ic", P unl, „11" (alles hs) I 1 daneben „F 11" (hs) I Seite 2: Ecke r o: „14" 
(hs);-Rand 1 u: Buchstabe unl, „Ic bdtte bei A III feststellen, jvie das stent?" 
(hs) I darunter Pfeil in Richtung auf „steht", darunter „an A II", darunter: 
„1.) AIII kann keine Auskunft geben. 2.) BdU. org. Kplt (Ing) Looschen ist 
(Wort unl) beauftragt", es folgen zwei Worte unl, durchstrichen, „von einem 
nach Tr. gehenden Uboot die unter III auftretenden Fragen priifen zu lassen 
und dariiber an SKI zu berichten (P unl) 6/5" (alles hs) I Seite 3: Ecke r o: 
„15" I am Ende des T nach: „Ausweiche.": P unl 



hlshaber der Unterseeboote Wilhelmshaven, den 9.10.39. 

Operationsabteilung 
.Gkdos.240 Chefs. 

Geheime Kommandosache! 

::-:: Chefsache ::-:: 
Nur Durch Offizier! 

An 

das Oberkommando der Kriegsmarine l.Abtl.SKl. 

Betrifft: Stiitzpunkt in Norwegen. * 
Ohne schriftlichen Vorgang. 

I. Voraussetzungen: 

a) Lage aasserhalb Enge Shetlands-Norwegen, 
b/ Eisfrei, 

c) Eisenbahnverbindung. 

Unter diesen Voraussetzungen kommen nur in Frage 
Trondheim oder Narvik. 

II. Vo.r- und Nachteile: 
1.) Trondheim: 

Vorteile: 

a) Lage innerhalb des Fjords, der Artilleriewirkung von 
See her entzogen. 



159 



005-C 



b) Tiefes Wasser vor den Einfahrten- durch feindliche 
Minenunternehmungen schwer zu sperren. 

c) ,Mehrere Ein- bezw. Auslaufwege vorhanden. 

d) Geschiitztes Ubungs- und Einfahrgebiet unmittelbar vor 
dem Hafen. 

e) Sudliche Lage: d.h. kiirzere Verbindung in die Heimat, 
bessere klimatische Verhaltnisse, kiirzerer Anmarsch in 
den Atlantik. 

— Seite 2 — 

f) Hafenbecken, die nach Nordsee - Handbuch und An- 
gaben der K.M.D. Hamburg fur U-Boote geeignet sind. 

g) Einige industrielle Anlagen, die den Ausbau von Re- 
paratur- und Versorgungsanlagen erleichtern. 

Nachteile: 

Geringe Entfernung von den Stiitzpunkten der engl. 
Luftwaffe - Luftgefahr. 

2.) Narvik: 
Vorteile: 

a), b), c), d), gleiche Verhaltnisse wie Trondheim. 
e) Grossere Entfernung von engl.Stiitzpunkten — gerin- 
gere Luftgefahr. 

Nachteile: 

a) Nordliche Lage — lange Verbindung mit der Heimat, 
ungiinstige klimatische Verhaltnisse, langer Anmarsch 
zum Atlantik. 

b) Bahnverbindung nur zur Ostsee — Bottnischer Meer- 
busen nicht eisfrei. 

c) Keine Hafenbecken, Kaianlagen nur an der Bucht. 

d) Industrielle Anlagen kaum vorhanden. 
Demnach ergibt sich als giinstigster Platz Trondheim. 

III. Es wird daher beantragt: 

1.) Einrichtung eines Stiitzpunktes in Trondheim, 
hinzu: 

a) Versorgungsmoglichkeit mit Betriebsstoffen, Pressluft, 
Sauerstoff, Proviant. 

b) Reparaturmoglichkeit fiir normale Uberholungsarbeiten 
nach einer Unternehmung, 

c) G u t e Unterbringungsmoglichkeit fiir U-Bootsbesat- 
zungen. 



160 



005-C 

- Seite 3 — 

d) Flakschutz, Seezielartillerie, Vorposten - und Minen- 
suchverbande. 

2.) Einrichtung einer Versorgungsmoglichkeit mit Betriebs- 
stoffen in Narvik als Ausweiche. 

Donitz 



DOCUMENT 010-C 

SECRET COMMUNICATION FROM KEITEL TO THE THREE 
BRANCHES OF THE ARMED FORCES, 28 NOVEMBER 1939: REQUEST 
TO EXAMINE THE POSSIBILITIES OF CERTAIN ATTACKS ON 
OBJECTIVES IN HOLLAND AND BELGIUM PROPOSED BY HITLER 
FOR THE 7TH PARACHUTIST DIVISION (EXHIBIT GB-108) 



BESCHREIBUNG-. 

begl Phot I 1 n Datum: „S (?) 29/11" (hs) Iron Datum: „26" (ha) I 1 n „8 Aus- 
fertigungen" Stp: „Ob.d.M. I op 430/39 Eing.: 29.Nov.39 Anlagen: ..." (Akten- 
zeichen und Datum hs) I r n „Geheime Kommandosache": ,,F (?) 28/11" (hs 1 
r n „Chefsache Nur durdi Offizier": „Ia GW 29" (hs) I Seite 1 und 2 von 
« bis * 2 hs Randstrich I Seite 2 r o: 27 (hs) 



Oberkommando der Wehrmacht 
WFANr. 221/39 g. K.C hefs. 

Betr. : Einsatz der 7. Fl.-Div. 

Geheime Kommandosache. 



Berlin, den 28.11.1939. 
8 Ausfertigungen. 
2. Ausfertigung 

Chef Sadie 
Nur durch Offizier 



1. ) Fiir den Fall, dass der schnelle Durchbruch der 6.Armee nord- 

lich Luttich infolge der Zerstorung der Briicken iiber die Maas 
und den Albert-Kanal nicht gelingt, wird damit auch der ge- 
plante Ansatz der 7. Fl.-Div. gegen den Briickenkopf von G. 
hinfallig. 

Die Befehlserteilung fiir diesen Fall wird gesondert ge- 
regelt. 

2. ) Der Fiihrer ist der Auffassung, dass dann die 7.F1.-Div. n o c h 

am 1. Angriffstage zu einer anderweitigen Aufgabe 
eingesetzt werden muss und bittet, folgende Moglichkeiten zu 
priifen: 

: a) Die Besitznahme der Insel Walcheren und damit des 
Hafens von Vlissingen oder einer sonstigen fiir die eigene 
::-:: See- ::-:: oder Luftkriegfuhrung ::-:: besonders wert- 
vollen ::-:: siidhollandischen Insel. 



161 



010-C 



b) Besitznahme eines oder mehrerer Maasiibergange zwischen 
Namur und Dinant mit dem Zweck, sie bis zum Eintreffen 
der im Abschnitt der 4.Armee angesetzten schnellen Trup- 
pen offenzuhalten. 

c) 

— Seite 2 — 

c) Sicherung des Gelandes nordlich Carignan und nordost- 
warts Sedan, urn den im Abschnitt der H.Gr. A angesetzten 
schnellen Truppen den Austritt aus dem bewaldeten Hohen- 
gelande siidwestlich und siidostwarts Bouillon zu ermog- 
lichen. 

* 1 3.) Es wird gebeten die genannten Einsatzmoglichkeiten so 
::-:: rasch als moglich ::-:: zu erkunden und zu ihnen Stel- 
* 2 lung zu nehmen: 

OKH zu ,2.) b) und c), 
::-:: Seekriegsleitung zu 2.) a), ::-:: 

R.d.L.u.Ob.d.L. zu 2.) a), b) und c). 

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht 
Keitel 

Verteiler: 



Ob.d.H. 


1. 


Ausf. 


Ob.d.M. 


2. 


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R.d.L.u.Ob.d.L. 


3. 


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OK W: 






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4. 


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5. 


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6. 




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8. 


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DOCUMENT 012 C 

SECRET ORDER FROM THE OKW TO THE OKM, 30 DECEMBER 1939: 
ACCORDING TO HITLER'S DECISION AFTER A REPORT BY RAEDER, 
GREEK MERCHANT SHIPS IN THE PROHIBITED ZONE ARE TO BE 
TREATED IN SUBMARINE WARFARE AS ENEMY SHIPS; IN THE 
BRISTOL CHANNEL ALL SHIPPING MAY NOW BE ATTACKED WITH- 
OUT WARNING. CF. DOCUMENT 021-C (GB-194) (EXHIBIT GB-226) 



BESCHREIBUNG: 

begl Phot I zwischen Datum und „11 Ausfertigungen": „Ob.d.M., C/SK1 u. 
1./SK1 haben Kts., GW 1/1" (hs) I 1 n „Chefsache": „Asto II (P unl) 6/1" 
(hs) I Rand 1 unter Betr.-Vm Stp: „Ob.d.M. I op 1 /40 Eing.: 2.1.40 Anlagen. . ." 



162 



012-C 



(Aktenzeidien und Datum hs) I darunter: „I a (?) (P unl) 18/1" (?) (lis) I 
darunter: ,,zu eng gefaBt" (hs) I iiber Vert: „Zu 1.) Angriff muB unbemerkt 
erfolgen, die Ableugnung der Versenkung dieser Dampfer im Falle der zu 
erwartenden Proteste muB moglich eein. (OKW 22010/40 Gkds. Chefs, v. 17.1.40, 
Absatz lc, SKI I op 64/40)" (hs), darunter und r n Vert: la GW 18/1 (hs) I 
unter U: z. Vlg bei la, Ic, P unl (alles h6) 



Geheime Kommandosadie 

Oberkommando der Wehrmacht Berlin, den 30.12.1939. 

WFA Nr. 22249/39 g. K. Chefs. Abt. L I 

11 Ausfertigungen 



Betr.: Handelskriegfiihrung gegen England 
durch U-boote 



1. Ausfertigung 



Chef Sadie 
Nur durch Offizier 



Der Fuhrer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat am 
30.12.39 nach Vortrag durch den Ob.d.M. entschieden: 

1. ) Griechische Handelsschiffe sind in der durch U.S.A. um Eng- 

land erklarten Sperrzone wie feindliche zu behandeln. 

2. ) Im Bristol-Kanal ist das warnungslose Vorgehen gegen jeg- 

lichen Schiffsverkehr freigegeben, wobei nach aufien Minen- 
treffer vorzutauschen sind. 

Beide Mai3nahmen sind mit sofortiger Wirkung freigegeben. 

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht 

Im Auftrage 
Jodl 



Verteiler: OKM = l.A. 
OKW: 

WFA = 2.A. 
HWK = 3. A. 
Ausl = 4. A. 
L = 5.— 9.A. 
nachr.: OKH = 10.A. 

R d L u Ob d L 
= 11. A. 



163 



DOCUMENT 017-C 

TABLE OF CONTENTS FOR A HISTORICAL WORK PLANNED 'BY 
OBERST SCHERFF ON THE GERMAN NAVY FROM 1919 TO 1939 
UNDER ADMIRALS VON TROTH A, BEHNKE, ZENKER, AND RAEDER: 
IMPROVEMENTS IN ARMAMENT AND REARMAMENT BEFORE 
AND AFTER THE PROCLAMATION OF FREEDOM TO ARM (EXHIB- 
IT USA-42) 

BESCHREIBUNG: 

begl Phot I vierteilig I Deckblatt, aufgeklebtes achteckiges Schild mit Auf- 
scbrift: „Geschichte der deutschen Marine 1919 — 1939" (zweimal unterstrichen), 
dariiber „INDEX" in eckigen Kl'n 

E r s t e s S : 

Geschichte der deutschen Marine 1 919 — 1 9 3 9. 

A. 1919 das Jahr des Uberganges 
(Admiral v.Trotha). 

I. Die Frage der Erhaltung einer deutschen 
Marine. 

(Forderung der Alliierten nach Beseitigung, Hinweis der 
deutschen Stellen auf Notwendigkeit der Verteidigung 
besonders in der Ostsee) 5 

II. Erste Aufgaben des Wiederaufbaues: .. 10 
a) DieMinensuchverbande undihre Tatig- 
keit - • 15 

1. ) Bildung der aufzustellenden Minensuchverbande 

(erstmals Werbung statt Wehrpflicht) 20 

2. ) Das Drangen der Wirtschaftskreise nach Minen- 

raumung zwecks Wiederaufnahme von Schiffahrt 
und Fischfang 25 

3. ) Das Minenraumen von Fruhjahr 1919 bis Herbst 

1922 in der Nordsee, Ostsee, sowie an der Murman- 
kiiste. (Arbeitsgebiete,. personelle Mangel, Kohlen- 
not und Kapp-Putsch verzogern die Arbeit, die 
Minenraumkomrnission aus der Reederei und 
Fischerei) 30 

4. ) Die Zusammenarbeit mit fremden Staaten (Er- 

fahrungen und Erfolge) 35 

5. ) Die Minenraumarbeiten als Hemmschuh fur den 

Wiederaufbau der Nachkriegsflotte. (Bdndungen von 
Fahrzeugen und Besatzungen) 40 



164 



017-C 



b) Die Angehorigen von altenU - und Tor- 
pedo b o o ts v e r b a n d en als Stamm der 
Marine-Brig, und ihre Rolle beimWie- 
deraufbau. (Verwendung der Brigaden, Werbung 
in deren Werbebiiros fur die kunftige Marine usw.) 45 



III. Organisatorische Veranderungen. 
(Einrichtung des Chefs der Admiralitat) 50 

IV. Entstehung und Bedeutung des Gesetzes 
uber die Bildung einer vorlaufigen 
Marine 55 

V. Die Unterzeichnung des Versailler Ver- 
tragesund die Marin e.(Verhandlungen, Stellung- 
nahme der Marine, Art. 185 als Grundlage der neuen 
Marine. Der Bestand der Marine nach Art. 185 V.V. — 
Altersgrenzen, Vorschriften fiir Ersatzbauten, Material- 
ersatz) : 60 

VI. Umbildung des R. Marineamtes in die Ad- 
miralitat und Auflosung des Admiral- 
stab e s. . . 65 

— Seite 2 — ' ' 

VII. Erste Bemuhungen zur Umgehung des 
Versailler Vert rages und zur Begrenzung 
seiner Auswirkungen 70 



a) Die Entmilitarisierung der Verwal- 
tung, Angliederung von Marinestellen 
an zivile Ministerien usw. (z. B. Unter- 
stellung grosser Teile der Deutschen Seewarte des 
Seezeichenwesens in Helgoland und Kiel, des Ems- 
Jade-Kanals usw. unter das Reichisverkehrsministerium 
bis 1934; Vorschlag Noskes vom 11.8.1919, das Marine 
Konstruktionsdepartement an die Technische Hoch- 
schule Berlin anzugliedern; Bildung des „Marine- 



Arsenals Kiel") 75 

b) Die Rettung von Kiistenbefestigungen 
und Geschiitzen vor der Zerstorung 80 

1.) Nordsee (Verstarkungen der Befestigungen zwischen 
Unterzeichnung und Inkrafttreten des Versailler 
Vertrages durch neue Batterien und moderne 
Geschutze; der Verkehr mit den Kontrollkommis- 
sionen — Auskunfte, Zeichnungen, Besichtigungen. 
Ergebnis der Bemuhungen) 85 



165 



017-C 



2. ) Ostsee (Ubernahme der Festungen Pillau und 

Swinemiinde durch die Marine; Rettung von dort 
stehenden 185 beweglichen GescMtzen und Minen- 
werfern fur das Heer) 90 

3. ) Die Anfange des Kiistenluftschutzes 95 

VIII. Die Ubernahme der Kiistenbefestigungen 

durch d. Marine 100 

IX. Anfange der Besprechungen uber eine 
engere Z u s a m m e n a r b ei t von Heer und 
Marine. 

(Kommandierungen von Offizieren,Ubungen, Befestigungs- 
anlagen usw.) ^ 105 

X. DieBildungderlnspektiondesTorpedo- 
und Minenwesens (T. M. J.) und der Inspek- 
tion der Marine-Artillerie (A.J.) 110 

XI. Erste Auslandsaufenthalte deutsche 
Marine-Einheiten nach dem Kriege. 
(Minensuchverbande in Memel, Gotenburg, Frederiks- 
havn. — Ihr Auftreten und Einstellung d.Auslandes zu 
ihnen.) 115 

XII. Die Marine auf den Flu s sen im deutschen 
O s t e n. 

(Haff- und Flussflottille in Ostpreussen — Weichselschutz- 
flottille — ihr Kampfe, ihre Auflosung.) 120 



XIII. Die Beteiligung deutscher Marine-Offi- 
ziere an der Regelung der Alandsfrage. 
(Schleifung, Vermittlung zwischen den Gegnern.) 125 



Zweites S: 



B. 1 920 — 1 924. Die organisatorische Neuordnung. 
(Admiral Behnke). 

I. Die gesetzlichen Grundlagen der Neuord- 
nung, ihre Entstehung und Auswirkung. 
(Gesetz iiber die Verlangerung der Giiltigkeitsdauer des 
Gesetzes iiber die Bildung einer vorlaufigen Reichsmarine; 
Gesetz uber die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht 
und uber die Regelung der Dauer der Dienstverpflichtung. 



166 



017-C 



Das Ende der „vorlaufigen Reichsmarine" und der Beginn 
der „endgultigen Reichsmarine" 31.12.1920 bis 1.1.1921; das 
Wehrgesetz und die Marineerganzungsbestimmungen, sowie 



die Anderung vom 18.6.1921; die Aufhebung der Militar- 
Gerichtsbarkeit, die Flaggenfrage 5 

II. Einrichtung des Chefs der Marjneleitung, 
der Chefs der Marinestationen der Ost- und 
Nordsee, des Oberbefehlshabers der See- 
streitkrafte (s pater wieder Flottenchef), 
derKommandanturen, der Inspektione n,d e r 
Intendanturen 10 

III. Die Flotte und der Kustensc h. u t z 15 

a) Notwendigkeit, Ziel und Aufgaben der 
Flotte (ihr defensiver Charakter) 20 

1. ) Die Frage der Notwendigkeit (Denkschriften der 

Admiralitat). Selbstandige Marine oder Unterstellung 
unter das Heer 25 

2. ) Aufgaben im Kriege: Verteidigung der heimatlichen 

Kusten im Zusammenwirken mit den Kxistenbefesti- 
gungen; die besondere Aufgabe im Schutz fur das 
vom Reich getrennte Ostpreussen 30 

3. ) Aufgaben im Frieden: der Auslandsdienst; die Be- 

deutung der Marine fur die Handelsschiffahrt (Er- 
richtung von Marinedienststellen zur Fiihlunghaltung 
mit Reederei und Schiffahrtskreisen), Fischereischutz, 
Vermessungsdienst 35 

b) Die imVersailler Vertrag erlaubte Flot- 
tenstarke und die Verteilung der 15.0 00 
Mann-Marine. 

(Nur etwa 50 % an Bord) 40 

c) DieVerwendungderalten Kriegsschif £e. 
(ihre Aufgaben und Grenzen, Instandsetzung und Mo- 
dernisierung, Erreichung der Altersgrenzen) 45 

d) Die Frage der Ersatzbauten 50 

1. )Die Stellung der Reichsregierung und des Reichs- 

tages zur Frage des Wiederaufbaues der deutschen 
Kriegsmarine (Ersatzbauten) 55 

2. )Der „Emden" - Neubau 60 

3. )Die Behinderung und Verzogerung der Neubauten 

durch , Inflation, innere und aussere politische 
Schwierigkeiten, Ruhrbesetzung (Ausfall der fur die 
Materialbeschaffung wichtigen Kruppwerke)usw. . . 65 



167 



017-C 



— Seite 2 

e) Die Flotte im Dienst '. . 70 

1. ) Ubungen im Rahmen der Verteidigungsaufgaben 

(die Auswirkung der Finanzsorgen und des Brenn- 
stoffmangels.) '•• 75 

2. ) Der Auslandsdienst (Wiederaufnahme und Verstar- 

kung seit Anfang 1924, Auslandsreisen als Mittel der 
deutsehen Aussenpolitik, Veranlassung und Ergeb- 
nisse einzelner Auslandsreisen, Stiitzung des Deutsch- 
tums, Hebung des deutsehen Ansehens in der Zeit 
innerer Not und Verwirrung, Forderung der Wirt- 
schaftsinteressen im Auslande. Erschwerung durch 
Devisenmangel. ■ 80 

3. ) Eishilfsaktionen 85 

4. ) Fischereischutz (Kreuzfahrten in Nordsee und At- 

lantik, Schutz deutscher Rechte, arztliche und tech- 
nische ffilfe) 90 

5. ) Vermessungsdienst und sonstige wissenschaftliche 

Arbeiten („Meteor") 95 

f) Die Landmarineteiile 

(Die Ubernahme der Kiistenbefestigungen des Heeres, 
die Bildung der „Kustenwehrabteilungen" (fruher 
„Matrosen-Artillerie-Abteilungen", spater „Marine- 
Artillerie-Abteilungen"), die Verteilung der Marine- 
truppen am Lande) 100 

g) Die Entwicklung der Zusammenarbeit 
vonHeerundMarine. 

(Seeckts Befehl vom 17.8.20; weitere Vorschlage und 
Beratungen, besondere Regelungen fur den Kiistenschutz, 
Offiziersaustausch, Abgrenzung der Befehlsbefugnisse 
bei inneren und ausseren Aufgaben, die grundlegende 
Abmachung zwischen Admiral Behnke und General 
v.Seeckt vom Marz 1921 iiber Abgrenzung der Zustan- 
digkeit in alien Fragen des Kustenschutzes, des Zu- 
sammenwirkens von Heer und Marine, der Heerestrans- 
porte iiber See der Festungen Pillau und Konigsberg). 105 

h) Nachwuchsfragen. 

(Das Personal der neuen Marine, das Offizierkorps und 
der Offizierersatz) 110 

IV. Die Marine und ihr Verhaltnis zu innen- 
politischen Ereignissen 115 

a) Die Marinebrigaden. 

(Der Dank des Chefs der Admiralitat v. 7.3.1920, Be- 
teiligung am Kapp-Putsch,Aufl6sung 120 



168 



Seite 3 — 

b)Der Kapp-Putsch und seine Folgeer- 
scheinungen fur die Marine. 
(Erneute Spaltung zwischen Offizieren und Mannschaf ten, 
drohender volliger Zusarnmenbruch, Riicktritt Admiral 
von Trothas, Sauberungsaktion, neue Ziele, 18.3.20 Erlass 
iiber die politische Haltung des Offizierkorps, Erlass des 
ReichsprMsidenten an die Reichsmarine als Abschluss der 
Kapp-Zwischenfalle vom 15.6.1920. 

Das Verhalten des Auslandes zur Marine infolge der 



Vorgange beim Kapp-Putsch (z.B. Holland). 125 

c) Vorbereitende Massnahmen der Marine 
zur Unterdriickung innerer Unruhen. 
(Bildung von Sicherungsbezirken) 130 

d) Die Beteiligung der Marine an der 
Bekampfung von Aufstanden. 

(Hamburg Oktober 1923) 135 

Die Marine, Durchf uhrung und Umgehung 
des Versailler Vertrages, das Ausland 140 

a) Die interalliierten Kontrollkommis- 
sionen 145 

b) Abwehrhandlungen gegen die Durch- 
fiihrung des Versailler Vertrages und 
selbstandige Riistungsmassnahmen hinter 
demRuckenderReichsregierung und der 
gesetzgebenden Korperschaf ten 150 

1. ) Verschiebung von Artillerie-Geraten und Munition, 

von Hand- und Maschinenwaffen 155 

2. ) Die Einschrankung der Zerstorungsarbeiten auf Hel- 

goland 160 

3. ) Versuch einer persbnellen Starkung der Reichsmarine 

seit 1923 '. 165 

4.) Die Untemehmungen des Kapitans zur See Lohmann 
(Griindung von zahlreichen Gesellschaften im In- und 
Ausland, Beteiligungen, Bildung von „Sport"-Ver- 
banden und Klubs, Interessierung des Filmes fur 
die Marine zur Werbung) 170 

5.) Vorbereitungen fur das Wiedererstehen der deutschen 
U-Bootwaffe seit 1920 (Projekte bezw. Lieferungen 
fiir Japan, Holland, Tiirkei, Argentinien, Finnland. 
Torpedo-Erprobungen) 175 



169 



017-C 



6.) Beteiligung an den Vorarbeiten fur den Aufbau der 
Luftwaffe.(Erhaltung von Flugplatzen,Flugzeugbau, 
Durchfuhrung von Lehrgangen, Luftschutzunterricht 
von Fahnrichen, Ausbildung von Flugzeugfiihrern). 180 



7.) Versuch zur Starkung der Minenwaffe 185 

— Seite 4 — 

c) Die Frage der Marine-Attaches 190 

d) Die Frage der Flottenabriistung imAus- 
land und in Deutschland. 

(Die Konferenz von Washington 1921/22) 195 



VI. Werbung fur denSee- und Marine gedanken 
i m V o 1 k e. 

(Der Flottenverein nach dem Umsturz von 1918, die Tatig- 
keit der Vaterlandischen Verbande, die Unterstutzung der 
Vaterlandischen Arbeitervereine) 200 

VII. Rucktritt von Admiral Behnke. 

(Ende des ersten Abschnittes des Wiederaufbaues) 205 



D r i 1 1 e s S : 



C. 1925 — 1932 Die Erneuerung des Schiffsraumes. 
Admiral Zenker und Admiral Raeder. 



I. Die Ersatzbauten der Flotte 5 

a) Stapellauf und Indienststellung der 
Jmde n". 

(Der Obergang von der alten zur neuen Flotte) 10 

b) Die 10.000 Tonnen-Panzerschiffe 15 

1. ) Technische Fragen im Zusammenhang mit dem Ver- 

sailler Vertrag. (Aufgaben und Grenzen der Panzer- 
schiffe, Armierung, Panzerung, Antrieb, Fahrbereich, 
Leichtmetall-Verwendung usw.). 20 

2. ) Stellungnahme der deutschen Offentlichkeit zum 

Panzerschiffbau (Regierung,Reichstag, Parteien) 25 

3. ) Bau, Indienststellungen und Erfahrungen 30 

4. ) Die Wirkung der deutschen Panzerschiffe im Ausland. 

(Vermehrung und Vergrosserung der Neubauten, 
technische Nachahmung usw.) 35 



170 



017-C 



c) Die neuen Kreuzer. 

(Der Schiffstyp der modernen Flotte, Drillingstiirme, 
Olfeuerung, Dieselmaschinen usw.) 40 

d) Die neuen Zerstorer (spater Torpedoboote) 45 

e) DerSchiffbau-Ersatzplan von 1930 und 
seine Durchfiihrung 50 

f) Die fur die Marine tatige Rustungsindu- 
strie (Werften, Stahlw erke, optis cheUn- 
ternehmungen us w.) und ihre Entwick- 

1 u n g 55 

g) Der Auslandsdienst, 

(Grossere Ausdehnung der Auslandsreisen seit 1925: 
Wiederaufnahme der traditionellen Norwegenfahrten, 
Weltreisen, erster Besuch Danzigs nach dem Kriege 1927), 60 

h) Sonstige TStigkeit der Flotte 65 

1. ) Eishilfsaktion 1924/25 und 1926/27 70. 

2. ) Vermessungsdienst(„Meteor" u.a.) 75 

3. ) Fischereischutz („Elbe" und „Weser") 80 

II. Die Marine am Lande 85 

a) Verbesserung des Kiistenschutzes 90 

b) Ersatz, Ausbildung und Organisation, 
der Persona 1 m angel 95 



— Seite 2 — 

c. 



III. Die Entwicklung der Zusammenarbeit von 
Heer und Marine und Kriegsmarine und 
Handelsmarine 100 

IV. Die Marine, der Versailler Vertrag, das 
Ausland 105 

a) DasWirkenderinteralliiertenKontroll- 
k o mm iss i on en. 

(Bis 31.1.1927, Einstellung der Tatigkeit der Marine- 
friedenskommission) 110 

b) Se lbs t an di g e- Riis t ungsmassna h m en hi n- 
ter dem Riicken d e r Reichsregierung und 
der gesetzgebenden Korperschaften. (Bis 
zum Fall Lohmann) 120 



171 



1. ) Die Unternehmungen des Kapitans zur See Lohmann 

(Fortsetzung), ihre Bedeutung als Grundstock fiir die 
schnelle Aufbauarbeit seit 1935 125 

2. ) Vorbereitungen fiir das Wiedererstarken der deut- 

schen U-Bootswaffe seit 1925 (Fortsetzung), das Ver- 
dienst Lohmanns urn die Vorbereitung der schnellen 
Aufbauarbeit im Jahre 1935, Beziehungen zu Spa- 
nien, Argentinien, Turkei; der erste U-Bootsbau der 
deutschen Marine nach dem Kriege seit 1927 in Spa- 
nien als Vorbereitung moderner U-Boots-Typen; das 
250 t-Typboot in Finnland; Vorbereitungen fur 
schnellen Zusammenbau; elektrischer Torpedo; Aus- 
bildung von U-Bootspersonal im Ausland (Spanien, 
Finnland); Bildung der als U-Bootsabwehrschule ge- 
tarnten U-Bootsschule 1932 130 

3. ) Beteiligung an- den Vorarbeiten fiir den Wiederaufbau 

der Luftwaffe (Fortsetzung), Vorbereitungen einer 
Marine-Luftwaffe, Geldmittel, Fluggesellschaft SE- 
VERA, spater LUFTDIENST G.M.B.H., Marineflieger- 
schule Warnemunde, Flugstatdon List, Ausbildung 
von Seekadetten-Anwartern; militarisch-taktische 
Fragen („Luftschutzreisen"); technische Entwicklung, 
Versuchsstelle fur militarische Erprobung, Flugboot- 
entwicklung Do X usw.), Katapultflugzeuge, Bewaff- 
nung, Motoren, Bodenorganisation, Flugzeugtorpedos, 
Organisationsfragen; der Deutschlandflug 1925 und 
der Seeflugzeugwettbewerb 1926 135 

4. ) Wirtschaftliche Aufriistung (die „Tebeg" - Technische 

Beratung u. Beschaffung G.m.b.H. als getarnte 
Aussenstelle der Marine zur Untersuchung der Roh- 
stoff lage der industriellen Kapazitat und anderer 
kriegswirtschaftl.Fragen) 140 

5. ) Verschiedene Massnahmen (die NV Aerogeodetic - 

Geheime Erkundungen) 145 



c) PlanmassigeRiistungsarbeiten mitDul- 
dung der Reichsregierung, aber h inter 
dem Riicken der gesetzgebenden Korper- 
schaften. 

(1928 bis zur Machtiibernahme) 150 



172 



017-C 



1. ) Die Auswirkungen des Falles Lohmann auf die ge- 

heimen Vorbereitungen; Abwicklung unhaltbarer, 
Wiederaufnahme und Fortfiihrung anderer Arbeiten. 155 

2. ) Finanzfragen („Schwarze Fonds" und der „Sonder- 

haushalt") 160 

3. ) Der Arbeitsausschuss und seine Tatigkeit 165 

d) Die Frage der Marine-Attaches. 
(Getarnte Aufrechterhaltung, offene Neubesetzung 1932/ 
1933) 170 

e) Die Frage derFlottenabriistung im A u s - 
lande und in Deutschland. 

(Die Genfer Abriistungskonferenz 1927; der Londoner 
Flottenvertrag 1930; das engUsch-franzosisch-italienische 
Marineabkommen 1931. Die Abriistungskonferenz des 
Volkerbundes 1932) 175 

V. Werbung fur den See - und Marinegedanken 
i m V o 1 k e. 

Fortfiihrung der Arbeit des Flottenvereins; der Marine- 
gedanke in der NSDAP (die Arbeit des wehrpolitischen 
Amtes) . . . 180 



Vi e r t e s S : 



D. 1933 — 1939DieReichs - undKriegsmarinein 
•der Zeit der Wehrfreiheit (Grossadmiral 
Raeder). 

I. Der Nationalsozialismus und die Fragen der 



Kriegsflotte und der Seegeltung 5 

II. Die Eingliederung der Reichsmarine in 
den nationalsozialistischen Staat 10 

a) Der Nationalsoziali s m us in der Reichs- 
marine vor 1933 15 

b) Die Machtitbernahme und die Reichs- 
marine 20 

c) Die Vereidigung der Reichsmarine auf 
den F ii h r e r 25 

d) Die Ubernahme des Hoheitszeichens der 
Partei durch die Rei chsmarine (Herbst 

1 9 3 3, November 193 5) 1. 30 



173 



017-C 



e) Die erste Flaggenanderung (Marz 193 3) 
und die neue Kriegsflagge (7.11.1935) 35 

f) Die Unterstellung des Oberbefehls- 
habers der Kriegsmarine unter den 
Fiihrer (Februar 1938) 40 

III. Die Auf rustling in der Reichsmarineunt.er 
Fiihrung der Reichsregierung in getarn- 
terForra. 

(1933 bis zur Erringung der Wehrfreiheit 1935) 45 

a) Neue politische Grundlagen fur R ii - 
stungsfragen. 

(Reichsrat, Reichstag, Partei usw.) 50 

b) Die Selbstandigkeit des Oberbefehls- 
haber der Marine beim Auf - und Ausbau 
der Reichsmarine. 

(Einzige Beschrankung durch Tarnung der Rustungs- 
arbeiten mit Riicksicht auf den Versailler Vertrag) 55 

c) Der offene Etat und die Beibehaltung 
des bisherigenSonderetats 60 

d) D i e Vorbereitungen zum Bau einer 
starken Flotte und die ersten Leistun- 
gen beim Aufbau in der Reichsmarine 

1 93 3/3 5 65 

1. ) In der Flotte. (Stapellaufe, Indienststellung, Bau von 

Hilfsfahrzeugen usw.) 70 

2. ) Bei den Kiistenbefestigungen usw 75 

— Seite 2 — 
D. 

IV. DieZeit der Wehrfreiheit 80 

a) Der 16. Marz 193 5 85 

b) Die Fuhrer-Rede vom 2 1.5.1935 (Punkt 
VIII iiber die kiinftige deutsche M a - 
rinepolitik). Das Wehrgesetz vom 21.5. 
1935 und seine Bedeutung fur die 
Marine. 

(Der gesetzliche Rahmen der „K r i e g s marine": Umbe- 
nennungen und Neubildungen seit 1935) 90 

c) Das deutsch-englische Flottenverhalt- 

nis nach 193 3 95 

1.) Die Stellung des Ftihrers zur Frage des Wettriistens 

und einer neuen, den Frieden bedrohenden Flotten- 
rivalitat 100 



174 



017-C 



2.) Der deutsch-englische Flottenvertrag yom 18.6.1935. 
Inhalt: Beispiel freiwilliger Riistungsbeschrankung; 
Hauptwert: Streichung aller seemilitarischen Be- 
stimmungen des Versailler Vertrages, z.B. Verbot 
von U-Booten, Flugze-ugen, Kiistenbefestigungen. 
(Dazu 15.11.1936 Erklarung der Reichsregierung iiber 
die Aufhebung der einschrankenden Bestimmungen 
des Versailler Vertrages fur die Reichshoheit auf 
den Wasserstrassen, z.B. Hoheitsrecht iiber den Nord- 
Ostsee-Kanal; — die weitergehenden Verhandlungen 
vom 22.6.1935 iiber kiinftige qualitative Beschran- 
kungen und Bauprogramme; der deutsche Verzicht 
auf den unbeschrankten „U-Bootkrieg" vom 25. 6. 
1935. 

Die Erganzung des Flottenvertrages im Jahre 



1937 und die Verhandlungen vom Dezember 1938. 
Die Kiindigung des Vertrages am 28.4.1939 105 

d) Die Neubautatigkeit der Kriegsmarine 
seit Abschluss des d e u t s c h- en g 1 i s c h e n 
Flottenvertrages 115 

1. ) Neue Aufbauplane und Massnahmen des Baupro- 

gramm, Stapellauf e undIndienststellungen,Kustenbe- 
festigungen. (Die Auswirkungen der Vorbereitungen 
aus der Zeit seit 1919/20 — z.B. bei der U-Bootwaffe) 

— Vergleiche mit dem Auslande, 120 

la Zusammenarbeit mit Heer 123 

2. ) Die wirtschaftliche Bedeutung der Aufriistung der 

Marine (Umf ang und Entwicklung der f iir die Marine 
tatigen Riistungsindustrie) 125 

e) DiepersonelleSeitederAufriistung 130 

1. ) Zahlenmassige Verstarkung 135 

2. ) Nachwuchsfragen 140 

3. ) Ausbildungsfragen 145 

Seite 3 — 

f) Die Ruckgliederung ehemals zivilisier- 
ter Marin eteile. (z.B. Teile der Deutschen See- 
warte) 150 

g) Die Kriegsmarine imEinsatz 155 

1.) Bei der Vertretung deutscher Interessen und Abwehr 
bolschewistischer Angriffe auf Europa in Spanien. 
(Tatigkeit, Erprobungen, Erfahrungen) 160 



175 



017-C 



2. ) Die Heimkehr Osterreichs tmd die Ubernahme der 

Donauflottille 1938. — Die Pflege der grossdeutschen 
Tradition in der Marine („Prinz Eugen") 165 

3. ) Die Beteiligung der Marine an der Wiedervereini- 

gung des Memellandes mit dem Reich. (23.3.39) 170 

4. ) Der Auslandsdienst 175 

5. ) Meeresforschung, Vermessung, Seekarten 180 

6. ) Fischereischutz 185 

V. DieVorbereitung der Handelsmarine auf 
kiinftige Kriegsaufgaben 190 

VI. Die deutsche Kriegsmarine und das A u s - 

land 195 

a) Das amerikanische Neutralitatsgesetz 
(23.8.1935). Sein Verhaltnis zum deiitsch-englischen 
Flottenabkommen vom 18.6.1935). 200 



b) Die internationalen. Flottenverhand- 
•lungen 1935/36 und der Londoner Flot- 
tenvertrag von 1 936 zwischen England, 
U.S.A. und Frankreich. — Seine Aus- 
wirkungen aufDeutschland. (Aufhebung der 
Vertrage von Washington 1920 und London 1930, Ein- 
gliederung Deutschlands durch diesen Vertrag in die 
internationalen Abmachungen. iiber Schiffsgrossen, 
Nachrichtenaustausch usw., Deutschland fordert Beitritt 



der Sowjetunion) 205 

c) Der englisch-sowjetische Flottenver- 
tragvom 1 7.7.1 937 alsFolge der deutsch- 
englischen Vertrage vom 18.6.1935 und 
1 7.7.1 93 7 210 

VII. Die Pflege des Marine- und Seegedankens 

im deutschenVolke 215 

a) Die Kriegsmarine auf den Reichspartei- 
tagen - 220 

b) Die Griindung des Reichsbundes deut- 
scher Seegeltung und seine Aufgabe 
und die Arbeit der Partei 225 

c) Die Kriegsmarine bei der Olympiade 

v o n 1 9 3 6 230 

VIII. Stand der Kriegsmarine bei Ausbruch des 

Krieges 235 



176 



DOCUMENT 021-C 

EXTRACTS FROM THE WAR DIARY OF THE NAVAL WARFARE 
ADMINISTRATION ("SEEKRIEGSLEITUNG") 1 JANUARY 1940 TO 
31 JANUARY 1940. ARGUMENTS AND ORDERS CONCERNING 
MEASURES FOR THE INTENSIFICATION OF SUBMARINE WARFARE: 
SINKING WITHOUT WARNING NEAR ENEMY COASTS ONLY TO BE 
CARRIED OUT WHERE POSSIBLE TO SIMULATE DESTRUCTION 
THROUGH MINES; ESTABLISHMENT OF A WORKING COMMITTEE 
TO STUDY THE POSSIBILITIES OF A PREVENTIVE OCCUPATION 
OF NORWAY; REFERENCE TO ALLIED PRESS AND RADIO RE- 
PORTS CONCERNING SANCTIONS (RESCISSION OF OBLIGATION 
TO RESCUE) AGAINST THE SCUTTLING OF GERMAN MERCHANT 
SHIPS (EXHIBIT GB-194) 



BESCHREIBUNG: 

beg] Phot I Aktendeckel mit diagonalen Streifen, auf achteckigem aufgeklebtem 
Schild: Kriegstagebuch (zweimal unterstrichen), Seekriegsleitung, 1. Abteilung 
(unterstrichen), Teil: A — Heft 5 vom 1. Januar — 31. Januar 1940 I r o Ecke: 
„Kr 27/Chef" (zweimal unterstrichen, alles hs) I 1 u Ecke: „I op. 825/40" (hs) I 
ms Eintragungen in Tagebuchvordruck I auf Titelblatt zwischen * x und * 2 hs: 
S. 1, 5, 9, 14, 34 (hs untersirichen), 48, 57, 58, 62, 66, 73—75, 100, 110—111, 
134 (hs unterstrichen) u.f., 140 (hs unterstrichen), 142, 149, 161, 162, 194, 195, 
202, 215, 226 (hs unterstrichen), 238—239, 240, 248—249, 257 (hs unterstrichen), 
U.B u Flugzeug I an Stelle von **: Norwegen Studie S. 89 (hs) I unter Priif- 
Nr.: hs Zahl (unl) 




Datum 

und 
Uhrzeit 



Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 
Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 
der Luf t, Mondschein usw. 



Vorkommnisse 



* i 



Chefsadie! 
Nur durch Offizier! 



::-:: Priif Nr.l ::-:: 



Nur durch Offizier! 



Kriegstagebuch der Seekriegsleitung 



(l.Abteilung) 
Teil A 



Chef d. Seekriegsleitung 



Grossadmiral Dr.h.c.R a e d e r 



Chef d.Stabes der Seekriegsleitung 



Chef d.LAbt. der 



Vizeadmiral Schniewind. 
Konteradmiral Fricke 



Seekriegsleitung 



177 



021-C 



* * 



Heft 5 



begonnen 1.1.1940 
abgeschlossen 31.1.1940 



Wetterkladde (Kriegstagebuch) 
(Einlagen) 



Datum 

und 
Uhrzeit 



Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 
Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 
der Luft, Mondschein usw. 



Vorkommnisse 
1 



1. 1.40 



Lagebesprechung 



beim Chef der Seekriegsleitung: 

Besonderes : 

*)* 1.) Vortrag la iiber ::-:: Weisung des OKW ::-:: vom 
30.12. Danach hat der Fiihrer nach Vortrag durch 
den Ob.d.M. entschieden: 

„a) Griechische Handelsschiffe sind in der durch 
USA um England erklarten Sperrzone wie 
feindliche zu behandeln. 

b) Im Bristol-Kanal ist das warnungslose Vor- 
gehen gegen jeglichen Schiffsverkehr frei- 
gegeben, wobei nach aussen Minentreffer 
vorzutauschen sind. 

Beide Massnahmen sind mit sofortiger 
Wirkung freigegeben." 

Die Seekriegsleitung empfindet die Weisung zu 
b) als zu eng gefasst, da ein erfolgreicher Ansatz 
von Ubooten im Bristol-Kanal bei der Entfernung 
dieses Gebietes von der Heimat und der starken 
gegnerischen Abwehr nur sehr bedingt moglich ist. 
Bei einem weiteren Aufschub der 



x ) bei * he Vm: „auch fur Luftkriegsfiihrung? S. S. 5 oben. (P unl)" 



178 



021 -C 



Datum Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 
und Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 

Uhrzeit der Luft, Mondschein usw. 



Vorkommnisse 
— 2 — 



1. 1.40 



allg. Kriegsverscharfung wird von def Ski. schon 
vorher die Ermachtigung erbeten, je nach Lage 
und Einsatzmoglichkeit der Kampfmittel die Frei- 
gabe des warnungslosen Vorgehens in b e - 
stimmten Teilgebieten fur einzelne 
oder alle Uboote unter Auf rechterhaltung 
der Fiktion von Minen-treffern anordnen zu 
konnen. Zu a) ist eine entsprechende Weisung auf 
Grund mundlichen Einverstandnisses des Ftihrers 
bereits am 30.12. an den B.d.U. ergangen. 



Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 
Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 
der Luft, Mondschein usw. 



Vorkommnisse 
— 5 — 



Lagebesprechung 

beim Chef der Seekriegsleitung. 
Besonderes: 

1.) Vortrag la iiber Weisung des OKW vom 30.12. betr. 
Verscharfte Massnahmen fiir See-und ::-:: Luft- 
kriegfiihrung ::-:: in Verbindung mit Fall „Gelb". 

Per Kriegsmarine wird mit dieser Weisung bei 
Beginn der allgemeinen Verscharfung des Krieges 
die warnungslose Versenkung a 1 1 e r Schiffe durch. 
Uboote in den Seegebieten vor den f eindlichen 
Kusten f reigegeben, in denen die Verwen- 
dung von Minen moglich ist. Nach 
aussen hin ist in diesem Falle der Einsatz von 
Minen vorzutauschen. Verhalten und Waffenver- 
wendung der Uboote soil dem Rechnung tragen. 

Der Ob.d.M. soil diese Gebiete im einzelnen 
festlegen und sie der Obersten Kriegsleitung iiber 
OKW melden. 

Die Fassung dieser Weisung enthalt eine Ein- 
schrankung des verscharften Seekrieges, die in 



2 ) bei * kleines hs Gitternetz 



179 



921 -C 



d i e s e r Form nicht den. Wiinschen der Ski. ent- 
spricht, und auch in anderem Sinne durch Chef 
Ski. dem Fiihrer vorgetragen war. Es war fiir den 
Fall der allgemeinen Kriegsverscharfung vor- 
gesehen, vollen Waffeneinsatz frei- 
zugeben gegen alle Schiffe in der 
amerikanischen Sperrzone-, mit dem 
Endziel eines riicksichtslosen Ansatzes a 1 1 e r 
Kampfmittel zur Unterbindung jeglichen Handels- 
verkehrs nach England. Die Versenkung sollte 
weiterhin unter moglichster Aufrechterhaltung 
der Fiktion von Minentreffern erfolgen. Die 
wohlwollend Neutralen (Italien, Spanien, Japan 
und Russland) sowie Amerika sollten soweit 
irgend moglich geschont werden. 

Dem OKW wird miindlich die Auffassung der 
Ski. zum Ausdruck gebracht. Da aller Voraussicht 
nach ohnehin noch eine Zwischenweisung fiir die 
Zeit bis zum Beginn der allgemeinen Kriegs- 
verscharfung zu erwarten ist, ist zunachst eine 
Abanderung der bisherigen Fassung der OKW- 
Weisung nicht beabsichtigt. — . — 



Datum. Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 
und Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 

Uhrzeit der Luft, Mondschein usw. 



6.1. 



Vorkommnisse 
- 37 — 



Handelskrieg der U-Boote: 

In Anlehnung an das grundsatzlich erteilte Ein- 
verstandnis des Fiihrers (siehe Niederschrift Vortrag 
Ob.d.M. vom 30.12.) zur Freigabe des warnungslosen 
Schusses in bestimmten Teilgebieten der amerikani- 
schen Sperrzone unter Aufrechterhaltung der Fiktion 
von Minentreffern wird an B.d.U., Gruppe Ost und 
Gruppe West befohlen: 

„Sofortiger voller Waffeneinsatz gegen alle Schiffe 
wird in der Nordsee fiir U-Boote zwischen 61° und 
56° Nord und 4°W und O 0 freigegeben. Angriffe 
moglichst ungesehen, zur Aufrechterhaltung Fiktion 
Minentreffer". 



180 



02I-C 



Datum 

und 
Uhrzeit 


Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 
Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 
der Luft, Mondschein usw. 


Vorkommnisse 
— 54 — 


3 ) 


4 )* Amerikanische Regierung hat neuen Protest an 
England gerichtet, dass die britische Konterband'e- 
kontrolle die amerikanisehen Schiffe in die Kriegszone 
in einen britischen Kontrollhafen zwinge. Diesem 
Protest kommt jedoch keinerlei politische Bedeutung 
zu, da auf der anderen Seite die amerikanische Schiff- 
fahrt bereitwilligst auf alle Blockademassnahmen 
Englands eingeht * 



Datum Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 
und Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 

Uhrzeit der Luft, Mondschein usw. 



13.1. 



Vorkommnisse 
- 89 — 



W e 1 1 e r b e r i c h t vom 13.1. 



1000 h 



11 00 



Lagebesprechung 

beim Chef der Seekriegsleitung. 



Besonderes: 
1) • 



2) Eingang der Studie Nord des OKW, 
die im GroBen einen ersten 

— 2— 



Datum 

und 
Uhrzeit 



13.1. 



Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 
Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 
der Luft, Mondschein usw. 



Vorkommnisse 
— 90 — 



ersten Uberblick iiber die deutschen Operations- 
moglichkeiten im nordischen Raume gibt. Zur 
Bearbeitung der Studie wird auf Befehl des 
Fiihrers ein Arbeitsstab gebildet, an desseri Spitze 
ein General der Luftwaffe treten soil, der zugleich 



3 ) Datumsangabe auf Seite 53: „9.1.' 

4 ) bei * jeweils hs eckige Kl 



181 



021-C 



mit der Durchftihrung einer evtl. Operation be- 
auf tragt wird. Der Chef des Stabes des Arbeits- 
stabes soil von der Marine, der la vom Heer 
gestellt werden. 

die Studie geht aus von der Uberlegung, daB 
ein Festsetzen Englands im norwegischen 
Raume fiir die deutsche Kriegfiihrung untrag- 
b a r ist und daB diese Entwicklung moglicher- 
weise nur dadurch verhindert werden kann, daB 
wir England durch Besetzung Norwegens zuvor- 
kommen. Mit Verscharfung der Lage durch den 
russisch-finnischen Konflikt wachst die deutsch- 
feindliche Stimmung in den nordischen Staaten 
und wiirde sich bei einem englischen Vorgehen in 
3 )* Norwegen fiir England giinstig auswirken. Mit 
einem Widerstand der Norweger ist kaum zu 
rechnen. Die Moglichkeit einer solchen Entwick- 
lung gewinnt nach der Studie des OKW an 
Wahrscheinlichkeit durch die Tatsache, daB die 
derzeitige norwegische Regierung unter dem 
englandfreundlichen jiidischen Ministerprasident 
Hambro durch die Nichtauf losung des Storthing 
am 11. 1, verfassungswidrig am Ruder bleibt- Es 
besteht ferner nach der Auffassung des OKW 
die Moglichkeit, daB eine deutsche Angriffsunter- 
nehmung im Westen von England zum AnlaB 
einer Besetzung Norwegens genommen wird. 

Den AnstoB zur Studie des OKW gab der Vor- 
trag des Ob.d.M. beim Fiihrer am 12.XII.39., in 
dem der Ob.d.M. auf Grund seiner Unterredung 
mit Herrn ::-:: Qu. ::-:: vom 11. XII. auf die groBe 
Gefahr hinwies, die eine englische Festsetzung im 

— 3— 



Datum 

und 
Uhrzeit 



Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 
Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 
der Luft, Mondschein usw. 



Vorkommnisse 
- 91 — 



13.1. 



im nordischen Raum fiir die deutsche Kriegfiihrung 
bedeuten wiirde, und die Moglichkeiten darlegte, 
die sich fiir deutsche Operationen auf Grund 
der moglichen Entwicklung der innerpolitischen 



5 ) an Stelle * Ausrufungszeichen (hs) 



182 



021-C 



Verhaltnisse Norwegens ergeben konnen. (siehe 
Niederschrift von der Unterredung des Ob.d.M. 
mit Quisling 6 ) und vom Voitrag beim Fiihrer 
= Kriegstagebuch Teil C Heft VII.) 

Chef Ski. ist nach wie vor der festen 
Uberzeugung, daB England zur volligen Unter- 
bindung jeglicher Zufuhren Deutschlands aus 
dem norwegisch-schwedischen Raume und zur 
volligen Behinderung der deutschen Ozean- und 
Nordseekriegf iihrung, die Inbesitznahme 
Norwegens in absehbarer Zeit be- 
absichtigt, wobei es bei der deutsch-f eind- 
lichen Einstellung der Norweger mit weitgehendem 
stillen Einyerstandnis Norwegens, zumindest der 
Regierung und groBer Teile der Bevolkerung 
rechnen konne. Diese Auffassung findet ihre 
Bestatigung in besonderen dem Chef Ski. zu- 
gegangenen Nachrichten. 

In weiterer Folge einer solchen Besetzung steht 
nach Ansicht Chef Ski. die Ausiibung eines sehr 
starken englischen Drucks auf Schweden zu erwar- 
ten mit dem Ziel, jeglichen Handelsverkehr nach 
Deutschland abzudrosseln und Schweden, wenn 
moglich, zum Krieg auf Seiten der Westmachte 
7 ) " zu zwingen. In einer solchen Entwicklung sieh.t 
Chef Ski. die schwerste Gefahrdung Deutschlands, 
da die Inbesitznahme Norwegens durch England 
kriegsentscheidend zu Ungunsten Deutschlands 
* 2 sein wiirde. 



In teilweisem Gegensatz zur Auffassung des 





Chefs 


— 4— 


Datum 


Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 




und 


Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 


Vorkommnisse 


Uhrzeit 


der Luft, Mondschein usw. 


— 92 — 


13. 1. 


7 ) ^ Chefs Ski. glaubt die l.Abt.Skl. nicht an die 
Wahrscheinlichkeit einer bald bevorstehenden 
* 2 Inbesitznahme Norwegens durch England. Abge- 
sehen davon, daB es zweifelhaft erscheint, ob Eng- 
land einer solchen KraftauBerung z.Zt. uberhaupt 



s ) urspriinglidi „Qu", hs Einfiigung von „isling' 
7 ) zwischen * x und * 2 hs Randstrich 



183 



021 -C 



fahig ist, wiirde eine derartige Operation nach 
Ansicht der l.Abt.Skl. fur England mit einem sehr 
hohen Risiko und mit sehr groBen Schwierigkeiten 
belastet sein. Die Besetzung Norwegens wiirde 
England in einen starken und auBerst unerwiinsch- 
ten Gegensatz zu RuBland bringen und wiirde 
ferner eine sofortige starkste Gegenaktion von 
Seiten Deutschlands auslosen. Die Festsetzung 
englischer'Streitkrafte in norwegischen Stiitzpunk- 
ten wiirde eine sofortige Erweiterung der deut- 
schen Operationsbasis auf Danemark und, wenn 
notwendig, auf Schweden zur unmittelbaren Folge 
haben mit ihrer jede englische Betatigung im siid- 
norwegischen Raume starkstens bedrohenden Wir- 
kungsmoglichkeit durch deutsche See- und Luft- 
streitkrafte. 

Jeder militarische Druck Englands auf Schwe- 
den von Norwegen aus wiirde durch ein unver- 
ziigliches deutsches Vorgehen gegen Schweden 
unwirksam gemacht Werden konnen, da die 
Wirkung einer deutschen Kriegfiihrung im 
schwediischen Raum wesentlich starker und 
schneller einzusetzen vermag, als es durch eng- 
lische MaBnahmen aus dem norwegischen Raume 
her der Fall sein konnte. 

i 

Es muB -nach Auffassung der l.Abt.Skl. als 
wenig wahrscheinlich angesehen werden, daB Eng- 
land so starke Krafte im Mutterlande freimachen 
kann, wie es die Besetzung Norwegens erfordert, 
um wirksam der starken Bedrohung durch 

— 5— 



Datum | Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 
und j Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 
Uhrzeit der Luft, Mondschein usw. 



Vorkommnisse 

- 5 — 

- 93 — 



13.1. 



durch Deutschland zu begegnen. 

Eine Besetzung Norwegens aber durch 
Deutschland, ohne daB ein Vorgehen Eng- 
lands zu befiirchten ist, wurde nach Ansicht der 
l.Abt.Skl. strategisch und wirtschaftspolitisch ein 
gefahrliches Unternehmen sein, da nach einer 
deutschen Inbesitznahme Norwegens die Sicherheit 



8 ) zwisAen * 4 und *2 hs Randstridi 



184 



021-C 



der neutralen norwegischen Hoheitsgewasser in 
Fortfall kommt und bei der derzeitig noch gerin- 
gen seemilitarischen Starke Deutschlands die 
Aufrechterhaltung der besonders in den Winter- 
monaten lebensnotwendigen deutschen Erzzufuhr 
aus dem norwegischen Raume und der wichtigen 
Seeverbindungen zur Basis Nord und von und nach 
Ubersee nichtmehr sichergestellt wer- 
d en k ann.") ' 

') ** In voller Ubereinstimmung mit dieser Auffas- 
sung ist daher auch Chef Ski. der Uberzeugung, 
daB die giinstigste Losung zweifellos die Auf- 
rechterhaltung des augenblicklichen Zustan- 
des ware, der bei Wahrung striktester Neutralitat 
durch Norwegen die sichere Benutzung der nor- 
wegischen Hoheitsgewasser fur den kriegswichti- 
gen Seeverkehr Deutschlands gestattet, ohne daB 
von Seiten Englands der Versuch gemacht wird, 
diese Seeverbindung ernsthaft zu gefahrden.** 



Datum 
und 

Uhrzeit 



18. 1. 



Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 
Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 
der Luft, Mondschein usw. 



Vorkommnisse 
— 139 — 



Lagebesprechung 

beim Chef der Seekriegsleitung. 
Besonderes: 

1.) Unter Aufhebung bisheriger Anordnung betr. ver- 
scharfter HandelskriegsmaBnahmen wird vom 
OKW durch Verfiigung vom 17.1. folgende Wei- 
sung erteilt: 

Der Kriegsmarine wird mit sofortiger Wirkung 
die warnungslose Versenkung aller Schiffe durch 
U-Boote in den Seegebieten vor den feindlichen 
Kiisten freigegeben, in denen die Vortauschung 
von Mineneinsatz moglich ist. 



*) an Stelle * Einschaltezeichen 
10 ) an Stelle ** hs Pfeil nadi r weisend 



185 



t 



021-C 



Verhalten und Waffenverwendung der U-Boote 
miissen den in diesen Fallen vorzutauschenden 
Minentreffern Rechnung tragen. Ausgenommen 
von diesen Angriffen bleiben die Schiffe von USA, 
Spanien, 11 ) Italien Japan und RuBland. 

Solange das deutsch-danische Abkommen uber 
die danischen Lebensmittelzufuhren nach England 
(Malteserkreuzabkommen) noch in Kraft ist, sind 
ferner die mit dem Malteserkreuz gezeichneten 
danischen Schiffe in der Fahrt von und nach Eng- 
land von der vorgenannten Verscharfung anzu- 
nehmen. 

MaBnahmen gegen die feindliche Ausfuhr in 
Erwiderung der englischen order in council wer- 
den freigegeben, sowie das vorbereitete Gesetz 
verabschiedet und durch den Fiihrer zur Veroffent- 
lichung freigegeben ist. 



Die Fiktion von Minentreffern muB aufrecht- 
erhalten bleiben d.h. die Botte mussen unter E-to- 
Verwendung ungesehen bleiben und diirfen den 
warnungslosen SchuB nur in Gebieten anwenden, 
in denen eine Minenverwendung vorgeschoben 
werden kann. 

') * L Die Aufrechterhaltung dieser Fiktion wird be- 
dauerlicherweise sehr erschwert durch die in 
letzter zeit wieder haufiger eingetretenen T o r - 
pedoversager. Die beschleunigte Beseitigung 
der den Magnetpistolen noch immer anhaftenden 
Mangel ist aus militarischen und politischen Griin- 
den dringend erforderlich und wird mit alien 



Datum 

und 
Uhrzeit 



Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 
Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 
der Luft, Mondschein usw. 



Vorkommnisse 
— 141 — 



18. 1. 



u ) ,,Spanien" unter Z eingefiigt 

l2 ) zwisdien +1 und * 2 hs Randstridi 



186 



021 -C 



Mitteln durch den mit der weiteren Torpedoent- 
wicklung beauftragten Professor Cornelius an- 
gestrebt. Ein baldiger Erfolg dieser Arbeit steht 
zu erwarten. 

*2 



Datum 

und 
Uhrzeit 


Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 
Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 
der Luft, Mondschein usw. 


Vorkommnisse 
201 


24. 1. 








H an d e 1 s s ch i f f a h r t : 




Der R.V.M. drahtete 23.1. an Gesandtschaft Oslo: 




„Norwegische Schiffe, die durch die Nordsee nach 
deutschen Hafen gehen, bitte ich anzuweisen, ostlich 
des deutschen Warngebietes unter der jiitischen Kiiste 
zu fahren. Bei Annaherung an Gebiet deutscher 
Hoheitsgewasser wird Begleitofflzier Schiffe beglei- 
ten." 




* Franzosische Presse spricht im Hinblick auf drin- 
genden Bedarf der Alliierten an Frachtraum von 
Sanktionsmassnahmen gegen die Selbstversenkung 
deutscher Handelsschiffe. Selbstversenkung hebe die 
Pflicht zur Rettung Besatzung auf; Kapitane konnten 
vor Standgericht gestellt werden. — . — 






202 


24. 1. 


Daventry Radio bringt eine Mitteilung, dass eng- 
lische Kriegsschiffe besondere Anweisung erhalten 
haben, zur Verhutung weiterer Selbstversenkungen 
deutscher Schiffe.* 13 ) 



') bei * und * hs eckige Kl 



187 



DOCUMENT 023-C 

THREE LETTERS FROM THE INTERNAL CORRESPONDENCE FILES 
OF THE HIGH COMMAND OF THE NAVY, 18 FEBRUARY 1938: DIS- 
PLACEMENT OF BATTLESHIPS OF THE SCHARNHORST CLASS 
WAS WRONGLY GIVEN FOR POLITICAL REASONS IN NOTIFICA- 
TION TO ENGLAND; 8 MARCH 1938: SUGGESTION FOR A SPEECH 
BY RAEDER TO LEADING SHIPBUILDERS CONCERNING THE 
CREATION OF THE MEANS OF POWER TO ENABLE HITLER TO 
CARRY OUT HIS INTENTIONS IN THE FIELD OF FOREIGN POLICY; 
SEPTEMBER 1938: REVIEW OF A DRAFT PLAN FOR NAVAL 
OPERATIONS AGAINST ENGLAND WITH THE AIM OF SECURING 
FOR GERMANY THE POSITIONS OF A WORLD POWER (EXHIBIT 
USA-49) 



BESCHREIBUNG: 

hegl Phot I dreiteilig I teilw W vom dritten S 
E r s t e s S : 

O.K.M. 

A - 21 - 1 Typenfragen, Schiffbauplan. 

Berlin, 18.2.1938 Abschrift Priif. Nr 2 

M 

an Amtschef A 



Bei den Schlachtschiffen „Scharnhorst - Gneisenau" 
und „F/G" ist in beiden Fallen das wahre Typdeplace- 
ment urn 20 % grosser, als den Englandern angegeben 
worden ist. 





Lange 


Breite 


Tvpdeplacement 
wahres angegebenes 


J Tiefgang 

( wahrer angegeb. 


Scharnhorst 


226.0 


30,0 


-31.300 ts 


26.000 


ts 


1 8.55 


7.50 


„F" 


241.5 


36,0 


-41.700 ts 


35.000 


ts 


8.69 


7.90 


„H I" 


254.0 


41,0 


-56.200 ts 


46.850 


ts 


! 9.60 


8.40 


Oder „H II" 


254,0 


41,0 


-56.200 ts 


45.000 


ts 


j 9,60 


8.15 


Oder „H III" 


254.0 


41.0 


-56.200 ts 


43.000 


ts 


i 9.60 


7.85 



Nach Ansicht von A IV erscheint es keinesfalls richtig, 
eine grossere Tonnage anzugeben, als z.B. England, Russland 
oder Japan wahrscheinlich demnachst bekannt geben wer- 
den, um nicht das Odium des Wettriistens auf uns zu laden. 



188 



023-C 



Zweites S: 

Oberkommando der Kriegsmarine . S. 5 

Schiffbauplane BZ 221 Bd. 5 

Abschrift Priif . Nr 2.... 

Berlin, 8.3.1938 

Allgemeines Marineamt BB 6207/38 

an M (Stabschef 
mit der Bitte um Vorlage beim Ob.d.M. 

Betr.: Ansprache des Ob.d.M. an 
Direktoren der Werften. 

Der Oberbefehlshaber hat bei der Besprechung mit den 
Direktoren der Germaniawerft am 2.3.38 die Notwendigkeit einer 
verstandnisvollen Zusammenarbeit mit den Werften, die Kriegs- 
schiffbauauftrage haben, unterstrichen. 

Um auch die anderen Werften mit diesen Gedankengangen ver- 
traut zu machen, halt es B fur angebracht, dass der Oberbefehlshaber 
auch den leitenden Herren dern anderen Werften in einer kurzen 
Ansprache die Bedeutung des vom Fiihrer befohlenen Aufbaupro- 
gramms personlich vor Augen fuhrt. 

Es wird vorgeschlagen, vielleicht dem Sinne nach etwa folgendes 
zu erklaren: 

„Der Fiihrer und Reichskanzler hat in einem scharfumrissenen 
Schiffneubauprogramm der Kriegsmarine die Aufgabe gestellt, 
ihm zu einem festgelegten Zeitpunkt des Machtmittel zu schaffen, 
das er fur die Durchfuhrung seiner aussenpolitischen Aufgaben 
braucht. Der Fahrer hat mir bei jeder Gelegenheit zum Ausdruck 
gebracht, dass er an dem gesteckten Ziel unbedingt festhalten 
muss und erf orderlichenf alls zu rigorosen Massnahmen ent- 
schlossen ist,wenn es an irgendeiner Stelle an dem tatkraftigen 
Einsatz fehlen sollte. 

Ich hielt es fiir meine Pflicht, diese Gedankengange des Fiihrers 
selbst Ihnen personlich zur Kenntnis zu bringen, umso mehr, als 
der Fiihrer immer wieder auf die Intensitat des Ausbaus der 
Luftwaffe und des dabei erreichten Erfolges hinweist. 

Dieses Ziel kann im Sinne des Fiihrers nur erreicht werden, 
wenn jeder Einzelne von Ihnen in voller Erkenntnis der Not- 
wendigkeit sich an seiner Stelle mitverantwortlich fiihlt und 



189 



023-C 



— Seite 2 — 

alles daran setzt, die gestellte Aufgabe zu erfullen. 

Ich weiss, dass meine Mitarbeiter Sie bei jeder sich bietenden 
Gelegenheit auf die Erfordernisse der Lage hingewiesen haben. 
Trotzdem habe ich Sie nocheinmal zu mir gerufen, urn Ihnen 
personlich zum Ausdruck zu bringen, wie wichtig es ist, alle Kraft 
an das Gelingen dieses vaterlandischen Zieles zu setzen." 



D r i 1 1 e s S : 

R.W.M. 

A 24 — 2 Planungsausschuss. 

Abschrift Pruf. Nr 2... 



Carls 

Admiral u. Flottenchef Tender „Hela" September 1938 

Geheime K o m m a n d o s a c h e ! 

Stellungnahme zur „Entwurf studie Seekrieg- 
fiihrung gegen England". 

A. Dem Gedanken der Studie wird voll zugestimmt: 

1. ) Wenn Deutschland nach dem Willen des Fuhrers eine in sich 

gesicherte Weltmacht stellung erwerben soil, bedraf es 
neben geniigendem Kclonialbesitz gesicherter See- 
verbindungen und gesicherten Zugang zum 
freien Ozean. 

2. ) Beide Forderungen sind nur gegen englisch/franzosische Inter- 

essen erfiillbar und schxanken deren Weltmachtstellung ein. 
Sie mit friedlichen Mitteln durchsetzen zu konnen, ist un- 
wahrscheinlich. — Der Wille zur Ausgestaltung Deutschlands 
als Weltmacht fiihrt daher zwangsmassig zur Notwendigkeit 
entspr. Kriegsvorbereitung. 

3. ) Der Krieg gegen England bedeutet gleichzeitig Krieg gegen 

das Empire, gegen Frankreich, wahrscheinlich audi gegen 
Russland und eine grosse Reihe iiberseeischer Staaten, also 
gegen V2 bis V3 der Gesamtwelt. 

Er hat innere Berechtigung und Aussicht auf Erfolg nur, 
wenn er sowohl wirtschaftlich wie politisch und 
militarisch vorbereitet und der Zielsetzung ent- 
sprechend gefuhrt wird: Deutschland den Weg zum Ozean 
zu erobern. 



190 



DOCUMENT 026-C 

' CIRCULAR FROM THE OKW TO THE ARMED FORCES, JUNE 1941, 
GIVING DIRECTIVES FOR PROPAGANDA ON INVADING THE 
SOVIET UNION, FOR EXAMPLE: IT SHOULD BE STATED THAT WAR 
IS BEING WAGED NOT AGAINST THE PEOPLES OF THE SOVIET 
UNION, BUT AGAINST THE "JEWISH-BOLSHEVIST" GOVERNMENT 
AND THE COMMUNIST PARTY; DECLARATION, HOWEVER, THAT 
RESISTANCE, SABOTAGE AND ESPIONAGE WILL BE QUELLED; AT 
PRESENT NO FOSTERING OF SEPARATISTS TENDENCIES IN THE 
SOVIET UNION (EXHIBIT USSR-477) 



BESCHREIBUNG: 

begl Phot I Priif.Nr.-Stp umrandet; hs Haken bei „Priif." I innerhalb Vert 
zwischen „Nachrichtlich" und Exemplarzahlen Stp: „Ob.d.M. op 00893/41 Eing.: 
10.6.41 Anlagen: (P unl)", Aktenzeidien, Datum und P hs I r o iiber ,Juni 
1941": An MI (P unl) 14/6 (hs) unter Priif.Nr.-Stp zwei P'en unl; Beginn 
einer Numerierung mit „I)"; im Raum dahinter und darunter zahlreiche Orga- 
nisations-Ziffern wie „IPb, IPc, IPh, IPe" zuziiglich unl P'en und zweimal ,,20.6.", 
r am Ende „zKts", danach und darunter: „Weitergabe nur von Hand zu Hand" 
(hs, AbschluBstricfe darunter) 1 zwischen „41. — 50.Ausf." und „51. — 75.Ausf." 
Fortsetzung der Numerierung: „II) zuriick an MI" (hs) I unter „51. — 75. Ausf." 
Numerierung: „III zdA (P unl) 14/6" (hs) I r o Ecke fortlaufende Seitenzahlen: 
260, 261, 262, 263, 264, 265 (hs) 



Chefsache! 
Nur durch Offizier! 

Oberkommando der Wehrmacht Berlin, Juni 1941. 

144/41 g.Kdos.Chef s./WFSt./WPr. 

Priif.-Nr. jo 

100 Auisfertigungen 
50. Ausfertigung. 

An 

OKH ( mit 39 Nebenabdrucken fiir Heeresgruppen, 
Armeen, Banzergruppen, Propagandakompanien 
und Stellen des OKH) 1.— 40. Ausf. 
OKM ( mit 9 Nebenabdrucken ) 41.-50. „ 

Ob.d.L. ( mit 24 Nebenabdrucken fiir Luftflotten, 
Fliegerkorps und Luftwaffenkriegsberichter- 
kompanien 51. — 75. „ 

Nachrichtlich: 

OKW/WFSt 76. „ 

OKW/L 77. „ 

GKW/Aiusl./Abw. 78. „ 

OKW/WNV 79. „ 

OKW/Wi Rii Amt 80. „ 



191 



026 -C 



OKW/Wi Ru Arb. Stab z.b.V. 
OKW/Kr.Wiss.Abt. 

OKW/wPr. i, ii, iv, v, vi, vn 

Vorrat 12 Exemplare 



83.— 88. 
89.— 100. 



81. Ausf. 

82. „ 



Weisungen fur die Handhabu n g der Propaganda 
imFalle„Barbarossa" 

1.) Eftdgiiltige und vollstandige Tendenzen fiir die gegen die Sow jet- 
union zu fiihrende Propaganda konnen z.Zt. noch nicht gegeben 
werden,da es durchaus im Bereiche der Moglichkeit liegt,dass 
noch vor dem Beginn von Kampfhandlungen die politische Ent- 
wicklung besonders wirksame neue Propagandatendenzen liefert. 

Erganzungen der im folgenden dargelegten Propagandalinie 
bleiben daher vorbehalten. 

Grundsatzlich kann schon jetzt gesagt werden: 
a) Gegner Deutschlands sind nicht die VSlker der Sowjetunion, 
sondern ausschliesslich die jiidisch-bolschewistische Sowjet- 
regierung mit ihren Funktionaren und die Kommunistische 
Partei,die auf 'die Weltrevolution hinarbeitet. 

— Seite 2 

ii) Mit der Begrundung, dass die Sowjets gegeniiber der gesamten 
Bevolkerung des von ihnen beherrschten Baumes bisher eine 
riicksichtslose Gewaltherrschaft ausubten,ist nachdriicklich zum 
Ausdruck zu bringen.dass die deutsche Wehrmacht nicht als 
Feind der Bevolkerung ins Land kommt. Sie will sie vielmehr 
von der Tyrannei der Sowjets erlosen. Sollte jedoch auch von 
den nichtbolschewistischen Volksteilen Widerstand geleistet 
werden, so ist die deutsche Wehrmacht gezwungen,ihn zu 
brechen,wo und von wem auch immer er geleistet wird. 

c) Ebenso ware die deutsche Wehrmacht gezwungen,mit voller 
Scharfe der Kriegsgesetze diejenigen zu treffen,die durch 
Spionage und Sabotage oder durch volkerrechtswidrigen Waf- 
fengebrauch der deutschen Wehrmacht Schaden zufiigen wollen 
und damit die Sowjets unterstiitzen. 

d) Propagandatendenzen, die auf den Zerfall der Sowjetunion in 
Einzelstaaten gerichtet sind,diirfen zunachst nicht zur An wen- 
dung gebracht werden. Die deutsche Propaganda muss sich 
zwar in den verschiedenen Gebietsteilen der Sowjetunion der 
jeweils am meisten gebrauchlichen Sprache bedienenjdies darf 
aber nicht dazu fiihren,dass durch di' Art der einzelnen Propa- 
gandatexte fruhzeitig der Schluss auf eine beabsichtigte Zer- 
reissung der Sowjetunion gezogen werden kann. 



192 



Unbeschadet dessen miissen jedoch die Ausdrucke„Russland", 
„Russen",„russische Wehrmacht" usw.vermieden und durch 
„Sowjetunion", „V61ker der Sowjetunion",„Rote Armee"usw. 
ersetzt werden. 

e) Im weiteren Verlauf kommt es besonders darauf an,der Be- 
volkerung die Notwendigkeit zu beweisen,dass jeder auf seinem 
Arbeitsplatz zu bleiben hat.Plunderung,Vergeudung von 
Lebens - und Futtermitteln, Zerstorung von Maschinen und 
Wirtschaf tsgiitern hatten zwangslaufig Elend und Hungersnot zur 
Folge.Ausden gleichen wirtschaftlichen Griinden kommen Land- 
aufteilung und Zerschlagung der Kollektivbetriebe vorerst nicht 
in Frage,wenn sie auch fiir spater 

— Seite 3 — 

beabsichtigt sind. Eine sofortige Anderung der wirtschaftlichen 
Betriebsformen musste zum Schaden aller die durch den Krieg 
hervorgerufenen StQrungen der Wirtschaft vermehren. 



— Seite 4 — 

5. ) Gegeniiber der Roten Armee verspricht der Einsatz aller Mittel 

der aktiven Propaganda im Kampf noch mehr Erfolg als bei 
alien bisherigen Gegnern der deutschen Wehrmacht. Es ist des- 
halb beabsichtigt,in grossem Umfang von ihrem Einsatz Ge- 
brauch zu machen.Ausser dem von OKW im Einzelfalle zu 
befehlenden Einsatz von Mitteln der Aktivpropaganda in den 
Feind ist den Armeen und Panzergruppen der Einsatz aller in 
ihren Propagandatruppen vorhandenen propagandistischen 
Mittel zur Erreichung eines bestimmten Kampfzweckes nach 
Art und Umfang vom Beginn der Kampfhandlungen iiberlassen. 
Soweit Propagandatexte tiber rein taktischen,durch Ort und 
Kampflage bedingten Inhalt hinausgehen,haben sie sich in 
jedem Fall der in Ziffer 1 gegebenen allgemeinen Richtlinie fiir 
die Propaganda anzupassen. 

6. ) Der Abwurf von Flugblattern fiir Sowjettruppen und Bevolke- 

rung durch die Luftwaffe wird von OKW unmittelbar veranlasst. 

7. ) Es erscheint zweckmassig, dass die Armeen Maueranschlage an 

die Bevolkerung vorbereiten,die im wesentlichen den in Ziffer 1 
genannten Propagandatendenzen entsprechen und den in den 
verschiedenen Siedlungsgebieten wohnenden Volksgruppen 
inhaltlich und sprachlich angepasst sind; dariiber hinaus konnen 
diese Anschlage in knappster Form die Anordnungen der Ober- 
befehlshaber an die Bevolkerung enthalten. 



193 



026-C 



Die Anschlage sind ausser in deutscher audi noch in derjenigen 
Sprache abzufassen,die in dem betreffenden Gebiet am meisten 
gesprochen wird (z.B.russisch,estnisch,lettisch usw.)- 

8. ) Der Einsatz von Lautsprechern ist nicht nur je nach Lage als 

propagandistisches Kampfmittel gegen den Feind.sondern audi 
zur propagandistischen Beeinflussung der Bevblkerung besetzter 
Gebietsteile angebracht.Art und Umfang soldier Einsatze ist 
den Armeen und Panzergruppen uberlassen. 

9. ) Das OKW wird„Merkblatter iiber die Sowjetunion" und „Richt- 

linien fiir das Verhalten der deutschen Truppe" an die Armeen 
usw. ausgeben. 

Die Merkblatter sind bis zu den Divisionen pp. und ausser dem 
an die Propagandatruppen,die Richtlinien bis zu den 

— Seite 5 — 

Kompanien einschliesslich zu verteilen 

10. )DenPropagandakompanien des Heeres werden kurz vor Beginn 
der Kampfhandlungen zusatzlich Aktivpropagandisten,Presse- 
betreuer,Zensuroffiziere und teilweise audi Rundfunksender- 
betreuungstruppe durch OKW zugefiihrt,die beim weiteren 
Fortschreiten des Angriffs in grossen Stadtenund bei bedeuten- 
den Rundfunksendern zuriickzulassen sind. 

Sie scheiden spater aus dem Verbande der Propagandakom- 
panien aus und werden zu Propagandastaffeln bzw.-abteilungen 
zusammengefasst. Vprgesehen ist zunachst der Einsatz je einer 
Propagandaabteilung fiir Ukraine.das eigentliche Russland und 
das Baltenland. 

11. )Soweit die Moglichkeit besteht,in besetzten Landesteilen die 
Presse zu uberwachen,ist das Weitererscheinen einiger grosserer 
Zeitungen unter deutscher Zensur erwunscht. Dies gilt vor 
allem fiir den ukrainischen und baltischen Raum.Hauptaufgabe 
der sofort einzusetzenden Zensur ist es,dafur zu sorgen,dass 
Berichterstattung und Kommentierung in keiner den deutschen 
Interessen schadlichen Weise erfolgt.Die Presse muss ihre 
Hauptaufgabe darin sehen,die Bevolkerung in beruhigendem 
Sinne zu beeinflussen und von jeder Art von Sabotageakten 
abzuhalten. Wo die Moglichkeit einer Uberwachung der Presse 
fehlt.ist das Erscheinen von Zeitungen und Zeitschriften und 
der Betrieb von Nachrichtenbiiros zu unterbinden. 

12. )Von besonderer Bedeutung ist es.das sehr ausgedehnte Rund- 
funknetz der Sowjetunion moglichst unzerstort in die Hand zu 
bekommen,um es alsbald fiir die Zwecke der deutschen Propa- 
ganda auszuntitzen. Es ist deshalb grundsatzlich anzustreben, 



194 



026-C 



grossere Rundfunksender durch Voraustrupps fruhzeitig in die 
Hand zu nehmen und zu sichern. Die Kampftruppe ist besonders 
darauf hinzuweisen,dass sie alle Zerstorungen an Runfunk- 
sendern zu vermeiden hat. 

Sobald die luckenlose Zensur eines Senders sichergestellt ist, 
sind die Sendungen in beschranktem. Umf ang wieder auf zu- 
nehmen.Hierzu stehen die Rundfunkeinsatztrupps zur Ver- 
fiigung, die einigenPropagandakompanien entsprechend Ziffer 10 
von OKW (Abt.WPr) zugefiihrt werden. 

— Seite 6 — 

Durch entsprechende Ansagen ist die Bevolkerung immer 
wieder vor Beteiligung am Kampfe zu warnen und zur Auf- 
rechterhaltung von Ruhe und Ordnung zu ermahnen. Zur 
Nachrichtenversorgung der Sender sind die DNB-Empfanger 
der Propagandatruppen einzusetzen. 

13. ) Zur Erganzung des Rundfunknetzes,insbesondere als Ersatz fur 

wichtige Sender,deren Zerstorung dem Gegner etwa gelingen 
sollte, ist der Einsatz von fahrbaren Sendern vorgesehen. Das 
fiir ihre Programmgestaltung notige Personal stellt OKW(Abt. 
WPr.),das auch den Einsatz dieser Sender im einzelnen regelt. 

14. ) Die Belieferung der deutschen Truppe mit Heimatzeitungen, 

Mitteilungen fur die Truppe usw. und der Nachschub an 
sonstigem Betreuungsmaterial jeder Art vollzieht sich iiber 
die Aussenstellen Reichshof(Rzeszow),Warschau und Kpnigsberg 
der Abteilung fiir Wehrmachtpropaganda.die hierzu mit den 
einzelnen AOK's Verbindung aufnehmen werden. 

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht 
J.A. 
Jodl. 

Zusatze: 

1. ) Die Verteilung der vorstehenden Weisungen ist auf an 

„Barbarossa"beteiligte Stellen zu beschranken. 

2. ) Den Zeitpunkt der Ausgabe der Weisungen an die Propaganda- 

truppen bestimmen die Armeen,Panzergruppen und Flieger- 
korps. 

3. ) Von OKH,OKM und Ob.d.L. wird Meldung der mit den 

Weisungen beteiligten Stellen an OKW/WPr bis 15.6.41. erbeten. 



195 



DOCUMENT 027-C 

extract from the war diary of the german naval war- 
fare administration ("seekriegsleitung"), 30 december 1939, 
Concerning participation of the german air force in 
the war against shipping; sinking of greek ships without 
warning in those parts of the prohibited zone in which 
the fiction of destruction by mines can be maintained 
(exhibit gb-225) 

beschreibung: 

tiegl Phot I Aktendeckel wie bei 021-C, Beweisstiick GB-194 I vom Aufklebe- 
schild unterer Rand beschadigt, Aufschrift: „Kriegstagebuch, Seekriegsleitung 
(T. Abteilung)" (diese 2 Worte zweimal unterstrichen) „Teil — A" (unter- 
strichen), „Vom l.Dez. — 31. Dezember 1939", hinter Beschadigung: . . .„t 4" I 
r o Ecke „Kr 26/Chef" (hs) I 1 u auf Diagonalstreifen: „Ein]age zu OKM VI 
op 550/40" (Ziffern hs), darunter Stp: „Chefsache, Nur durch Offizier" I ms 
Eintragungen in Tagebuchvordruck I auf Titelblatt unter Priif-Nr.: unl hs Ein- 
tragung I 1 ttber Stp „Geheime Kommandosache": Pr 20/4. (?) (hs) I an Stelle 
von *: 167 (hs, unterstrichen), 187 (hs, unterstrichen) 191 (hs) I daruber: zahl- 
reiche unl hs Zahleintragungen I Seite 226 an Stelle von *: schrager hs Stridi I 
zwfsdien * x und * 2 hs Randstridie 



Datum 

und 
Uhrzeit 


Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 
Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 
der Luft, Mondschein usw. 


Vorkommnisse 




Geheime Kommandosache 


Priif.Nr. 1 



Chefsadte! 

Nur durch Offizier! Nur durch Offizier! 

Kriegstagebuch der Seekriegsleitung 



(1. Abteilung) 



* Teil A 

Chef der Seekriegsleitung 

Chef des Stabes der 
Seekriegsleitung: 

Chef der 1. Abteilung 
Seekriegsleitung 

j Heft 4 

Begonnen: 1. Dezember 1939. 

l Abgeschlossen: 31. Dezember 1939. 



GroBadmiral Dr. h. c. R a e d e r 
Vizeadmiral Schniewind 
Konteradmiral Fricke 



196 



027- C 



226 



, Datum 


Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 




und 


Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 


Vorkommnisse 


Uhrzeit 


der Luft, Mondschein usw. 





3 0. XII. 
1200 



* VortragdesOb.d.M.beimFiihrer. 

(Vortragspunkte siehe im Einzelnen Besprechungs- 
niederschrift Kriegstagebuch Teil C Heft VII.) 



B e s onjd e r e s : 

1. ) Hinweis auf Notwendigkeit, den Handelsverkehr 
in den Downs mit der Luftwaffe anzugreifen (als 
unter Leitung und Schutz der englischen Marine 
befindlich.) Ob.d.L. wird Entscheidung des Fiihrers 
s.Zt. einholen. Fiihrer halt in Ubereinstimmung mit 
Chef -Ski. vorherige Warnung der Neutralen fiir notig. 

2. ) Fiihrer bestatigt Absicht einer Proklamation taei 
allgemeiner Verscharfung des Krieges. Chef Ski. 
erbittet Vollmacht an Ski., zur Vornahme Ver- 
scharfung je nach Lage und KampfmitteL 

Fuhrer gibt grundsatzlich Zustimmung zur war- 
nungslosen Versenkung griechischer Schiffe im 
amerikani- 



227 



Datum Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 
und Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 

Uhrzeit der Luft, Mondschein usw. 



Vorkommnisse 



amerikanischen Sperrgebiet und neutraler Handels- 
schiffe in den Teilen des amerikanischen Sperr- 
gebietes, in denen die Fiktion von Minentreffern - 
auf rechterhalten werden kann, z.B im Bristol- 
Kan a 1. 



197 



DOCUMENT 029-C 



RAEDERS CIRCULAR TO NAVAL ADMINISTRATION, 31 JANUARY 
1933: DESIRABLE THAT THE GERMAN NAVY SHOULD HELP TO 
INCREASE THE SALE ABROAD OF PRODUCTS OF GERMAN ARMA- 
MENT INDUSTRY (EXHIBIT USA-46) 



BESCHREIBUNG: 

begl Phot I r n Geheim-Stp: Priif No 1 (hs) I iiber Bk bis in Geheim-Stp 
hinein schrage hs Durchkreuzung I r o Ecke fortlaufende Paginierung: 136, 
137, 138 (hs) I r n U: „zu 376/33 GKds" (hs unterstridien) I unter Vert r 
n „A": „(P unl) 9/2 Umlauf im A-Bereich" (hs) I r unter U senkrechte Folge 
von Abteilungszeichen mit Abzeichnungen (alles hs): „A I (P unl) 13/2"; ,,A II 
(P unl) 18, A III l/III; LS+ (P unl) 18", r daneben: „IIa IIv", Kl darunter, 
verweisend auf: „i. V. (P unl) 21/2", r davon: „IIk A 24/2; 1 darunter „Bd.A. 
(?), P unl, 22/3; P unl, 23/3; unter „LS": P unl, 24/3 I darunter: „Umlauf 
bei dieser. (?) A III" (hs) 1 unter Vert senkrechte Folge von Abteilungszeichen 
mit Abzeichnungen (alles hs): „A III a/b (P unl) 3/3"; „A III d (P unl) 23/3 
n.R." („n.R." unterstrichen); „A III 1 n.R. (P unl) 16" („n.R." unterstridien); 
„AIIIf (P unl) 7.3."; „A III g (P unl) 8.3."; r n „A III d. . . .": „b2 (P unl) 
23/3" I r davon Fortsetzung der Folge: „A III h (P unl) 6/3"; „A III hi n.R.", 
r darunter: „P unl, 30/111"; unter „A III h": „A III Ausb. (P unl) 3/3." („Ausb." 
unterstrichen) I u Mi hs Haken, r daneben: „z.d.A. A II a" (hs) 



B. Nr. M I 376/33 GKdos. Berlin, W, den 31. Januar 1933. 
Geheim! Kommandosadie! 

Allgemeine Richtlinien fur die Unterstiitzung 
der deutschen Ru stungsindustrie durch die 
Reichsmarine. 

Die gegenwartige Wirtschaftsdepression hat in ihren Auswir- 
kungen hie und da zu dem SchluB gefiihrt, daB eine aktive Betati- 
gung der deutschen Riistungsindustrie im Auslande auch nach einem 
Fortfall der Versailler Bindungen infolge Unrentabilitat aussichtslos 
sei, ihre Forderung mithin nicht lohne. Es ist f erner der Standpunkt 
vertreten worden, dafi im gleichen Falle die fortschreitende „ Selbst- 
versorgung " eine solche Betatigung ohnehin iiberflussig machen 
werde. 

So verstandlich solche aus der heutigen Lage heraus entstandenen 
Auffassungen auch scheinen, so sehe ich mich doch veranlaBt, 
abweichend davon zu ihnen richtunggebend wie folgt Stellung 
zu nehmen. 

a) die Wirtschaftskrise und mit ihr ihre heutigen Auswirkungen 
werden zwangslaufig iiber kurz oder lang iiberwunden werden. 



198 



029-C 



Die wehrpolitische Gleichberechtigung ist zwar heute noch nicht 
voll anerkannt, wird aber durch Angleichung der Waffen ebenfalls 
friiher oder spater zumindest bis zu einem gewissen Grade erreicht 
werden. 

b) Die hieraus sich ergebende Beurteilung der Aufgaben der 
deutschen Riistungsindustrie liegt vorwiegend auf m i 1 1 a r - 
politischem Gebiet. 

Die Frage, ob diese Industrie den ihr erwachsenden An- 

forderungen 

— Seite 2 — 

forderungen bei Beschrankung auf Belieferung der eigenen Wehr- 
macht militarisch und wirtschaftlich gerecht werden kann, wird 
verneint werden miissen. Jhre Kapazitat muB daher durch uber 
den eigenen Bedarf hinaus an das Ausland zu tatigende Lieferungen 
geweitet werden. 

c) Jn dieser Richtung bewegen sich selbst heute die Bemiihungen 
fast aller Lander, also auch derjenigen, die anders als Deutschland 
keinen Beschrankungen unterliegen. England, Frankreich, Nord- 
amerika, Japan und vornehmlich auch Jtalien machen die starksten 
Anstrengungen, ihrer Riistungsindustrie Absatzgebiete zu sichern. 
Der Einsatz ihrer diplomatischen Vertretungen, Propagandafahrten 
ihrer modernsten Schiffe und Fahrzeuge, Entsendung von Missionen 
und dariiber hinaus Gewahrung von Arileihen und Ausfallbiirg- 
schaften dienen nicht allein der kommerziellen Gewinnung vorteil- 
hafter Auftrage fur ihre Riistungsindustrie, sondern in erster Linie 
der Ausweitung ihrer Leistungsfahigkeit nach militarpolitischen 
Gesichtspunkten. 

d) Gerade nach dem erstrebten Fortfall uns auferlegter Bin- 
dungen hat somit die Reichsmarine ein gesteigertes und geradezu 
lebensnotwendiges Jnteresse, die deutsche Riistungsindustrie zu 
fordern und ihr im Konkurrenzkampf gegen die iibrige Welt nach 
jeder Richtung die Wege zu ebnen. 

e) Soil aber die deutsche Riistungsindustrie im Auslande 
konkurrenzf ahig sein, so mufi sie beim Kauf er Vertrauen her- 
vorrufen. Hierzu ist Voraussetzung, daB die Geheimhaltung fur 
eigene Zwecke nicht zu weit getrieben wird. Der Umfang des im 
Jnteresse der Landesverteidigung unbedingt geheim zu haltenden 
Materials ist verhaltnismaBig gering. Jch mochte davor warnen, 
bei dem Stande der technischen Entwicklung in den fremden 
Jndustriestaaten anzunehmen, ein im Vordergrunde des militarischen 



199 



S29-C 



Jnteresses stehendes Problem, das wir vielleicht gelost haben, sei 
nicht auch dort gelost worden. LSsungen von heute, die bei Freigabe 
an Dritte durch eine naturgemaB stets mogliche Jndiskre- 

tion 

— Seite 3 — 

tion bekannt werden konnen, werden oft schon in diesem Augen- 
blick, jedenfalls aber nach Ausfiihrung der Nachahmung durch 
neuere, bessere Losungen auf unserer Seite ersetzt worden sein. 
Wichtiger ist, daB wir technisch in wirklich grundlegenden Dingen 
immer vorn liegen.als daB weniger ins Gewicht fallende Punkte 
nutzlos und liber Gebiihr geheim gehalten werden. 

f) Zusammenfassend lege ich besonderen Wert darauf, daB auch 
nach Lockerung der heutigen Bindungen der einschlagigen Jndustrie 
v seitens der Marine nachhaltige Unterstutzung gewahrt wird. Ohne 
das beim Kaufer erweckte Vertrauen, daB ihm etwas Besonderes 
geboten wird, wird sie ihren Konkurrenzkampf nicht bestehen und 
damit auch den Erfordernissen der Reichsmarine im Bedarfsfalle 
nicht dienlich sein konnen. 

Raeder 

Verteiler 

::-:: A ::-:: 
B 

VGM 

Jng 

K 

Abw (nachr.) 



DOCUMENT 030 C 

SECRET DRAFT ORDER BY THE LEADER OF THE NAVAL AIR 
FORCE, JULY 1939, FOR THE OCCUPATION OF DANZIG (EXHIBIT 
GB-46) 



BESCHREIBUNG: 

begl Phot 1 Datumsvordruck teilw iiberdeckend Stp: „Ob.d.M. A I 111 39 Eing: 
27.7.39 Anlagen" (Aktenzeichen und Datum hs), unter Stp: P unl, 1/8 (hs) I 
r n Datum: „Anl. 5." (hs, unterstrichen) I 1 n Abs „II b)": „Ob.d.L. weiB 
davon nichts (P unl)" (hs) I Seite 3 1 n Abs „IV 3)": „Diese TSrigkeit fallt 



200 



030-C 



ins Aufgabengebiet der" (es folgen zwei gestri&ene Buchstaben) „Luftwa£fe 
bezw. d. Heeresflieg." (Rest unl, evtl.:) „abtl." (hs) I 1 n „4)": „Da9 macht 
doch sicher die Luft? Der F.d.L. kann doch hier keinen Luftkrieg auf eigene 
Faust fuhren!?" (hs) I Seite 4 schrag 1 n Abs „IVc)": „unmoglich!" (hs) I 
neue Seite —6— u Stp: „Anlage zu O.K.M. AI op 177/39" („177/39" hs) I 
r o fortlaufende Paginierung von „66a" bis „66f" 



Ceheime Kommandosache 

Fiihrer der Seeluftstreitkrafte 

B. N r. / 9 9 g e h. I a , den 1939 

„Transportiibung Stolpmiinde" 

Chefsache! 

Nurdurdi Offizier! Geheim! 

F. d. Luft — Befehl Nr. 3 

Besetzung des deutschen Freistaates Danzig 

am (y-Tag). 

I. Der Fiihrer und Oberste Befehlshaber der 
Wehrmacht hat die Wiedervereirrigung des deutschen 
Freistaates Danzig mit dem Grossdeutschen Reich befohlen. 
Die Wehrmacht hat den Freistaat Danzig zum Schutz der 
deutschen Bevolkerung sofort zu besetzen. Feindliche Ab- 
sichten gegeniiber Polen bestehen nicht, solange es sich der 
Besetzung nicht mit Waffengewalt entgegenstellt. 

II. Durchfuhrung der Besetzung. 

a) Das Heer riickt mit Truppenteilen aus Ost- 
preussen ::-:: in den Freistaat Danzig zur Besetzung und 
Sicherung der Grenzen gegen Polen ein. 

Bis zum Eintreffen in der Stadt Danzig, womit bei unge- 

hindertem Vormarsch gegen Uhr (y + 16 Std.) zu 

rechnen ist, wird die Danziger Polizei, unterstiitzt 
von der Bevolkerung, die Stadt sichern und halten. 

b) Die Luftwaffe unterstiitzt das Heer durch Einsatz 
von ::-:: Luftlandetruppen ::-:: in Danzig und 
sichert gegeniiber der polnische/i Luftwaffe iiber dem 
Danziger Land, ::-:: 

c) DieKriegsmarine sichert die Danziger Bucht gegen 
polnische Seestreitkrafte unter gleichzeitiger Sicherung der 
Weichselmiindungen bei Schiewenhorst und Neufahr 
gegen das Eindringen polnischer leichter Streitkrafte oder 
Hilfsschiffe, gewahrt durch Einlaufen in Neufahrwasser 
und Danzig der deutscher Bevolkerung zunachst Schutz 
und Riickhalt und sichert gegenuber der zu den polnischen 
Wehrmachtanlagen gehorigen Westerplatte. 



201 



030-C 



Dazu steuert der B.d.A.-Verband (Hauptmacht, Einlauf- 
gruppe und „Sicherungsgruppe Weichselmiindung") von 
Quadrat 1937 M 

— Seite 2 — 



1937 M iiber 2035 M die Ansteuerungstonne Neufahr- 
wasser an. 

Die Einlaufgruppe (Fiihrer F.d.T.) bestehend aus 1. und 
3. Zerst.-Di vision (u.U. verstarkt durch Art.Sdiulschiff 
„Brummer", 6. T- Flottille, 2.M.S.- Flottille, 2. R.-Flottille) 

iiberschreitet um Uhr (y Uhr) die Danziger Hoheits- 

grenze und lauft im Neufahrwasser ein. 

Die Sicherungsgruppe „WeichselmiUndung", voraussichtlich 
bestehend aus Art.Schulschiff „Bremse", einer T- oder 
M.S.-Flottille und einer R- Flottille (genaue Zusammenr 
setzung wird erst am Operationstag festgelegt) iiber- 

schreitet ebenfalls um Uhr (y Uhr) die Danziger 

Hoheitsgrenze und sichert die Weichselmundungen bei 
Schiewenhorst und Neufahr. 

Die Hauptmacht (Fiihrer B.d.A.) bestehend aus 

Niirnberg, 
Leipzig, 

5. Zerst.-Division, 

5. T- Flottille, 
1. S- FlottiUe, 
1. R- Flottille, 

1. M.S.-Flottille, 
Geleitflottille 

und u.U. verstarkt durch 

Koln, 

Konigsberg, 
Bremse, # 

6. Zerst.- Division und 
Sperrschulverband 

steht um Uhr (y Uhr) etwa in den Quadraten 2135 M 

und 2036 M, bereit zum Einsatz ist Schiffsartillerie auf 
und ab. 

Im Quadrat 2086 M, 2087 M und 2088 M je ein U-boot im 
Voirpovstenstreifen gegen etwaige polnische Gegenmass- 
nahmen. 



202 



030-C 



Im Quadrat 1150 G, 1271 G und 1392 G je ein U-boot im 
Vorpostenstreifen zur Aufklarung nach Norden gegen 
etwaige sowjet-russische Gegenmassnahmen. jjj 

— Seite 3 — 

III. Aufgabe der Seeluftstreitkrafte ist es, durch 
Aufklarung gegen etwaige polnische bzw. sowjet-russische 
Gegenmassnahmen die Seestreitkrafte in ihren Aufgaben zu 
unterstiitzen. 



IV. Durchfuhrung. 
a) K.Fl.Gr. 5 06 

1) Aufklarung der Danziger Bucht siidlich 54° 45' N ab 

Uhr (y — 5 Std. bzw. ab Hellwerden)' bis zur 

endgiiltigen Besetzung von Danzig bzw. bis auf Wider- 
ruf, solange Licht- und Sichtverhaltnisse dies zulassen. 
Anschliessend Uberwachung der polnischen Hoheits- 
grenze ostlich der Putziger Wiek gegen polnische See- 
streitkrafte. Fiihlunghalten nur auf besonderen Befehl. 

2) 1 Nebelflugzeug steht ab Uhr (y Uhr) bis auf 

Widerruf in Wartestellung vor der Kiiste zwischen 
Miindung der „Weichsel" (Qu. 2134) und Miindung der 
„Danziger Weichsel" (Qu 2184), um auf besonderen 
Funkbefehl die Hauptmacht bzw. die Einlaufgruppe 
bei etwaiger Beschiessung durch polnische Kiisten- 
batterien einziinebeln. Ein zweites Nebelflugzeug ist 
zum gleichen Zeitpunkt in Startbereitschaft zu halten. 

') ** 3) Erkundung der Belegung von Neufahrwasser und 
Danzig mit polnischen Seestreitkraften. Dazu ist die 

Danziger Hoheitsgrenze um Uhr (y Uhr) zu iiber- 

fliegen. Anschliessend bis auf Widerruf Uberwachung 
von Strasse und Eisenbahn Zoppot — Danzig — 
Dirschau auf dem Teilstiick Siidausgang Zoppot — 
Bahnhof „Guteherberge" (5 km siidl. Danzig) auf 
etwaigen Anmarsch bzw. Antransport polnischer 
Truppen. 

4) 1 Bombenkette beladen mit 4 SC 250 je Flugzeug ist 

ab Uhr (y Uhr) fur Kampfaufgaben startbereit 

zu halten. Den Befehl zum Einsatz behalte ich mir vor. 

*j von *' bis * 2 hs Randstrich 



203 



030-C 



Alle im Rahmen der zu vorstehenden Aufklarungs- und 
Uberwachungsaufgaben eingesetzten Seeluftstreitkrafte 
haben den Luftraum auf etwaige polnische Massnahmen 
zur Luft zu beobachten. 

b) 



b) K. Fl. Gr. 3 0 6 und 70 6 

Aufklarung Seegebiet ostlich 16° Ost zwischen 57° N und 
54° 45' N mit Hellwerden gegen sowjet-russische Streit- 
krafte. Fiihlunghalten nur auf besonderen Befehl. 
Trennungslinie fiir die Aufklarung Quadrat 182 L — 
661 G — 670 G, K.Fl.Gr. 306 westlich, K.FLGr. 706 ost- 
lich dieser Linie. 

Abendaufklarung im gleichen Umfang beabsichtigt. 
* 1 c) Tragergruppe 11/186 (Briisterort) 

Startbereitschaft ab Hellwerden zur Bekampfung etwaiger 
polnischer Gegenmassnahmen an Land bzw. in der Luft. 
Tr.Stukastaffel 4/186 mit SC 500. 

Befehl zum Einsatz wie ich entsprecliend der Lage iiber 
den Gefechtsstand der K.Fl.Gr. 506 — M.F.S. Pillau — 
geben. Dazu ist der Fernsprecher zum Gefechtsstand 506 
* 2 ab Uhr (y Uhr) besetzt zu halten. 

V. Besondere Anordnungen: 

a) Die Hoheitsgrenzen sind unbedingt zu achten: 
Polen 6 sm, die iibrigen Ostseerandstaaten 4 sm. 

Die Westerplatte darf unter keinen Um- 

standen, das Danziger Hoheitsgebiet friihestens ab 

Uhr (y Uhr) uberflogen werden. 

b) Von den Bordwaffen darf nur Gebrauch gemacht werden 
zur Abwehr eines gegen das betreffende Flugzeug gerich- 
teten Angriffs bzw. auf Befehl zum Kampfeinsatz. 
Grundsatz: Der Gegner muss den ersten Schuss getan 
haben! 



— Seite 6 — 



VIII. Gefechtsstand F. d. L u f t : S. Fl. H. N. St. Die venow. 

gez. C o e 1 e r 



204 



030-C 



V e r t e i 1 e r : K. Fl. Gr. 306 



K. Fl. Gr. 506 
K. Fl. Gr. 706 
Tr. Gr. 11/186 
Mar. Gr. Kdo. Ost 
B. d. A. 
F. d. T. 
F. d. U. 
F. d. Luft 



4 X 

3 X 

4 X 
3 X 
3 X 
3 X 
3 X 
2 X 



Entwurf 



DOCUMENT 032- C 

SURVEY BY THE GERMAN NAVAL ADMINISTRATION, 9 SEPTEM- 
BER 1933, OF VIOLATIONS (IN PART ACKNOWLEDGED, IN PART 
SECRET) OF THE VERSAILLES TREATY BY GERMANY; DIRECTIVES 
FOR STATEMENTS TO BE MADE BY THE GERMAN REPRESENT- 
ATIVE AT THE DISARMAMENT CONFERENCE ON THE REASONS 
FOR THESE BREACHES (EXHIBIT USA-50) 



BESCHREIBUNG: 

begl Phot I teilw W I Ausfertigungs-Vm Stp I r oberhalb „t)bersichtsliste": 
„T. Nr.1050/33 (P unl) I", darunter: ,,8.11.33" (alles hs und durdistrichen) I 
1 Mi: „Nr.3 fur V Glee entnommen A 301 (oder 801 ?) (P unl) 18.10.33" (hs) I 
r daneben: „ab 18/10 33" (hs) I darunter: „Nr.2 fur A I v 1 A I L 18/X" (hs, 
zweimal schrag durchstrichen) I r daneben: „zdA 18/10 33" (hs) I r o fort- 
laufende Paginierung ,,198" bis ,,202" (hs). Die Spalte Bemerkungen wurde aus 
technischen &runden jeweibj auf der rechten Buchseite aufgefiihrt. Die beiden 
Buchseiten skid im Original jeweils auf einer Seite. 



— Seite 198 



NeuAIIv4212/33 GKdos. 



3 
1 



Ausfertigungre?i 
Ausfertigung. 



Oeheim! Kommandosadie! 



lib ersichtsliste 



gemaB Besprechung bei Amtschef A 



am 9.9.3 3. 



205 



032-C 

— Seite 199 — 



Lfd.Nr. 



MaBnahme 



Materielle 



Erlauterung 



Uberschreiten der zugestan- 
denen Minenzahl. 



Dauernde Einlagerung von 
Geschiitzen aus dem Nord- 
seebereich fur Ostsee-A-Bat- 
terien. 



Nicht - Verschrottung von 
Geschiitzen, die durch die 
Bereitstellung neuer Armie- 
rungen fiir neue Schiffe und 
sonstiger neuer Geschiitze 
frei wurden. 



Abweichung von den von der 
Entente vorgeschriebenen 
Aufstellungsorten fiir die 
Kiistenbatterien. 



Zugestanden: 1665 Stiick 
Bestand: 3675 „ x) 

x) Diese Zahl kann g.f. 
durch gerade gelieferte neue 
Minen, evtl. noch etwas hoher 
sein. 

Folgende Geschiitze, diegem. 
V.V. nur vorubergehend aus 
ihren Stellungen zur In- 
standhaltung zuriickgezogen 
werden diirfen, sind im Ost- 
seebereich dauernd einge- 
lagert worden: 



3 
3 
68 
14 



— 30.5. 

— 28 

— 15 

— 10.5 

— 8.8 



cm 
cm 
cm 
cm 
cm 



96 Geschiitze 

Seit 1919 wurden folgende 
Geschiitze neu beschafft: 
6 — 28 cm (fur 

Deutschland) 

- 15 cm (fiir 
Deutschland,Kreu- 

zer) 

- 10.5 cm 

- 8.8 cm 
Geschiitze 



48 



22 
4 



80 



Folgende Batterien sind bei 
der Umarmierung nicht ge- 
nau auf dem von der En- 
tente vorgeschriebenen Platze 
aufgestellt worden: 

Coronel,Borkum (4 — 28 cm) 
Grofier Kurf iirst, Pillau 

(3—28 cm) 
Graf Dohna,Pillau (3—17 cm) 
v.Hermann,Pillau (2 — 8,8cm) 



206 



032-C 



— Selte 199 — 

MaBnahmen. 



Bemerkungen. 



Weitere Minen sind teils bestellt, teils in Anlieferung! 



Begriindung: Notwendigkeit der Uberholung. 
Billigere Wartung. 



Es wurden offiziell seitdem zur Verschrottung an das Heer abgegeben: 

10 — 28 cm ( tatsachlich verschrottet) 
8 — 21 cm 

7 — 21 cm 
25 — 13 cm 

8 — 10.5 cm 
30 — 8.8 cm 

2 — 7.02 cm 
9—3 . 7 cm 

99 Geschiitze. 



Die Marineleitung ( B.W.) hat vom Heere Quittungen dariiber er- 
halten, daB die 99 Geschiitze verschrottet sind. Uns ist aber bekannt, 
daB die Geschiitze nicht verschrottet worden sind. Frage ist bei 
Bekanntwerden fur die Marine erledigt. 

Durch Modernisierung bedingte Verlegung, um SchieBschaden zu 
vermeiden und freies SchuBfeld zu haben. 

Coronel wurde innerhalb, die 3 anderen Batterien auBerhalb des 
Batteriegelandes aufgestellt. Bagatellisieren, Kiistenbefestigungen 
sind reine VerteidigungsmaBnahmen. Nach Anerkennung der Gleich- 
berechtigung eriibrigt sich Diskussion viber diese Frage. 



207 



032-C 

— Seite 200 

Lfd.Nr. 



9 2 ) 

3' 



10 



MaBnahme 



Strecken von Bettungen fiir 
A-Batterie und Lagerung 
von Flakmunition in Bor- 
kum, Sylt, Norderney, wo 
keine Flakbatterien zuge- 
standen sind. 



Strecken von Bettungen im 
Kieler Bereich. 



tiberschreiten des zugelasse- 
nen Kalibers bei Kiistenbat- 
terien. 

Bewaffnung von M - Booten 



Bewaffnung von 6 S-Booten 
und 8R- Booten. 



Aufstellung von Ubungsfiak- 
batterien. 



Erlauterung. 



Fiir folgende A-Flak-Batte- 
rien wurden Bettungen auf 
nicht von der Entente zuge- 
standenem Gelande gestreckt 
bezw. sind im Bau: 

8 in Pillau 

7 in Swinemiinde 

2 in Bug 

2 in Nest 

1 in Borkum. 

Im Kieler Bereich wurden 
folgende Bettungen fiir 
A-Flak-Batterien gestreckt, 
bezw. sind im Bau: 
2 — fertig 
4 — im Bau. 

v.d. Groeben 3 — 17 cm statt 
6—15 cm 

GrafDohna 3— 17 cm statt 
6—15 cm. 

Die Bewaffnung der Minen- 
suchboote der 1. und 2. Mi- 
nensuchhalbflottille. Armie- 
rung betragt: 

1 — 10,5 
J )l — MG C/30 

4 ) Boote haben MG C/30, S- 
Boote audi Torpedo-Bewaff- 
nung 

Verschiedene Obungsflakbat- 
terien zu Ausbildungszwek- 
ken sind an Orten aufgestellt 
worden, an denen nach dem 
V.V. Batterien nicht stehen 
diirfen. 



') unter „1 — MG C/30" gestrichen „E m . - Gerat" 

2 ) statt „6" urspriinglidi „13" 

3 ) statt „8" urspriinglidi „16" 
*) urspriinglidi „S-Boote" 



208 



— Seite 208 — 



Bemerkungen. 



Flakabwehr ist eine reine VerteidigungsmaBnahme. 



VerstoB geht iiber den von lfd. Nr. 3 insofern hinaus, da im Bereich 
von Kiel die Anlage jeglicher Befestigungswerke verboten ist. Zu 
entkraften ebenfalls mit der Begriindung: reine Verteidigungs- 
maBnahme. 



Eventuell hoheres Kaliber mit geringer Geschiitzzahl begriinden. 



Antwort bei Vorhalten des VerstoBes: Geschiitze stammen aus 
Reservebestanden der Flotte. Sind nur voriibergehend zu Schul- 
zwecken aufgestellt. Alle Nationen bewaffnen Minensuchstreitkrafte 
(Gleichberechtigung). 



Antwort auf Frage: Armierung : 

Nur voriibergehend zu tlbungs- und Versuchszwecken. 

Die Obungsflakbatterien stehen auf provisorischen Bettungen, so daB 
der Charakter der voriibergehenden MaBnahme gewahrt bleibt. 
Ubung des Personals fur eine reine VerteidigungsmaBnahme. 



209 



032-C 
11 



12 



Salutbatterie Friedrichsort. 



tiberschreiten der zugestan- 
denen Bestande an Munition. 



Batterie soli nur mit un- 
brauchbar gemachten 7,7 cm 
Feldgeschiitzen armiert sein, 
hat aber tatsachlich 4 voll 
verwendungsbereite 8,8 cm 
Flack. 

Die zugestandenen Gesamt- 
munitionszahlen wurden in 
folgendem AusmaB uber- 
schritten: 

Bestand: Z ugestanden: 

14 600 



17 cm 
15 cm 
10.5 cm 
8.8 cm 
6 cm 
3,7 cm 



16 700 
90 000 
87 000 
166 000 
3 600 
63 500 



85 600 
134 000 
164 000 
8 600 
118 000 
426 800 524 800 



Die Zahlen sind abgerundet. 
Die Munition fur schwere 
Artillerie ist nicht aufge- 
fuhrt,da hier die Bestande 
die zugestandenen Zahlen 
untersehreiten. 



— Seite 201 — 



Lfd. Nr. 


MaBnahme 


Erlauterung 


13 


Uberschreiten der zugestan- 


zugestanden. Bestand: 




denen Bestande ah Masch. 


l.)M.G's 656 954 




Gewehren usw. 


2. ) Gewehre 10233 18133 

3. ) Pistolen 3483 5553 

4. ) Gasmasken 22500 43000 
In gleicher Weise iiberschrei- 
ten auch die Bestande an 
Munition, Seitengewehren, 
Handgranaten, Scheinwerfer, 
Nebelgerat usw. die zuge- 
standenen Zahlen, aber nicht 
in betrachtlichen Mengen. 



210 



032-C 



Reine VerteidigungsmaBnahme. 



Zur Zeit sind grbBere Munitionsmengen teils in Fertigung, teils in 
Anlieferung, sodaB dann bald auch die zugestandene Gesamtzahl an 
Munition iiberschritten,sein wird. 

Auf Fragen: Munition fiir die S.A. nicht einmal soviel wie zuge- 
standen. 

Materialbestande sind in keinem der bisherigen Seeabriistungsver- 
trage und - vorschlage kontingentiert. Gleichberechtigung! 



— Seite 201 — 



Bemerkungen. 



Kann bagatellisiert werden. 



211. 



032-C 



14 



15 

16 
17 



18 
19 

20 

21 



22 



Beschaffung von 337 M.G. 
C/30 ohne Versehrottung 
gleichwertiger Waffen. 



Beabsichtigt: 

Bewaffnung des Uboots- ) 
mutterschiffes ) 

) 

Bewaffnung des Schnell- ) 
bootsmutterschiffes ) 

Beabsichtigter Bau der Re- 
servezerstorer zu 1850 t 



Bau von Ubootseinzelteilen 

Beabsichtigter Bau eines gro- 
fieren Panzerschiffes. 

Bewaffnung der Fischerei- 
fahrzeuge. 3 ) 

Einrichten der Gebr.Thiel 
G.m. b. H. -Ruhla.fiir die 
erweiterte Fertigung von 
mechanischen Ziindern. Be- 
reitlegen von Einzelteilen, 
Vorrichtungen, Werkzeugen 
auf dem Werk zur Abkiir- 
zung der Anlaufzeit. 

Einrichten der West- 
f a 1 i s c h-A nhaltischen 
Sprengstoffabrik 
A.G. (Wasag),Reinsdorf fur 
die erweiterte Fertigung von 
Sprengstoffen. 



Geliefert sind bisher 112 M.G. 
C/30. Sie werden als Maschi- 
nengewehre gerechnet. Die 
entsprechende Anzahl M.G's 
ist aber nicht vernichtet wor- 
den. 

Existenz von 2 cm Mun. 
mit Ziindern ist an sich schon 
VerstoB gegen Haager Ver- 
trag. 

Da fur Deutschland der Be- 
griff der exempt ships noch 
nicht eingefiihrt, wurde Be- 
waffnung gegen V.V. ver- 
stofien. 

Reserveschiffsfrage ist noch 
nicht zu unseren Gunsten 
entschieden. Nach Mac- 
donaldplan wiirde Bau und 
GroBe berechtigt sein. 



Gemeinsam 
mit 
Heer. 



5 ) hinter „Fisdiereifahrzeuge" die Worte: „und Anbordgabe eines Flugzeuges" 
(zunadist in Kl'n gesetzt, dann gestridien) 



212 



Ziinderfrage ubergehen, sonst bagatellisieren. 

Waffe fur reine Verteidigungsmafinahme ( Luftabwehr). 



032-C 



) Vorlaufig soil Bewafinung nicht aufmontiert werden. 
) i 

Bis auf weiteres nicht festzustellen. Notfalls konnte e rklart wer- 
den, dafi gemaB Macdonaldplan moglich und wir diesem ja 
zugestimmt hatten. 

Schwer zu entdecken. Notfalls abzuleugnen. 

Bis auf weiteres nicht festzustellen. Demgegeniiber festzustellen, 
daB V.V. materiell bei weitem noch nicht ausgeschopft ist. 

Warnungsschiefien. Bagatellisieren. 



sind zugelassene Fir'men 



Liste ist sowieso iiberholt 
durch Ausscheiden von Fir- 
men usw.Bagatellisieren. 



213 



Einrichten der Julius 
P i n t s c h A. G. Fiirsten- 
walde(Spree), fur die Her- 
stellung von Minengefassen. 

Heranziehung der Firma 
Kuhlmann Wilhelmshaven 
zur Fertigung von Mund- 
lochbiichsen 



K.ist nach Fabrikenliste 
nicht zugelassen. 



— Seite 202 — 



Lfd.Nr. 


Mafinahme 


Erlauterung. 


25 


Einrichten der Fried. 
Krupp Grusonwerk 
A.G., Magdeburg, zur Ferti- 
gung von 

Flak-Geschossen 
Flak-Geschiitzrohren 
von 2cm bis 10,5 cm Nieder- 
legen von Halbmaterial,Vor- 
richtungen,Werkzeugen, auf 
dem Werk zur Abkiirzung 
der Anlaufzeit. 


ebenfalls nicht zugelassen. 


26 


Einrichten der M i 1 1 e 1 - 
deutschen Stahl- 
w e r k e A.G.,L auchham- 
merwerk Groditz zur 
Fertigung von Flakgeschos- 
sen. Niederlegen von Halb- 
material, Vorrichtungen, 
Werkzeugen auf dem Werk 
zur Abkiirzung der Anlauf- 
zeit. 


ebenfalls nicht zugelassen. 


27 


Einrichten der A. G. L i g - 
nose, Sprengstoff- 
fabrik Schonebeck/ 
Elbe fiir Fertigung von 
Sprengstoffen. 


ebenfalls nicht zugelassen. 



214 



Firma ist nur fur Torpedo- ) 
rohre u. Luftkompressoren ) 
zugelassen. ) 



Liste ist sowieso iiberholt 
durch Ausscheiden von Fir- 
men usw.Bagatellisieren. 



032-C 



— Seite 202 — 



Bemerkungen. 



Gemeinsam mit dem Heer. 



Bemerkung zu If d. Nr. 27 



215 



032-C 

28 



29 



Einrichten der Maschi- 
nenfabrik Augsburg- 
Nurnberg A. G., Werk 
Augsburg, fiir die serien- 
maBige Herstellung kriegs- 
wichtiger Motorentypen. 
Bereitlegen von Halbmate-' 
rialien, Vorrichtungen, Werk- 
zeugen auf dem Werk zur 
Abkiirzung der Anlaufzeit. 

V o r b e r e i t u n g e n auf 
dem Gebiete des 
Motorenversuchs- 
Bootswesens. 

V o r a us s i c h 1 1 i c h in 
nachster Zukunft 
(einschl. bis 1 9 3 4) not 
wendig werdende 
weitere materielle 
VerstoBe. 



1) Fortfiihrung der Arbeiten zu A 1,1 — 3 

2) Fortfiihrung der Arbeiten zu No. 21,22 

3) Fortfiihrung der Arbeiten zu 24,25,26,27 

Erweiterung der Arbeiten zu 25, 
Fried.Krupp Grusonwerk A.G.,auf die 
Herstellung von ganzen Geschiitzen. 

4) Ausdehnung der Arbeiten zu 24 ' — 28 auf 
weitere Rustungsbetriebe. 



30 



MaBnahme kann allgemein 
als Mobilmachungsvorberei- 
tung beanstandet werden. 



216 



DOCUMENT 033-C 

ENTRY IN THE NAVAL WAR DIARY, 19 FEBRUARY 1941. CAMOU- 
FLAGE MEASURES TO DISGUISE' PREPARATIONS FOR CASE 
"BARBAROSSA," INCLUDING SIMULATION OF AN IMMINENT 
INVASION OF ENGLAND (EXHIBIT USA-133) 



BESCHREIBUNG: 

besl Phot I Aktendeckel mit diagonalen dunklcn Streifen auf aufgeklebtem 
achteckigen Sdiild mit beschadigtem unteren Rand: „KriegstagebiicIi Seekriegs- 
leitung: 1. Abteilung Teil A: Heft 18, vom 1. — 28. Februar 1941." (alles unter- 
strichen, erstes Wort doppelt) I r o Ecke: „Kr 42/Chef" (hs, zweimal 
unterstrichcn) I unter Aufklebesdiild umrandeter Stp: „Priif-Nr.l" („1" h6) I 
teilw wiedergegeben I Kopfformular dr I Randanstreichungen von *} his * 2 

— 231 



Datum 
und 

Uhrzeit 



Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 
Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 
der Luft, Mondschein usw. 



Vorkommnisse 



18. 2. 41 



4.) „ B a r b a r o s s a : " 

** Zeitpunkt fur beabsichtigte Verbindungsauf- 
nahme mit Schweden, Finnland, Ungarn, der 
Slowakei und Rumanien, der moglichst spat 
liegen soil, wird vom OKW bestimmt. Die 
s Oberkommandos werden gebeten, entsprechende 
Wiinsche dem OKW anzumelden. 
9.) * 2 Vortrag la iiber Weisung OKW betreffend Richt- 
linien fur die Feindtauschung (s.Skl.I op 153/41 
gKdos.Chefs.). 

Ziel der Tauschung ist Vers-chleierung der Vor- 
bereitungen fur das Unternehmen „Barbarossa". 

Es kommt dabei darauf an, im ersten Zeit- 
abschnitt, d.h. bis etwa Mitte April, die z.Zt. vor- 
*' herrschende UngewiBheit iiber unsere Abeichten zu 
erhalten. Spater miissen dann die nicht mehr zu 
tarnenden Vorbereitungen fur „Barbarossa" selbst 
als Jrrefiihrung und Ablenkung von der Invasion 
* 2 nach England hingestellt werden. 

Als Richtlinien fur die Jrrefiihrung gel ten: 

a) iml.Zeitabschnitt: 

Verstarkung des bereits bestehenden Eindrucks 
einer bevorstehenden Jnvasion nach Eng- 
land. Angaben iiber neue Angriffs-und Trans- 
portmittel. t)bertreibung der Bedeutung der 



217 



Nebenunternehmungen und der dafiir ange- 
setzten Krafte („Marita", „Sonnenblume", X. 
Fliegerkorps). 



— 232 — 



Angabe des Ortes, Wind, "Wetter, 
Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 
der Luft, Mondschein usw. 



Vorkommnisse 



Begriindung der Au f m a r s ch b ewe gun- 
ge n „Barbarossa" als AustauschmaBnahmen 
zwischen Westen, Heimat und Osten. 

b) Jm 2.Zeitabschnitt ist die Auf marsch- 
bewegung „Barbarossa" als das 
groBte Tauschungsunternehmen 
der Kriegsges.chichte hinzustellen, das 
dazu diene, von den letzten Vorbereitungen 
der Jnvasion nach England abzulenken. 

Durchfuhrung der Tauschung: 

Nachrichtendienst Steuerung durch Chef Ausl./ 
, Abw. im Einvernehmen mit OKW/W.F.St./Abtl.L. 
und den Oberkommandos. 

*' MaBnahmen der Oberkommandos: 
Trotz der weitgehenden Auflockerung „Seel6we" 
ist alles zu tun, um bei der eigenen Wehrmacht 
den Eindruck zu erhalten, daB die Landung in 
England weiter vorbereitet wird. 

Um der UngewiBheit iiber unsere Plane neue 
Nahrung zu geben, ist durch OKH die schlagartige 

* 2 „Absperrung" bestimmter Gebiete am Kanal und 
in Norwegen vorzubereiten. (Stichwort fiir die 
Auslosung „Albion"). 

Ob mit MaBnahmen, die mit „Barbarossa" zu- 
sammenhangen, z.B. Einfiihrung des Hochst- 
leistungsfahrplanes, Urlaubssperre und ahnliches 
aus Tauschungsgriinden zeitlich mit Beginn 
„Marita" gekoppelt werden konnen, wird vom 
OKH gepruft. 

10.) Bericht, daB infolge der Wetterlage (Schnee und 
strenger Frost) der Bau der Bettungen fiir in 
Narvik aufzustellende Batterien voraussichtlich 
verzogert wird. 



218 



033-C 



11.) Chef Ski. befiehlt Aufstellung eines Gesamtplanes 
tiber die Dislokation der Seestreitkrafte einschlieB- 
lich Liegezeiten fiir den Fall „Barbarossa". 

— 247 — 



Datum 

und 
Uhrzeit 



19. 2. 41 



Angabe. des Ortes, Wind, Wetter, 
Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 
der Luft, Mondschein usw. 



Vorkommnisse 



4.) Von Gruppe West wird Einsatz deutscher 
Schnellboote im Mittelmeer beantragt wegen der 
*' fiir dieses Kampfmittel im mittleren und ostlichen 
Mittelmeer besonders guten Operationsmoglich- 
keiten. Begriindet wird der Antrag durch die 
Moglichkeit der Abgabe von Schnellbooten infolge 
des Zuwachsens ') an Booten im Februar und Marz, 
ohne Schadigung der Belange im Kanalgebiet und 
an der engl.Ostkuste, etwa ab Ende Marz. 

Schwierigkeiten werden nur in der Uberf iihrung 
der Boote gesehen, die langs der spanischen und 
portugiesischen Kiiste vorzusehen ware und fur die 
die Moglichkeit einer 3maligen Brennstoffergan- 
zung in spanischen Gewassern vorgesehen werden 
mufite. 

Von der Seekriegsleitung waren fiir den Ein- 
satz von Schnellbooten im Mittelmeer bereits vor 
einiger Zeit Uberlegungen angestellt worden, die 
zu dem Ergebnis fiihrten, daB eine Uberfiihrung 
zu gegebener Zeit durchaus im Jnteresse der 
deutschen Seekriegfiihrung liegen wiirde. Die 
Moglichkeiten der Brennstofferganzung in spani- 
schen Gewassern werden iiberpriift, die Bereit- 
stellung eines Mutterschiffes durch italienische 
Marine in Erwagung gezogen. Der Ansatz der 
Boote soil 2 ) durch einen Flottillenchef 3 ) in Zu- 
sammenarbeit mit dem Marineverbindungsstab 
erjolgen?) Als giinstiges Operationsgebiet wird die 
* 2 Agais und das Schwarze Meer vorgesehen. 



1 ) urspriinglich „Zuwachses" 

2 ) „soll" statt „ist" 

3 ) „Flottillen" statt „Flotten" 

4 ) urspriinglich „vorgesehen" 



219 



033-C 



24-8 — 



Datum 

und 
Uhrzeit 



Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 
Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 
der Luft, Mondschein usw. 



Vorkommnisse 



19. 2. 41 



Mit Riicksicht auf die bevorstehende Unter- 



nehmung „Barbarossa", zu der alle S-Boote in der 
Ostsee gebraucht werden, kommt eine Uberfiihrung 
erst nach Ablauf der Unternehmung „Barbarossa" 
in Frage. 

. Vom Chef Ski wurde nach Vortrag entschieden, 
daB der Gruppe auf ihren Antrag eine hinhaltende 
Antwort zu erteilen sei, (Siehe I op 149/41 gKdos. 
Chefs.) da die Absichten „Barbarossa" noch nicht 
bekanntgegeben werden konnen.*) 

5. ) Weisung vom OKW fur das Unternehmen 

„Marita". Beginn des Bruckenschlages uber die 
* 2 Donau am 28.2., Einmarsch nach Bulgarien am 2.3. 

6. ) Ein von Gruppe Nord eingereichter Antrag zur 

Legung einer Minensperre „Swine" zwischen Shet- 
lands-Bergen wird vom Chef Ski. genehmigt. 



DOCUMENT 035-C 

FROM THE GERMAN NAVAL WAR DIARY, 30 JANUARY 1941: 
DETAILS IN CONNECTION WITH THE PLANNED WAR ON RUSSIA, 
PARTICULARLY PARTICIPATION OF THE GERMAN NAVY; 
OTHER ENTRIES OF A POLITICO-MILITARY NATURE (EXHIBIT 
USA-132) 



BESCHREIBUNG: 

tegl Phot I Aktendeckcl mit diagonalcn dunklen Strcifen, auf aufgeklebtem 
achteckigem Sdiild mit Beschadigungen 1 und u: „Kriegstagebuch Seekriegsleitung: 
l.Abteihing Teil A: Heft 17. vom 1. — 31. Januar 1941." (alles unterstrichen, 
erstes Wort doppelt) I r o Ecke: ,,Kr 41/Chef" (hs, zweimal unterstrichen), 
darunter Stp: „Chefsache! Nur durch Offizier!" I teilw wiedergegehen I Kopf- 
formular dr I Randanstreichungen von *' bis * 2 



3 ) ab „da" lis Eiiifiigiing 



220 



035-C 



— 400 — 



Datum ! Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 

und J Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit Vorkommnisse 
Uhrzeit i der Luft, Mondschein usw. 



, 0 j 41 Lagebesprechung 

beim Chef der S e e k r i e g s 1 ei t u n g. 

1. ) Zu den vom Verbindungsslab Rom ubermittel- 

ten Vorschlag einer Sperrgebietserklarung im 
* l Mittelmeer durch die Jtaliener nimmt die See- 
kriegsleitung wie folgt Stellung: 

a) Die Erklarung eines Sperrgebietes im Mittel- 
meer wird, im Hinblick auf eine dadurch 

: entstehende Verstimmung der Russen, nicht 

fur gunstig gehalten. 

b) Falls diese Verstimmung in Kauf genommen 
wird, muB bei der Festlegung des Gebietes 
den Zukunftsmoglichkeiten Rechnung getragen 

* 2 werden. 

2. ) ** Vom AuBenminister liegt Ablehnung eines An- 

trages iiber Austausch Verwundeter mit England 
vor wegen g.F. durch die Erklarung des Sperr- 
* 2 gebietes um England ') entstehender Prazedenzf alle. 

3. ) Von der Waffenstillstandskommission liegt eine 

Nachricht vor, daB die Jtaliener erwagen, den 
Schutz der Siidgrenze Libyens den Franzosen zu 
iibertragen, mit der Begriindung, daB g.F. bei den 
*' Angreifern Verbande des Generals de Gaulle mit 
. eingesetzt sein konnten und Frankreich auf Grund 
der Waffenstillstandsbedingungen dann eingreifen 
musse. 

4. ) Es wird gemeldet, daB durch Ausfall von 

Maschinen, infolge des Luftangriffes auf W'haven, 
die Artilleriewerkstatten der Kriegsmarinewerft 
erst bis Mitte Februar 70 % der bisherigen Kapazi- 
* 2 tat ■ erreichen wiirden. 

5. Wie bekannt geworden ist, hat der Chef des 
Generalstabes der Luftwaffe nicht, wie verabredet 

) nach „EngIand" hs gestrichen „dami" 



221 



035-C 

— 401 — 



Datum Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 
und. Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 

Uhrzeit der Luft, Mondschein usw. 



Vorkommnisse 



30. 1. 41 die Vorschlage iiber Ansatz der Fliegerverbande 

*' zur Aufklarung iiber See erst ah OKM zwecks 
Aussprache iiber Angleichung der gegenseitigen 
Wiinsche gegeben, sondern diese direkt an das 
OKW gerichtet. 

Chef Ski. entscheidet, dafi nunmehr die von 
der Seekriegsleitung vorgelegte Studie iiber 
Organisation der Kustenfliegerverbande direkt an 
das OKW gegeben wird und ein Abdruck dem 
* 2 Fiihrer vorgelegt werden soli. 

6. ) Chef Ski. entscheidet, daB den Wiinschen d er 
japanischen Wirtschafts- und Militardelegation 
weitmoglichst entgegengekommen werden soli. 

7. ) Vortrag la iiber die dem OKW einzureichenden 
Absichten und Antrage fur den Fall „Barbarossa". 

I.) Absichten der Kriegfiihrung gegen- 
iiber England : 

a) Schwerpunktaufgaben der Kriegsmarine weiter 
Haupteinsatz gegen England. Moglichkeit Ver- 
starkung des U-Bootskrieges durch Zwang 
Abbruchs U-Bootsausbildung in der Ostsee 
und dadurch Freiwerden von einem Teil der 
Schulboote fiir Frontverwendung gegeben. 

b) Bedeutung der Sicherung der Seewege an 
norwegischer Westkiiste durch den voriiber- 
gehend ausfallendenOstseeverkehr. Da eigene 
kampfkraftige Sicherungsstreitkrafte nicht aus- 
reiehend vorhanden, zusatzlicher Einsatz von 
Kampfverbanden im Westraum unentbehrlich. 



II.) Absichten der Kriegfiihrung gegen- 
uber Rufiland : 

Losung der Aufgabe trotz russischer Uber- 
legenheit moglich unter Jnkaufnahme einer 
voriibergehenden Einstellung des eigenen See- 
verkehrs (Erztransporte) in der .Ostsee.. 



222 



035-e 



— 402 — 



Datum 

und 
Uhrzeit 


Angabe des Ortes, Wimd, Wetter, 
Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 
der Luft, Mondschein usw. 


Vorkommnisse 


30. 1. 41 


a) Schutz der eigenen Kiiste durch vorhandene 
oder im Wiederaufbau begriffene Kusten- 
artillerie sichergestellt. Abwehr gegen feind- 
liche Offensive mit U-Booten durch Ansatz 



von U-Jagd- und Minenraumverbanden. 

b) Verhinderung des Ausbruches feindlicher See- 
streitkrafte aus der Ostsee sichergestellt durch 
Abwehrkraft eigener Kustenbatterien, Schaf- 
fung neuer eigener Minenwarngebiete mit 
entsprechenden Sperren und bestehende groBe 
Luftbedrohung. 

Zusatzliche SicherungsmaBnahmen: 

Bereitstellung beladener Minenschiff e fiir 
sofortige taktische SperrmaBnahmen und Auf- 
stellung der Linienschiffe „Schlesien" und 
„Schleswig-Holstein" als schwimmende Bat- 
terien. 

Moglichkeiten zur Verhinderung des Ent- 
weichens leichter russischer Streitkrafte durch 
WeiBmeer-Kanal fiir Marine nicht vorhanden, 
daher Forderung zum friihzeitigen Einsatz von 
Luftkampfstreitkraften zur Vernichtung der 
Schleusen dieses Kanals erforderlich. 

c) Erklarung von Minenwarngebieten und Aus- 
legung von Sperren 2 ) als Verstarkung der vor- 
handenen Abwehrkraft und Abschreckung fur 
Operationen russischer Uberwasserstreitkrafte 
gegen die westliche Ostsee bei Kriegsbeginn: 

1) Warngebiet Oland" zwischen Memel und 
Siidspitze Oland. 

2) Warngebiet „Bornholm" zwischen Kolberg- 
Bornholm und Bornholm-Ystadt. 

3) Warngebiet im Siidausgang des Sundes 
(erneuert und vergroBert) 

4) Warngebiet „Gjedser Enge". 

5) Warngebiet im Westausgang des Finnen- 
busens (Offensive SperrmaBnahme). 

2 ) urspriinglich „Sperrung", „ . . . ung" hs gestrichen 



223 



0S5-C 



— 403 — 



Datum Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 
und Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 

Uhrzeit der Luft, Mondschein usw. 



Vorkommnisse 



30. 1. 41 Forderung an schwedische Marine zur Sperrung 

der schwedischen Hoheitsgewasser einschliefilich 
der Siidkarken-Strafie. (Aalandsee). 

d) Beunruhigung russischer Flotte durch Uber- 
raschungsschlage wie 

1) Schlagartiger Einsatz von Luftkampfver- 
banden bei Kriegsbeginn gegen Stiitzpunkte 
und Seestreitkrafte in der Ostsee, Schwar- 
zem Meer und Eismeer. 

2) Minenunternehmungen (z.B. mit S-Booten) 
gegen die baltischen Stiitzpunkte, Ansatz 
von U-Booten gegen Verkehrsbrennpunkte, 
Ansatz getarnter Minenschiffe aus den 
Scharen heraus. G.F. vorzeitiges Auslegen 
spater scharf werdender Minen. 

3) Ausnutzung Kampfkraft finnischer Flotte 
wiinschenswert. Wesentliche Unterstiitzung 
deutscher Absichten durch iiberraschende 
Sperrlegung durch finnische Fahrzeuge im 
inneren finnischen Meerbusen. 
(G.F. mater ielle Unterstiitzung erforderlich). 

e) Schutz der eigenen Seeverbindungen im Eis- 
meer mbglich, Ausschaltung des russischen 
Hauptstiitzpunktes Polarnoje-Murmansk jedoch 
nicht. Hier schlagartiger Einsatz der Luftwaffe 
erforderlich (Bomber und Luftminen). 

f) Jm Schwarzen Meer wegen russischer Uber- 
legenheit Beschrankung Schutz der Kiiste und 
Sicherung der Donau und ihrer Miindungen. 

Zur f riihzeitigen Steuerung der rumanischen 
und bulgarischen Absichten wird rechtzeitige 
Kommandierung von Verbindungsoffizieren be- 
antragt. Aufier Unterstiitzung durch Lieferung 
von Minen und Kustengeschutzen, Verlegung 
von FluBraumflottillen aus den Niederlanden 
auf die untere Donau beabsichtigt. 

Moglichkeiten der Bereitstellung eines 
Minenschiffes ... 



224 



035-C 



404 — 



Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 
Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 
der Luf t, Mondschein usw. 



Vorkommnisse 



fur offensive Zwecke und 3 ) Luftmineneinsatz 
werden gepriift. 

* l g) Falls RuBland schwedische Hoheitsgewasser 
achtet, wird deutscher Seeverkehr in schwedi- 
schen Hoheitsgewassern unter Geleit schwedi- 
scher Kriegsschiffe von Nord-Schweden bis ins 
Kattegat angestrebt. 

h) Mit lang anhaltender Nachwirkung des von 
RuBland zu erwartenden Minenkrieges ist auch 
nach Ausschaltung der russischen Ostseeflotte 
zu rechnen. Da eigene Minenraumverbande 
nicht zur Verfiigung stehen, wird angestrebt, 
neben finnischen auch schwedische Streitkraf te ' 
heranzuziehen Und erbeutete russische Fahr- 
* 2 zeuge g.F. zunachst mit russischer Besatzung 
einzusetzen. 

Chef Ski. stimmt den Vorschlagen zu. 
Weitergabe an OKW erfolgt mit Ski. I op 94/41 
gKdos. Chefs. 



DOCUMENT 038-C 

QUESTION ADDRESSED, 13 JUNE 1941, BY GERMAN NAVAL AD- 
MINISTRATION TO THE OKW: IS IT PERMISSIBLE TO ATTACK 
RUSSIAN SUBMARINES IN THE BALTIC BEFORE THE EFFECTIVE 
DATE OF CASE "BARBAROSSA"? AFFIRMATIVE REPLY BY KEITEL, 
15 JUNE 1941 (EXHIBIT GB-233) 



BESCHREIBUNG: 

begl Phot I Begl-Vm beiliegend I zweiteilig 



3 ) iiber Z eingefiigt 



225 



03S-C 



E r s t e s S : Seite 1 im Bk „Gkdos" hs gestridien, dariiber unl Vm (hs) I unter 
Bk schragliegend: 5x gefert + ab (hs); darunter: 14/6, P unl (hs) I Seite 3 hinter 
„II.)" r n „Ib": „L I K (Junge)" (hs);' daneben: „Gr Nord (zur Unterrichtung)" 
(hs); iiber Adr'en fortlaufend: Pr 1, 2, 3, 4 (hs) I unter „C/Skl": P unl, 13/6 (hs) I 
unter „1. Ski,": P G 13/6 (hs) I zwisAen „Ia" und „I op" gesdiweifte Kl und 
„P W 13/6" (hs) I Seite 1 bis 3 r o Ecke fortlaufende Seitenangabe: 139, 140, 
141 (hs) 

Seekriegsleitung Berlin, den 13. Juni 1941 

B. Nr. 1. Ski. I Op00969/41 gKdos Chefs. 

Geheime Kommando 

Chefsache! 
Nur dureh Offizierl 

V f g. 

I.) Schreibe an: 

::-:: Chefsache! ::-:: 
::-:: Sofort! ::-:: 

OKW/WFSt/L 
Betrifft: Waf f eneinsatz gegen feindliche Uboote im Fall 
„Barbarossa" 

Vorgang: OK W/WFSt/2 (I Kop) Nr.44590/41 Chefs. 

vom 30.4.41 



I. Am 12.6. 2000 Uhr meldete eines der vorsorglich 
beiderseits Bornholm aufgestellten VP.-Boote 
um 2000 Uhr in der Nahe von Adlergrund (20 sm 
siidwestlich Bornholm) ein unbekanntes Uboot 
in aufgetauchtem Zustande mit Westkurs, wel- 
ches ES-Anruf nach langerer Zeit mit einem 
Buchstabensignal ohne besondere Bedeutung 
beantwortete. 

II. Nach Auffassung der Seekriegsleitung liegt hier 
ein Beweis dafiir vor, dass der Gegner in der 
Ostsee mit 



— Seite 2 — 



seinem Aufmarsch beginnt und seine Uboote auch in die 
mittlere Ostsee vorschiebt. 

III. Nach Auffassung der Seekriegsleitung ware zu erwagen, ob 
nicht schon jetzt bezw. von einem moglichst naheliegenden 



226 



038-C 



Zeitpunkt an der Waffeneinsatz gegen diese Uboote frei- 
gegeben werden kann, um die spateren Verluste eigener 
Tonnage oder an Kriegsschiffen moglichst gering zu halten, 
wobei dahingestellt bleiben kann, ob das gemeldete oder 
weitere russische Boote schou jetzt Minenmassnahmen durch- 
fiihren oder nach Beginn der Feindseligkeiten zum Torpedo- 
einsatz eingesetzt werden sollen. 

Es ist dringend erwunscht und erscheint moglich, diesen 
Waffeneinsatz mit dem Ziel der spurlosen Vernichtung der 
Sowjet-Uboote einschl. der Besatzung freizugeben. Die den 
feindlichen Ubooten mit Sicherheit befohlene Funkstille wird 
audi wenn die Vernichtung nicht gelingt ein vorzeitiges Er- 
kennbarwerden der Bekampfung beim Gegner erschweren, 
wenn nicht ausschliessen. Notfalls kann audi die Ausrede 
gebraucht werden, dass die Bekampfung in der Annahme 
erfolgte, es mit eingedrungenen britischen Ubooten zu tun. 
gehabt zu haben. 

— Seite 3 — 

IV. In Anbetracht der Bedeutung dieser Frage wird um baldige 
vordringliche Entscheidung gebeten. 

II.) Abschrift: I Nord, lb, 
III.) I Op. 

C/Skl. 

l.Skl. 

Ia I Op. 



Zweites S : unter Ausfertigungs-Vm Stp: „Ob.d.M. op 001032/41 Eing 16.6.41 

Anlagen " I 1 unterhalb: P G 16 (hs); r daneben: I a P W (hs) I darunter: 

eingetragen 16/6 (hs); darunter: erledigt durch I op 001008/41 (P unl) (hs) I 
r o Ecke: 143 (hs) 



Geheime Kommandosache! 

F.H.Qu., den 15.6.41 

Oberkommando der Wehrmacht 
Nr.44986/41gK.Chefs.WFSt/Abt.L(IOp.) 
Chef Sadie 

Nur durch Offizier 6 Ausf ertigungen 

1 .Ausfertigung. 

B e t r . : Waffeneinsatz gegen f eindliche U-Boote 
in der Ostsee. 



227 



038-C 



Bezug: 1 Ski. I Op. Nr. 00969/41 Op. 
Chefs, vom 13.6.1941 

An 

OKM(Skl) 

Der Waffeneinsatz gegen U-Boote sudlich der Linie Memel — 
Siidspitze Oeland wird freigegeben, falls die Boote sich bei 
Annaherung deutscher Seestreitkrafte nicht einwandfrei *) als 
schwedisch festgestellt werden. 

Als Begrundung ist bis zum B-Tag zu unterstellen, dass 
die eigenen Seestreitkrafte es mit eingedrungenen britischen 
U-Booten zu tun zu haben glaubten. 

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht 
Keitel. 

Verteiler: 

::-:: Ob.d.M. (Ski) l.Ausf. 

Ob.d.L. (Lw.Fii.St. ) 2.Ausf. 

W F St 3.Ausf . 
Abt.L 

Chef/Ktb. 4.Ausf. 

I K 5.Ausf. 

I L 6.Ausf. 



DOCUMENT 039-C 

TIMETABLE FROM 1 JUNE UNTIL 2 JULY 1941, APPROVED BY 
HITLER, AS A BASIS FOR FURTHER PREPARATIONS FOR CASE 
"BARBAROSSA" (EXHIBIT USA-138) 



BESCHREIBUNG: 
begl Phot I zweiteilig 

Erstes S: r n T Stp: „Ob.d.M. 1 op 00845/41 Eing.: 6.6. Anlagen/" (Akten- 
zeichen und Datum hs) I darunter: „(hierzu Priif 4)"; darnnter P „F 6"; 
daneben: „Ic, P unl", darunter: „I op", hieriiber geschrieben: „P unl, 6/6" (alles 
bs) I von dem Wort „Anderungen" im T fiihrt ein hs Strich nacli r u auf hs 
geschriebenes Wort: „Tirpitz" I Vm r u: „Berichtigt gem. I op. 00910/41. (Alte 
Seiten 6 + 10 vernichtet und durch neue ersetzt.) P unl, 11/6.41" (alles hs) 



') vor ,,als" mehrere Worte unkenntlich gemaclit 



228 



039-C 



Geheirae Kommandosache! 
Chef Sache 
Nur durch Offizier 

Oberkommando der Wehrmacht 
Nr. 4 4 84 2/4 1 g.-K. Chefs. 

W F S t/A b t. L (I O p.) F.H.Qu., den 

21 Ausf ertigungen 
::-::3. Ausfertigung 

Chefjache! 
Nur durch Offizier! 

Der Fiihrer hat anliegende Zeittafel als Grundlage der weiteren 
Vorbereitungen fur den Fall Barbarossa genehmigt. Sollten beim 
Ablauf ::-:: Anderungen ::-:: erforderlich werden, ist dies dem 
Oberkommando der Wehrmacht zu melden. 

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht 
Keitel 

Verteiler: 

Ob.d.H. (Gen.St.d.H.) l.u.2.Ausf. 
::-::Ob.d.M. (Seekriegsltg.) 3.u.4.Ausf. ::-:: 
• Ob.d.L. (Lw.Fu.Stab) 5.u.6.Ausf. 
W.B.Norwegen 7.Ausf. 
OK W 

Wehrmachtfiihrungsstab 8.Ausf. 
Abt. L 9.— 15.Ausf. 

WNV 16. Ausf. 

WPr 17. Ausf. 

Wehrm.Trsp.Chef 18. Ausf. 

Amt Ausl./Abw. 19.Ausf. 

Abt.Ausl 20.Ausf. 
Wi Rii Amt 21. Ausf. 



Zweites S: Seite 6 (neu) und Seite 10 (neu) 1 u Stp: „L Anlage zu O.K.H. 
I op 00910/41 Pr 4" (samtlidie Ziffern und „Pr 4" hs) 



AnlagezuOK W/W F S t/A h t . L. (I O p.) 
Nr.4 4 84 2/4 1 g K. Chefs. 

Zeitplan Barbarossa 

Stand der Vorbereitungen am 1. 6. 41 
l.)Allgemeines: 

Am 22.5. ist der Hochstleistungsfahrplan fur den Ostaufmarsch 

angelaufen. 



229 



wa-c 



2. )Besprechungen mit befreundeten Staaten: 

a) Die Bulgaren sind gebeten, die zur Sicherung an der tiir- 
kischen Grenze stehenden Verbande nicht in grosserem 
Umfange zu schwachen. 

b) Die Rumanen haben auf Veranlassung des Oberbef ehls- 
habers der deutschen Truppen in Rumanien mit einer 
getarnten Teilmobilmachung begonnen, um ihre Grenze 
gegen einen etwaigen russischen Angriff verteidigen zu 
konnen. 

c) Die Ausnutzung ungarischen Gebietes fiir den Auf marsch 
von Teilen der Heeresgruppe Siid wird nur in soweit erwogen, 
als es zweckmassig ist, zwischen den ungarischen und ru- 
manischen Truppen einen deutschen Verband einzuschieben. 
Vor Mitte Juni wird aber in dieser Frage an die Ungarn nicht 
herangetreten werden. 

d) 2 deutsche Divisionen sind im Ostteil der Slowakei auf- 
marschiert, weitere werden im Raum um Prosov ausgeladen 
werden. 

e) Vorbereitende Besprechungen mit dem finnischen Gene- 
ralstab sind seit 25.5. im Gange. 

f ) Mit den Schweden ist keine Fuhlung genommen. Bespre- 
chungen sind erst nach Anlauf der Operationen geplant. 

3. )Heer: 

a) W e s t e n : 

Gesamtstarke (nachAbzug von 6 I.D. undZufiihrung von 5 Ver- 
banden 15.Welle aus dem Reich in der Zeit vom 22.5. — 1.6.): 
40 Inf.Div., 1 I.D. (mot), 1 Pol.Div., 1 Panzer-Brigade. 

') * „A 1 1 i 1 a " ::-:: oder ::-:: „I s a b e 1 1 a" sind bei zehntagiger 
Vorwarnfrist durchfuhrbar (gilt auch fiir Luftwaffe) 

b) N o r d e n : 

Gesamtstarke 6 Inf.Div., 2 Geb.Div., 1 Sich.Div., SS- 
Kampfgruppe Nord und 140 Heeresbatterien im Kiisten- 
schutz. Ausserdem sind aus dem Heimatgebiet vorgesehen 
zum Transport nach Norwegen 1 Sich.Div., 18 Heeres- 
batterien 

zum Transport nach Finnland 1 verst. Inf.Div. mit Korps- 
truppen. 



*) bei * dreifacher Randstridi 



230 



039-C 



Von diesen Kraf ten werden fiir Silberfuchs eingesetzt 
1 Inf.Div., 2 Geb.Div. und SS-Kampfgruppe Nord. 

— Seite 2 — 

Es ist geplant, nach Beginn der Operationen eine weitere Inf. 
Div. im Eisenbahntransport iiber Schweden zum Angriff auf 
Hango heranzufiihren. 

c) Balkan: 

Auf dem Balkan befinden sich ausser den fiir die endgiiltige 
Besetzung vorgesehenen Verbanden 8 Inf.Div. und 1 Pz.Div, die 
als OKH-Reserve z.T. erst nach dem B-Tag in das Aufmarsch- 
gebiet Ost transportiert werden. 

d) O s t e n : 

Gesamtstarke ist auf 76 I.D., 1 K.D., 3 Pz.Div. erhbht. 
Die Heeresgruppen und Armeen haben den Befehl in ihren 
Abschnitten ubernommen, zum Teil durch getarnte Arbeits- 
stabe. 

4. )Kriegsmarine: 

* ::-:: Befehlshaber der Ostsee ist aufgestellt, er befindet sich 

zunachst in Kiel, spater in Swinemunde. Der Gruppe Nord sind 
aus dem Westen zusatzliche Sicherungsstreitkrafte zugefiihrt 
worden. 

5. ) Luftwaffe : 

Luftflotte 3 hat allein den Befehl in der Luftkriegfiihrung gegen 
England ubernommen. 

Luftflotte 2 ist herausgelost und verlegt nach dem Osten. 
Das fiir Barbarossa vorgesehene VIII. Flieger-Korps wird so bald 
als moglich nach dem Osten verlegt. Mehrere Flak-Abteilungen, 
die von 12. Armee an Luftflotte 4 abgegeben wurden, sind noch 
im Einsatz Sudost gebunden. 

6. )Tarnung: 

2. Phase der Feindtauschung (Haifisch und Harpune) im Gange 
mit dem Ziel, Eindruck von Landungsvorbereitungen aus Nor- 
wegen, von der Kanalkiiste und der Bretagne aus zu erwecken. 
Aufmarsch Ost wird als Tauschungsmanover fiir die Landung in 
England dargestellt. 

2 ) bei *: BdK (hs) 

3 ) bei * hs Kreuz 



231 



039-C 



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239 



DOCUMENT 041-C 

OBSERVATIONS BY THE GERMAN NAVY ADMINISTRATION, 
3 JUNE 1940, ON EXPANSION OF TERRITORY AND BASES ABROAD 
(E. G. IN DENMARK, NORWAY, NORTHERN FRANCE, CENTRAL 
AFRICA) IN THE POST-WAR PERIOD (EXHIBIT GB-96) 



BESCHREIBUNG: 

begl Phot I alle Randbemerkungen hs 



Ceheime Kommandosache! 14. 

Abschrift. 

Chefsache. 

Raumerweiterungs-und Stiitzpunkfragen 

I. Diese Probleme sind in erster Linie politischer Natur und bergen 
in sich eine Fiille von Fragen politischer Art, die zu beant- 
worten nicht Sache der Marine sein kann. Sie beriihren aber 
auch ganz wesentlich die strategischen Moglichkeiten, die sich 
je nach Losung dieser Frage dem spateren Einsatz und Wirkung 
der Marine bieten konnen. 

Es ist allzu bekannt, als daB es noch erwahnt werden muBte, 
daB die heutige Lage Deutschlands in der Enge der Deutschen 
Bucht urid der durch eine Reihe von Staaten umgrenzten und 
beeinfluBten Ostsee ein fur die Zukunft GroB-Deutschlands 
unmoglicher Zustand ist. Eine Erweiterung dieser strategischen 
Moglichkeiten dariiber hinaus, daB nicht fur alle Zeit die 
Blockierung Deutschlands von Ubersee durch die natiirlichen 
geographischen Gegebenheiten bestehen bleiben soil, verlangt, 
daB in irgendeiner Form diesen Verhaltnissen mit Kriegsende 
ein Ende bereitet wird. 

Die Losung konnte etwa in folgenden Moglichkeiten gesehen 
werden : 

1) Die durch den Kriegsverlauf gewonnenen Gebiete Dane- 
mark, Norwegen, Nord-Frankreich bleiben in dem Umfange 
besetzt und werden in dem Umfange organisiert,daB sie als 
deutscher Besitz fiir die Zukunft gelten konnen. 

Diese Losung wird sich da empfehlen, wo die Harte der 
Entscheidung den Gegner treffen kann und treffen . soil urid 
wo eine allmahliche „Verdeutschung" des Gebietes durch- 
fiihrbar erscheint. 

2) Jnbesitznahme und Jnbesitzhalten von Raumen die nicht in 
unmittelbarer Verbindung mit „Rumpf-Deutschland" stehen, 



240 



041-C 



die ahnlich wie die russische Losung in Hango eine „Enklave" 
in dem gegnerischen Staat fur die Dauer bleiben. Solche 
Raume waren etwa denkbar im Raum Brest und Drontheim. 

') Von dieser Losungsart kann nur abgeraten werden. Sie 

tragt alle denkbaren Schwachen eines vom Mutterland weit 
entfernten, auf sich allein gestellten,schwer erreich- 

— Seite 2 — 

15. 

baren, im feindlichen Volkskbrper und Lande sich befin- 
denden Briickenkopfes in sich. 

Der Gedanke fur das Aufflammen eines neuen Krieges 
entsprechend Vorsorge getan zu haben, ist an sich richtig. Da 
er aber bereits mit der Moglichkeit eines in naherer oder 
weiterer Zukunft neu entbrennenden Krieges rechnet, ist 
er grundsatzlich falsch und unwirksam. 

3) Die Starke GroB-Deutschlands sollte sich in den von ihm 
durch diesen Krieg gewonnenen strategischen Raumen so 

2 ) auswirken, daB die bisher in diesen Raumen lebenden Volker 
sich politisch, wirtschaftlich. und milita- 
rise h in volliger Abhangigkeit von Deutschland fuhlen 
und befinden. Wird es erreicht, durch die militarischen MaB- 
nahmen der Besetzung im Kriege eine Raumerweiterung 
vorzunehmen, in dem Umfange, auf den ich noch kommen 
werde, wird es weiter erreicht,da!3 Frankreich in seiner 
Wehrkraft(Volksk6rper, Bodenschatze, Jndustrie, Wehrmacht) 
so zerschlagen wird, daB ein Wiedererheben als ausgeschlos- ' 
sen bezeichnet werden muB, wird es weiterhin erreicht, daB 
die klemeren Staaten, wie Niederlande, Danemark, Nor- 

a ) wegen, in eine Abhangigkeit von uns gezwungen werden, die 
uns in jedem Falle und zu jeder Zeit eine erneute leichte 
Besetzung dieser Lander ermoglicht, dann ist praktisch 
dasselbe, psychologisch wesentlich mehr erreicht. 

Die Losung zu 3) erscheint daher die gegebene, d.h. Zer- 
schlagen Frankreichs, Besetzen Belgiens, eines Teiles Nord- 
und Ost-Frankreichs, Bestehenlassen der Niederlande, 
Danemarks und Norwegens in dem bezeichneten Sinne, 
Bereinigung des Verhaltnisses zur Schweiz. 



am Rande schrag: Das trifft fiir Drontheim aber gar nicht zu. 

2 ) am Rande schrag: Was heiBt das hinsicbtlich Norwegen 

3 ) am Rande schrag: Nein, das muB ich in bezug auf Drontheim ablehnen. Venn 
wir iiberhaupt nicht in Drontheim bleiben, kann der Ejiglander eines schonen 
Tages wieder Schwierigkeiten machen. Wir miissen nach Drontheim! 



241 



041-C 



Der Besitz Islands wiirde eine wesentliche strategische 
Erweiterung fur Deutschland bringen. 

II. Es wird abgeraten, von einer Schaffung von Stiitzpunkten im 
Raum Nord-und Siidamerika, im Raura Asien und Australien. 

4 ) Dagegen wird ein zusammenhangender Besitz in Mittelafrika als 
aufierst erwiinscht betrachtet, ein Besitz, der sich zusammensetzt 
aus dem Raum von Senegal bis zum Kongo und nach Osten 

— Seite 3 — 

16. 

bis Deutsch-Ostafrika reicht, der also umfaBt: die franz. Be- 
sitzungen etwa sixdlich des Breitengrades Mundung Senegal, die 
friiheren deutschen Kolonien Mittel-Afrikas und Belgisch- 
Kongo. Deutsch-Siidwest konnte zur Abrundung dieses Raumes 
bezuglich englischen oder portugiesischen Besitzes als Tausch- 
objekt betrachtet werden. 
*' Von grofiter Bedeutung ware der Gewinn eines oder 
mehrerer Stiitzpunkte auf den Afrika vorgelagerten Jnselgrup- 

5 ) , pen. Aufierdem Madagaskar's und der Jndischen Ozean liegen- 

den franz.Jnselgruppen. 
°) * 2 Jnwieweit der Ausgang des Krieges mit England Moglichkeit 
zu einer Erweiterung dieser Forderung bringen kann, mag 
dahingestellt bleiben. 

l.Skl. 
gez.Fricke. 3.6.40. 



DOCUMENT 045-C 

ORDER FROM THE SUPREME COMMANDER WEST, TRANSMITTED 
BY THE MILITARY COMMANDER IN BELGIUM AND NORTHERN 
FRANCE, 10 FEBRUARY 1944: SEVERE COUNTERMEASURES 
AGAINST ASSAULTS BY THE CIVILIAN POPULATION ON INDIVID- 
UAL GERMAN SOLDIERS. IMMEDIATE RUTHLESS RETURN OF 
FIRE; ISOLATION OF THE PLACE IN WHICH THE ASSAULT 
OCCURRED; ARREST OF ALL CIVILIANS IN THE NEIGHBORHOOD, 
ETC. (EXHIBIT RF-410) 



BESCHREIBUNG: 

begl Phot I o 1 im Aktenzeichen hs „2" zweifelhaft I (lurch das Datum Ein- 
gangs-Stp: „FlottilIenkommando . . (unl) 16.FEB.44" und: „GKdos 48 vbm 



4 ) am Rande schrag: ja 

5 ) am Rande schrag: ja 

6 ) Randstrich von * J bis * 2 



242 



045-C 



GKdos 55" (hs) I 1 n Stp: „P unl, 16.2."; darunter „I" im Kreis, darunter P 
unl (alles hs) I Stp „Geheime Kommandosache" hs gestrichen, r daneben: 
„Geheim = gem. Milbef. B Nr. 152/44 27.3.44 (P unl) 4.4.44" (hs, „Geheim" 
hs unterstrichen) 



Der Militarbefehlshaber in Belgien O.U., den 10. Februar 1944 

und in Nordfrankreich Bgm. 

K o m m a n d o s t a b I a 

Nr. 212/44 g.Kdos. 40 Ausfertigungen 

9. Ausfertigung. 

Ceheime Kommandosache 

Die sofortige Durchfiihrung des folgenden von Ob.West gegebenen 
Befehls zur Bekampfung von Terroristen ist zu veranlassen. 

„ 1.) Die Sorglosigkeit gegeniiber der Zivilbevolkerung ist 
kaum noch zu iiberbieten. Uberfalle auf einzelne Soldaten 
nehmen trotz aller polizeilichen Gegenmassnahmen zu. 

Das Verhalten der Truppe entspricht noch nicht dem Ernst 
der Lage. Noch immer treffe ich Soldaten als sorglose Spazier- 
ganger ohne Schusswaffe, trotz der mehrfach durch Ob.West 
und die Mil.Bef. gegebenen Befehle. 

Wir sind nicht deshalb in den besetzten Westgebieten, um 
unsere Truppen ungestraft von Saboteuren anschiessen oder 
verschleppen zu lassen. Die bisherigen Gegenmassnahmen 
werden trotz unbestreitbarer Erfolge die Lage nicht wesentlich 
andern, wenn bei Uberfallen und Unbotmassigkeiten nicht zu 
sofortiger Selbsthilfe gegriflen wird. 

2.) Hierzu befehle ich: 

A. Jeder Soldat, der sich ohne Schusswaffe ausserhalb 
seiner militarisch gesicherten Unterkunft bewegt, ist 

*) * ohne Riicksicht auf irgendwelche mildernden 
Griinde zu bestrafen. Wer keine Pistole hat, tragt 
Gewehr oder Karabiner. Wer beides nicht hat, tragt 
Maschinenpistole. 

B. Wird eine Truppe in irgendeiner Form uberf alien, sei es 
auf dem Marsch, in einer Unterkunft oder ahnliches, so ist 
der Fiihrer verpflichtet, s o f o r t von sich aus selbstan- 
dige Gegenmassnahmen zu treffe n. 



) bei * hs: „Vermerk. Ein entsprechender Befeh] hierzu von . . (unl) mil erwei- 
terter Lagergrenze folgt. (P unl)„ 16.2." 



243 



045-C 



Dazugehoren: 

a) Eswirdsofortwiedergeschossen! 

Wenn dabei Unschuldige mitgetroffen werden, so ist das 
bedauerlich, aber ausschliesslich Schuld der Ter- 
roristen. 

b) Sofortige Absperrung der Umgebung des Tatortes und 
Festsetzung samtlicher in der Nahe befindlicher Zivilisten 
ohne Unterschied des Standes und der Person. 

c) Sof ortiges Niederbrennen von Hausern, aus 
denen geschossen worden ist. 

— Seite 2 — 

Erst n a c h diesen oder ahnlichen Sof ortmassnahmen kommt 
die Meldung an die Dienststellen der Militarbefehlshaber und 
des SD, die die Weiterverfolgung in gleich scharfer Weise fort- 
zusetzen haben. 

3. ) Die Ausbildung der in den riickwartigen Teilen des Landes 

liegenden Verbande aller Wehrmachtsteile ist so zu betreiben, 
dass diese Einheiten nach Abschluss der ersten Waffenaus- 
bildung jederzeit gegen Unruheherde eingesetzt werden 
konnen. Hiermit wird die kriegsmassige Ausbildung nur 
gefordert. 

4. ) Bei der Beurteilung des Eingreifens tatkraftiger Truppenfiihrer 

ist die Entschlossenheit und Schnelligkeit 
ihres Handelns unter alien Umstanden an die erste 
S t e 1 1 e zu setzen. Schwer bestraft werden muss nur der 
schlappe und unentschlossene Truppenfiihrer, weil er dadurch 
die Sicherheit seiner unterstellten Truppe und den Respekt 
2 ) * vor der deutschen Wehrmacht gefahrdet. Zu scharfe Mass- 
nahmen konnen angesichts der derzeitigen Lage kein Grund 
zu einer Bestrafung sein." 

Fur den Militarbefehlshaber in Belgien 
und in Nordfrankreich 

Der Chef des Generalstabes 3 ) 

Unterschrift (unl) 

Verteiler 

im Entwurf 



2 ) bei * hs Randstrich n dem letzten Satz 

3 ) hinter „Generalstabes" Haken und P unl 



244 



DOCUMENT 046-C 

DECREE BY THE MILITARY COMMANDER IN BELGIUM AND 
NORTHERN FRANCE, 24 NOVEMBER 1942. MEASURES TO BE 
TAKEN IN CASE OF LARGE-SCALE MILITARY OPERATIONS: 
ARREST OF PROMINENT INHABITANTS AND DANGEROUS PER- 
SONS; TAKING OF HOSTAGES; SHOOTING OF HOSTAGES— WHEN 
AND BY WHOM TO BE ORDERED (EXHIBIT RF-276) 



BESCHREIBUNG: 

begl Phot I o Rand Mi: Teil I (hs) I I n Geheim-Stp: P unl, 28/11 (hs) I 
unter „Kampfhandlungen" im Betr.-Vm Stp: „Marinestammregiment Eing. 
28.Nov.1942 B.-Nr. GKdos 278 Anl.-" (Aktenzeichen und S&luBstrich hs) I 1 n 
Stp: „I (P unl) 28/11" (hs) I Seite 3 u: „Vfg. ZdA. GKdos. 29.11.1942 (P unl) 
29/11." (hs, „Vfg." und „GKdos" hs unterstridien) 



Der Militarbefehlshaber in Belgien O.U., den 24. 11. 1942 

und in Nordfrankreich Mii 

Kdo.Stab Ia/M.V.Ch.pol 32 Ausfertigungen 

Nr.l222/42g.Kdos. 12. Ausfertigung 

Geheime Kommandosache 

Betr. : ::-:: Sicherungsmassnahmen im Falle grosserer Kampf- 

handlungen. ::-:: 

I) Allgemein 

Fur den Fall grosserer Kampfhandlungen ist in meinem 
ganzen Befehlsbereich die Verhaftung in Listen er- 
fasster, angesehener Landeseinwohner und gefahrlicher Ele- 
mente vorbereitet (vergl. Mil.Bef. Ia Nr. 2923/41 geh. v.29.7.1941 
und Mil.Bef.MVCh — pol 0311a — lc7/42 g. Kdos. v.13.5.1942). 

II) Fur die Geiselnahme und die Behandlung von 
Geiseln im Gefechtsgebiet (Kiiste) hat der Ober- 
befehlshaber West besondere Richtlinien erlassen, die erst b e i 
Einteilung des besetzten Gebietes fiir den 
K a m p f und damit verknupftem Ubergang der vollziehenden 
Gewalt im Gefechtsgebiet (Kiiste) auf das A.O.K. in Kraft 
treten. 

1.) Das Eecht der Geiselnahme ist grundsatzlich den 
Div.-Kommandeuren iibertragen; jedoch haben 
in Fallen, in denen sof ortiges Handeln erf orderlich und Ein- 
holung der Entscheidung des Div.-Kommandeurs nicht 



245 



046-C 



moglich ist, auch Offiziere aller Wehrmachtteile mit den Dis- 
ziplinar-Befugnissen eines Regiments- oder selb- 
standigen Batl.-Kommandeurs das Recht zur 
Geiselnahme unter Meldung ihrer Massnahmen an den 
zustandigen Div.-Kommandeur. 

2. ) Die Bevolkerung muss bei Festsetzung der Geiseln e i n - 

d e u t i g darauf hingewiesen werden, welches Verhalten 
erzwungen werden soli, in welchem Falle also Geiseln 
erschossen werden. 

— Seite 2 — 

3. ) Die Drohung mit Erschiessung von Geiseln hat nur Zweck, 

wenn enge Beziehungen zwischen den zu E r - 
schiessenden und dem mutmasslichen Taterkreis 
bestehen. Bei der Auswahl der Geiseln hat die 
Truppe in enger Zusammenarbeit mit meinen bodenstan- 
digen Dienststellen zu handeln. Zur Vorbereitung hierfur 
haben die fur das Gefechtsgebiet (Kuste) zustandigen Kreis- 
kommandanturen schon jetzt die als Geiseln in Frage kom- 
menden Landeseinwohner (Kommunisten, de Gaullisten, 
Angehorige der Widerstandsbewegung, Englandfreunde) in 
Listen zu erf assen. 

4. ) Die Truppe hat auf die gem. Ziff. Illb von meinen Kom- 

mandanturen in Geisel-Listen erfassten, zur Sicherung ganz 
bestimmter Verkehrseinrichtungen dienenden Per- 
sonen bei der Geiselnahme n i c h t zuriickzugreifen. 

5. ) Frauen, Kinder und Greise sind grundsatzlich nicht 

als Geiseln zu nehmen. 

6. ) Das Recht, Geiseln erschiessen zu lassen, haben grund- 

satzlich nur die Armeeoberbefehlshaber, die 
jedoch ermachtigt sind, dieses Recht auf die K o m m a n - 
dierenden Generale zu iibertragen, falls die ortlichen 
Gegebenheiten eine Zentralisierung beim A.O.K. nicht als 
zweckmassig erscheinen lassen. 

7. ) Bei der Auswahl der zu Erschiessenden ist 

nach Ziff. 3. — 5. zu verfahren. 

8. )Befehle in Geiselsachen sind grundsatzlich 

schriftlich oder durch Fernschreiben zu erteilen, 
miindlich nur in den seltensten Ausnahmefallen auf Anord- 
nung der vorstehend ermachtigten Kommandeure. 



246 



046-C 



— Seite 3 — 

III) Schutz wichtiger Verkehrswege 

a) Die O.F.K.'s sorgen — soweit Krafte hierfiir vorhanden sind 
— durch Bewachung oder Verstarkung bestehender 
Bewachung fur bessere Sicherung wichtiger Briicken und 
sonstiger sabotagegefahrdeter, nicht schnell wieder herstell- 
barer Objekte an Hauptverkehrsstrassen oder wichtigen 
Eisenbahnstrecken, sowie von grosseren Lokomotivschuppen. 

b) In der Nahe eines jeden ; 'der unter Ilia genannten Objekte 
sind bei„Kiistenverteidigung Alarmstufe II" und „Innere 
Bereitschaft C", gleichgultig ob sie bewacht sind oder nicht, 
in der Gegend bekannte G e i s e 1 n aus Kommunisten- und 
Widerstandskreisen festzunehmen, deren Erschiessung im 
Falle der Beschadigung des betr. Objektes unter Namens- 
nennung offentlich anzudrohen ist. Die Zahl der Geiseln 
muss sich nach der Wichtigkeit des Objektes und den fur die 
Festsetzung der Geiseln verfiigbaren Kraften richten. Bei 
durch Bahnschutztruppen bewachten Objekten kann die 
Geiselfestnahme den Bahnschutztruppen ubertragen werden. 

Den O.F.K.'s geht anliegend eine Aufstellung von wichtigen 
sabotagegefahrdeten Objekten zu. Die Erweiterung der Auf- 
stellung bleibt anheimgestellt. 

IV) Mel dung 

Die O.F.K.'s melden zum 15.12.1942, dass die Vorarbeiten 
auf Grund dieses Befehls Ziff.II, 3 und III beendet sind, unter 
Angabe der nach Ziff.III zusatzlich gesicherten Objekte und der 
Art der zusatzlichen Sicherung. 

Der Militarbefehlshaber in Belgien 
und in Nordfrankreich 

von Falkenhausen 
General der Infanterie. 



247 



DOCUMENT 048-C 



TELETYPE FROM KEITEL TO THE HIGH COMMAND OF THE NAVY, 
30 NOVEMBER 1944. INSTRUCTION TO HAVE A DECREE PROMUL- 
GATED FOR DENMARK AND NORWAY TO COMBAT CASES OF 
SABOTAGE: WORKERS OF ANY FACTORY ATTACKED, TOGETHER 
WITH THEIR FAMILIES ("FAMILY LIABILITY"), ARE TO BE HELD 
RESPONSIBLE; THE VERY GRAVEST CONSEQUENCES ARE TO BE 
THREATENED (EXHIBIT RF-280) 



BESCHREIBUNG: 

begl Phot I r ri Geheim-Stp: E III (hs) I 1 u unter „Abschrif tlich an" Stp: 
„Eingegangen am 30.11.44 l.SKL B Nr 34944/44 Eing: ... An] GKdos" (Datum, 
„4/44" und „GKdos" hs) I darunter: Pr. Nr.2 (hs, unterstrichen) I r a Stp: 
I b, P unl (hs) I r unter „Kapt. Mejer" U unl, wahrscheinlich „Mejer" (hs) 



Abschrift. 
Fernschreiben an Ob.d.M. eingegangen 30. 11. 44 
Oeheime Kommandosache! 

GKdos 

Betr.: Sabotage in Norwegen und Danemark. — 
Die Sabotage auf Werften und an Schiffen im norwegisch-danischen 
Raum hat einen Umfarig angenommen, der energischer Abhilfe 
bedarf. — 

1) WB Norwegen und WB Danemark werden beauftragt, bei dem 
Reichskommissar d.Bes. Norweg. Gebiete bzw. bei dem Reichs- 
bevollmachtigten in Danemark den ErlaB einer Verordnung und 
deren Durchfiihrung durch den BDS zu erwirken, nach der die 
Gefolgschaftsmitglieder und ggf. ihre Angehorigen (Sippenhaf- 
tung) fiir die in ihren Betrieben vorkommenden Sabotagefalle 
mit verantwortlich gemacht werden. Jeder Werft- usw. Arbeiter 
muB wissen, dafi jeder in seinem Arbeitsbereich vorkommende 
Sabotagefall fiir ihn personlich und bei seinem Verschwinden 
fiir seine Angehorigen die allerschwersten Folgen nach sich zieht. 

2) WB Norwegen und WB Danemark verstarken den bisher durch 
Polizei, Sonderkommandos der Kriegsmarine und Reikosee 
durchgefuhrten Sabotageschutz durch Bewachungskrafte der 
Truppe aller Wehrmachtteile in Zusammenarbeit mit dem BDS 
mit alien zu Gebote stehenden Mitteln. In Siidnorwegen ist hier- 
bei auf den erheblichen Riickstau an Soldaten im Raum um Oslo 



248 



048-C 



zuriickzugreiferi. Wenn die in Oslo und auch in Danemark ver- 
fiigbaren zahlreichen Soldaten des Ruckstaues und der riick- 
wartigen Einheiten energisch ausgenutzt werden, dann kann die 
Bewachung verdreifacht werden. Ich kann ferner nicht dulden, 
daB derartige Sabotageakte als etwas Gottergebenes und unab- 
anderliches hingenommen werden, ohne daB die fur die Siche- 
rung verantwortlichen Personlichkeiten zur Verantwortung 
gezogen werden. Zum Sabotageschutz eingesetzte Krafte der 
Wehrmacht sind dem Verantwortlichen BDS einsatzmassig zu 
unterstellen. 

Der Chef OKW gez. Keitel Gen.Feldm. 

OKW/WFSt/Qu 2 (Nord) NR 00139/72/44 gKdos. 



3. Ski. B.Nr.Abw. 6161/44 GKdos 30.11.44 

Abschriftlich an Pr.Nr. 

l.Skl. Ia 1 
::-:: l.Skl. Ib z.Hd.K.Kapt.Mejer 2 ::-:: 
Skl.Adm.Qu. 3 



DOCUMENT 050-C 

HITLER'S DECREE, 13 MAY 1941. NO COURT-MARTIAL PROCEED- 
INGS TO BE ORDERED IN CASES OF ATTACKS BY THE CIVILIAN 
POPULATION ON THE WEHRMACHT IN THE "BARBAROSSA" AREA; 
WHEN SUCH ATTACKS OCCUR, THE TROOPS ARE TO TAKE 
EXTREME MEASURES ON THE SPOT (EXHIBIT USA-554) 



BESCHREIBUNG: 
begl Phot I dreiteilig 

Erstes S : unter „Seekriegsleitung" die Nummer ,,001049" hs eingesetzt und 
unterstrichen; „GKdos" fett hs gestrichen, darfibergeschrieben unl Vm I fiber 
„Seekriegsleitung": vbm. 1 Ski 17649/41 gKdos (hs) I im Stp „Chefsache! Nur 
durdi Offizier!" das Wort „Chefsache!" hs gestrichen I 1 schrag vor „I.": 7x 
gefert + ab 17/6.41, P unl (hs) I I schrag vor „IL": 30x gefert. (hs, unter- 
strichen) I r n Vert zu „I." bei jeder Z untereinander: „= Priif 1 + 2", 
„3 + 4" usw. bis „13 + 14" (hs) 1 r n T zu „II.": „Reserve: Pruf 15 bis 30" 
(hs, „15 bis 30" unterstrichen) I iiber T zu „II." mit Hinweisstrich: „in Mappe 



249 



050-C 



OKW/Weisungen OKW 44718/41 Chefs" (hs) I u 1 hinter „I i": P unl, 18/6. 
(hs) I u Rand Mitte: Verb m 00663/41 (hs) I r u schrag: „Pohlmann Nach- 
gang entsprechend verteilen" (?) (hs) I zwischen und * 2 zwei senkrechte 
Striche 



Seekriegsleitung Berlin,denI7.Juni 1941 

B.Nr.l.Skl.Ia/001049/41 GKdo.s Chefs. 

Geheime Kommandosache 

Vfg. 



Nur duich Offiziej' 



I.) Schreibe an: 



Gruppe N o r d 
Admiral Norwegen 
Station O 
BdK 

Verbindungsstab Finnland 

Mar.Bef. „C" ) , . , . , ■ , 

Tv/r of Tv< [ nachrichtlich 
Mar.Bef. „D ) 



Anliegend wird ein Fuhrererlass iiber die 
Ausiibung der Kriegsgerichtsbarkeit im Gebiet 
„B a r b a r o s s a " und iiber besondere Mass- 
nahmen der Truppe ubersandt. 

II.) Fertige Abschrift des Fiihrererlasses vom 13.5. und fiige je 
::-:: 2 mal ::-:: dem Schreiben zu I.) bei. 

III.) I Op. 

1. Ski. 

i.A. Ia 

(P unl) -iy/6 

♦i ! i 

::-:: n Abgang ::-:: 



Zweites S: 1 unter Bk Stp: „Ob.d.M. I op 00663/41 Eing.: 15. Mai 1941 
Anlagen: 1 Geheftet" (Aktenzeichen und Anlage-Vm hs), darunter: „+ Ver- 
teiler (Geheftet)", darunter: P unl, 15 (alles hs) I r daneben untereinander, 
teilw iiberdeckend den Stp „Chefsache! Nur durdi Offizier!" folgende hs-Vm'e: 
„Ia", P: „GW"; „Iop" (?) „P unl. 17/5."; „If (P unl) 19/5 (P unl)"; „Ii (P 
unl) 19/5."; daneben „I1, P unl", darunter „Asto (P unl) 12 (?)/6", darunter 
„dann Io" (hs imterstrichen) I r o unter Datum: „CSKL vorl." (hs, unter- 
striehen), darunter P: „S 16 (?) /5" I ganz r n „Betr.": „Klarer Fall! Io (P 



250 



050-C 



unl) 17/5" (hs) I darunter hs: „aber fiir den Truppenoffizier nicht einfach zu 
entscheiden, wann die Truppe zu verwildern droht. S 3. Ii (P unl) 19/5." I 1 n 
letzter Z von T beginnend, untereinander, alles hs: ,,Gr.N.", „GrN, Adm Nor- 
wegen, Station 0, BdK, V Stab, Mar Bf C u D", hinter allem verbindende Kl 
und: „haben (?) mit 1049/41 Chefs", darunter: „Ia, P unl" I r n U hs: „Amts- 
chef MWehr", durch Name P unl I unter U iiber die ganze Seite: „Vermerk: 
GemaB fernmdl. Anforderung durch Abteilungschef MR vorerst MWehr (MR) 
zur Kts. vorlegen, dann an 1. Ski Asto II (P unl) 6/6.", darunter „1. Ski. i.A. 
lac (P unl) 22/5." (alles hs) I r n Vm P: „R 23/5" 



Ceheime Kommandosache 

Oberkommando der Wehrmacht F.H.Q., den 14.5.41 

WFSt./Abtl. L (IV Qu) 
Nr. 44718/41 g.Kdos Chefs. 

Chefsaehe! 
Nur durch Offizier! 

23 Ausfertigungen 
7. Ausiertigung 

B e t r . : Ausiibung der Kriegsgerichtsbarkeit im Gebiet „Bar- 
barossa" und besondere Massnahmen der Truppe. 

Anliegend wird ein Fiihrererlass uber die Aus- 
iibung der Kriegsgerichtsbarkeit im Gebiet „Bar- 
barossa" und iiber besondere Massnahmen der Truppe 
iibersandt. Eine ::-:: Weitergabe hat moglichst nicht 
vor dem 1. 6. 41 ::-:: zu erfolgen. 

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht. 

J.A. 

v. Tippelskirch 

— Seite 2 — 

Verteiler: 



Ob. d. H. ( Op. Abt. ) 1. Ausf. 

Ob. d. H. ( Gen.Qu. ) 2.-3. „ 

OKH (Chef H.Rust.u.B.d.E.) 4. „ 

Ob. d. L. (Lw.Fuhrungsstab) 5. „ 

Ob. d. L. (Gen.Qu.) 6. „ 

Ob. d. M. (Ski.) 7. „ 

OKW / WFSt 8. „ 



251 



050-C 



Abt. L — Chef 
Abt. L I H 



10. 
11. 
12. 
13. 
14. 
15. 
16. 
17. 
18. 
19. 



9. Ausf. 



I L 
I K 
IV/Qu. 
II 

Ktb 



W.R. 
W.Pr. 
Ausl./Abw. 
Abw. Ill 

Reserve 



20. — 23. 



Drittcs S: zwischen Bk und „Erlass" schrag zwischen zwei Strichen: „eine 
Abschrift fiir Gruppe Slid gefertigt", darunter „ab", dahinter zusammenfassende 
Kl und: „am 15.12.1941., P unl" (alles hs) I alle Striche r an den Seiten 1 bis 3 
hs in Wellenlinien stets zwischen ** und * 2 



iiber die Ausiibung der Kriegsgerichts- 
barkeit im Gebiet „Barbarossa" und iiber 
besondere Massnahmen der Truppe. 

Die Wehrmachtgerichtsbarkeit dient in erster Linie der 
Erhaltung der Ma nnszucht. 

Die weite Ausdehnung der Operationsraume im Osten, die 
Form der dadurch gebotenen Kampfesfiihrung und die Beson- 
derheit des Gegners stellen die Wehrmachtgerichte vor Auf- 
gaben, die sie wahrend des Verlaufs der Kampfhandlungen 
und bis zur ersten Befriedung des eroberten Gebietes bei 
ihrem geringen Personalbestand nur zu losen vermogen, wenn 
sich die Gerichtsbarkeit zunachst auf ihre Hauptaufgabe be- 
schrankt. 

Das ist nur moglich, wenn die Truppe selbst sich 
gegen jede Bedrohung durch die feindliche Zivilbevolkerung 
schonungslos zur Wehr setzt. 

Demgemass wird fiir den Raum „Bart>arossa" (Operations- 
gebiet, riickwartiges Heeresgebiet und Gebiet der politischen 
Verwaltung)folgendes bestimmt: 



Der Fiihrer 
und Oberste Befehlshaber 
der Wehrmacht. 



Fiihrerhauptquartier,d.l3.Mai 1941. 



E r 1 a s s 



252 



050-G 



I. 

Behandlung von Straf taten feindlicher 
Zivilpersonen. 

1. Straftaten feindlicher Zivilpersonen 
sind der Zustandigkeit der Kriegsgerichte und der Stand- 
gerichte bis auf weiteres entzogen. 

2. Freischarler sind durch die Truppe im Kampf 
oder auf der Fluent schonungslos zu erledigen. 

3. Audi alle anderen Angriffe feindlicher 
Zivilpersonen gegen die Wehrmacht, ihre Ange- 
horigen und das Gefolge sind von der Truppe auf der Stelle 
mit den aussersten Mitteln bis zur Vernichtung des Angreifers 
niederzukampfen. 

e 2 — 

4. Wo Massnahmen dieser Art versaumt wurden oder zu- 
nachst nicht moglich waren, werden tatverdachtige 
Elemente sogleich einem Offizier vorge- 
fiihrt. Dieser entscheidet, ob sie zu erschies- 
s e n s i n d. 

Gegen Ortschaften, aus denen die Wehrmacht 
hinterlistig oder heimtuckisch angegriffen wurde, werden 
unverziiglich auf Anordnung eines Offiziers in der Dienst- 
stellung mindestens eines Bataillons-usw.-Kommandeurs 
kollektive Gewaltmassnahmen durchgef uhrt, 
wenn die Umstande eine rasche Feststellung einzelner Tater 
nicht gestatten. 

5. Es wird ausdriicklich verboten, verdachtige 
Tater zu verwahren, um sie bei Wiedereinfiihrung der 
Gericht.sbarkeit iiber Landeseinwohner an die Gerichte abzu- 
geben. 

6. Die Oberbefehlshaber der Heeresgruppen konnen im 
Einvernehmen mit den zustandigen Befehlshabern der Luft- 
waffe und der Kriegsmarine die Wehrmachtgerichts- 
barkeit iiber Zivilpersonen dort w i e d e r 
einfiihren, wo das Gebiet ausreichend befriedet ist. 

Fiir das Gebiet der politischen Verwaltung 
ergeht diese Anordnung durch den Chef des Oberkommandos 
der Wehrmacht. 



253 



II. 

Behandlung der Straftaten von Ange- 
horigen der Wehrmacht und des Gefol- 
ges gegen Landeseinwohner. 

1. Fiir Handlungen, die Angehorige der 
Wehrmacht und des Gefolges gegen feindliche 
Zivilpersonen begehen, besteht kein Verfol- 
gungszwang, auch dann nicht, wenn die Tat zugleich 
ein militarisches Verbrechen oder Vergehen ist. 

2. Bei der Beurteilung solcher Taten ist in 
jeder Verfahrenslage zu beriicksichtigen, dass der Zusammen- 
bruch im Jahre 1918, die spatere Leidenszeit des deutschen 
Volkes und der Kampf gegen den Nationalsozialismus mit den 
zahllosen Blutopfern der Bewegung entscheidend auf bolsche- 
wistischen Einfluss zuriickzuf uhren war und dass kein Deut- 
scher dies vergessen hat. 

3. Der Gerichtsherr priift daher, ob in solchen Fallen eine 
disziplinare Ahndung angezeigt oder ob ein g e - 
r i c h t - 

Iiches 

Selte 3 — 

Iiches Einschreiten notwendig ist. Der Gerichtsherr 
ordnet die Verfolgung von Taten gegen Landeseinwohner 
im k r i e g s g e r i c h 1 1 i c h e n Verfahren nur dann 
an, wenn es die Aufrechterhaltung der Manns- 
zucht oder die Sicherung der Truppe erfordert. 
Das gilt z.B. fiir schwere Taten, die auf geschlechtlicher Hem- 
mungslosigkeit beruhen, einer verbrecherischen Veranlagung 
entspringen oder ein Anzeichen dafiir sind, dass die Truppe 
zu verwildern droht. Nicht milder sind in der Regel zu beur- 
teilen Straftaten, durch die sinnlos Unterkiinfte sowie Vorrate 
oder anderes Beutegut zum Nachteil der eigenen Truppe ver- 
nichtet wurden. 

Die Anordnung des Ermittlungsverfahrens 
bedarf in jedem einzelnen Fall der Unterschrift des Gerichts- 
herrn. 

4. Bei der Beurteilung der Glaubwiirdigkeit von Aussagen 
feindlicher Zivilpersonen ist ausserste Vorsicht ge- 
boten. 

III. 

Verantwortung der Truppenbefehlshaber. 

Die Truppenbefehlshaber sind im Rahmen ihrer Zustandig- 
keit personlich dafiir verantwortlich, 



254 



050-C 



1. dass samtliche Offiziere der ihnen unterstellten Einheiten 
iiber die Grundsatze zu I rechtzeitig in der eindringlichsten 
Form belehrt werden, 

2. dass ihre Rechtsberater von diesen Weisungen u n d von 
den miindlichen Mitteilungen, in denen 
den O b e r b e f e h 1 s h a b e r n die politischen 
Absichten der Fiihrung erlautert worden 
sind, rechtzeitig Kenntnis erhalten, 

3. Dass nur solche Urteile bestatigt werden, die den politischen 
Absichten der Fiihrung entsprechen. 

IV. 

Geheimschutz 
Mit der Enttarnung geniesst dieser Erlass nur noch Geheim- 
schutz als ::-:: Geheime Kommandosache. ::-:: 

Jm Auftrage 
Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht 
gez. K e i t e 1 

F. d. R. 

Unterschrift (unl) 

Major d.G. 



DOCUMENT 051-C 

ORDER BYKEITEL, 27 JULY 1941: ALL COPIES OF HITLER'S DECREE 
OF 13 MAY 1941 EXISTING AT LOWER LEVELS ARE TO BE 
DESTROYED IF THERE IS AN UNAVOIDABLE RISK OF THEIR 
FALLING INTO UNAUTHORIZED HANDS; THE FUHRER DECREE 
REMAINS IN FORCE; THIS ORDER TO BE DESTROYED IN THE 
SAME CIRCUMSTANCES (EXHIBIT GB-162) 



BESCHREIBUNG: 

dreiteilig I begl Phot I drittes S nicht abgedruckt, da textgleich mit zweitem S 

E r s t e s S : iiber U „1. SKL." und „Ia" durch geschweifte Kl (offenbar vom 
Abzeichner) verbunden I alle Rand-Vm'e auBcr Stp hs I unter Bk hinter 
„vbm."-Vm'en je ein Haken I 1 n Vert untcr „I.) Schreibe an: Stp: gef.5.8. 
Mohr gel. Mohr ab.ges. 7 x 5.8. (P unl) mit 1 Anlagen." (Zahlen und U'cn 



255 



051-C ; 

hs) I r n Vert jeweils hinter Adr'en: Pr 1, „ 2, „ 3, „ 4, Pr 5, „ 6, „ 7 
(alles hs) I 1 n erstem Abs des T hs Haken I 1 n „II.)": „gef. 5/8. Mohr" 
(hs) I 1 n „III.)": „Veranlai3t. 9.8.41 (U unl)" (hs) I unter „lV.)" Stp: „Asto 
v.D.", durchzeichnet von „B." (hs) 



Geheime Kommandosache! 

Seekriegsleitung 

Kom.D.Nr.I Skl.Ia 
1.Skl 17649gkdos/41 g.Kdos. Berlin, den 5. August 1941 

vtam.17245/41 g.Kdos. 
„ 001049/41 Op Chefs. 

Vfg. 

::-:: gKdos! 

I.) Schreibe an: 

Gruppe Nord 
Admiral Norwegen 
Station 0 
B. d. K. 

Verbindungsstab Finnland 

nachr.: Mar.Bef. „C" 
Mar.Bef. „D" 

B e t r i f f t : Kriegsgerichtsbarkeit 

Vorgang: B.Nr.l.Skl.Ia 001049/41 op Chefs vom 17.6.41 

Anliegend wird Abschrift eines Schreibens des Ober- 
kommandos der Wehrmacht vom 27.7.1941 Nr. 001590/41 
g.Kdos.ubersandt. 

II. ) Fertige Abschrift des Schreibens des Oberkommandos der 

Wehrmacht Nr. 001590/41 g.Kdos. vom 27.7.1941 und fiige 
sie den Schreiben zu I.) bei. 

III. ) Ill ab: Wegen Vernichtung der Reserveabdrucke Priif.15 bis 

30 (zu vergl.Schreiben 001049/41 op Chefs vom 
17.6.1941). 

IV. ) An I a:(z.d.A. Schriftw.a.Grd.Weis:„Russland" Aktz:IV, 2 Bd.) 

1. SKL 

i. A. Ia 

P unl, 4I8 

Ia 2 

P unl, 4I8. 



256 



051-C 



Zweites S: Verv I alle Rand-Vra'e aufier Stp hs I zwischen Bk und Datum 
Eing.-Stp (unl) I 1 Rand n „Bczug:" beginnend: „I op 00663/41 . . 1 — Priif 
7 001049/41" (zwei Worte mil) „verb.m. 00149/41" (hs gestriehen) „(hat I op) 
oder Ii" (hs unterstriclien) I 1 Rand in Hbhe von „a)" beginnend bis Ende 
des T: „von I op iiber la weiter" (hs gestriehen) „Die diese Angelegenheit betref. 
Vorgange sind mir s.Z. nur zur Kenntnisnahme zugeleitet worden, die Ver- 
fiigungen selbs.t sind von I op geraacht worden, bei mir ist der Vorgang OKM 
44718/41 Chefs (?) vom 14.5.41 nicht. I; (P unl) 31/7." I zwischen „Der Chef 
des Oberkommandos der Wehrmacht" und U und teilw r n letzterer: „An I opa 
mit Bezug auf die Vorgange I op. 00663 und I op 001049 die sich beide im 
Biiro fiir die Chefsachen befinden, zustandigkeitshalber I i (P unl) 31/7." 
(alles Jis, T von „sich beide" bis „befinden" unterstrichen) I unter Vert hs: 
„Verbunden mit I op 001049/41" (hs gestriehen), es folgt unl Wort, „oben 1. Ski 
17641/41 gKdos" I 1 daneben Stp: „1. Ski 17245 g Kdos." (Zahl hs gestriehen) I 
von * 1 bis * 2 zwei hs Randstriche 



F.H.Qu., den 27.7.1941 
Geheime Kommandosache 

24 Ausfertigungen 
7.Ausfertigung 

Bezug: OKW/WFSt/Abt.L (IV/Qu) Nur durch OHizier! 

Nr.44718/41 ::-:: g.Kdos.Chefs.v.14.5.1941 ::-:: 

B e t r . : Kriegsgerichtsbarkeit. 

Alle Ausfertigungen des durch die Bezugsverfugung heraus- 
gegebenen Fiihrererlasses vom 13.5.1941 sind nach den Bestimmun- 
gen der Verschlussachen-Vorschrift zu vernichten: 

a) bei alien Dienststellen bis zu den Gen.Kdos. einschl.aufwarts, 

b) bei den Panzergruppenkommandos, 

c) bei den Armeeoberkommandos und diesen gleichgestellten Dienst- 
stellen, wenn die unabwendbare Gefahr besteht, dass sie in die 
Hande Unberufener fallen (Verschl.-Vorschr.Nr.58) 

Die Geltung des Erlasses wird durch die Vernichtung der Aus- 
fertigungen nicht beriihrt. Die Truppenbefehlshaber bleiben nach 
den Bestimmungen des Abschnitt III personlich dafiir verant- 
wortlich, dass die Offiziere und Rechtsberater rechtzeitig unterrichtet 
und dass nur solche Urteile bestatigt werden, die der politischen 
Absicht der Fiihrung entsprechen. 

* i Dieser Befehl ist mit den Ausfertigungen des Fiihrererlasses 

zu vernichten. ::-:: 

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht 
Keitel 

Verteiler: 

wie Bezugsverfugung 

u.Gen.z.b.V. beim Ob.d.H. 



Oberkommando der Wehrmacht 
WFSt/Abt. L (IV/Qu) 
Nr.001590/41 g.Kdos. 



257 



Drittes S: Verv I Inhalt iibereinstimmend mit zweitem S 1 Unterschiede 
zu zweitem S: zwischen Bk und Datum Eing.Stp (unl) [ Ziffer in „20.Ausferti- 
gung" hs I unter Vert Stp: „Anlage ./. zu 1/SkI 17245/41 GKds." (Ziffern hs) 



DOCUMENT 052-C 

HITLER'S ORDER, 22 JULY 1941, TO THE THREE SERVICES: IN THE 
CONQUERED EASTERN TERRITORIES RESISTANCE IS NOT TO BE 
PUNISHED BY MEANS OF CRIMINAL PROCEEDINGS AGAINST 
THE PERPETRATORS, BUT BY THE SPREADING OF TERROR BY 
THE OCCUPYING FORCES, WHO ARE TO APPLY DRACONIC 
MEASURES (EXHIBIT GB-485) 



BESCHREIBUNG: 

hegl Phot I teilw wiedergegeben I alio Rand-Vm'e auBer Stp hs I Seite 1 
Uber Datum: Ob.d.M. I 1 Rand unter Bk Stp: „Ob.d.M. op.1312/41 Eing.: 24Juli 
1941 Anlagen: . . . ." (Aktenzeichen hs) I r daneben: „P unl, 24", dahinter „Ia" 
durchzeichnet von P unl, dahinter „(Lage)" I 1 n Ausfertigiings-Vm: f 24/7 I 
darunter: „I op" durchzeichnet von „Br 24/7" I dahinter: „I f" durchzeichnet 
von „K 25/7" I dahinter: „Ib" durchzeichnet von P unl ,,28/7" I darunter 
und r n „Weisung 33.": ,, Ziffer 5" (dnrdi schriigen Strich mit „I op" ver- 
bunden) I dahinter: ziir Ktnis Adm Norwegen 1 im Eaume iiber Abs „1.)"= 
„Z.d.A. Weisungen bci I op a" 



Geheime Kommandosache 

Chefsache! 
Nur durch Offiiier! 

Der Chef F.H.Qu., den. 23.7.41 

des Oberkommandos der Wehrmacht 
Nr.44J254/41gKChefs. 
WFSt/Abt.L (I Op.) 

14 Ausfertigungen 
2.Aus/ertigung. 

Erganzung zur Weisung 33 

Nach einem Vortrag des Ob.d.H. hat der Fiihrer am 22.7. als Er- 
ganzung und Erweiterung der Weisung 33 befohlen: 

1.) Siidostfront: 



2.) Mittlere Ostfront: 



258 



052-C 



— Seite 2 — 

3.) Nordostfront: 



4. ) 

5. ) Fur Kriegsmarine und Luftwaffe bleiben die Anord- 

nungen nach der Weisung 33 aufrechterhalten. 



6.) Die zur Sicherung der eroberten Ostgebiete zur 
Verfiigung stehenden Truppen reichen bei der Weite dieser 
Raume nur dann aus, wenn alle Widerstande nicht durch die 
juristische Bestrafung der Schuldigen geahndet werden, sondern 
wenn die Besatzungsmacht denjenigen Schrecken verbreitet, der 
allein geeignet ist, der Bevolkerung jede Lust zur Widersetzlich- 
keit zu nehmen. 

— Seiie 3 — " 

Die entsprechenden Befehlshaber sind mit den ihnen zur Ver- 
fiigung stehenden Truppen verantwortlich zu machen fur die Ruhe 
in ihren Gebieten. Nicht in der Anforderung weiterer Sicherungs- 
krafte, sondern in der Anwendung entsprechender drakonischer 
Massnahmen miissen die Befehlshaber das Mittel finden, um ihre 
Sicherungsraume in Ordnung zu halten. 

Keitel 



Verteiler: 

Ob.d.H. (Op.Abt.) 
Ob.d.M. (Ski.) 
Ob.d.L. (LwFuSt.] 
AOK Norwegen 
OK W: 

W.F.St. 

Abt.L 6. - 
WNV 
Ausl./Abw. 

Abt.Ausl. 



1. Ausf. 

2. Ausf. 

3. Ausf. 

4. Ausf. 

5. Ausf. 
-1 l.Ausf. 

12. Ausf. 

13. Ausf. 

14. Ausf. 



259 



DOCUMENT 057-C 

DRAFT OF A LETTER FROM NAVAL WARFARE ADMINISTRATION, 
8 AUGUST 1941, TO THE COMMANDERS-IN-CHIEF OF GROUPS 
WEST, NORTH, SOUTH: SUGGESTIONS FOR THE CONDUCT OF 
THE WAR AFTER TERMINATION OF THE EASTERN CAMPAIGN, 
FOR EXAMPLE THE CAPTURE OF TOBRUK, GIBRALTAR; ATTACKS 
IF POSSIBLE TOGETHER WITH TURKEY AND THROUGH HER 
TERRITORY, ON SYRIA, IRAK, PALESTINE, EGYPT; IN NORTH 
AFRICA AS FAR AS POSSIBLE IN COLLABORATION WITH THE 
FRENCH (EXHIBIT USSR-336) 



BESCHREIBUNG: 

bcgl Phot I Seite 1: durch Stp „Chefsadie!" usw. iiberdeckt schwer leserliche 
SchrHft, moglicherweise: „Chefsache! geschr. v. Offizier!" (unterstrichen) I 
1 n Vert schrag: ab 9.8. (hs, unterstrichen) I . darunter lis: „P unl, gef. 8.8." 
(hs unterstrichen) „Mohr." I r n Verit untereinander: — Priif 1, — „ 2, — 
„ 3 (hs) I Seite 6: schrag von 1 nach r iiber „Abschrift an": „Ab 9.8. (unter- 
strichen), P unl" (alles hs) I r daneben: „ — Priif 4 gef. 8.8. Mohr." (hs) I 
r n „Z.d.Akten": „IV 2 (la 2 )" (hs) I P unter „C/Skl" angehakt I samtliche 
Seiten in umgekehrter Reihenfolge durchnumeriert von 46a — f 



Seekriegsleitung Berlin, den 8 August 1941 

B.Nr.l Ski. Ia 

1 3 85/4 1 Gkdos Chefs. 

Geheime Kommandosache 

Chefsache! 
Nut dutch Offizier! 

Vf g. 

I.) Schreibe an: 

Oberbefehlshaber Gruppe West ) 

) Personliche 
Oberbefehlshaber Gruppe Nord ) Anschrift! 

) 

Oberbefehlshaber Gruppe Slid ) 

B e t r i f f t : Absichten fur die Weiterfuhrung des Krieges 
nach Beendigung des Ostfeldzuges. 



I. Der Seekriegsleitung liegt ein Weisungsentwurf iiber die weite- 
ren Absichten nach Beendigung des Ostfeldzuges vor. Die nach- 
folgenden Ausfiihrungen geben in grossen Ziigen ein Bild von 
diesen Absichten und sind fur die personliche Unterrichtung der 
Oberbefehlshaber und der Chefs der Stabe bestimmt. 



260 



057-C 



II. Folgende Massnahmen sind nach Durchfuhrung des Ostfeldzuges 
vorgesehen: 

— Seite 2 — 

1. ) Der besetzte Ostraum wird gesichert und befriedet. Die Starke 

der hierfiir notigen Heereskrafte liegt noch nicht fest, doch wird 
damit gerechnet, dass etwa 60 Divisionen und eine Luftflotte 
hierfiir ausreichen werden. 

2. ) Soweit Heereskrafte frei werden, soil das Personal und die frei- 

werdende Riistungskapazitat auf Luftwaffe und Marine verteilt 
werden (nach Auffassung der Seekriegsleitung , wird dieser 
Personal- und Riistungskapazitatsanfall angesichts der unten 
aufgefiihrten Aufgaben jedoch gering sein). 

3. ) Verstarkung der Streitkrafte in Nordafrika zunachst in einem 

Umfang, dass Tobruk genommen werden kann. Zur planmassi- 
gen Durchfuhrung der erforderlichen Transporte ist voraussicht- 
lich der Wiedereinsatz deutscher Luftstreitkrafte gegen Malta 
und zur Sicherung erforderlich. 

Bei planmassigem Ablauf der Transporte kann ab Mitte 
September mit dem Angriff auf Tobruk gerechnet werden, 
sofern nicht die Wetterlage eine Verschiebung erforderlich 
macht. 

— Seite 3 — 

4. ) Die Unternehmung „ F e 1 i x" zur Einnahme Gibraltar's unter 1 ) 

aktiver Beteiligung Spaniens soil noch im Jahre 1941 durchge- 
fiihrt werden. 

Die Bereitstellung und Uberfiihrung der erforderlichen 
Heereskrafte erfordert'3 Monate vom Tage der Befehlserteilung 
bis zum Angriffsbeginn auf den Felsen, gerechnet vom augen- 
blicklichen Stand der Ostfront. Fur jede weiteren 50 km Front- 
verlegung 2 ) nach Osten muss dieser Frist von 3 Monaten 1 Tag 
zugeschlagen werden. 

Der Grenzubertritt iiber die franz.-spanische Grenze erfolgt 
38 Tage vor dem eigentlichen Angriffstag. 

5. ) Falls nach Erkennbarwerden des Endsieges im Ostfeldzug die 

Tiirkei gewonnen werden kann, ist nach einer mindestens 
85 Tage beanspruchenden Bereitstellung der erforderlichen 

') hinter ,. unter": ,, stiller oder" (hs gestriclien) 
2 ) „vci'legung" fiir: „langerung" (hs gestrichen) 



261 



057-C 

Krafte und vorangehender Sicherung der Taurus-Ubergange 
und 3 ) Verbesserung der anatolischen Transportwege durch die 
Tiirken mit deutscher Hilfe, Angriff auf Syrien, Palastina in 
Richtung Agypten vorgesehen. 

— Seite 4 — 

6.) Der Aufmarsch stiitzt sich zum Teil auf den Seetransport bis 
Smyrna und in nord-anatolische Hafen. 

6. ) Nach entsprechender weiterer Verstarkung der Afrika-Krafte 

und je nach Auswirkung der Massnahme gemass 5.) ist die 
Offensive gegen Agypten aus der Cyrenaika heraus (nach Erle- 
digung Tobruk) vorgesehen. 

Sie wird voraussichtlich nicht vor der Jahreswende 1941/42 
beginnen konnen. (vergl.: audi Aufmarschzeit zu 5.) ). 

7. ) Wenn der Zusammenbruch Sowjetrusslands die Voraussetzun- 

gen dafiir schafft, ist der Angriff eines motorisierten Expedi- 
tionskorps durch Transkaukasien in Richtung Persischer Golf 
und in Richtung Irak — Syrien — Agypten vorgesehen. 

Dieser Angriff wird aus Witterungsgriinden erst im Friihjahr 
1942 moglich. 

8. ) Fur den Fall, dass ein Mitziehen der Tiirkei auch nach dem 

Zusammenbruch Sowjetrusslands nicht erreichbar ist, soli der 
Siidstoss durch Anatolien auch gegen den Willen der Tiirkei 
durchgefuhrt werden. 

— Seite 5 — 

Der Aufmarschzeitbedarf betragt 145 Tage. Die Operation 
kommt deshalb keinesfalls vor Fruhjahr 1942 in Frage und 
wird dann voraussichtlich mit der Massnahme gemass 7.)zeitlich 
in Einklang gebracht. 

III. Von ausschlaggebender Bedeutung fiir die planmassige Abwick- 
lung dieses Programms ist 

1. ) der Fortgang des Feldzuges im Osten 

2. ) die Entwicklung unseres Verhaltnisses zu Frankreich. 

Zu 1.): 

Der Ostfeldzug hat sich im grossen und ganzen erwartungs- 
gemass entwickelt, wenn auch der Anfangswiderstand des 
Gegners iiberschatzt, die Zahigkeit in langeren Kampfhand- 
lungen unterschatzt wurde. Es ist nach Wiederbeginn der 
Offensivbewegungen der eigenen Krafte mit weiterhin plan- 
massigem und zunehmend schneller werdendem Ablauf der 
Ereignisse zu rechnen. 

3 ) fiir: „dic" (hs gcstrichen) 



262 



057-C 



Zu 2.) : 

Von der Entwicklung des Verhaltnisses zu Frankreich hangt 
in erster Linie die Verstarkungs- und Nachschubfrage un- 
' serer nordaf rikanischen Krafte ab, 

— Seite 6 — 

da die Einbeziehung von Biserta-Tunis als Nachschubhafen 
Vorbedingung fur planmassigen und zeitgerechten Transport- 
ablauf ist. Ein Nichtzustandekommen der Zusammenarbeit 
mit Frankreich wiirde ausserdem die Moglichkeit einer un- 
gunstigen Entwicklung in") Franz.-West- und Nordafrika, 
damit eine vollig veranderte Lage fiir die eigenen Afrika- 
streitkrafte und die Notwendigkeit ergeben, die oben kurz 
dargestellten eigenen Absichten zu revidieren. 
IV. Es wird zum Abschluss dieser Unterrichtung nochmals auf den 
allgemeinen Fiihrerbefehl hingewiesen, dass jeder Offizier nur 
soweit von Planungen usw. Kenntnis haben soli, wie es fiir die 
Durchfiihrung seiner dienstlichen Aufgaben unbedingt erforder- 
lich ist. Strikteste Einhaltung des eingangs erwahnten Mit- 
wisserkreises wird deshalb nochmals besonders betont. 
II.) Abschrift an: lb. 
III.) Z.d.Akten 

C/Skl. 

l.Skl. 

P unl, la 

9 /S P unl, S/S P unl, SIS 



DOCUMENT 059-C 

HITLER'S DECISION, 18 FEBRUARY 1941, PASSED ON BY THE OKW, 
19 FEBRUARY 1941, ON THE EXECUTION OF OPERATION "MARITA": 
ENTRY INTO BULGARIA TO BEGIN 2 MARCH 1941 (EXHIBIT' GB-121) 



BESCHREIBUNG: 

begl Phot I alle Rand-Vm'e auBer Stp hs I Ul.er T Stp: „Ob.d.M. A I op 202/11 

Eiiig.: 20.Feb.1941 Anlagen: ./." (Aktenzeichen hs) I unter Datum: „ObdM, 

C/Skl + 1/Skl haben Vortrag la GW 20/2" I unter Ausfertigungs-Vm: „Ia 

GW 20/2, 1° (P unl), I [ R, I L Ga 21/2." I unter U: „Z.d.A. bei la c.", dar- 

unter: .,111 h (P unl) 21/2." I I n T in Hone von Abs. 2.): „I° erl.", darunter 

,.b. V Stab K. (Name unl) unterrichten", darunter: „Ia G W 20/2." 



4 ) fiir: „des" (hs gestrichen) 



263 



059-C 

Geheime Kommandosache 

Oberkommando der Wehrmacht F.H.Qu., den 19. 2. 1941 

Nr. 44 187/41 gKdos. Chefs. WFSt/Abt. L(I Op.) 

Chef Sache lOAusfertigungen 
Nur durch Offizier 2. Ausf ertigung 

Der Fiihrer hat am 18.2. iiber die Durchfiihrung Marita ent- 
schieden: 

1. ) Folgende Termine sind vorzusehen: 

Beginn des Briickenschlages: 28. 2. 
Donauiibergang: 2. 3. 

Endgiiltiger Befehl iiber die Durchfiihrung erfolgt spatestens 
am 26. 2. 

Ob mit Beginn des Briickenschlages XIV. A.K. in Bulgarien 
einriickt, oder nur Flakkrafte dorthin vorgeschoben werden, 
wird spatestens 26.2. entschieden werden. 

2. ) Ob und warm vor Varna und Burgas Minen gelegt werden, 

ist allein Sache der Bulgaren. 

3. ) Sollten von griechischem Hoheitsgebiet aus Luftangriffe gegen 

Bulgarien und Rumanien stattfinden, so hat X.Fliegerkorps 
auch im Einsatz gegen griechisches Hoheitsgebiet freie Hand. 

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht 
LA. 
Warlimont 



Verteiler: 

ObdH Op.Abt. l.Ausf. 

Ob dM SKL. 2. Ausf. 

ObdL LwFSt. 3.Ausf. 

OKW 

WFSt 4.Ausf. 

Abt.L 5— 9.Ausf. 
Ausl.Abw. 10. Ausf. 



264 



DOCUMENT 060-C 

HITLER'S ORDER, 24 MARCH 1941: ATTACK AGAINST ALL NAVAL 
FORCES (INCLUDING GREEK) IN CRETE TERRITORIAL WATERS 
NOW PERMITTED (EXHIBIT A. J. -13) 



BESCHREIBUNG: 

begl Phot I samtliche Rand-Vm'e auBer Stp hs I unter Datum: ObdM, C/Skl, 
+ 1/Skl haben Vortrag I r unter Betr.-Vm iiber Stp: P unl I unter Aus- 
ferligungs-Vm: „Ia Lage (P unl) 25" I r davon: „I°" durchzeichnet von P unl I 
darunter: I (Buchstabe unl, P unl) 27/3 I darunter: „Ib (P unl) 27/3" I r n U 

Stp: „Ob.d.M. I op 378/41 Eing.: 25.3.41 Anlagen: " (Aktenzeichen und 

Datum hs) 



Geheime Kommandosachel 

Oberkommando der Wehrmacht FHQ, den 24.3.41. 

WFSt/Abt.L (I op) Nr. 0 05 04/4 1 g. K. 

8 Ausfertigungen. 
. Ausfertigung. 

B e t r. : Aufklarung und Angriff im griechischen 
Hoheitsgebiet der Insel Kreta. 

Chelsachel 
Nur durch Offizier! 

Der Fiihrer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat ab 
sofort Aufklarung und Angriff gegen samtliche Seestreitkrafte 
(auch griechische) im griechischen Hoheitsgebiet der Insel Kreta 
freigegeben. 

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht. 
I. A. 
Jodl 

Verteiler: 



Ob.d.L.,Lw.Fu.Stab la 


1. Ausf. 


Ob.d.H. (nachrichtlich) 


2. „ 


Ob.d.M. Ski., (nachrichtlich) 


3. „ 


Chef WFSt 


4. „ 


Chef L, zugl. Ktb. 


5. „ 


L I L op. 


6. „ 


LI Hop. 


7- 


L I K op. 


8. „ 



265 



DOCUMENT 062-C 



HITLER'S ORDER, 9 OCTOBER 1939: PREPARATIONS FOR THE 
ATTACK ON FRANCE, UTILIZING THE TERRITORIES OF HOLLAND, 
BELGIUM AND LUXEMBOURG. LETTER FROM KEITEL TO THE OKH, 
15 OCTOBER 1939: OCCUPATION OF HOLLAND NECESSARY FOR 
GERMAN MILITARY PURPOSES (EXHIBIT GB-106) 



BESCHREIBUNG: 
zweiteilig I bcgl Phot 

Erstes S: siimtliche Rand-Vm'e aufier Stp hs I durcli Geheim-Stp: P unl, 
10/10 I untcr Geheim-Stp: C/SKL I am Rand 1 n ,,Weisung Nr.6" Eing.-Stp: 
.,Ob.(J.M. A I op 283/39 Eing.: 10.10.39 Anlagen: ./." (Aktenzeichen und Datum 
hs) I r davon: GW 11/ .1 iiber erstem Abs: ,,I° (P unl) 13/10" I r davon: 
„Asto 2 (P unl) 14/10." I In erstem Abs hs Kreuz, dariiber: „P unl, 11/10" 1 
iiber „2.)": P unl, 11.10. 

Oberste Befehlshaber der Wehrmacht Berlin, den 9.10.1939 

Nr. 1 7 2 / 3 9'g.K. Chefs. WFA/L 
Geheime Kommandosache 

8 Ausfertigungen 
2. Ausfertigung 

Chef Sache 
Nur durch Offiziei 

Weisung Nr. 6 
fur die Kriegfiihrung. 

1. ) Sollte in der nachsten Zeit zu erkennen sein, dass England und 

unter dessen Fiihrung audi Frankreich nicht gewillt sind, den 
Krieg zu beenden, so bin ich entschlossen, ohne lange Zeit ver- 
streichen zu lassen, aktiv und offensiv zu handeln. 

2. ) Ein langeres Abwarten fiihrt nicht nur zu einer Beseitigung der 

belgischen, vielleicht auch der hollandischen Neutralist zugun- 
sten der Westmachte, sondern starkt auch die militarische Kraft 
unserer Feinde in zunehmendem Mafie, lasst das Vertrauen der 
Neutralen auf einen Endsieg Deutschlands schwinden, und tragt 
nicht dazu bei, Jtalien als militarischen Bundesgenossen an 
unsere Seite zu bringen. 

3. ) Fur die Weiterfiihrung der militarischen Operationen befehle ich 

daher folgendes: 

a) Am Nordfliigel der Westfront ist durch den luxemburgisch- 
belgischen und hollandischen Raum eine Angriffsoperation 



266 



0S2-C 



vorzubereiten. Dieser Angriff muss so stark und so fruhzeitig 
als moglich gefiihrt werden. 

b) 

— Seite 2 — 

b) Zweck dieser Angriffsoperationen ist es, moglichst starke 
Teile des franzbsischen Operationsheeres und die an seiner 
Seite fechtenden Verbiindeten zu schlagen, und gleichzeitig 
moglichst viel hollandischen, belgischen und nordf ranzosischen 

')* Raum als Basis fur eine aussichtsreiche Luft- ::-:: und See- 
kriegfiihrung ::-:: gegen England und als weites Vorfeld des 
lebenswichtigen Ruhrgebietes zu gewinnen. 

c) Der Zeitpunkt des Angriffes ist abhangig von der Verwen- 
dungsbereitschaft der Panzer und Mot.-Verbande, die unter 
Anspannung aller Krafte zu beschleunigen ist und von der 
dann gegebenen und in Aussicht stehenden Wetterlage. 

4. ) Die Luftwaffe verhindert das Eingreifen der franzosisch-eng- 

lischen Luftwaffe gegen das eigene Heer und unterstiitzt, soweit 
erforderlich, dessen Vorgehen unmittelbar. Hierbei wird es audi 
a )* darauf ankommen, das Festsetzen der englisch-franzosischen 
Luftwaffe sowie englische Truppenlandungen in Belgien und 
Holland zu verhindern. 

5. ) Die Seekriegsfiihrung hat alles daran zu setzen, um fur die 

Dauer dieses Angriffs die Operationen des Heeres und der Luft- 
waffe mittelbar oder unmittelbar untersttitzen zu kbnnen. 

6.) 

— Seite 3 — 

6. ) Neben diesen Vorbereitungen fur den planmassigen Beginn des 

Angriffs im Westen mussen Heer und Luftwaffe jederzeit und in 
zunehmender Starke bereit sein, um sofort einem franzosisch- 
englischen Einmarsch nach Belgien moglichst weit vorwarts auf 
belgischem Gebiet entgegentreten und Holland in einem mog- 
lichst weiten Umfang in Richtung auf die Westkiiste besetzen zu 
konnen. 

7. ) Die Tarnung der Vorbereitungen muss darauf abgestimmt sein, 

dass es sich nur um Vorsichtsmassnahmen gegeniiber der 
drohenden Versammlung franzosischer und englischer Krafte an 
der franzosisch-luxemburgischen und belgischen Grenze handelt. 

1 ) bei * Rand-Vm: nicht (hs) 

2 ) bei * nur tcilw undentlich lesliarer Rand-Vm bis unter vierten Abs gesclirie- 

ben: die Unlerbrecbung der Nachschubwege der bereits gelandeten 

engl. Truppe eine Sache der Luftwaffe ist U-Boote im Kanal sehr 

bald " 



267 



062-C 



8.) Die Herren Oberbefehlshaber bitte ich, mir auf Grund dieser 
*' Weisung ihre Absichten im einzelnen moglichst bald vorzu- 
3 ) tragen und mich uber das OKW fortlaufend uber den Stand der 
* 2 Vorbereitungen unterrichtet zu halten. 

Adolf Hitler 

Verteiler: 

OKH l.Ausf. 

::-::OKM 2. „ ::-:: 

R.dX.u.Ob.d.L. 3. „ 
OKW: 

Chef WFA 4. „ 

Chef L 5. „ 

I a 6. „ 

lb 7. „ 

I c 8. „ 



Zwei'tes S : alle Rand-Vm'e auBer Stp hs I zwischen Bk und Datum Eing-Stp: 
„Ob.d.M. I op 380/39 Eing.: 17.XI.39 (?) Anlagen: . /." (Aktenzeichen und Datum 
hs) I unter „2.Ausfertigung.": f 16/11 (?) I r n „7 Ausfertigungen": I™, P unl I 
darunter: „I a GW 17/11 (?) An la zuriick I vor und hinter ,,Chefsache! Nur 
durch Offizier!" je ein hs Strich 



Geheime Kommandosache 

Oberkommando der Wehrmacht. Berlin, den 15.10.1939. 

W. F. A. N r. 2 0 / 3 9 g. Kdos, Chef s. 7 Ausfertigungen. 
Betr. : Fall „Gelb" 2.Ausfertigung. 

Chefsache! 
Nur durch Offizier! 



Die Riickfragen des Oberkommandos des Heeres, die sich auf die 
Ausfiihrung der Weisung OKW/WFA/L Nr.213/39 g.K.Chefs.v. 
14.11.39 bezogen, wurden heute mit dem Fiihrer erortert. 

Das Ergebnis war folgendes: 

Die Sicherung des Ruhrgebietes durch moglichst weites Vor- 
schieben der Flugmeldeorganisation und der Luftabwehr in den 
hollandischen Raum ist fur die Gesamtkriegfuhrung von nicht 
unerheblicher Bedeutung. 

3 ) von *' bis * 2 Randstrich 



268 



062-C 



Je mehr hollandischer Raum von uns besetzt wird, umso wirk- 
samer kann die Verteidigung des Ruhrgebietes gestaltet werden. 
Dieser Gesichtspunkt muss fur die Zielsetzung des Heeres mass- 
gebend sein, auch wenn Heer und Kriegsmarine unmittelbar an 
einem solchen Raumgewinn nicht interessiert sind. Die Vorberei- 
tungen des Heeres mussen daher darauf abgestellt werden, dass 
— auf besonderen Befehl ■ — der holland.Raum zunachst bis zur 
Grebbe - Maas-Linie in Besitz genommen wird. Von dem politischen 
und militarischen Verhalten der Hollander, sowie von der Wirk- 
samkeit ihrer Uberschwemmungen wird es abhangig sein, ob dann 
das Ziel noch weiter gesteckt werden muss und kann. 

Ebenso sind die Vorbereitungen zu treffen, mit Unterstiitzung der 
Kriegsmarine die westfriesischen Inseln, vorerst mit Ausnahme von 
Texel, in Besitz zu nehmen, sobald die Nordkiiste von Groningen in 
unserer Hand ist; auch sie sind als Stiitzpunkte fur die Flugmelde- 
organisation von grosser Bedeutung und mussen dem Zugriff Eng- 
lands fur ahnliche Zwecke entzogen werden. 

Keitel 

Verteiler: 

OKH. (GenStdH) l.Ausf. 
::-:: OKM 2. „ ::-:: 

R.d.L.u.Ob.d.L. 3. „ 
OKW/L 4., 5., 6. Ausf. 
Entwurf 7. Ausf. 



DOCUMENT 063-C 

LETTER FROM KEITEL TO THE THREE BRANCHES OF THE ARMED 
FORCES, 27 JANUARY 1940: BY ORDER OF HITLER A SPECIAL 
STAFF IS TO BE SET UP UNDER KEITEL'S DIRECTION IN THE 
OKW FOR THE PREPARATION OF THE INVASION OF NORWAY; 
CODE NAME OF THE OPERATION: "WESERUBUNG" (EXHIBIT GB-87) 



BESCHREIBUNG: 

begl Phot 1 samtliche Rand-Vm'e aiiBer Stp hs I r n Ausfertigungs-Vm: P unl, 
28/1 I unter Bezugs-Vm: „Ob.d.M. hat Vortrag. Ia (P unl) 29/1." I r daneben 
Eing.Stp: „Ob.d.M. I op 98/40 Eing.: 29.1.40 Anlagen: . /." (Aktenzeichen und 
Datum hs) I r davon: „1. Ski" (hs unterstridien), durchschrieben von: „hat 
Kts.29.I." I r davon: la GW 29/1. I darunter: „I° (P unl) 30/1." I 1 n erstem 
Abs: „Vermerk: M.St. A. hat Kts. u. iiberniramt die Namhaftmachung des Offi- 
ziers (voraussichtlich Kpt.z.S. Krancke la GW 29/1" (Name undeutlich) 



269 



063-fi 



Der Chef 
des Oberkommandos der Wehrmacht 



Berlin, den 27.1.40 



Nr. 22045/40 g.K. Chefs.WFA/ Abt.L 



5 Ausferti gunge n. 
2.Ausfertigung 



Geheime Komamndosache 



Betr. : Studie „N". 



Chelsachel 



Nur dureh Olfizierl 



Bez. 22039/40 g.K.Chefs.WFA/Abt.L(I) v.23.1. 40 

Der Fiihrer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht 
wiinscht, dass die Studie „N" unter seinem personlichen und 
unmittelbarem Einfluss und im engsten Zusammenhang mit der 
Gesamtkriegfuhrung weiter bearbeitet wird. Aus diesen Griinden 
hat der Fiihrer mich beauftragt, die Leitung der weiteren Vor- 
arbeiten zu iibernehmen. 

Hierzu wird im OKW ein Arbeitsstab gebildet, der gleichzeitig 
den Kern des kiinftigen Operationsstabes darstellt. 

Die ::-:: Oberkommandos der Wehrmachtteile bitte ich, je 
einen als la geeigneten Offizier ::-:: fiir diesen Stab ::-:: zu 
benennen, ::-:: der moglichst auch ::-:: in Organisations- und 
Nachschubfragen geschult ::-:: ist. Amt Ausl/Abw. stellt den Ic, 
WFA den Transportbearbeiter, 1 Offz. fiir Nachrichtenverbin- 
dungen und 1 Offz. fiir allgemeine Fragen der Landesverwaltung. 

Zeitpunkt des Zusammentritts wird noch mitgeteilt. 

Die gesamte weitere Bearbeitung erfolgt unter dem Stichwort 
::-:: „Weserubung". ::-:: 



Keitel 



Verteiler: 
Ob.d.H. 

::-::Ob.d.M. 

R.d.L.u.Ob.d.L. 
WFA 
Abtl. L 



1. Ausfert. 

2. „ 

3. „ 



270 



DOCUMENT 064-C 

RAEDER'S NOTES CONCERNING HIS REPORT TO HITLER ON 12 DE- 
CEMBER 1939: REPORT ON HIS MEETING WITH QUISLING; THE 
LATTER'S PLANS FOR A COUP D'ETAT IN NORWAY, IN WHICH 
QUISLING WOULD TAKE OVER THE GOVERNMENT AND CALL ON 
GERMANY FOR HELP. SUGGESTION TO NEGOTIATE ON THIS 
BASIS, BUT WITH CAUTION; WAY TO BE LEFT OPEN FOR OCCU- 
PATION BY FORCE. CONCILIATORY ATTITUDE TO RUSSIA (EX- 
HIBIT GB-86) 



BESCHREIBUNG: 
zweiteilig I begl Phot 

E r s t e s S : 



Geheime Kommandosache 

Vortrag Ob.d.M. beim Fuhrer 12.XII.39. 12 Uhr mittags. 
(A.nwesend: Gen.Ob.Keitel, Gen.Maj.Jodel, Korv.K.v.Puttkammer) 

B e t r i f f t : Angelegenheit Norwegen. 

Ob.d.M. hat die beiden Herren Q und H empfangen. Q., friiher 
Kriegsminister, Fuhrer der nationalen Partei, macht zuverlassigen 
Eindruck, berichtet: Stimmung in N. sehr stark gegen Deutschland 
eingestellt, infolge Konfliktes Finnland — RuBland in noch hoherem 
Mafie als bisher. EinfluB Englands sehr groB, vor allem durch 
Storthing-Prasident Hambre (Jude und Freund von Hore Belisha.), 
der in N. z.Zeit allmachtig. Abmachung zwischen England und N. 
betreffs ev.Besetzung N's besteht nach Q's Uberzeugung. Dann 
wiirde auch Schweden sich gegen Deutschland stellen. Gefahr der 
Besetzung N's durch England sehr drohend: in Kiirze moglich. Vom 
11.1.40 an ist Storthing und damit Regierung N's illegal, da der 
Storthing seine Verlangerung um 1 Jahr selbst beschlossen hat 
gegen die Verfassung. Dies wiirde eine Gelegenheit zu einer poli- 
tisehen Umwalzung geben konnen. Q. hat gute Beziehungen zu 
Offizieren des n.Heeres und hat Anhanger in wichtigen Platzen und 
in wichtigen Stellungen (z.B. Eisenbahn). Q. ist bereit, in solchem 



271 



064-C 

Falle die Regierung zu ubernehmen und Deutschland zu Hilfe zu 
rufen. Q. ist ferner bereit, Vorbereitungen militarischer Art rait der 
deutschen Wehrmacht zu besprechen. 

Ob.d.M. weist darauf hin, daB man bei solchen Angeboten nie 
wissen kann, wieviel die betreffenden Personen die eigenen Partei- 
absichten fordern wollten u. wieweit ihnen die deutschen Interessen 

am Herzen lagen. Daher Vorsicht geboten. Es miisse ausge- 

schlossen sein, daB N. in die Hande E's falle, das kann kriegsent- 
scheidend sein; denn dann sei auch Schweden 

— Seite 2 — 

Schweden vollig unter dem EinfluB E's, und es werde wohl der 
Krieg in die Ostsee getragen werden, wodurch 1 ) die deutsche Marine 
in der Ozean- und Nordseekriegfuhrung vollig behindert werden 
wiirde. Auch der Fiihrer bezeichnete die Inbesitznahme N-s durch 
E. als untragbar. Ob.d.M. wies darauf hin, daB Besetzung von 
Stiitzpunkten an der Kiiste von N. durch D. naturgemaB starke 
engl. Gegenwirkung hervorrufen wiirde, um den Erztransport von 
Narwik zu unterbinden und daB dadurch starke Uberwasserkrieg- 
fiihrung an der norweg. Kiiste bewirkt wiirde, der die deutsche 
Marine auf die Dauer noch nicht gewachsen ware. Dies sei ein 
Schwachepunkt der Besetzung. 

Der Fiihrer erwog,Q. personlich zu sprechen, um Eindruck von 
ihm zu gewinnen: er wolle Reichsleiter Rosenberg vorher noch ein- 
mal horen, da dieser Q. seit langerer Zeit kennt. 

Ob.d.M. schlagt vor: falls Fiihrer giinstigen Eindruck erhalte, 
sollte OKW Erlaubnis bekommen, mit Q. Plane zur Vorbereitung 
und Durchfuhrung der Besetzung. 

a) auf friedlichem Wege— d.h. deutsche Wehrmacht von N. 
gerufen -- oder 

b) auf gewaltsame Weise zu vereinbaren 

2.) Ob.d.M. befiirwortet recht 2 ) klare Linie im RuBland - Finnland 
Konflikt einzuhalten: Keine Unterstiitzung Finnlands durch 
Waffen (auf dem Wege iiber das unzuverlassige Schweden). 
Chef OKW erklart, es sei A.A. fur Schweden mitgeteilt, daB 
Waffen an Schweden nur geliefert wtirden, falls die Regierung 
schriftlich bescheinige, daB sie nur fur die schwedische Wehr- 

— Seite 3 — 

Wehrmacht verwendet wiirden. 

Ob.d.M. befiirwortet auf der anderen Seite Entgegenkommen 
gegeniiber RuBland z.B. bei Olversorgung der U-Boote, da 

1 ) urspriinglich: „was audi" (hs gestrichen) 

2 ) urspriinglicfa: „3on9t" (hs gestridieu) 



272 



864- C 

RuBland uns praktisch auch Vorteile bote, z. B. Festhalten fremder 
Dampfer in Murmansk bis 3 Tage nach Abfahrt Bremen. 
Fiihrer ist mit beiden Punkten einverstanden. 

gez. Raeder. 
F. d. R. 
Assmann 



Zweites S: im Inhalt iibereinstimmend mit erstem S, daher nicht abgedruckt I 
Abweichungen vom ersten S: Seite 1: r Rand o iiber T. Stp: „Teil C Heft VII" I 
I Rand n t)b: C.Skl (hs) I unter Anwesenheitsliste: ,,1-SkI, la GW 19/12., Io 
(P unl) 19/XII" (hs) I im T 2. Abs: statt „wie" urspriinglich „wieviel" („viel" 
b.3 gestrichen, dariiber geschrieben „weit") I Seite 2: unter „b)": „Fiihrer ist 
einverstanden." hs eingefiigt I uniter U fehlt Richtigkeits-Vm 



DOCUMENT 065-C 

UNDATED MEMORANDUM BY ROSENBERG. DRAFT FOR A COM- 
MUNICATION TO HITLER CONCERNING QUISLING, HIS PARTY 
AND HIS PLANS. QUISLING'S SUGGESTIONS FOR A GERMAN 
ACTION AGAINST NORWAY AND HIS ESTIMATE OF THE EFFECT 
OF SUCH A STEP IN NORWAY. (THIS NOTE WAS FOUND AS AN 
ENCLOSURE IN A LETTER FROM ROSENBERG TO RAEDER; CF. 
EXHIBIT RAEDER-67) (EXHIBIT GB-85) 

BESCHREIBUNG: 

zweiteilig I beg] Phot I W nur des ersten S 

E r s t e 8 S : 1 iiber „Aktennotiz" von 1 nach r: „C.Skl. 1. Ski la (P unl) 29/12. I o 
(P unl) 8/ (P unl)" (hs) I 1 unter „Aktennotiz" hs-Vm: (Anlage zu einera Schrei- 
ben des Reichsleiters Rosenberg an Ob.d.M.) 



Aktennotiz. 

Betr.: Besuch des Staatsraats Q u i s 1 i n g - Norwegen. 

In Erganzung bisheriger Nachrichten teile ich mit, daB Quisling 
als einer der bekanntesten nordischen Generalstabsoffiziere gilt, 
Militarattache in Finnland war, von 1927-30 vor Abbruch der diplo- 
matischen Beziehungen zwischen der Sowjet-Union und GroB- 
britannien die Vertretung der Britischen Geschafte in Moskau 
innehatte. Von 1931 — 33 war er norwegischer Kriegsminister, als 
Vertreter der Norwegischen 1 Bauern-Partei, trat dann zuriick und 
griindete eine radikale nationale und soziale Partei unter dem 
Namen „Nationale Sammlung". Diese Partei stand und stent auf 
einem antisemitischen Standpunkt und vertritt engste Zusammen- 
arbeit mit Deutschland, zahlt 15 000 eingeschriebene Mitglieder, und 



273 



065-C 



Quisling gibt seine unmittelbare Anhangerschaft mit 2 — 300 000 an, 
d.h. jene 10 °/o, die inmitten selbst der heutigen klaren antideutschen 
Stimmung in Norwegen und Schweden fiir eine Zusammenarbeit 
mit Deutschland eintreten. Seine Partei hat audi an den Wahlen 
fiir Storthing nicht teilgenommen. 

Der AnlaB einer Aktion, die Quisling vortrug, ware gegeben 
durch die Tatsache, daB der Storthing gegen die Verfassung seine 
eigene Verlangerung beschlossen hat, die am 12. Januar in Kraft 
treten soli. Quisling hat als alter Offizier und ehemaliger Kriegs- 
minister auch jetzt noch engste Beziehungen zur Norwegischen 
Armee. Er zeigte mir das Original eines Briefes, den er erst kiirzlich 
vom Kommandanten in Narvik, Oberst S u n 1 o , erhalten hatte. In 
diesem Brief betont Oberst Sunlo offen: unter den jetzigen Um- 
standen, wennsie so weiter gingen, sei Norwegen erledigt. Er hoffe 
nur, daB 

— Seite 2 — 

daB aus der Nation noch soviel iibrig bleibe, daB aus den Resten 
ein Volk geschaffen werden konne, welches Norwegen wieder gut 
und wahrhaftig aufbauen konne. Das jetzige Geschlecht werde mit 
Recht in die Wiiste geschickt, und man miiBte sagen, es verdiene 
nichts anderes; denn wie er es verstehe, -hatten die Norweger sich 
gegen die unveranderlichen Gesetze der Welt vergangen. Dieses 
Gesetz verlange Arbeit und Idealismus, und nienials sei Dummheit 
als eine brauchbare Entschuldigung angesehen worden. „„Ich werde 
nichts tun fiir den Saufer Madsen (Handelsminister), fiir den Ver- 
teidigungsfeind Monsen (Kriegsminister) und fur das Rindvieh 
Nygolswold (Premierminister). Dagegen kann es gut und niitzlich 
sein, seine Zeit damit zu verbringen, einmal seine Knochen fiir die 
nationale Erhebung zu riskieren."" gez.: Konrad Sunlo. 

Amtsleiter Scheidt, der mehrfach in Norwegen gewesen ist und 
dort eine Anzahl Bekanntschaften besitzt; teilt mit, daB sich in 
ahnlicher Weise der Kommandant des groBten Truppeniibungs- 
platzes, H r o s 1 e v, geauBert habe, ebenso wie der Chef der Kriegs- 
schule in Halden, Kapitan F r i t z n e r. 

Den Konig kennt Quisling aus seiner Amtszeit sehr gut, und er 
glaubt, daB der Konig auch ihn schatze, wenn er auch im groBen 
und ganzen englandfreundlich gesinnt sei. Als groBter Feind 
Deutschlands und als vielleicht machtigste politische Personlichkeit, 
in deren Handen praktisch die Politik des Nordens augenblicklich 
liege, wir*d der Jude Hambro 



274 



065-C 



— Seite 3 — 

Hambro bezeichnet, der Prasident des Storthing, der zugleich der 
Prasident des Auswartigen Ausschusses ist. Zugleich ist er Fiihrer 
der Delegation beim Volkerbund und Fiihrer der starksten poli- 
tischen Partei, der sogenannten „Konservativen", in deren Hand 
das Schicksal der augenblicklichen Minderheitsregierung liegt. 
Hambro kontrolliert auch das Nachrichtenwesen in Norwegen, und 
so steht zu befurchten — und zwar in Kiirze zu befiirchten — , daB 
angesichts der durch den russisch-flnnischen Konflikt wachsenden 
anti-russischen Stimmung fiir England erhohte Krafte und gegen 
Deutschland immer schneller an Macht gewinnen. 

tiber die Moglichkeit einer Aktion ist dahingehend ein Plan 
vorgetragen worden, wonach eine Anzahl ausgesuchter Norweger 
moglichst schnell in Deutschland fiir eine entsprechende Tat nebst 
genauer Arbeitsteilung ausgebildet werden sollen, ihr beigegeben 
erfahrene nationalsozialistische Kampfer,die Ubungen in derartigen 
Aktionen besitzen. Diese Ausgebildeten miiBten dann moglichst 
schnell nach Norwegen, wobei iiber die Einzelheiten noch zu reden 
ware. Die Besetzung einiger wichtiger Zentralen in Oslo miifite 
schlagartig erfolgen, und zu gleicher Zeit miiBte die deutsche Flotte 
nebst entsprechenden Kontingenten der deutschen Armee an einer 
vorgesehenen Bucht vor der Einfahrt von Oslo auf besonderen 
Ruf der neuen norwegischen Regierung eingesetzt werden. Quisling 
zweifelt nicht, daB eine solche Tat — im Augenblick gelungen — 
ihm sofort die Zustimmung jener Teile der Armee bringen wird, 
mit denen er jetzt Verbindungen hat, wobei es sich von selbst ver- 
steht, daB er iiber einen politischen Kampf nie mit ihnen gesprochen 
hat. Vom Konig glaubt er, daB er einer solchen voll- 

— Seite 4 — 

vollzogenen Tatsache Rechnung tragen wiirde. 

Die Zahl der notwendigen deutschen Truppen beziffert Quisling 
in Ubereinstimmung mit den deutschen Ausrechnungen. 

gez.: A. Rosenberg 



Zweites S: im Inhalt iibereinstimmend mit erstem S, daher nicht ab- 
gedruckt I Abweichungen vom ersten S: andere SAreibmaschinentypen I r iiber 
„Aktennotiz" Stp: Geheime Kommandosaehe! I 1 Rand unter U: „F.d.R. 
Dudat" (Name hs) 



275 



DOCUMENT 066-C 



MEMORANDUM BY RAEDER, 30 JANUARY 1944, FOR THE PERSONAL- 
INFORMATION OF ADMIRAL ASSMANN: THE GROWTH OF HIT- 
LER'S PLANS FOR THE WAR AGAINST RUSSIA, RAEDER'S PART 
IN THE PREPARATION OF THE INVASION OF NORWAY, POSITION 
OF THE NAVY AND ITS PREPARATIONS FOR LANDING IN ENG- 
LAND (EXHIBIT GB-81) 



BESCHREIBUNG: 

begl Phot I samtlidie Rand-Vm'e und T-Verbesserungen hs I von *' bis 
jeweils hs Randstridi 



Herrn Admiral Assmann zur eigenen Unterrichtung. 

Nicht jiir Veroffentlichungen 1. Chefsache ::-:: Anl. 1 a) 

zu verwenden. Raeder. 30.11. 44. 

a) Barbarossa. 

1. ) Zu diesem Zeitpunkt hatte der Fiihrer seinen„unabanderlichen 

Entschluss"bekanntgegeben,den Ostfeldzug trotz aller Gegen- 
vorstellungen zu fuhren. Danach waren weitere Warnungen, 
') * I sofern sich nicht ganz neue Lagen ergaben,erfahrungsgemass 
vollig zwecklos. Von der„zwingenden Notwendigkeit" zu Bar- 
* 2 barossa war ich als Chef der Seekriegsleitung nie uberzeugt. 

2. ) Es war wahrend des Frankreich-Feldzuges und auch wahrend 

des Beginnes der Vorbereitungen zu Seelowe — solange der 
Fiihrer noch hoffte,dafi die auch von ihm als unerlasslich an- 
erkannte Vorbedingung zu Seelowe.Erringung der Luftherr- 
schaft,zu verwirklichen sei, — zweifellos seine Absicht, nach 
Niederwerfung Frankreichs den Schwerpunkt auf Marine und 
! ) *' Luftwaffe zu verlagern. Die Truppenverschiebungen an die 
Ostf ront im August bezeichnete m i r- der Fiihrer noch als 
groBziigige Tarnung des Seelowen. (Hierzu musste OKH gehort 
werden.) 

Den Gedanken.einmal mit Russland abzurechnen.hat der 
Fiihrer schon friihzeitig gehabt; dabei spielte zweifellos all- 
gemein die weltanschaUliche Einstellung eine wesentliche 
Rolle. 1937/38 ausserte er sich einmal dahin,dass er die 
Russen als Ostseemacht auszuschalten beabsichtige; sie miiss- 
ten dann in der Richtung auf den persischen Golf abgelenkt 
*) werden. Das Vorgehen der Russen gegen Finnland und die 

') von *' bis * 2 hs Randstrich 

s ) bei * Rand-Vm: „das war ihnen freigestellt" 



276 



Baltischen Staaten 1939/40 wird ihn weiter in dieser Auf- 
fassung bestarkt haben. Die Befurchtung,daB die Luftherr- 
schaft iiber den Kanal sich im Herbst 1940 nicht mehr werde 
** herstellen lassen — eine Erkenntnis,die der Fiihrer zweifellos 
friiher gewann als die Seekriegsleitung,die iiber die wahren 
Ergebnisse der Luftangriffe auf England (eigene Verluste) 
nicht in gleichem MaBe aufgeklart wurde,die er aber bis in 
* 2 den September hinein nicht offen aussprach, — • veranlasste 
* 3 ) den Fiihrer sicherlich schon im August/September dazu,Uber- 
legungen anzustellen.ob — auch vor einem Sieg im Westen - 
ein O s t f e 1 d zug in Frage kame, um zunachst den 

— Seite 2 — 

letzten ernstlichen Gegner auf dem Kontinent auszuschalten: 
Auf solche Uberlegungen deutet schon die Ausserung des 
Fiihrers vom 21.7.40 hin (Ziffer 68) („Es ist natiirlich Pflicht, 
die amerikanische und russische Frage stark zu erwa- 
gen.") ; ferner Bemerkungen wie Ziffer 76 vom 12.8. betr. 
Befestigung der Nord-Norwegen-Fjorde und gelegentliche 
Ausserungen iiber Erfiillung der russischen Forderungen betr. 
Lieferung von Schiffen und schwerer Artillerie,die das Min- 
trauen des Fiihrers gegen die russische Haltung und seine 
Hoffnung, um gewisse Lieferungen iiberhaupt herumzukom- 
men,erkennen lassen. 

Zweifellos ist im Laufe des Septembers 1940 die Moglichkeit 
eines Ostfeldzuges ofters vom Fiihrer erwahnt worden,denn 
es war meineSorge, daB der Krieg in ein f alsches Geleise 
(Abwendungvon der Hauptgefahr ..England") kommen konnte, 
die mich zu der Unterredung mit dem Fiihrer unter 4 Augen, 
„auch iiber mein eigenes Ressort hinaus" — am 26.9.40 iiber 
die Bedeutung des Mittelmeers und Nordafrikas veranlasste, 
nachdem ich erst am 6.9.40 einen grundlegenden Vortrag 
iiber diese Fragen gehalten hatte. In dieser Unterredung vom 
26.9.40 beseitigte meine Ausserung, „es sei fraglich,ob dann 
noch ein Vorgehen gegen Russland von Norden notig sei", 
jeden Zweifel dariiber,dass in den Wochen vorher vom Ost- 
fall irgendwie die Rede gewesen ist. Es entspricht derArbeits- 
weise des Fiihrers, wenn er von sich aus in dieser Frage dem 
Chef der SKI gegenuber.dessen Auffassung eine andere 
sein musste, zunachst Zuriickhaltung iibte. Das OKH 
wird in dieser Beziehung Genaueres sagen konnen.da es 
wegen der Vorbereitungen in erster Linie betroffen war und 
vom Fiihrer darauf angesprochen sein wird. An dieser Stelle 

3 ) bei * Rand-Vm: „Luft-Streit K. der Russen" (?) 



277 



066-C 



weise ich — unabhangig vom Ostfall — noch besonders darauf 
bin, in wie eindringlicher Weise ich dem Fiihrer 
die kriegsentscheidende Bedeutung der Mittelmeer-und Nord- 
afrikafrage klarzumachen versucht ha be (Vortrage vom 6.9. 
und 26.9.40). Nach der Besprechung vom 26.9. ausserte der 
Fiihrer gegeniiber dem Kpt.z.S.v.Puttkamer,dieser Vortrag sei 
ihm besonders wertvoll gewesen.er konne daran seine eigene 
Auffassung nachkontrollieren und dabei sehen, „ob er richtig 
lage." 

— Seite 3 — 

3. ) Der Fiihrer war damals (siehe a 1)*) zum iiberraschenden An- 
* 1 griff auf Russland fest entschlossen, ganz gleichgiiltig, 

wie die nach den eingehenden Nachrichten ofters wechselnde 
Einstellung in Russland gegeniiber Deutschland war. Die Mit- 
teilung an Matsuoka war lediglich auf Tarnung und Sicherung 
* 2 der tlberraschung eingestellt. Die Besorgnis.daB ei ne Mit- 
teilung an Matsuoka iiber die wahre Absicht die Uberraschung 
gef ahrden konnte.hielt den Fiihrer davon ab.Matsuoka rei nen 
Wein einzuschenken. Das ausserte er damals mir gegeniiber 
bei einerGesellschaft ! 

4. ) Der Ausdruck „stark gekurzt" bezieht sich auf meine dauem- 

den Vorstellungen bei 1 Ski, „Denkschriften, nicht als deutsche 
Aufsatze und sehr weit ausholend.sondern mehr in Stich- 
worten,also handlicher fiir den Vortrag zu gestalten. An Hand 
der Karte liess sich diese Denkschrift,die zweifellos eine 
besonders klare und bedeutungsvolle Darlegung der Lage gab, 
von mir kiirzer und wirkungsvoller vortragen. Sie bildete 
eine sehr gute Erganzung und Fortsetzung meiner Vortrage 
vom 6.6. und 29.6.40. Der Fiihrer,fur den der Anlauf von 
Barbarossa im Vordergrunde stand,der also z-B. die deutschen 
Luftstreitkrafte in erster Linie an der Ostfront einsetzen 
wollte,sprang naturgemass besonders auf die Punkte an,bei 
denen die Italiener in erhohtem MaI5e zu Hilfeleistungen 
herangezogen werden konnten. Auf „Zuriickhaltung" meiner- 
seits bei diesem von mir stets in erster Linie propagierten 
Thema aus dem Ausdruck „stark gekurzt" schlieBen zu wollen, 
ist ein Trugschluss. 

5. ) Ich personlich habe im Hinblick auf friihere Ausserungen des 

Fiihrers (siehe Ziffer 2) und die weltanschaulichen Gegensatze 
immer daran gezweifelt,dass der Fiihrer von vornherein an 
den Bestand des deutsch-russischen Paktes geglaubt hat. Ich 
glaube,dass der Pakt,lediglich aus der Not des Augenblicks 

4 ) iiber der Z eingefugt 



278 



066-C 



entstanden ist und daB er vom Fiihrer keineswegs als 
dauernde L 6 sung des russischen Problems beabsichtigt 
war (trotz der Reichstagsrede vom 1.9.39!) Nach dem Polen- 
feldzug hatte er sich zunachst mit einer Grenzlinie abgefun- 
den,die eine wirksame Verteidigung gegen RuBland mit Hilfe 
eines Ostwalls gewahrleisten konnte. Die 

— Seite 4 — 

Basierung der Ernahrung von Europa auf die Inanspruchnahme 
der Ukraine — und damit Herbeifiihrung eines dauernden 

* 4 Gegensatzes zu Russland — ist m.E. erst spater, nach Er- 
ringung der Anfangserfolge in Russland einerseits, bei dem 
Schwinden der Aussicht auf Ausnutzung Nordafrikas an- 
dererseits,zum Ziel geworden womit, — unausgesprochen — ein 
Verzicht auf alle ein gewisses MaB von Seeherrschaft vor- 
aussetzenden Ziele, d.h.Anstreben einer reinen Kontinental- 

*- politik verbunden ware. 

6.) Wie zu 3). Solche Ausserung gegenuber dem Duce ist lediglich 
als Tarnung aufzufassen. Den Italienern gegenuber hielt der 
Fiihrer seine Plane auf das sorgfaltigste geheim. Ich glaube, 
daB Stalin unser g r 6 B t e r Gegner ist — ein Staatsmann, 
nach aussen und innen, ein Soldat und Organisator von 
gewaltigen AusmaBen,ein groBzugiges,weit in die Zukunft 
blickendes Genie. Ich halte es durchaus fiir wahrscheinlich 
daB Stalin in den Jahren 1937/38,wie es im „Mission to Mos- 
cow" von Davies geschildert wird,durch die Berhuhungen des 
USA-Botschafters zu der Erkenntnis kam,daB Russland in 
einem spateren Konflikt der Angelsachsen mit Deutschland 
eine gewichtige Rolle werde spielen k6nnen,und daB er darauf 
hin seine Riistungen zu steigern begann. Der Pakt mit Deutsch- 
land war geeignet,ihm zur Verwirklichung eines ersten Teils 
seines Programms zu verhelf en — Ost-Polen,Baltische Lander, 
Bessarabien,vielleicht Balkan und Dardanellen. Der Gewinn 
1939/40 war tatsachlich schon groB. Ein Anlass zum Vorgehen 
gegen Deutschland lag 1940/41 fiir Stalin nicht vor. Die iiber- 
raschend groBen Erfolge Deutschlands gegenuber Frankreich 
und dem Balkan zeigten ihm dessen Starke eindrucksvoll, 
riefen vielleicht sogar Furcht vor dieser hervor. Stalin wird 
daher 1941 nicht die Absicht gehabt haben, von sich aus 
gegen dies starke Deutschland vorzugehen,sondern er wird 
unter Fortsetzung seiner Riistung haben abwarten wollen.ob 
sich aus dem spateren Verlauf des Krieges Deutschlands gegen 
die Angelsachsen — daB die USA friiher oder spater hinzu- 
treten wiirden, wusste er von Davies — eine 



279 



966-C 



— Page 5 — 

41 giinstige Gelegenheit fiir ihn ergeben wiirde. Ob er dabei 
raehr das Vordringen nach dem Rhein zu und iiber die nor- 

* 2 dischen Lander an den Nord-Atlantik oder in der Richtung 
auf das Mittelmeer, nach den Dardanellen, oder iiber Persien 
an den Indischen Ozean oder schliesslich nach Indien bevor- 
zugte 5 ), wiirde ganz von dem Verlauf des Kampfes zwischen 
c ) *** Deutschland und den Angelsachsen abgehangen haben. Man 
wird nach meiner Ansicht der Bedeutung Stalins nicht gerecht, 
wenn man annimmt, daB er die Absicht gehabt habe, „im 
Herbst 1941 den Krieg gegen Deutschland zu beginnen". 
** 2 Gewiss war ein wesentlicher Teil seiner Riistung zu diesem 

6 ) **' Termin bereitgestellt. Ich bin mir manchmal im Zweifel,ob 

7 ) * nicht fiir Stalin das Weltanschauliche schon lange in den 

Hintergrund getreten ist, gegeniiber dem grofiziigigen Be- 
streben,die sich ihm bietende Gelegenheit, das Programm 
*) * Peters des GroBen zu verwirklichen, voll auszunutzen. Ist 
vielleicht die Ankiindigung der Auflosung der Komintern 
ein Wink fiir Deutschland gewesen,daB eine Verstandigung 
Deutschland-Russland noch damals moglich gewesen ware und 
daB nach Wiedergewinnung der russischen Gebiete ein fried- 
liches Verhaltnis zwischen den beiden Staaten moglich ware,die 
** 2 beide auf lange Sicht von den USA bedroht sind ? 

zu 7) Ich habe mich,wie es nicht anders moglich war,dem Zwang 
geftigt. Wenn 'hierbei ein Unterschied zwischen meiner und 
der Auffassung der 1 Ski in die Erscheinung tritt,so vielleicht 
deshalb, weil die Argumentation des Fiihrers zur Begrundung 
eines von ihm geplanten Vorgehens bei solchen Gelegenheiten 

* l (Tischrede Mitte Juni vor den Befehlshabern) auf weiter 
aussenstehende Personen starker zu wirken pflegte als auf 

* 2 solche,die diese Art der Argumentation ofters erlebten. 

Wie aus vielen Ausserungen und Planungen hervorgeht, rech- 
nete der Fiihrer mit einer grundsatzlichen Beendigung des 
Ostfeldzuges im Herbst 1941,wahrend das OKH (Generalstab) 
sehr skeptisch war. 



s ) von **' bis ** 2 am Rand Stridie und Ausrufezeichen 
G ) bei * Rand-Vm: ja 

7 ) bei * Rand-Vm: „nach 1941" 

8 ) der Satz nach „ergeben wiirde" hieB vor verschiedenen hs-Verbesserungen 
urspriinglich: „Ob er dabei mehr das Vordringen nach dem Rhein zu und iiber 
die nordischen Lander in der Richtung auf das Mittelmeer, oder an den Nord- 
Atlantik, nach den Dardanellen, iiber Persien an den Indischen Ozean oder 
schliesslich nach Indien bevorzugte . . . ." 



280 



066-C 



— Seite 6 — 

b) Weser-Ubung 

Die Notiz ist vollig unzulanglich und trif f t den Inhalt des 
Vortrages nicht. Ich hatte in den Wochen vor dem Vortrag 
vom 10.10.39 einen Briefwechsel mit Admiral Carls,der zuerst 
in einem ausfiihrlichen Brief an mich die Bedeutung einer 
Besetzung der norwegischen Kiiste durch Deutschland betonte. 
Ich gab diesen Brief dem C/Skl zur Kenntnis und fertigte 
9 ) tnir an Hand des Briefes einen Sprechzettel + fur den Vortrag 
beim Fuhrer.den ich am 10.10.39 hielt.da meine Auffassung 
sich mit der des Admirals Carls vollig deckte,wahrend Ski 
diesem Problem damals noch fern stand. Ich betonte dabei 
die Nachteile,die eine Besetzung von norwegischen Stiitzpunk- 
ten durch die Englander fiir uns haben wiirde — Beherrschung 
der Ostseeeingange,Flankierung unserer Seekriegsoperationen" 
in der Nordsee und der Fliegerangriffe auf England,Druck auf 
Schweden — sowie die Vorteile des Besitzes der norwegischen 
Kiiste fur uns — Ausfallpforte nach Nordatlantik.keine eng- 
lische Minenbarre moglich wie im Jahr 1917/18. — Es war 
damals naturgemass nur von der Kiiste und von Stutzpunkten 
die Rede,wobei ich Narvik mit einbezog^wahrend Admiral 
Carls im Verlaufe des Briefwechsels auf Narvik glaubte ver- 
zichten zu konnen. (Wir hatten damals noch die Benutzung 
von Murmansk bezw.eines besonderen russischen Stutzpunktes 
zu unserer Verfiigung ). Dem Fiihrer leuchtete sofort die Be- 
deutung des Norwegenproblems ein; er bat mich um Ober- 
lassung des Sprechzettels und erklarte.er wolle sich mit der 
Frage beschaftigen. 

Bei der weiteren Entwicklung unterstiitzte mich Korv--Kapitan 
Schreiber,Marineattache in Oslo und der M-Chef personlich 
— in Verbindung mit der Organisation Rosenberg — ,sodaB 
wir Verbindung mit Quisling und Hagelin erhielten,die An- 
fang Dezember in Berlin eintrafen und von mir — im Ein- 
*) vernehmen mit Reichsleiter Rosenberg, ++ — beim Fiihrer 
eingefiihrt wurden. Auf Grund der Besprechung des Fiihrers 
mit Quisling und Hagelin am 14.12.39 nachmittags gab der 
Fiihrer den Befehl zur Vorbereitung des Norwegenunter- 
nehmens durch OKW. 

*) + Vielleicht ist dieser mit Hilfe von K.Adm.v.Puttkamer noch 
festzustellen; ich hatte kein Duplikat.da ich an die Abgabe des 
Zettels nicht gedacht hatte. 

") + + R.hatte im entscheidenden Moment seinen Fuss verletzt,sodaB 
ich ihn am 14.12.vorm.in seiner Wohnung aufsuchte. 

*} die Kreuze bezeichnen eigene Anmerkungen Raeders 



281 



066-C 



— Seite 7 — 

Ski hat bis dahin an dem.Weitertreiben der Norwegenfrage 
keinen Anteil gehabt,stand ihr audi weiterhin etwas skeptisch 
gegeniiber. Die Vorbereitungen,die Kpt.z.S. Krancke im OKW 
bearbeitete.griindeten sich aber auf eine Denkschrift der Ski. 

c) Seelowe 

Ich habe in dieser Frage 1940/41 immer die gleiche Stel- 
lung genommen — wie sie in den Protokollen wiederholt 
niedergelegt ist: Sehr groBes Risiko.da England seine ganze 
Flotte einsetzen wird gegeniiber unseren schwachen Seestreit- 
kraften. Landung daher nur durchfuhrbar ,wenn giinstigste 
aussere Verhaltnisse (Wetter,Stromverhaltnisse usw.) und 
vor allem deutsche Luftherrschaft. War diese 
nicht vorhanden,so war die Landung m.E.nicht ausfiihrbar. 
War sie vorhanden,hielt ich ein Gelingen fur moglich und 
habe dementsprechend auch die Vorbereitungen mit groBtem 
Nachdruck betrieben,die seitens der Marine noch rechtzeitig 
fur die Herbstlandung fertiggestellt wurden. Die Durch- 
fiihrung dieser Vorbereitnugen in der kurzen zur Verfiigung 
stehenden Zeit ist ein sehr groBes Verdienst aller beteiligten 
Stellen. 



DOCUMENT 071-C 

EXTRACT FROM AN 'UNDATED AND OTHERWISE UNSPECIFIED 
NAVY FILE, CONTAINING NOTES ON THE OCCUPATION OF NOR- 
WAY: NAMELY, EXTRACT FROM OPERATIONAL ORDER NO. 1 AND 
A CONTRIBUTION TO THE WAR DIARY OF THE SUPREME COM- 
MANDER OF THE NAVY (SEEKRIEGSLEITUNG) (EXHIBIT USA-541) 



BESCHREIBUNG: 
begl Phot 



Zur Erhoehung des Ueberraschungsmomentes and auf Grund 
vorliegender Nachrichten, dass die norwegische Wehrmacht Befehl 
hat, sich einer englischen Invasion nicht mit Waffengewalt 
zu widersetzen, ist beim Einlaufen von alien Streitkraften bis zum 
Beginn der AusschifTung (Ankern, Anlegemanover oder Anland- 
setzen der ersten Truppen) die britische Kriegsflaggfe zu setzen. 



282 



071-C 



Eine Ausnahme von dieser Anordnung macht die Gruppe Nar- 
wick. Der dortige Militarkommandant, Oberst Sundlo, ist deutsch- 
freundlich eingestellt, sodass von seiner Seite keine Schwierigkeiten 
erwartet werden, wenn die deutsche Flagge beim Einlaufen 
gesetzt ist. 

* * * 

Betr.: „Weseriibung Nord" 

O p e r a t i o n s b e f e h 1 fur die Besetzung Norwegens 

Nr.l 

(Ausfertigurag mit eingearbeiteten Deckblattern 1 — 4) 

1.) Der Fiihrer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat an- 
geordnet, alle Massnahmen zu treffen, um mit Teilkraften der 
Wehrmacht, wenn es die Lage in Skandinavien erfordert, Nor- 
wegen zu besetzen. (Fall „Weserubung Nord"). 

* * * 

Beitrag zum Kriegstagebuch des Ob. d. M. (Ski) 
Zur ,.W e s e r iib u n g". 

1.) 10.X.39. Erster Hinweis des Ob.d.M. beim Fiihrer betreffend die 
Bedeutung Norwegens fur die See- und Luft-Kriegfuhrung. 
Fiihrer beabsichtigt die Frage zu erwagen. 

12.XII.39. Empfang von Q und H durch den Fiihrer. 

In der Folge Anweisung an OKW, geistige Vorbereitungen zu 
treffen. Ob.d.M. lasst Studie ausarbeiten, die im Januar fertig 
ist. In Anlehnung an diese Studie bearbeitet Kpt. z.S. Krancke 
beim OKW die Operation der Weseriibung. 

H hielt in der Folgezeit Fiihlung mit dem Stabschef Ob.d.M. 
Sein Ziel war Entwicklung der Partei Q, damit diese aktions- 
fahig wiirde, sowie Unterrichtung des OKM iiber politische Ent- 
wicklung in Norwegen und militarische Fragen. Im Allgemeinen 
drangte er auf Beschleunigung der Vorbereitungen, hielt aber 
zunachst einen Ausbau der Organisation fur erforderlich. Die 
ihm zugesagte Unterstiitzung mit Geld und Kohlen kam nur sehr 
langsam und sparlich in Gang, woriiber er sich wiederholt 
beklagte. Erst Ende Marz hielt Q die Aktion fur so dringlich, 
dass der Ausbau seiner Organisation nicht abgewartet werden 
konne. Die Militarische Ratschlage des H wurden an OKW 
weitergegeben. 

* * * 



283 



DOCUMENT 072-C 

SEQUENCE OF WRITTEN ORDERS OF THE OKW TO THE THREE 
BRANCHES OF THE ARMED FORCES, 7 NOVEMBER 1939 TO 7 MAY 
1940: HITLER'S DECISIONS ON POSTPONEMENT OF THE DAY OF 
ATTACK FOR THE WESTERN ARMY (CODE WORD: "A-DAY, CASE 
YELLOW") (EXHIBIT GB-109) 



BESCHREIBUNG: 
achtzehnteilig I begl Phot 

Erstes S: iiber Vert Stp: „Ob.d.M. I op 352/39, Eing.: 8.Nov.39, Anlagen ./." 
(Aktenzeichen und Datum hs) I unter Stp r: F 8/11 (hs) 



Oberkommando der Wehrmacht Berlin, den 7.November 1939 
WFA/Abt.L.Nr. 2 0 7 / 3 9 g. K. Chefs. 

5 Ausf ertigungen 
2. Ausfertigung 

Chef Sadie 
Nur durch Offizier 

Geheime Kommandosadie 

Der Fiihrer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat am 
7.11. nach Vortrag der W etter- und Eisenbahntransport-Lage 
bef ohlen : 

Der A-Tag wird zunachst urn 3 Tage verschoben. Nachste 
Entscheidung erfolgt am 9.11.39 bis 18.00 Uhr. 



Keitel 



Verteiler: 
OKH 
:: OKM ::-:: 
R.d.L. u.Ob.d.L. 
WFA 
L 



Zweites S: iiber Vert: la GW 10/11 (hs) I dariiber Stp: „Ob.d.M. (Bucb- 
stabe unl hs) I op 384/39 Eing.: 17.XI.39 Anlagen: (Aktenzeichen und 

Datum hs) 



284 



075-C 



Oberkommando der Wehrmacht Berlin, den 10.11.1939. 

W FA / L I Nr. 208/39 g. K. Chefs. 

8 Ausfertigungen 
2 .Ausf ertigung. 

Chef Sadie 
Nur durdi Oliiziei 

Geheime Kommando Sadie 

Der Fuhrer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat 
am 9. 11. nach Vortrag iiber die Wetterlage entschieden: 

Als A-Tag wird friihestens der 19.11. bestimmt werden. Die 
nachste Entscheidung hieriiber erfolgt bis ::-:: 13.11. 18.00 
Uhr. ::-:: 



Keitel 



Verteiler: 

Ob.d.H. l.Ausf. 

Ob.d.M. 2. „ 

R.d.L.u.Ob.d.L. 3. » 

OK W : 

WFA 4. Ausf. 

L 5— 8.Ausf. 



Drittes S: alle Rand-Vm'e hi I fiber Datum: „SK1 u. C/SK1 vorgetragen" I 
r unter Datum: „Ia GW 14/11" I fiber „6 Ausfertigungen": „F 14/11" I fiber 
Vert Stp: „Ob.d.M. 385/39 Eing.: 17.Nov.39 Anlagen: ./." (Aktenzeichen und 
Datum hs) 



Oberkommando der Wehrmacht. Berlin, den 13.11.1939. 

W. F. A. / L I N r. 2 1 2 / 3 9 g. K d o s. C h e f s. 

::-:: Chefsachel 6Ausfertigungen. 
Nur durch Offiziert ::-:: 2.Ausfertigung. 

Geheime Kommandosache 



Der Fuhrer und Oberste Befehlshaber hat am 13.11. nach 
Vortrag iiber die Wetterlage entschieden: 



285 



072-C 



Die nachste Entscheidung iiber den A-Tag wird am Donners- 
tag, den 16.11. fallen. A-Tag daher keinesfalls vor Mittwoch, 
22.11. „ 
Der Chef des Oberkoniandos der Wehrmacht. 

Verteiler: Keitel 

Ob.d.H. l.Ausf. 
::-:: Ob.d.M. 2. „ ::-:: 

RdL.u.Ob.d.L. 3. „ 
W.F.A. 4. „ 

OKW/L 5.U.6. „ 

Chefsache! 
Nur dutch Offizier! 



Viertes S: unter Geheim-Stp von 1 nach r: F 16/11, GW 16/11 (hs) I iiber 
Vert Stp: „Ob.d.M. I op 428/39 Eing.: 16 (28) Nov.39 Anlagen ./." (Aktenzeichen 
und Datum hs) 



Oberkommando der Wehrmacht Berlin, den 16.November 1939 
W. F. A. / A b t. L I Nr. 2 2 4 /3 9 g. K d o s. C h e f s. 



6 Ausf ertigungen 
2. Ausfertigung 

Chef Sache 
Nur durch Offizier 

Geheime Kommandosache 



1.) Der Fuhrer und Oberste Befehlshaber hat am 16.11 nach 
Vortrag iiber die Wetterlage entschieden : 

Die nachste Entscheidung iiber den A-Tag wird am Montag, 
den 20.11. fallen. A-Tag daher keinesfalls vor Sonntag, 26.11. 



Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht 



Keitel 

Verteiler: 

Ob.d.H. l.Ausf. 
::-:: Ob.d.M. 2. „ :>:: 

RdL.u.Ob.d.L. 3. „ 
1 W.F.A. 4. „ 

OKW/L 5.U.6. „ 



286 



072-C 



Fiinftes S: zwischen beiden Stp'n iiber T: F 20/11 (hs) I 1 n T Stp: 
„Ob.d.M. (Buchstabe unl) I op 403/39 Eing.: 21.11.39 Anlagen: ./." (Akten- 
zeichen und Datum hs) 



Oberkommando der Wehrmacht Berlin,den 20. November 1939 

WFA/Abt. L. Nr. 217 /39g. K. Chefs. 

8 Au sfertigungen 
2. Ausfertigung 

Chef Sache 
Nur durch Offizier 

Geheime Kommandosache 

Der Fiihrer und Oberste Befehlshaber hat am 20.11. nach Vor- 
trag iiber die Wetterlage entschieden: 

Die nachste Entscheidung iiber den A-Tag wird am Montag, 
den 27.11. fallen. A-Tag daher keinesfalls vor Sonntag, 3.12. 

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht 

Keitel 

Verteiler: 

OKH l.Ausf. 

OKM 2.Ausf. ::-:: 
R.d.L. u.Ob.d.L. 3.Ausf. 

OK W : 

Chef WFA 4.Ausf. 

Chef L 5.Ausf. 

Ia . 6.Ausf. 

Ib 7.Ausf. 

Ic 8.Ausf. 



Sechstes S: 1 iiber T Stp: „Ob.d.M. I op 429/39 Eing.: 28 (27) Nov.39 An- 
lagen ./." (Aktenzeidien und Datum hs) I r unter Stp: „F 27" (hs) I unter 
„2. Ausfertigung": P unl, 28/11 (hs) I r dantben: Ia GW 27. (hs) 



Oberkommando der Wehrmacht Berlin,den 27. November 1939 

WFA/Abt. L Nr. 219 /39 g. K. Chefs. 

8 Ausf ertigungen 
2. Ausfertigung 

Chef Sache 

Nur durch Offizier Geheime Kommandosache 

Der Fiihrer und Oberste Befehlshaber hat am 27.11. entschieden: 

1.) Alle schnellen Truppen sind sofort in die Zwischenunter- 
kunft zu transportieren. 



287 



•72-C 

2. Die nachste Entscheidung iiber den A-Tag wird am 4.12. 

18.00 Uhr getroffen. 

3. ) Nachster A-Tag friihestens 9.12. 

Der Chef des Oberkommandos der 
Wehrmacht 

Verteiler: Keitel 

Ob.d.H. l.Ausf. 
Ob.d.M. 2. „ 

R.d.L. u.Ob.d.L. 3. „ 

OKW: 

WFA 4. „ 

Chef L 5. „ 

la — Ic 6. — 8. „ 



Siebentes S: 1 n zweitem Abs Vm: „vernichtet" (hs) I r iiber Vert Stp: 
„Ob.d.M. I 29.XI./39 Eing.: 432 Anlagen: (Datum und Ziffern hs) I r davon 
hs: „Ia GW 30" I r n Vert hs: „F 30" I r davon: Io, P unl (hs) 



Oberkommando der Wehrmacht 
Abteilung Landesverteidigung 
Nr. 223/39 g. Kdos. Chefs. 

Chef Sadie 
Nur durch Offizier 



Berlin, den 29. 11. 1939 

5 Ausf ertigungen 
2.A usfertigung 

Geheime Kommandosache 



In der Anlage wird die Zeittafel fur die Angriffsvorberei- 
tungen West Nr. 223/39 g.Kdos. Chefs. ..2...Ausfertigung iiber- 
sandt. , 

Die am 8.11.39 unter Nr. 196/39 g.Kdos. Chefs, iibersandte 
Zeittafel ist zu vernichten. 

J. A 

Jodl 

Verteiler: 

Ob.d:H. l.Ausf. 

::-:: Ob.d.M. .2. 1 ,. ::-:: 

R.d.L.u.Ob. 

d.L. 3. „ 

OK W : 

Chef OKW 4. „ 
Chef WFA 5. „ 



288 



8T2-C 







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289 



072-C ^ 

Neuntes S: unter Geheim-Stp: „P unl, 6/12." (hs) I r oberhalb T Stp: 
„Ob.d.M. I op 452/39 Eing.: 4.XII.39 Anlagen: ./." (Aktenzeidien und Datura 
hs) I 1 davon: F 5 (hs) I r oberhalb von T: la hat (hs) 



Oberkommando der Wehrmacht Berlin,den 4.12.1939 

WFA/Abt. L Nr. 226/39 g.K. Chefs. 

8 Ausfertigungen 
2. Ausfertigung 

Geheime Kommandosache 

Chef Sadie 
Nur durch Offizier 

Der Fiihrer und Oberste Befehlshaber hat am 4.12. entschieden: 

1. ) Die nachste Entscheidung iiber den A-Tag wird am 6.12. 

18.00 Uhr getroffen. 

2. ) Nachster A-Tag friihestens 11.12. 

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht 

J. A. 

Jodl 

Verteiler: 

Ob.d.H. l.Ausf. 
::-:: Ob.d.M. 2. „ ::-:: 

R.d.L.u.ObxJ.L 3. „ 

OKW: 

WFA 4. „ 

Chef L 5. „ 

Ia-Ic 6.-8. „ 



Zehntes S: 1 iiber T Stp: „Ob.d.M. I op 459/39 Eing.: 6.12.39 Anlagen: ./." 
(Aktenzeidien und Datum hs) I 1 n T: F (hs) I Mi iiber T: „Ia, P unl, 
7./12." (hs) 



Oberkommando der Wehrmacht Berlin,den 6.12.1939 

WFA/Abt. LNr. 22230/39 g. Kdos. 

8 Ausfertigungen 
2. Ausfertigung 

Geheime Kommandosache 

Chef Sadie 
Nur durch Offizier 

Der Fiihrer und Oberste Befehlshaber hat am 6.12. entschieden: 



290 



072-C 



1. ) Die nachste Entscheidung iiber den A-Tag wird am 12.12. 

18.00 Uhr getroffen. 

2. ) Nachster A-Tag friihestens 17.12. 

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht 

J. A. 
Jodl 

Verteiler: 

Ob.d.H. l.Ausf. 
::-:: Ob.d.M. 2. „ ::-:: 

R.d.L.u.Ob.d.L. 3. „ 

OKW : 

WFA 4. „ 

Chef L 5. „ 

la - Ic 6.-8. „ 



Elftes S : alle Rand-Vm'e hs I unter Datum: „P unl, 13/12" I Mi iiber T: 
„P unl, 13./12." I in T iiber erstem Abs: F 13 I unter „2.Ausfertigung" Stp: 
„Ob.d.M. I op 472/39 Eing.: 12.12.39 Anlagen: ./." (Aktenzeichen und Datum 
hs) I r davon: la GW 12/12 



Oberkommando der Wehrmacht Berlin, den 12. 12. 1939 

WFANr. 22/39 g.K. Chefs. 8 Ausf ertigungen 

Geheime Kommandosache 2. Ausfertigung. 

Chefsache 
Nur duieh Offizier 

Der Fuhrer und Oberste Befehlshaber hat am 12.12. befohlen: 

1. ) Die nachste Entscheidung iiber den A-Tag wird am 27.12. bis 

18.00 Uhr getroffen. 

2. ) Nachster A-Tag daher friihestens 1.1.40. 

3. ) Dementsprechend ist der Weihnachtsurlaub durch die Wehr- 

machtteile zu regeln. 

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht 
J. A. 



Jodl 



Verteiler: 

OKH l.Ausf. 

::-::OKM 2. „ 

RdL u Ob.d.L. 3.Ausf . 

WFA 4.Ausf. 

L 5.-8.Ausf. 



291 



072-C 

Z wolf tea S: samtliche Rand-Vm'e auBer Stp hs I unter „2.Ausfertigung.": 
„C/SK1. u. 1./SK1 haben Kts" I 1 n T: „P unl, 28/12" t r n U Stp: „Ob.d.M. 
I op 503/39 Eing.: 27.12.39 Anlagen: ./." (Aktenzeichen und Datum hs) I dar- 
unjter: GW 27 I unter U und Stp: „Gruppe W durch Fernschreiben am 27.XII. 
I8 00 unterrichtet" I darunter: „Io P unl" I darunter: „Vermerk: Nach Aus- 
kunft L lb (H) soil obige Vfg heiBen, dalJ friihester A-tag der 9.I., spatester 
Entscheidungstag gleichfalls der 9.1. ist. Entsprechende Berichtigung mit gkdos 
2821 am 28.XII. an Gruppe West. Io, P unl" („Vermerk", „friihester A-tag 
der 9.1." und ,,2821" unterstrichen) I 1 daneben unter Vert Tb (Kreuzform): 
I „Datum", r „Mondphasen", darunter und nebeneinander: 2.1. letztes Viertel, 
9tt Neumond, 17.1. erstes Viertel, 24.1. Vollmond, 31.1. letztes Viertel 



Geheime Kommandosadie 

Cft^erkommando der Wehrmacht. Berlin, den 27.12.1939. 

W. F, A. / Ab t. L Nr. 2 2 2 4 4/3 9 g.Kdos. Chefs. 

8 Ausf ertigungen 
2. Ausf ertigung 

Chef Sadie 
Nur durch Olfizier 

Der Fuhrer und Oberste Befehlshaber hat am 27.12. folgende 
Entscheidung getroffen: 

Der Zeitpunkt fur den Angriff wird mit Riicksicht auf die 
GroGwetterlage weiter verschoben, voraussichtlich urn mindestens 
14 Tage. Nachste Entscheidung fallt spatestens am 9.1. bifl 
18.00 Uhr. 

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht 

J. A. 

Jodl 



V,exteiler: 

Ob.d.H. LAusf. 

::-::Ob.d.M. 2. „ 

R.d.L.u.Ob.d.L. 3. „ 

OKW : 

WFA 4. „ 

Chef L 5. „ 

Abt.L Ia-Ic 6.-8. „ 



292 



072-C 



Dreizehntee S: samtliche Rand-Vm'e hs I unter Datum: „Ob.d.M. u. 
C/SK1 haben Vertrag", darunter P: G\V I r iiber T: Stp: „Ob.d.M. I op 5.14/39 
Eing.: 30.12.39 Anlagen: ./." (Aktenzeichen und Datum hs) I darunter: P 31 



Geheime Kommandosadre 

Oberkommando der Wehrmacht Berlin, den 30: 12. 1939 

WFA/Abt. L (lb) Nr. 2 2 2 4 7 /3 9 g. K. Chefs. 

Chef Sadie 
Nur durch Olfizfer 

An 

Seekriegsleitung. 

V o r g a n g : Ski B.Nr. 1 Ski Io Op. 512/39 g.K.Chefs. 
Betrifft: Klarstellung des Zeitpunktes fur den A-Tag. 

Die dortige Auffassung, daB der nunmehr friiheste A-Tag der 
9.1. ist, spatestens am gleichen Tage aber auch bis 18.00 Uhr die 
nachste Entscheidung fallen soli, wird als richtig bestStigt. 

Fur den Fall, daB in der Zeit zwischen 9.1. und 14.1.1940 
angegriffen werden soli, erhalt die Seekriegsleitung bereits 
9 Tage vor Angriffsbeginn eine entsprechende Benachrichtigung 
(Vorwarnung). 

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht 

J. A. 

Jodl 

Vierzehntes S: alle Rand-Vm'e hs I r unter Datum: „C/SK1 hat Kts." J 
i uber T Stp: „Ob.d.M. op 30/40 Eing.: 9.1.40 Anlagen: ./." {Aktenzeichen untl 
Datum hs) I r davon: la GW 10. I Mi iiber T: F 9 I 1 n T: P unl \ r n 
Vert: „Vermerk" (unterstrichen) „ist am 9.1.40 fernmiindlich von 1./SK1 I«J" an 
AI — Gruppe West iibermittelt worden Ic, P unl" 



Oberkommando der Wehrmacht Berlin, den 9.1.1940 

Nr. 22007/40 g.K.Chefs. OKW/WFA II 

8 Ausfertigungen 
Geheime Kommandosache 3. Ausfertigung 

Chef Sadie 
Nur durch Offizier 

Eine Entscheidung iiber den A.-Tag fallt nicht vor dem 
10.1.40. 

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht 
I.A. 

Jodl 



293 



072-C 



Verteiler: 

OKH l.Ausf. 

OKM ::-:: 2. „ 

R.d.L.u.Ob.d.L. 3. „ 

OK W: 

Chef WFA 4. „ 

Chef L 5. „ 

la 6. „ 

lb 7. „ 

Ic 8. „ 



Fiinfzehntes S: alle Rand-Vm'e auBer Stp h8 I r unter Bk Stp: „Ob.d.M. 
I op 40/40 Gkdos Chef. Eing.: 12.1. Anlagen: ./." (Aktenzeichen und Datum 
hs) I r darunter: P unl, 12/1 I r davon: F 12 I weiter r: P un], 12/1 I dar- 
unter: la GW 12/1 



Oberkommando der Wehrmacht Berlin, den 11.1.1940. 

WFA Nr.2 2 0 1 4/4 0 g. K. C h e f s. A b t. L (I) 

Chef Sadie 9 Ausfertigungen 

Nur durch Offizier 2. Ausf ertigung 

Ceheime Kommandosache 

Betr.: Fall „Gelb". 

Der Fiihrer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat am 
10.1.40 nach Vortrag durch den Oberbefehlshaber der Luftwaffe, 
den Oberbefehlshaber der Kriegsmarine und den Chef des Gene- 
ralstabes des Heeres folgendes befohlen: 

1. ) A-Tag und X-Ze it. 

A-Tag ist Mittwoch, 17. 1.40. 

X-Zeitl5 Minuten vor Sonnenaufgang in Aachen am A-Tag 
= 8,16 Uhr. 

Das Stichwort „Rhein" bzw. „Elbe" (s.Weisung Nr.8 fur die 
Kriegfuhrung v.20.11.39, Ziff.l)wird,wenn es die Wettervor- 
hersage erlaubt,f ruher als am A-l Tag 23 Uhr gegeben werden. 

2. )E insatz der 7.F lieger Div. 

Die Operation ist nach den bisher gegebenen Weisungen durch- 
zufiihren mit folgender Anderung: 



294 



072-C 



Fur die 7.Fl.Div.ist neben dem Einsatz „Nord"und dem 
Einsatz „Sud" noch ein dritter Einsatz(Stichwort„Einsatz 
Festung")zur Besitznahme des Kerns der Festung Holland vor- 
zubereiten.OKH trifft Vorbereitungen,um rasch iiber das bis- 
her befohlene Ziel Maas-Grebbe Linie hinaus in die Festung 
Holland einbrechen zu konnen, falls der „Einsatz Festung" fur 
die 7.Fl.Div.befohlen wird. 

Die Entscheidung iiber den „Einsatz Festung" fallt spate- 
stens am A-l Tag vormittags.Der „Einsatz Nord" 



und „Einsatz Siid" kommen nur dann noch in Betracht, falls 
bis zum A-Tag eine ausreichende Schneedecke die zur Zeit 
schwierigen Aufsprung-u.Landeverhaltnisse bei Gent und an 
der Maas verbessern wiirde. 

3.)Angriff der Luftwaffe gegen die fdl. Luft- 
waffe. 

Die Luftwaffe greift am 14. 1.40 bei geeigneter Witterung 
unter Einsatz aller verfiigbaren Krafte die Masse der be- 
legten fdl.Flugplatze in Nordost-und Ostfrankreich uber- 
raschend an mit dem hauptsachlichen Ziel.die dOrt befindlichen 
Jagd- und Aufklarungsflugzeuge zu vernichten. Fiir diesen 
Angriff wird der Luftwaffe freigegeben, luxemburgisch.es und 
soweit notwendig auch belgisches und niederlandisches 
Hoheitsgebiet zu iiberfliegen. 



— Seite 2 — 



Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht. 



Keit el 



"Verteiler: 



OKH 
::-:: OKM 

RdLu.ObdL 



l.Ausf. 
2- „ 
3. „ 



OK W 
Chef WFA 
Abt.L 5, 



4. 
•9. 



295 



•72-C 



Seehzehntes S: alle Rand-Vm'e aufier Stp hs I u Datura: „Ob.d.M. hat 
Meldung la GW 13" I r davon: P unl, 15/1 I darunter: F 14 I unter Bk Stp: 
„Ob.d.M. I, I op 56/40, Eing.: 13.1.40 Anlagen: ./." (Aktenzeichen und Datum 
he) I 1 n T iiber Vert: „Gruppe West hat la GW 13/1. 17/15 Uhr" I r unter 
U: 6015 



Geheime Kommandosache 

Oberkommando der Wehrmacht Berlin, den 15.1.39. 

WFA Nr. 3 /4 0 g.Kdos Chefsache 



Betr. Fall „Gelb" 



Chefsache 
Nur durch Ofiizier 



5 Ausfertigungen 
2. Ausfertigung 



Auf Grund der Wetterlage hat der Fiihrer sich entschieden, 
den A-Tag zu verschieben, voraussichtlich auf den 20.1.40. Spa- 
teste Befehlsausgabe hierfiir A — 5.Tag bis 18,00 Uhr. 

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht 

I. A. 

Jodl 

Verteiler: 

O.K.H. = l.Ausf. 

::-:: O.K.M. ::-:: = 2. „ 

RdL.uOb.dL = 3. „ 

OKW/WFA = 4. „ 

L = 5. „ 



Siebzehntes S : alle Rand-Vm'e auBer Stp hs I iiber rechtem Stp: „SK1, 
C/SK1, 1/SK1 haben Kts." I unter rechtem Stp: „Ia GW 7/5", r davon: „Io, P 
nnl, 7/5" I darunter und r n T: „Asto II, P unl, 18" I 1 iiber T Stp: „Ob.d.M. 
I op 826/40 Eing.: 7.4.40 Anlagen: ./." (Aktenzeichen und Datum hs) 



Oberkommando der Wehrmacht Berlin, den 7.5.1940 

WFA/Abt. L Nr. 22 179/40 g. K. Chefs. 

5 Ausfertigungen 
2. Ausfertigung 

Geheime Kommandosache 

Chef Sadie 
Nur durch Offizier 

1.) Die Befehle: 

OKW/L Nr. 22 176/40 g.K. Chefs v. 6.5.40 und 



296 



072-C 



OKW/L Nr. 22 177/40 g.K.Chefs. v. 6.5.40 
werden aufgehoben. 

2.) Der neue A-Tag wird je nach Wetterlage erst am A-l Tag 
12.00 Uhr befohlen. X-Zeit wird entsprechend neu festge- 
setzt. 

Nachste Entscheidung 8.5. 12.00 Uhr. , 

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht 
I. A. 
Jodl 

Verteiler: 



Ob.d.H. l.Ausf. 

::-:: Ob.d.M. ::-:: 2. „ 
Ob.d.L. 3. „ 

WFA 4. „ 

Abt. L 5. „ 



Achtzehntes S: alle Kand-Vm'e auBer Stp hs I iiber Geheim-Stp r: „SK1, 
C/SK1. haben" (Wort unl, durchstrichen) „M erhalten" I darunter: la GW 9/5 I 
nnter 1. Abs: „Asto II, P unl, 18" 1 Rand 1 Mi des T Stp: „Ob.d.M. I 849/40 - 
Eing.:/21.5.40 Anlagen:-" (Aktenzeichen und Datum hs) 

Oberkommando der Wehrmacht Berlin, den 7.5.1940. 

WFA/Abt. L Nr. 22 1 8 0/4 0 g.K.Chefs. 

Chef Sadie 5 Ausfertigungen. 

Nur durch Offiiier 2. Ausfertigung. 

Geheime Kommandosadie 

Der Fiihrer und Oberste Befehlshaber hat entschieden: 
A-Tag 10. 5. 
X-Zeit 5.35 

Stichwort „Danzig" bzw. „Augsburg" geht den Oberkom- 
mandos der Wehrmachtteile bis spatestens 9. 5. 21.30 Uhr zu. 

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht. 

Keitel 

Verteiler: 

Ob.d.H. l.Ausf. 
::-:: Ob.d.M. ::-:: 2. „ 
Ob.d.L. 3. „ 

OKW: 

Chef WFA 4. „ 
Chef L 5. „ 



297 



DOCUMENT 074-C 

HITLER'S ORDER, 14 JULY 1941: DIRECTIVES FOR FUTURE CHANGES 
IN THE WEHRMACHT AFTER THE OVERTHROW OF RUSSIA: 
STRENGTHENING OF PANZER UNITS, BUT IN GENERAL REDUC- 
TION OF ARMY POTENTIAL AND OF PRODUCTION OF NEW ARMS 
AND AMMUNITION; IN THE NAVY NEW PRODUCTION RESTRICTED 
TO U-BOATS; MAIN EMPHASIS SHIFTS TO LUFTWAFFE (EXHIBIT 
USA-162) 



BESCHREIBUNG: 

Phot I samtliche Rand-Vm'e hs I iiber Datum: „ObdM, C/SKI la", unter Stp 
„Seekriegsleitung" Vm: „1. SKI. Pr.Nr. I op 1289/41 gkdos Chefs." (unter- 
stTidien) I n Vert: „P unl, 18" I r daneben: „III, P unl, 19./7." I darunter: 
„Ih, P unl, 21/7" I 1 n erstem Abs: „Ia2 z Akte, Fuhrerweisung la, P unl" 1 
zwischen ** und * 2 Randstriche 



Seekriegsleitung 

Geheime Kommandosache 

Abschrift 

Der Fiihrer und Oberste Befehlshaber F.H.,den 14.7.1941 

der Wehrmacht 

Cheisache! 

OKW/WFSt/Abt.L(II) Org. 
Nr. 441219/41 g.Kdos.Chefs. 

13 Ausfertigungen 
5. Ausfertigung 

Nur durdi Offizier! 

Verteiler der Abschriften: 

Prf.Nr. 1 = l./Skl 

2 = Chef M la Wi 

3 = Chef K 

4 = Chef A Wa 

Auf Grund der in der Weisung 32 angekiindigten Absichten 
fiir die kiinftige Kriegsfiihrung gebe ich fur die personelle und 
materielle Riistung folgende Richtlinien: 

1.) Allgemein: 

Die militarische Beherrschung des europaischen Raumes *i 
nach der Niederwerfung Russlands erlaubt es, den Umfang 
des H e e r e s demnachst wesentlich zu verringern. Im Rahmen *2 



298 



074-C 



der herabgesetzten Heeresstarke wird die Panzerwaffe eine 
starke Vermehrung erfahren. 

Die Riistung der Kriegsmarine ist auf diejenigen 
Massnahmen zu begrenzen, die unmittelbar der Kriegsfiihrung 
gegen England und eintretendenfalls gegen Amerika dienen. 

Der Schwerpunkt der Riistung geht auf die 
Luftwaffe iiber, die in. grossem Umf ange zu verstarken 
ist. 

2. ) Personelle Riistung: 

Den kiinftigen Umf ang des Heeres werde ich nach Anhoren 
der Vorschlage des Oberbefehlshabers des Heeres bestimmen. 

Das Ersatzheer ist der herabzusetzenden Heeresstarke 
anzupassen. 

Uber 

Seite 2 — 

Uber die zu Gunsten von Wehrmacht und Riistung frei- 
werdenden Krafte entscheidet der Chef des Oberkommandos 
der Wehrmacht nach meinen Weisungen. 

Der Jahrgang 1922 ist erst zu einem moglichst spaten 
Zeitpunkt einzuberufen und vom Oberkommando der Wehr- 
macht entsprechend den kiinftigen Aufgaben der Wehrmachts- 
teile zu verteilen. 

3. ) M a terielle Riistung: 

a)Gesamt-Wehrmacht: 

Die Bewaffnung und technische Ausstattung der Truppe 
ist, unabhangig von den z.Zt. giiltigen Ausriistungsnach- 
weisungen, auf das durch die feldmassige Beanspruchung 
erforderliche Mass zuruckzufiihren. 

Alle nicht fiir den unmittelbaren Kampfeinsatz bestimm- 
ten Verbande( Sicherung-, Bewachungs-, Bau-u.S. Einheiten) 
sind grundsatzlich auf Beutewaffen und Behelfsgerate anzu- 
weisen. 

Alle Auftrage auf „ allgemeines Wehrmachtsgerat" sind 
nach Massgabe der Bevorratung, des Verbrauchs und des 
Verschleisses sof ort zu drosseln bzw. zu streichen. Die Fort- 
fiihrung nachweislich notwendiger Fertigung ist mit dem 
Reichsminister fiir Bewaffnung und Munition festzulegen. 

Jede Ausweitung der Fertigungseinrichtungen (Bauten und 
Werkzeugmaschinen) hat zu unterbleiben, solange nicht die 
vorhandenen Kapazitaten durch Einfuhrung mehrerer Schich- 
ten voll ausgenutzt sind. 



299 



074-C 



Alle Dauerbauten fur Industrie und Wehrmacht, 

die 

— Seite 3 — 

die Friedenszwecken und nicht unmittelbar der Kriegs- 
fiihrung und der Riistung dienen.sind einzustellen. Fiir Bali- 
ten, die unmittelbar fiir "Zwecke der Kriegsfiihrung und 
Riistung bestimmt sind, bleibt es bei der bestehenden Rege- 
lung durch den Generalbevollmachtigten fur das Bauwesen. 
Fiir Bauten zi viler Bauherren wird der G.B. Bau die Be- 
schrankung auf das Kriegsnotwendigste durchfuhren. 

Auftrage aller Art, die nicht diesem Gesichtspunkt Rech- 
nung tragen, sind sofort zuriickzuziehen. 

Die f reiwerdenden Arbeitskraf te, Rohstoff e und Fertigungs- 
anlagen sind fiir die Schwerpunkt-Aufgaben der Riistung 
freizumachen und dem Reichsminister fiir Bewaffhung und 
Munition baldigst zu anderweitiger Verwendung zur Ver- 
fiigung zu stellen. 

b) Heer: 

Die Erganzung der Riistung und Ausstattung sowie die 
Neufertigung von Waffen, Munition und Gerat ist, sofort 
beginnend, den kiinftigen herabgesetzten Starken anzu- 
passen. Soweit eine Bevorratung von mehr als 6 Monaten 
besteht, sind die dariiberhinausgehenden Auftrage zuriick- 
zuziehen. Laufende Fertigungen sind nur dann noch abzu- 
schliessen.wenn eine sofortige Umstellung unwirtschaftlich 
sein wiirde. 

Ausnahmenvon dies. en Einschrankungen 
b i 1 d e n : 

* l Das Panzer-Programm fiir die erheblich zu verstarkenden 
schnellen Truppen einschliesslich des zugehorenden Sonder- 
* 2 gerats und der Fertigung schwerster Panzer, 

das 

— Seite 4 — 

das neue Programm der schweren Pak einschliesslich der 
Zugmittel und ihrer Munition, 

das Programm der zusatzlichen Ausstattung fiir Expe- *' 
ditionstruppen, unter denen 4 weitere Tropen-Panzer-Divi- 
sionen, unter Anrechnung auf den Gesamtumf ang der Panzer- * 2 
waffe, vorgesehen sind. 

Fabrikatorische Vorbereitungen.die nicht zu der Erfiillung 
dieser Programme dienen, sind einzustellen. 



300 



074-C 



Das Flak-Programm des Heeres ist dem der Luftwaffe 
gleichgeordnet und bildet mit diesem fabrikatorisch eine Ein- 
heit. Zur Erreichung der von mir festgesetzten monatlichen 
Auslieferungen sind die hierfiir geeigneten Kapazitaten voll 
auszunutzen. 

c) Kriegsmarine: 

Die Kriegsmarine setzt das U-Boot-Programm fort.Es ist 
auf die damit in unmittelb arena Zusanvmenhang stehenden 
Fertigungen und Bauten zu begrenzen. Eine Ausweitung der 
Riistungsplahung daruber hinaus ist zuriickzustellen. 

d) Luftwaffe: 

Der Starkung der Gesamtriistun g-liegt in der 
Durchfiihrung des von mir genehmigten erweiterten L u f t - 
Riistungs-Programm. Seine Verwirklichung bis zum 
Friihjahr 1942 ist von entscheidender Bedeutung fiir die 
Gesamt-Kriegsfuhrung.Hierzu sind alle aus Wehrmacht und 
Wirtschaft verfiigbaren Krafte und Mittel einzusetzen.Das 
der Luftwaffe zuzuweisende Kontingent an Aluminium ist, 
soweit irgend moglich, zu steigern. 

Umfang 

Seite 5 — 

Umfang und Tempo der Durchfiihrung ist mit der Erwei- 
terung der Leichtmetall-und Mineralol-Erzeugung abzustim- 
men. 

4. ) Das Pulver-und Sprengstoffprogramm ist 

unter Zuruckstellung der Forderungen des Heeres in erster 
Linie auf die Erfordernisse der Luftwaffe (Bomben, Flak- 
munition) abzustellen. Die Ausbauten sind auf das unbedingt 
notwendige Mass und die einfachste Bauart zu beschranken. 

Die Vorbereitungen auf dem Kampfstoffgebiet sind nur 
in dem bisherigen Rahmen aufrechtzuerhalten. 

5. ) Von besonderer Bedeutung ist die Sicherung der Roh- 

stoff-und Mineralo 1 basis. Die Verstarkung der 
Kohlenforderung und der Ausbau der Leichtmetall-, Buna-, 
Kunststoff- und Treibstoff-Erzeugung ist seitens der Wehr- 
macht mit alien Mitteln, insbesondere durch vorzugsweise 
Abgabe der Bergarbeiter und der Spezialkrafte, zu fordern. 
Der Bau der hierzu notwendigen Anlagen fiir das erweiterte 



301 



074-C 



Luft-Gross-Rustungs-Prograrnm ist gleichrangig mit diesem 
durchzufuhren. 

6. ) Die Zuweisung von Arbeitskraften, Rohstoffen und Ferti- 

gungskapazitaten hat diesen Richtlinien Rechnung zu tragen. 

7. ) Die Durchfiihrungsbestimmungen erlasst fur die Wehr- 

macht der Chef O K W ; der Reichsminister f iir Bewaff nung 
und Munition fur seinen Bereich in gegenseitiger Abstimmung. 

gez. Ado/If Hitler 

Unterschrift (unl) 

F.d.R. 

der Abschrijt Fr. Kapt. 



DOCUMENT 075-C 

HITLER'S ORDER, 5 MARCH 1941, SIGNED IN DRAFT FORM BY 
KEITEL, (DIRECTIVE NO. 24), TO INDUCE JAPAN TO TAKE AN AC- 
TIVE PART IN THE FAR EAST. THE JAPANESE WAR POTENTIAL 
IS TO BE STRENGTHENED BY ALL MEANS; OPERATIONAL PLANS 
TO BE AGREED UPON BETWEEN JAPAN AND GERMAN NAVY. 
DIRECTIVES FOR THIS ARE GIVEN AS FOLLOWS: QUICK VICTORY 
OVER ENGLAND; SEIZURE OF IMPORTANT TERRITORIES YIELDING 
RAW MATERIALS AND OF SINGAPORE BY JAPAN (EXHIBIT 
USA-151) 



BESCHREIBUNG: 

begl Phot I alle Rand-Vm'e hs I unter Datum: „C/SK], P unl, 10/3" I 1 n 
„14 Ausfertigungen" Stp: „O.K.M. I op 280/41 Eing.: 10.3.41 Anlagen: . /." 
(Aktenzeichen und Datum hs) I unter Bk schrag von 1 u nach r o zwischen 2 hs- 
Strichen: „Auszug: 3x angefertigt", (hs unterstrichen); darunter: „ab" (ge- 
schweifte Kl) „am 10.3.41 v. (P unl)" I 1 n t)h: „zdA GW 12" I r oberhalb Ub 
bis knapp iiber T von o nach u: „1), Chef SKI vorlegen" (?); dariibergeschrieben: 
„P unl, 8/3", darunter: „2) la hat K"; dariibergeschrieben „GW 10/3", iiber 
„K": „I 1 c, P unl, 10/3", r davon: „Ic 27/3", 1 davon: „erl", daneben Haken; 
darunter: „3.) bei Amtschef A" (durehstrichen), darunter: „Abschrift von", 
dahinter zwei eckige Kl'n, „an Amtschef A, Hauptamtschef ist MWA", iiber 
„Amtschef": „Pr 1", iiber „Hauptamtschef": „Pr 2", unter „Hauptamtschef" 
nochmal: „Hauptamtschef ist hier K.", darunter: „Io, P unl", unter „K.": 
„Pruf.3."; 1 n 2): „ObdM hat Vortrag GW 10/3", darunter: „erl P", daneben 
Haken I unmittclbar oberhalb Ub eckige Kl, dann: „Auszug aus"; hinter Ub 
eckige Kl gesdilossen 



302 



075-C 

Geheime Kommandosache. 

Oberkommando der Wehrmacht F.H.Qu., den 5.III.41 

WFSt/Abt.L (I Op.) 
Nr.: 44 282/41 gK.Chefs. 

Cheisache! 
Nur durch Offixier! 

Cheisache 
Nur dutch Offizier 

1 4 A u s f e f t i g u n g e n 
2. Ausfertigung 

Weisung Nr. 24 
iiber Zusammenarbeit mit Japan. 

1) **i Der Fuhrer hat fur die Zusammenarbeit mit Japan folgendes 

befohlen: 

1.) Das Z i e 1 der durch den Drei-Machte-Pakt begriindeten Zusam- 
menarbeit muss es sein, Japan so bald wie moglich zum 
aktiven Handeln im Fernen Osten zu bringen. 
Starke englische Krafte werden dadurch gebunden, das Schwer- 
gewicht der Interessen der Vereinigten Staaten von Amerika 
wird nach dem Pazifik abgelenkt. 

Die Erfolgsaussichten fiir Japan werden angesichts der noch 
unentwickelten Kriegsbereitschaft seiner Gegner um so grosser 
sein, je friiher es zum Eingreifen kommt. 1 )** 2 ' Das Unternehmen 

2) * „Barbarossa" schafft hierfiir besonders giinstige politische und 

militarische Voraussetzungen. 

') *« 2.) Zur Vorbereitung der Zusammenarbeit ist es erforderlich, 
die japanische Wehrkraft mit alien Mitteln zu starken. 

— Seite 2 — 

Hierzu ist von den Oberkommandos der Wehrmachtteile den 
japanischen Wiinschen auf Mitteilung deutscher Kriegs- und 
Kampferfahrungen und Unterstiitzung wehrwirtschaftlicher und 
technischer Art in umfassender und grossziigiger Weise zu ent- 
sprechen. Gegenseitigkeit ist ::-:: erwiinscht, ::-:: darf aber 
nicht die Verhandlungen erschweren. Jm Vordergrund stehen 

*) von ** 1 bis ** 2 T in eckigen Kl'n (hs) 

! ) 1 n T des letzten Satzes von Abs 1 gewellter Randstrich, I davon Rand-Vm: 
„leicht iibertrieben" 



303 



075-C 



hierbei naturgemass diejenigen japanischen Antrage, die sich 
* 2 in kurzer Zeit fur die Kriegfuhrung auswirken konnen. 

Jn besonderen Fallen behalt sich der Fiihrer die Ent- 
scheidung vor. 

3) *i 3.) Die Ab stimmung der beiderseitigenOperations- 
plane fallt dem ::-:: Oberkommando der Kriegsmarine ::-:: 
*2 zu. 

Hierfur gelten folgende Richtlinien: usw. 

a) Als gemeinsa'mes Ziel der Kriegfuhrung ist heraus- 
zustellen, England rasch niederzuzwingen und USA dadurch 
aus dem Kriege herauszuhalten. Im iibrigen hat Deutschland 

;i ) *' im Fernen Osten weder politische noch militarische oder wirt- 

schaftliche Jnteressen, die zu einem Vorbehalt gegen japanische 
* 2 Absichten Anlass geben. 

b) Die von Deutschland im Handelskrieg erzielten grossen 
Erfolge lassen es besonders angezeigt erscheinen, starke 
japanische Krafte zu gleichem Zweck anzusetzen. Daneben 
ist jede Unterstutzungsmoglichkeit fiir den deutschen Handels- 
krieg auszunutzen. 

c) Die Rohstofflage der Machte des Pakts verlangt, 
dass Japan diejenigen Gebiete an sich bringt, die es fiir die 
Fortsetzung des Krieges, besonders, wenn die Vereinigten 
Staaten eingreifen, braucht. Kautschuklieferungen miissen 
auch nach Kriegseintritt Japans durchgefiihrt werden, da 

— Seitc 3 — 

fiir Deutschland lebenswichtig. 

d) Die Wegnahmevon Singapore als Schlusselstellung 
Englands im Fernen Osten wiirde einen entscheidenden Erfolg 
fiir die Gesamtkriegfiihrung der Drei-Machte bedeuten. 

Ausserdem sind Angriffe auf andere Stiitzpunkt -Systems 
der englischen — der amerikanischen Seemacht nur, wenn 
Kriegseintritt USA nicht verhindert werden kann — geeigriet, 
das dortige Macht-System des Feindes zu erschuttern und, 
ebenso wie beim Angriff auf die Seeverbindungen, wesent- 
liche Krafte jeder Art zu binden (Australien). 

Ein Zeitpunkt fur den Beginn operativer Besprechungen 
lasst sich noch nicht bestimmen. 

4.) Jn den nach dem Drei-Machte - Pakt zu bildenden 
Militar-Kommissionen sind lediglich solche Fragen zu 

von ** bis * 2 jeweils RandstriA (hs) 



304 



075-C 



behandeln, die gleicher Weise die d r e i beteiligten Machte an- 
gehen. In erster Linie werden die Aufgaben des Wirt- 
schaf tskrieges hierunter fallen. 

Festlegung im einzelnen ist Sache der „Hauptkommission" 
unter. Mitwirkung des Oberkommandos der Wehrmacht. 

5.) Tiber das Barbarossa-Uhternehmen darf den Japanern gegen- 
iiber keinerlei Andeutung gemacht werden. 4 ) 

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht. 
Jm Entwurf gez. K e i t e 1. 

Fur die Richtigkeit 

Jung 
Korvettenkapitan. 

— Seite 4 — 

Verteiler: 

Ob. d. H. (Genst.d.H.) 1. Ausf. 

::-:: Ob.d.M. (1. Ski.) 2. Ausf. ::-:: 

Ob.d.L. (Lw.Fii.St.) 3. Ausf. 

OKW: 

W F St 4. Ausf. 

Amt AusLAbw. 5. Ausf. 

Chef Ausl. (zzgl.f. A.A.) 6.-7. Ausf. 

Wi.Ru.Amt 8. Ausf. 

HWK 9. Ausf. 

Abt. L 10.— 14. Ausf. 



DOCUMENT 077-C 

DRAFT OF A WARNING AGAINST DANGERS THROUGH WAR 
OPERATIONS IN CERTAIN MARITIME AREAS IN CONNECTION 
WITH PLAN "BARBAROSSA," PREPARED BY THE GERMAN FOREIGN 
OFFICE AND TRANSMITTED TO THE SUPREME COMMANDERS OF 
THE NAVY AND THE AIR FORCE BY THE OKW, 18 MAY 1941 (EX- 
HIBIT GB-146) 



BESCHREIBUNG: 

begl Phot 1 Schreiben mit 6 Anlagen, wiedergegeben erstes und zweites S 
*) Abe. 5.) in eckigen Kl'n (hs), 1 daron zwei Randstriche 



305 



077-C 



Erstes S: alle Rand-Vm'e hs I 1 unter Bk Stp: „Ob.d.M. (Zahl oder Buch- 
stabe unl) I op 00695/41 Eing.: 20. Mai 1941 Anlagen: 1 (geheftet 2 Blatt)" 
(Aktenzeichen und Anlagen-Vm hs) I 1 n Anschrift: F 20 I iiber Anschrift: la 
GW 20 I darunter: Io, P unl I r n Stp: Ic K 22/5 I darunter: Ii I am Ende 
des T: P unl 

Ceheime Kommandosache 

Oberkommando der Wehrmacht F.H.Qu., den 18.5. 1941 

WFST/Abt. L(Iop) 
Nr. 44747/41 g.K. Chefs. 3 Ausf ertigungen 



Chefsadie! 
Nur durch Olfizier! 

An' Ob.d.M., Ski. 

Ob.d.L., Fii.Stab la 



1 . Ausf ertigung 



Das Auswartige Amt hat fur „Barbarossa" anliegenden Ent- 
wurf fur Erklarung von Operationsgebieten vorbereitet. 

Das Ausw-artige Amt hat sich jedoch Festsetzung des Zeit- 
punktes und Erorterung etwaiger Einzelheiten weiterhin vor- 
behalten. 

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht 

I.A. 

v. Falkenstein 

V e r t e i 1 e r : 

::-:: Ob.d.M.,Skl. l.Ausf.mit 1 Anlage ::-:: 
Ob.d.L.,Fu.Stab 2. „ „ „ 
IL op. 3. „ „ „ 



Zweites S: Seite 1 unterer Rand Stp: „Anlage zu O.K.M. I op 00695/41 
(geheftet 2 Blatt)" (ab 00695 alles hs) 



Geheime Kommandosache 

Chefsadie! Anlage zu OKW/WFST/abt.L (I op) 

Nur durch Offiiier! Nr.44747/41 g.K. Chefs, v. 18.5! 

Abschrift 

Entwurf fiir eine Erklarung von 
Operationsgebieten fiir „ B a r b a r o s s a". 
Amtlich wird bekanntgegeben: 

Infolge der kriegerischen Ereignisse ist standig mit Kampfhand- 
lungen in den nachstehend naher bezeichneten drei Seegebieten zu 



306 



077-G 



rechnen. Jedes Schiff, das eines dieser damit zu Operationsgebieten 
gewordenen Seegebiete befahrt, setzt sich der Vernichtung durch 
Minen und andere Kriegsmittel aus. Die Deutsche Regierung warnt 
daher dringend vor dem Befahren der gefahrdeten drei Gebiete, die 
wie folgt begrenzt sind: 

1) im Eismeer: 

von der flnnischen Ostgrerize nach Norden innerhalb der 
russischen Hoheitsgewasser bis Nyemetski Kap, von dort das 
gesamte Seegebiet ostlich 32 0 Ost; 

2) inderOstsee: 

Nordgrenze: Finnische Kiiste auf 59° 54' N nach Westen bis 
20° 20' Ost 

Westgrenze: von 59° 54' N nach Borgskaren ( 20° 22' Ost ) — 
Landsort • — weiter nach Siiden an den schwe- 
dischen Hoheitsgewassern entlang bis zur 
Sudspitze O-land. 
Siidgrenze: Linie Sudspitze Oland — Memel. 
Um den Schiffsverkehr nach Gotland und Gotska Sando zu er- 
moglichen, werden 2 Korridore fur den schwedischen Schiffsver- 
kehr geschaffen. Sie verlaufen folgendermassen: 

Verkehr mit Gotska Sando: 

Ein 5 sm breiter Streif en nordlich und sudlich der Linie Landsort 
— Gotska Sando Norra (Fahrrinne somit 10 sm breit). 

— Seite 2 — 

Verkehr mit Gotland: 

Ein 5 sm breiter Streifen nordlich und sudlich der Linie Sand- 
sankan — Visby (Fahrrinne somit 10 sm breit). 

3) Im Schwarzen Meer: 

gesamtes Seegebiet des Schwarzen Meeres mit Ausnahme 
folgender Kiistenstreifen: 

a) Vom Bosporus nach Osten an der Sudkiiste des Schwarzen 
Meeres ein 10 sm breiter Streifen bis zur russisch - tiirki- 
schen Grenze,( bei Batum) 

b) Vom Bosporus nach Westen und Norden ein 10 sm breiter 
Streifen bis zur russisch-rumanischen Grenze. 

F.d.R.d.A 

Unterschrift (unl) 

Major 



307 



DOCUMENT 078-C 

ORDER BY HITLER, 9 JUNE 1941, TO SUPREME COMMANDERS IN 
THE ARMY, NAVY AND AIR FORCE TO ATTEND A CONFERENCE 
TO BE HELD 14 JUNE 1941 IN THE REICH CHANCELLERY ON THE 
MARCH INTO RUSSIA. LIST OF PARTICIPANTS (EXHIBIT USA-139) 



BESCHREIBUNG: 

begl Phot I alle Rand-Vm'e aufier Stp hs I r n Ub ein hs Kreuz, r davou 
Namenszug: „Kern" (?) I r n erstem Abs: P unl, ll./VI I r n zweitem Abs ein 
hs Kreuz und: 1 Ski gesehen I 1 davon Stp: „Ob.d.M. op 00920/41 Eing.: 11.6. 
Anlagen: m. Teilnehmerliste", (Aktenzeichen, Datum und Anlagen-Vm hs) 



Cheisaehe! 
Nur durch Ofiizier! 

Adjutantur der Wehrmacht 

beim Fiihrer Z.Zt. Berchtesgaden, den 9.6.1941 



Geheime Kommandosache! 

Br.B.Nr. 7a/41 g.K.dos. 

Betr.: Besprechung „B a r b a r o s s a". 

1. ) Der Fiihrer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat 

Vortrag fiir „Barbarossa" durch die Oberbef ehlshaber der Heeres- 
gruppen, Armeen und gleichgestellte Befehlshaber der Kriegs- 
marine und Luftwaffe befohlen. 

2. ) Die Vortrage finden am Sonnabend, dem 14. 6. 1941, in der 

Reichskanzlei Berlin statt. 

3. ) Zeiteinteilung: 

a) 11,00 Uhr : „Silberfuchs", 

b) 12,00 Uhr — 14,00 Uhr : Heeresgruppe „Siid", 

c) 14,00 Uhr — 15,30 Uhr: Gemeinsamer Mittagstisch fiir alle 

Besprechungsteilnehmer, 

d) ab 15,30 Uhr : Ostsee, Heeresgruppe „Nord" und 

Heeresgruppe „Mitte" in dieser 
Reihenfolge. 
Teilnehmer siehe anliegende Teilnehmerliste. 

4. ) Von den in der Teilnehmerliste aufgefiihrten Herren nehmen an 

den einzelnen Besprechungen teil: 

Zu 3a) (Silberfuchs): 



308 



078-C 



— Seite 2 — 

Zu3a)(Silberfuchs): 

Heer: Der Ob.d.H. mit den Offlzieren des Oberkom- 
mandos und Generaloberst von Falkenhorst, 

Kriegsmarine: Kapitan zur See Wagner, 

Luftwaffe: Der Ob.d.L. mit den Offlzieren des Oberkom- 
mandos und Generaloberst Stumpff , 

O. K. W. : Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht 
mit den Offlzieren des O.K.W. 

Zu 3b) (Heeresgruppe „Sud"): 

Heer: Der Ob.d.H. mit den Offlzieren des Ober- 
kommandos und die Oberbefehlshaber der 
Heeresgruppe „Sud" gemaB II.) der Teil- 
nehmerliste, 

Kriegsmarine: Kapitan zur See Wagner, 

Luftwaffe: Der Ob.d.L. mit den Offlzieren des Oberkom- 
mandos und Generaloberst Lohr, 

O. K. W. : Wie bisher. 

— Seite 3 — 

Zu 3c) (Mittagstisch): 

Alle in der Teilnehmerliste aufgefiihrten 
Offiziere. 

Zu 3d) (Ostsee undHeeresgruppe„Nord"): 

Heer: Der Ob.d.H. mit seinen Offlzieren und die 
Oberbefehlshaber der Heeresgruppe „Nord", 
gemfifi IV) der Teilnehmerliste, 

Kriegsmarine: Der Ob.d.M. mit seinen Offlzieren, General- 
admiral Carls und Vizeadmiral Schmundt, 

Luftwaffe: Der Ob. d. L. mit seinen Offlzieren und 
Generaloberst Keller, 

O. K. W. : Wie bisher. 



309 



078-C 



Heeresgruppe „M i 1 1 e" : 

H e e r : Der Ob.d.H. mit seinen Offizieren und die 
Oberbefehlshaber der Heeresgruppe „Mitte" 
gemaf3 IV.) der Teilnehmerliste, 

Luftwaffe: Der Ob. d. L. mit seinen Offizieren und 
Generalfeldmarschall Kesselring, 

O. K. W. : Wie bisher. 

— Seite 4 — 

5. ) Benachrichtigung der einzelnen Offiziere ist Sache der Ober- 

kommandos. 

6. ) A n z u g : Dienstanzug. 

7. ) An- und Abfahrt: 

Aus Tarnungsgriinden ist An- und Abfahrt wie folgt geregelt: 



Personen 


Zeit des 
Eintreffens 


Vorfahrt 


Reichsmarschall Goring 

u.Generalleutnant 

Bodenschatz 


10,55 Uhr 


Wilhelmstrasse 78 
(alte Reichskanzlei) 


GroBadmiral Raeder 
u.Kapitan zur See 
Schulte-Monting 


::-:: 13,50 Uhr ::-:: 


Hermann-Goring-Strasse 
(Mitteleingang) Zwischen 
Haus Nr. 15 und 16 (Durch- 
fahrt bis Wintergarten). 


Generalfeldmarschall 
von Brauchitsch 
u. Oberstleutnant 
von Gyldenfeldt 


10,50 


Hermann-Goring-Strasse 
(wie vor) 


Generalfeldmarschall 
Keitel 


Nach 

eigenem 

Ermessen 


Wilhelmstrasse 78 



310 



078-C 



— Seite 5 — 



Personen 


Zeit des 
Eintreffens 


Vorfahrt 


Oberkommando 
des Heeres 
und Generaloberst 
von Falkenhorst 


10,45 Uhr 


VoBstrasse 4 


Heeresgruppe „Siid" 


11,45 Uhr 


Hermann-Goring-Strasse 
(wie GroBadm.Raeder) 


Heeresgruppe „Mitte" 


13,40 Uhr 


Hermann Goring-Strasse 
(wie GroBadm. Raeder) 


Heeresgruppe „Nord" 


13,40 Uhr 


VoBstrasse 4 


::-:: Kriegsmarine 


13,40 Uhr 


VoBstrasse 6 1 ) ::-:: 


Kapitan zur See 
Wagner 


10,45 Uhr 


VoBstrasse 6 


Oberkommando 
der Luftwaffe und 
Generaloberst Stumpff 


10,45 Uhr 


VoBstrasse 6 


Generaloberst Lohr 


11,45 Uhr 


VoBstrasse 4 


Generalf eldmarschall 
Kesselring 


13,40 Uhr 


Hermann Goring-Strasse 
(wie GroBadm.Raeder) 


Generaloberst Keller 


13,40 Uhr 


VoBstrasse 4 


O. K. W. 

— Seite 6 — 


nach 

eigenem 

Ermessen 


Wilhelmstrasse 78 


Die Wagen sind nach. der Ankunft sofort entlassen und parkeir. 
D i e W a g e n d e s Heeres und der Kriegsmarine: 



Bei der Kraftfahrkompanie in der Bendlerstrasse, 



') r davon Rand-Vm: Adm. Carls, Sch . . . (?), Fricke 



311 



078-C 

Die Wagen der Luftwaffe: 
Im Reidisluftfahrtministerium. 

Die Wagen halten sich auf den Parkplatzen abrufbereit. 

Schmundt 

Oberst d.G. 
und Chefadjutant der Wehr- 
macht beim Fiihrer. 



Verteiler: 



1. ) Adjutantur des Reichsmarschalls, z.Hd 

2. ) Adjutantur des Ob.d.M., z.Hd 

3. ) Adjutantur des Ob.d.H., z.Hd, 

4. ) Adjutantur des Chef O.K.W., z.Hd. 

5. ) Generalstab des Heeres, z.Hd. 

6. ) Seekriegsleitung, z.Hd. 

7. ) Luftwaffenfiihrungsstab, z.Hd. 

8. ) Wehrmachtfuhrungsstab, z.Hd. 



Generalleutnant Bodenschatz, 
Kapitan zur See Schulte-Monting, 
Oberstleutnant von Gyldenf eldt, 
.Hauptmann Gabriel, 
Generaloberst Haider, 
Vizeadmiral Fricke, 
General der Fl. Jeschonnek, 
General der Artl. Jodl. 



DOCUMENT 100-C 

ORAL REPORTS BY THE COMMANDER-IN-CHIEF OF THE NAVY OR 
BY THE CHIEF OF NAVAL WARFARE ADMINISTRATION TO HIT- 
LER, 23 SEPTEMBER 1939, 16 OCTOBER 1939, 10 NOVEMBER 1939 
(WITH APPENDIX), 30 DECEMBER 1939 (WITH APPENDIX), AND 
23 FEBRUARY 1940: GRADUAL INTENSIFICATION OF SUBMARINE 
WARFARE BY TORPEDOING WITHOUT WARNING ENEMY AND, 
LATER, NEUTRAL MERCHANT VESSELS IN THE PROHIBITED 
ZONES AROUND ENGLAND; ALSO IN COURSE OF TIME ARMED 
BRITISH PASSENGER SHIPS; FURTHERMORE BY MEANS OF POLIT- 
ICAL PRESSURE ON NEUTRAL AND FRIENDLY STATES; IN- 
VASION OF NORWAY CONSIDERED IN CASE OF DANGER OF 
BRITISH OCCUPATION, AND OTHER MATTERS (EXHIBIT GB-463) 



BESCHREIBUNG: 
siebenteilig I begl Phot 



312 



100-C 



E r 8 t e s S : 

Unterredung Chef der Ski. mit dem Fiihrer 1 ) 
am 23. 9. in Zoppot. 
(In Gegenwart Generaloberst K e i t e 1) 



Nach Vortrag iiber die Lage Ostsee, Nordsee und Atlantik trug 
Chef Ski. vor: 

1.) Die erste Phase des Ubootkrieges im Atlantik und Kanal (an- 
fanglich zahlreiche Uboote draussen, grosser Strom I von zu 
Kriegsbeginn nach England und Frankreich heimkehrenden 
Dampfern, noch keine armierten Handelsschiffe, Abwehr noch 
nicht voll organisiert) ist voriiber. Der Erf olg der Uboote war zwar 
bisher Versenkung von etwa 232 000 t, er ist aber beeintrachtigt 
durch die aus politischen Grunden auferlegten Beschrankungen. 
(Kein Angriff auf Passagierdampfer und Schonung der franzosi- 
schen Kriegs- und Handelsschiffahrt). Die letzte Beschrankung 
verhindert z.B. Vorgehen der Uboote gegen franzosische Schlacht- 
schiffe „Dunkerque" und „Strassbourg", die Hauptgegner unse- 
rer Panzerschiffe, ferner gegen die grossen Transportzuge von 
Nordafrika nach Frankreich, sowie wirksame Behinderung der 
englischen Truppentransporte nach Frankreich, vor allem auch 
durch Minen vor franz. Hafen. Diese Stoning der englischen 
Truppentransporte empfindet die Kriegsmarine als eine besondere 
Pflicht. Der Zugang zu einigen der vielen moglichen, aber nicht 
sicher 2 ) bekannten englischen Abfahrtshafen 

— Seite 2 — 

(Weymouth, Dover) ist durch Minen verseucht; die Zahl der 
moglichen franz. Ankunftshafen ist jedoch geringer und 
daher leichter zu erfassen, ob allerdings noch im gegenwar- 
t i g e n Stadium, ist zweifelhaft. Gegen die englischen Truppen- 
transporter sind zudem zur Zeit 3 Uboote — t- 2 von Osten, 1 von 
Westen her — angesetzt, die nicht durch Riicksicht auf moglicher- 
weise zu schonende franz. Schiffe behindert werden durfen bei 
ihrer ohnehin schon ungeheuer schweren Aufgabe. 

Der Fiihrer genehmigte, unter Zustimmung auch von General- 
oberst Keitel zu diesen Ausfiihrungen die Aufhebung der Be- 
schrankungen zu folgenden 8 Punkten: 

1.) Behandlung franz. Kriegsschiffe und Kriegsflugzeuge. 

») r oberhalb t)b: Ski (hs) 

2 ) „sicber" an Stelle von „mehr" (hs gestrichen) 



313 



ioo-c 



2. ) Verhalten gegenuber franz. Kriegsschiffen im Geleit oder 

gemischtem Geleit. 

3. ) Verhalten gegen franz. Dampfer im Geleit, Truppentransporte 

usw. 

4. ) Behandlung franz. Handelsschiffe 

5. ) Behandlung franz. Waren 

6. ) Neutrale Waren (Konterbande) mit Bestimmung nach Frank- 

reich 

7. ) Minenverwendung vor franz. Kiiste 

8. ) Vorgehen gegen atageblendete Fahrzeuge an englisch-franz. 

Kiiste einschl. Kanal und in deren Nahe. 

— Seite 3 — 

2. ) Die VerstSrkung der Ubootsabwehr (Flieger, armierte Handels- 

schiffe) lasst gegenuber englischen Handelsschiffen eine Unter- 
suchung nicht mehr moglich erscheinen. Der Fiihrer genehmigte 
auf Antrag: das warnungslose Vorgehen gegen einwandfrei 
feindliche Handelsschiffe (aussef ausgesprochenen Passagier- 
dampfern) wegen anzunehmender Bewaffnung. Man solle dafiir, 
wenn moglich, gelegentlich mal einen Neutralen besonders gut 
behandeln, um zu zeigen, dass das System nicht grundsatzlich 
geandert sei. 

3. ) Chef Ski. schnitt dann die Frage der Massnahmen fur den 

Fall an, dass der Krieg gegen England und Frankreich durch- 
zukampfen sei. (Der Fiihrer hofft immer noch, Frankreich abzu- 
sprengen, und beabsichtigt innerhalb der nachsten 14 Tage eine 
Festlegung der politischen Lage vor den Oberbefehlshabern): 

Es wird nicht mehr von „Ubootskrieg", sondern nur von 
„Handelskrieg" gesprochen. Der verponte Ausdruck: „uneinge- 
schrankter Ubootskrieg" ist zu vermeiden. Stattdessen sind Er- 
wagungen im Gange, die „Belagerung von England" zu verkiinden, 
also ein militarisches System, das uns davor bewahrt, auf 
Einspriiche aus volkerrechtlichen Grixnden irgendwelche Ein- 
schrankungen vornehmen zu miissen. Durchfiihrung durch Kriegs- 
marine und Luftwaffe. Zwei Moglichkeiten der Gefahrenzone, 
die zweite geniigt, wenn erforderlich. Nahere Angaben als 
Unterlage fur Entscheidung des Fiihrers in etwa 14 Tagen nach 
Besprechung 3 ) Amt. 

3 ) „mit Ausw." hs gestridien 



314 



100-C 



— Selte 4 — 

4. ) Einsatz der Panzerschiffe wird etwa Anfang Oktober notig sein, 

um sie nicht ihre Vorrate aufzehren zu lassen und die Stimmung 
herabzusetzen. Anfang Oktober wird audi die zweite grosse 
Welle der Uboote angesetzt werden, voraussichtlich gegen Geleit- 
ziige westlich Spaniens (aus Mittelmeer oder von Fahrt um 
Afrika kommend). Die Form der Handelsschiffssicherung durch 
Geleitziige wird von jetzt ab beim Gegner im Vordergrund 
stehen. 

Fuhrer ist einverstanden. 

5. ) „Scharnhorst" und „Gneisenau" haben nach den Ergebnissen der 

Luftaufklarung zur Zeit keine Gegner, selbst in der nbrdlichen 
Nordsee (Shetlands — Norwegen), es ware daher falsch, sie zu 
Luftstossen anzusetzen, wobei sie nur beim Ein- und Auslaufen 
aus Belten und Deutscher Bucht durch Uboote unnotig gefahrdet 
werden. Sie haben eine Ausbildung noch stark notig, die in 
der Ostsee betrieben wird. Kreuzer „Hipper" ist noch nicht 
geniigend eingefahren. 

Diese Schiffe werden einzusetzen sein, wenn infolge unserer 
Tatigkeit in der Nordsee (Handelskrieg gegen Dampferstrom 
Skandinavien — England), die in der nachsten Woche intensiv 
einsetzen wird, die feindliche Gegenwirkung in der Nordsee 
durch Uberwasserstreitkrafte eine Verstarkung erfahrt, sowie 
im Zusammenhang mit der Tatigkeit der Panzerschiffe zur Ab- 
lenkung des Gegners von diesen. 

— Selte 5 — 

G.) Das zunachst im Rahmen des Mob-Rus tungsplanes aufgestellte 
Ubootsbauprogramm (Befehl des Fuhrers bei Besprechung vom 
7 .9.39) ergibt Zahl, die auf die Dauer die voraussichtlichen Ver- 
luste nicht wett machen werden. Zuwachs ist rund: 

1939: 7 Boote 

1940: etwa 46 „ 

1941: „ 10 „ pro Monat 

Das Scheer-Programm sah 1918 etwa 30 Boote pro Monat vor. 
Daher ist spatestens bei Fallen der politischen Entscheidung (in 
etwa 14 Tagen) Erweiterung des Programms auf Zuwachs von 
mindestens 20 - 30 Booten pro Monat notig, unter Einschrankung 
von allem nicht unbedmgt notigem fiir die Marine (z.B. kleine 
Torpedoboote) und auf Kosten der anderen Wehrmachtteile. Die 
Luftwaffe (Gesprach mit Generalfeldmarschall Goring) ist mit 



315 



100-C 



„Ju 88"-Programm erst friihestens Fruhjahr 1940 zu Gross- 
angriffen fahig, voraussichtlich (auch nach Ansicht Chef Ski.) erst 
Herbst 1940. Es ist anzunehmen, dass dann die Abwehr schon so 
stark ist, dass Erfolge in Hafen und gegen Seestreitkrafte in 
Hafen kaum noch zu erzielen sind. Vielleicht werden noch Minen 
zu legen sein bei Nacht und tags unter Verwendung von Nebel. 
Jedenfalls wird die ganze Last des Krieges gegen England zum 
mindesten das ganze erste Jahr allein auf der Marine d.h. auf 
den Ubooten ruhen. (Der Fuhrer erkannte an, dass Luftangriffe 
gegen England mehr Aussicht auf Erfolg im jetzigen Stadium, 
auch mit weniger Flugzeugen, haben, als in spaterer Zeit mit 
grosseren Zah- 

— Seite 6 — 

len, da dann die Abwehr zu stark sein wird). Der Fuhrer 
erklarte, dass Ubootsbauprogramm sei aus diesen Griinden, die 
er voll anerkannte, selbst auf Kosten des Ju 88-Programms, mit 
alien Mitteln zu fordern. 

Ob.d.M. erhielt Befehl festzustellen: 

1. ) Was noch in der Marine zuriickgestellt werden konnte (Bis- 

marck, Tirpitz und die beiden 10 000 t-Kreuzer bringen nicht 
viel), 

2. ) Was die Marine an Material und Arbeitern braucht, um ein 

Ubootsprogramm mit 20 — 30 Booten an Zuwachs pro Monat 
zu verwirklichen (Motoren- und Sehrohrfrage). 

7.) Chef Ski. beriihrt Frage der Mitwirkung Russlands und Italiens 
bei 

1. ) Uberlassung von Ubooten fur deutsche Marine 

2. ) Ausriistung von Hilfskreuzern (Murmansk) 

3. ) Anlaufen russischer Hafen durch deutsche Kriegsschiffe. 

Fuhrer wird Aussenminister beauftragen, bei nachstem Besuch in 
Moskau, diese Fragen zu klaren. Italiener wiirden wohl sehr vor- 
sichtig sein. Japan werde voraussichtlich seine bisherigen Ver- 
sprechungen betreffs Anlaufen und Ausriistung deutscher Schiffe 
halten. 4 ) 



«) unter T: Chef Ski hat gesehen S 29/9 (hs) 



316 



100-C 

Zweites S: Rand r o: 3.Ausf. (hs) I iiber 1.): Gegenwart General Jodl (hs) 

Vortrag Ob.d.M. beim Fiihrer 
am 16.10. 1939 

1. ) Vortrag iiber Unternehmung „U 47" in Scapa Flow. Beforderung 

B.d.U. zum Admiral. — Kommandant zur Meldung und Aus- 
zeichnung mit Ritterkreuz nach Berlin. 

2. ) Vortrag iiber Verscharfung des Seekrieges im Anschluss an Denk- 

schrift, die dem Fiihrer iiberreicht wird. Fuhrer genehmigt: 

a) warnungslose Torpedierung aller einwandfrei als feindlich 
(englisch oder franzosisch) erkannten Handelsschiffe. 

b) Passagierdampf er im Geleit konnen torpediert werden, 
einige Zeit nachdem bekannt gemacht sein wird, dass dieses 
beabsichtigt ist. Ob.d.M. macht darauf aufmerksam, dass 
schon jetzt Passagierdampf er torpediert werden, wenn sie 
abgeblendet sind. 

c) Italienische, russische, spanische und japanische Regierungen 
sollen aufgefordert werden, zu erklaren, dass sie keine Banh- 
ware fahren werden, andernfalls werden sie wie andere neu- 
trale Nationen behandelt werden (Ist im Gange). 

3. ) Ob.d.M. meldet, dass Russen gut gelegenen Stiitzpunkt westlich 

Murmansk zur Verfiigung gestellt haben, in dem Werkstattschiff 
stationiert werden soil. 

gez. Raeder 

F. d. R 

Assmann 
Korv. Kpt 

Drittes S : alle Rand-Vm'e hs I 1 unter U: 1 Abdrudc hat OKW fiir Gen. Ob. 
Keitel I iiber T von I nadi r: „C. Ski", darunter: P unl, 12/11 I daneben: 
„1. Ski.", darunter: F 16 I daneben: „Ia", darunter: GW 15 I daneben: Io, 
P unl I Seite 3: an Stelle von „erneuter" (hs) urspriinglidi „wied«r" (hs 
gestrichen) 



Vortrag beim Fuhrer am 10.XI.1939 

(Gegenwart: Gen.Ob.Keitel und K.Kpt.v.Puttkamer.) 
Chefsache! 

Nur durch Offizier! 1 Anlage. 

1.) Lage in Ost- und Nordsee. Verhandlungen mit Schweden iiber 
3 sm. Grenze. Absicht Sperrung der Belte im Siiden in freund- 
schaftlicher Abmachung mit Danemark. 



317 



100-C 



2. ) Minenoperationen an englischer Kuste; dazu Vorlage der 

Seekarten der wichtigeren Sperren und der bisher eingetretenen 
Erfolge. Weitere Absichten. 

3. )U-bootskrieg. Verlauf in letzter Zeit. Verluste: bisher 

sicher 6 Boote, d.h. die Ersatzboote, die 1939 noch kommen soil- 
ten, sind aufgebraucht. Infolge Beriicksichtigung bisheriger Er- 
fahrungen und neuer Anordnungen des B.D.U. ist Abnahme der 
Verluste zu erhoffen. 

Frage: Soil Proklamation aii Neutrale betreffs Verscharfung des 
U-bootskrieges zum Zeitpunkte des Beginnes einer Landoffensive 
erlassen werden, damit etwaige Proteste gleichzeitig mit sonsti- 
gen, wahrscheinlich scharferen Protesten der Neutralen erfolgen 
und damit in der Welt weniger Beachtung finden? Ob.D.M. 
schlagt vor, vorlaufig von Proklamation abzusehen, vielmehr 
allmahliche Verscharfung — Zug um Zug — fortzusetzen. Eine 
solche Proklamation ist zur Zeit umsoweniger notig, als die 
Amerikaner ein Sperrgebiet um England und Frankreich fur ihre 
Schiffe selbst erklart haben, wodurch Zusammenstosse mit dem 
s.Anlage machtigsten Neutralen ausgeschaltet sind. 

Ob.D.M. schlagt als nachsten Schritt vor: Warnungslose Ver- 
senkung feindlicher Passagierdampfer, die vielfach schwer be- 
waffnet und als Truppentransporter sowie zur Beforderung 
hochwertiger Bannware dienen. Bewaffnung dieser Dampfer ist 
bekannt, sogar in Bildern dargestellt. Fiihrer stimmt zu, wenn 
vorher die Namen der betreffenden grossen Dampfer bekannt 
gemacht sein werden und gesagt sei, dass sie als Hilfskreuzer 
und Truppentransporter verwendet wurden. 

— Seite 2 — 

Ob.D.M. schlagt vor als spateren Schritt: Warnungslose Ver- 
senkung der neutralen Dampfer, die nach unserer genauen 
Kenntnis Bannware geladen haben, deren Abgangsort, Abgangs- 
zeit und Reiseweg uns bekannt seien (z.B. griechische Dampfer). 
Vorschlag wird von Ob.D.M. zur Erwagung gestellt werden, 
sobald etwaige Anderung im Verhalten der Neutralen (z.B. bei 
Offensive) festgestellt sein wird. Nichtbelastigen der Schiffe uns 
befreundeter Nationen (Italien, Japan, Russland, Spanien) soli 
weiter aufrechterhalten bleiben. — Aufbau einer Nachrichten-und 
Kontrollorganisation in neutralen Hafen (Anlage, Absatz B, 
SchluBsatz). 



318 



100-C 



4. ) Politische Fragen. 

1 1 a 1 i e n : Wenn man mit Eintritt Italiens in den Krieg in ab- 
sehbarer Zeit rechnet, sollen dann audi grosste militarische 
Geheimnisse (Torpedo und Minen) den Italienern preisgegeben 
werden? Ob.D.M. schlagt vor: Erst bei Eintritt Italiens in den 
Krieg. Fiihrer ganz gleicher Ansicht. 

Russland: Verhandlungen guten Fortgang; aber Lief erung 
von Ausriistung fur Schiffe nicht auf Kosten Wehrmachts- 
kapazitat moglich. Fiihrer und Ob.D.W. erklaren: Solche Liefe- 
rungen nur auf Kosten Exportkapazitat. 

Japan: Japanischer Marineattache hat als Antwort auf 
Ausserungen des Ob.D.M. vom japanischen Marineministerium 
gemeldet: Japan wird nicht in europaischen Krieg eintreten. 
Aber japanische Marine wird deutsche Marine unterstutzen im 
Sinne der Verhandlungen von 1938. Bittet, bald konkrete 
Wunsche zu aussern. Ob.D.M. vorschlagt: Erlaubnis zum Anlaufen 
japanischer Stiitzpunkte Mr deutsche Hilfskreuzer und Unter- 
seeboote. Uberlassung einiger U-boote an Deutschland zur Krieg- 
fiihrung gegen England in Ostasien. Fiihrer ist einverstanden. 

Vereingte Staaten: „City of Flint" - Fall ist schief ge- 
laufen z.T. durch Verhalten des Prisenoffiziers (z.B. Anlaufen 
von Tromsoe und Murmansk ), vor allem aber durch Anhalten 
der Prise durch Vizekonsul in Haugesund. 

— Seite 3 — 

Bei jetziger Sachlage scheint es angebracht, „City of Flint" nach 
den Vereinigten Staaten unbehindert zuriickehren zu lassen, da 
die Vereinigten Staaten durch eigene Sperrgebietserklarung sich 
aus Verwicklungen heraushalten wollen und Nutzen aus erneuter 
Beschlagnahme nicht zu erwarten ist. U-boote sind aufgestellt 
falls Beschlagnahme erwunscht ist. 
. Fuhrer stimmt OB.D.M. zu : Nichts mehr gegen „City of Flint" 
zu unternehmen. 

5. ) Lage betreffs „Deutschland" und „Graf Spee". Absichten. 

6. ) Fuhrer fragte Ob.D.M., ob besondere Wunsche derMarine 

betr. Stiitzpunkte an hollandisch-belgischer Kiiste vor- 
liegen. Ob.D.M. verneint, da Stiitzpunkte im englischen Kiisten- 
vorfeld liegen, und als U-bootsbasis daher unbrauchbar. Sollte 
Helder besetzt werden, kann es als Stiitzpunkt fiir leichte Streit- 
krafte gelegentlich von Nutzen sein, wenngleich Abkiirzung des 
Weges nach englischer Kiiste bei VorstoBen nur unwesentlich 
gegeniiber Borkum-Emden. — Von Bedeutung sei die Besetzung 



319 



100-C 



der belgischen und nordf ranzosischen Haf en nur insofern, 
als die britischen Truppentransporte dadurch weiter nach Siiden 
gezwungen und dadurch eher dem Zugriff deutscher Gegen- 
wirkung zur See (U-boote, Minen) ausgesetzt wiirden. 

Gen.Ob. Keitel weist auf die ev. Notwendigkeit bin, die bel- 
gischen Hafen durch Kiistengeschiitze zu sichern. 

gez. Raeder 

F. d. R. 

Assmann 
Fr. Kpt. 



Viertes S: 



Anlage zum Vortrag des OB.D.M. v.lO.XI.39. 
Fur Vortrag des Ob. D. M. beim Fiihrer. 

I. Proklamation:' 

Durch die Erklarung einer Sperrzone fiir amerikanische Han- 
delsschiffe im Europa-Bereich ist fiir die Notwendigkeit einer 
Erklarung in Form einer Proklamation eine neue Lage ein- 
getreten. Es besteht die Moglichkeit, durch militarische MaB- 
nahmen den Seekrieg gegen England so zu verscharfen, dass 
praktisch fast das gleiche Ziel erreicht wird, wie durch die Pro- 
klamation beabsichtigt. 

Die Notwendigkeit der Herausgabe einer Proklamation und 
die Bestimmung des Zeitpunktes hierfiir kann nur im Einklang 
mit den Absichten der Gesamtkriegsfuhrung erfolgen. 

II. MaBnahmen zur Verscharfung des Handels- 
k r i e g e s: 

A) Gegenwartiger Stand: 

1.) Bisher noch nicht von scharfer Handelskriegsform 
(warnungslose Versenkung) erfasst: 

a) alle einzeln oder in neutralem Geleit fahrenden neu- 
tralen Handelsschiffe; 

b) einzeln fahrende Passagierdampfer (auch bewaffnete), 
die grofiere Anzahl Passagiere befordern konnen. 



320 



loo-c 



2.) Bisher von der Aufbringung noch ausgenommen: 

a) Handelsschiffe der wohlwollend neutralen Staaten: Ita- 
lien, Spanien, Japan, Russland. 

b) alle einzeln fahrenden neutralen Schiffe ohne Banngut 
mit korrektem Benehmen auf der Fahrt nach Feind- 
hafen; 

c) alle neutralen Schiffe mit beliebiger Ladung von Feind- 
hafen kommend. 

— Seite 2 — 

B) Vorschlag fiir weitere Verscharfung: 

(als UbergangsmaBnahme bis zur scharfsten Form) 

a) Freigabe aller feindlichen Schiffe, einschlieBlich feind- 
licher Passagierdampfer: Begrundung: Bewaffnung, 
Truppentransportverwendung. 

b) Weitere planmaBige Minenverseuchung der englischen 
Hafen und Ansteuerungspunkte. 

c) Schwerpunktangriffe der operativen Luftwaffe auf die 
feindlichen Haupteinfuhrhafen. 

d) Unterstiitzung dieser militarischen MaBnahmen durch 
Aufbau einer Nachrichten und Kontrollorganisation in 
neutralen Hafen und durch starksten politischen und 
wirtschaftlichen Druck auf die neutralen Lander zwecks 
Unterlassung ihres Handelsverkehrs mit England. 

C) Weitere Moglichkeiten, von denen aber zum 
g e g e n w a r t i g e n Zeitpunkt abgeraten wird: 

1. ) Handelskrieg nach Prisenordnung gegen italienische, spa- 

nische, russische und japanische Schiffe. 

2. ) Warnungslose Versenkung aller neutralen Schiffe, die ein- 

wandfrei Bannwaren nach England an Bord haben. 



Funftes S: 



Vortrag des Ob. d. M. beim Fiihrer 1 ) 

am30.XII.39.(GegenwartGen.Ob.Keitel undFreg.Kpt.v.Puttkamer.) 

1.1 O s t s e e : Zwischenfalle bei russischer Seekriegsfuhrung gegen 
Finnland — Versenkung einzelner deutscher Dampfer — 

l ) r oberhalb l)b: II. Ausf. Ski (hs) 



321 



100-C 



beigelegt. Russen respektieren jetzt deutsche Flagge. Verein- 
barung wegen deutscher Erzdampfer von Lulea in Verhandlung. 

Deutsche Seekriegsfuhrung wird stark beeintrachtigt durch den 
umfangreichen Verkehr neutraler Dampfer nach England durch 
die schwedischen Hoheitsgewasser ( Falsterbo-Rinne ). Scharfer 
Druck auf Schweden ist notig mit Ziel: Schweden sperrt selbst 
seine Hoheitsgewasser; der gesamte Verkehr am Siidausgang des 
Sundes geht durch die deutsche Sperrliicke bei gemeinsamer Be- 
wachung der Liicke. 

2.1 Skandinavien. Ziel : Norwegen darf nicht in englische 
Hande fallen. Gefahr : Freiwillige aus England, getarnt, fiihren 
kalte Besetzung Norwegens durch. Daher Vorbereitungen und 
Bereitsein erforderlich. Ernstlicher Widerstand wird in Nor- 
wegen, voraussichtlich auch in Schweden nicht zu erwarten sein. 
Auffassung bei hoheren Militars in Norwegen geteilt; ein Teil 
glaubt, Russland werde Tromso nicht besetzen, da die Schwierig- 
keiten zu groB; ein Teil glaubt, dass Teilung Norwegens zwischen 
Russland und Deutschland bereits verabredet. 

— Seite 2 — 

3. /N6rdlicher Seeweg. Verhandlungen durch Marineattache 

in Moskau im Gange betr. Bemitzung des nordlichen Seeweges 
durch deutsche Schiffe — Hilf skreuzer, Panzerschiffe riickkehrend. 
Vielleicht wird politischer Druck von oben her erforderlich 
werden, da Verantwortung von unteren Stellen nicht getragen- 
wird. 

4. / Nordseekriegsfiihrung. Minengiirtel an englischer Ost- 

kiiste im Dezember ausgebaut durch Zerstorer und U-boote; an 
Westkiiste durch U-boote weiterer Ausbau im Gange. Englander 
verdunkeln jetzt nachts die auBeren Feuer; haben Warngebiet an 
gesamter Ostkiiste erklart. Rein defensive MaBnahme. An Ein- 
f ahrten im Norden und Siiden wird starke Biindelung des Ver- 
kehrs eintreten, daher im Norden weiterhin gute Gelegenheif fur 
U-bootstorpedoangriffe; im Siiden Notwendigkeit, Verkehr durch 
Flugzeugminen zu storen. Der neuen Lage tragt Rechnung: 

a) Ob.d.L. grei'ft in den durch die Sperre geschutzten Kiisten- 
gewassern der Ostkiiste nicht nur Geleitziige sondern auch 
einzeln fahrende Dampfer mit Bomben ,an. 



322 



100-C 



b) Ob.d.M. ist an Ob.d.L. herangetreten, dass die in den Downs 
fahrenden oder ankernden neutralen Schiffe — nach vor- 
heriger Warnung an die neutralen Regierungen — audi mit 
Bomben angegriffen werden, da sie ja auf Befehl und unter 
Aufsicht der englischen Marine, also gewissermaBen „geleitet", 
fahren. 

* 3 ) *') Ob.d.L. wird Entscheidung seinerzeit einholen. 

2 ) * 2 ) Fiihrer halt ebenf alls ::-:: Warnung ::-:: fur notig, vielleicht 
giinstiger Augenblick, wenn allgemeine Verscharfung eintritt. 

— Seite 3 — 

GesamtwirkUng der Minensperren: Starke Verluste englischer 
und neutraler Handelsschiffahrt, starke Abschreckung neutraler 
Schiffahrt. Anderseits erfolgreiche Bemiihungen der Englander, 
immer wieder Sperrliicken zu schaffen unter Ausnutzung der 
durch versenkte Dampfer erfolgten Raumung einzelner Minen. 
Verkehr geht zum mindesten bei Tage weiter, allerdings wie 
neutrale Kapitane aussagen, mit grofiem Risiko infolge der vielen 
Wracks. Dauerndes Nachfiillen der Sperrliicken mit Flugzeug- 
minen ist daher erforderlich. 

Im Januar ist groBere Zahl von Ubooten klar fur Torpedoangriff 
und fiir Zusammenwirken mit Uberwasserseestreitkraften. 

Uberwasserseestreitkrafte zweite Half te Januar fiir 
Operationen klar. Operationen in Zukunft erschwert durch 
Ausfall der strategischen Wirkung von „Graf Spee" und „Deutsch- 
land" im Atlantik. GroBere Zusammenziehung schwerer eng- 
lischer Streitkrafte im Norden ( 2 — 3 Schlachtkreuzer, 5 — 6 
Schlachtschiffe, 3 — 4 schwere Kreuzer). 

„Liitzow" und erster Hilfskreuzer Ende Januar fertig, Mitte 
Februar klar zur Ausf ahrt. Beteiligung Italiens am Kriege wiirde 
Atlantikkriegfiihrung entlasten, da Teil englischer Seestreitkrafte 
ins Mittelmeer abgezogen werden wiirde. 

Lufttatigkeit. Der Gegner in Nordsee sehr rege; Abhangig- 
keit Marine von guter Aufklarung sehr groB; daher moderne 
Flugzeugtypen in geniigender Zahl fiir Marine erforderlich. Ver- 
handlungen im Gange. D T-Gerat 



2 ) von * 1 bis * 2 doppelte Randanstreichung 
») bei * Rand-Vm: Wer macht das? (hs) 



323 



1C0-C 

— Seite 4 — 

sehr bewahrt, einzige Mittel an Kiiste um rechtzeitig Abwehr 
feindlicher Flieger zu alarmieren. 

5./ Verscharf ung des U-bootskrieges. Siehe Anlage. 
Bisheriges Verfahren allmahlicher Verscharfung ohne besondere 
Verkundigungen hat sich bewahrt. Falls Proklamation bei allge- 
meiner Verscharfung des Krieges beabsichtigt, was Fiihrer bejaht, 
nur allgemeine Andeutung der Verscharfung auch des See- 
krieges ohne Bindung an bestimmte Begriffe erwiinscht; im 
ubrigen Vollmacht an Seekriegsleitung erbeten, Verscharfung je 
nach allgemeiner Lage und Einsatzbereitschaft der Kampfmittel 
vorzunehmen, im Rahmen jedesmal vorher eingeholter grund- 
satzlicher Zustimmung des Fuhrers. Gleiches Verfahren, wenn 
etwa keine Proklamation erfolgt. Fiihrer gibt in diesem Sinne 
Zustimmung zu : 

a) Handelsschiffe von Nationen,die Schiffe an England verkaufen 
oder verchartern, zunachst griechische, konnen im amerikani- 
schen Sperrgebiet — je nach Lage durch einzelne oder alle 
U-boote, eventuell unter Beschrankung auf bestimmte abge- 
grenzte Gebiete — ohne Warnung abgeschossen werden. 

b) Alle oder einzelne U-boote konnen in den Teilen des ameri- 
kanischen Sperrgebietes, in denen Fiktion von Minentreffern 
aufrechterhalten werden kann, z.B.am Bristol-Kanal neutrale 
Handelsschiffe — • auBer der„befreundeten" — ohne Warnung 
abschieBen. 

c) Veroffentlichung des Gesetzes gegen die order in council behalt 
sich Fiihrer fur den Augenblick der allgemeinen Verscharfung 
des Krieges — oder bei 

— Seite 5 — 

starker Verzogerung der Offensive — fur den Augenblick 
besonderer Mafinahmen, die an Stelle der Offensive zu treffen 
waren, vor. 

Befreundete Nationen sollen weiterhin riicksichtsvoll behandelt 
werden. 

Ob.d.M. schlagt vor, den Italienern auf ihre Note betr. Nennung 
eines gesicherten Hafens zu antworten, dass solche Nennung 
leider nicht mehr moglich, nachdem alle in Frage kommenden 
Hafen bereits verseucht waren. Genaue Lage der Sperre sei bei 
Uboots- und Flugzeugminen nicht festzustellen, daher konne 



324 



100-C 



deutsche Regierung eine Garantie garnicht iibernehmen. Ita- 
lienische Schiffe miiCten sich auf Angaben englischer Lotsen ver- 
lassen. 4 ) 

6./ Versenkung „G r a f S p e e". Uber taktisches Verhalten im 
Gefecht — warum„Exeter" nicht erledigt werden konnte — und 
Notwendigkeit des Einlaufens in Montevideo — mangels genii- 
gender Unterlagen noch kein abschlieBendes Urteil. Nachdem 
Schiff eingelaufen war und Reparaturzeit nicht verlangert wurde, 
war EntschluB des Kommandanten, gesamteRestmunition fiirwirk- 
same Zerstorung zu benutzen, richtig, da keine Gewahr gegeben 
war, dass bei Durchbruchsversuch nach VerschieBen der geringen 
Munition auf dem flachen Wasser der Rio Plata-Miindung eine 
wirksame Versenkung nur durch Offnen der Ventile moglich 
gewesen ware, wobei dann die Gefahr vorlag, dass das nicht 
geniigend tief versenkte wehrlose Schiff von den Englandern be- 
setzt 

— Seite 6 — 

wurde. Fiihrer betont wiederholt Notwendigkeit, den „Exeter" 
vollig erledigt zu haben. 

1.1 „N ii r n b e r g" — Beschadigung nur gering, Reparatur ■ wiirde 
kurze Zeit erfordern, erfolgt aber im Rahmen einer schon vorher- 
gesehenen Instandsetzungszei t des Schiffes, die fur Maschinen 
erforderlich. 

„L e i p z i g" — Notwendigkeit wahrscheinlich einzelne Kessel zu 
erneuern ergibt langere Liegezeit. Ersatz ist ,,K a r 1 s r u h e" 
die jetzt fertig ist. 

„A d m i r a 1 Scheer" war schon bei Kriegsbeginn fur eine 
langere Instandsetzung vorgesehen, die demnachst beginnt. Seine 
Heraussendung kommt erst im Herbst 1940 in Frage. 

8./ Ubootsbauprogramm. Mit Chef OKW. ist verhandelt, 
durch Vorwegnahme des fur die Marine bestimmten Metalls 
(Zinn) aus den spateren Jahren ein Programm auszufuhren, das 
bis zum 1.1.42. ein mehr von 316 U-booten gegen den Jetztbestand 
ergibt. Chef OKW. bestatigt dies und beabsichtigt bei Wirtschaft 
nochmals scharf nachzuforschen, ob sie noch Zinn abgeben kann. 
Endentscheidung, ob dies Programm durchfiihrbar ist, oder ob 
weiter zuriickgegangen werden muss, kann bis auf Mai/Juni 1940 
verschoben werden. 



4 ) nach T-Ende: Fiihrer stimmt zu (hs) 

5 ) 1 unterhalb T untereinander: 1 Ob.d.M., 1 Chef OKW, 2 Ski. (hs) , 



325 



100-C 

Sechstes S: 



Anlage zu Vortrag beim Fiihrer 
am 30.12.1939. 

Verscharfung des Handelskrieges. 



I. Der Stand der deutschen Handelskriegfiihrung Ende Dezember 
1939. 

a) Warnungsloser Angriff durch Uboote: 

1. ) auf samtliche . als feindlich erkannten Handelsschiffe, 

Ausnahme — einzeln fahrende einwandf rei unbe- 
waffnete Passagierdampfer, 

2. ) auf samtliche neutrale in feindlichem Geleit fahrenden 

Schiffe, 

3. ) auf alle abgeblendeten Schiffe im Gebiet zwischen 

20° W, 62° N, 3° O, 44° N, 

4. ) auf samtliche Schiffe, die sich der Anhaltung widersetzen 

oder FT gebrauchen, 

5. ) auf samtliche Tankdampfer im amerikanischen Snerr- 

gebiet westlich 2° Ost mit Ausnahme von italienischen, 
russischen, spanischen, amerikanischen und japanischen 
Tankdampfern. 

b) Handelskrieg. durch Anhalten und Unter- 
suchung gemass Prisenordnung. 

1. ) durch Uberwasserschiffe gegeniiber alien feindlichen und 

neutralen Schiffen, 

2. ) durch Uboote nach besonderen Befehlen nur gegeniiber 

solchen neutralen Schiffen, die nicht unter Ziffer a) fallen. 

c) Grundminenverwendung durch Uberwasserstreit- 
krafte, Uboote und Flugzeuge in den durch Wassertiefe, 
Gegenwehr und eigene Reichweite gezogenen Grenzen. 

d) Keinerlei Handelskriegsmassnahmen gegeniiber italienischen, 
spanischen, russischen und japanischen Schiffen, grosste 
Schonung gegeniiber amerikanischen Besatzungen. 

— Seite 2 — 

Es bleiben daher dem deutschen Zugriff jetzt noch ent- 
zogen: 

alle einzeln fahrenden einwandfrei neutralen auf Eng- 
land und Frankreich fahrenden Schiffe, die 



326 



100-C 



a) nicht vom Prisenkrieg erfasst werden, kein Bann- 
gut fahren und sich vollig korrekt benehmen, 

b) mit beliebigen Exportgiitern aus den Feindhafen 
kommen. 

II. Aus der tJbersicht iiber den gegenwartigen Stand der Handels- 
kriegfiihrung ergibt sich, dass der Handelskrieg unter Freigabe 
des vollen Waffeneinsatzes jetzt bereits einen hohen Grad der 
Wirkungsmoglichkeit erreicht hat und dass jede Verscharfung 
durch militarische Massnahmen der Seestreitkrafte sich nur auf 
neutrale Schiffe erstrecken kann und damit bei der Ver- 
senkung neutralen Frachtraumes in zunehmendem Masse 
zum Verlust neutraler Besatzungen fiihren wird. Jede Er- 
weiterung wird daher einerseits politisch und propagandistisch 

' gegen uns wirken und, wie im Falle des Vorgehens gegen die 
Tankertonnage, weitgehende Ausnahmen erforderlich machen, 
andererseits wird jedoch bei geschicktem Einsatz der V e r - 
scharfungsmassnahmen durch grossere Gef ahrdung 
neutralen Personals eine zunehmende Abschreckung der neu- 
tralen Handelsschiffahrt vor der Fahrt auf England erreicht 
werden konnen. Jede Verscharfung wird aber mittelbar audi 
den Wirkungsgrad der Bekampfung der feindlichen Tonnage 
erhohen, da durch Freigabe weiterer warnungsloser Versen- 
kungen die Notwendigkeit langwieriger Beobachtung und 
Feststellung der Nationalitat nahezu vollig entfallt. 

III. Die bisherige Tendenz der politischen Leitung die Wirksamkeit 
der Handelskriegfiihrung durch eine allmahliche Verscharfung 
zu steigern, hat sich vollauf bewahrt. Sie hat in Verbindung 
mit der Erklarung der amerikanischen Sperrzone jegliche 
politisch nachteilige Entwicklung des Verhaltnisses der neutralen 
Staaten zu Deutschland vermieden. In Obereinstimmung mit 
den tJberlegungen der Denkschrift vom 15.10.1939 iiber die 
Verscharfung des Seekrieges, halt die Seekriegsleitung nach 
wie vor im Endziel den Ubergang zur scharfsten Form der 
Handelskriegfiihrung in Form 

— Seite 3 — 

einer riicksichtslosen Belagerung der Feindlander fur die 
militarisch wirksamste Losung. Die heutige Auffassung der 
Seekriegsleitung deckt sich daher mit den in der Denkschrift 
gemachten Vorschlagen zur scharfsten Anwendung aller ver- 
fiigbaren Kampfmittel unter Anpassung an die jeweils vor- 
handenen Einsatzmoglichkeiten ohne Bindung an irgendwelche 



327 



100-C 



Begriffe, wie „die offentliche Verkiindung eines „Belagerungs- 
zustandes" Oder die Erklarung von Warn- und Sperrgebieten, 
die politisch, volkerrechtlich und militarisch nur Nachteile mit 
sich bringen wiirde. 

IV. Hinsichtlich der Form und des Zeitpunktes zum Eintritt weiterer 
Verscharfungen des Seekrieges ist von ausschlaggebender Be- 
deutung die Entscheidung der obersten Kriegsleitung iiber den 
Beginn der allgemeinen Kriegsverscharfung durch eine Offen- 
sive im Westen. 

I. Moglichkeit : 

Die Entscheidung des Fiihrer fallt zu Gunsten einer in 
kiirzester Frist anlaufenden Westoffensive im Rahmen der 
bisher hierfur erteilten Weisungen unter Verletzung der 
Neutralist anderer Staaten: 

In diesem Fall stellen die verscharfenden Massnahmen 
der Seekriegfiihrung in ihrer politischen Auswirkung nur 
einen kleinen Teil der Gesamt-Kriegsverscharfung dar. Der 
allmahliche Ubergang zur verscharften Form der S e e - 
kriegfuhrung innerhalb der amerikanischen Sperrzone 
mit dem Endziel eines rucksichtslosen Ansatzes a 1 1 e r 
Kampfmittel zur Unterbindung jeglichen Handelsverkehrs 
nach England wird daher mit Beginn der Offensive in Vor- 
schlag gebracht. 

Eine sofortige Vorwegnahme einzelner Verschar- 
fungsmassnahmen des Seekrieges ist nicht erforderlich. 
Der Beginn der allgemeinen Kriegsverscharfung wird ab- 
gewartet. Die wohlwollend Neutralen (Italien,Spanien, 
Japan und Russland) sowie Amerika sind, soweit irgend 
') * 4 moglich, zu schonen. Eine entsprechende Mitteilung, die 
das Bestreben Deutschlands zur weitgehenden Schonung 
ihrer Interessen zum Ausdruck bringt, ist diesen Staaten 
zuzustellen. 

* 2 

— Seite 4 — 

a) Entschliesst sich die politische Leitung, den Beginn der 
Kriegsverscharfung mit einer offentlichen Proklmation 
(Reichstagsrede, Rundfunkansprache, allgemeiner Aufruf 
oder Note an die Neutralen) exnzuleiten, so wiirde diese 
Bekanntgabe gleichzeitig auch die Verkiindung weiterer 
Verscharfungen der Seekriegfiihrung zu enthalten 
haben. Einen Beitrag fiir eine derartige Proklamation ent- 
halt die Anlage 1). 

*) von ** his * 2 Randstriche (hs) 



328 



100-C 



b) Beabsichtigt die politische Fuhrung jedoch nicht, eine allge- 
meine Proklamation zu erlassen, so muss, um nicht die 
Kriegsmarine wiederum mit dem Odium des uneinge- 
schrankten Ubootkrieges vor der Geschichte zu belasten, von 
einer offentlichen Verkiindung verscharfender Seekriegs- 
massnahmen dringend abgeraten werden. Im iibrigen lasst 
die zur Zeit verfiigbare Anzahl der Streitkrafte, insbeson- 
dere die geringe Anzahl atlantikfahiger Uboote, im gegen- 
wartigen Zeitpunkt eine kriegsentscheidende Wirkung durch 
die Seekriegfuhrung allein nicht erwarten. Die Seekriegs- 
leitung kann daher eine mit politischen Nachteilen verbun- 
dene Proklamation nur zur Verkiindung einer Verscharfung 
des Seekrieges nicht befurworten. 

Es wird jedoch fur erforderlich und moglich gehalten, 
eine Erweiterung der Handelskriegmassnahmen auch o h n e 
vorherige Erklarung durchzufiihren. 

In beiden Fallen — , ob m i t oder ohne vorherige 
Proklamation — richten sich die verscharfenden Massnahmen 
der Kriegsmarine unter Wahrung der volligen Freiheit des 
2 ) *' militarischen Handelns nach der Gesamtlage, den vorhan- 
denen Kampfmitteln und den Einsatzmoglichkeiten und 
werden durch Einzelanordnungen der Seekriegsleitung aus- 
* 2 gelost. Die vorzuschlagenden Verscharfungsmassnahmen 
decken sich mit dem unter „II.Moglichkeit" dargelegten Vor- 
gehen. 

— Seite 5 — 

II. Moglichkeit : 

Die Entscheidung des Fiihrers auf Beginn allgemeiner 
Kriegsverscharfung wird auf langere Frist verschoben. 

In diesem Falle muss auf dem Wege der allmah- 
lichen Verscharfung des Seekrieges wie bisher f ort- 
gefahren werden. Der baldige Einsatz weiterer verscharfter 
Handelskriegsmassnahmen wird hierzu in Vorschlag ge- 
bracht. 

Die Ski. schlagt vor: 
1.) Erlass des' bereits vorgelegten Sondergesetzes in Beant- 
wortung der „ order in council" zwecks Erfassung der 
englischen Ausfuhr durch die deutsche Handelskrieg- 
ftihrung. 

2 ) von his * 2 Randstriche (hs) 



329 



100-G 

2. ) Warnungsloses Vorgehen der Uboote gegen die Handels- 

schiffe derenigen Lander, die ihren Frachtraum weit- 
gehend an England verchartem (z.B. Griechenland) 
innerhalb der fur Angriffe gegen Tankschiffe f reigegebenen 
Zone. Eine offizielle Erklarung erfolgt hierzu nicht. 
Es steht der militarischen Fiihrung des Seekrieges je 
nach Lage und Kampfmitteln frei, ein solches Vorgehen 
in bestimmten Gebieten oder fur bestimmte einzelne 
Uboote anzuordnen, sodass daraus eine plotzlich ein- 
tretende Verscharfung nicht erkennbar wird. 

3. ) Warnungsloses Vorgehen einzelner befohlener oder 

(spater) aller Uboote innerhalb der Angriffszone fur 
Tankschiffe gegen a lie Handelsschiffe in den Gebieten, 
in denen die Fiktion von Minentreffern aufrechterhalten 
werden kann nach besonderen je nach Lage und Einsatz- 
moglichkeiten eirteilten Befehlen der Seekriegsleitung. 

4. ) Die befreundeten Neutralen sind auch weiterhin weit- 

gehend zu schonen. 

1 1 a li en : 

Die augenblicklich noch laufende englische Kohlenzu- 
f uhr nach 1 1 a 1 i e n kann Deutschland keinesf alls voll 
iibernehmen, zum anderen bleibt die deutsche See- 
ausfuhr nach Italien dem englischen Zugriff stets offen. 
Insofern ist also Italien bezuglich der Kohlenversor- 
gung stark von England abhangig. 



Ein Ausweichen auf den Schienenweg ist nur zu euiem 
kleinen Teil des italienischen Gesamtbedarfes moglich. 

Auch hinsichtlich anderer italienischer Giiter (Auf- 
riistung) wird die italienische Schiffahrt im amerika- 
nischen Warngebiet nicht ohne weiteres angefasst 
werden diirfen (siehe Note Italiens vom 23.12.)- Ein 
Vorgehen gegen italienische Schiffe gemass Denkschrift 
wiirde unser Verhaltnis zu Italien in starkster Weise 
belasten, was vermieden werden muss. 

Russland : 

Das Fahren russischer Staatsschiffe in der amerikani- 
schen Kriegszone ist zwar nicht wahrscheinlich, immer- 
hin wiirde ein Versenken solcher Schiffe unsere 
politische Stellung zu Russland sehr ungiinstig beein- 
flussen, was vermieden werden muss. 



330 



100-C 



Japan: 

Der Schiffsverkehr mit den Feindmachten ist gering. 
Trotzdem miissen ungunstige politische Ruckwirkungen 
durch rucksichtsvolle Behandlung der Japaner ver- 
mieden werden. Soweit die Fiktion von Minentreffern 
einwandfrei aufrechterhalten werden kann, erscheint 
die verscharfte Handelskriegfiihrung durch Uboote auch 
gegen Japaner moglich. 

Spanien hat seinen Schiffen die Fahrt zu den Feind- 
machten offiziell verboten, und hat uns gegeriiiber er- 
klart, dass sie Massnahmen gegen Schiffe, die diesem 
Verbot zuwider handeln, hinne'hmen wiirde. 

l.Skl. 

gez.: Fr i c k e 

Asto. II 
gez.:Assmann. 



Siebentes S: Seite 1: im Datum aus „20" verbessert „23" (hs) 



Vortrag des Ob.d.M. beim Fiihrer am 23.2-40. — 1030 — . 

(Gegenwart: Gen.Ob.Keitel, Generalmajor Jodel, 
Freg.Kpt.v.Puttkamer.) 

1. ) Ostsee. Infolge Eislage keine Tatigkeit der Seestreitkrafte. 

Ski. halt Zeitpunkt jetzt — nach AbschluB des Wirtschafts- 
abkommens mit RuBland — fur geeignet, die Vereinbarungen 
mit Rufiland betr. Begrenzungslinie fiir Handelskriegsfiihrung 
(20° Ost) zu iiberpriifen und Abanderung herbeizufiihren. Auf 
Kontrolle Handelsverkehrs in ostl.Ostsee kann nicht verzichtet 
werden. 

Ski. tritt mit A.A. in Verbindung. 

2. ) Nordsee. a.) Lage wird gekennzeichnet durch Reparaturpro- 

gramm der englischen Seestreitkrafte, die jetzt nach langem 
Fahren in groBer Zahl uberholt werden, sodaB nur wenige 
schwere Schiffe voll verwendungsbereit in der Heimat. Hierdurch 
Gelegenheit fiir Operationen unserer Schlacht- 
schiffe u.von „Hipper" gegen Geleitzugver- 
kehr. Erster VorstoB v. 18.-20.II.in Linie Shetlands - Norwegen 
konnte den als von schottischer Kiiste nach Norden (Kirkwall) 
laufend gemeldeten Geleitzug nicht fassen, da er offenbar weiter 



331 



100-C 



nach Norden gegangen ist. Operation soli bald wiederholt werden. 
Gute Resultate des B.-Dienstes setzen das Risiko dieser Opera- 
tionen herab. 

Bei VorstoB einer Zerstotferflottille nach Doggerbank zur 
Aufbringung von engl.Fischdampfern am 22. abends sind 2 Zer- 
storer verloren gegangen, Ursache noch nicht geklart, es kommen 
eigene Flieger in Frage. 

b.) Verminung der Ostkiiste Englands durch U-Boote 

— Seite 2 — 

( U9 Cromarty Firth ) u.Zerstorer ( 2 neue Sperren bei Cromer 
u.vor Nord-Themse — Shipwash Fschf . ) festgestellt. An Siid- 
k ii s t e ist eine neue Sperre bei Portland ( U48 ) gelegt. An der 
Westkiiste war U 33 in den Firth of Clyde entsandt, eine 1 ) 
iiberaus schwierige Aufgabe. Das Boot ist nach tiberwasserkampf 
mit einem Minensucher gesunken. Es ist zu hoffen, daB die 
Sperre vorher gelegt war. Ein Boot ( U 32 ) ist zur weiteren 
Sperrung von Liverpool entsandt, eins ( U 28 ) zur Sperrung von 
Portsmouth. 

c. ) U-Bootskrieg. In Atlantik lauf end etwa 6 Boote, in Nord- 

see 8 Boote eingesetzt. Steigende Erfolge im Atlantik: 27 800 1 
(6 Sch.iff e), 38 000 1 (8 Setoff e), 43 000 1 (8 Setoff e) — . Erfolge 
auch gegen Geleitziige. In Nordsee haben die kleinen Boote bei 
4-5 Torpedos durchschnittlich 2 Dampfer erledigt mit etwa 
3- 4 000 1; ein Boot bei 3 Unternehmungen 11 Setoff e. U 23 hat 
am 18.11. einen Zerstorer (Daring aus Geleitzug versenkt. 
V e r 1 u s t e : U 15, U 55, U 33; insgesamt also 12 Boote d.h. etwa 
2 pro Monat. 

d. ) Verscharf ung U-Bootskrieg. Bisher diirf en in der 

amerikanischen Kampfzone alle abgeblendeten Schiffe auch 
abgeblendete Passagierdampfer, abgeschossen wer- 
den. Es ist nun festgestellt, daB englische abgeblendete Schiffe, 
offenbar wegen der Kollisionsgefahr, in letzter Zeit meist ver- 
dunkelte Positionslaternen fahren. Neutrale Schiffe sind gehalten, 
auBerdem die Flagge u.die Neutralitatsabzeichen zu 

— Seite 3 — 

beleuchten, sodaB sie einwandfrei zu erkennen sind. Ob.d.M. 
beantragt, daB in Zukunf t auch abgeblendete Passagier- 
dampfer, die Positionslaternen fahren, da es sich dann um eng- 
lische handelt, abgeschossen werden konnen (ohne Warming). 



) „etwas" hs gestriclien 



332 



loo-c 



Die Englander benutzen Passagierdampfer wegen des Frachter- 
mangels vielfach fiir Fracht u. Truppentransport. Fuhrer ist 
einverstanden. 

e. ) B.d.U. bittet Austausch von 2 deutschen U-Bootskommandanten 

gegen die beiden englischen Kommandanten zu genehmigen. 
Fuhrer ist einverstanden. 

f. ) Ski. beabsichtigt, bei geeignetem Wetter audi den Luft- 

mineneinsatz an der Ostkiiste wieder auf zunehmen, 
der infolge der Eisverhaltnisse auf den Fliegerhorsten eingestellt 
war. Chef OKW erklart, daB Ghef des Generalstabs d. Luftwaffe 
ihn gebeten hat, dafi von dieser Absicht Abstand genommen 
werde, damit der spatere vorgesehene Masseneinsatz der Minen- 
flugzeuge der operativen Luftwaffe an der Westkiiste dadurch 
nicht beeintrachtigt werde, indem die Englander die Abwehr 
auch dort verstarkten. Ob.d.L. hat Ahnliches dem Fuhrer vor- 
getragen. Ob.d.M. erklart, es kame jetzt auf den baldigen 
Einsatz aller verfugbaren Kampfmittel an, um die Wirkung des 
U-Bootskrieges zu verstarken. Die Abwehr wiirde zudem an der 
Ostkiiste verstarkt ausgebaut, wenn die Angriffe sich nur dort 
stark geltend machten. Das kame der Lage an der Westkiiste 
zugute. 

— Seite 4 — 

Ein Widerspruch hiergegen erfolgt nicht. Die Frage wird daher 
von Ski. mit Generalstab Luftwaffe besprochen werden. 

3. ) U- Bootsansatz gegen Halifax. 

Ob.d.M. tragt Uberlegungen zum Einsatz von 2 U-Booten mit 
A n 1 a g e Minen und Torpedos gegen Halifax vor u. befiirwortet diesen 
Einsatz innerhalb der Hoheitsgewasser (mit Minen) u. 
auBerhalb der Sicherheitszone (mit Torpedos). 

A.Amt hat keine Bedenken. 
Fuhrer lehnt Einsatz ab wegen psychologischer Wirkung auf USA. 

4. ) Einsatz von U-Booten im Mittelmeer. Ob.d.M. 

bittet Entscheidung, ob dieser politisch tragbar. Fuhrer ist der 
Auffassung, daB hierzu das Einverstandnis des Duce eingeholt 
werden miisse. 

Fuhrer wirft hierbei die Frage auf, ob solcher Einsatz 
„ kriegsentscheidend"sei. Ob.d.M. erklart, daB die Summe 
aller dieser Einsatze kriegsentscheidend sei u. daB alle 
die Stellen, an denen der Einsatz iiberraschend u. daher zunachst 
ohne starke Gegenwehr erfolge, ganz besonders ins Gewicht 
fielen, da ihre Wirkung sehr groB sein konne. 



333 



100-C 



Bemerkung des Ob.d.M. Die Nichtgenehmigung dieser bei- 
den Einsatzmoglichkeiten an foesonders giinstigen Stellen bedeutet 
eine wesentliche Beeintrachtigung der Wirkung des U-Boots- 
krieges. 

— Seite 5 — 

5.) Pall Weserubung. Ob.d.M. vom Fiihrer uber die Moglich- 
keit befragt, nach Besetzung von N. den Erzverkehr von Narvik 
aufrechterhalten zu konnen, fiihrt aus: 

a. ) Der gtinstigste Fall ist fur diesen Verkehr wie allgemein die 

Aufrechterhaltung der norwegischen Neutralitat. 

b. ) Untragbar ist — wie friiher ausgefuhrt — die Besetzung von 

N. durch England. Denn sie ist nicht riickgangig zu machen; 
sie bedeutet verscharften Druck auf Schweden, evtl. Ausbrei- 
. tung des Krieges auf die Ostsee, Fortfall der gesamten 
ErzzufuTir 2 ) aus Schweden. 

c. ) 3 ) Besetzung von N. durch uns hat zur Folge, daB der Erz- 

verkehr von Narvik zum mindesten voriibergehend ganz 
eingestellt wiirde, da die Sicherung des Seeverkehrs, audi 
innerhalb der Scharen auf einen groBen Teil der 800 sm langen 
Fahrt sehr schwierig ist. Starker Einsatz von U-Booten u. 
Flugzeuggeschwadern wiirde auf einem groBen Teil des Weges 
erforderlich sein. Eindringen feindlicher U-Boote durch die 
vielen Einfahrten u. BeschieBung der Dampfer von See her 
ist moglich. Immerhin wiirden nur etwa 2,5-3,5 Mill.T. im 
Jahr ausfallen, wahrend bei Besetzung durch die Englander 
die gesamte Zufuhr wohl wegfallen wiirde. Auch kann 
Deutschland bei Besetzung von N. einen starken Druck auf 
Schweden ausiiben, das dann alle Forderungen Deutschlands 
erfiillen miisse. 

— Seite 6 — 

d. ) Es werden dann Fragen der Durchfiihrung der Besetzung 

erortert: 

Ob.d.M. weist auf die Schwierigkeit hin, die Besetzung 
im Siiden durch Luftwaffentransporte u. im Norden durch 
Seetransporte zeitlich auf einander abzustimmen. Transporte 
durch Dampfer der „Scharnhorst" Klasse (ca 20 sm) oder 
MarinetroBschiffe (ca 20 sm). Entsendung der Materialtrans- 
porte (evtl. auch Truppentransporte) zunachst nach Basis Nord, 
da von dort Anmarschweg kiirzer. 

OKW wird mit Priifung dieser Fragen beauftragt. 



2 ) „verkehr" hs gestrichen, dafiir „zufuhr" (hs verbessert) 
8 ) „Bei" gestrichen 



334 



100-C 



6. ) Ankauf estlandischer U-Boote. Estland scheint 

(nach Privatgesprach des Gehilfen des Militarattaches) bereit zu 
sein, seine 2 U-Boote an Deutschland abzugeben, vorausgesetzt 
daB RuBland einverstanden. E. miiBte dies Einverstandnis RuB- 
lands selbst einholen m. die U-Boote von sich aus anbieten. Dann 
ware der Erwerb durchaus erwiinscht. Fiihrer ist mit dieser Art 
des Vorgehens einverstanden. 

7. ) Russischer Vertrag. Bei den Verhandlungen in Moskau 

hat Stalin angedeutet, daB die gewiinschten 38 cm u. 28 cm- 
Turme fur im Bau befindliche Schiffe bestimmt seien; er hat 
gefragt, ob Einbau noch moglich sein wurde. Antwort von Ski.: 

Man kann dies nur nach Einsichtnahme in die Plane ent- 
scheiden. 

— Seite 7 — 

8. ) Ob.d.M. meldet Erkrankung des Generaladmirals Saalwachter 

fiir ca 6 Wochen und Vertretung durch Admiral Carls. 

gez. Raeder 

Fiir die Richtigkeit: 
Assmann 
Fr. Kpt. 

Verteiler: 

Priif .-Nr. 1 Chef Ski 

2 Chef OKW 

3 Ski 

„ 4 Kriegstagebuch. 



DOCUMENT 102-C 

HITLER'S ORDER, 11 MARCH 1938, CONCERNING ARMED MARCH 
INTO AUSTRIA. ENTRY TO BE PEACEFUL IF POSSIBLE, NO PROVO- 
CATION; RESISTANCE IS HOWEVER TO BE BROKEN BY ARMED 
FORCE (EXHIBIT USA-74) 



BESCHREIBUNG: 

begl Phot I alle Hand-Vm'e hs I iiber Datum Stp: „Oberkommando der Kriegs- 
marine B.Nr. 5/38 ,Ocl' " (Nummern-Vm hs, „Ocl" in Anfiihrungsstrichen) I 
r n Geheim-Stp, denselben teilw deckend: F (?) II I r davon P unl I am SchluB 
des T: f Rich. (?) K 



335 



Der Oberste Befehlshaber der Wehrmacht Berlin, den 11. 3. 1938. 
O. K. W. LI a Nr. 4 2 0 / 3 8 g. K d o s. 

Betr.: Unternehmen Otto 30 Ausfertigungen 

11. Ausfertigung. 

Geheime Kommandosache 

Weisung Nr. 1 

1. ) Ich beabsichtige, wenn andere Mittel nicht zum Ziele fiihren, 

mit bewaffneten Kraften in Osterreich einzuriicken, um dort 
verfassungsmaBige Zustande herzustellen und weitere Gewalt- 
taten gegen die deutschgesinnte Bevolkerung zu unterbinden. 

2. ) Den Befehl iiber das gesamte Unternehmen fuhre ich. 

Nach meinen Weisungen fiihren: 

der Ob.d.H. die Operationen zu Lande mit der 8. Armee 
in der mir vorgeschlagenen Zusammen- 
setzung und Starke und den aus der 
Anlage ersichtlichen Zuteilungen der Luft- 
waffe, der SS und der Polizei, 

der Ob.d.L. die Unternehmungen in der Luft mit den 
mir vorgeschlagenen Kraften. 

3. ) Aufgaben: 

a) Heer 

Der Einmarsch nach Osterreich hat in der mir vor- 
getragenen Art zu erfolgen. Das Ziel fur das Heer ist 
zunachst die Besetzung von Oberosterreich, Salzburg, 
Niederosterreich, Tirol, die schnelle Besitznahme von 
Wien und die Sicherung der osterreichisch-tschechischen 
Grenze. 

b) Luftwaffe 

Die Luftwaffe hat zu demonstrieren und Propaganda- 
material 

— Seite 2 — 

material abzuwerfen, osterreichische Flughafeh fur etwa 
nachzuziehende Verbande zu besetzen, das Heer in dem 
erforderlichen Umf ange auf Antrag zu unterstiitzen und 
ausserdem Kampfverbande zu besonderen Auftragen 
bereitzuhalten. 

4. ) Die fur das Unternehmen bestimmten Krafte des Heeres und 

der Luftwaffe miissen ab 12. Marz 38 spatestens 12.00 Uhr 
einmarsch- bzw. einsatzbereit sein. 



336 



102-C 



Die Genehmigung zum tiberschreiten und Uberfliegen der 
Grenze und die Festsetzung des Zeitpunktes hierfiir behalte 
ich mir vor. 

5. ) Das Verhalten der Truppe muss dem Gesichtspunkt Rechnung 

tragen, dass wir keinen Krieg gegen ein Brudervolk fiihren 
wollen. Es liegt in unserem Interesse, dass das ganze Unter- 
nehmen ohne Anwendung von Gewalt in Form eines von der 
Bevolkerung begriissten friedlichen Einmarsches vor sich geht. 
Daher ist jede Provokation zu vermeiden. Sollte es aber zu 
Widerstand kommen, so ist er mit grosster Riicksichtslosigkeit 
durch Waffengewalt zu brechen. 

Ubergehende osterreichische Verbande treten sofort unter 
deutschen Befehl. 

6. ) An den deutschen Grenzen zu den iibrigen Staaten sind einst- 

weilen keinerlei Sicherheitsmassnahmen zu treffen. 

Adolf Hitler 

Verteiler: 



O.K.W. 


1. 


— 5. 


Ausf. 


O.K.H. 


6. 


— 10. 


Ausf. 


O.K.M. 


11. 


— 15. 


Ausf. 


R.d.L.u.Ob.d.L. 


16. 


— 20. 


Ausf. 


Reichsfiihrer SS 


21. 


Ausf. 




Reserve 


22. 


— 30. 


Ausf. 



DOCUMENT 103 C 

OPERATIONAL ORDER BY THE OKW, 11 MARCH 1938, RELATING 
TO THE MARCH INTO AUSTRIA: CZECHOSLOVAKS AN TROOPS 
ENCOUNTERED IN AUSTRIA ARE TO BE TREATED AS ENEMIES, 
ITALIAN TROOPS AS FRIENDS (EXHIBIT USA-75) 



BESCHREIBTJNG: 

begl Phot I iiber Datum: AI 16/38 „Ocl" (hs, „OcI" in Anfiihrungsstrichen I 
uber Stp: „Ob d M hat Kenntnis" (hs) 



Oberkommando der Wehrmacht Berlin, den 11. MSrz 1938. 

Nr.42 8/3 8 g.Kdos. L I a 

Oeheime Kommandosadie 40 Ausfertigungen 

6. Ausfertigung. 



337 



103-C 



Besondere Anordnungen Nr. 1 
zu „Der Oberste Befehlshaber der Wehrmacht Nr. 427/38 

g.Kdos. L I a v. 11.3.38" 
Weisung 

fur das Verhalten gegen tschechoslowakische und italienische 
Truppen oder Milizverbande auf osterreichischem Boden. 

1. ) Werden tschechoslowakische Truppen oder Milizverbande in 

Osterreich angetroffen, so sind sie als Feind zu betrachten. 

2. ) Die Jtaliener sind allerorts als Freunde zu begriissen, zumal 

Mussolini sich an der Losung der osterreichischen Frage un- 
interessiert erklart hat. 

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht 

J.A. 

Jodl 

Verteiler: 
wie Weisung Nr. 1 



DOCUMENT 105-C 

EXTRACT FROM THE WAR DIARY OF THE NAVAL WARFARE AD- 
MINISTRATION. ENTRIES ON 19, 20, 21 DECEMBER 1940: U-37 
REPORTS SINKING OF THE SPANISH FISHING STEAMER "SAN 
CARLOS", THE FRENCH SUBMARINE "SFAX" AND THE FRENCH 
TANKER "RHONE"; IN NOTIFICATIONS ABROAD HOWEVER ASSUR- 
ANCES ARE GIVEN THAT NO GERMAN OR ITALIAN U-BOAT IS 
RESPONSIBLE FOR THE SINKINGS (EXHIBIT GB-455) 



BESCHREIBUNG: 

bcgl Phot I ms'e Eintragungen im Kriegstagebuch-Vordruck I teilw W der Ein- 
tragungen unter dem 19., 20. und 21. Dezember 1940 I bei * Abs am Band 1 
hs angestridien 



338 



105-C 



Datum 
und 
Uhrzeit 


Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 
Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 
der Luft, Mondschein usw. 


Vorkommnisse 









Ceheime Kommandosache! 



Priif-Nr. 1 



Nur durch Offizier! 

Chefsachet 
Nur durch Offizier! 

Kriegstagebuch der Seekriegsleitung 

(1. Abt. ) 

TeilA 



Chef der Seekriegsleitung 
Chef d.Stabes der Ski. 
Chef d.l.Abt. Ski. 



GroBadmiral Dr.h.c.Raeder 
Admiral Schniewind 
Konteradmiral Fricke 



Heft 16 
begonnen: 1.12.1940 
abgeschlossen: 31.12.1940 



— 224 — 


Datum 

und 
Uhrzeit 


Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 
Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 
der Luft, Mondschein usw. 


Vorkommnisse 









19. 12.40 



Nachrichten von Neutralen: 

') Spanien: Nach Meldung Mar.Att. wurde zwischen 
Las Palmas -Kap Juey spanischer Fischdampfer durch 
Unterseeboot unbekannter Nationalist versenkt. Be- 
satzung in Rettungsbooten mit Maschinengewehr be- 
schossen. 



*) Abs am Band 1 hs angestrichen 



339 



105-C 



—■225 — 


Datum 

und 
Uhrzeit 


Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 
Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 
der Luft, Mondschein usw. 


Vorkommnisse 


19. 12. 40 


3. Mann schwer verwundet. . 
gelandet. Vermutet werden 
audi U37). 2 ) 


18.12. in Las Palmas 
Italiener. (Moglichkeit 




— 242 — 




Datum 

und 
Uhrzeit 


Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 
Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 
der Luft, Mondschein usw. 


Vorkommnisse 


20. 12. 40 


Frankreich: 





W.St.K. teilt mit, daB U-Boot „Sfax" und Tanker 
„Rhone" am 19. 12. abends 60 sm nordostlich von Cap 
Juby torpediert worden seien. Die beiden Einheiten 
waren am 17.12 mit dem U-Boot „Casablanca" von 
Casablanca nach Dakar ausgelaufen. Die Franzosen 
bitten um Bestatigung, daB kein deutsches oder 
italieniscb.es Boot hierfiir in Frage kommt. 

Mogiichkeit Torpedierung durch U 37. 



— 245 — 



Datum 


Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 




und 


Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 


Vorkommnisse 


Uhrzeit 


der Luft, Mondschein usw. 




20. 12. 40 


U-Bootslage. 



BdU wird iiber span.-Meldung betr. Versenkung 
span. Fischdampfers durch U-Boot unbek. Nationalist 
16. 12. zwischen Las Palmas und Cap Juby unterrichtet 
und zur Nachpriifung aufgefordert. 



2 ) auf Seite 229 unter den Eintragungen vom 19. Dezember 1940 ms: „Berlin, 
den 21. Dczember 1940. C/Skl. (darunter P: „S 30/12"), 1/Skl (darunter P: 
„F"), la (dadurch P unl), Asto II (dadurch P unl)", unter alien P: „Rdr 2/1" 



340 



105-C 



') Dem Marineattache Madrid gegeniiber wird unter 
Ubernahme der Verantwortung durch die Ski. be- 
statigt, daB ein deutsches U-Boot fur 
Versenkung nicht in Frage kommt. 3 ) 



— 252 — 


Datum 


Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 




und 


Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 


Vorkommnisse 


Uhrzeit 


der Luft, Mondschein usw. 





21.12.40 

U-Bootslage. 

Im Op.Gebiet westl. England keine Anderungen. 
Mittel- und Siidatlantik: Chef Siidatlantik 
gibt 21. 12. 1158 DSZ: Wahrscheinlich U-Boot siidlich 
von Freetown, wahrscheinliche Position im Umkreis 
von 50 sm von 01 Nord 11 West. (U 65). 

') U37 meldet: ein Torpedo auf einen Tanker Typ 
„Kopbard"(7329) wurde Kreislaufer, traf wahrschein- 
lich Amphitrite-U-Boot in der Staffel des Tankers. 
Tanker ist ausgebrannt. Spanischen Dampfer 
„St.Carlos" (300) ohne Abzeichen durch Feueruberfall. 
Noch 9 Torpedos. 

Demnach hat U 37 , sowohl den franz. Tanker 
„Rhone" und das U-Boot „Sfax" torpediert, wie den 
spanischen Fischdampf er versenkt. 

') Nach auBen hin wird weiter aufrechterhalten, daB 
ein deutsches oder italienisches U-Boot im fraglichen 
Seegebiet fur' die Versenkungen nicht in Frage 
kommt. 



s ) auf Seite 246 unter den Eintragungen vom 20. Dezember 1940 ms: „Berlin, 
den 22. Dezember 1940, C/Skl (darunter P: „S 31/12"), 1/Skl. (darunter P: 
„F"), la (dadurch P unl), Asto II im fenfwurf gez. Assmann", unter allem 1 P: 
„Rdr 2/1", davon r ms: „Kriegstagebuchfiihrung iibergeben an Kpt.z.See 
Breuning" 

*) am Rand 1 hs untereinander: „vgl. S. 242", „vgl. S. 224/245" 



341 



105-C 



Die Versorgung von U 37 auf den Kanaren (Stich- 
wort „Culebra") wird vom BDU auf Grund der Feind- 
lage im Seegebiet der Kanaren abgemeldet und U37 
Befehl erteilt, 



— 253 — 



Datum 

und 
Uhrzeit 


Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 
Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 
der Luft, Mondschein usw. 


Vorkommnisse 









21. 12. 40 Riickmarsch in das bisher erfolreiche Operations- 
gebiet westlich Spanien -Portugal anzutreten. Auf 
Versorgung aus Schiff 41 hat BdU fur U 37 und 65 
verzichtet. Antrag fiir anderweitige Versorgung wird 
gegebenenfalls folgen. U 65 hat Befehl zum Riick- 
marsch erhalten. 5 ) 



DOCUMENT 115-C 

OPERATIONAL ORDER BY THE COMMANDER OF THE RECONNAIS- 
SANCE FORCES, 24 MARCH 1940, FOR CASE "WESERUBUNG" 
(OCCUPATION OF NORWAY): SAILING FROM WILHELMSHAVEN 
AND CUXHAVEN, ENTERING BERGEN HARBOR, CAMOUFLAGING 
AS BRITISH VESSELS, MORSE ENQUIRIES BY NORWEGIAN VESSELS 
TO BE ANSWERED IN ENGLISH, DENIAL OF HOSTILE INTENTIONS, 
MEASURES TO BE TAKEN AFTER FIRST TROOP LANDINGS ETC.' 
ORDER BY THE LEADER OF THE BATTLEGROUP OLDENBURG OF 
THE NAVY, 4 APRIL 1940: ON THE "WESER DATE" THE BATTLE- 
GROUP IS TO DISEMBARK TROOPS IN THE OSLO FJORD FOR THE 
OCCUPATION OF OSLO; BLOCKADE BREAKERS ARE TO ENTER 
OSLO FJORD CAMOUFLAGED AS MERCHANT VESSELS ETC. (EX- 
HIBIT GB-90) 



BESCHREIBUNG: 

zweiteilig I begl Phot I die Anlagen 1 und 2 lagen dem Dokument nicht bei 



5 ) auf Seite 254 unter den Eintragungen vom 21. Dezember 1940 ms: „Berlin, 
den 23. Dezember 1940. C/Skl (darunter P: „S 21 (?)/12"), 1/Skl (darunter P: 
„F"), la (dadurch P unl), Asto II (darunter hs: „i. V. P unl")", 1 u von allem 
P: ,.Rdr 9/1" 



342 



115-C 



Erstes S : 



Befehlshaber 
der Aufklarungsstreitkrafte 
B.Nr. g.Kdos 110 Chefs Al 



An Bord, den 24.3.1940. 1 ; 



Priif nummer 24 



Geheime Kommandosache 
Chefsache 
Nur durch Offizier 



Chefsache! 
Nur duich Offizier! 



Durchf uhrungsbef ehl 
. des 
B. d. A. 
fur die Gruppen Ilia und Illb 
beim Fall 
„W eseriibung" 



I. Allgemeine Lage und Aufgabe n. 2 ) 



— Seite 2 — 

I. Allgemeine Lage und Aufgaben 

der Gruppen Ilia und Illb siehe Marinegruppenkommando 
West 550/40 A 1 Chefs, vom 11. 3. 40. 

II. Zusammensetzung der Gruppe Ilia 

„Koln" mit B.d.A. 

„Konigsberg" die Gruppe tritt in 

„Bremse" Whaven zusammen. 

1. S-Flottille 
Zusammensetzung der Gruppe Illb 
Chef 6. T-Flottille 

„Leopard" die Gruppe tritt in 

„Wolf" Cuxhaven zusammen 

„Karl Peters" 

Anlage 1 

III. Einschiffungsbefehle 

fiir die Gruppe' Ilia durch B.d.A., fur die Gruppe Illb 
durch Chef 6. T-Flottille. Vor der Verlegung der Gruppe 

') die Seiten 1 bis 22 und Verteiler sind r o in Ecke hs mit „76 bis 98", Anlage 

Nr. 3 rait ,,106" numeriert 
2 ) u Mi auf Seite Stp: „Anlage zu O.K.M. I op 620/40" (,,620/40" hs) 



343 



115-C 



Illb von Whaven nach Cuxhaven melden sich Chef 6.T- 
Flottille, Kommandant „Karl Peters" und die Komman- 
danten der beiden Torpedoboote beim B.d.A. auf „K61n". 
In den Einschiffungshafen sind die Brennstoffbestande 
dauernd auf Hochstbestand zu halten. 

IV. Auslaufen aus Whaven 

Die Gruppe Ilia ist am Wesertag -2 ab 20 Uhr in sofor- 
tiger Bereitschaft. Uhrzeit des Auslaufens und Reihen- 
folge des Durchschleusens nach unmittelbarem Befeh] 
,des B.d.A., spatestens 22 Uhr. 

Gegebenen Falls 

— Seite 3 — 

Gegebenenfalls wird nach beendeter Einschiffung auf 
Whaven-Reede geankert. 

Beim Auslaufen und Durchschleusen sind die einge- 
schifften Heerestruppen unter Deck zu halten 

Keine Auslaufmeldungen, Anrufe sind nur mit E.S. 
zu beantworten. 

V. Auslaufen aus Cuxhaven 

Befehl fur das Auslaufen der Gruppe Illb durch Chef 
6.T-Flottille. Auslaufen spatestens Wesertag -2 um 22 Uhr. 

VI. Auslaufen der 1. S-Flottille 

::-:: Die 1. S-Flottille ::-:: verlegt ihren Standort auf Be- 
fehl des Flottillenchefs am Wesertag -2 von Whaven nach 
dem ::-:: Lister Tief. ::-:: Dort ::-:: Brennstoffer- 
ganzung ::-:: aus bereitgestelltem Tanker. Weitermarsch 
am Wesertag -1 zur Trefflinie mit der Gruppe Ilia und 
Illb (siehe unter Ziffer VII,4) gemaB Befehl des Flottillen- 
chefs. 

VII. DurchfiihrungdesVormarsches 

1) Gruppe Ilia lauft nach dem Durchschleusen bezw. 
nach dem Ankern auf Whaven-Reede zum Zeitpunkt 
Weserzeit -29 Stunden von Whaven-Reede durch das 
Wangerooger Fahrwasser schiffsweise in Reihenfolge 
„K61n", „K6nigsberg", „Bremse" aus. 

Nach Passieren des Leuchtschiffes „F" sammeln (kein 
friedensmaBiges Sammeln in Karl gelb, Emil gelb. „K61n" 
steuert 350 Grad, Fahrt 18 sm. 

Die 



344 



115-C 



— Seite 4 — 

Die Gruppe Ilia lauft nach dem Sammeln mit 23 cm 
tiber Punkt Lucie (Weserzeit -26 Stunden) und steht am 
Endpunkt Weg Blau Quadrat 6332 zum Zeitpunkt Weser- 
zeit -18 Stunden. 

2) Die Gruppe Illb lauft aus Cuxhaven zum Zeitpunkt 
Weserzeit -31 Stunden aus und marschiert iiber Punkt 
Lucie auf Weg Blau nach Quadrat 6332, das zum Zeit- 
punkt Weserzeit -18 Stunden erreicht wird. Fiihrung 
Chef 6.T.-Flottille, U-Bootssicherung bei „Karl Peters" 
durch „Leopard" und „Wolf". Auf Weg Blau fliefiendes 
Sammeln auf die Gruppe IIIa(kein friedensmaBiges 
Sammeln). 

3) Gemeinsamer Weitermarsch derGruppen 
Ilia und Illb nach dem Sammeln auf ::-:: Weg 
Blau mit ::-:: Durchschnittsfahrt ::-:: 18 sm ::-:: direkt 
nach Quadrat 2973 linke untere Ecke, nach Quadrat 2484 
(Marstein im Kors Fjord), das zum Zeitpunkt Weserzeit -4 
Stunden erreicht wird. 

4)a) 1. S-Flottille sammelt auf die Gruppe Ilia und Illb 
auf einer Trefflinie von Quadrat 6362 bis Quadrat 6332 
in der Zeitspanne von Weserzeit -19 Stunden bis Weser- 
zeit -18 Stunden. Nach dem Sammeln auf den Verband 
wird die l.S-Flottille zur U-Bootssicherung eingesetzt. Im 
Quadrat 3461 wird die l.S.-Flottille zur Einnahme folgen- 
der Standlinie detachiert: 

Standliniel von Quadrat 3422 linke untere Ecke nach 
Quadrat 3198 

Standlinie II von Quadrat 2893 untere Kante Mitte 
nach Quadrat 2981 untere Kante Mitte 

Standlinie III 

— Seite 5 — 

Standlinie III von Quadrat 2941 links unten nach 
Quadrat 2952 links unten. 

Von Standlinie III Kurs 0 Grad' bis auf die Hohe von 
Marstein, dort bootsweise sammeln auf das ostliche 
Fliigelboot und sammeln in der Flottille auf die Gruppen 
Ilia und Illb. 

b) Bei Auftreffen auf den Feind bef ehlsgemSB 
Gegner umgehen, Aufklarungsmeldung durch F.T. ab- 
geben. Angriff nur, wenn Umgehung nicht mehr mog- 
lich, sodaB mit Entdecktwerden gerechnet werden muB. 



345 



113-C 



Angriff ist ferner freigegeben, wenn mit vollig unbe- 
merkter SchuBabgabe dem Gegner ein U-Bootsangriff 
vorgetauscht werden kann. 

c) Falls die l.S-Flottille wegen Wetterlage ausfallt, iiber- 
nimmt der Chef 6.T-Flottille mit der Rotte „Leopard", 
„Wolf" die Sicherung in der Vormarschrichtung auf 
U.M.-Befehl des B.d. A. 

Vorbehalten bei Auftreffen auf den Feind wie unter 
vorstehender Ziffer b). 

5) Werden auf dem Vormarsch feindliche Streitkrafte 
gemeldet, so wird der Verband diese befehlsgemaB zu 
umgehen versuchen. 

Ist ein Umgehungsversuch nach Westen infolge der 
geringen Geschwindigkeit des „Karl Peters" und der 
„Bremse" nicht moglich, so wird der Verband geteilt. 
::-:: „Karl Peters" und „Bremse" weichen in diesem Falle 
nach Osten aus, Kreuzer ::-:: T- und S-Boote wer- 
den nach Dunkelheit mit Hochstfahrt iiber Westen nach 
Norden durchbrechen, um recht- 

zeitg 

— Seite 6 — 

rechtzeitig ihren Bestimmungsort zu erreichen. „Bremse" 
und „Karl Peters" folgen mit Hochstfahrt und laufen 
dann verspatet in Bergen ein. Erscheint dies nach Feind- 
meldung nicht durchfiihrbar, so versuchen „Bremse" und 
„Karl Peters" Christiansand zu erreichen, wo sie mit den 
iibrigen dorthin gehenden Streitkraften zur Weserzeit 
einlaufen. 3 ) 

VIII. Bereitschaf tszustand wahrend des Vor- 
marsches. 

1) Von den FluBmiindungen bis 56 Grad Nord Kriegsmarsch- 
zustand 1, Dampf auf fur 23 sm, „Karl Peters" fiir 
Hochstfahrt. 

2) Nordlich 56 Grad Nord Klarschiffzustand, Dampf auf fiir 
Hochstfahrt. 

3) Bugschutzgerat ist wahrend der ganzen Unternehmung 
klar zu halten. 

4) Im Hinblick auf die fehlende bezw. unzureichende U- 
Bootssicherung ist besondere Sorgfalt im U-Bootsausguck 
und haufige Ablosung der Ausguckposten erforderlich. 



*) letzter Satz von Abs am Rand 1 hs doppelt angestrichen 



346 



U5-C 



5) Bei Fliegeralarm wenden mit Hochstf ahrt die u n g e - 
raden Nummern nach Steuerbord, die g e r a d e n 
Nummern nach Backbord. Linienpeilung zur An- 
flugrichtung vermeiden. Bewegungen in optischer Reich- 
weite des Flaggschiffes selbstandig der taktischen Lage 
entsprechend. Nach Beendigung des Fliegeralarmes Ein- 
nehmen der alten Formation ohne weiteren Befehl. 



IX. Formation: 



taktische 



Seite 7 



taktische Gliederung: 

takt. Nr. 1 „ K 6 1 n " 

2 „K6nigsberg" 

-„- 3 „B r enise" 

4 „Karl Peters" 

1) Bei dunkler Nacht 
Nachtmarschformation 
Schiffe Karl gelb, Emil gelb. 
Torpedoboote nach besonderem Befehl 

2) Bei heller Nacht und bei Tage 

(Signal: PXD Wmpl. 1) 

T a g m a r s c h f o r m a t i o n 1 

„Koln" Richtungsschiff 
„Bremse" St.b. querab 2000 m 
„Konigsberg" B.b. querab 2000 m 
„Karl Peters" B.b. querab 4000 m 
„Leopard", „Wolf", l.S-Flottille 
U-Bootssicherung nach Befehl. 

S k iz z e : 

Q ^ looo-w, ^- Q- ^ loonm. y - ^j_ — logo m. ^ Q 
CP Ko H Bm 



Tagmarschf ormation 2 

(Signal PXD Wmpl. 2) 
„K61n" Richtungsschiff 



347 



us-c 



„Bremse" St.b. querab 2000 m 

„K6nigsberg" B.b. querab 2000 m 

„Karl Peters" Kiellinie zur „Koln" 1200 m 

„Leopard" 

— Seite 8 — 

„Leopard", „Wolf", l.S-Flottille U-Bootssicherung 
nach Befehl. 



S k i z z e : 




X. Einlaufen nach Bergen. I 
„K61n" steht zum Zeitpunkt Weserzeit -4 Stunden in 
Quadrat 2484 (vor dem Kors Fjord) Kurs 90 Grad, Fahrt 
15 sm. 

Reihenfolge beim Einlaufen: 

Chef 6.T-Flottille mit Rotte „Leopard", „Wolf" setzt sich 
1000 m vor den Verband „Koln", „K6nigsberg", „Bremse", 
„Karl Peters". Kiellinie, vergroBerte Abstande, l.S-Flot- 
tille an „Karl Peters" angehangt. 

2 Fischdampfer, ::-:: die den Verband bei Marstein er- 
warten, ::-:: erhalten durch „Karl Peters" Befehl, hin- 
ter den S-Booten zu folgen. 

"Vor dem Ansteuern von Marstein zum Einlaufen wird 
ein T-Boot vorausgeschickt, um Lotsen zu ubernehmen, 
falls Lotsenfahrzeug angetroffen wird. Die Riickkehr des 
Lotsenbootes ist zu verhindern. Chef 6.T.-Flottille hat 
ferner die Aufgabe, gegebenenfalls norwegische Be- 
wachungsfahrzeuge iiber friedliche 

Absichten 

— Seite 9 — 

Absichten zu unterrichten. 

Die T-Bootsrotte bleibt fur den Weitermarsch vorge- 
setzt und unterstiitzt die Navigation der Schiffe Navi- 
Anlage 2 gatorische Hinweise siehe Anlage 2. 



348 



115-C 



Naeh Passieren des Vatle Strommen schlieBen die 
S-Boote und Fischdampfer an die Kreuzer heran. Die 
Ausschiffung der ersten Truppen beginnt am Eingang 
des By Fjords nach Sonderbefehl. („Befehl fiir die Lan- 
dung der Truppen.") Die Reihenfolge der Ausschiffung 
und die Ausschiffungsplatze konnen erst nach Verein- 
barung mit dem Heereskommandeur festgesetzt werden. 
XI. Verhalten beim Einlaufen. 

Alle Schiffe abgeblendet, Laternen setzen erst auf beson- 
deren Befehl des B.d.A. durch U.K. Falls Laternenzeigen 
aus Sicherheitsgriinden notig ist, z.B. beim dichten Pas- 
sieren von Dampfern, ist nur die Seitenlaterne der 
betreffenden Seite zu zeigen. 

Keine Leute auBer den Geschiitzbedienungen und 
sonstigen Oberdecksgefechtsstationen an Deck. Alle 
Heerestruppen unter Deck. 

Die Tarnung als englische Fahrzeuge muB moglichst 
lange durchgefiihrt werden. Alle Morseanrufe norwegi- 
scher Schiffe werden 'in englischer Sprache erwidert. Auf 
Anfragen einen Text etwa folgenden Inhaltes wahlen: 

„Anlaufe Bergen, zu kurzem Aufenthalt, 

keine feindlichen Absichten" 

Signal 

— Seite 10 — 
Anlage 3 

Signal siehe Anlage 3. 

Auf Anrufe ist mit englischen Kriegsschiffnamen zu 
antworten: 

„K61n" = H.M.S. „Cairo" 

„K6nigsberg" = H.M.S. „Calcutta" 
„Bremse" = H.M.S. „Faulknor" 

„Karl Peters" = H.M.S. „Halcyon" 
„Leopard" = british destroyer 

„Wolf" = — „ — 

S-Boote = british motor torpedoboots. 

Vorsorge treffen daB englische Kriegsflagge beleuchtet 
werden kann. Stets klar zum Nebeln sein. ' 

Anlage 4 

XII. Artilleriebefehl siehe Anlage 4. 

XIII. MaBnahmen nach der ersten Truppen- 
la n d u n g. 

Nach Durchfiihrung der Landung der ersten Truppen zur 
Wegnahme der Batterien ergeben sich bei planmaBigem 



349 



115-C 



Verlauf fiir die Seestreitkrafte folgende weiteren Auf- 
gaben: 

1) Ausschiffung der restlichen Heerestruppen. 

2) Sicherstellung der angetroffenen norwegischen Kriegs- 
und feindlichen Handelsschiffe. 

3) Sicherung des By Fjords nach Norden und Sudwesten. 

Die Schnelligkeit der Durchfiihrung der Ausschifrung 
der restlichen Heerestruppen wird davon abhangen, ob 
die 1. S-Bootsflottille an der Unternehmung teilnimmt. 
Bei Teilnahme der 1. S-Flottille werden die ersten Trup- 
pen durch die S-Boote in kiirzester Zeit an Land gebracht 

werden 

— Seite 11 — 

werden konnen. Falls die S-Boote nicht zur Stelle sind, 
mussen die ersten Truppen durch Schiffsboote ausgeschifft 
werden. In diesem Falle werden die Schiffsboote erst nach 
geraumer Zeit fiir die Ausschifrung zur Verfiigung stehen. 

Fall A mit S-Booten 

a) Torpedoboote „Leopard" und „Wolf " lauf en nach 
Runden der letzten Huck durch „K61n" unverziiglich in 
den Hafen (Pudde Fjord) ein und setzen die bei ihnen an 
Bord befindlichen Truppen an einem freien Liegeplatz, 
bezw. durch Langsseitgehen bei einem Dampfer, an Land. 
Die dadurch gewonnenen Liegeplatze miissen durch ein 
Kommando der ausgeschifften Truppen fiir weitere Aus- 
schiffungen gesichert werden. Die Torpedoboote legen 
nach Ausschifrung sofort wieder ab und kommen bei den 
Kreuzern langsseit, „Leopard" bei „K61n" und „Wolf" bei 
„K6nigsberg". Nach Ubernahme weiterer Heerestruppen 
durch die Torpedoboote von den Kreuzern bringen die 
Torpedoboote im laufenden Pendelverkehr die Kreuzer- 
truppen an Land. 

Nach Beendigung dieser Aufgabe erganzen die Tor- 
pedoboote, falls erf orderlich, Brennstoff aus den Kreuzern. 

b) S-Boote. Die S-Boote kehren nach Ausschiffung der 
Truppen fiir die Besetzung der Batterien sofort zum 
Kreuzerverband fiir folgende Aufgaben zuriick: 

1. S-Boot 



350 



115-C 



— Seite 12 — 

1. S-Boot (langsseit „K6nigsberg") zur Verfiigung fur Umschiffung 

des „Kiistenbefehlshabers West", des Hafenkapitans, 
des Hafenkommandanten, des M.N.O. auf „Karl Peters". 
AnschlieBend Ausschiffung der Heerestruppen von 
„Konigsberg" bezw. zur Verfiigung fur Sonderaufgaben. 

2. S-Boot (langsseit „K61n") zur Verfiigung fur Ausschiffung des 

Heereskommandeurs mit Stab. Ausschiffungsplatz wird 
kurzfristig befohlen, gegebenenfalls audi auf „Karl 
Peters". AnschlieBend Ausbooten der Heerestruppen von 
„Koln", bezw. zur Verfiigung fur Sonderaufgaben. 

3.S-B o o t Langsseitgehen bei „Karl Peters" zur Ubemahme von 
und je 4 Kommandos, bestehend aus: 

4. S-Boot 1 Offizier bezw. Port. Uffz. 

1 seem. Unteroffz. 
je 1 techn. „ mit und ohne 
10 Mann Portepee 

fur die Aufgabe: Sicherstellung der angetroffenen Han- 
delsschiffe. 

5. S-Boot Langsseitgehen bei „Bremse" zur Ubernahme von 

und je 2 Kommandos, bestehend aus: 

6. S-Boot 1 Offizier 

1 seem. Unteroffz. 
je 1 techn. „ mit und ohne 
10 Mann Portepee 

fur die Aufgabe: Unterbrechung der Kriegs- und Fahr- 
bereitschaft norwegischer Seestreitkrafte durch Weg- 
nahme geeigneter Maschinenteile unter Anwendung der 
,,Sprachregelung". 

Falls keine norwegischen Seestreitkrafte 

angetroffen 

— Seite 13 — 

angetroffen werden, erganzen idas 5. und 6. S-Boot sofort 
Brennstoff bei „K61n" und „Karl Peters". 

Der Chef der 1. S-Bootsflottille steigt nach Durchfiih- 
rung der ersten Ausschiffung auf „K61n" iiber und 
regelt von dort die weitere Verteilung der S-Boote fur 
die bezeichneten Aufgaben. Die S-Boote kehren nach 
Erledigung jeder Teilaufgabe in Signalreichweite zur 
„K61n" zuriick. 



351 



115-C 



Sobald wie moglich teilt der B.d.A. die zwei Fisch- 
dampfer zur Sicherung des By Fjords ab. 
Nordposition: bei Askenes Leuchtfeuer, 
Sudwestposition: zwischen Leuchtfeuer Stangen 
und Hjelteskjer. 

Aufgabe dieser Fischdampfer ist es, die im Hafen befind- 
lichen eigenen Streitkrafte vor Uberraschung durch briti- 
sche Seestreitkrafte zu sichern, sowie zu verhindern, daB 
die im Hjelte Fjord und im Herdle Fjord gemeldeten 
norwegischen Kiistendampf er mit Minen das, Fahrwasser 
sperren, sowie das Auslaufen von Dampfern zu ver- 
hindern. 

c) „Karl Peters" bootet seine Heerestruppen mit eige- 
nen Booten im Handelshafen, moglichst dicht an einer 
Anlegestelle, aus. Nach Durchfuhrung der Ausschiffung 
anlegen am Kai, alle Beiboote erst zur „Bremse", dann 
zu den Kreuzern schicken. 

Gleichzeitig sind die Kommandos zur Sicher- 
stellung der feindlichen HandelsschifEe zur Abholung 
durch die S-Boote bereit zu halten. 

d) „Bremse" 

— Seite 14 — 

d) „Bremse" schifft ihre Heerestruppen im Handelshafen 
an einem freien Liegeplatz in der Nahe von „Karl Peters" 
aus. Falls kein Liegeplatz frei ist, Ausbooten mit eigenen 
Beibooten und mit Booten von „Karl Peters", sobald 
dieser fertig mit Ausbooten ist. 

Gleichzeitig sind die Kommandos zur Sicherstellung 
norwegischer Kriegsschiffe zur Abholung durch die 
S-Boote bereit zu halten. 

e) Kreuzer laufen in den Pudde Fjord ein und ankern 
dort mit kurzer Kette. Ausschiffung der Heerestruppen 
durch S-Boote, zwei Fischdampfer und eigene Schiffs- 
boote. Nach beendeter Ausschiffung nach Befehl. 4 ) 

Fall B ohne S-Boote. 

Fur den Fall, daB keine S-Boote zur Verfiigung stehen, 
miissen alle Aufgaben mit eigenen Schiffsbooten durch- 
gefiihrt werden. Die Aufgabenverteilung bleibt dieselbe. 
Die Schiffe melden, wenn sie die eigenen Boote nicht 



•*) Abs am Rand 1 hs angestrichen 



352 



115-C 



mehr benotigen, sofort an B.d.A., damit, falls erforderlich, 
ein Ausgleich befohlen werden kann. Abweichend von 
Fall A unterstiitzt „Karl Peters" sogleich bei Beginn 
der Ausschiffung die „Bremse" mit einem Fangboot fiir 
den Transport der Kommandos zur Sicherstellung nor- 
wegischer Kriegsschiffe. 

XIV. Ausweichplatze. 

Wenn bei veranderter Lage eine Ausschiffung in Bergen 
nicht zur Durchf iihrung kommt, sind Aus- 
weichplatze 

— Seite 15 — 

Ausweichplatze' fiir die Ausschiffung in folgenden Fjorden 
vorgesehen: 

a) Stichwort B I 

Im Grimstad Fjord, sudlich Bergen in der Nahe der nach 
Bergen fuhrenden StraBe. 

b) Stichwort B II 

Im Fane Fjord, noch weiter sudlich Bergen in der NShe 
Sagevik an der StraBe nach Fane. 

c) Stichwort B III 

Im Sor Fjord, bei Games oder Arne an der Eisenbahn- 
linie. 

Die Ausschiffung erfolgt auf den Ausweichplatzen 
sinngemaB wie vor Bergen. Abanderungen, die sich aus 
der Lage ergeben, werden kurzfristig als FiihrungsmaB- 
nahme befohlen. 

XV. Die Ausschiffung ist mit alien Mitteln 
durch sorgfaltigste Organisation zu b e - 
schleunigen. Es ist anzustreben, daB sie 
beiplanmaBigemVerlaufbis 11 Uhrdurch- 
gefiihrt ist. 

Wichtig sind gute Nachrichtenverbindungen und rasche 
Meldungen iiber 

a) Durchfiihrung der Landungen 

(laufende Meldungen iiber Anzahl der ausgeschifften 
Truppen) 

b) Verhalten der Norweger 

c) Auftreten feindlicher See- und Luftstreitkrafte 

d) Durchfiihrungsmeldungen iiber erledigte Teilaufgaben 

e) Beendigung der Brennstofferganzung bezw. voraussicht- 
liche Dauer derselben. 



353 



115-C 



— Seite 16 — 

XVI. Besondere Anweisungen 

1) Ausfalle auf dem Hinmarsch 

Die Unternehmung wird auch bei Ausfallen auf dem 
Hinmarsch zeitgerecht durchgefiihrt. Notwenige Ande- 
rungen in der Verteilung der Aufgaben fur das Einlaufen 
und die Durchfiihrung der Besetzung werden wahrend 
des Marsches befohlen. Einheiten, die nach Art und Urn- 
fang etwa eingetretener Storungen zwar ihre Position 
nicht halten, sonst aber Bergen voraussichtlich noch am 
Wesertage erreichen konnen, folgen dem Verband. Dabei 
ist Gruppe West g.Kdos. 550/40 Chefs., Ziffer XII,6, (E.S. 
Dienst, eigene U-Boote) besonders zu beachten. 

Einheiten, die ihr Ziel unter keinen Umstanden mehr 
erreichen konnen, erhalten Anweisung vom B.d.A. bezw. 
sind auf selbstandiges Handeln angewiesen. 

2) Verhalten vor der „W eserzeit" 

Hinweise fur das Verhalten vor der „Weserzeit" ent- 
halt Gruppe West g.Kdos. 550/40 Chefs. Ziffer XII, 7). 
Erganzend wird angeordnet: 

Wird bei Zusammentreffen mit dem Feinde, bei Aus- 
fallen oder Storungen vor der „Weserzeit" ein Aus- 
weichen erforderlich, so ist so zu operieren, daB das 
planmaBige Einlaufen in Bergen nach Moglichkeit gewahr- 
leistet bleibt. Keinesfalls kommt ein Einlaufen von Streit- 
kraften, eine vorzeitige Ausschiffung und ein Auftreten 

von 

— Seite 17 

von Truppenteilen an Land vor der „Weserzeit" in Frage. 
Ist zum Zwecke des Ausweichens ein Einlaufen von Streit- 
kraften in die Hoheitsgewasser der Scharen oder in einen 
Fjord — wobei mit einem Schutz gegen Feindhandlungen 
allerdings nicht zu rechnen ist — unvermeidlich, so muB 
mit alien Mitteln versucht werden, ein von Land oder See 
erkennbares Auftreten der Truppen an Bord und damit 
eine vorzeitige Warnung zu vermeiden. Die Anwesenheit 
der Truppen darf bis zur „Weserzeit" nach auBen nicht in 
Erscheinung treten. Der Aufenthalt in den Hoheitsgewas- 
sern ist notfalls unter Berufung auf die 24-Stunden-Regel 
durch eine glaubhafte Erklarung zu begriinden. 



354 



115-C 

3) Sicherstellung der angetroffenenHan- 
delsschiffe. 

a) Alle nach der „Weserzeit" auf dem Marsche oder im 
Hafen angetroffenen Handelsschiffe sind sicherzustellen, 
d.h., sie sind zum Einlaufen nach Bergen oder nach den 
Ausweichplatzen zu veranlassen, bezw. am Auslaufen zu 
verhindern. MaBnahmen gegen Handelsschiffe v o r der 
„Weserzeit" nur auf ausdriicklichen Befehl des B.d.A. 

b) Neutrale Handelsschiffe erhalten durch 
Flaggensignal die erforderlichen Anweisungen. Notfalls 
Waffeneinsatz und Besetzung der Schiffe. 

Feindliche Handelsschiffe unter alien Um- 
standen besetzen. Geschiitze und sonstige Waffen un- 
brauchbar machen. Besatzungem ganz oder teilweise 

festsetzen 

— Seite 18 — 

festsetzen. Im Notfall rucksichtsloser Einsatz aller Waffen. 
Alle Schiffe am Gebrauch der Funkeinrichtung hindern. 
Funkeinrichtungen betriebsunklar machen, n i c h t zer- 
storen. 

Amerikanische Handelsschiffe (U.S.A.) sind 
weder anzuhalten, zu durchsuchen noch zu versenken. 
Ihrem Auslaufen sind keine Schwierigkeiten zu bereiten. 

c) Alle Einheiten auBer S-Booten halten zur Durchfiihrung 
dieser MaBnahmen gegen Handelsschiffe je vier Beset- 
zungskommandos mit ausreichender Bewaffnung klar. 

d) Alle besetzten Handelsschiffe sind bal'dmoglichst dem 
Hafenkapitan, alle Kriegsgefangenen dem Hafenkomman- 
danten oder dem Fuhrer der Heerestruppen zu iibergeben. 

e) Werden wahrend des Vormarsches im Kors Fjord und in 
den weiteren Fjorden bis Bergen bezw. zu den Ausweich- 
platzen MaBnahmen gegen Handelsschiffe erforderlich, so 
sind diese Aufgabe des Chefs der 6.T-Flottille. Der Vor- 
marsch des Verbandes darf durch solche MaBnahmen nicht 
aufgehalten werden. 

f) Auf den Handelsschiffen, die untersucht bezw. Sicher- 
gestellt sind, ist als Tagesflagge der internationale Wim- 
pel 8 (national 0) zu setzen. 

4) Die englische Kriegsflagge ist niederzuholen und die 
eigene Kriegsflagge zu setzen 



355 



115-C 



a) bei Beginn der Ausschiffung der Truppen durch den 
Verband ^ 

— Seite 19 — 

b) bei Gef echtshandlungen. 

5) Die fur Teilaufgaben eingesetzten Schiffsboote miissen 
mit groBter Aufmerksamkeit 'auf Flaggensignale (Riick- 
rufsignale) achten. 

6) Der Hafenkommandant halt sich zunachst auf „Karl 
Peters"auf. Sein spaterer -Aufenthaltsort ist noch nicht 
bestimmbar, er ist gegebenenfalls auf „Karl Peters" zu 
erfragen. 

7) Die in den Hafen einlaufenden Einheiten versuchen 
Schlepper zu erfassen und zur Ausschiffung nutzbar zu 
machen. 

8) Chef 6. T-Flottille nimmt durch Offizier Verbindung auf 
mit dem Schiffahrtssachverstandigen Dr. Frauen beim 
Deutschen Generalkonsulat zur Beschaffung von deutsch 
eingestellten Lotsen fur den Riickmarsch. 

9) „K61n" halt standig ein Kraftboot zur Verfiigung des 
B.d.A. bereit. 

XVII. V e r s o r g u n g. 

Fiir Kreuzer, „Bremse", „Karl Peters" ist keine Brennstoff- 
erganzung vorgesehen. Torpedoboote erganzen, falls erfor- 
derlich, Brennstoff aus den Kreuzern. Die MaBnahmen zur 
Brennstoffabgabe langsseit sind von den Kreuzern vorsorg- 
lich zu treffen, sodafi sofortige Brennstoffubernahme der 
Torpedoboote, je ein Boot bei „K61n" und „K6nigsberg", 
gewahrleistet ist. 

S-Boote erganzen Brennstoff in erster LLnie bei „Koln" bezw. 
bei „Karl Peters", je nach Lage. 

Einzelheiten der Brennstofferganzung werden durch Ver- 
bandsingenieur B.d.A. kurzfristig angeordnet. 

XVIII. 

— Selte 20 — 
Anlage 5 

XVIII. Nachrichtenanordnungen siehe Anlage 5 

XIX. Riickmarsch. 

Ich beabsichtige, den Riickmarsch sobald als irgend 
m o g 1 i c h anzutreten. „Karl Peters" bleibt in Bergen. Die 



356 



115-C 



1. S-Flottille wird zum Ausbruch aus den Fjorden beim 
Kreuzerverband eingesetzt werden. 

Die Wahl des Ausbruchfjords wird im Wesentlichen von 
den Meldungen der Luftaufklarung abhangen. Als Austritts- 
fjords sind in Avissicht genommen: 

a) Kors Fjord 

b) Selbjorn Fjord 

c) Bommelen Fjord 

d) Skudesnes Fjord. 5 ) 

Der Zeitpunkt des Ausbruchs hangt von der Schnelligkeit 
der Durchfiihrung der Aufgaben in Bergen ab. Der Ausbruch 
aus den Scharen m u B bei Dunkelheit stattfinden. 

Der "Weg des Ruckmarsches richtet sich nach den Feind- 
meldungen. Ist die siidnorwegische Kiiste im Brennpunkt 
Seeraum Lindesnaes frei vom Feinde, wird der Riickmarsch 
an der norwegischen Kiiste entlang durch die nordliche 
Sperrliicke des Skagerrak Warngebietes und weiter durch 
die Ostseeeingange durchgefiihrt. ::-:: Die Torpedoboote der 
6. T-Flottille werden in diesem Falle etwa bei Laso nach 
Christiansand entlassen werden. ::-:: 

Sind Feindstreitkrafte an der Siidwestkiiste Norwegens 
gemeldet, so wird der Riickmarsch abgesetzt von der nor- 
wegischen Kiiste durchgefiihrt 

und 

— Seite 21 — 

und Weg Blau angesteuert. Die Torpedoboote der 6. T-Flot- 
■ tille werden in diesem Falle bis in die FluBmiindungen als 
U-Bootssicherung benotigt. 6 ) Ihre Entlassung nach Christian- 
sand etwa Nordkante deutsches Warngebiet ist in diesem 
Falle nicht moglich. 0 ) 

Beim Riickmarsch ist h 6 c h s t w a h r s c h e i n - 
lich die Ausnutzung der H 6 c h s t g e s c h w i n - 
digkeit unbedingtes Erfordernis fiir das 
Gelingen. 



s ) Namen zu a) bis d) r hs angestrichen 

6 ) zweitletzter Satz von Aba am Rand 1 hs angestrichen I n letztem Satz am 
Rand 1 hs'es Fragezeichen 



357 



115-C 



Ich. bin mir dariiber klar, daB der Kreuzerverband in diesem 
Falle nicht an die nur 23 sm betragende Geschwindigkeit der 
„Bremse" gebunden werden kann. 7 ) Fur ::-:: das Auslaufen 
„Bremse" ::-:: wird Anweisung je ::-:: nach Lage in Ber- 
gen vor dem Auslaufen erteilt. ::-:: 

Daneben ist bei sich tiger Wetterlage Luftaufklarung am 
Tage vor und am Morgen nach dem Ausbrechen Voraus- 
setzung um deri voraussichtlich uberlegenen Streitkraften 
des Gegners ausweichen zu konnen. 

Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben und hat der 
Gegner eine starke Riegelstellung vor den Ausbruchfjords 
oder weiter siidlich eingenommen, sodaB ein Anrennen gegen 
eine Ubermacht zur Vernichtung fiihren muB, bleibt nichts 
anderes iibrig, als in den Fjords, zu bleiben, bis die Verhalt- 
nisse giinstiger geworden sind. Ich bin mir dabei jedoch 
dariiber klar, daB, je spater das Ausbrechen erfolgt, es umso 
schwieriger werden kann. 

XX. 

- Seite 22 — 

XX. Geheimhaltung. 

Auf unbedingte Geheimhaltung aller ge- 
gebenen Befehle und Anordnungen sowie auf Begrenzung 
des Bearbeiterkreises wird besonders hingewiesen. Jeder 
Fiihrer ist verantwortlich, daB alle schriftlichen Unter- 
lagen rechtzeitig vernichtet werden, wenn Gef ahr besteht, 
daB sie in Feindeshand fallen. 

Friiheste Bekanntgabe der Aufgaben an die Besatzu- 
gen und an die eingeschifften Truppen erst nach dem 
Auslaufen. 

Gez. Schmundt 
Fur die Richtigkeit 

Unterschrift (unl) 

Lt.(V) und Verbandsadjutant. 



) Mi des Abs am Rand 1 hs angestrichen 



358 



115-C 



— Seite 23 — 

Verteiler 

zu B. d. A. gKdos A. 1. Chefs. 





Jrr. 


L\r. 


An 1 a g e n . 


1 




Q 


4 


0 


Gruppenkommando West 


1 

1 — 


-i 


2 


2 


2 


2 




2 


Seebefehlshaber West 


Q 

o 




1 


1 


1 


1 




1 


ij. o. in. ^JA-Ustenueienisnauer 


















West fiir Ndrwegen). 


A 

*i 




1 






1 




1 


d. a. A. 


c 

0 — 


c 
0 


2 


2 


2 


2 




2 


B. d.U. 


7 














1 


F. d. Luf t West 


8 














1 


Kmdt. Karlsruhe (als Fiihrer 


















Gruppe IV.) 


9 














1 


Kmdt. Konigsberg. 


10 




2 


1 


1 


2 




2. 


Kmdt Koln 


11 




2 


1 


1 


2 




2 


Kmdt. Bremse 


12 




2 


1 


1 


2 




2 


Kmdt. Karl Peters 


13 




2 


1 


1 


2 




2 


Chef 6. T.-Flottille 


















(zugleich f . Leopard, Wolf) 


14— 


16 


3 


3 


3 


3 




6 


Chef l.S.Flottille 


















(zugleich fiir 6 S-Boote) 


17— 


23 


1 


7 


7 


1 




7 


Reserve 


24— 


35 


12 


12 


12 


12 


12 


Stiickzahl 


35 




30 


31 


31 


30 


42 



— Seite 24 — 

Priifnummer 20 

Anlage Nr. 3. zu B. d. A. gKdosl 1 0/.4 OChef s. 

Chefsadie! 
Nur durch Offizier! 

Vorbereitete Signale Gruppe III fiir eventuellen 



Verkehr mit passierenden Schiffen und mit Land 



beim Einlaufen „Bergen". 



Folgendes gilt als Anhalt und Richtlinie,wenn eine eigene Einheit 
sich gezwungen sieht, die Anrufe passierender Fahrzeuge zu beant- 
worten: 



359 



115-C 



Auf Anruf :(gilt fiir „K61n") H.M.S. „Cairo" 
Auf Aufforderung zum Stoppen: 

1. ) Please repeat last signal! 

2. ) Impossible to understand your signal! 
Bei Warnungsschuss: 

Stop firing! British ship! Good Friend! 
Bei Frage nach Ziel und Zweck: 

Going Bergen.Chasing german steamer! 2 ) 
Atilage zu O.K.M. I op 620140 



Zweites S : 



Ceheime Kommandosache! Prf.Nr. 15 

Kampfgruppe Oldenburg 

B.Nr. Gkds. 39/40 Chefs Kiel, den 4.April 40. 1 ) 

Befehl fiir die Sperrbrecher. 

I. L a g e : Die Kriegslage erfordert einen bewaffneten Schutz 
_ der norwegischen Neutralitat gegeniiber den feindlichen Zu- 
griffen. 

Zu diesem Zweck werden norwegische Hafen- und Befesti- 
gungsanlagen durch deutsche Streitkrafte iiberraschend 
besetzt. 

II. Aufgabe: Die Kampfgruppe Oldenburg bestehend aus 
„Bliicher", „Emden", T-Booten „M6ve", „Albatros", „Kondor", 
der 1. R-Flottilie ( Rau 7 und Rau 8 unterstellt ) und 2 Sperr- 
brecher schifft zur „Weserzeit" Landungstruppen des Heeres 
und der M.A.A. im Oslof jord zu Besetzung der Befestigungen 
und der Stadt Oslo aus. 

Die Sperrbrecher sollen die Kampfgruppe Oldenburg durch 
die Drobak Enge bringen. 

III. Befehlsfiihrung: 

a) Fiihrer der Kampfgruppe Oldenburg (Kampfgruppe 5) 
Konteradmiral Kummetz auf „BKicher". 

b) Fiihrung der Sperrbrecher:Altester Kommandant. 

IV. Durchf iihrung : 

a) Die Besetzung der Kiistenbefestigungen im Oslofjord 
erfolgen am „Wesertag" zur „Weserzeit". Als Wesertag 
ist der 9.4.40 bestimmt, Weserzeit ist 2 ) 0515 h. 

') die Seiten 1 bis 5 sind r o in Ecke hs rait „5 bis 9" numerjert 
2 ) urspriingKoh .,wird noch befohle.n, voraussichtlich", hs gestridien 



360 



115-C 



b) Die Kampfgruppe Oldenburg ohne l.R.-Flottille und 
Sperrbrecher lauft am 7.4. 0400 h in Swinemiinde aus, 
passiert Kjels Nor am 8. 4. 0400 h, den 59. Breiten- 3 ) 

— Selte 2 — 

Breitengrad am 9.4. 0000 h. 

c) Die 1. R-Flottille, Rau 7 und Rau 8 unterstellt, lauft 
am 7.4. abends aus Kiel aus. Sie soil zur Weserzeit 
minus 4 h 20 min Quadrat 1686 M zum Treffpunkt mit 
Kampfgruppe Oldenburg stehen. 

d) Im Quadrat 1686 M erfolgt Umschiffung von Heeres- 
und M.A.A. Truppen auf R-Boote. 

e) Die Sperrbrecher haben den 59. Breitengrad am 
9.4. 0015 h zu passieren und sich mit Hochstfahrt auf 
Treffpunkt Quadrat 1686 M zu begeben. Von hier aus 
beabsichtige ich hinter den Sperrbrechern den Marsch 
fortzusetzen. Auf den Befehl: „VORSETZEN" laufen 
die Sperrbrecher im Hauptfahrwasser steuernd mit 
10 sm/h voraus. 

V. AllgemeineAnordnungen: 

a) Die Sperrbrecher sollen als Handelsdampfer getarnt 
mit gesetzten Lichtern unauffallig in den Oslofjord 
dringen. 

b) Anrufe von Kiistensignalstellen und Bewachern sind 
durch Tauschung englischer Dampfernamen zu beant- 
worten. Ich lege Wert darauf, das das Unternehmen vor 

— Selte 3 — 

vor Weserzeit nicht verraten wird. 

c) Am Wesertag minus 1 Tag mit Dunkelheit ist eng- 
lische Handelsflagge zusetzen. Spatestens mit Weserzeit 
oder bei Begirm einer Kampfhandlung ist die deutsche 
Kriegsflagge zu setzen. 

d) Das Verhalten eigener Streitkrafte gegeniiber 
danischen oder norwegischen Streitkraften muss von 
dem Grundsatz bestimmt werden, dassdie Unterneh- 
mung „Weseriibung" den Charakter einer friedlichen 
Besetzung haben soil. Aktiver Widerstand beim An- 
halten ist mit Waffengewalt zu brechen. 



') u Mi auf Seite Stp: „Anlage zu O.K.M. I op 732/40" (732/40" hs) 



361 



115-C 



e) Bei Schiessen der Kustenbatterien oder Auftreffen 
auf Minen :DURCHHALTEN. Bei schweren Bescha- 
digungen Hauptfahrwasser freimachen. 

f) BeiNebel,geloschtenKustenfeuern:DURCHHALTEN. 

VI. Minennachrichten. 

In der Drobak Enge soli eine regulare Minensperre aus- 
liegen, die elektrisch von Land zu bedienen ist. 

VII. Feindnachrichten. 

a) Mit feindlichen U-Booten ist auf dem Anmarsch im 
Belt und im Kattegat zu rechnen. Desgleichen mit 
einem englischen Gegenschlag mit See- und Luftstreit- 
kraften. 

b) Liegeplatz der norwegischen Wachtschiffe: 
Bei Filtvet 1 Walfanger mit 4,6 cm Geschiitz 
zw. Lillefar 1 Walfanger mit 4,6 cm Geschiitz 
u. Stordfar 

siidl. Trossalen 1 grosses Motorboot. 

— Seite 4 

V III. Nachrichten iiber eigene Streitkrafte. 

a) Eigene Streitkrafte stehen im Raume zwischen Narwik 
und Christiansand. 

b) Luftaufklarung iiber Nordsee, Skagerrak und Kattegat 
ist vorgesehen. Mit zahlreichen eigenen Flugzeugen ist zu 
rechnen. Feuereroffnen nur, wenn Flugzeuge einwandfrei 
als feindliche ausgemacht sind. 

c) Mit eigenen abgeblendeten Dampfern ist zu rechnen. 

d) Mit eigenen U-Booten im Operationsgebiet ist nicht zu 
rechnen. 

IX. Verschiedenes. 

a) B.S.O. legt am Wesertag minus 1 Tag am Grossen Belt 
folgende Kriegspositionen bis zum Passieren der Bliicher- 
gruppe aus: 

55° 12,5 ' N = 11° 06 ' 0 (Vengeance Grund 0500 ? 
55° 54 ' N = 10° 58 ' 0 (Leveret Grund ) 0700 

Auf Kriegspositionen ist bei Tage Wimpel GELB, bei 
Nacht ein rotes Licht im Topp gesetzt. 

b) Nach Detachierung ankern Sperrbrecher Lysaker Fjord. 



362 



115-C 



c) Die Gesamtunternehmung kann nur bei strengster Ge- 
heimhaltung, welche die Uberraschung sichert, gelingen. 
Die Vorbereitungen sind daher weitgehend zu tarnen. Vor 
dem Auslaufen ist niemand zu unterrichten. Das Ziel der 
Unternehmung darf erst nach dem Auslaufen den Be- 
satzungen bekannt gegeben werden. Sollte das Unter- 
nehmen auf dem Anmarsch kurzfristig abgebrochen 
werden, ist audi in diesem Falle fiir strengste Geheim- 
haltung Sorge zu . tragen. 

— Seite 5 — 

X. Nachrichtenanordnung. 

1. ) Mit dem Auslaufen Kiistenkurzwelle schalten 

2. ) Mit dem Uberschreiten des 59. Breitengrades U.K. Kanal; 

18 und Verbandswelle = 74,17 m.schalten. Abstimmung 
am Wesertag 0800, 1200, 1600 h Sommerzeit. 

3. ) Zur Kenntnis: Hafenbezirkswelle = 62,85 m, Welle fiir 

internen Verkehr M.N.O. Oslo(Zugl. Landungswelle)69,77 m. 

Kummetz 



DOCUMENT 118-C 

EXTRACT FROM THE WAR DIARY OF THE "SEEKRIEGSLEITUNG". 
ENTRY ON 18 JULY 1941: BY ORDER OF HITLER US MERCHANT 
SHIPS MAY BE ATTACKED IN THE US BLOCKADE ZONE FOR US 
SHIPS, NOT ELSEWHERE (EXHIBIT GB-195) 



BESCHREIBUNG: 

begl Phot I ms'e Eintragungen im Kriegstagebuch-Vordruck I teilw W der Ein- 
tragungen unter dem 18. Juli 1941 I am Schluli der Eintragungen vom 18. Juli 
1941 auf Seite 281 ms nebeneinander: „C/Skl. (darunter P: „F"), 1/Skl (darunter 
P: „GW"), la (dadurch P unl), lb (dadurch P unl)", 1 u von alien P'n: „Rdr 7/8" 



Datum 

und 
Uhrzeit 


Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 
Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 
der Luft, Mondschein usw. 


Vorkommnisse 









Geheime Kommandosache! 

Pruf-Nr. 1 

Hut durch Offiiier! 



363 



118-C 



Chefsadie! 

Nur durch Oflizierl 

Kriegstagebuch der Seekriegsleitung 
( l.Abt. ) 
Teil A 
Juli 1941 

Chef der Seekriegsleitung : GroBadmiral Dr.h.c.Raeder 
Chef des Stabes der Ski. : Vizeadmiral Fricke 
Chef der l.Abt.Skl. : Kapitan z.See Wagner 

Heft : 23 

begonnen 1.7.1941 





abgeschlossen : 31.7.1941 




276 




Datum 

und 
Uhrzeit 


Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 
Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 
der Luft, Mondschein usw. 


Vorkommnisse 




i 



Besonderes: 1 ) 

I.) Handelskriegf uhrung gegen U S A - 
Schiffe: 

Jn Erganzung der Anordnung fiir die vorlaufige 
Schonung der USA-Kriegs- und Handelsschiffe im 
Op.-Gebiet des Nordatlantik hat der Fiihrer fol- 
gendes befohlen: 

1. Jm urspriinglichen Op.-Gebiet, das in 
seinen Abmessungen der USA-Sperrzone fur 
USA-Schiffe entspricht und das von Seeweg 
USA-Jsland n i c h t bertihrt wird, wird der 
Angriff auf in englischem oder USA-Geleit 
fahrende oder einzeln fahrende USA-Handels- 
schiffe freigegeben. 

2. Jm erweiterten Op.Gebiet diirfen in engl. oder 
USA-Geleit fahrende und einzeln fahrende 
USA-Handelsschiffe , die vor Waffengebrauch 
als solche erkannt sind, nicht angegriffen 
werden. 



') Auszug aus dem auf Seite 275 beginnenden Abschnitt: „V. U-Bootskriegfiihrung" 



364 



118-C 



3. An den Bestimmungen iiber den Angriff auf 
Kriegsschiffe andert sich nichts. 

(Siehe Fernschreiben 1750 von OKW/WFSt/L an 
OKM l.Skl. und Ob.d.L. LW.Fiihrungsstab sowie 
Fernschreiben 1915 von Ski. an BdU.) 2 ) 



DOCUMENT 119-C 

FALKENHORST'S ORDER, 13 MARCH 1940, GIVING DIRECTIVES FOR 
THE OCCUPATION OF DENMARK AND NORWAY: MILITARY MEAS- 
URES, ATTITUDE TOWARDS THE LOCAL AUTHORITIES, ECONOM- 
IC AND OTHER MEASURES; DIRECTIVES FOR THE BEHAVIOR 
OF TROOPS IN THEi OCCUPIED AREA (EXHIBIT A. J.-14) 



BESCHREIBUNG: 

begl Phot I teilw W I r o in der Ecke hs durchlaufende Seitenzahl von „140 
bis 150" und ,,167 bis 170" I zwischen * 1 und * 2 hs'e Randstriche 



Chef Sadie 
Nur durch Offizier 

Gruppe XXI Gr.H.Qu. den 13.3.40 

O Qu/Qu 2 1/40 G.Kdos.Chefs. 

ab x-Tag gilt die Anordnung als geheim 

Geheime Kommandosadie .138..Ausfertigungen 

20. Ausfertigung. 

Dieser Befehl darf erst gleichzeitig 
m i t den t a k t i s c h e n A n o r d n u n g e n 
ubermitteltwerden. 

Besandere Anordnungen iiber das Verhalten 
bei der Besetzung Danemarks und Norwegens. 

A.) Allgemeines. 

1.) Die militarische Besetzung Danemarks und Norwegens erfolgt 
zum Zweck der Sicherung der Neutralitat dieser Lander. Dabei 
muss es das Ziel sein, diese in friedlicher Form durchzufiihren. 
Nur dort, wo den deutschen Truppen Widerstand entgegen tritt, 
ist er mit der Waffe riicksichtslos zu brechen. 

2 ) T von I. — 3. am Rand 1 hs angestrichen 



365 



-c 

2. ) Es muss angestrebt werden, die Truppen, die Bevolkerung 
und die Landesbehorden zur Duldung des deutschen Vorgehens 
zu veranlassen und zur loyalen Zusammenarbeit mit den deut- 
schen Truppen und Dienststellen bereit zu machen. 

3. ) Die auf danischem bezw norwegischem Boden eintreffenden 
Truppenkommandeure unternehmen bei den ortlichen milita- 
rischen und zivilen Dienststellen (Leiter der Amter,Burger- 
meister) Schritte, die den Verzicht auf jeden Widerstand und die 
Herstellung friedlicher Zusammenarbeit schnell herbeifuhren 
sollen. Es muss den ortlichen Stellen klar gemacht werden, dass 
Weisungen ihrer vorgesetzten Dienststellen in diesem Sinne zu 
erwarten sind. Dabei 

Seite 2 — 

ist zu betonen, dass sie durch loyales Entgegenkommen den 
Interessen ihres Vaterlandes am besten dienen, dass jeder 
Widerstand zwecklos ist und nur zu schweren Schadigungen 
fuhren muss. 

4. ) Am Besetzungstage werden bei der danischen und der norwe- 
gischen Regierung diplomatische Schritte deutscher politischer 
Bevollmachtigter erfolgen. Es wird erwartet, dass die danische 
und die norwegische Regierung folgende militarische Ver- 
pflichtung auf sich nehmen: 

a) Aufruf der Regierungen an Volk und Wehrmacht, jeden 
Widerstand gegen die deutschen Truppen bei der Besetzung 
zu unterlassen. , 

b) Befehl an die Wehrmacht zur Verbindungsaufhahme mit 
den deutschen Befehlshabern iiber loyale Zusammenarbeit. 
Die danischen und norwegischen Truppen bleiben im Besitz 
ihrer Waffen, falls ortliche Lage nichts anderes erfordert. 
Verbindungsorgane der danischen und norwegischenWehr- 
macht sind zu stellen zum Befehlshaber der deutschen 
Truppen und zu den ortlichen Truppenfurrern. Umgekehrt 
sind deutsche Verbindungsoffiziere zu den danischen und 
norwegischen Kommandostellen abzuordnen. 

c) Unversehrte Uberlassung der militarischen Einrichtungen 
und Anlagen, insbesondere Anlagen der Kiistenverteidigung, 
soweit sie zur Sicherung gegen einen ausseren Feind benotigt 
werden. 

d) Zurverfiigungstellung der Verkehrs- und Nachrichten- 
mittel,soweit sie fur die Aufgaben der deutschen Truppen und 
ihre Versorgungbenotigt werden.Unversehrte Erhaltung und 
Sicherstellung des Betriebes aller Verkehrsmittel,Wege- und 
Nachrichtenmittel . 



366 



I19-C 



c) Auslaufverbot fiir Kriegs-und Handelsschiffe nach dem 
Ausland.Freigebe bleibt nach Klarung der Lage vorbehalten. 

f) Sperrung des gesamten Nachrichten-und Postverkehrs iiber 
See nach dem Ausland, ausgenommen be- 

■ — Seite 3 — 

stimmte Verbindungen nach den Ostseesraaten.(siehe auch 
E,2) 

g) Zurverfiigungstellung von Presse und Rundfunk fiir Ver- 
lautbareungen der militarischen Befehlshaber. 

h) Ausfuhrverbot fiir Kriegsgerat. 

j) Anweisung, dass die norw.Lotsen ihren Dienst weiter nach 
den Anforderungen deutscher Dienststellen versehen, und dass 
die Befeuerung der norw.Kiiste sich in Zukunft nach den 
Anordnungen deutscher Dienststellen zu richten hat. 

k) Zurverfiigungstellung genauester TJnterlagen iiber etwa 
ausgelegte Minensperren durch die dan.u.norw. Regierung 

1) Sofortige Einstellung der Sammelausstrahlungen des 
danisch u.norw.Wetterdienstes. 1 ) 

B. Besondere militarische Massnahmen. 

1) Danemark u.Norwegen sind in voller Ausdehnung O p e- 
rationsgebiet im Sinne der militarischen Bestimmungen 

Der Befehlshaber der Gruppe XXI- ist ermachtigt, in den 
besetzten Gebieten bis zum Abschluss der militarischen Opera- 
tionen alle Massnahmen zu treffen, die zur Sicherung der deut- 
schen Besetzung und zur Durchfiihrung ihres Zweckes erf orderlich 
sind. Fiir Danemark wird diese Vollmacht auf den Befehlshaber 
des H6h.Kdos.XXXI iibertragen. Die Fiihrer der einzelnen 
Landungstruppen sind berechtigt, in gleichem Umfange unbe- 
dingt notwendige Massnahmen zu treffen, soweit nicht Weisungen 
des Befehlshabers der Gruppe XXI im Einzelfalle vorliegen. 

2) Die Behandlung der dan. u. norw. Truppen hat 
sich nach der Lage zu richten. Einzelheiten regeln die Operations- 
befehle. Inanspruchnahme der militarischen Liegenschaften und 
Einrichtungen durch die Besatzungstruppe ist nach Moglichkeit 
im Einvernehmen mit den militarischen Dienststellen des Landes 
zu regeln. Uber die gegenseitige Grusspflicht sind Abmachungen 

*) Abs 1) befindet sidi in der Urk auf einem I am Rand angeklebten Zettel und 
ist mit den Worten: „Zu 4.) fiige auf Seite 3 als neuen Absatj I.) hinzu:" 
(ms) und durch Hinweisfahnchen in T eingefiigt 



367 



U9-C 



zu treffen. Zwisehen den militarischen Dienststellen der deut- 
schen und der dan.u.norw. Wehrmacht sind Verbindungsofflziere 
auszutauschen. 

3) Deutsche Flaggen sind da zu setzen, wo es zur Kennt- 
lichmachung deutscher Truppen oder Dienststellen erforderlich 
ist. 

— Seite 4 — 

Bei gleichzeitiger Belegung mit 
dan.u.norw. Truppen konnen die dan.u.norw. Flaggen neben 
der Deutschen gehisst werden. 

4) An die dan.u.norw. Wehrmacht werden A u f r u f e in Form 
von HandzetteLn verteilt werden, s.Anl. 1 (folgt) 

Sollte die dan.u.norw. Wehrmacht den Besatzungstruppen 
militarischen Widerstand leisten oder durch Sabotageakte das 
Eindringen der deutschen Truppen zu verhindern suchen, so ist 
die Besetzung des Landes mit alien zur Verfugung stehenden 
Mitteln zu erzwingen. Die dan.u.norw.Truppen sind dann zu 
* 1 entwaffnen und zu internieren. Unter Umstanden genugt bei 
xmsicherer Haltung die Sicherstellurig der Munitionsbestande. 

5) Das Auslaufen von Kriegs-und Uebersee- 
handelsschif fen ist zur verbieten unter Hinweis auf 
Sperrmassnahmen der deutschen Marine. Freigabe nach Klarung 
der Lage bleibt vorbehalten. 2 ) 

Da fur Flugzeuge ein allgemeines Startverbot er- 
* 2 lassen werden wird, sind Flugzeuge jeder Art am Aufsteigen zu 
hindern. Ausgenommen von dem Auslauf-bzw. Startverbot sind 
samtliche unter U. S. A. F 1 a g g e fahrenden Kriegs-u.Handels- 
schiffe, sowie Flugzeuge. Die gem. A.) 4,e (Seite 2) obiger „Beson- 
derer Anordnungen" zu stellenden diplomatischen Forderungen 
werden sinngema.8 eingeschrankt werden. 3 ) 

6. Die Deutsch-Dan.Grenze ist mit Beginn des Einmarsches fiir 
den nichtmilitarischen Grenzverkehr durch das Hdh.Kdo. XXXI 
unter Heranziehung des Wehrkreiskommandos X zu sperren. 
Daruber hinaus wird die Einreise aus Deutschland nach Dane- 
mark u.Norwegen fur alle Personlichkeiten verboten, die nicht 
dienstliche Aufgaben im Operationsgebiet zu erfiillen haben. Die 
Erteilung von Einreisegenehmigungen nach Dan.u.Norw. fiir 
nichtmilitarischen Personlichkeiten bleibt dem OKW Abt. L 
und dem Auswartigen Amt vorbehalten. 

2 ) 1 am Band von Abs hs: „Amerikaner!" 

3 ) die beiden letzten Satze befinden sich in der Urk auf einem 1 am Rand 
angeklebten Zettel und sind mit den Worten: „Zu 5.) fiige am Sdiluss des 
2. Absatzes (Seite 4) ein:" (ms) und durch Hinweisfahnchen in T eingefugt 



368 



119-C 



C. Verhalten gegeniiber den dan. u. nor w. 
Behorden. 

Es ist beabsichtigt, nach Abschluss der Operationen die auf 
nichtmilitarischem Gebiet notwendigen Aufgaben im- Einver- 
nehmen mit den Landesregierungen durchzufiihren. Hierzu 
werden an wichtigen deutschen Stiitzpunkten Zivilorgane ein- 
gesetzt. Die deutschen Besatzungstruppen sind auf diesem Gebiet 
bis zu dieser Regelung durch die zivilen Stellen nur in soweit 
tatig und befugt, sofortige Massnahmen zu treffen, als es zur 
Erfiillung 

Seite 5 — 

ihrer militarischen Aufgaben unbedingt erf orderlich ist.Der 
AbschluB der Operationen ist an Gruppe XXI zu melden.Sobald 
die zivilen Organe eingetroffen sind,beschrankt sich die Aufgabe 
der Besatzungstruppen auf die militarische Sicherung und Ver- 
teidigung der besetzten Gebiete.Dabei sind sie zu alien Mass- 
nahmen zur Erfiillung der militarischen Aufgaben berechtigt. 
Massnahmen auf nichtmilitarischem Gebiet sind sodann bei den 
ortlichen deutschen zivilen Stellen bezw. bei Gruppe XXI zu 
beantragen.Solange die deutschen zivilen Organe noch nicht zur 
Stelle sind und noch keine Weisungen in dieser Richtung vor- 
liegen, haben die brtliche Kommandeure gegeniiber Behorden 
folgende Haltung einzunehmen: 

1) Den dan.u.norw. Behorden ist ungehinderteWeiter- 
a r b e it und Schutz durch die deutsche Besatzung zuzusichern. 
Im Einvernehmen mit ihnen haben die ortlichen deutschen 
Truppenkommandeure den reibungslosen Fortgang der Be- 
hordenarbeit und des offentlichen Lebens sicherzustellen.Sie 
haben nur dort einzugreifen,wo Sicherheit und Versorgung 
der Besatzungstruppen es unbdedingt verlangen. 

Feindse lige Handlungen sind zu unterbinden.Dort wo 
Beamte sich einer friedlichen Zusammenarbeit entgegen- 
stellen,sind sie abzusetzen und durch loyal gesinnte Person- 
lichkeiten zu ersetzen.Das wird in der Regel nur fur Beamte 
in den Spitzen der Behorden notwendig sein.Hierbei ist es 
zweckmassig,sich der Hilfe der deutschen Berufskonsule zu 
bedienen(siehe Anlage 2) die in der Lage sind,geeignete 
Personlichkeiten nahmhaft zu machen. 

Merkblatt uber Danemark bezw.Norwegen siehe Anlg. 

2) Eisenba h n en, Kiisten-u. Binnenschiffahrt 
sind in Gang zu halten und fur 



369 



119-G 



— Seite 6 — 

Zwecke der Besatzungstruppen in Anspruch zu nehmen,soweit 
es fiir die Aufgaben und die Versorgung der deutschen 
Truppen notwendig ist.Ueberwachung gegen passiven Wider- 
stand und Sabotage ist sicherzustellen. Hierzu sind,wenn 
moglich,loyale Krafte des Landes (evt.Polizei) einzusetzen. 

3) Die Polizeikrafte der besetzten Gebiet behalten bei 
loyalen Verhalten ihre Aufgaben und sind nicht zu ent- 
waffnen. Grenzsicherung und Zollschutz,insbesondere der 
Grenze Norwegens gegen Schweden und Filmland ist aufrecht 
zu erhalten. 

Nur im Notfall sind Krafte der deutschen Wehrmacht fiir 
polizeiliche Aufgaben einzusetzen. 

4) Der Fernmelde - u. Postverkehr iiber See 
nach dem Ausland ist zu unterbinden.nach den Ostsee-Staaten 
ist Einschrankung und Ueberwachung erforderlich. 



Zu E. .4. Seite 10 

Richtlinien iiber das Verhalten der Truppen gegemiber der 
dan. u.norw. Bevolkerung siehe Anlage 4. 

Flugblatter und Maueranschlage an die dan. bez. norw. 
Bevolkerung siehe Anlage 6 u. 7-(folgen). 



— Seite 7 — 

D. Wirtschaftliche Massnahmen. 

Die Wirtschaft der besetzten Lander muss moglichst 
reibungslos in Gang gehalten werden.Sofortige Eingriffe 
sollen nur dort stattfinden,wo die Versorgung und Sicherheit 
der Besatzung und die Versorgung der Bevolkerung es u n - 
, b e d i n g t verlangen. 

* 1 Den ortlichen Befehlshabern an den wirtschaftlich wichtig- 

sten Punkten werden zur Unterstiitzung und Beratung 
folgende Wehrwirtschafts Offiziere zugeteilt: 



Freg.Kpt.Forstmann 

Korv.Kpt.Eichholz 

Kptl.Mich.ler 

Freg.Kpt.Angermann 

Korv.Kpt.Kessler 

Kptlt. Sonnemann 
Korv.Kpt.Reichmann . 



Name 



zugeteiltzu Standort 
Gen.Kdo.XXXI Kopenhagen 



170.Div. Esbjerg 

170.Div. Aarhus 

69.Div. Bergen 

163.Div. Oslo 



Geb.Jager Trondhjem 
3.Geb.Div Narvik 



370 



119-C 



Diese haben folgende Aufgaben: 

a) Beratung bei der Ausnutzung des Landes fiir die Belange 
der Truppe und in Bezug auf Sicherstellung der vorhandenen 
Vorrate. 

b) Beratung bei der Inganghaltung des Wirtschaftslebens und 
der Versorgung der Bevolkerung. 

c) Beratung in Bezug auf die Aufrechterhaltung bezw. In- 
gangsetzung der Versorgungsbetriebe (Gas.Wasser, Energie) 
zur Belieferung von Truppe, Zivilbevolkerung und Wirt- 
schaft. 

d) Erkundung der Wirtschaft,insbesondere der gewerblichen 
Wirtschaft,hinsichtlich ihxer Ausnutzbarkeit fiir die deutsche 
Kriegswirtschaft. 

Zunachst ergeben sich fiir die Truppe folgende Aufgaben: 

1) Die ira Lande — insbesondere in den Hafen — lagernden 
Giiter und Rohstoffvorrate sind gegen unbefugte Zugriffe von 
jeder Seit e.gegen unwirtschaftliche Verwendung und 
Sabotage zu schiitzen.Die Verschiebung von Werten und 
Giitern in das Ausland ist soweit moglich zu verhindern. 

— Seite 8 — 

2) Unbedingte Schonung und Inganghaltung aller Betriebe. 
Insbesondere sind alle Versorgungsbetriebe ( Gas Wasser 
Energie) zu schiitzen und ihre Inbetriebhaltung zu unter- 
stiitzen. 

3) Danemark und Norwegen bleiben eigene Zoll- 
Wahrungsgebiet e.Es sind daher die Zollgrenzgebiete 
zu uberwachen( siehe auch C 2) 

Einzelne Wehrmachtsangehorige,die in die_ Heimat zurizck- 
reisen.unterliegen der Zollkontrolle.Bei Truppenteilen.die 
zuriickgefiihrt werden,hat der betreffende Fiihrer zu beschei- 
nigen,dass sich keine zollpflichtigen Waren bei der Truppe 
befinden.Zuriickkehrende Flugzeuge ( Lufttransportstaffeln) 
sind auf das Vorhandensein von zollpflichtigen Waren vor 
dem Start zu untersuchen. 

4) Die Versorgung der Besatzungstruppen hat nur soweit aus 
dem Lande zu erfolgen,als es die dan.u. nor Wirtschaft ohne 
Schadigung tragen kann bezw. soweit es die militarische Lage 
unbedingt erf ordert.Bei Inanspruchnahme von Leistungen 
aus dem Lande ist das Reichsleistungsgesetz sinngemass an- 
zuwenden.Leistungen sind in bar zu bezahlen.Nur in Aus- 
nahmefallen ist von Empfangsbescheinigungen Gebrauch zu 
machen, die beschleunigt einzulosen sind. 



371 



119-C 



5) Die Besatzungstruppen zahlen in den besetzten LSndern 
nui - mit R e i ch s k r e di t k a s s e n s c h e i n e n,die am 
Einmarschtage zur Verfiigung stehen,sowie in Zahlungs- 
mitteln der Landeswahrung,wenn sie solche beim Umwechseln 
von RKK erhalten haben. 

Die Truppen haben in ihrem Besitz befindliche Zahlungs- 
mittel in deutscher Reichswahrung bei den zustandigen Zahl- 
1 * meistern in RKK umzuwechseln.Der Umrechnungskurs 
betragt fiir eine norw.Krone RM 0,60 fiir eine dan.Krone RM 
0,50. 

2 * Beim GeldwechseLn z.B. bei Einkaufen diirfen deutsc 

sche Reichsbank-N o t e n nicht angenommen werden,damit 
vermieden wird,dass auf diese Weise im Ausland befindliche 
Zahlungsmittel (Emigrantengelder) ins Reich zuriickfliessen. 

— Seite 9 — 

6) Leistungen fiir personliche Bediirfnisse miissen bar bezahlt 
werden, es diirfen dafiir keine Empfangsbescheinigungen 
ausgestellt werden. Zur Ausstellung von Empfangsbeschei- 
nigungen sind nur militarische Dienststellen berechtigt. 
Zusatz fur die Ziffern 5) u. 6): 

Die Divisionen bezw.ihre selbststandigen Landeeinheiten 
sorgen dafiir, dass die ortlichen Tageszeitungen die Bevolke- 
rung in den ersten Tagen iiber die Verwendung der R.K.K. 
und ihren Umrechnungskurs unterrichten und sie dariiber 
aufklaren, dass der einzelne Soldat angewiesen ist, fiir 
personliche Bediirfnisse bar zu zahlen. Nur milit. Dienst- 
stellen seien berechtigt, Leistungen gegen Leistungsbeschei- 
nigungen zu verlangen, soweit die milit Lage oder die 
Versorgung der Truppe solche erf ordern.* 4 ) 

7) Einzelnen Wehrmachtsangehorigen und Reichsangehorigen, 
die im Dienste der Wehrmacht stehen, sind Ham sterkaufe 
jeglicher Art strengstens verboten. Die Truppen- 
kommandeure haben personlich die Einhaltung dieses Verbots 
zu uberwachen. Gestattet ist nur Ankauf fiir den e i g e n e n 
taglich unumganglich notwendigen unmittelbaren Bedarf. 
Die Versendung von Paketen in die Heimat ist verboten. 

E. Sonstige Massnahmen. 

1) Fur die Behandlung der Missionen der Feind- 
staaten zu denen diejenigen von Grossbritannien und 
Nordirland sowie den Dominions Kanada, Australischer 



J ) der „Zusatz fiir die Ziffer 5) u. 6)" befindet sich in der Urk auf einem 1 am 
Rand angeklebten Zettel und ist durch Hinweisfahnchen in T eingefiigt 



372 



119-C 



Bund Neu Seeland und Slid Afrikanische Union, Frankreich, 
Aegypten, Sudan und Irak gehoren, gelten folgende Richt- 
linien: 

a) Der Zugriff gegen die in Kopenhagen und Oslo liegenden G e - 
sandschaften der Feindstaaten, die volkerrechtlich exterritorial 
sind, sowie ihr Abschub ist Aufgabe der politischen Bevollmach- 
tigten. Zur Durchfuhrung der Nachrichtensperre und etwaiger 
Bewachungsaufgaben sind den Bevollmachtigten auf Anfordem 
militarische Krafte zur Verfugung zu stellen. 

b) Den Konsulaten der Feindstaaten 

sind sofort die Fernsprechverbindungen durch Unterbrechen 
der Leitungen zu sperren. Vorhandene Funkeinrichtungen 
sind zu beschlagnahmen, das hier erforderliche Betreten der 
Gebaude ist zulassig. 5 ) Die Konsuln und das Konsulatsper- 
sonal sind zu iiberwachen, zu Festnahmen ist nur bei feind- 
* 1 seliger Handlung gegen die deutsche Besetzung zu schreiten. 
Eine Vernichtung oder Verschiebung von Kriegsgexaat und 
sonstigen wertvollen Giitern X ist zu verhindern. Den Ab- 
* 2 schub des Personals und den Verbleib sichergestellter Gegen- 
X. stande 
(Finnlandgerat) 
und Akten 

— Seite 10 — 

regeln die deutschen politischen Bevollmachtigten 

c) die Handelsvertretungen und andere offizielle 
und offizioseVertretungen der Feindstaaten sind wie die 
Konsulate zu behandeln. 

d) Private feindliche Aus lander sind — soweit 
ihre Anwesenheit durch die ortlichen Landesdienststellen zu 
erfahren ist — ebenfalls zu iiberwachen. Die Fernsprechver- 
bindungen ihrer Wohnungen sind zu unterbrechen; Ihr 
Abschub bleibt den Anordnungen der politischen Bevoll- 
machtigten vorbehalten. 

Alle iibrigen Missionen bleiben unbehelligt. Ihr 
Nachrichtenverkehr wird iiber deutsche Verbindungen geleitet. 
2) die Rundfunksender, insbesondere Oslo, Stavan- 
ger, u. Bergen, sowie Kalundborg, Kopenhagen 
u. Skamlobag, sind durch Funkeinsatzgruppen sofort zu 
besetzen. Sie miissen dauernd fur Verlautbarungen der 
Besatzungtruppe zur Verfugung stehen. Eine deutsche Zensur 
wird im weiteren Verlauf eingerichtet. 

5 ) urspr.: „hierzu wird ein Betreten der Gebaude erforderlich" (hs geandert) 



373 



119-C 



Die Kabelverbindungen von Egersund nach 
Peerhead (Schottland), von Grimstad nach New Biggen 
(England) sind sofort zu unterbrechen, die Kabel von Arendal 
nach Nirzhalz (Danemark) und von Arendal nach Cuxhaven 
und Sylt, soweit unbeschadigt, sind unter Kontrolle zu 
nehmen. (siehe audi Sonderbefehl fiir den Nachrichtendienst). 

3) Die Landespresseist am Erscheinen nicht zu hindern, 
solange sie sich loyal zu den Ereignissen stellt Von den 
Zeitungen ist zu fordern, nur diejenigen militarischen Nach- 
richten zu bringen, die ihnen von deutschen Wehrmacht- 
dienststellen iibermittelt werden 

4) Die Bevolkerung muss mit Beginn der Besetzung propa- 
gandistisch im weitestem Umf ange bearbeitet werden. 
Es muss dabei der Eindruck erzielt werden, daB iiber die 
Entscheidungen der Regierungen zu Gunsten der deutschen 
Forderungen kein Zweifel bestehen kann und dass ent- 
sprechende Vereinbarungen bereits im Gange sind. Hierzu 
wird die Bevolkerung durch Teile 

— Seite 11 — 

der Prop.Komp. , die ihre besonderen Anweisungen haben 
bearbeitet. 

5) Von den Wehrmachtsgerichten sind nur 
Handlungen abzuurteilen, die den Zweck der Besetzung ver- 
eiteln oder vereiteln sollen, oder die sich unmittelbar 

gegen die Wehrmacht, ihre Angehorigen oder ihr Gefolge 
richten. Die Wehrmachtgerichte wenden deutsches Strafrecht 
an. Die Bevolkerung ist darauf hinzuweisen. 

Die Gerichte der Lander arbeiten nach Landes- 
r e c h t weiter. 

b') Im Verkehr der Besatzungstruppen mit den Behorden und 
der Bevolkerung sind die Bestimmungen der Haager Land- 
kriegsordnung streng zu beachten. Kurze Zusammenfassung 
der wichtigsten Bestimmungen siehe Anlage 5. 

7) Divisionen bezw. selbstandige Landeeinheiten aller Wehr- 
machtsteile sorgen dafiir, dass moglichst sofort die offenen dan. 
u.norweg. Sammelaustrahlungen des Wetterdienstes eingestellt 
werden und eine Veroffentlichung von Wetterkarten u. Wetter- 
berichten in Zeitung und Rundfunk unterbleibt, um dem Feind 
die Kenntnis iiber die Wetterlage zu entziehen. 
Weitere Weisungen folgen. 6 ) 

°) Abs 7) befindet sidi in der Urk auf einem 1 am Band angeklebten Zettel und 
ist mit den Worten: „Fiige zu: Neue Ziffer 7 (Seite 11):" (ms) und durch Hin- 
weisfahnchen in T eingefiigt I r o von „gez. v. Falkenhorst": P unl 



374 



119-C 



F. d. Richtigkeit. 

Unterschrift (unl) 

gez. v. Falkenhorst 

Oberst i.Gen. Stab. 



Verteiler 

Div. Kdre. je 3 18 

Inf.Regts.Kdre. je 1 18 

XXXI A.K. fur Stab 5 

Div.Kdre. je 3 9 

Inf.Regt.Kdre. 1 9 

Arbeitsstab Knauss (L) 

zugl. fur Verbande der Luftwaffe 15 



Arb.Stb.Krancke, zgl. f. Kdo.St.. d.Kr.Marine 15 

Gen.Qu. (Oberstl.Weinknecht) 1 

A.H.A. (Oberstl. Kohler) 1 

OKW L (Oberstlt.Bohme) 3 

Gruppe XXI Chef - 1 

la 1 1 

la 2 1 

Ic 1 

Ha III 1 2 



IVa IVb IVc je 1 IV Wi 8 11 

Kdt.d.H.QU. 1 

Bv.T.O., Na.chr.Kdr. je 1 2 

O.QU., Qu 1, Qu2, Qu3, 4 

O.Qu. Reserve 20 



138 Ausfertigungen 

— Seite 12 — 

Anlage 4 7 ) 

Richtlinien fur das Verhalten im personlichen 
Verkehr mit der norwegischen Bevolkerung. 

Jeder Angehorige der Wehrmacht muss sich bewusst sein, dass 
er nicht Feindesland betritt, sondern dass die Truppe zum Schutz des 
Landes und zur Sicherung seiner Bewohner in Norwegen einriickt. 
Daher ist folgendes zu beachten: 



7 ) die vorherigen Anlagen (16 Seiten umfassend) sind hier nicht abgedruckt; sie 
enthalten die personelle Zusammensetzung der Deutschen Gesandtsdiaft in 
Oslo, der deutschen Berufs- und Wahlkonsulate in Norwegen, eine Liste der 
deutschen Militarattaches in den nordischen Landern, des norwegischen und 
des danischen Kabinetts sowie je eine kurze Skizze fiber Norwegen und Dane- 
mark (Grfcisse, Bevolkerung, Verfassung, Verwaltung, Unterricht und Bildung, 
Rundfunk- und Zeitungswesen, Recht, soziale Einrichtungen, Kirche usw.) 



375 



1I9-C 



1) Der Norweger hat ein ausgesprochenes Nationalbewusstsein. 
Dariiber hinaus fiih.lt sich das norwegische Volk aufs engste ver- 
wandt mit den anderen nordischen Volkern. 

Also: Alles vermeiden,was die nationale Ehre verletzen kann. 

2) Der Norweger ist ausserst freiheitsliebend und selbstbewusst. 
Er lehnt jeden Zwang und jede Unterordnung ab. Er hat keinen 
Sinn fur militarische Zucht und Autoritat. 

Also :Wenig bef ehlen.nicht anschreien'.Das erfiillt ihn mit 
Widerwillen und ist wirkungslos.Sachlich aufklaren und iiber- 
zeugen.Humorvoller Ton erreicht am meisten.Unnotige Scharfe 
und Bevormundung verletzen sein Selbstgefiihl. 

3) Der Norweger ist seiner Wesensart (ahnlich dem friesischen 
Bauern)verschlosseh und zuriickhaltend,langsam im Denken und. 
Handeln, dazu aber auch misstrauisch gegen Fremde. 

Also :Kein Hetz^empo! Zeit lassen! 

4) Das Haus des Norwegers ist nach altgermanischer Auffassurig 
heilig.Gastfreundschaft wird gem geiibt.Eigentum ist unverletz- 
lich.Das Haus bleibt unverschlossen.Diebstahl ist so gut wie 
unbekannt und gilt als Schande. 

Also: Jeden unberechtigten Eingriff unterlassen,auch wenn 
Giiter offen herumliegen.„Besorgen,Organisieren" u.dgl. gelten 
als Diebstahl und sind unter alien Umstanden verboten. 

5) Der Norweger hat kein Verstandnis fiir den Krieg.Das see- 
fahrende und handeltreibende Volk hat Neigung fur England. 
Es fiihlt sich den finnischen Briidern verwandt und fiirchtet 
Russland. Fiir die Ziele des Nationalsozialismus besteht mit ge- 
ringen Ausnahmen kein Verstandnis. 

Also :Politische Auseinandersetzungen vermeiden. 

6)Der Norweger liebt ein hausliches behagliches Dasein.Er ist zu 
gewinnen durch Freundlichkeit,durch kleine Aufmerksamkeiten 
und Anerkennung seiner Person. Kein aufdringliches Verhalten 
gegeniiber Frauen! 
7)Die deutsche Sprache wird fast iiberall verstanden. 
Voraussetzung: Langsam und deutlich sprechen. 

— Seite 13 — 

An 1 a g e 4 

Richtlinien fiir das Verhalten im personlichen 
Verkehr mit der danischen Bevolkerung. 

Jeder Angehorige der Wehrmacht muss sich bewusst sein, dass 
er nicht Feindesland betritt,sondern, dass die Truppe zum Schutz 
des Landes und zur Sicherung seiner Bewohner in Danemark ein- 
riickt. Daher ist folgendes zu beachten: 



376 



119-C 



1) Der Dane hat ein starkes Nationalbewusstsein.Dariiber hinaus 
fiihlt sich das danische Volk verwandt mit den skandinavischen 
Volkern. 

Also :AUes vermeiden,was die nationale Ehre kranken kann! 

2) Der Dane ist freiheitsliebend und selbstbewusst.Er lehnt jeden 
Zwang und jede Unterordnung ab.Er hat keinen Sinn fur mili- 
tarische Zucht und Autoritat. 

Also:Wenig befehlen,nicht anschreien — das erfiillt ihn mit 
Widerwillen und ist wirkungslos.Sachlich aufklaren und 
uberzeugen!Humorvoller Ton erreicht mehr.Unnotige 
Scharfe und Bevormundung verletzen das Selbstgefuhl und 
sind zu vermeiden. 

3) Der Dane besitzt viel Bauernschlauheit,Versdilagenheit,die bis 
zur Unaufrichtigkeit geht. 

4) Der Dane denkt wirtschaftlich.Seine Interessen ' bewegen sich 
hauptsachlich um materielle Lebensfragen.Jede Beschrankung 
in seinen Bediirfnissen empfindet er besonders hart. 
Also: Eingriff e in das personliche Eigentum nach Moglichkeit 

vermeiden! „Besorgen,Organisieren" u.dgl. sind ver- 
boten. 

5) Der Dane liebt ein hausliches,behagliches Dasein.Er ist zu ge- 
winnen durch Freundlichkeit.durch kleine Aufmerksamkeiten 
und Anerkennung seiner Person. 

6) Das handeltreibende Volk zeigt Neigung fur England.Es ver- 
abscheut den Krieg.Fur die Ziele des Nationalsozialistischen 
Deutschland besteht mit wenigen Ausnahmen kein Verstandnis. 

7) Die deutsche Sprache wird von vielen Danen verstanden. 
— Seite 14 — 

A n 1 a g e 5. 

Richtlinien 

fiirdasVerhaltenderTruppeimbesetztenGebiet. 

Die Haager Landkriegsordnung sichert der Bevolkerung eines 
besetzten feindlichen Landes weitgehenden Schutz durch die beset- 
zende Macht zu. Vor allem miissen die Ehre und die Rechte der 
Familien, das Leben der Burger und das Privateigentum, sowie 
religiose Uberzeugungen und gottesdienstliche Handlungen geachtet 
werden. ( Art. 46, 55 und 56 HLKO ). 

Grundsatz fur die Truppe : GroBte Vorsicht und auBerste Zuruck- 
haltung gegeniiber der Zivilbevolkerung ! Unangebrachte Ver- 
trauensseligkeit kann eine Gef ahrdung der Truppe zur Folge haben. 

Festes Zusammenhalten, Disziplin der Truppe, sorgsame Durch- 
fuhrung und Oberwachung der erforderlichen SicherungsmaBnahmen 
sind der beste Schutz. 



377 



119-C 

Nur fiir den Fall, daB die Bevolkerung Widerstand leistet 
oder sich aufsassig verhalt, konnen folgende Bestimmungen ange- 
wendet werden : 

1) Bei Widerstand der zivilen Bevolkerung und wenn Angriffe 
der Bevolkerung auf die Truppe oder ihre ruckwartigen Verbin- 
dungen zu befiirchten sind, ist von der Festnahme von 
G e i s e 1 n grundsatzlich Gebrauch zu machen. Festnahme von 
Geiseln darf nur auf Befehl eines Regts.-, selbst. Batls.-Kdrs. 
oder eines gleichgestellten Kdrs. erfolgen. 

Die Geiseln sind nach Moglichkeit den Bevolkerungskreisen 
zu entnehmen, von denen feindselige Handlungen zu erwarten 
sind. 

Bei Unterbringung und Verpnegung von Geiseln ist trotz 
strengster Bewachung zu beachten, daB es sich nicht um Straf- 
gefangene handelt. 

Jhnen und der Bevolkerung ist bekanntzugeben, daB die Gei- 
seln bei irgendeinem Anzeichen von feindseligen Handlungen 
erschossen werden. ErschieBungen diirfen jedoch nur nach vor- 
heriger Genehmigung durch den Divisionskommandeur vollzogen 
werden. 

Daher sind, falls trotzdem Angriffe auf die Truppe oder ihre 
ruckwartigen Verbindungen erfolgen bezw. sich Anzeichen von 
Widerstand bemerkbar machen, die Geiseln umgehend unter 
strenger Bewachung in ein Gefangenensammellager abzuschieben. 
( Transportzettel ). Gleichzeitig ist der Division beschleunigt 
Bericht iiber den Vorgang und Antrag der zu veranlassenden 
MaBnahmen ( ErschieBung oder weitere Festhaltung ) vorzulegen. 

2) Bewaffneter Widerstand der zivilen Bevolkerung ist mit der 
Waffe zu brechen. 

Bei Gefahr im Verzuge ist jeder Fiihrer zu alien notwendigen 
MaBnahmen verpflichtet. 

Auf GewaltmaBnahmen irgendwelcher Art gegen die deutsche 
Wehrmacht oder ihre Angehorigen im besetzten Gebiet steht die 
Todesstrafe. Aburteilung erfolgt unverziiglich durch ein Feld- 
kriegsgericht (Standgericht oder ordentliches Kriegsgericht ). 

Regts.Kdr. 

— Seite 15 — 

Regts.Kdr. kann Standgericht berufen : 

Zusammensetzung : 1 Hauptmann, 1 Unteroffizier, 1 Gefreiter. 
Zeugen horen, Urteil schriftlich absetzen, bei schuldig — Ver- 
urteilung zum Tode — andernfalls Freispruch. Vollstreckung des 
Urteils unmittelbar nach Bestatigung durch Regts.Kdr.. 



378 



119-C 



Als GewaltmaBnahmen sind u.a. anzusehen : Sabotage, Zer- 
storung eigener riickwartiger Verbindung. Durchschneiden von 
Fernsprechleitungen, Vornahme von Sprengungen usw.. 

3) Freischarler sind im Kampf oder auf der Fluent zu 
erschieBen. 

Gefangene Freischarler sind nicht wie Kriegsgefangene, 
sondern wie Verbrecher zu behandeln und unverziigiich durch 
ein Feldkriegsgericht abzuurteilen. Wird der Angeklagte der 
Freischarlerei fur schuldig befunden, so ist er zum Tode zu 
verurteilen. Nach Bestatigung des Todesurteils durch den Kom- 
mandeur, der das Feldkriegsgericht berufen hat, ist es sofort 
durch ErschieBen zu vollstrecken. 

„. Jn Ausnahmefallen kann das Feldkriegsgericht durch einstim- 
migen BeschluB das Todesurteil fur vollstreckbar erklaren und 
zwar : 

a) wenn der Bestatigungsberechtigte nicht auf der Stelle erreicht 
werden kann, 

b) wenn die Vollstreckung aus zwingenden militarischen Griinden 
keinen Aufschub duldet. 

Das schriftliche Urteil, die Bestatigungsverfiigung und eine 
Meldung iiber die Vollstreckung sind umgehend dem zustandigen 
Gerichtsherrn vorzulegen. Jst die Taterschaft noch beweisbediirf- 
tig, so ist der Freischarler dem allgemein zustandigen Gerichts- 
herrn zuzufuhren. Beweismittel zur Uberfuhrung ( ausfiihrlicher 
Bericht, Zeugenaussagen usw.) sind sicherzustellen. 

Kommt das Feldkriegsgericht zu einem Freispruch, so ist der 
Betreffende wie ein Zivilinternierter zu behandeln. Er ist sofort 
in ein Kriegsgefangenenlager abzuschieben ( Transportzettel), 
von wo er in ein Interniertenlager weitergeleitet wird. Bericht 
mit Angabe des Verbleibs des Betreffenden an das zustandige 
Kriegsgericht. 

4) Gegen Pliinderungsversuche ist mit den scharfsten 
Mitteln vorzugehen, gleichgiiltig, ob es sich bei den Pliinderern 
um Angehorige der Bevolkerung oder der deutschen Wehrmacht 
handelt. 

5) ZwangsmaBnahmen, insbesondere polizeilicher Art, zur 
Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung und zur Sicherung der 
Truppe konnen auf Befehl eines Regts.Kdrs., elbst. Batls.Kdrs. 
oder gleichgestellten Kdrs. unter Meldung an die vorgesetzte 
Dienststelle und an die ortlich zustandigen Kommandanturen ge- 
troffen werden, auch wenn kein „ Gefechtsgebiet "befohlen wird. 

Die MaBnahmen sind aufzuheben, wenn der AnlaB entfallt. 
Gegebenenfalls sind sie von den nachfolgenden Truppen zu iiber- , 
nehmen. 



379 



119-C 



Bereits in Tatigkeit befindliche deutsche Zivilbehorden sind 
zu beteiligen, erst spater eintrefiende von den verhangten Mali- 
nahmen in Kenntnis zu,setzen. 

6) Zwangsauflagen (Geldabgaben) diirfen nicht erhoben 
werden. 



DOCUMENT 120-C 

NOTE BY KEITEL, 3 APRIL 1939: BY ORDER OF HITLER STAFF 
WORK FOR "CASE WHITE" (ATTACK AGAINST POLAND) TO BE 
PREPARED IN SUCH A WAY THAT OPERATIONS COULD BEGIN 
ANY TIME AFTER 1 SEPTEMBER 1939. HITLER'S ORDER, 11 APRIL 
1939, FOR THE UNIFIED PREPARATION OF THE WEHRMACHT FOR 
WAR FOR 1939/40: SAFEGUARDING OF FRONTIERS OF THE GER- 
MAN REICH; "CASE WHITE"; PREPARATION FOR SEIZURE OF 
DANZIG, ETC; HITLER'S ORDER, MAY 1939: DELIMITATION OF THE 
OPERATIONAL AREAS OF THE ARMY (OPERATIONAL AREAS 
WEST AND EAST). HITLER'S ORDER, 10 MAY 1939, FOR THE 
CAMPAIGN AGAINST ENEMY ECONOMY. — KEITEL'S ORDER, 
10 MAY 1939: POWERS OF COMMAND IN THE OPERATIONAL AREA 
OF THE ARMY— BRAUCHITSCH ORDER, 8 DECEMBER 1938, FOR 
THE HIGH COMMAND OF THE 3RD ARMY IN CASE OF WAR: 
DEFENSE OF EAST PRUSSIA, POSSIBLE OCCUPATION OF MEMEL- 
LAND OR DANZIG (EXHIBIT GB-41) 



BESCHREIBUNG: 
sechzehnteilig I begl Phot 
E r s t e s S : 



Geheime Kommandosache 

Chef Sadie 
Nur durch Offizier 

Oberkommando der Wehrmacht Berlin, den 3.4.1939 ') 

WFA Nr. 37/39 g.Kdos Chefs. L la 

Betr. Weisung fur die Wehrmacht 1939/40 2 ) 5 Ausfert. 

2. „ 3 ) 



') r o in Ecke hs: „1", 1 n Datum hs: „1. Ski. I op 43/39" (hs rechteckig um- 
randet) 

2 ) zwischen Bk und T hs: „Amtschef vorlegen" (uroterstrichen), dadurch P: „S" I 
« davon r hs'es Kreuz, daneben hs: „s.u." 

3 ) untar Ausfertigungs-Vm: P unl, „10" (?) 



380 



120-C 



Die „Weisung fiir die einheitliche Kriegs- 
vorbereitung der Wehrmacht fiir 1939/40" wird 
neu herausgegeben. 

Teil I („Grenzsicherung") und Teil III („Danzig") werden 
■ 4 ) Mitte April ausgegeben. Sie bleiben im Grundgedanken unver- 
andert. 

5 ) Teilll „ Fall Weiss" ist anliegend beigefiigt. Die Unter- 
schrift des Fiihrers wird nachgeholt. 6 ) 

Zum „Fall Weiss" bat der Fiihrer noch folgendes angeordnet: 

7 ) 1). Die Bearbeitung hat so zu erfolgen, dass die Durchfiihrung 
ab 1.9.39 jederzeit moglich ist. 

2) . Das OKW ist beauftragt, eine genaue Zeittafel fiir den „Fall 

Weiss" aufzustellen und die zeitliche Ubereinstimmung 
zwischen den 3 Wehrmachtteilen durch Besprechungen zu 
klaren. 

3) . Die Absichten der Wehrmachtteile und Unterlagen fiir die 

Zeittafel sind dem OKW zum 1.5.39 einzureichen. 8 ) 

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht 
Keitel. 

Verteiler: 

OKH= 1 (Pruf-Nr. 1) 
OKH = 1 ( „ „ 2) 
RdLu.Ob.dL = 1 ( ,. „ 3) 
OKW ( L) = 2 ( „ „ 4 u.5) 
zus. 5 



Zweites S: 

Der Oberste Befehlshaber Berlin, den IL4.39 1 ) 

der Wehrmacht 5 Ausfert. 

OKW Nr. 3 7 /39 g.Kdos Chef s. WFA/ L I 2. „ 

Chef Sadie 
Nur durch Offizier 



4 ) 1 am Rand hs schrager Strich I davon 1 hs: „liegt bei" 

5 ) 1 am Rand hs waagerechter Strich 

6 ) Satz naehtraglich ms hinzugefiigt 

7 ) 1 am Rand von 1). bi9 3). hs: „1. In geschlossenem" (unterstrichen) „Brief- 
umschlag zu buchen" (?) „(Ia c), 2. . . . des Stabs Ski" (die anderen Worte 
unl), „3. I o, Id" (?) (dadurch P unl), „Unterrichtung Ob d M erfolgt durch 
1/Skl.", unter allem: „Ia, P unl, 3/4" I darunter hs: „Vm" (unterstrichen). 
„ObdM hat Vortrag erhalten 8.IV.39.", P: „F 8 (?)/4" 

8 ) Abs. 3). am Rand r hs doppelt angestrichen 
') r o in Ecke hs: „4" 



381 



120-C 



Weisung fiir die einheitliche Kriegsvorbereitung 
der Wehrmacht fur 1 9 3 9 /40 

Die kiinftigen Aufgaben der Wehrmacht ::-:: und die 

sich daraus ergebenden Vorbereitungen fiir die Kriegfiihrung 
werde ich ::-:: spater ::-:: in einer Weisung niederlegen. 

Bis zum Jnkrafttreten dieser Weisung muss die Wehrmacht 
auf folgende Falle vorbereitet sein: 
I). ::-:: Sicherung der Grenzen ::-:: des deutschen Reiches und 
2 ) Schutz gegen iiberraschende Luftangriffe (s.Anlage I). 

II). ::-:: „Fall Weiss" ::-:: (s.Anlage II). 
III). Jnbesitznahme von ::-:: Danzig ::-:: (s.Anlage III). 
Aus Anlage IV ergibt sich die Regelung der Befehlsgewalt in 
Ostpreussen im Falle einer kriegerischen Verwicklung. 

Adolf Hitler 



Verteiler: 

OKH 

OKM 

RdL u.Ob.d.L. 
OKW (WFA/L) 



1 (Pruf-Nr. 1) 

1 ( „ „ 2) 

1 ( „ 3) 

2 ( „ „ 4u.5) 3 ) 



D r i 1 1 e s S : 



Geheime Kommandosache 

Anlage I zu 5 Ausf. 1 ) Sicherung 2 *) 

OKW L la Nr. 37/39 g.K.Chefs. 2 .Ausf. der Grenzen 

Chef-Sache! 
Nur durch Offizier! 

I. 

Sicherung der Grenzen des deutschen Reiches 
und Schutz gegen uberraschende Luftangriffe. 

1.) Die Wehrmacht muss jederzeit in der Lage sein, die 
Grenzen und den Lebensraum des deutschen Reiches schnell zu 
sichern. Die Vorbereitungen hiefiir miissen so getroffen sein, 

2 ) 1 am Rand als Hinweis auf Anlage I, II, III und IV hs je ein waagerechter 
Strict 

3 ) 1 u in Ecke hs: „zu 1 Ski. I op 43/39 GKds Chefs." 
') r o in Ecke der beiden Seiten hs: „5", „6" 

2 *) „Sicherung der Grenzen" in der Urk auf einem am Rand angeklebten Zettel 



382 



120-C 



daB die Grenzsicherung und die Luftverteidigung je nach Lage 
' ::-:: auch ohne Gesamtmobilmachung ::-:: entweder fur die 
Gesamtgrenze und den Gesamtluftraum oder fiir einen Teil aus- 
gelost werden ktfnnen. 

3 ) Als Stichworte gelten: ..Grenzsicherung" bzw. 

„ Grenzsicherung West" (Frankreich, 

Luxemburg,Belgien) bzw. 
..Grenzsicherung Ost" (Eolen.Litauen) 

bzw. o 
..Grenzsicherung Ost bzw. West . . . 

ohne . . . (z.B.Litauen) 

Der Schwerpunkt der Vorbereitungen fiir die ..Grenzsiche- 
*) rung" und die Luftverteidigung ::-:: liegt im Westen. ::-:: 

2.) Fiir die Wehrmachtteile ergeben sich folgende Auf- 
gaben: 

A. Heer. 

Die ::-:: „ Grenzsicherung" ::-:: ist durch schnell verfiigbare, 
grenznahe Teile sicherzustellen. Dariiber hinaus ist im Westen 
der Einsatz starkerer Krafte zurV erteidigung der Grenz- 
befestigungen vorzubereiten. 

Die iibrigen Einheiten, insbesondere die mot.Verbande, sind so 
zur Verfiigung zu halten.daB sie je nach Entwicklung der Lage 
6 ) eingesetzt werden konnen- 

— Seite 2 — 

Fiir die „ Grenzsicherung Ost" sind nur schwachere Krafte vor- 
zusehen. 

Fiir die iibrigen Grenzen geniigt der V.G.A.D. 

Vordringlich bleibt die weitere Ausgestaltung der West- 
befestigungen zu einer permanenten Anlage, die auch gegen 
3-4 fache tTberlegenheit des Angreifers sicher gehalten werden 
kann. Hierzu ist der Einbau weiterer starker Werke unerlass- 
lich. In z,weiter Linie sollen die Befestigungen im Osten zum 
Abschluss gebracht und siidlich des Oder-Warthe Bogens an die 
poln. Grenze vorverlegt werden. 

6 )B. Kriegsmarine. 

Die Moglichkeit einer Sicherung und Uberwachung des deut- 
schen Kiistengebietes durch aktive Seestreitkrafte und See- 
luftverbande muss jederzeit gewahrleistet sein. Uber Umfang 



8 ) am Rand I hs: „EngIand" 

4 ) am Rand 1 hs: „bisher W.u.O." 

5 ) 1 u in Edce hs: „1 Ski. I op 43/49" 

*) 1 am Rand he: „Nidits Neues", darunter: „ . . . meldedienst" (Wort teilw unl) 



383 



120-C 



und Art der Durchfiihrung kann erst auf Grund der jeweiligen 
politischen Lage entschieden werden. 

7 ) C. Luftwaffe. 

Der Schutz gegen iiberraschende Luftangriffe ist zunachst 
durch Einsatz der Luftverteidigung in der Nahe der Friedens- 
standorte vorzusehen. 

Marschieren starkere Heeresteile an den Grenzen auf, so ist 
deren Schutz, insbesondere audi gegen Luftaufklarung, sicher- 
zustellen. Q 

Die Masse der Luftangriffskrafte ist auf den Friedensstand- 
orten bereitzuhalten und der Aufmarsch entsprechend der 
jeweiligen Lage vorzubereiten. 



Viertes S : 



Beilage zu O.K.W. Nr. 37/39 g.K. 
Chefs.WFA/L I v. 11.4.39 
(Anlage I) 

Geheime Kommandosache 

Chefsache 
Nur durch Offiziei 

Besondere Anordnungen fiir 
„Grenzsicherung" 

1. ) Befehlserteilung. 

Der Befehl zurDurchfiihrung von Grenzsicherungsmassnahmen 
wird durch O.K.W. gegeben. Der Umfang der Grenzsicherungs- 
massnahmen hangt von der Lage ab. 

Nur im Falle eines plotzlichen f eindlichen A n g r i f f s hat 
der zustandige ortliche Befehlshaber die erforderlichen Mass- 
nahmen selbstandig in dem notwendigen Umfang anzuordnen. 

2. ) Gesetzliche Grundlagen. 

Es ist davon auszugehen, dass der Verteidigungs- oder Kriegs- 
zustand im Sinne des R.V.-Gesetzes vom 4.9.38 n i c h t 
erklart wird. Alle Handlungen und Forderungen zur Durch- 
fiihrung einer Mobilmachung sind auf die Friedensgesetzgebung 
zu griinden. 1 ) 



7 ) 1 am Rand hs: „Nichts Neues" 
Abs am Rand 1 hs angestricten 



384 



120^C 



3.) Mobilmachung. 

Je nach der Lage wird vom Obersten Befehlshaber entschieden 
werden, ob — unabhangig von Vorausmassnahmen — die Ge- 
samt- oder Teilmobilmachung sich nur auf die Wehrmacht 
erstreckt, oder ob audi die Riistungsindustrie und der ziv. 
2 ) Bereich ganz oder teilweise mobilgemacht werden. 

4.) 

— Seite 2 — 

4.) Operationsgebiet. 
Bei Durchfiihrung von Grenzsicherungsmassnahmen wird je 
nach der Lage das vorgesehene Operationsgebiet in Kraft 
gesetzt. 

Jn diesem Operationsgebiet wird der Ob.d.H. durch Sonder- 
befehl nach den Grundsatzen des Reichsverteidigungsgesetzes 
vom 4.9.38. die Befugnisse zur Ausubung der vollziehenden 
Gewalt erhalten. Er kann sie ganz oder teilweise auf die 
Armeefuhrer ubertragen. 

5. )V.G.A.D. bzw. V.G.A.D. (K) und Grenzwacht. 

Anordnungen fiir die Aufstellung des verst. Grenzaufsichts- 
dienstes — V.G.A.D. bzw. V.G.A.D. (K) — und der Grenzwacht 
ergehen im Bedarfsfall durch O.K.W. 

6. ) B e f u g n i s s e des R.d.L.u.Ob.d.L. in Fragen der 

L u f t v er t e i d i g u n g. 
s ) Die dem R.d.L.u.Ob.d.L. gem. O.K.W. Nr. 2230/38 g.K. WFA/L II 
v. 27.9.38 Abschn. Ill fiir den Mob.- (X-) Fall zugewiesenen 
Befugnisse konnen ihm bereits in einer Spannungszeit durch 
Anbrdnung des Obersten Befehlshabers ubertragen werden. 

7. ) Freimachen der Grenzgebiete. 

Alle Massnahmen auf diesem Gebiet unterliegen der Genehmi 
gung des OKW. 4 ) 

Jm W e s t e n kommt in erster Linie Freimachen der roten 
Zone gegeniiber der luxemburgischen und franzosischen Grenze 
in Frage. 

Jm 

— Seite 3 — 

Jm Osten ist mit Riickfiihrung und Freimachung weniger 
zu rechnen. Jm Vordergrund stehen die Vorbereitungen fiir eine 
Auffangorganisation fiir Fluchtlinge. 4 ) 



2 ) 1 u in Ecke Stp: „l.Anlage zu O.K.M. A I op 49/39" („1." und ,,49/39" hs) 

3 ) am Rand 1 hs: „Vorgang (?) anlirgend" (unterstrichen) 

4 ) Abs am Rand 1 hs doppeh angestrichen, davon 1 hs: „neu" 



385 



120-C 

8. ) Aus- und Umquartierung der Bevolkerung 

zum Schutz gegen Luftangriffe. 
Sofern Aus- und Umquartierung der Bevolkerung sowie son- 
stige Massnahmen (Raumung von Schulen, Freimachen von 
offentl. Gebauden, Krankenhausern usw.) zum Schutz gegen 
Luftangriffe im Mob.-(X-) Fall in Frage kommen, sind 
diese Massnahmen durch den R.d.L.u.Ob.d.L. unter Beteiligung 
der betr. militarischen und zivilen Dienststellen vorzubereiten 
und kalendermassig festzulegen. Die Durchfiihrung der vor- 
5 ) gesehenen Massnahmen bereits in Spannungszeiten 
unterliegt der Genehmigung des O.K.W. 

9. ) Unterstellung. 

Es werden je nach der Lage ganz bzw. teilweise unterstellt: 

a) dem Ob.d.H. : 

die fur die einzelnen Falle vorgesehenen Teile der Luftwaffe, 
die SS-Verfugungstruppe gem. O.K.W. Nr. 1730/38 g.K. 
WFA/L II v. 28.8.38., 

von der Polizei zunachst die mob.massig vorgesehenen Krafte, 
vom R.A.D. die in der Bes.Anlage 7 zum Mob.Plan Heer 
festgelegten Teile, 

b) 6 )demOb.d.M.: 

die Marinefliegerverbande, 

die 

— Seite 4 — 

6 ) die mob.massig vorgesehenen Teile des R.A.D. , 

c) dem R.d. L.u. Ob. d.L. : 

die in der Bes.Anlage 3 zum Mob.Plan Luftwaffe festgeleg- 
ten Teile des R.A.D., 

die zur Verwendung als Luftlandetruppen vorgesehenen 
Einheiten des Heeres gem. Anforderung des Ob. d.L. 

10.) tiberwachen und Unterbindung des Nachr. 
Verkehrs an Land- und Seegrenzen und 
Unterbindung des Bahn-, Luft- und Schiffs- 
verkehrs. 

Die erforderlichen Massnahmen werden durch O.K.W. in Zu- 
sammenarbeit mit den Wehrmachtteilen so vorbereitet, dass 
sie je nach Lage an alien Grenzen (einschl. der Kuste) oder 
gegen einzelne Fremdstaaten ausgelost werden konnen. 
Einzelbestimmungen hierzu folgen. 



5 ) 1 am Rand hs: „neu" 

6 ) Abs b) am Rand 1 doppelt angestri&en, auf Seite 4 o neben T einige hs'e 
Worte unl 



386 



120-C 



11. ) Nachrichtenverbindungswesen. 

Fur die Nachrichtenverbindungen der Wehrmachtteile im 
Operationsgebiet gilt die mit O.K.W. Nr. 1050/39 g.K. WFA/L lie 
7 ) vom 10.5.39 getroffene Regelung. 

Die Durchfiihrung von Nachrichtensperren an behordlichen 
und privaten Fernmeldeanlagen durch die Wehrmachtteile — 
mit Ausnahme der durch Kampfhandlungen oder Freimachen 
des Grenzgebiets bedingten — ist bei O.K.W. zu beantragen. 

Der Zeitpunkt des Jnkrafttretens der F.i.K. Wehrmacht wird 
je nach Lage durch das O.K.W. angeordnet. 

Fiir den feindl. H-Dienst darf eine Veranderung des gesam- 
ten Funkbildes zunachst nicht erkennbar sein. Der 

Friedensfunkbetrieb 

— Seite 5 — 

Friedensfunkbetrieb der Wehrmachtteile ist daher bis zum Be- 
ginn der Operationen aufrecht zu erhalten. Die notwendig wer- 
denden zusatzlichen Verschleierungsmassnahmen befehlen die 
Wehrmachtteile. 

Massnahmen zur Storung des nichtmilitarischen feindl. Funk- 
verkehrs werden vom O.K.W. angeordnet. 

Die operative Funkaufklarung bleibt den Wehrmachtteilen 
iiberlassen und ist frtihzeitig kriegsmassig durchzufuhren. Ein 
Sondereinsatz durch O.K.W. ist zunachst nicht beabsichtigt. 

12. ) Versorgung. 

Die Versorgung der Truppe erf olgt nach den hierfiir in Friedens 1 
zeiten fiir das Reichsgebiet giiltigen Gesetzen und Vorschriften. 

13. ) G e b ii h r n i s s e u n d* V e r p f 1 e g u n g. 

Die eingesetzten Teile der Wehrmacht erhalten die Marschabfm- 
dung gemass Beilage 4 der H Dv 159. Die Verbande im einzel- 
nen, bei denen diese Abfindung anzuwenden ist, bestimmen die 
Oberkommandos der Wehrmachtteile. 

14. ) Buchung der entstehenden Mehrkosten. 

Die durch die „Grenzsicherung" entstehenden Mehrkosten sind 
bei dem dafur besonders eingerichteten (ausserplanmassigen) 
Kap. VIII E: 230 (Haushalt des OKW) endgultig in Ausgabe zu 
buchen. 



'.) 1 am Rand hs: „I n" (unterstriciien) 



387 



T20-C 



F ii n f t e s S : 



Anlage II zu OKW Nr.37/39 g.K.Chefs. L I 
<Oeheime Kommandosache 

5. Ausfert. 
2. „ 

II. 

„Fall Weiss" 

Die gegenwartige Haltung Polens erfordert es, iiber die 
bearbeitete „Grenzsicherung Ost" hinaus die militarischen Vor- 
bereitungen zu treffen, urn ndtigenfalls jede Bedrohung von dieser 
Seite fiir alle Zukunft auszuschliessen. 

1). P o 1 i t i s c h e Voraussetzungen und Ziel- 
setzung. 

Das deutsche Verhaltnis zu Polen bleibt weiterhin von dem 
Grundsatz bestimmt, Storungen zu vermeiden. Sollte Polen seine 
bisher auf dem gleichen Grundsatz beruhende Politik gegeniiber 
Deutschland umstellen und eine das Reich bedrohende Haltung 
einnehmen, so kann ungeachtet des geltenden Vertrages eine end- 
giiltige Abrechnung erforderlich werden. 

Das Z i e 1 ist dann, die polnische Wehrkraft zu zerschlagen und 
eine den Bedtirfnissen der Landesverteidigung entsprechende Lage 
im Osten zu schaffen. Der Freistaat Danzig wird spatestens mit 
Beginn des Konfliktes als deutsches Reichsgebiet erklart. 

Die politische Fiihrung sieht es als ihre Aufgabe an, Polen in 
diesem Fall womoglicH 2 ) zu isolieren, d.h.den Krieg auf Polen zu 
beschranken. 

3 ) Eine zunehmend krisenhafte innere Entwicklung in 

— Selte 2 — ') 

Frankreich und eine daraus folgernde Zuriickhaltung Eng- 
lands konnten eine derartige Lage in nicht zu ferner Zeit ent- 
stehen lassen. 

Ein Eingreifen Russlands, soweit dieses dazu f ahig sein 
sollte, wird Polen aller Voraussicht nach nichts nutzen, da es seine 
Vernichtung durch den Bolschewismus bedeuten musste. 

1 ) „Fall ,Weiss' " in der Urk auf einem am Rand angeklebten Zettel 

2 ) urspriinslich: „moglidist" (ms gestrichen) 

3 ) 1 u in Fcke hs: „l.Skl. I op 43/39 GKds. Chefs." 

"*) die Seiten 2 bis 6 sind r o in Fcke hs mit ,,8 bis 12" numeriert, 1 n Zahl hs 
jeweils schrager Strich (vielleicht Durchstreichung friiherer unl'er Numerierung) 



388 



120-C 



Die Haltung der Randstaaten wird allein von den mili- 
tarischen Erfordernissen 6 ) Deutschlands bestimmt werden. Im Zuge 
der weiteren Entwicklung kann es erforderlich werden, die Rand- 
staaten bis zu der Grenze des alten Kurland zu besetzen und dem 
Reich einzugliedern. 6 ) 

Auf deutscher Seite kann man mit U n g a r n als Bundes- 
genossen nicht ohne weiteres rechnen. Die Haltung Jtaliens 
ist durch die Achse Berlin - Rom bestimmt. 

2.) Militarische Folgerungen. 

Die grossen Ziele im Aufbau der deutschen Wehrmacht bleiben 
weiterhin durch die Gegnerschaft der westlichen Demokratien be- 
stimmt. Der „Fall Weiss" bildet lediglich eine vorsorgliche Ergan- 
zung der Vorbereitungen, ist aber keineswegs als die Vorbedingung 
einer militarischen Auseinandersetzung mit den Westgegnern 
anzusehen. 

Die Jsolierung Polens wird umso eher audi uber den Kriegs- 
ausbruch hinaus erhalten bleiben, je mehr es gelingt, den Krieg 
mit uberraschenden, starken Schlagen zu eroffnen und zu schnellen 
Erfolgen zu fuhren. 

Die Gesamtlage wird es aber in jedem Fall erfordern, 

— Seite 3 — 

dass auch Vorkehrungen zum Schutz der Westgrenze u. der Nord- 
seekiiste des Reichs und des Luftraums iiber ihnen getroffen 
werden. 

Gegen die Randstaaten, insbesondere gegen Litauen, sind 
Sicherungsmassnahmen fiir den Fall eines polnischen Durch- 
marschs zu treffen. 

3). Aufgaben der Wehrmacht. 

Die Aufgabe der Wehrmacht ist es, die polnische Wehrmacht 
zu vernichten. Hierzu ist ein iiberraschender Angriffsbeginn an- 
zustreben und vorzubereiten. Die getarnte oder offene allgemeine 
Mobilmachung wird erst am Angriffsvortage zu dem spatestmog- 
lichen Termin befohlen werden. 

Uber die fiir die „Grenzsicherung West" vorgesehenen Krafte 
(s.Abschn.I) „Grenzsicherung") ist zunachst nicht anderweitig zu 
verfugen. 

Die ubrigen Grenzen sind nur zu beobachten, gegen Litauen 
ist zu sichern. 

5 ) „den . . . Erfordernissen" statt urspriinglich „dem . . . Ubergewicbt" (hs 
gestridien) 

a ) der mit „Im Zuge der . . ." beginnende Satz ist in der Urk hs gestridien I 
1 am Rand daneben hs: „gestr. It. O.K.W. 37/39 . . . (Wort unl) vom 13.4." 



389 



120-C 



4). Auftrage fiir die Wehrmachtteiie. 

a) . Heer. 

Operationsziel im Osten ist die Vernichtung des polnischen 
Heeres. 

Hierfiir kann auf dem Sudfliigel slowakisches Gebiet betreten 
werden. Auf dem Nordfliigel ist schnell die Verbindung zwischen 
Pommern und Ostpreussen herzustellen. 

Die Vorbereitungen fiir den Beginn der Operationen sind so 
zu treffen, dass auch — ohne den planmassigen Auf- 

— Seite i — 

marsch mobilgemachter Verbande abzuwarten — mit zunachst 
verfiigbaren Teilen angetreten werden kann. Eine getarnte Be- 
reitstellung dieser Teile unmittelbar vor dem Angriffstag kann 
vorgesehen werden. Die Entscheidung hierzu behalte ich mir vor. 

Ob die fiir die„Grenzsicherung West" vorgesehenen Krafte in 
vollem Umfang dorthin aufmarschieren oder zum Teil fiir andere 
Verwendung frei werden, wird von der politischen Lage abhangen. 

b) .Kriegs marine. 

Jn der O s t s e e fallen der Kriegsmarine folgende Auf gaben 

zu: 

1). Vernichtung bzw.Ausschaltung der polnischen Seestreitkrafte. 

2. ) Abriegelung der nach den polnischen Seestiitzpunkten, ins- 

besondere Gdingen, fiihrenden Seewege. Der neutralen Schiff- 
fahrt in polnischen Hafen und in Danzig ist eine mit Beginn 
des Einbruchs in Polen bekanntzugebende Auslauffrist zu 
setzen. Nach ihrem Ablauf werden der Kriegsmarine die Sperr- 
massnahmen freigegeben. 

Die durch die Auslauffrist entstehenden Nachteile fiir die 
Seekriegfuhrung miissen in Kauf genommen werden. 

3. ) Unterbindung des polnischen Seehandels. 

4. ) Sicherung des Seeweges Reich — Ostpreussen. 

5. ) Schutz der deutschen Seeverbindungen nach Schweden und den 

baltischen Staaten. 

6. ) Aufklarung und Sicherung, soweit moglich in unauf- 

— Seite 5 — 

falliger Form, gegen ein Eingreifen sowjetrussischer Seestreit- 
krafte aus dem finnischen Meerbusen heraus. 
Zur Verteidigung der Kiisten und des Kiistenvorf eldes der Nord- 
s e e sind entsprechende Krafte der Kriegsmarine vorzusehen. 



390 



120-C 



Jn der sudlichen Nordsee und im Skagerrak sind die Mass- 
nahmen zu treffen, die zur vorsorglichen Sicherung gegen ein 
iiberraschendes Eingreif en der Westmachte in den KonfLikt geboten 
erscheinen. Sie haben sich auf das unbedingt notwendige Mass 
zu beschranken. Jhre Unauffalligkeit muss gewahrleistet sein. Es 
kommt hierbei entscheidend darauf an, jegliche Handlungen zu 
vermeiden, die die politische Haltung der Westmachte verscharfen 
konnten. 

c). Luftwaffe. 

Die Luftwaffe ist, unter Belassung der notwendigen Krafte im 
Westen, uberfallartig gegen Polen einzusetzen. 

Fiir die Luftwaffe stehen, neben der Vernichtung der polni- 
schen Luftwaffe in kurzester Frist, folgende Aufgaben im Vorder- 
grund: 

1.). Storung der polnischen Mobilmachung und Verhinderung 
eines planmassigen polnischen Heeresaufmarschs. 

2). Unmittelbare Unterstutzung des Heeres, vor allem der zuerst 

vorgehenden Teile, schon vom tjberschreiten der Grenze an. 
Eine etwaige tiberfiihrung von fliegenden Verbanden nach Ost- 
preussen vor Beginn der Operationen darf die Uberraschung nicht 
gefahrden. 

— Seite 6 — 

Das erste Uberfliegen der Grenze ist zeitlich mit den Opera- 
tionen des Heeres abzustimmen. 

Angriffe auf den Hafen Gdingen sind erst nach Ablauf der 
der neutralen Schiffahrt gestellten Auslauffrist (s.Ziffer 4 b) frei- 
gegeben. 

Schwerpunkte der Luftverteidigung sind iiber Stettin, Berlin 
und dem oberschlesischen Jndustriegebiet zuzuglich von Mahr. 
Ostrau und Briinn zu bilden. 



Sechstes S: 



Beilage zu O.K.W. Nr. 37/39 g.K. 
Chefs. WFA/L I vom 11.4.39. 

(Anlage II) 
Geheinte Kommandoiache 



391 



L20-C 



2 )Besondere Anordnungen fiir Chef Sadie 

„ Fall Weiss" Nu, durch Oifizler 



1. )Gesetzliche Grundlagen. 

Es ist davon auszugehen, dass der Verteidigungs- oder Kriegs- 
zustand im Sinne des R.V.-Gesetzes vom 4.9.1938 n i c h t 
erklart wird. Alle Handlungen und Forderungen sind auf 
die Friedensgesetzgebung zu griinden. Die Bestimmungen der 
Haager Landkriegsordnung gelten sinngemass. Erganzungen 
bleiben vorbehalten. 

2. ) Mobilmachung. 

** 'jUber den Umfang der im Fall Weiss erforderlichen ::-:: Voraus- 
massnahmen, ::-:: insbesondere ::-:: soweit sie Einberufung 
von personellen ::-:: und materiellen Erganzungen zur Folge 
haben, ::-:: ergehen noch Anweisungen des OKW. ::-:: 

* 2 Wird fiir die Wehrmacht oder Teile derselben die Mobil- 
machung ohne offentliche Verkundung (X- 
Fall) angeordnet, so ist hiermit der X-Fall im zivilen Bereich 
einschl. der Riistungsindustrie nicht ohne weiteres verbunden. 
Es werden jedoch in dem erforderlichen Umfang, ortlich be- 
grenzt, diejenigen Massnahmen durch das OKW angeordnet 
werden, die fiir die Mobilmachung der Wehrmacht oder 
::-:: von Teilen derselben ::-:: sowie zur Aufrechterhaltung 
3 )der Arbeitsfahigkeit der Behorden 

und 

— Seite 2 — 

und Betriebe erf order lich sind. 

Wird fiir die Wehrmacht in ihrer Gesamtheit die a 1 1 g e - 
meine Mobilmachung mit offentlicher Ver- 
kiindung (Mob. Fall) angeordnet, ist hiermit die gesamte 
Mobilmachung im zivilen Bereich einschl. der Riistungsindustrie 

** 1 )unl6sbar und automatisch verbunden. Mit der Mobilmachung 
mit offentlicher Verkundung ist jedoch nicht zu rechnen, wenn 
die militarischen Ereignisse auf den Fall Weiss beschrankt 

** bleiben. 

3. ) Operationsgebiet und vollziehende Gewal.t. 

Fiir den „Fall Weiss" wird das Op.Gebiet Ost und,falls Grenz- 
::-:: sicherung West in Frage kommt, ::-:: auch das hierfiir 
festgelegte Op.Gebiet West durch O.K.W. in Kraft gesetzt. 



1 ) von w bis * ! am Rand 1 Ji8 angestrithen 

2 ) I am Rand hs: „neu" 

*) unter T Stp: „2. Anlage zu O.K.M. A I op 49/39" („2." und ,,49/39" hs) 



392 



120-C 



Mit Uberschreiten der Reichsgrenze erweitert sich das Op. 
Gebiet dem Gelandegewinn der Truppe entsprechend nach 
vorwarts. 

Jm Op. Gebiet des Heeres wird der Ob.d.H. durch besonderen 
Befehl die Befugnis zur Ausiibung der vollziehenden Gewalt 
erhalten mit der Berechtigung, diese Befugnis ganz oder teil- 
weise auf die Armeefiihrer zu iibertragen. 

4. ) V.G.A.D. bezw. V.G.A.D. (K) und Grenzwacht. 

Anordnungen fur die Aufstellung des verst. Grenzaufsichts- 
dienstes — V.G.A.D. bzw. V.G.A.D. (K) — und der Grenzwacht 
ergehen im Bedarfsfall durch O.K.W. 

5.) 

— Seite 3 — 

5. ) Bef ugnisse des Rd.Lu.Ob. d.L. in Fragen der 

Luftverteidigung. 

Die dem R.d.L.u.Ob.d.L. gem. O.K.W. Nr. 2230/38 g.K. WFA/L II 
vom 27.9.38 Abschn. Ill fur den Mob.- (X-) Fall zugewiesenen 
Befugnisse konnen ihm bereits in einer Spannungszeit durch 
Anordnung des Obersten Befehlshabers iibertragen werden. 

6. ) Freimachen des Grenzgebiets. 

Die Durchfiihrung von Freimachungs- und Riickfiihrungsmass- 
nahmen im Osten unterbleibt. O.K.H. trifft Vorbereitungen fur 
die Auffangorganisation deutschstammiger Fluchtlinge aus 
Polen. 

7. ) Aus- und Umquartierung der Bevolkerung 

zum Schutz gegen Luftangriffe. 
Sofern Aus- und Umquartierung der Bevolkerung sowie sonstige 
Massnahmen (Raumung von Schulen, Freimachen von offent- 
lichen Gebauden, Krankenhausern usw.) zum Schutz gegen 
Luftangriffe im Mob. -(X-) Fall in Frage kommen, sind 
diese Massnahmen durch den R.d.L.u.Ob.d.L. unter Beteiligung 
der betr. militarischen und zivilen Dienststellen vorzubereiten 
und kalendermassig festzulegen. Die Durchfiihrung der vorge- 
sehenen Massnahmen bereits in Spannungszeiten unter- 
liegt der Genehmigung des O.K.W. 

8.: ')Unterstellung. 

* L Es werden je nach der Lage ganz bzw. teilweise unterstellt: 
* 2 a) d e m O b. d. H. : 

die fiir den Fall Weiss vorgesehenen Teile der Luftwaffe, 

die 

') von * J bis * 2 am Rand 1 hs angestrichen 



393 



120-C 



— Seite 4 — 

die SS-Verftigungstruppe gem. O.K.W. Nr. 1730/38 g. K. 
WFA/L II vom 28.8.38., 

von derPolizei zunachst die mob.massig vorgesehenen Krafte, . 
vom R.A.D. die in der Bes. Anlage 7 zum Mob.Plan Heer 
festgelegten Teile. 
*' ')b) dem Ob. d. M. : 

die Marinefliegerverbande, 

::-:: die mob.massig vorgesehenen Teile des R.A.D. ::-:: 

* 2 c) d e m R. d. L. u. Ob. d. L. : 

die in der Bes.Anlage 3 zum Mob.Plan Luftwaffe festgelegten 
Teile des R.A.D., 

die zur Verwendung als Luftlandetruppen vorgesehenen 
Einheiten des Heeres gem. Anforderung des Ob.d.L. 

9.) Uberwachen und Unterbindung des Nachr. 
Verkehrs an Land- undSeegrenzen und Unter- 
bindung desBahn-, Luft - undSchiffsverkehrs. 

Die erf orderlichen Massnahmen werden durch O.K.W. in Zu- 
sammenarbeit mit den Wehrmachtteilen so vorbereitet, dass sie 
fur den „Fall Weiss" und entsprechend der Lage audi an den 
iibrigen Grenzen (einschl. der Kiiste) ganz oder teilweise aus- 
gelost werden konnen. Einzelbestimmungen hierzu folgen. 

10.) Nachrichtenverbindungen. 

Fur die Nachr. Verbindungen der Wehrmachtteile im Op.Gebiet 
4 )des Heeres gilt die mit O.K.W. Nr. 1050/39 g.K. WFA/L II c vom 
10.5.39 getroffene Regelung. 

Mit Fortschreiten der Operationen im Korridor sind nach 
Anordnung des OKH die militarischen, behordlichen und priva- 

ten 

— Seite 5 — 



ten Fernmeldeanlagen zu besetzen und nach Jnbesitznahme des 
Korridors — soweit geeignet — zur Verbesserung der Verbin- 
dungen zwischen dem Reich und Ostpreussen sowie Danzig 
Wieder in Betrieb zu nehmen. 

* 1 1 ) Der Zeitpunkt des Jnkrafttretens der „Funkregelung im 
Kriege (F.i.K.) Wehrmacht" wird je nach Lage durch O.K.W. 
* 2 angeordnet. 

') von *' bis * 2 am Rand 1 hs angestrichen . 
4 ) am Hand 1 hs: „I n" 



394 



120-C 



Die Durchf iihrung von Nachrichtensperren an behordlichen 
und privaten Fernmeldeanlagen durch die Wehrmachtteile — 
mit Ausnahme der durch Kampfhandlungen oder Freimachen 
des Grenzgebiets bedingten — 1st bei O.K.W. zu beantragen. 

Fur den feindlichen H-Dienst darf eine Anderung des ge- 
samten Funkbildes zunaehst nicht erkennbar sein. Der Friedens- 
funkverkehr der Wehrmachtteile ist daher bis zum Beginn der 
Operationen aufrecht zu erhalten. Die notwendigen zusatzlichen 
Verschleierungsmassnahmen befehlen die Wehrmachtteile. 

Massnahmen zur Storung des nicht militarischen feindlichen 
Funkverkehrs werden vom O.K.W. angeordnet. Die operative 
Funkaufklarung bleibt den Wehrmachtteilen iiberlassen und ist 
friihzeitig kriegsmassig durchzufiihren. 

11. ) Versorgung. 

Die Truppe kann nach Anordnung des Ob.d.H. aus dem besetz- 
ten Gebiet versorgt werden. Dabei ist die Notlage der deutschen 
Minderheit gebtihrend in Rechmmg zu stellen. 

Jm besetzten Gebiet kann unter sinngemasser Anwendung 
der Haager-Landkriegsordnung von Requisitionen Gebrauch 

gemacht 

— Seite 6 — 

gemacht werden; soweit Leistungen von deutschstam- 
m i g e r Bevolkerung gefordert werden mussen, sind sie in 
•deutscher Wahrung zu bezahlen. 

Der Wahrungskurs fur alle Leistungen wird zu gegebener 
Zeit durch das OKW bekanntgegeben. 

12. ) Gebiihrnisse und Verpflegun g. 5 ) 

::-:: Ziffer 12 siehe unten ::-:: 
Fur die eingesetzten Teile der Wehrmacht sind neben freier 
Verpflegung und Unterkunft 1/4 Kommandogeld zu gewahren. 
Die Verbande im einzelnen, bei denen diese Abfindung anzu- 
wenden ist, bestimmen die Oberkommandos der Wehrmacht- 
teile. 5 ) 

13. ) Buchung der entstehenden Mehrkosten. 

Die durch den Fall Weiss entstehenden Mehrkosten sind bei dem 
dafiir besonders eingerichteten (ausserplanmassigen) Kap. VIII 
E 230 6 ) (Haushalt des OKW) endgiiltig in Ausgabe zu buchen. 

5 ) Abs 12.) diagonal hs durchstrichen I Abs am Rand 1 hs angestrichen I daneben 
1 hs: .,fiir Ziffer 12 siehe neue Fassung unten" i unter dem Abs hs: „Ziffer 12 
berichtigt gem. Vfg. OKW. GKdos. Chefs. Nr. 81/39 WFA / L II v. 4.7.39.", 
darunter „IA (?) Ski. Op. 83/39", P unl 

«) unter ,,230" hs: „geandert", P: ,,P 12/6" 



395 



120-C 



T )12.)G ebiihrnisse (Besoldung, Verpflegung, Unterbringung, Be- 
kleidung, Heilfiirsorge. 

Die Teile der Wehrmacht, fiir die der X-Fall angeordnet ist, 
erhalten vom ersten X-Tag ab Gebiihrnisse nach dem Entwurf 
des Einsatz-Wehrmachtgebuhrnisgesetzes (EWGG). 

Offiziere d.B. und Wehrmachtbeamte d.B. erhalten in Ergan- 
zung des § 3 (1) des EWGG die Halite des "Dbungsgeldes, die 
Unteroffizier des B. die voile Ubungslohnung weiter. Die 
Ubungslohnung fiir Gef reite und Mannschaften ist im Wehrsold 
enthalten. 

§ 3 Abs.2 — 4 (Abzug des Ausgleichsbetrages), § 7 (Front- 
zulage) und § 8 des EWGG (Anderung der Reisekosten und 
Kommandovergiitung) finden k e i n e Anwendung. 



Siebentes S: 



Durch Offizier geschrieben. 
Geheime Kommandpsache 

Oberkommando der Wehrmacht. Berlin, den 24.6.39 

WFA. Nr. 67/39 g.Kdos. L (I) 5 Ausfertigungen. 

B e t r i f f t : Fall Weiss. 1 ) 2. Ausfertigung 

Chefsache! 
Nur durch Offizier! 

OKH. wird mit der Ausrichtung aller Massnahmen beauftragt, 
welche die unversehrte Besitznahme der Briicken ixber die untere 
Weichsel zum Ziel haben. Nach Abschluss der Vorbereitungen ist 
dem OKW durch OKH zusammenfassend kurz zu berichten. 

Ausserdem ist durch OKH und OKM erneut zu priifen, ob bei 
Handstreichen gegen die ::-:: Briicke Dirschau ::-:: die Ober- 
raschung durch vorangegangene Massnahmen der Kriegsmarine 
in der Danziger Bucht gefahrdet werden kann. Angesichts der 



T ) vor „12." kleines hs'es Kreuz I der nadifolgende T ist nachtraglich ms ein- 
gefiigt (siehe FuBnote 5) 

') r von Bk hs: „Amtsdief vorlegen" (unterstrichen), dadurdi P: „S 26" I zwi- 
schen Bk und T Stp: „Ob.d.M. A I op 76/39 Eing: 26.6.39 Anlagen: — " (Akten- 
zeichen und Datum hs) I 1 u n Stp P: „F 26" Iron Stp hs: „Ia", dadurd* 
P: „GW 27" 



396 



120-C 



Wichtigkeit der Briicke ist festzustellen, ob die s.Zt. ausgespro- 
chene Zustimmung des OKH zu den beabsichtigten Massnahmen 
der Kriegsmarine (Sperren vor der Y-Zeit) aufrechterhalten 
bleibt. 2 ) 

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht. 
Keitel 24/6 

Verteiler: 

OKH l.Ausf. 
::-::OKM 2.Ausf. ::-:: 

RdLu. Ob.d.L. 3.Ausf. 

Ausl/Abw. 4.Ausf. 

WFA/L 5.Ausf. 



A c h t e s S : 

A n 1 a g e III zu OKW Nr. 37/39 g.Kdos Chefs. WFA/L I 

Chef Sadie! 5 Ausfert. 1 ) 

Nur durch Ofiizier 2. „ 

III. 

Jnbesitznahme von Danzig. 



Die handstreichartige Besetzung des Freistaates Danzig kann 

unabhangig vom „Fall Weiss" in Ausnutzung einer politisch gun- 

stigen Lage in Frage kommen. 

Fiir die Vorbereitungen gilt folgende Grundlage: 

Die „Regelung der Befehlsgewalt in Ostpreussen im Falle einer 

kriegerischen Verwicklung" (s.Anlage IV) wird bezuglich Ziffer 3 in 

Kraft gesetzt. 

Die Besetzung durch das H e e r hat von Ostpreussen aus zu 
erfolgen. 

2 ) letzter Satz am Rand 1 h8 angestriehen I 1 n und unter T hs: „Danach darf 
vor der Y-Zeit eine Bekanntmachung," (unterstrichen) „damit Alarmierung 
nicht stattfinden. Selbst . . . Massnahmen vor Gd usw. konnen alarmierend 
wirken. Deshalb ist Zustimmung hierzu vom OKW erforderlich.", P: „S (?)" I 
unter U hs'er Vm unl, durch hs'en Pfeil mit dem vorhergehenden Vm 
verbunden 

') iiber „Ausfert." hs: „13", daruber hs schrager Strich 

2 ) „Danzig" in der Urk auf einem am Rand angeklebten Zettel 



397 



120-C 



Die Kriegsmarine unterstiitzt das Unternehmen des Heeres 
durch Eingreifen von See aus nach naherer Anordnung des Ob.d.M. 
Die beteiligten Streitkrafte sind auf Zusammenarbeit mit dem 
Heere anzuweisen. 3 ) 

Inwieweit Teile der Luftwaffe bei der Besetzung mitwir- 
ken konnen, ist vom R.d.L. und Ob.d.L. zu uberpriifen. 

Einzelheiten der Zusammenarbeit regeln die Wehrmachtteile 
4 )unter sich unmittelbar. 



Neuntes S: 

Beilage zu O.K.W. Nr. 37/39 g.K. 
Chefs. WFA/L I v. 11.4.39. 
(Anlage III) 

Ceheime Kommandosache 

Besondere Anordnungen fiir 
„Jnbesitznahme von Danzig " 

Chef Sadie 
Nur durch Offizier 

1. ) Allgemeines. 

Es ist davon auszugehen, dass durch die Inbesitznahme des Frei- 
staates Danzig ein rein deutsches Gebiet nach langer Trennung 
wieder unter die Hoheit des Deutschen Reiches gestellt wird. 

2. )GesetzlicheGrundlagen. 

Es ist davon auszugehen, dass der Verteidigungs- oder Kriegs- 
zustand imSinne des R.V.-Gesetzes vom 4.9.38 nicht erklart 
wird. 

3. ) Mobilmachung. 

Da die Jnbesitznahme von Danzig nur mit Teilen der F r i e - 
dens wehrmacht ohne Mob.Verstarkungen durchgefiihrt wird, 
ist auch im ziv. Bereich einschl. der Riistungsindustrie mit 
keinerlei Mob.-Massnahmen zu rechnen. 

4. ) Operationsgebiet und vollziehende Gewalt. 

Ein Operationsgebiet auf reichsdeutschem Gebiet wird nicht 
gebildet, jedoch wird bei Uberschreiten der Reichsgrenze der 
Ob.d.H. die Befugnis zur Ausiibung der vollziehenden ^Gewalt 
erhalten mit der Berechtigung, sie ganz oder 

teilweise 

3 ) Abs am Rand 1 hs angestrichen 

") 1 u in Ecke hs: „l.Skl. I op 43/39 Gkds Chefs." 

l ) unter T Stp: „3.Anlage zu O.KM. A I op 49/39" („3" und ,,49/39" hs) 



398 



120-C 



— Seite 2 — 

teilweise dem Koram. General des I.A.K. zu iibertragen. 

5. ) V.G. A.D. bzw. V.G. A. D. (K) und Grenzwacht. 

Anordnungen fiir die Aufstellung des verst. Grenzaufsichts- 
dienstes — V.G.A.D. bzw. V.G.A.D. (K) — und der Grenzwacht 
ergehen im Bedarfsfall durch O.K.W. 

6. ) Unterstellungen. 

Hinsichtlich der Unterstellung von Teilen der Luftwaffe unter 
das Heer gilt die Anlage IV der Weisung fiir die einheitliche 
Kriegsvorbereitung der Wehrmacht fiir 1939/40 (O.K.W. Nr 37/39 
g.K. Chefs. WFA/L I v. 11.4.39). 

Der Kriegsmarine werden Teile der Marinefliegerverbande 
nach naherer Vereinbarung zwischen Ob.d.M. und Ob.d.L. unter- 
stellt. 2 ) 

Jnsofern SS-V.Tr. und Polizei an der Besetzung teilnehmen, 
werden diese Krafte dem O.K.H. unterstellt. 

7. ) Uberwachen und Unterbindung des Nachr.Ver- 

kehrs an Land- und Seegrenzen und Unterbin- 
dung des Bahn-, Luft- und Schiffsverkehrs. 
Das mit der Jnbesitznahme von Danzig beauftragte I.A.K. 

kann 

— Seite 3 — 

kann erforderliche Massnahmen in Ostpreussen bzw. fiir Danzig 
selbstandig treffen. 

Fiir das ubrige Reichsgebiet behalt sich O.K.W. die Anord- 
nung derartiger Massnahmen vor. 

8. ) Nachrichtenverbindungen. 

Die Ausnutzung der behordl. und privaten Fernmeldeanlagen 
wird dem Gen.Kdo. I freigegeben. Der Bedarf der eingesetzten 
Verbande der Luftwaffe und der Kriegsmarine ist durch das 
Gen.Kdo. I sicherzustellen. 

Die Wehrmachtsnachrichtenkommandantur Konigsberg wird 
W.Kr.Kdo. I unterstellt. 

Jm besetzten Gebiet sind die milit., behordl. und privaten 
Fernmeldeanlagen friihzeitig zu besetzen. Sie sind nach Ab- 
schirmung nach der Feindseite wieder in Betrieb zu nehmen. 

2 ) Abs am Rand 1 hs angestriehen 



399 



120-C 



Die Regelung des Funkverkehrs fur das Unternehmen — so- 
weit dies nicht durch das Gen.Kdo. I befohlen werden kann — , 
insbesondere des notwendigen Querverkehrs zwischen den Ver- 
banden der 3 Wehrmachtteile ist durch das O.K.H. besonders 
anzuordnen. 
9.) Versorgung. 

Die Truppe kann nach Anordnung des Ob.d.H. aus dem besetz- 
ten Gebiet versorgt werden. Hierbei ist nach deutschen Gesetzen 
zu verfahren. 

Alle Leistungen der Bevolkerung sind in deutscher Wahrung 
zu bezahlen, Requisitionen sind nach Moglichkeit zu vermeiden. 

Der 

— Seite 4 — 

Der Wahrungskurs fiir alle Leistungen wird zu gegebener 
Zeit durch das O.K.W. bekanntgegeben. 

10. ) Gebuhrnisse undVerpflegung. 

Die eingesetzten Teile der Wehrmacht erhalten die Marsch- 
, abflndung gem. Beilage 4 der H.Dv. 159. 

11. ) Buchung der entstehenden Mehrkosten. 

Die durch die Jnbesitznahme des Freistaates Danzig entstehen- 
den Mehrkosten sind bei dem dafiir besonders eingerichteten 
(ausserplanmassigen) Kap. VIII E 230 3 ) (Haushalt des OKW) 
in Ausgabe zu buchen. 



Zehntes S: 



Geheime Komrnaridosache! 

Anlage IV zu 5 Ausfertigungen 1 ) 

OKW L la Nr.37/39 Chef Saehe 2.Ausf ertigung. 
g.Kdos. Chefs. Nur durch Offizier! 

IV. 

Regelung der B ef ehl s g e w alt in Ostpreussen 2 ) 
im Falle 3 )einer kriegerischen Verwicklung. 
1.) Im Falle einer kriegerischen Verwicklung fiihrt der Befehlshaber 
im Wehrkreis I als Oberbefehlshaber der 3.Armee den Oberbefehl 



3 ) unter ,,230" hs: „geandert", P: „P 12/6" 

1 ) r o in Edce hs: „14", dariiber hs sdirager Strich 

2 ) „B efe his ge wait Ostpreussen" in der Urk auf einem am Rand angeklebten 
Zettel 

s ) 1 am Rand hs: „fiir Marine nichts Neues" 



400 



120-C 



uber die Prpvinz Ostpreussen.Er tragt allein die Verantwortung fiir 
die Verteidigung Ostpreussens,die er unter Einsatz der letzten Krafte 
und Mittel zu fiihren hat, um die Provinz beim Reiche zu erhalten- 
Hierbei stellt der 4 )Ob.d.L. die fiir die Luftverteidigung Ostpreussens 
notwendigen Massnahmen im Rahmen der Gesamtluftkriegfuhrung 
sicher. 

2.) Der Befehlshaber im Wehrkreis I erhalt bei Inkraftsetzen der 
Kennziffer „9434"(Befehlsubernahme) der Vorausmassnahmen des 
X-Falles fiir Ostpreussen die Befugnis zur Ausiibung vollziehender 
Gewalt in der gesamten Provinz.Er kann mit Wirkung fiir Ost- 
preussen Rechtsverordnungen erlassen,Sondergerichte einsetzen und 
alien Behorden und Dienststellen Weisungen erteilen.Das Weisungs- 
recht geht Weisungen sonstiger iibergeordneter Stellen vor. 
5 )3.)Der Koluft beim A.O.K.3 untersteht mit den dem A.O.K. zu- 
geteilten Einheiten der Luftwaffe taktisch dem Oberbefehlshaber 
dieser Armee. 

Die ubrigen in Ostpreussen eingesetzten Teile der Luftwaffe 
unterstehen iiber das Luftwaffenkdo. Ostpreussen dem Ob.d.L. 

Fiir die Abgrenzung der Befugnisse des A.O.K.3 gegentiber der 
Luftwaffe in Ostpreussen gilt die Verfugung OKW Nr.1922/38 
^g.Kdos.WFA/L vom 27.9.38 sinngemass. 7 ) 

— Seite 2 — 

e )4.) Beziiglich der Unterstellung von Streitkraften und Dienststellen 
der Kriegsmarine in Ostpreussen unter den Befehl des A.O.K. 3 
behalten die zwischen OKH und OKM hieriiber getroffenen Ver- 
einbarungen (Regelung der Befehlsbefugnisse in Ostpreussen) voile 
Gultigkeit. 9 ) 

5. )Grenzverletzungen von deutscher Seite sind vor Eingang meiner 
ausdriicklichen Genehmigung oder vor einwandfreier Feststellung 
::-:: umfangreicher ::-:: Grenzverletzungen durch eine fremde 
Macht unbedingt zu verhindern. 

6. )Wird ein Teil der Provinz iiberraschend militarisch bedroht 
und konnen besondere Ermachtigungen zur Abwehr dieser Gefahr 
nicht abgewartet werden, so hat der Befehlshaber im Wehrkreis I 
das Recht in eigener "Verantwortung alien zivilen und militarischen 
Dienststellen Ostpreussens die zum Schutz des Grenzgebietes notigen 

4 ) zwischen *' und * 2 gescliweifte Kl, daneben 1 hs: „neu" 

5 ) 1 am Rand hs: „neu" 

e ) 1 u in Ecke hs: „l.Skl. I op 43/39" 

') hinter T hs: „(Vermerk s. Seite 8 Teil Operationsgebiete)" 

8 ) r o in Ecke hs: ,,100" (schrag durchstrichen), darunter „15" 

°) Abs am Rand 1 hs ange6trichen 



401 



120-C 



und unauf schiebbaren Weisungen zu erteilen. Die Ausfuhrung d'ieser 
Weisungen geht den sonstigen Obliegenheiten und den Weisungen 
ubergeordneter Stellen vor. 

Der Befehlshaber im Wehrkreis I kann in diesem Fall seine 
Weisungsbefugnisse auf nachgeordnete Truppenfiihrer herab bis zum 
Standortaltesten ubertragen. 10 ) 



Elf tes S: 



Geheime Kommandosache! 

Chefsache! 
Nur durch Offiiier! 

Anlage V zu 5 Ausfertigungen 1 ) 

OKW L la Nr. 37/39 g.Kdos.Chefs. 2.Ausfertigung 

V. 

2 ) A bgrenzung der Operationsgebiete des Heeres. 

3 ) Ich genehmige die aus beiliegender Karte ersichtliche Abgren- 
zung der Operationsgebiete des Heeres. 

Operationsgebiet West gilt fur Grenzsicherung West 
und Verteidigung der Westgrenze. 

Operationsgebiet Ost gilt f iir Grenzsicherung Ost und 
Fall Weiss. 

Bei Vorgehen unserer Truppen iiber die Reichsgrenze bzw. iiber 
die vordere Grenze der slowakischen Schutzzone erweitert sich das 
Operationsgebiet entsprechend nach vorwarts 

Adolf Hitler 

Verteiler: 
O.K.H. l.Ausf. 
::-:: O.K.M. 2.Ausf. ::-:: 

R.d.L. u. Ob.d.L. 3.Ausf. 
O.K.W.(L) 4.u.5.Ausf. 



10 ) unter T hs: „Zu Ziffer 4) siehe Zusammenstellung von A II .,Unterlagen iiber 
Zusammenarbeit von Heer, Marine und Luftwaffe" bei I ac.", darunter: 
„I ac, P unl" 

') iiber Ausfertigungs-Vm hs: „Amtschef A n.R." (unterstrichen) I unter dein 
Vra Stp: „Ob.d.M. A I op 51/39 Eing.: 12.5.39 Anlagen: 1 Karte" (Eintra- 
gungen in Stp hs) t r von Stp hs untereinander: „Ia (dahinter P: „GW 12/5"), 
If (?) (dahinter P unl, ,,17/5"), A II (dahinter P unl, „19" (?), Ia c" 

2 ) iiber T P: „Rdr 13/5" I davon r o hs in hs'em Kreis: „+ n.R.", darunter 
P: „F 15/5" I r daneben hs: „i.V., P unl" 

s ) 1 am Rand hs: „Regelung (?) im Siidosten, an . . Kiiste wie bisher.", darunter: 
„Ia", P: „GW 12" 



402 



120-C 



Zwolftes S: 



Der Oberste Befehlshaber 

der Wehrmacht 
OKW.Nr.48/39 g.K.WFA/L(I) 



Berlin, den 10.5.1939 



7.Ausfert. 
S.Ausfert. 1 



Chef Sadie 
Nur durch Offizier 

Geheime Kommandosache 



Betr.: Weisung fiir die einheitliche Kriegs- 

vorbereitung der Wehrmacht fiir 1939/40 
(OKW.Nr.37/39 g.K.Chefs.WFA/L (I) 
v.11.4.39). 

Als Teil VI der „Weisung" ergehen beiliegend Richtlinien 
fiir den Wirtschaftskrieg und den Schutz der eigenen Wirt- 
schaft. 

Die Herren Oberbefehlshaber der Wehrmachtteile wollen 
2 ) dem Oberkommando der Wehrmacht zum 1.8.1939 ::-:: 

die auf Grund dieser Richtlinien getroffenen Massnahmen 
anmelden. 



*) unter Ausfertigungs-Vm hs: „Amtschef A n.R." (unterstriehen) I darunter 
Stp: „Ob.d.M. A I op 50/39 Eing.: 12.5.39 Anlagen: —1—" (Eintragungen 
im Stp hs) 1 1 o von Stp hs: „i. V, P unl" I r o von Stp hs: „Ia", P: „GW 
12/5" I 1 von Stp hs in hs'em Kreis: „+ n.R.", darunter P: „F 15/5" I unter 
Stp hs: „beigefiigt i Vortragsnotiz", daneben P: „P 3/8 39" 

2 ) 1 am Rand hs: „T", „erl", P: „GW 31/7" I darunter schrag hs: „b.Vortrag 
rechtzeitig vor Urlaub + (ab 1.7.)", darunter P unl I davon r hs: „Vortrag 
hat am 30.6. stattgefunden. la", P: „GW 29/" 

s ) unter Verteiler hs: „Vfg. (unterstridien) 1. bei lid z.K. (dariiber P unl, 
,,27/5"), 2. w.v.bei la am 2.6.39. (durch „w.v." hs: „erl, P unl, 2/6"), 3. z.d.A. 
bei lac", darunter hs: „Ia", P: „GW 25/5" 

4 ) r neben Verteiler P: „R 7/6", darunter hs: „Vfg (unterstriehen). 1.) Bei 3/Skl 
(dahinter P unl, „5/6"), 2.) Bei B (BWi) z.K. und Riickgabe (dahinter: „B", 
P unl, „7/6": „BWi", P unl, „7/6"), 3.) An 1/Skl. Ia spatestens am 8.6. (1 
doppelt angestrichen, „am 8.6." unterstriehen)", unter allem hs: ,,1/Skl A (?) 
II d", darunter geschweifte Kl, unter Kl: P unl, „2/6" 



Adolf Hitler 



Verteiler: 

O.K.H. 

O.K.M. 

Kd.L.u.Ob.d.L. 
O.K.W. (WStb.) 
O.K.W. (Ausl/Abw) 
O.K.W. (L) 



1 
1 
1 
1 
1 
2 



::-:: ( 



(Priif-Nr. 1) 
( „ 2) 
( „ „ 3) 
( » ■ „ 4) 
( „ „ 5) 
( „ 6u7) 3 ) 



403 



120-C 



Dreizehntes S: 



Geheime Kommandosache 



Anlage VI zu 
OKW Nr. 37/39 g.K. 



WFA/L la Chefs. 



7 Ausf . 
Z.Ausf. 



Chef-Sadie! 
Nur durch Offizier! 



VI. 



Weisungen fur den Kampf gegen die feindliche 
Wirtschaft (Wirtschaftskrieg) und SchutzmaB- 
nahmen fiir die eigene Wirtschaft. 

I. Vorbemerkung. 

1. ) Die wichtigsten Trager des Angriffs auf die 
feindliche Wirtschaft sind die Kriegsmarine und die Luft- 
waffe. Ihre MaBnahmen werden durch den Sabotagekrieg 
ergahzt (OKW (Abw) ). Aufgabe des Heeres kann es sein, 
den deutschen Lebensraum durch Inbesitznahme von Feind- 
gebieten, die fiir die eigene Wirtschaft von besonderer 
Bedeutung sind, zu erweitern. 

Die Vorbereitung wirtschaftlicher KampfmaB- 
nahmen ist Sache des GBW. 

Fiir die einheitliche Zielsetzung aller MaB- 
nahmen gegen die feindliche Wirtschaft sorgt das Ober- 
kommando der Wehrmacht (WFA.in Verbindung mit W Stb). 
Das gleiche gilt fiir die Schutzmafinahmen fiir die eigene 
Wirtschaft. 

2. ) In den Abschnitten II u.III der vorliegenden Weisung 
ergehen Richtlinien fiir Wirtschaftskrieg und SchutzmaB- 
nahmen in den Fallen „Grenzsicherung" und„Weiss". Aus 
ihnen ergeben sich die von den Wehrmachtteilen und .dem 
GBW.zu treffenden Vorbereitungen. 

3. ) Voraussetzung fiir die einheitliche Fuhrung des Wirt- 
schaftskrieges ist die einheitliche Auffassung in 

') derBeurteilung der feindlichenWirtschaft 



— Seite 2 — 

Hierfiir gelten nachstehende Richtlinien: 
a) OKW.(W Stb.) ist verantwortlich fur die zusam- 
menfassende wehrw irtschaftliche Beur- 
teilung der in Frage kommenden Staaten auf Grund 

>) 1 u in Ecke und unter T Stp: „Anlage zu O.K.M. A I op 50/39" (,,50/39" hs) 



Hierfur 



404 



120-C 



der eigenen, der von OKW (Ausl/Abw.) und der von den 
Wehrmachtteilen geschaffenen Unterlagen. Hierzu ist ein 
enges Zusammenarbeiten mit den Wehrmachtteilen, dem 
Auswartigen Amt, dem GBW. und den sonst in Frage 
kommenden Stellen erforderlich. 

b) Die Wehrmachtteile schaffen in Zusammenarbeit mit 
* 12 )OKW.(W Stb. und Ausl/Abw.) Unterlagen fur ihren Ein- 
satz und leiten Beitrage zur wehrwirtschaftlichen Gesamt- 
* a beurteilung der Feindstaaten dem OKW (W Stb.) zu. 

II. Weisung fiir den Fall „Grenzsicherung". 
1.) Angriff gegen die feindliche Wirtschaft. 

a) Allgemeines. 

Der Fall „Grenzsicherung" bestimmt lediglich die zu 
Beginn eines Krieges zu treffenden SicherungsmaB- 
nahmen. Dariiber hinaus ist es erforderlich, dafJ beson- 

* 1 2 ) ders Kriegsmarine und Luftwaffe Vorbereitungen zur 
sofortigen Eroffnung des Wirtschaftskrieges treffen.Dieser 
ist mit Schwerpunkt gegen England und in zweiter Linie 

* 2 gegen Frankreich vorzubereiten. England u. Frankreich 
sind dabei auf den Gebieten, auf denen zwischen beiden 
Landern eine 

wirtschaftliche 

— Seite 3 — 

wirtschaftliche Aushilfe moglich erscheint, als geschlos- 
* 1 ") sener Wirtschaf tsblock zu betrachten. Es kommt darauf 
an, nicht nur die wichtigsten Kraftquellen, sondern vor 
allem die Engpasse der feindlichen Wirtschaft zu er- 
kennen. 

* 2 Bei alien KampfmaBnahmen darf das Hoheitsgebiet 
neutraler Staaten nicht verletzt werden. 

b) Heer. 

Die Storung bzw. Zerstorung der feindl. Wirtschafts- 
und Versorgungsanlagen, die im Schussbereich der in der 
Grenzsicherung eingesetzten Waffen liegen, ist durch Ob. 
d.H. in Zusammenarbeit mit OKW (W Stb.) vorzubereiten. 

Kommt ein Vorgehen in feindl. Gebiet in Frage,so ist 
von den hoheren Kdostellen unter Beteiligung der dort 
eingeteilten Verbindungsoffiziere des Wehrwirtschafts- 
stabes festzulegen, welche wirtschaftlichen und Ver- 
sorgungsanlagen fiir eigene spatere Ausnutzung Schonung 

2 ) von ** bis * 2 am Rand I hs angestridien 



405 



120-C 



verlangen. Die rechtzeitige Sicherung von Vorraten aller 
Art im besetzten Feindgebiet ist von besonderer Bedeu- 
tung. Ihre Sicherstellung ist OKW (W Stb.) zu melden. 

e) Kriegsmarine. 

Die Kriegsmarine bereitet in ihrem Bereich den 
::-:: Handelskrieg ::-:: gegen England und Frankreich 
vor. Entsprechend der jeweiligen politischen Lage im 
Frieden und unter Berucksichtigung der verschiedenen 

Moglichkeiten 

— Seite 4 — 

Moglichkeiten der Zusammensetzung der Kriegsgegner 
ist die beabsichtigte Form der Handelskriegfiihrung von 
rechtlicher und militarischer Seite in Zusammenarbeit 
mit dem Auswartigen Amt einer laufenden Priifung und 
Angleichung an die zu erwartende Entwicklung zu unter- 
ziehen. 

Die Operationsgebiete fur den Handelskrieg sind 
zwischen Ob.d.M. und Ob.d-L. festzulegen und laufend 
zu iiberpriifen. 

d) Luftwaffe. 

Es sind Angriffsvorbereitungen zur Lahmung der 
feindl. Ernahrungs-, Rohstoff. und Produktionsquellen 
sowie der. Riistungsindustrie zu treffen. Hierbei sind in 
Zusammenarbeit mit OKW (W Stb.) und Ob.d-M. die 
Angriffe schwerpunktmafiig gegn diejenigen Wirt- 
schaftsquellen zusammenzufassen, deren Ausfall sich auf 
die wehrwirtschaftliche Lage der Gegner am Starksten 
auswirkt. 

Im Kampf gegen die feindl.Seeverbindunigen ist die 
Wahl der Angriffsziele in engster ::-:: Zusammenarbeit 
mit OKM. im Sinne ::-:: gemeinsamer Schwerpunkt- 
bildung beider Wehrmachtteile besonders wichtig. 3 ) 

2.) Schutz der deutschen Wirtschaft- 

a).Im Falle „G r e n z s i c h e r u n g " gilt ;das Reichs- 
gebiet (einschlieBlich Protektorat und slowakische Schutz- 
zone) soweit als fur die Wirtschaft gesichert, als es nicht 
im Feuerbereich der franzosischen Grenzbefestigungen 
liegt. 

.. ■ b) 

3 ) Abs am Rand 1 hs angestrichen I daneben 1 hs: „Nach Absdiluss WirtsAafts . . ." 
(es folgen drei unl'e Z'n) 



406 



120-C 



— Seite 5 — 

b) Im Heimatkriegsgebiet treten die vorbe- 
reiteten SchutzmaBnahmen (aktiver u. passiver Luft- 
schutz, Werkschutz, Sabotageabwehr usw.) im Rahmen 
der VorausmaBnahmen oder der Mob.-Anordnungen in 
Kraft. 

c) Im Operationsgebiet des H e e r e s gelten die 
gleichen Bestimmungen wie im Heimatkriegsgebiet, so- 
weit es sich urn Reichsgebiet (einschl. Protektorat und 
slowakische Schutzzone) handelt. Wird feindl. Gebiet 
besetzt, so sind die Schutzobjekte zwischen den hoheren 
Kdostellen des Heeres und der Luftwaffe unter Beteili- 
gung der dort eingeteilten Verbindungsof fiziere des Wehr- 
wirtschaftsstabes festzulegen. 

Hierbei ist sicherzustellen, daB die Versorgung und 
Fertigung der Kriegswirtschaft und der Abtransport 
ihrer Erzeugnisse auch im Operationsgebiet moglichst 
ungestort durchgefiihrt werden kann. 

d) Im See- undKiistengebietist der Ob.d.M. fiir 
den Handelsschutz in dem Umfang verantwortlich, der 
sich aus den Weisungen fiir die einheitliche Kriegsfiih- 
rung ergibt. Im Kriegsfall mit England ist mit einer 
eigenen Zufuhr von und Ausfuhr nach Ubersee, abge- 
sehen von einzelnen Blokadebrechern, nicht zu rechnen, 
sodaB in diesem Fall Handelsschutzaufgaben wesentlich 
nur in der Ostsee und im Kiistenvorfeld der Nordsee zu 
erwarten sind. 

3.) Besondere wehrwirtschaftliche Vorbe- 
reitungen. 

- Seite 6 — 

3.) Besondere wehrwirtschaftliche Vorbe- 
bereitungen. 

Da Deutschland bei einem Kriege mit England von 
den Zufuhren aus dem Atlantik abgeschnurt ist, hat der 
GBW. in Zusammenarbeit mit OKW(W Stb.) und den 
sonst in Frage kommenden Stellen in erster Linie vor- 
zubereiten: 

a) verstarkten Giiteraustausch mit ItaUen, 

b) verstarkte Einfuhr aus dem Siid-Ost-Raum, 



407 



120-C 



* 1 2 ) c) wirtschaftliche Sicherung der Erzlieferungeri aus 
Skandinavien sowie Verlagerung der Verschiffung 

* 2 auf die siidschwedischen Hafen, 

d) die damit verbundenen innerdeutschen Verlager- 
ungen in Wirtschaft und Verkehr. 

III. Weisung fur den Fall,, Weiss". 

1. ) Es kommt darauf an, die polnischen Wirtschaftsanlagen 

moglichst unversehrt in die Hand zu bekommen. Sie 
werden daher nur dann anzugreifen sein, wenn eine un- 
mittelbare militarische Notwendigkeit besteht. 

2. ) Die schnelle Inbesitznahme des polnisch-oberschlesischen 

und Teschener Industriegebietes ist wehrwirtschaftlich 
von Bedeutung. 

3. ) Durch MaBnahmen der Kriegsmarine ist jedeZufuhr iiber 

See nach Polen zu unterbinden. Zu diesem. Zweck ist in 
Abhangigkeit von der politischen Lage in Zusammen- 
arbeit mit dem Auswartigen Amt die Form ides Handels- 
krieges gegen die Zufuhr nach Polen festzulegen. Hierbei 

kommt 

— S«ite 7 — 

* 1 2 ) kommt es besonders auf die Behandlung der neutralen 
Flaggen und derjenigen Giiter an, die iiber neutrale 
* 2 Hafen moglicherweise nach Polen bestimmt sind. 

4. ) Fur den Schutz der deutschen Wirtschaft gelten sinn- 

gemaB die Weisungen fur den Fall „Grenzsicherung". 



Vierzehntes S: 



Qberkommando der Wehrmacht Berlin, den 10. Mai 1939 

Nr. 1050/39 g.Kdos.WFA/L lie 

Geh. Kommandosache! 

Betr. : Befehlsbefugnisse im 

Operationsgebiet des Heeres. 

200 Ausfertigungen 
Priif-Nr.: 45 ') 

2 ) von ** bis * 2 am Rand 1 hs angestn'Aen 

') unter „Priif.-Nr.: 45": ,,958" (gestempelt), der iibrige Teil des Vm ist unl 



408 



120-C 



1. ) Im gesamten Kriegsgebiet ist es in e r s t e r L i n i e 

Aufgabe des Heeres, die feindlichen Erdtruppen, 
. Aufgabe der Kriegsmarine, jeden Feind zur See und 

Aufgabe der Luftwaffe, die feindliche Luftwaffe 
zu bekampfen. 

Eine Ausnahme davon bildet lediglich der Kampf, den Heer 
und Kriegsmarine mit ihren e i g e n e n Waffen und den ihnen 
standig unterstellten Teilen der Luftwaffe zum Schutze ihrer 
Truppen, ::-:: Schiffe oder Festungsgebiete ::-:: gegen feindliche 
Flieger fuhren. 

Alle weiteren Ausnahmen (z.B. Einsatz von Teilen der Luft- 
waffe oder der Kriegsmarine in den Erdkampf) fallen wie jedes 
unmittelbare Zusammenwirken der Wehrmachtteile unter die 
Fuhrungsauf gaben des OKW und werden, soweit erforderlich, 
von ihm geregelt. 

Die Einteilung des Kriegsgebietes in verschiedene Zonen 
(Operationsgebiet des Heeres, ::-:: Marine-Festungsgebiet ::-:: 
und Heimatkriegsgebiet) darf die Zusammenarbeit der Wehr- 
machtteile nicht beeintrachtigen. 

Nachfolgend werden die Befehlsbefugnisse im Operations- 
gebiet des Heeres festgelegt: 

' I. Befugnisse des Ob.d.H, 

2. ) Dem Ob.d.H. bzw. seinen nachgeordneten Dienststellen (A.O.K., 

Korpskdo.)sind im Operationsgebiet des Heeres unterstellt: 

a) Die dem Ob.d.H. t a k t i s c h unterstellten Dienststellen 
und Truppen anderer Wehrmachtteile. 

2 ) Einzelheiten bezgl.der Luftwaffe s.Abschnitt III. 

b) 

— Seite 2 — 

b) Sonstige im Operationsgebiet befindlichen Dienststellen und 
Truppenteile der Kriegsmarine und Luftwaffe (Wehrwirt- 
schafts-Inspektionen, Ersatztruppenteile,Schulen) bezgl. 

■der Unterkunft (mit Ausnahme der bodenstandigen An- 

lagen der Luftwaffe), 
des Tranportwesens und der Verkehrsregelung (vgl.Ziff.14), 
der Freimachung des Kampfgebietes, 
der Abwehr, 

des Sanitatswesens (ausser Truppensanitatsdienst) 

2 ) 1 u in Ecke hs: „77", darunter: ,,365" I r unter T Stp: „zu 1 Ski. 1097/39 
GKds" („1 Ski." und ,,39" ha) 



409 



120-C 



der Zahlungsmittel, Verpflegung, 

der Versorgung mit Kraftfahrbetriebsstoff, 

der Feldpost. 

Die einheitliche Leitung des Abwehrdienstes liegt in Handen 
des OKW (A Ausl/Abw.) nach besonderen Dienstan weisungen. 

3. ) Dem Ob.d.H. bezw. den Oberbefehlshabern der Armeen wird bei 

Ausspruch des Verteidigungs-bzw. Kriegszustandes ohne weiteren 
Befehl die Ausiibung vollziehender Gewalt im Operationsgebiet 
gem. Reichsverteidigungsgesetz iibertragen. 

Soil ihnen die Ausiibung vollziehender Gewalt ohne vor- 
herige Verkiindung des Verteidigungs- bezw. Kriegszustandes 
iibertragen werden, so wird dies vom Fiihrer und Obersten 
Befehlshaber der Wehrmacht befohlen. 

In Ausiibung vollziehender Gewalt haben der Ob.d.H. bzw. 
die Oberbefehlshaber der Armeen die Befugnis, fur das Opera- 
tionsgebiet des Heeres Rechtsverordnungen zu erlassen, Sonder- 
gerichte einzusetzen und den fur das Operationsgebiet zustandigen 
Behorden und Dienststellen Weisungen zu erteilen, mit Aus- 
nahme der Obersten Reichsbehorden, der Obersten Preussisdien 
Landesbehorde und der Reichsleitung der NSDAP. 

Das Weisungsrecht geht Weisungen sonstiger iibergeordneter 
Stellen vor. 

4. ) Dem Ob.d.H. wird ein „Zivilbeauftragter beim Oberkommando 

des Heeres", 

den A.O.K's ein„Chef der Zivilverwaltung" (Ch.Ziv.Verw.)bei- 
gegeben. 

Ihre 

— Seite 3 — 

Ihre Aufgaben sind in H Dv 90 Ziffer 9,11,21,24,26,27,29, 
36 und 120 festgelegt. 

5. ) Die W Wi-Dienststellen bleiben zur Steuerung der 

Produktion der Riistungsindustrie und deren Verteilung sowie 
fur allgemein rustungswirtschaitliche Aufgaben dem OKW 
(W Stb) und den Wehrmachtteilen unmittelbar unterstellt. 

Sie unterstehen territorial dem Oberbefehlshaber der 
Armee, wenn der Standort der Wawi-Dienststelle im Opera- 
tionsgebiet liegt, wenn der Standort nicht im Operationsgebiet 
liegt, fidr den Teil ihres Bereiches, der zum Operationsgebiet 
gehort. 

Wenn das A. O.K. in Ausnahmefallen auf Wehrwirtschafts- 
Betriebe, soweit sie im Bereich des A. O.K. liegen, fiir zusatzliche 
Instandsetzung von Gerat zuriickgreifen muss, ist hierzu der 



410 



120-C 



Verbindungs-Offizier OKW/W Stb bezw. der Chef der Zivil- 
verwaltung (Sonderbeauftragter des G.B.) zu beteiligen. 

6. ) Fur den Luftschutz der Truppen und Einrichtungen des Heeres 

im Operationsgebiet ist das A. O.K. verantwortlich. 

Ausnahmen siehe Abschnitt III. 

II. Abgrenzung der Bef ugnisse zwischen 
Feldheer und Kriegsmarine i m Opera- 
tionsgebiet des Heeres. 

7. ) Werden einzelne Teile der Kiiste, soweit sich in diesen Anlagen 

oder Truppen der Kriegsmarine befinden, in das Operations- 
gebiet des Heeres einbezogen, so werden sie dem zustandigen 
A. O.K. hinsichtlich der Landkriegfuhrung taktiseh unterstellt. 

Fur die ihnen im Rahmen des Seekrieges zufallenden Auf- 
gaben bleiben sie weiterhin dem Ob.d.H. unterstellt. 

III. Abgrenzung der Befugnisse zwischen 
Feldheer und Luftwaffe im Operations- 
gebiet des Heeres. 

8. ) Die Verteidigung des Luftraumes iiber dem Opera- 

tionsgebiet des Heeres durch Einheiten der Flieger- 
truppe ist ausschliesslich Aufgabe des Ob.d.L. .) 3 ) 

9.) 

.) Das Gleiche gilt fiir die Marinefestungsgebiete. 

— Seite 4 — 

9. ) Dem Ob.d.L. bezw. den Luftgaukommandos obliegt ferner ver- 

antwortlich der Einsatz von Flakartillerie zum Schutze 
von 

a) kriegswichtigen Anlagen im Operationsgebiet, die 
fiir die unmittelbare Kampffuhrung der Armee selbst o h n e 
unmittelbare Bedeutung sind. Die Kommandostellen des 
Heeres sind iiber derartige LuftverteidigungsmaBnahmen zu 
unterrichten. 

b) Verbanden, die dem Ob.d.L. unterstellt sind, 
und Einrichtungen der Luftwaffe, insbesondere der Flieger- 
bodenorganisation. 

10. ) Dem O b. :d. H. obliegt mit den ihm kriegsgliederungsmafiig 
unterstellten Teilen der Luftwaffe (Flakartillerie) 

a) die Luftverteidigung im gesamten Gefechtsgebiet, 



) Abs r am Rand hs angestrichen I daneben hs'er Vm unl 



411 



no-c 



b) die Luftverteidigung von Anlagen und Raumen im riick- 
wartigen Armeegebiet, solange diese fur die unmittelbare 
Erdkriegfuhrung von besonderer Bedeutung sind. 

Soweit hierfiir auf Anordnung des OKW oder im Benehmen 
zwischen Heer und Luftwaffe zusatzliche Krafte des Ob.d.L. 
eingesetzt werden, durfen diese nur im Einverstandnis mit dem 
Heer fortgezogen werden. In Zweifelsfallen entscheidet OKW. 

11. ) Befinden sich Einheiten oder Anlagen der Luftwaffe, welche 

kriegsgliederungsmaCig .dem Ob.d.L. unter- 
stellt sind, im Operationsgebiet des Heeres oder werden sie 
im Operationsgebiet eingesetzt (Fliegerverbande, Flakartillerie, 
Teile der Luftnachrichtentruppe oder des Flugmeldedienstes, 
Fliegerbodenorganisation), so bleiben sie grundsatzlich dem Ob. 
d.L. unterstellt. (Uber Unterkunftverteilung und Transport- und 
Marschbewegungen siehe Ziffer 14.) 

12. ) Werden auf Grund der allgemeinen Luftlage starke Luftver- 
teidigungskrafte durch Ob.d.L. im Operationsgebiet des Heeres 
eingesetzt, so bleiben diese unter einheitlicher Fiihrung des Ob. 
■d.L. Befinden sich Teile der Flakartillerie des Heeres innerhalb 
soldier Luftverteidigungsraume, ::-:: so ist der Fiihrer dieses 
Raumes ::-:: fur die Einheitlichkeit ihres Einsatzes verantwort- 
lich. Ihre Unterstellung unter das Heer bleibt hiervon unberiihrt. 

Uber das KraftemaB der im Operationsgebiet einzusetzenden 
Luftverteidigungskrafte entscheidet in Zweifelsfallen das OKW. 

13.) 

— Seite 5 — 

13) Fur die Durchfuhrung des zivilen Luftschutzes auf 
Grund der allgemeinen Weisungen des Ob.d.L. sin'd im Opera- 
tionsgebiet des Heeres verantwortlich: 

a) Die A. O. K.'s im Gefechtsgebiet der Armee. 

b) Die Luftgaukommandos im riickwartigen 
Armeegebiet im Einvernehmen mit den zustandigen 
A.O.K's. 

Die Gefechtsgebiete werden durch die A.O.K.'s abgegrenzt. 

Liegt ein Luftverteidigungsgebiet ganz oder teil- 
weise im Operationsgebiet des Heeres, so gelten bei 'diesem Teil 
bzgl. der Luftverteidigung und des zivilen Luftschutzes die 
gleichen Bestimmungen wie im Operationsgebiet. 

14.) Grossere Marschbewegungen (d.h.v .Einheiten tiber 
Zugstarke),T ransporte und Unterkunftverteilung 



412 



120-C 



von Verbanden der Luftwaffe, soweit sie dem Ob.d.L. unter- 

stellt sind, werden im Operationsgebiet des Heeres durch das 
zustandige A. O. K. mit den Erfordernissen des Heeres in 
Einklang gebracht. Das A.O.K. ist jedoch dafiir verantwortlich, 
dass die Einheiten der Luftwaffe hierbei in die Transport- und 
Marschbewegungen des Heeres derart eingegliedert werden, dass 
der Einsatz der Luftwaffe nicht verzogert wird. Dies gilt ins- 
besondere fiir die Versorgungstransporte. 

Alle Forderungen auf obengenannten Gebieten sind von den 
anordnenden oberen Kommandobehorden der Luftwaffe 
zeitgerecht iiber den K o 1 u f t beim zustandigen A.O.K. 
anzumelden. Die vom A.O.K. in dieser Hinsicht erlassenen 
Anordnungen werden den Kommandobehorden der Luftwaffe 
durch den Koluft zugeleitet und sind fiir die Luftwaffe 
bindend. 

Die Vertretung aller Belange des Nachrichtenverbindungsdienstes 
der Luftwaffe im Operationsgebiet des Heeres gegeniiber 
den A.O.K.'s erfolgt durch die den Armeenachrichtenfiihrern zu- 
geteilten „Nachrichtenverbindungs-Offiziere der Luftwaffe". 

Diese haben mit den Kommandeuren der Luftwaffe bei den 
A.O.K.'s enge Fiihlung zu halten. 

Die gemass Ziff.ll.unter dem Befehl des Ob.d.L. stehenden 
Teile der Luftnachrichtentruppe im Operationsgebiet sind auf 
engste Zusammenarbeit mit den Nachrichtenverbindungsoffizieren 
der Luftwaffe bei den A.O.K.'s angewiesen. 

16.) Die Ausnutzung der nichtmilitarischen Fern- 
meldeanlagen im Operationsgebiet ist dem 
Heere im besetzten Feindgebiet freigegeben. 
Auf Reichsgebiet hat die Ausnutzung iiber die zustandigen 
Wehrmacht-Nachrichten-Kommandanturen zu erfolgen, die auf 
Zusammenarbeit mit den Armeenachrichtenfiihrern angewiesen 
sind. 

Im 

— Seite 6 — 

Im besetzten Feindgebiet erstreckt sich der Zu- 
standigkeitsbereich der Wehrmacht-Nachrichten-Kommandan- 
turen nur bis zum nachsten Knotenpunkt (Vermittlungsstelle, 
Verstarkeramt usw.) jenseits der Landesgrenze oder der riick- 
wartigen Grenze des Operationsgebietes. 

Der Bedarf der Luftwaffe an nichtmilitarischen 
Fernmeldeanlagen im Operationsgebiet des Heeres 
ist daher nur auf Reichsgebiet bei den Wehrmacht-Nach- 
richten-Kommandanturen zu beantragen und im Rah men der 



413 



120-C 



durch OKW gegebenen Weisungen sicherzustellen. Im Feind- 
g e b i e t dagegen vertreten die Nachrichteriverbindungsoffiziere 
der Luftwaffe bei den A.O.K.'s alle Forderungen der Luftwaffe 
auf Zuweisung von vorhandenen nichtmilitarischen Fernmelde- 
anlagen unmittelbar gegenuber den A.O.K.'s. 

Diese haben im Rahmen des Moglichen den Forderungen der 
Luftwaffe in gleicher Weise wie denen des Heeres zu entsprechen. 

17. ) Die Luftwaffe hat im Operationsgebiet des Heeres fur 'den 
Einsatz ihrer Verbande eigene Drahtnachrichtenanlagen. Die 
Verantwortung fur den Ausbau der Luftwaffennetze tragt der 
Hohere Nachrichtenfiihrer des zustandigen Luftflottenkommandos 
oder auf dessen Weisung der Nachrichtenfiihrer des zustandigen 
Luftgaukommandos. Ihre Belange gegenuber den A.O.K.'s wer- 
den gem. Ziff.15 durch die Nachrichtenverbindungsoffiziere der 
Luftwaffe bei den A.O.K.'s vertreten. 

Beim Aufbau der Drahtnetze des Heeres und der Luftwaffe 
ist durch enge Zusammenarbeit sicherzustellen, daB die Ver- 
bindungen ohne gegenseitige Storungen des Fernsprechbetriebes 
gelegt werden. Die Herstellung der zwischen den beiderseitigen 
Netzen erforderlichen Querverbindungen befiehlt das A.O.K. 

Im Gef echtsgebiet' eingesetzte Teile der Luf tnach- 
richtentruppe melden bei ihrem Eintreffen den ortlich zustan- 
digen Truppenfuhrern des Heeres ihren Auftrag und beantragen 
die Zuweisung des entsprechenden Einsatzortes, 

18. ) Fiir die dem Ob.d.L. unterstellten Verbande und Einheiten der 
Luftwaffe im Operationsgebiet gilt die Funkregelung der Luft- 
waffe. 

Die dem Heer unterstellten Teile der Luftwaffe funken nach 
den Bestimmungen des Heeres. 

Den Forderungen des Heeres fiir die Durchfiihrung des Funk- 
verkehrs im Operationsgebiet ist durch die Luftwaffe nachzu- 
kommen, soweit es die Durchfiihrung der Aufgaben der Luft- 
waffe zulafit. 

Ist 

— Seite 7 — 

1st Funkstille befohlen, so sind, wenn nichts Gegenteiliges 
vom Ob.d.L. befohlen wird, folgende Funkdienste ausgenommen: 

a) Die taktische Funkverbindung der fliegenden Verbande, 

b) der Flugsicherungsverkehr in Notfallen, 

c) die Funkfeuer, 

d) der Befehlsverkehr der Flugmelde-Kompanien und der Flug- 
meldeverkehr bei der Annaherung feindlicher Flugzeuge, 



414 



120-C 



e) der Wetterfurikdienst, 

f) der Funkverkehr innerhalb der Flak- und Flakscheinwerfer- 
Abteiliingen des Ob.d.L. bei Erkennen von Zielen, wenn andere 
Nachrichtenmittel nicht zur Verfiigung stehen. 

Diesen Funkdiensten kann jedoch, wenn es die Lage erfordert, 
FunkbeschrMnkung hinsichtlich Zeit und Verkehrsumfang 'durch 
Ob.d.L. oder das zustandige Luftnottenkommando auf eigenen 
EntschluB oder auf Antrag der A.O.K.'s auferlegt werden. 

Die A.O.K.'s sind durch die Nachrichtenverbindungsoffiziere 
der Luftwaffe bei den A.O.K.'s iiber die Durchfuhrung des Funk- 
verkehrs der im Operationsgebiet befindlichen Teile der Luft- 
waffe zu unterrichten. 

19.) Die Verfiigung OKW Nr. 1922/38 g.Kds. WFA/L vom 27.Sep- 
tember 1938 wird hierdurch aufgehoben und ist zu vernichten. 

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht 
Keitel 

Verteiler: 



Verteiler: Priifnummer: 

O K H .(Gen St.d.H.2.Abt.) 1 — 35 

OKM. . 36 — 45 

R.d.L.u.Ob.d.L 46 — 85 

OKW: 

WFA 86 

L (I a,b,c,IV, VOA 2 x) . . . 87 — 92 

WNV 93_104 

WPr 105 

AAusl/Abw 106— 115 

AW A 116 — 125 

WStb 126 — 135 

WZ 136, 137 

WH 138, 139 

WR 140, 141 

Reichsminister des Innern 

z.Hd.Herrn Min.Dir.Dr.D anckwerts . . . 142 

Reichsfiihrer-SS u.Chef der Deutsch.Polizei 

z.Hd.Obergruppenfiihrer Petri . . . . 143 

Vorrat 144 — 199 

Entwurf (L lie) 200 



415 



120-C 



Fiinfzehntes S: 



Geheime Kommandosadie 

Der Oberbefehlshaber des Heeres Berlin, den 8. Dezember 1938 1 ) 
l.Abt.(I) GenStdH 
Nr. 3634/38 g.Kdos. 

Chef-Sadie! 
Nur durch Ofliiierl 

An 

Generalkommando I.A.K. 

K6nigsberg/Pr. 



B e t r. : Weisung fur das Oberkommando 
der 3. Armee im Kriegsfall. 



a) Anliegend wird die „Weisung fiir das Oberkommando der 
3. Armee im Kriegsfall" iibersandt. 

Sie tritt mit Wirkung vom 1.1.39 0,00 Uhr anstelle der bis- 
herigen Weisung (OKH l.Abt.(I) Gen St d H Nr.170/37 g.Kdos. 
vom 13.10.37 mit Anlagen 1 u.2) in Kraft. Die bisherige Weisung 
ist sodann zu vernichten. Lediglich 'der ErlaB des Fiihrers und 
Obersten Befehlshaber der Wehrmacht iiber die„Regelung der 
Befehlsgewalt in OstpreuBen im Falle einer kriegerischen Ver- 
wicklung" (OKH l.Abt.(I) Gen St d H Nr.3594/38 g. Kdos. vom 
28.9.38) behalt auch fiir die neue Weisung Giiltigkeit und ist ihr 
beizuheften. 3 ) 

Generalkommando I.A.K. hat die durch diese Weisung erforder- 
lichen MaCnahmen vorzubereiten. 



') r o in Ecke der beiden Seiten hs: „1", „2", dariiber andere Numerierung (unl) 
hs gestrichen 

2 ) unter Ausfertigungs-Vm hs: „Amtschef A vorl." (unterstrichen), dadurch P: 
„S 10/12" I darunter Stp: „Ob.d.M. A I op 116/38 Eing.: 9.XII.38 Anlagen: 1" 
(Eintragungen in Stp hs) I 1 u von Stp P: „F 9" I r o von Stp P unl I r 
unter Stp hs: „I . . (?) (dadurch P unl), I ab (dahinter P unl, ,,10/12"), dann 
zuriick zu la" 

3 ) die zwei letzten Satze des Abs'es hs schrag durchstrichen i hinter „beizu- 
helfen" hs: „8.Seite 38 — 39 Op 14 — 1" (hs durchstrichen) I 1 am Rand des 
Durchstrichenen hs: „iiberholt. s. Seite 14+15 der Weisung O.K.W." 



11 Ausfertigungen 
3.Ausfertigung. 2 ) 



416 



120-C 



Die Bearbeitung hat so zu erfolgen, daB die Durchfiihrung des 
Falles „Memel" und 4 )„Danzig" s o f o r t erfolgen kann, dafi im 
iibrigen die ostpreuBischen Krafte sowohl fur offensive Verwen- 
dung als auch fiir die Verteidigung der Provinz raschestens 
bereit sind. 

Das 

— Seite 2 — 

Das Generalkommando I.A.K. hat zu priifen, inwieweit hier- 
fiir eine aufmarschmassige Bearbeitung notig ist und zum 10.1.39 
Absichten und Zeitbedarf zu melden. Karten 1 : 300 000 mit Ein- 
zeichnung sind beizufiigen. 

c) Fiir die Unterrichtung nachgeordneter Dienst- 
s tell en gilt die Verfugung OKH l.Abt.Ib Gen St d H 
Nr.2000/36 g.Kdos.v.19.12.36. Mit dem Kommandierenden General 
der Luftwaffe in OstpreuBen und den zustandigen Marine-Dienst- 
stellen ist Verbindung aufzunehmen. Die gemafi OKH l.Abt.(I) 
Gen St d H Nr.3405/38 g.Kdos. vom 8.11.38 (nur an Gen.Kdo. 
5 ) I.A.K. ergangen) befohlene Beschrankung der Verbindungsauf- 
nahme mit Marinedienststellen beziiglich Danzigs wird aufge- 
hoben. 6 ) ' 

v.Brauchitsch 
Verteiler: 

Gen.Kdo.I.A.K. = l.Ausf. 1 ) 

Nachrichtlich : 

H. Gru.Kdo.l = 2. „ 
::-::Ob.d.M. = 3. „ ::-:: 

Ob.d.L. -= 4. „ 

Gen.d.Lw.b.Ob.d.H. = 5. „ 

OKWfL) = 6. „ 

Chef Gen St dH " = 7. „ 

5Abt.GenStdH = . 8. „ 

6Abt. „ = 9. „ 

I. Abt. „ = 10. ' „ 
AHA/Jn.7 = 11. „ 



4 ) „Memel und" hs durchkreuzt 

5 ) am Rand 1 hs Fragezeichen 

6 ) hinter T P unl I r n U: P unl, ,,8/12", darunter P unl 

7 ) r n Vert hs: „s. Op 9 — 1" 



417 



120-C 



Sechzehntes S: 



Anlage 1 ) 

Chef-Saehe! zu Ob.d.H. l.Abt. (I) Gen St d H 

NurdurchOffizier! Nr.3634 /38 g.Kdos. v.8.12.38 

11 Ausfertigungen 
3.Ausfertigung. 

Weisung 

fur das Oberkommando der 3. Armee im Kriegs- 
f a 1 1. 

Im AnschluB an den ErlaB des Fuhrers und Obersten Be- 
fehlshabers der Wehrmacht vom 27.9.38 (OKH l.Abt. (I) Gen St 
d H Nr.3594/38 g.Kdos. v. 28.9.38) befehle ich folgendes: 

1. ) Der Oberbefehlshaber der 3.Armee ist dafiir verantwortlich, daB 

in OstpreuBen unter Einsatz aller Mittel bis zum letzten um 
die Erhaltung der Provinz beim Reich gekampft wird. Die Wei- 
sung des Fuhrers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht 
vom 27.9.38 gibt ihm hierzu die notwendige Vollmacht. Auch 
bei ungiinstigster Entwicklung der Lage behalte ich mir die 
Entscheidung dariiber vor, ob alle Hilfsmittel der Provinz zu 
militarischem Widerstand erschopft sind. 

2. ) In der Fiihrung der Verteidigung der Provinz gegen 

einen feindlichen Angriff hat der Oberbefehlshaber der 3.Armee 
freie Hand. Zunehmende Erstarkung der ostpreuBischen Krafte 
wird es ermoglichen, dem Gegner friihzeitig auch offensiv ent- 
gegenzutreten. 

Die Genehmigung fur das Uberschreiten der Grenzen behalte 
ich mir jedoch vor, auBer fiir den Fall, daB offensichtliche An- 
griffshandlungen der feindlichen Wehrmacht vorliegen und die 
Lage sofortiges Handeln verlangt (s.ErlaB des Fuhrers und 
Obersten Befehlshabers der Wehrmacht vom 27.9.38, Ziffer 6 und 
2 )nachstehende Ziffer 8). 3 ) 

3.) 

— Seite 2 — 

3. ) Die politische Lage kann erforderlich machen, iiberraschend das 

Memelgebiet zu besetzen und zu halten. 



') die Seiten 1 bis 6 sind r o in Ecke hs von „3 bis 8" numeriert, Numerierung 
dariiber (unl) hs gestrichen 

2 ) unter T Stp: ,,Anlage zu O.K.M. A I op 116/38." („116/38." hs) 

3 ) Abschnitt 2.) hs schrag durchstridien, Abschnitt am Rand 1 hs angestrichen I 
1 davon hs (quer geschrieben): „Vermerk: Durch neue Weisung Teil IV 
geregelt. s. Seiten 14+15 der (?) Weisung fiir die einheitliche Kriegfiihrung" 

4 ) alle Abs'e der Seite sind hs schrag leicht gestrichen 



418 



120-C 



a) Bei der Durchfuhrung dieser Aufgabe wird es darauf an- 
kommen: 

unter sofortiger Inbesitznahme eines ausgedehnten 
Briickenkopf es bei Tilsit und Schaffung weiterer Ubergangsstellen 
iiber die Memel und Russ mit rasch greifbaren, gegebenenfalls 
immobilen oder marschbereiten Kraften baldigst das Memel- 
gebiet, insbesondere die Stadt Memel, zu besetzen und die fur 
seine Besetzung und Sicherung notwendigen weiteren Krafte 
friihzeitig nachzufiihren. (vgl.aUch Ziff.4 d) 

5 ) Gleichzeitiges Vorwerfen von Verbanden der Luftwaffe nach 
Memel und Eingreifen der Kriegsmarine von See aus gegen 
Memel ::-:: kann ::-: sowohl zur Unterstiitzung der vorgehen- 
den Krafte des Heeres als audi zur Abwehr eines VorstoBes 
feindlicher Seestreitkrafte auf Memel in Frage kommen. 

b) O K H wird die Durchfuhrung der Besetzung des 
Memelgebietes durch das Stichwort „Transportubung Stettin 
durchfiihren, Grenziibertritt frei ab "befehlen. 

6 ) Ob vorher oder gleichzeitig fur OstpreuBen die Kenn- 
ziffer ,,9714" (Befehlsiibernahme) und Mobilmachung ange- 
ordnet werden, wird von der Lage abhangen. 

Werden sie nicht befohlen, so hat der Kommandierende 
General des I.A.K. mit Eingang des oben erwahnten Stich- 
wortes die Vollmacht, alle zur Besetzung des Memelgebietes 
erforderlichen MaBnahmen zu treffen. Ziffer 3 der „Regelung 
* 2 der Befehlsgewalt in OstpreuBen" (OKH l.Abt. (I) Gen St 
d H 

Nr.3594/38 

— Seite 3 — 

Nr.3594/38 g.Kdos.v.28.9.38) tritt in Kraft. 7 ) 

c) Das Verhalten gegeniiber Teilen der litau- 
ischenWehrmacht und der litauischen Bevolkerung, die 
sich im Memelgebiet befinden, wird je nach der politischen 
Lage befohlen werden. Es kann in Frage kommen, ihnen 
gegeniiber unter der Parole, Memel vor dem polnischen 
Zugriff sichern zu miissen, GewaltmaBnahmen zu vermeiden. 7 ) 

d) Die Grenze des Memelgebiets gegen Litauen 
ist zunachst nicht zu iiberschreiten oder zu iiberfliegen, die 
GrenzenOstpreuBens gegen das iibrige Litauen und 
Polen sind zu sichern. 



5 ) 1 am Band neben dieser Z hs: „2.", I neben nachster Z: „1." 

B ) von bis * 2 1 am Rand hs kraftiger Stridi 

') Z 1 von Seite und Abs c) hs schrag leicht gestrichen 



419 



120-C 



4. ) Die politische Lage kann ferner die iiberraschende Besetzung der 

Stadt und des Freistaates Danzig verlangen. 

Fur die Durchfiihrung dieser Aufgabe gelten folgende 
Richtlinien: 

a) Die Besetzung Danzigs wird vom O K H durch Kenn- 
wort: „Transportubung Stolpmiinde durchfiihren, Grenzuber- 

tritt frei ab " ausgelost. (Ziff.3 b 2.u.3.Absatz gelten 

sinngemaB). 

Die Besetzung hat handstreichartig zu erfolgen. Wichtig ist, 
daB sobald als moglich deutsche Truppen in der Stadt Danzig 
selbst erscheinen. 

b) Die Mitwirkungder Luftwaffe und Kriegs- 
marine ist vorzubereiten und mit den Bewegungen der 
Heeresteile in Einklang zu bringen. Die grundsatzliche Zu- 
stimmung des Ob.d.M. und des Ob.d.L. ist durch O K H sicher- 
gestellt worden. Die fur OstpreuBen zustandigen Marine- und 
Luftdienststellen werden entsprechend angewiesen werden. 

■ c) 

— Seite 4 — 

c) Bei dem Handstreich ist polnisches Hoheitsgebiet 
ohne besonderen Bef ehl des O K H nicht zu verletzen. Dies 
gilt auch fiir den polnischen Bereich der Westernplatte, so- 
lange die dortige polnische Besatzung keine Waffengewalt an- 
wendet. 

d) Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Besetzung Danzigs 
gleichzeitig mit einer oder anschlieBend an eine Be- 
setzung des Memelgebietes in Frage kommt. Es miissen also 
Krafte fiir die gleichzeitige Losung beider Aufgaben bereit- 
gehalten werden. 8 ) 

5. ) Im Falle eines Konfliktesmit Litauenbezw. Rufi- 

1 a n d bei polnischer Neutralita t ist vorzusehen, einem 
feindlichen Angriffsaufmarsch auf litauischem Gebiet durch eine 
iiberraschend nach Litauen vorzutragende Offensive zuvorzukom- 
men, urn die litauische Mobilmachung zu treffen und wenigstens 
Teile des litauischen Heeres vor seiner Versammlung zu schlagen. 

Besonders wertvoll wird es sein, wenn es gelingt, moglichst 
friihzeitig die von Diinaburg und Riga heranfiihrenden Verbin- 
dungen zu beherrschen. 
^' " 

6. ) Im Falle kriegerischer Verwicklungen mit P o 1 e n bei 1 i t a u - 

ischer Neutralitat konnen kurze VorstoBe in das 



') Abs d) hs sdiriig gestridien 



420 



120-C 



f eindliche Ausladegebiet zur Storung des f eindlichen Aufmarsches 
oder die Wegnahme des polnischen Korridors (unter gleichzeitiger 
Mitwirkung weiterer Krafte aus Pommern heraus) in Frage 
kommen. Die Moglichkeit fiir ersteres sind gedanklich vorzuberei- 
ten, fiir letzteres ergehen spater Weisungen. 

7. )Fiir den Fall, dafi OstpreuBen von einem Krieg 

desiibrigen 

Deutschland 

— Seite 5 — 

Deutschland nichtoderzunachstnichtberiihrt 
wird, gilt folgendes: 

a) Der Abtransportstarkerer Krafte aus OstpreuBen 
auf dem Seewege nach dem iibrigen Deutschland kann not- 
wendig werden. Die Vorbereitungen hierfur und zwar fiir 
das mobile Gen.Kdo. I A.K. mit Korpstruppen, sowie fiir die 
mobilen Inf.Div.l, 11 und 21 sind zu treffen. 9 ) 

b) Es kann von Wichtigkeit sein, die OstpreuBen benachbarten 
Staaten moglichst lange aus dem Kriege des iibrigen Deutsch- 
lands herauszuhalten. In einem solchen Fall kommt es darauf 
an, deutscherseits jeden Grenzzwischenfall zu v e r - 
m e i d e n. Alle grenznahen militarischen MaBnahmen haben 
sich auf das Notwendige zu beschranken, solange nicht mit 
Angriffshandlungen der feindlichen Wehrmacht zu rechnen ist. 

8. ) Als Angriffshandlungen der feindlichen Wehrmacht im 

Sinne dieser Weisung gelten: 

das Vordringen feindlicher Truppen und Luftstreitkrafte auf 
bezw. iiber ostpreufiisches Gebiet, Artilleriefeuer oder Bom- 
benwurf auf ostpreufiisches Gebiet, Angriffe von der See, 

dagegen nicht eine womoglich unbeabsichtigte Grenziiberschrei- 
tung durch einzelne Posten, Spahtrupps, Freischarler oder Flug- 
zeuge. Ereignen sich solche, so ist nach Moglichkeit kein Gebrauch 
von der Waffe zu machen und in jedem Fall ein Uberschreiten 
der polnischen Grenze audi bei Abwehr solcher Grenzverletzun- 
gen verboten. 

9. ) Die polnischeMinderheitistin Spannungs- und Kriegs- 

zeiten scharf zu iiberwachen. Provokationen von deutscher Seite 
sind 

zu 



') Abs a) am Band t lis angestrichen 



421 



120-C 

— Seite 6 — 

zu vermeiden. Auflosung der polnischen Organisationen und 
Festsetzung ihrer Fiihrer kann in Frage kommen. Aufstandige 
Bewegungen sind niederzuschlagen. In jedem einzelnen der vor- 
genannten Falle ist jedoch vorher die auBenpolitische Riick- 
wirkung sc-lcher MaBnahmen in Rechnung zu stellen. 

10.)F eindnachrichten werden dem Generalkommando I. A.K. 
jeweils durch O K H je nach der politischen Lage zugehen. 10 ) 

v.Brauchitsch. 



DOCUMENT 122-C 

EXTRACT FROM THE WAR DIARY OF THE ADMINISTRATION OF 
NAVAL WARFARE. ENTRY 3 OCTOBER 1939: POSSIBILITY OF 
OBTAINING BASES IN NORWAY TO BE CHECKED; ACCORDING 
TO REPORTS FROM THE COMMANDANT OF "U-3", A DANISH 
AND A SWEDISH STEAMER HEADED FOR "U-3" WITH THE IN- 
TENTION OF RAMMING HER (EXHIBIT GB-82) 



BESCHREIBUNG: 

begl Phot I ms'e Eintragungen im Kriegstagebuch-Vordruck I teilw W der Ein- 
tragungen unter dem 3. Oktober 1939 I am SdiluB der Eintragungen vom 
3. Oktober 1939 auf Seite 35 ms (gestuft untereinander): „C/Skl (darunter P: 
„S 9/10"), 1 Ski (darunter P: „F 8/10"), la (dadurA P unl, ,,7/10"), Asto 2 
(dadurch P unl, ,,7/X")", 1 von allem hs: „ges.", P: „Rdr 10/10" 



Datum 


Angabe de§ Ortes, Wind, Wetter, 




und 


Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 


Vorkommnisse 


Uhrzeit 


der Luft, Mondschein usw. 








Pruf-Nr. 1 




Chefsache! 





Geheime Kommandosache 

::-: Nur durch Offizier! ::-:: 

K riegstagebuch der Seekriegsleitung 



°) hinter T P unl I r n U: P unl, Datum unl; darunter P unl 



422 



(l.Abteilung) 



122-C 



Teil A 

Chef der Seekriegsleitung: GroBadmiral Dr.h.c.R a e d e r 
Chef des Stabes der 

Seekriegsleitung: Konteradmiral Schniewind 

Chef der l.Abteilung 

Seekriegsleitung: Kapitan zur See Fricke 

Heft 2 

Begonnen: 1. Oktober 1939 

Abgeschlossen: 31. Oktober 1939 

— Seite 2 — 

26 



Datum 

und 
Uhrzeit 


Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 
Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 
der Luft, Mondschein usw. 


Vorkommnisse 









3.10. 



L a g e b es p r e c h u n g beim Chef der 
Seekriegsleitung : 

Besonderes: 

1-) 



Datum 

und 
Uhrzeit 


Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 
Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 
der Luft, Mondschein usw. 


Vorkommnisse 









3. 10. 



5.) Chef Ski. halt es fur notwendig, den Fiihrer 
baldmoglichst mit den Uberlegungen der Ski. iiber 
die Moglichkeiten. zur Ausweitung der Operations- 
basis nach Norden vertraut zu machen. Es ist zu 



423 



122-C 



priifen, ob unter dem gemeinsamen Druck Russlands 
und Deutschlands die Moglichkeit zur Gewinnung 
von Stiitzpunkten in Norwegen besteht, mit dem Ziel 
einer grundsatzlichen Verbesserung unserer strate- 
gischen und operativen Lage. Folgende Fragen sind 
zu uberpriifen: 

a) Welche Orte in Norwegen kommen als Stiitz- 
punkte in Frage? 

b) Kann die Gewinnung der Stiitzpunkte, sofern 
es kampflos nicht moglich ist, gegen den 
Willen Norwegens militarisch erzwungen 
werden? 

.c) Wie ist die Verteidigungsmoglichkeit nach 
Inbesitznahme? 

d) Miissen die Hafen voll ausgebaut werden als 
Stiitzpunkte, oder bringen Sie evtl. schon als 
Versorgungsplatze entscheidende Vorteile ? 
(B.d.U. halt derartige Hafen schon fur voriiber- 
gehendes Anlaufen als Ausriistungs- und Ver- 
sorgungsbasen fur ausserst , wertvoll fur 
Atlantik-Uboote). 

e) Welche entscheidenden Vorteile wurde die Ge- 
winnung eines Stiitzpunktes in Nord-Dane- 
mark, z.B. Skagen- fur die Seekriegfiihrung 
besitzen? 

(Zu 4.) und 5.) siehe auch Teil C, Heft II „Nordsee- 
kriegfiihrung"). 



— Seite 3 — 



33 


Datum 


Angabe des Or tes, Wind, Wetter, 




und 


Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 


Vorkommnisse 


Uhrzeit 


der Luft, Mondschein usw. 









3.10. 



Handelskriegfiihrung mit Ubooten: 

Meldung des Kommandanten des zuruckge- 
kehrten „U 3" (Oberleutnant zur See Schepke) 
ergibt einwandfreien Tatbestand, dass sowohl 
danischer Dampfer „Vendia" wie schwedischer 
Dampfer „Gun" in — . — 



424 



i22-C 



34 



Datum 


Angabe des Ortes, Wind, Wetter, 




und 


Seegang, Beleuchtung, Sichtigkeit 


Vorkommnisse 


Uhrzeit 


der Luft, Mondschein usw. 




3.10. 


unverantwortlicherweise 


zum Rammversuch 



auf „U 3" zugehalten haben. 



Angelegenheit wird durch personliche 
Berichterstattung des Kommandanten beim Auswar- 
tigen Amt weiter geklart und fiihrt am 4.10. zu einem 
Protest bei der schwedischen und danischen Regie- 
rung. Gleichzeitig erfolgt bei schwedischer Regierung 
Protest wegen. der deutschfeindlichen Aufmachung 
der in letzter Zeit wahrend deutscher Handelskriegs- 
tatigkeit eingetretenen Zwischenfalle in der schwe- 
dischen Presse, wodurch nach deutscher Auffassung 
erst die Voraussetzung geschaffen wird fur derartige 
unverantwortliche Handlungsweisen wie es der 
Rammversuch auf deutsche Uboote darstellt. 

(Naheres siehe Teil C, Heft VIII). 



DOCUMENT 123-C 

LETTER FROM JODL TO THE COMMANDER-IN-CHIEF OF THE 
ARMY, 7 OCTOBER 1941: ACCORDING TO HITLER'S DECISION, A 
POSSIBLE OFFER BY LENINGRAD AND LATER BY MOSCOW TO 
CAPITULATE IS NOT TO BE ACCEPTED; THESE AND ALL OTHER 
CITIES ARE TO BE CRUSHED BY ARTILLERY AND AIR BOMBARD- 
MENT BEFORE BEING TAKEN; THE POPULATION IS TO BE IN- 
DUCED TO FLEE TO INNER RUSSIA, WHICH WILL INCREASE 
CHAOS IN RUSSIA AND FACILITATE GERMAN EXPLOITATION 
OF THE OCCUPIED EASTERN TERRITORIES (EXHIBIT USSR-114) 



BESCHREIBUNG: 

begl Phot I die Seiten sind in der Ecke r o mit „31, 30, 29" hs numeriert 



* Geheime Kommandosache 

F.H.Qu., den 7.10.41 
Oberkommando der Wehrmacht 
Nr. 44 1675/41 g.K.Chefs.WFSt/Abt.L(I Op.) 



425 



123-C 



Chefsache! 14 Ausf ertigungen 

Nur dureh Otfizier! 2 Ausfertigung 

Bezug: OKH (Op.Abt.) Nr.41 244/41 g.K. 

vom 18.9.41 V) 

An 

Ota.d.H. (Op.Abt.) 



Der Fuhrer ::-:: hat erneut entschieden, dass eine Kapitu- 
lation ::-:: von ::-:: Leningrad oder spater von Moskau ndcht 
anzunehmen ist, ::-:: auch wenn sie von der Gegenseite angeboten 
wurde. 

Die moralische Berechtigung zu dieser MaBnahme liegt vor 
aller Welt klar. Ebenso wie in Kiew durch Sprengungen mit 
Zeitziindern die schwersten Gefahren fur die Truppen entstanden 
sind, mufi damit in Moskau und Leningrad in noch starkerem 
MaBe gerechnet werden. Dass Leningrad unterminiert sei und 
bis zum letzten Mann verteidigt wurde, hat der sawjetrussische 
Rundfunk selbst bekannt gegeben. 

Schwere Seuchengefahren sind zu erwarten. 

Kein deutscher Soldat hat daher diese Stadte zu betreten- 
Wer die Stadt gegen unsere Linien verlassen will, ist durch 
Feuer zuriickzuweisen. Kleinere, nicht gesperrte Liicken, die ein 
Herausstromen der Bevolkerung nach InnerruBland ermoglichen, 
sind daher nur zu begriiBen. Auch fur alle ubrigen Stadte gilt, 
dass sie vor der Einnahme durch Artilleriefeuer und Luftangriff e 
zu zermiirben sind und ihre Bevolkerung zur Flucht zu ver- 
anlassen ist. 

Das Leben deutscher Soldaten fur die Errettung russischer 
Stadte vor einer Feuersgefahr einzusetzen oder deren Bevolke- 
rung auf Kosten der deutschen Heimat zu ernahren, ist nicht 
zu verantworten. 3 ) 

— Seite 2 — 

::-:: Das Chaos in RuBland wird umso groBer, unsere Ver- 
waltung und Ausniitzung der besetzten Ostgebiete umso leichter 
werden, ::-:: je mehr die Bevolkerung der sowjetrussischen 
Stadte nach dem Innern RuBlands fluchtet. 

') r unter dem Bezug- Vm hs: „C/Skl vorlegen" (dadurdi P: „F 11"), r davon 
Stp: „Ob.d.M. op 1690/41 Eing. 7.10. Anlagen: — " (Aktenzeichen und Datum 
hs), darunter: P unl, „9"; r darunter hs: „Ia (dadurdi P unl), If (dahinter: 
P unl, ,,10/10")", darunter hs: „z.d.A. bei I op" (hs unterstrichen) 

2 ) 1 unter dem Bezug-Vm (neben Adr) hs: „I op (hs unterstrichen, daneben 
P unl). Kurze Unterrichtung Gr Nord pp im . . . zu . . . Schreiben betr. Peters- 
burg erforderlich. Ia, P unl" (an den punktierten Stellen Worte unl) 

') Abs am Rand r hs angestrichen 



426 



123-C 



::-:: Dieser Wille des Fuhrers muB sam.tlich.en Kommandeuren 
4 ) zur Kenntnis gebracht werden. ::-:: 6 ) 

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht 
J. A. 
gez. J o d 1 

F.d.R. 

Unterschrift (unl) 

Hauptmann d.G. 6 ) 

— Seite 3 — 

Verteiler: 

Ob.d.H. (Op.Abt.) 1. Ausfertigung 

::-:: Ob.d.M. (2. 7 ) Ski.) 2. „ 

Ob.d.L. — Lw.Fii.Stab 3. 

OKW 

WFSt 
Abt.L 
WPr. 
Ausl./Abw. 
Abt.Ausland 
Wi Rii Amt 
Reserve 



4. 

5.-8. 
9. 
10. 
11. 
12. 
13.— 14. 



J ) 1 n und unter T langer hs'er Vm, zu lesen nur: „Die Belassung (?)... Es 
ist daher damit zu rechnen, dass diese obige Regelung sich nur auf die GroB- 
stadte und nicht auf die Besamtbevolkerung bezieht. P unl" 

5 ) vor und hinter T von Seite 1 und 2 („Der Fiihrer . . ." bis „ . . . gebracht 
werden.") hs eckige Kl'n 

6 ) darunter hs (in der Binteilung eines Schreibens, hier hintereinander ab- 
gedruckt): „Skl. B.Nr. l./Skl I op 1650/41 Gkds. Chefs. Vfg. I) Schreibe an: 
Gruppe Nord (dahinter hs: „Pr 1", angehakt), Mar. Verb. Offz. Heeresgruppe 
Nord (dahinter hs: „Pr. 2", angehakt; „Kpt. (?) z.S. . . .", Name unl), Mitte 
(?, unterstrichen): Ski. Qu. Betrifft (unterstrichen): Zukunft der Stadte Lenin- 
grad und Moskau. Im Anschluss an Ski. B.Nr. 1. Ski. Ia 1601/41 Gkds. Chefs, 
vom 29.9.41 wird nachstehende Weisung des OKW. an den Ob.d.H. mit- 
geteilt: „Von bis (vor und hinter „bis" eckige Kl, siehe FuBnote 5 ) aus Ein- 
gang". II) Abschrift an lb. (dahinter hs: „Pr. 4", angehakt). Ill) z.d.A. bei 
I op", unter allem hs: „I. A. I op (P unl) 11/10." I 1 o durch Kopf dieser 
Vfg hs: „gefertigt 4 x", darunter hs: „ab", hinter beidem Kl und „am 11.10. 
41, P unl" 

7 ) „2." hs schrag doppelt unterstrichen, davon r o hs Fragezeichen 



427 



DOCUMENT 126-C 

PAPERS DEALING WITH CASE "WHITE" (ATTACK ON POLAND): 
RAEDER'S DIRECTIVE, 16 MAY 1939; RAEDER'S OPERATIONAL 
DIRECTIVE, 2 AUGUST 1939: ATLANTIC U-BOATS TO BE USED; 
OPERATIONAL ORDER BY THE NAVAL GROUP COMMAND EAST, 
21 AUGUST 1939, FOR SHIP OF THE LINE "SCHLESWIG HOLSTEIN": 
TO BE USED AGAINST POLAND; HITLER'S DIRECTIVE NO. 1 FOR 
THE "CONDUCT OF THE WAR", 31 AUGUST 1939: ATTACK ON 
POLAND TO BEGIN 1 SEPTEMBER 1939, 4:45 AM; RESPONSIBILITY 
FOR THE OPENING OF HOSTILITIES IN THE WEST TO BE LEFT 
TO ENGLAND AND FRANCE; MEMORANDUM BY KEITEL, 22 JUNE 
1939, CONCERNING PREPARATIONS; MEMORANDUM BY BRAU- 
CHITSCH, 3 JULY 1939: BEFORE THE ARMY HAS CROSSED THE 
BORDER, NO STEPS WHICH MIGHT ENDANGER THE ELEMENT OF 
SURPRISE TO BE TAKEN BY OTHER BRANCHES OF THE WEHR- 
MACHT (EXHIBIT GB-45) 



BESCHREIBUNG: 

siebenteilig I begl Phot I alle in den FuBnoten angefiihrten Streichungen, 
Zusatze und Anderungen hs, soweit nichts anderes vermerkt ist 
E r s t e s S : die Seiten sind in der Ecke r o hs mit „17" bis „40" numeriert I 
X-Zeit ist in der Urk jeweils hs in Y-Zeit geandert 



Geheime Kommandoiache 

Vom Oberbefehlshaber der Kriegsmarine zu 

vollziehen! 

l ) 

Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Berlin, den 16/5. Mai 1939 
B.Nr. 1. Ski. Ia Op 48/39 
Gkdos Chefs. 

k , S hef I a ?«. ! ■ . Vfg. ::-:: Chefsache ::-:: 

Nurdurdi Offiziei! 

I.) Fertige an: 2 ) 

Gruppe Ost Prf.Nr. 1 

Station A „ „ 16 

Station N fur Gruppe West „ 2 

ohm Begleitschreiben 



1 ) ,,16/5" fiber Liicke im ms'en T eingefiigt 

2 ) I n Vert: „... C gesandt 18/5.39", P: „P"; I darunter hs: „An (?) Ia (unter- 
strichen; dadurch: „erl"; dahinter P: „GW 16/5"). 1) Sdireiben sind durch 
+ zu vollziehen. 2) Im Anschreiben kurze Begriindung betr. eingehender 
Befehlserteilung."; darunter: „Ja. (?), P unl, 15 (?)" 



428 



126-C 



Nachrichtlich: Flotte Prf.Nr. 3 

B.d.A. „ „ 4 

F.d.T. „ „ 5 

F.d.U. „ „ 6 

F.d.M. „ „ 7 

F.d.Luft. „ „ 8 

B.S.O. „ „ 9 

B.S.N. „ „ 10 
General der 
Luftwaffe beim 

Ob.d.M. „ „ 11 



Betrifft: Weisung Fall „Weiss" 
Ohne Vorgang. 



I. Weisung des Fiihrers: 

Der Fuhrer hat folgende Weisung erlassen: 

Fall W e i s, s : 

Die gegenwartige Haltung Polens erfordert es, iiber die 
bearbeitete Grenzsicherung O s t hinaiis die militarischen Vor- 
bereitungen zu treffen, um notigenfalls jede Bedrohung von 
dieser Seite fur alle Zukunft auszuschliessen. 

— Seite 2 — 

1.) Politische Voraussetzungen und Zielsetzung. 

Das deutsche Verhaltnis zu Polen bleibt weiterhin von dem 
Grundsatz bestimmt, Storuragen zu vermeiden. Sollte Polen 
seine bisher auf dem gleichen Grundsatz beruhende Politik 
gegeniiber Deutschland umstellen und eine das Reich bedro- 
hende Haltung einnehmen, so kann 3 ) eine endgiiltige Abrech- 
nung erforderlich werden. Das Ziel ist dann, die polnische 
Wehrkraft zu zerschlagen und eine den Bedurfnissen der 
Landesverteidigung entsprechende Lage im Osten zu schaffen. 
Der Freistaat Danzig wird spatestens mit Beginn des Konfliktes 
als deutsches Reichsgebiet erklart. 

Die politische Fiihrung sieht es als ihre Aufgabe an, Polen 
in diesem Falle womoglich zu isolieren, d.h. den Krieg auf Polen 
zu beschranken. 

Eine zunehmend krisenhafte innere Entwicklung in Frank- 
reich und eine daraus folgernde Zuriickhaltung Englands 
konnten eine derartige Lage in nicht zu ferner Zeit entstehen 
lassen. 



3 ) hinter „kann" urspriinglich : ,,ungeadjtet des geltenden Vertrages", gestridien 



429 



126-C 



— Seite 3 — 

4 ) Ein Eingreifen Russlands, soweit dieses dazu fahig sein 
sollte, wird Polen aller Voraussicht nach nichts niitzen, da es 
seine Vernichtung durch den Bolschewismus bedeuten miisste. 

Die Haltung der Randstaaten wird allein von den militari- 
schen Erfordernissen Deutschlands bestimmt werden. 

Auf deutscher Seite kann mit Ungarn als Bundesgenossen 
nicht ohne weiteres gerechnet werden. Die Haltung Italiens ist 
durch die Achse Berlin-Rom bestimmt. 

2. ) Militarische Folgerungen: 

Die grossen Ziele im Aufbau der deutschen Wehrmacht 
bleiben weiterhin durch die Gegnerschaft der westlichen Demo- 
kratien bestimmt. Der Fall „ Weiss" bildet lediglich eine vor- 
sorgliche Erganzung der Vorbereitungen, ist aber keineswegs 
als die Vorbedingung einer militarischen Auseinandersetzung 
mit den Westgegnern anzusehen. 

Die Isolierung Polens wird umso eher audi iiber den Kriegs- 
ausbruch hinaus erhalten bleiben, je mehr es gelingt, den Krieg 
mit uberraschenden, starken Schlagen zu eroffnen und zu 
schnellen Erfolgen zu fiihren. 

— Seite 4 — 

Die Gesamtlage wird es aber in jedem Falle erfordern, dass 
auch Vorkehrungen zum Schutz der Westgrenze und der Nord- 
seekiiste des Reiches und des Luftraumes iiber ihnen getroffen 
werden. 

Gegen die Randstaaten, insbesondere gegen Litauen, sind 
Sicherungsmassnahmen fur den Fall eines polnischen Durch- 
marsches zu treffen. 

3. ) Aufgaben der Wehrmacht: 

Die Aufgabe der Wehrmacht ist es, die polnische Wehrmacht 
zu vernichten. Hierzu ist ein uberraschender Angriffsbeginn 
anzustreben und vorzubereiten. Die getarnte oder offene all- 
gemeine Mobilmachung wird erst am Angriffsvortage zu dem 
spatestmoglichen Termin befohlen werden. Uber die fiir die 
Grenzsicherung West vorgesehenen Krafte 6 ) ist zunachst nicht 
anderweitig zu verfiigen. 

4 ) 1 n T der folgenden drei Abs'e von Abschnitt 1.) StriA und Vm: „vorriidcen 
wie unten" 

5 ) von bis * 2 hs groBe eckige Kl 

6 ) hinter „Krafte" urspriinglidi: „(s.Abschn. I) — Grenzsicherung)", gestrichen 



430 



126-C 



Die iibrigen Grenzen sind nur zu beobachten, gegen Litauen 
ist zu sichern. 

4.) Auftrag fur die Kriegsmarine. 1 ) 

In der Ostsee : 

fallen der Kriegsmarine folgende Aufgaben 

- Seite 5 — 

zu: 

1. ) Vernichtung bezw. Ausschaltung der polnischen Seestreit- 

krafte. 

2. ) Abriegelung der nach den polnischen Seestiitzpunkten, ins- 

besondere Gdingen, fiihrenden Seewege. Der neutralen 
Schiffahrt in polnischen Hafen und in Danzig ist eine mit 
Beginn des Einbruches in Polen bekanntzugebende Auslauf- 
frist zu setzen. Nach ihrem Ablauf werden der Kriegsmarine 
die Sperrmassnahmen freigegeben. 

Die durch die Auslauffrist entstehenden Nachteile fiir die 
Seekriegfiihrung miissen in Kauf genommen werden. 

.3.) Unterbindung des polnischen Seehandels. 

4. ) Sicherung des Seeweges Reich — Ostpreussen. 

5. ) Schutz der deutschen Seeverbindungen nach Schweden und 

den baltischen Staaten. 

6. ) Aufklarung und Sicherung, soweit moglich, in unauffalliger 

Form, gegen ein Eingreifen sowjetrussischer Seestreitkrafte 
aus dem Finnischen Meerbusen heraus. Zur Verteidigung der 
Kiisten und des Kustenvorf eldes der N o r d s e e sind ent- 
sprechende Krafte der Kriegsmarine vorzusehen. 

— Seite 6 — 

In der siidlichen Nordsee und im Skagerrak sind die 
Massnahmen zu treffen, die zur vorsorglichen Sicherung 
gegen ein iiberraschendes Eingreifen der Westmachte in den 
Konflikt geboten erscheinen. Sie haben sich auf das unbe- 
dingt notwendige Mass zu beschranken. Ihre Unauffalligkeit 
muss gewahrleistet sein. Es kommt hierbei entscheidend 
darauf an, jegliche Handlungen zu vermeiden, die die 
politische Haltung der Westmachte verscharfen konnten. 8 ) 

') urspriinglich: „Auftrage fiir die Wehrmachtteile", darunter urspriinglidi : 

„a) . . . b) Kriegsmarine: ", gestrichen 
s ) darumter urspriinglich: „c) . . . ", gestrichen 



431 



126-C 

.II. Aufgaben des Heeres: 

Das Operationsziel des Heeres ist die Vernichtung des pol- 
nischen Heeres. Mit der Leitung der Operationen ist das Heeres- 
gruppenkommando I Berlin beauftragt, dem bei Fall „Weiss" 
das A.O.K. 3 Konigsberg unterstellt ist. Der Raum Gdingen - 
Hela liegt ausserhalb der Schwerpunktoperationen des Heeres. 
Mit einem Angriff auf Gdingen - Hela von der Landseite aus 
ist daher nicht sojort mit 9 ) Beginn der Operationen zu rechnen. 

— III. — 

— Seite 7 — 

III. 10 ) Aufgaben der Luftwaffe: 

Fur die Luftwaffe stehen, neben der Vernichtung der pol- 
nischen Luftwaffe in kurzester Frist, folgende Aufgaben im 
Vordergrund: 

1) Storung der polnischen Mobilmachung und Verhinderung 
eines planmassigen polnischen Heeresaufmarsches. 

2) Unmittelbare Unterstutzung des Heeres, vor allem der zuerst 
vorgehenden Teile, schon vom Uberschreiten der Grenze an. 

Scharfe Luftangriffe auf den Hafen von Gdingen sind erst nach 
Ablauf der der neutralen Schiffahrt gestellten Auslauffrist frei- 
gegeben. 

Mit der Leitung der Operationen der Luftwaffe ist das Kom- 
mando der Luftflotte 1, Berlin, beauftragt. 

IV. Weisung des Oberbefehlshabers der Kriegs- 
marine: 

Fur die Durchfuhrung der Operationen der Kriegsmarine 
erteile ich folgende Weisungen: 

1) Die im Falle „Weiss" bestehende starke deutsche Uberlegen- 
heit gegenuber den polnischen Streitkraften ist dazu auszu- 
nutzen, die der Marine zugewiesene Aufgabe schlagartig und 
so nachdrucklich durchzufuhren, dass sie in kurzester Zeit 
grundlich und endgiiltig gelQst ist. 

2) Bef ehlsf uhrung : 

Mit der Vorbereitung und Durchfuhrung der Operationen 
und Sicherungsmassnahmen der Kriegsmarine einschliesslich 
der Marinefliegerverbande in der Ostsee beauftrage ich den 
Gruppenbef ehlshaber O s t. 
i — Seite 8 — 



°) ursprunglich: „erst einige Tage nadi"; sodann „Tage" geandert in: „Zeit, 

anter Umstanden mehrere Wochen", darauf wieder gestrichen 
10 ) Abschnitt III. am Rand 1 angestrichen 



432 



126-C 



— Seite 8 — 

\ 

Soweit erforderlich, ist die Zusammenarbeit mit dem Heeres- 
gruppenkommando I Berlin und mit dem Luftflottenkommando I 
Berlin sicherzustellen. Als Seebefehlshaber Ost ist der B.d.A. 
vorzusehen. 

Mit der Vorbereitung und Durchfiihrung der ") Sifcherungs- 
massnahmen der Kriegsmarine einschliesslich der Marineflieger- 
verbande in der Nordsee beauftrage ich den Kommandierenden 
Admiral der Nordseestation. 

3.) Die ersten Operationen der Kriegsmarine 
gegenPolen: 

a) Auslauffrist fiir neutrale Schiffahrt. 

Die .Erstmassnahmen werden durch die in der Weisung 
des Fiihrers befohlene Auslauffrist fur neutrale Dampfer 
weitgehend beeinflusst. 

Die Bemessung dieser Frist auf 10 Stdt., von der Y-Zeit 
ab gerechnet, ist vorgesehen. 

Die Unterrichtung der neutralen Schiffahrt in Gdingen 
zurY-Zeit iiber diese Frist 12 ) wird von der Seekriegsleitung 
veranlasst. la ) 

— Seite 9 — 

b) Sperrunternehmung gegen Gdingen: 

Eine Verseuchung der Hafeneinfahrten von Gdingen mit 
R M B durch eine S-Bootsflottille zu Y-Zeit ist vorzusehen. Die 
Minen sind mit Verzogerungseinrichtung zu werfen, die mit 
Rucksicht auf die Auslauffrist auf 12 Std. einzustellen ist. Der 
Zeitiiberschuss von 2 Std. soli verhindern, dass an der Grenze 
der Frist auslaufende neutrale Dampfer der Sperrung zum 
Opfer fallen, Die Ausriistung 14 ) der Minen mit einer Ver- 
zogerungseinrichtung, die bis zu einer Hochstdauer von. 12 Std., 
vom Werfen ab gerechnet, eingestellt werden kann, wird vom 
O.K.M. veranlasst. 

Zur Y-Zeit ist ein Scheinangriff auf Gdingen mit 
Einheiten der Marinefliegerverbdnde u ) vorzusehen, durch den 
eine Ablenkung der Aufmerksamkeit erreicht und somit die 
Schnellbootsunternehmung erleichtert werden soil. 

11 ) Mi des Abs'es am Band 1 angestrichen 

12 ) hinter „Frist" urspriinglich: „ist mit Hilfe des deutschen Konsulates in 
Gdingen beabsichtigt und", gestrichen 

1S ) urspriinglich: „vom O.K.M. vorgenomraen" 
14 ) urspriinglich: „Ausriistungen" / 

lo ) urspriinglich: „Der Ob.d.L. ist gebeten worden, zur X-Zeit einen Schein- 
angriff auf Gdingen mit Teilen der operativen Luftwaffe" I Abs am Band 
1 pngestrichen 



433 



126-C 



Die Schnellboote sind auf dem Anmarsch und Riickmarsch 
dufch Zerstorer zu sichern. 

Als Erganzung der Verseuchungen der Hafeneinfahrten und 
fur den Fall der Undurchfiihrbarkeit der Schnellbootsunter- 
nehmung aus 

— Seite 10 — 

Wetter griinden oder anderem Anlass u ) ist weiter seewarts eine 
zweite Minensperrung durch Uboote vorzusehen. Im Hinblick 
auf die Tauchfahigkeit der Uboote kommt hierfiir der Raum 
beiderseits der 20 m-Linie in Frage. Die Verzogerungseinrich- 
tung ist — abhangig vom Zeitpunkt des Auslegens — so ein- 
zustellen, dass auch diese Minen 12 Std. nach Y-Zeit scharf 
werden. 

Zur weiteren Abschnurung des durch die Ubootsverseuchung 
gesperrten 11 ) Gebietes in Richtung auf die polnische Kiiste 
siidlich und nordlich von Gdingen ist die Verseuchung mit 
Luftminen durch Marinefliegereinheiten vorzubereiten. Diese 
Massnahme Soil fruhestens in der Abenddammerung des der 
Y-Zeit folgenden Abends durchgefiihrt werden. Den Ausfiih- 
rungsbefehl fiir den Einsatz der Luftminen behalte ich mir vor. 
c) Sperrmafinahmen gegen die Hafen der Halb- 
inselHela: 

Die Verseuchung der Einfahrten der kleinen, aber fiir mili- 
tarische Zwecke brauchbaren Hafen 1) Hela-Ubootshafen, 
2) Hela-Fischereihafen, 3) Heisternest, 4) Grossendorf durch je 
ein Uboot mit TMB zur Y-Zeit ist vorzubereiten. 

— Seite 11 — 

Da bei diesen Hafen eine Riicksichtnahme auf neutrale Schiff- 
fahrt entfallt, sind diese Minen ohne Verzogerungseinrichtung 
zu werfen. 

Da die Uboote zur wirksamen Verseuchung der Hafenein- 
fahrten im letzten Stuck des Anmarsches auf flache, fiir das 
Tauchen nicht mehr ausreichende Wassertiefen gehen miissen, 
ist Ob.d.L. gebeten worden, fiir den Fall, dass nach der Lage 
*i 18 )eine starke polnische Abwehrbereitschaft zu erwarten ist, einen 
scharfen Bombenangriff vori Kraften der operativen Luftwaffe 
auf die Landanlagen der Hafen und die Befestigungsanlagen 
der Halbinsel Hela zur Y-Zeit vorzusehen, um die Aufmerk- 
samkeit von den Hafeneinfahrten abzulenken. Der Gefahrdung 

,0 ) ursprunglich: „vorher nicht erkcnnbaren Griinden" 

17 ) ursprunglich: „Zur Verliingerung des durch die Ubootsverseuchung erfaBten I 

Satz am Rand 1 angestrichen 
ls ) T von * x bis *' 2 am Rand 1 angestrichen 



434 



126-C 



der eigenen Uboote durch die Luftangriffe ist durch ent- 
* 2 sprechende Abreden mit der Luftwaffe vorzubeugen. 

Den Ausftihrungsbefehl fiir die Sperrung der Hela-Hafen 
behalte ich mir je nach Lage und nach den Ergebnissen der 
Aufklarung am Y-Vortage vor. 

d) Blockierung n ) der Danziger Bucht: 

Da die polnischen Seestreitkrafte, soweit sie fahrbereit sind 
, und sich zur Y-Zeit im Haf en von Gdingen 20 ) befinden, 

— Seite 12 — 

wahrend der der neutralen Schiffahrt gewahrten Auslauffrist 
bis zum Wirksamwerden der eigenen Sperren ebenfalls den 
Hafen verlassen konnen, muss eine Blockierung der Danziger 
Bucht diese Sperrmassnahmen erganzen. Hierzu sind folgende 
Massnahmen vorzusehen: 

1) Aufstellung der an den Sperrunternehmungen vor Gdingen 
und den Hela-Hafen beteiligten Uboote nach Durchfuhrung 
ihrer Sperrmassnahmen bezw. bei Fortfall des Sperrauf- 
trages schon zur Y-Zeit in Wartestellungen auf den 
vermutlichen Aus- und Einlaufkursen polnischer Streitkrafte 
siidlich, ostlich und nordlich der H.albinsel Hela. Die 
Aufgabe dieser Boote ist neben Beobachtung und Meldung 
polnischer Streitkrafte der Angriff auf diese und auf Han- 
delsschiffe gemass Abschnitt IV), 5a) 21 ) dieser Weisung. 

2. Aufstellung eines Vorpostenstreifens 22 ) zur Y-Zeit ausserhalb 
der Wartestellungen der Uboote in einer Dichte, dass der 
unbemerkte Durchbruch von Uber- 

— Seite 13 — 

wasserstreitkraften auch in dunkler Nacht nicht moglich ist. 
Aufstellung von Kreuzern und Zerstorern hinter dem Vor- 
postenstreifen. Der Ubootsgefahr ist besondere Beachtung zu 
schenken. 

Auch bei Tage ist der Ausgang der Danziger Bucht so zu 
bewachen, dass ein Ausbrechen polnischer Uberwasserstreit- 
krafte unmoglich gemacht wird. 



9 ) urspriinglidi: „Blockadem.as8nahmen vor" 

!0 ) iiber: „im Hafen von Gdingen", Einfugung unl 

!1 ) urspriingliche Fassung unl 

!2 ) hinter „Vorpostenstreifens" urspriinglich : „von Torpedobooten und Geleit- 
booten", gestrichen 



435 



126-C 



Die Dauer dieser Blockierimgsmassnahmen 23 ) wird sich nach 
der Entwicklung der Lage, insbesondere nach den weiteren 
Nachrichten utaer den Verbleib der polnischen Streitkrafte zu 
richten haben. 

3.) Eingehende Luftaufklarung der mittleren und sudlichen Ostsee 
*' 1? )mit Hellwerden des Y-Tages bis zur Klarung der Lage, urn die 
Standorte von zur Y-Zeit bereits in See befindlichen polnischen 
Einheiten oder wahrend der Auslauffrist noch ausgelaufenen 
* 2 polnischen Ubooten beschleunigt f estzustellen und daraufhin 
Seestreitkrafte und Marinefliegerverbande 

— Seite 14 — 

zu ihrer Bekampfung ansetzen zu konnen. 

e) Angriffe der operativen Luftwaffe: 
*' 1S ) Der Ob.d.L. hat 21 ), die Zerschlagung der polnischen. Seeluft- 
streitkrafte durch Angriffe auf den Seeflughafen Putzig, die 
Ausweichhafen Heisternest und Hela sowie auf die Landflug- 
hafen Rahmel und Janowo durch Verbande der operativen 
* 2 Luftwaffe baldmoglichst nach Y-Zeit vorg(esehen 24 ). 

Betreffend 25 ) Angriff auf Halbinsel Hela vergleiche Ziffer 3.) 
c). 26 ) 

f) Luf tverteidigung: 
* 1 18 ) Eine Verstarkung der Luftverteidigung Pillau's und des 
Konigsberger Seekanals gegen polnische Vergeltungsangriffe ist 
* 2 beim Ob.d.L.. erbeten. 

g) Weitere Sicherungsmassnahmen gegen in See befindliche pol- 
nische Streitkrafte: 

Der Ausbruch polnischer Uberwasserstreitkrafte aus der 
Ostsee ist zu verhindern. Hierftir ist die Aufstellung ent- 
sprechend starker Streitkrafte 2 ') am Siidausgang des Sundes 
vorzusehen. 

— Seite 15 — 

Die Gjedser Enge ist durch Vorpostenstreitkrafte zu uber- 
wachen. 



3 ) urspriinglich: jjB'o^atlemassnahmen" 

4 ) ,,hat . . . vorgesehen" statt urspriinglich: ,,ist gebeten worden, ...vorzusehen" 

5 ) hinter ,, Betreffend" urspriinglicli: „Scheinangriff auf Gdingen und", gestriclien 
8 ) „Ziffer 3.)c)." statt urspriinglich: „Ziffer . . ." (Zahl unl)" b) und c)." 

") urspriinglicli: „Aufstellung einer entsprechend starken Kampfgruppe" 



436 



126-C 



Zur Feststellung des 'Einlaufens polnischer Streitkrafte in 
Hafen Lettlands und zum Angriff auf solche 28 ) Streitkrafte sind 
Libau und die Irben-Strasse durch Uboote zu iiberwachen. 
h) Voriiberlegungen der Seekriegsleitung: 

Die Voriiberlegungen der Seekriegsleitung iiber die Durch- 
fiihrung 20 ) der Operationen sind zur Verwertung bei den Vor- 
arbeiten 20 ) als Anlage beigefiigt. 

4. )Sicherungsmassnahmen gegen das Eingreifen 

fremder Machte in Ost-undNordsee: 

a) Die Sicherung der Ost- und Nordsee ist durch die in den 
„Vorlaufigen Kampfanweisungen" festgelegten Massnahmen 
::-:: „Ursula" ::-:: und ::-:: „Feodora" ::-:: riach Massgabe 
der noch verfiigbaren Krafte vorzubereiten. Die Massnahme 
„Ursula" ist durch Ubootsuberwachung der Ostsee-Ausgange, 
etwa auf Hohe von Laso, sowie des Hafens Libau und der 
Irben-Strasse (s. 3.) g) ) zu erweitern. Die Frage des Ein- 
satzes von Ubooten 

— Seite 16 — 

der U-Schule fur die Aufgabe im Kattegatt ist zu priifen. 
Auf die Unauffalligkeit dieser Sicherungsmassnahmen in der 
Nahe fremder Kiisten ist besonderer Wert zu legen. 

b) Zur Sicherung gegen feindliche Massnahmen aus der Luft 
gilt die Massnahme „Ortlicher Flakschutz™)" , verstarkt durch 
einen aus Hilfs- und Reserveverbanden bestehenden Flug- 
meldedienst in See, dies insbesondere in der Deutschen 
Bucht. 

c) Zur Steigerung der Bereitschaft der Kiistenverteidigung ist 
die Einleitung . lauf ender Reserveubungen mit dem Schwer- 
punkt Pillau und K.W.-Kanal sowohl beziiglich des Luft- 
meldedienstes als audi der Luftverteidigung beabsichtigt. 
Entsprechende Massnahmen werden vom Oberkommando 
angeordnet 31 ) werden. 

5. ) Verhalten der eigenen Streitkrafte: 32 ) 



') urspriinglich: „deuts(iie" 

') hinter „Durchfiihrung" urspriinglich: „von Einzelheiten"; hinter „Vor- 

arbeiten" urspriinglich: „des Gruppenkommandos usw.", gestrichen 
') urspriinglich: „Flackerfeuer" 
L ) urspriinglich: ,,&ingeleitet" 

! ) vor a) (urspriinglich h) ) urspriinglich folgender Abs a): „a) Es ist beabsichtigt, 
mit Beginn der X-Zeit die Blockade der polnischen Kiiste zu erklaren und 
eine Minenwarming fur alle polnischen Hafen und die Danziger Bucht zu 
erlassen. Die Fassung beider Erklarungen wird von der Seekriegsleitung 
vorbereitet," 



437 



126-C 



— Selte 17 — 

a) Von der Y-Zeit ab sind alle polnischen See-, Luft- und Land- 
streitkrafte sowie alle polnischen Handelsschiffe als feindlich 
zu behandeln. ::-:: Polnische Handelsschiffe sind nach 
Moglichkeit in einen deutschen Hafen einzubringen. Sie sind 
nur dann zu versenken und zwar unter Beobachtung der Be- 
stimmungen iiber Rettung der Besatzung, Fahrgaste und Papiere, 
wenn andernfalls ihr Einlaufen in polnische Hafen oder ihr 
Ausweichen in neutrale Hoheitsgewasser nicht verhindert wer- 
den kann oder die Moglichkeit ihrer Einbringung aus sonstigen 
Grunden nicht gegeben ist. Die warnungslose Versenkung pol- 
nischer und neutraler Handelsschiffe, die die Blockierung 
durchbrochen haben, 33 ) wird fiir die innerhalb der Danziger 
Bucht auf Wartestellungen eingesetzten Uboote freigegeben 
unter Aufrechterhaltung der Fiktion von Minentreffern, neu- 
trale Handelsschiffe 33 ) erst ab Y '+ 14 Std. . Polnische und 
neutrale Dampfer unter polnischem ::-:: bewaffneten 
::-:: Geleit ::-:: diirfen von der Y-Zeit ab jederzeit warnungs- 
los versenkt werden. 

::-:: Neutrale Dampfer ::-:: mit Bestimmung nach Neufahr- 
wasser und Danzig sind zunachst nach Pillau-Konigsberg 
umzuleiten. Der Zeitpunkt der Freigabe des Einlaufens nach 
Neufahrwasser, 

— Seite 18 — 

g.F. unter Geleit, wird von der Entwicklung der Lage abhangen. 

b) An polnischen Streitkraften und Handelsschiffen, die vor der 
Y-Zeit in See angetroffen werden, ist moglichst unauffallig 
Fiihlung zu halten, soweit die Durchfiihrung der Sperr- und 
Blockierungsmassnahmen dies zulasst. Die Feindseligkeiten 
sind vor der Y-Zeit nicht zu eroffnen, es sei denn, dass der 
Gegner es tut. 34 ) 

c) Ein Handelskrieg gegen neutrale Handelsschiffe ist zunachst 
nicht beabsichtigt, abgesehen von den Fallen des Durchbruches 
durch die Blockierung und des Fahrens unter polnischem Geleit 
(siehe 4.) a). Neutralen Handelsschiffen, die tatsachlich oder 
angeblich noch keine Kenntnis von der Blockade Gdingens haben 
und diesen Hafen ansteuern, ist von Beginn der Y-Zeit ab der 
Weitermarsch nach Gdingen von den Blockierungsstreitkraften 
zu verbieten. Die Befolgung des Verbotes ist, notigenfalls mit 
Waffengewalt, zu erzwingen. 

53 ) urspriinglich: „Blockadebrecher" 

34 ) hinter „tut." urspriinglich: „Der Anmarsch zur Durchfiihrung der Sperr- 
massnahmen ist jedoch notigenfalls mit Waffengewalt zu erzwingen."; 
dahinter: gestr. It. l.Skl. Ia 76/39. v. 1.7.39." 



438 



126-C 



d) Die Fassung der Erklaruhg, durch die mit Beginn der Y-Zeit 
die Blockierung der polnischen Kiisten und die Minenverwen- 
dung vor den polnischen Hafen bekanntgemacht werden soli, 
wird von der Seekriegsleitung vorbereitet. Da es zweckmassig 
sein wird, das Bestehen eines Kriegszustandes formell nicht in- 
Erscheinung treten zu lassen, wird sie von der Form einer 
regelrechten Blockadeerklarung und Minenwarnung 33 ) voraus- 
sichtlich abweichen. 

— Seite 19 — 

e) Die Hoheitsgewasser der neutralen Staaten sind zu achten. Im 
Sinne der von der politischen Fiihrung erstrebten Beschrankung 
des Konfliktes auf Polen ist die von den neutralen Staaten 
beanspruchte Breite ihrer Hoheitsgewasser zu Grunde zu legen. 
Sie betragt bei Schweden, Estland und Finriland 30 ) 4 sm 
(Aalandsinseln 3 sm), bei Danemark, Lettland und Litauen 3 sm. 

Ich verbiete jede Art von Kampfhandlungen und militari- 
schen Massnahmen innerhalb dieser Gewasser ausser im Falle 
der Verteidigung gegen einen vom Gegner begonnenen Angriff . 

Das von den nordischen und baltischen Staaten in ihren 
Neutralitatserklarungen fur Uboote erlassene Verbot der Durch- 
fahrt durch die Hoheitsgewasser mat Ausnahme der Ostsee- 
Eingange ist zu beachten. 

6.) Die deutsche Handelsschiffahrt: 

Die deutsche Handelsschiffahrt in der Ostsee ist zunachst 
in eigenen oder neutralen Hafen anzuhalten, bezw. zur Riick- 
kehr oder zum Einlaufen in solche Hafen zu veranlassen, bis 
die Lage bezuglich der polnischen Seestreitkrafte geklart ist. 
Die Herausgabe einer Warnung vor Beginn der Y-Zeit kommt 
nicht in Frage") 

— Seite 20 — 

Weitere Massnahmen, wie 38 ) Freigabe der Schiffahrt, Bildung 
von Geleitziigen usw., miissen sich aus der Entwicklung der 
Lage ergeben. Es ist anzustreben, die Anhaltung der Schiffahrt 
auf einen moglichst kurzen Zeitraum zu beschranken. 



35 ) urspriinglich: „Minenverwendung" 

36 ) ursprunglicli: „Finnl'and und Estland" 

37 ) „kommt nicht in Frage." gestrichen und eingefiigt: „ist . . ." (mehrcre 
Worte unl) 

3S ) hinter „wie" urspl-iinglicb: ,, die", gestrichen 



439 



126-C 



7.) Kraf tezuteilung: 

a) Fur die Massnahmen im Fall „Weiss" gemass IV) 3.) werden 
dem Gruppenkommando O s t f olgende Streitkrafte unter- 
stellt: 

3 Kreuzer 

2 Zerstorerflottillen 

alle T-Flottillen einschl. TS-Flottille 

Geleitflottille 

1 S-Flottille 

5 Uboote, Typ VII oder VII b 

4 Uboote, Typ II und mindestens 

2 Uboote, Typ II zur Bewachung Li'bau und Riga 

3 Uboote (der U-Schule) zur Uberw.achung Seegebiet Laso 

*' !0 ) Bis zu 2 Trofischiffen nach Anforderung Gruppe Ost Marine- 
fliegerverbande des Ostseebereich.es. 

Zusatzlich eine M.Z.-Staffel des Nordseebereichs. 

Die Auswahl im einzelnen im Einvernehmen mit Flotte und 
* 2 F.d.Luft. i0 ) 

— Seite 21 — 

b) Die Massnahmen „Ursula" und „Feodora" sind mit den noch 
verfiigbaren Streitkraften durchzufiihren. 

c) Die Panzerschiffe mit 1 bis 2 Trofischiffen und restliche Uboote 
haben fur Atlantikkriegfiihrung auszuriisten und sich in den 
Nordseehafen bereitzuhalten. Ihre Entsendung noch vor dem 
Y-Tage in ihre Operationsgebdete wird angestrebt. 41 ) 

Die Schlachtschiffe bleiben in der Nordsee in Bereitschaft. 

d) Da mit langerer Dauer der Bereitschaft 42 ) fur Fall „Weiss" 
gerechnet werden muss, ist die jederzeitige Verwendungsbereit- 
schaft der unter 6.) a) genannten Streitkrafte nicht mit Sicher- 
heit zu erwarten. 

Das Gruppenkommando Ost hat deshalb seine Anordnungen 
fur die Durchfuhrung der Operationen so zu treffen, dass diese 
g.F. auch unter Inkaufnahme gewisser Einschrankungen 43 ) mit 
weniger Streitkraften durchfuhrbar sind. Der Mindestbedarf an 
Streitkraften ist festzustellen. O.K.M. beabsichtigt, Massnahmen 
zur dauernden Bereitstellung dieses Mindestbedarfes zu treffen. 

39 ) T von *' his * 2 am Band 1 fett angestriclaen 

40 ) urspriinglich: „Flotte, F.d.U. und F.d.Luft" 

41 ) liber Z Einfiigung unl 

42 ) hs'e Unterstreichung von „langerer Dauer . . Bereitschaft" wieder gestrichen 

43 ) „unter Inkaufnahme gewisser Einschrankungen" ms zwischen den Z'n eingefiigt 



440 



12S-C 



— Seite 22 — 

8.)Y-Zeit. Vorbereitungszeit und Aufmarsch: 

a) als Y-Zeit kann mit einem Zeitpunkt in den friihen Morgen- 
stunden, zwei Std. vor Hellwerden, (3 Std. vor 

. Sonnenaufgang) gerechnet werden. Dieser Zeitpunkt ist yon 
der Kriegsmarine als Vorbedingung fiir die vorgesehenen 
Massnahmen gefordert und vom O.K.W. anerkannt worden. 

b) Mit Riicksicht auf weitgehende Aufrechterhaltung des Frie- 
densausbildungsbetriebes und auf die Vermeidung friih- 
zeitiger BloBstellung der vorgesehenen Massnahmen ist mit 
einer Vorwarnungs- (Vorbereitungs-) Zeit von 48 Std. zu 
rechnen. Es kann also mit der Ausgabe des Y-Tages und der 
Y-Zeit 48 Std. vor dieser X-Zeit gerechnet werden. 

Die Vorbereitungen sind dementsprechend soweit zu 
treffen, dass 48 Std. nach Eingang des Befehles beim Grup- 
penkommando Ost die Massnahmen der Y-Zeit durchgefiihrt 
werden konnen. 44 ) 

— Seite 23 — 

c) Aufmarsch: 

Eine Zusammenballung der fiir die Operationen vor- 
gesehenen Streitkrafte vor der Durchfiihrung nach Eingang 
der Vorwarnung (des Befehles fiir )Y-Zeit) in der Nahe des 
Operationsgebietes ist zu vermeiden. Vielmehr sollen diese 
entsprechend ihrer Geschwindigkeit und den fiir die ein- 
zelnen Einheiten oder Verbande in Frage kommenden Vor- 
bereitungsmassnahmen moglichst unauffallig an der ganzen 
Kiiste so verteilt werden, dass die fiir sie vorgesehenen 
Stellungen der Y-Zeit noch mit Sicherheit erreicht werden. 45 ) 

9.) Massnahmen bei vorangehender Spannungs- 
zeit: 

Von besonderer Bedeutung in einer dem Fall „Weiss" voran- 
gehenden Spannungszeit ist die tJberwachung der Bewegungen 
und Massnahmen polnischer Seestreitkrafte. 

Fiir diesen Fall behalten die unter Kenriwort: „Transport- 
iibung Liibeck" vorgesehenen Massnahmen ihre Giiltigkeit. 



) der folgende Abs ist gestriclien: „Ziir Erreichuug einer weitgehenden Tarnung 
ist die Lagerung des erforderJithen Sperrmaterials fiir S- und U-Boote auf 
den Begleitschiffen, sowie die Vorratshaltung in den Hafen Swinemiinde und 
Pillau haldigst vorzusehen." 

) urspriinglich: „daB nnr mit Sicherheit die fiir sie vorgesehenen Positionen 
der X-Zeit erreicht werden." 



441 



126-C 



— Ssite 24 — 

46 )V. TerminfiirdieVorarbeiten: 

Nach der Weisung des Fiihrers hat die Bearbeitung des Falles 
„ Weiss" so zu erfolgen, dass die Durchfiihrung ab 1.9.1939 jeder- 
* 2 zeit moglich ist. 

Da auf Grund der jungsten politischen Entwicklung jedoch 
nicht mit Sicherheit zu ubersehen ist, ob die politische Fuhrung 
nicht gezwungen sein wird, die Durchfiihrung bereits zu einem 
friiheren Zeitpunkt zu fordern, ist grosste Beschleunigung der 
Vorarbeiten notwendig. Die Weisungen undBefehle desBefehls- 
habers der Gruppe O s t sind mir daher bis zum 15.6. vor- 
zulegen. 



Abschrift Prf.Nr. 12 bei Chef 3.Skl., z.Verbleib bei Chef A II 
i q a VT A TV 

„ „ 14 „ „ MWa, ChefB, Chef E, Chef C, 

Chef MPa, zum Verbleib bei l.Skl. 
„ „ „ 15 „ „ Umlauf bei Hauptreferenten l.Skl. und 

Korvettenkapitan Junge (O.K.W.) 
„ „ „ 16 — 18 Reserve bei l.Skl. 

16 = Skl.(?)N. 
Ski. 17 = z. K. Adjut Fuhrer. 



Der Oberbefehlshaber der 
' Kriegsmarine. 



Rdr 



16/5 



Sll/5 



la 



Io 



i.V. 



GW 9.15. 



P unl 



10 IV. 



Vermerk: Gemdfi B.Nr. I ab 1139/39 Gkdos vom 17.6. 

Stichwort „Flackerfeuer" ersetzt durch Stichwort: „drtlicher 
Flakschutz" 

„X-Zeit", „X-Tag" geandert in „Y-Zeit", „Y-Tag". 



23.16, 



P unl 



* l his * 2 eckige Kl 



442 



126-G 



Zweites S: 



Oberkommando der Wehrmacht Berlin, den 22.6.1939 1 ) 

WFA Nr. 66/39 g.Kdos. L (I) 

5 Ausf ertigungen 
2.Ausfertigung. 

Geheime Kommandosache. Chef-Sadie! 

Nur durch Offizierl 

Betrifft: Vorbereitungen fur den 
„Fall Weiss" 

Bezug : 2 ) OKH l.Abt. Gen St d H 4182/39 g.K. v.13.6.39 
OKM l.Skl. Ia 45/39 Chefs, v. 25.4.39. 
Ob d L. l.Abt 5077/39 g K. op 1 Chefs v.29.4.39. 

OKW hat dem Fiihrer und Obersten Befehlshaber auf Grund der 
bisher vorliegenden Unterlagen der Wehrmachtteile eine „Vorlaufige 
Zeittafel" fiir den Fall Weiss vorgelegt. Einzelheiten iiber die An- 
griffsvortage und den Angriffsbeginn waren in dieser Zeittafel nicht 
enthalten. 

Der Fiihrer und Oberste Befehlshaber ist mit den gemeldeten 
Absichten der Wehrmachtteile im GroBen einverstanden und hat zu 
Einzelpunkten folgendes bemerkt: 

1. ) Um eine Beunruftigung der Bevolkerung durch die iiber das sonst 

ubliche MaI3 vorgesehenen Einberufungen von Reservisten zu 
den Ubungsvorhaben 1939 zu verhindern, ist Zivildienststellen, 
Arbeitgebern oder sonstigen privaten Fragestellern auf ihre An- 
f rage mitzuteilen, daB die 3 )Einberufungen fiir die Herbstiibungen 
und fiir die bei diesen Ubungen vorgesehenen Ubungsverbande 
erfolgen. 

Um entsprechende Anweisung der nachgeordneten Dienst- 
Stellen wird gebeten. 

2. ) Das von OKH ab Mitte Juli beabsichtigte Freimachen der Kran- 

kenhauser in dem Grenzgebiet soli im Interesse der Tarnung 
unterbleiben. 4 ) 



*) die Seiten sind in der Ecke r o rait „2" und ,,3" numcriert 

2 ) unter ,,Bezug" Stp: „Ob.d.M. A I op 72/39 Eing.: 25.6.39 Anlagen: 
(Aktenzeichen und Datum hs) I iiber Stp: „Ia" (dadurcli P: „GW 26") I 
r n Stp: „Amtschef A vorl" (unterstrichen) (dadurcli P: „S", daneben P 
oder Zeichen unl) 

3 ) die beiden letzten Z'n von Abs am Rand 1 angestrichen, 1 davon: „A II" 

4 ) unter T: „Vfg (unterstrichen). 1.) Amtschef A vorzulegen (1 dariiber: „erl. 

s. oben!"). 2.) Chef A II (betr. Zf 1) (dariiber: „i. V., P unl, 28") und Chef 
A IV (betr. Zfl u. 4) (dariiber: „IVa, P unl, 28/6": darunter: P unl, „28"), 
3.) Bei Ie (dahinter: P unl, „l/7") 4.) An Ia c"; r u von allem: „1 Ski i A Ia 
- GW 26/6" 



443 



12S-C 



— Seite 2 — 

3. ) Es soil uberpriift werden, ob die Verlegung des SS-Art.Regiments 

nach OstpreuBen und die dort vorgesehene Verwendung mit 
Riicksicht auf die erst kurz vorher erfolgte Neuaufstellung dieses 
Regiments zweckmaBig oder ob die Verwendung eines Artillerie- 
Regiments des Heeres anstelle des SS-Artl.Regts. vorteilhafter 
erscheint. 

^ Mitteilung des Ergebnisses der Uberpriifung an OKW. 

4. ) Der Fiihrer und Oberste Befehlshaber wird Anfang August 
5 )entscheiden, ob die Schulschiffe der Kriegsmarine planmaBig 

auslaufen. 

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht. 

Keitel 

Verteiler: 
OKH 1 (Prufnr. 1) 

OKM 1 ( „ 2) 

d L u.Ob d L 1 ( „ 3) 
OKW (L) 2 ( „ 4u5) 



Drittes S : 



Geheime Kommandosacha 

Chefsache 2 ) 

')Ergebnisse der Besprechung bei OKW/LII 
iiber Zeittafeln fur V o r a u s m a B n a h m e n. 

Pruf-Nr..I. . 

1. ) Pie in Zeittafeln festgelegten VorausmaBnahmen werden dem 

Fiihrer zur Genehmigung vorgelegt. Nach Genehmigung kann 
jeder Wehrmachtteil diese MaBnahmen nach eigenem Ermessen 
von dem festgelegten Zeitpunkt an auslosen und durchfuhren. 

2. ) Die von der Kriegsmarine vorgeschlagenen M,aBnahmen einschl. 

Befehls- und Nachrichteniibung Gruppe Ost bereiten keine 
Schwierigkeiten, da sie als tj b u n g s maBnahmen getarnt werden 
konnen. 

5 ) 1 n T zu 4.): ,,A IV", daruntcr: „P unl, IVa, P unl, 28/6" 

') 1 n t)h: „vorzulcgen (?)... Fall Weiss hei la c" (einige Worte unl), dai-unter: 

„Io P .ml" 
2 ) r o in Ecke: „12" 



444 



126-C 



3. ) Fur alle Wehrmachtteile einheitlich soil festgesetzt werden: 

y — 5 Tag und Nachtdienst der hoheren Stabe 
(bei Heer, Gruppen- und W.K. Kdo.) 

y — 3 Wehrmachtteile konnen Tag und Nachtdienst weiter 
ausdehnen. 

y — 4 Martha-Netz schalten 

y — 2 Storungsnetze der beiden anderen Wehrmachtteile 

im Operationsgebiet schalten. 

Fiiherer Zeitpunkt fur Marthanetz sowohl von 

Marine erwunscht als auch von OKW/WNV erbeten, 

damit Ablauf bei D.R.P. stufenweise moglich. 
y — 6 getarnte Urlaubssperre, k e i n e Ruckberuf ungen 

insbesondere nicht aus dem Ausland. 
y — 2 Taktische Unterstellung Marinefliegerverbande unter 

Ob.d.M. 

4. ) Schaltung des Abwehrnetzes ab 3.8.39 beabsichtigt. 

Verteiler: 1/Skl 2 f a ch (Priif-Nr 1 — 2) In 

A II ( „ „ 3 P unl, 5/7 

3 ) 3/Skl ( , „ „ 4 ) 



Vi e r t e s S : 



Geheime Kommandosache 

Oberkommando des Heeres Berlin, den 3. Juli 1939. 1 ) 

l.Abt.(I) Gen St d H 
Nr.4204/39 g.Kdos. 

5 Ausfertigungen 
2. Ausfertigung 

Bezug: OKW.WFA.Nr.67/39 g.Kdos. 
L (I) v.24.6.39. 

B etr.: „Fall Weiss." 2 ) 

Chef-Sache! 
Nur dutch Ollizier! 

3 ) unter T: „1) Wann soli Gruppe umziehen ?" (Wort „umziehen" zweifelhaft) 

„2. Wann evtl. teilweise ?"; danehen r mehrere Worte unl 
') r o in Ecke: ,,13" 

2 ) r u von Betr.-Vm Stp: „Oh.d.M. A I op 81/39 Eing.: 3. Juli 39 Anlagen:" 
(Aktenzeidien und Datum hs); iiber Stp: „i V, P unl, 3"; r n Stp: „Ia", 
dadurch P: ,,GW 4/" I r davon: „Vfg. (unterstrichen). z.Akte Weiss Heft 2 
(doppelt unterstridien), Io (P unl) Datum unl" 



445 



126-C 



An 

O K W. (L) 

O.K.H. kann eine Zustimmung zu den v o r der Y-Zeit beab'sich- 
tigten MaBnahmen der Kriegsmarine — soweit solche dem Feinde 
bekannt werden konnten — nicht geben und bittet, sicherzustellen, 
daB v o r dem Zeitpunkt des Grenziibertritts durch das Heer keiner- 
lei MaBnahmen von seiten anderer Wehrmachtteile getroften werden, 
die eine Uberraschung gefahrden. 

Der Grenzubertritt des Heeres erfolgt am Y-Tag mit Tages- 
anbruch. 

Das O.K.H. hat mit der einheitlichen Vorbereitung a 1 1 e r MaB- 
nahmen zur Gewinnung von unversehrten Weichselbriicken das Gen. 
Kdo.I.A.K. beauftragt. Es wird gebeten, die anderen Wehrmacht- 
teile und Dienststellen des OKW. entsprechend anweisen zu wollen. 

gez. v.Brauchitsch 

Verteiler: 

OKW.(L) l.Ausfertigung Fiir die Richtigkeit: 

::-:: OKM. 2. „ ::-:: Unterschrift (mil) 

H. Gr.Kdo.l 3. 
Gen. Kdo.I.A.K. 4. 

I. Abt. 5. 



Fiinftes S: 



Geheime Kommandosache 1 ) 

Vom Oberbef ehlshaber der Kriegsmarine zu 
vollziehen ! 2 ) 

Der Obenbef ehlshaber der Berlin, den 2. August 1939 

Kriegsmarine 
A lop 227/39 la GKdos. Chefs. 



Chefsache . 



V f g. 3 ) 



Chefsache! 
Nur durch Offizierl 



!) r o in Ecke: „78" 

2 ) Vm zweimal schrag durchstrichen 

s ) hinter „Vfg." urspriinglich ms: „(Entwurf)", hs geatridien 



446 



126-C 



I. ) Schreibe an: 

4 ) Flotte Priif I s ) 

F.d.U. „ 2 
B,d.P. „ 3 

n a c h r. : „Deutschland" Priif 4 6 ) 

„Admiral Scheer" „ 5 

„Admiral Graf Spee" „ 6 

Gruppe West „ 7. 
1 Reserve 

*") B e t r i f f t : Operative Weisung fur Einsatz der Atlantik- 
U-Boote im Fall „WeiB". 

Vorgang: A la Op 222/39 Gkdos.Chefs.. 

A la Op.48./39 Gkdos.Chefs. 

Anliegend wird eine 8 ) Operative Weisung fur den Einsatz 
der im Falle der Beibehaltung der Durchfuhrungsabsicht Fall 
„WeiB" vorsorglich in den Atlantik zu entsendenden U-Boote 
iibersandt. F.d.U. reicht seine Operationsbefehle bis 12.8. an 
Ski. ein. Die Entscheidung iiber das Auslaufen von Ubooten in 
den Atlantik wird voraussichtlich etwa Mitte August fallen. 

Diese Weisung ist bei Ausf all der Operationen, spatestens 
* 2 am 1.10.39 zu vernichten. 

*)1I) fiige Priif. Nr. 4 der Vfg Gkdos Chefsache 80/38 fur Fd U 
bei. 

Ill) z.d.A. Fall „Weij5". 

J A 10 ) 

Ski. 11 ) 

1/Skl. 12 ) 

Ia 13 ) In 14 ) Io 15 ) 



4 ) 1 am Rand: „ab 12/8 39", P: „P" 

5 ) hinter „Priif 1" his ,,3" geschweifte Kl, dahinter: ,,5.8. absenden" 

6 ) durch „Priif 4" bis „7" geschweifte Kl, dahinter: ..znsammen mit A I op 
116/39 absenden" 

") von *' bis * 2 eckige Kl 

8 ) urspriinglich: „die" 

9 ) doppelter Randstrich vor „H.)" 
10 ) urspriinglich ms: „Ob.d.M." 

n ) darunter P: „S 3/8" 

12 ) darunter: „i. V." (?), P: „Bi" (?), „3/8" 

1S ) dadurch P: „GW 2/8" I darunter: „I" (?), daruber und dadurch: „i. V. 
(P unl) 8/8" 

14 ) darunter: „ht Ktns", „n.R.u.Abg." I r von „In" unl'e Angabe einer anderen 
Abteilung; dadurch P unl, daruber: „ht Ktns" 

13 ) darunter: P unl, „2-(?)/8" 



447 



126-C 

SechstesS: 

Marine-Gruppenkommando Ost Kiel, den 21. August 1939. 0 
B.Nr. Gkds 250/39 Chefs. AI Pruf.Nr. . . . 1 . . . 

u j Ch l' S «! , i— Geheime Kommandosachel 2 ) 

Nur durdi Oflizier. ' 

. Operationsbefehl Nr. 1 
fiir Linienschiff „S c h 1 e s w i g - H o 1 s t e i n" s ) 

Vorbemerkung: Stichworte 

a) „Fall WeiB" Dampfer nehmen ab .... Uhr teil. 

Gruppe Ost " 

Die Zahl der Dampfer bedeutet das Datum, die Uhrzeit den Be- 
ginn der Herstellung der Bereitschaft mit anschlieBendem AUf- 
marsch fiir „Fall WeiB". 

b) „Fall Wei/? Dampfer Uhr auslaufbereit. 

Gruppe Ost " 

Die Zahl der Dampfer bedeutet das Datum, die Uhrzeit den 
Y-Zeitpunkt. 

I.) Lage. 

4 )a) P o 1 i t i s c h : 

„Fall WeiB" bedeutet, daB die polnische Wehrmacht iiberraschend 
und vernichtend zerschlagen werden soil, um eine den Bediirf- 
nissen der Landesverteidigung entsprechende Lage im Osten zu 
schaffen. 

Der Freistaat Danzig wird spatestens mit Beginn des Konfliktes 
als Reichsgebiet erklart. Gegen ein Eingreifen fremder Staaten 
wird in Ostsee und Kattegat gesichert. 

b) militarisch: 

1) Z u r See verftigt Polen an modernen Streitkraften iiber 
4 Zerstorer, 1 Minenleger, 6 Minensuchboote, 5 frontbereite 
Uboote-j ^wahrscheinlich 6, mindestens aber 2 Schnellboote. Die 
ubrigen Seestreitkralte sind veraltet bezw. haben geringen 
Gefechtswert. Einzelheiten enthalt das 

„Handbuch 

x ) iiber Datum Vm mil, unter Vra P: „S" 

2 ) 1 unter Stp P: „Rdr 23/8" und P: „F 23" I r n Stp: „Ia (dadurclt P unl), 
Io. (?) (dadurch .P unl), Ial> (dadurch: P unl, ,.23/8"), Id (dadurch: P nnl, 
,,24/8"), lac (dahinter: P unl, ,,24/8")" 

3 ) unter „Schleswig-Holstein" Stp: „Ob.d.M. A I op 193/39 Eing.: 24.8.39 
Anlagen: — hierzu Priif. 2" (Eintragungen hs) 

4 ) am Rand 1 vor T von Abs a) eckige Kl 



448 



i26-e 

— Seite 2 — ' 

„Handbuch fiir Admiralstabsoffiziere" ( A.H. ) und „Nachtrag 
Polen" M.Dv. Nr. 506. 

Nachrichten iiber poLnische Minenvorhaben sind aus dem A.H. 
— Plan Nr. 6 — zu ersehen. 

Polen kann jederzeit unangemeldet Seestreitkrafte nach 
Danzig/Neufahrwasser verlegen. 

2) ZuLande sind starke Kiistenbefestigungen mittleren Kali- 
bers auf der Halbinsel Hela vorhanden. (Plan Nr. 1 des 
Nachtrages Polen). Eine motorisierte Batterie von 2 = 30,5 
cm-Geschiitzen ist nach Gdingen verlegt. Diese Batterie kann 
auf den vorbereiteten Bettungen auf Hela oder westlich 
Gdingen zum Einsatz gebracht werden. Bei Oxhoft und Hoch- 
redlau (Plan Nr. 4 des A.H. stehen mittlere Batterien. Schwere 
Batterien sind dort nicht vorhanden, hingegen zahlreiche 
bewegliche Flak. AuBerdem befinden sich im Kustengebiet 
2 — 3 leichte und eine schwere Artillerieabteilung des Heeres, 
die ebenfalls zur Kiistenverteidigung insbesondere zur Flug- 
zeugabwehr herangezogen werden konnen. Die Stadt Danzig 
und Neufahrwasser liegen im FeUerbereich von den zwei 
15 cm - Batterien bei Oxhoft und Hochredlau (je 2 Geschiitze) 
und von der 15 cm - Batterie (4 Geschiitze) auf Hela-Sudspitze, 
zum Teil am Rande ihrer Reichweite. 

3) Die Marineluftwaffe besteht aus 1 Kampf-, 2 Auf- 
klarungs-, 3 Jagd- und 1 Funk- und Bildstaffel. Geschatzte 
Starke hochstens 60 Flugzeuge. Es werden zum kleinen Teil 
Wasserflugzeuge verwendet, sonst nur Landflugzeuge. Die vor- 
handenen Wasserflugzeuge sind veraltet. Die verwendeten 
Landflugzeuge entsprechen nur zum kleinen Teil neuzeitlichen 
Anforderungen. Verstarkung durch Landfliegerstreitkrafte — ■ 
Anflugzeit bis zur Kiiste 40 Minuten — ist wahrscheinlich. 
Flugplatz P u t z i g ist Land- und Seefliegerhorst. Zur Mit- 
benutzung steht der Flugplatz Rahmel (Rumja) zur Verfugung. 
Bemerkung: Eine Neuausgabe des Admiralstabshandbuches 
Polen, — Juli — ist inzwischen erfolgt. 

III.) Nachrichten iiber eigene StreitkrSfte. 

a) B.d.A. — S t r e i t k r a f t e : 

1) Die B.d.A.-Streitkrafte blockieren von der Y-Zeit ab die 
Danziger Bucht. Bei Tage auBerhalb Geschiitzreichweite von 
Hela, bei Nacht auBerhalb Scheiaiwerf erreichweite von Hela. 

Im 



449 



126-C 



— Seite 3 — 

Im Vorpostenstreif en stehen 3 Z erst. -Division en und 2-T-Flot- 
tillen. Dahinter Kreuzer mit Ubootssicherung. Zwischen Tag- 
und Nachtblockierungsgreneen Ubootsjagd unter Leitung 
F.d.M. 

2) Eine Sperrunternehmung gagen Gdingen durch 1. S.-Flottille 
unter Zerstorersicherung ist kurz nach Y-Zeit beabsichtigt. 

3) Wurfverband „Brunimer" mit Booten des S.V.K. liegt in 
Piilau klar zum Abruf fiir evtl. Mmenimterneihmungen in 
der Danziger Bucht. 

b) B.S.O. -Verbande 

sichern den Weg Swindemiinde — • Piilau und die westliche 
Ostsee. 

c) Uboote des F.d. U. Ost 

1) Minenverseuchungen werden durch Uboote ostlich Hela-Heul- 
tonne, ostlich Heisternest und vor GroBemdorf innerhalb der 
20 m - Linie durchgefuhrt. 

2) Ein Uboot besetzt Quadrat 2137 M. 

3) Uboote klaren in der ostlichen Ostsee auf. 

d) Seeluftstreitkrafte klaren mit Hellwerden des Y-Tages 
in der mittleren und sudlichen Ostsee — Schwerpunkt D'anzdiger 
Bucht — auf. Im Westen bis zur Gjedser Enge und Stidausgang 
+ sund. 

e) Operative Luftwaffe 

greift am Y-Tag mit Hellwerden Gdingen und Hela an. Der Ab- 
flug in das Danziger Gebiet ist dem verstarkten Kampfgeschwader 
KeBier gestattet unter der Voraussetzung, dass 

a) die Flughohe zwischen 2 — 500 m eingehalten und 

b) das St a dt gebiet Danzig nicht beriihrt wird. 5 ) 

Die Putziger Wiek, im Siiden begrenzt durch die Verbindungs- 
linie Hela-Siidspitze - — Redlauer Spitze wird von eigenen 
Seestreitkraften mit Ausnahme eigener Schnellboote vom 
Y-Zeitpunkt bis Y + 1 Stunde nicht befahren; da dieser Seeraum 
der operativen Luftwaffe zum Angriff auf polnische Seestreit- 
krafte freigegeben ist. * 

f) Streitkra f te in Danzig: 

1) Der Schutz des Freistaates Danzig ist dem Kommandostab der 
Landespolizei (Gruppe Eberhard) iibertragen. 



6 ) am Rand 1 der letzte Satz doppelt, auBerdem Z'n a) und b) zusatzlich doppelt 
angestridien 



450 



126-C 



2) Dem Kommandostab ist die „Gruppe Kiistenschutz" der Landes- 
polizei unterstellt. 

2 Kiistenbatterien 
1 Hafensperrgruppe. 
Fuhrung: Korvettenkapitan Hornack. 

3) 

— Seite 4 — 

3)Kiistenbatterien: 

a) Stellungen: 

Batterie Bruno: Im brosener Waldchen zwischen den Orten 
Brosen und Neufahrwasser 600 m ostwarts des Seesteges 
Brosen. 

Batterie Karl: In den Diinen nordostlich des Ortes Krakau 
(ostwarts Heubude). 1600 m westsiidwestlich des Fischerfeuers 
Neufahr. 

b) Armierung: Je Batterie. 4 = 8,8cm Sk L/45 in M.P.L. C 06 und 
1 Scheinwerfer G 150 mit Horchgerat. 

Reichweite: ca 120 hm. Batterien sind nur fur SeezielschieBen 
eingerichtet. Munition je Batterie 600 SchuB und 50 L.G. 

c) Aufstellung: Die Batterien werden voraussichtlich am 23.8. 
feuerbereit sein. 

d) Ausriistung mit E.S. 

Die Batterien werden iiber E.S.-Anordnungen und E.S.- 
Schliisselzahlen durch Festungskommandantur Pillau unter- 
richtet. 

Ill) Befehlsgliederung : 
Leitung der Operationen der Kriegsmarine: 
Marine-Gruppenbefehlshaber Ost. 
Befehlsstand: Swinemiinde, Hotel „ Walfisch. " 
Dem Marine-Gruppenbefehlshaber Ost sind unterstellt: 

Der K o m m a n d i e r en d e Admiral der Marine- 
station der Ostsee. 

Seebefehlshaber Ost: B.d.A. auf „Nurnberg." 

B.S.O.: ) Befehlsstand: Swinemiinde, Hotel Walfisch. 

F.d.U.Ost: ) 

F.d.Luft Ost: Gefechtsstand: Seefliegerhorst Dievenow. 
mit den ihnen unterstellten Streitkraften. 

Dem Marine-Gruppenkommando unmittelbar unterstellt: 
1) Gruppe „ Konigsberg " mit 
Kreuzer „Konigsberg", 



451 



126-C 



T.S.-Flottille, 

Zerstorer „Hans Liidemann". 

2) Linienschiff „ Schleswig-Holstein ". 

Nach dem Einlaufen in Danzig-Neufahrwasser ist der 
Kommandant auf Zusammenarbeit mit dem ortlichen 
Befehlshaber angewiesen. Er hat dessen Anforderungen zu 
entsprechen, soweit seine Sonderaufgaben gem. IV.) und 
die Fahrbereitschaft des Schiffes es gestatten. 

— Seite 5 — 

IV. ) Aufgabe: 

a) Kriegsmarine: 

1) Schlagartige Vernichtung der polnischen Streitkrafte mit alien 
Mitteln. 

2) Abriegelung der nach den polnischen See Stutzpunkten ins- 
besondere Gdingen Mhrenden Seewege. 

3) SperrmaBnahmen vor Gdingen, unter Hela und gegebenenfalls 
in der Danziger Bucht. 

6 )b) Linienschiff „ Schleswig-Holstein:" 

1) Niederkampfung der polnischen Landbatterien, soweit sie in 
Reich weite der Schleswig-Holstein- Artillerie liegen. Das sind 
in erster Linie die 15cm Batterien bei Oxhoft, Hochredlau und 
eine 30,5cm Batterie, die moglicherweise westlich Gdingen 
aufgestellt ist oder wird. 

2) BeschieBung des polnischen Kriegs haf ens Gdingen mit dem 
Ziel, ihn als polnischen Seestiitzpunkt auszuschalten. 

3) Bekampfung der polnischen 15cm Batterie auf Hela SMspitze 
durch Storungsfeuer. 

4) Bekampfung polnischer SeestreitkrSfte. 

5) Schutz des Hafens von Neufahrwasser und Danzig gegen 
Angriffe polnischer Seestreitkrafte und Blockadeunterneh- 
mungen. 

V. ) Durchf iihrung : 

7 ) 1) Linienschiff „ Schleswig-Holstein " wird vor der Y-Zeit 
friedensmaBig nach Danzig verlegt nach vorheriger kurzfristiger 
diplomatischer Anmeldung. 

6 ) am Rand I T zu b) angestrichen, davor: „Erganzt durdi Befehl der Ski" 
(unterstrithen) I vor T zu b)2) Wellenlinie 

7 ) am Rand 1: T zu 1) und 2) angestridien, vor T von 1): „10 15 25.8. fest- 
gemadit.", vor zweitem Satz von 2): „2 Boote" 



452 



126 : C 

') 2) Der Marsch nach Danzig erfolgt nach auBen betont friedens- 
maBig. Keine Sicherungsstreitkrafte. Marsch auBerhalb Sicht- 
weite der polnischen Kiiste. Kriegswache. Mit vorzeitigem 
Ausbruch von Feindseligkeiten muB gerechnet werden. 

Feindseligkeiten gegen polnischen oder fremde Seestreitkrafte 
vor Y-Zeit keinesfalls eroffnen, bevor der Gegner dies tut, 
Er muB den ersten SchuB getan haben. 

3) Beim Anmarsch angetroffene polnische, englische, franzosische 
und russische Seestreitkrafte melden.^ 

4) Werden dem Schiff beim Einlaufen nach Neufahrwasser-Danzig 
irgendwelche Schwierigkeiten von polnischer Seite, auch von 
polnischen Handelsschiffen 

gemacht, 

— Selte 6 — 

gemaeht, so sind sie mit alien geeigneten Mitteln zu tiberwinden. 

5) Nach dem Einlaufen zunachst Einnahme des friedensmaBig vor- 
gesehenen Liegeplatzes. Weitere Liegeplatze zur Durchfiihrung 
der Aufgaben gem. IV.) nach Ermessen Kommandant Sx ent- 
sprechend erfolgter ortlicher Erkundung. Sobald Lage bei 
Westerplatte zu Land und hinsichtlich des Fahrwassers geklart, 
ist Verlegung nach Neufahrwasser anzustreben. 

6) Nach dem Einlaufen sofort Sicherung des Liegeplatzes an Land 
und auf dem Strom vorsehen. Verbindung mit ortlichem Befehls- 
haber aufnehmen. Frage der Verstarkung des Flak-Schutzes 
durch mot. Flak klaren. 

7) BehelfsmaBige Verstarkung des Schutzes gegen Fliegerbomben 
durch Bereitstellung von Sandsacken ist durch den Fiihrer der 
Gruppe Kiistenschutz, Korv.Kapt. Hornack, vorbereitet. Er sorgt 
fur Bereithaltung von Schleppern und Freihalten Liegeplatzes. 

8) Nachschub der 2. Munitionsausriistung nach Pillau wird ange- 
strebt. Entscheidung durch F.T. 

9) "Wird nach Y-Zeit Auslauf en notwendig, ist Bereitstellung Minen- 
sicherung erforderlich. Sx fordert bei Gruppe Ost an. 

8 ) 10) Um eine Gefahrdung der Flugzeuge des verstarkten Kampf- 
gesch waders KeBler auszuschalten, darf „Schleswig-Holstein" 
gegen Gdingen, Oxhoft, Hochredlau das Feuer erst zum Zeit- 
punkt Y + 1 Stunde eroffnen. Dasselbe gilt fur den Seeraum 
der Putziger 9 ) Wiek bis zur Verbindungslinie Hela — Siidspitze — 
Redlauer Spitze, der der operativen Luftwaffe zu Angriffen auf 
polnische Seestreitkrafte vom Y-Zeitpunkt bis Y + 1 Stunde frei- 
gegeben ist. 

8 ) Abs 1 und 2 von 10) am Band 1 angestrichen 
') urspriinglich: „Putlitzer" 



453 



126-C 

Falls Feuererlaubnis aus unvorhergesehenen Griinden fruher 
gegeben werden kann, erfolgt FT-Befehl durch Gruppe Ost. 

Uber Luftangriffe nach dem Zeitpunkt Y + 1 Stunde erfolgt 
Unterrichtung durch F.T. 

— Seite 7 

V I . N a c h r i c h t en a n o r d n u n g e n: 

Gem. Nachrichtenbefehl Gruppe Ost Gkdos 160/39 Chefs. 
2. Ang.Anlage 7 (fur Sx Priif.Nr. 250 beigefiigt.) 

VII. Sonderbestimmungen: 

a) Verhalten eigener Streitkrafte: 

Von der Y-Zeit ab sind alle polnischen See-, Luft- und Land- 
streitkrafte als feindlich zu betrachten. Die starke deutsche 
Uberlegenheit ist schlagartig und mit alien Mitteha zu deren Ver- 
nichtung bezw. Ausschaltung auszunutzen. 

b) Neutrale Hoheitsgewasser: 

Die Hoheitsgewasser der neutralen Staaten sind zu achten. Die 
Breite der Hoheitsgewasser betragen bei Schweden, Estland, 
Finnland 4 sm (Aalandsinseln 3 sm) bei Danemark, Lettland, 
Litauen 3 sm. 

Jede Art von Kampfhandlungen und militarischen MaBnahmen 
innerhalb dieser Gewasser, auBer im Falle der Verteidigung 
gegen einen vom Gegner begonnenen Angriff hat zu unter- 
bleiben im Sinne der von der politischen Fuhrung erstrebten 
Beschrankung des Konflikts auf Polen. 

c) Deutsche Handelsschiffahrt: 

Die deutsche Handelsschiffahrt in der Ostsee wird zunachst in 
eigenen bezw. neutralen Hafen zur Y-Zeit angehalten. 

d) Behandlung fremder Handelsschiffe: 

1) Polnische Kauffahrteischiffe sind von der Y-Zeit ab, wenn sie 
auBerhalb neutraler Hoheitsgewasser angetroffen werden, 
anzuhalten. Stoppt ein Schiff auf die iibliche Aufforderung 
nicht, so wird ein scharfer SchuB iiber das Schiff hinweg oder 
vor seinen Bug abgegeben. Stoppt das Schiff audi dann nicht, 
oder leistet es Widerstand, so wird es mit Gewalt zum Stoppen 
gezwungen. Das Schiff wird sodann in den nachsten deutschen 
Hafen eingebracht. Ist die Einbringung wegen Seeuntuchtig- 
keit des Schiffes oder aus zwingendenmilitarischen 
Griinden nicht moglich, so kann es versenkt wer- 
den, nachdem zuvor die Besatzung und die Fahrgaste in 
Sicherheit gebracht und tunlichst auch die Ladung geborgen ist. 



454 



126-C 

— Seite 8 — 

2) Kauffahrteischiffe, gleichviel welcher Flagge, die im Geleit 
polnischer Kriegsfahrzeuge fahren, konnen aufgebracht, 
angegriffen oder versenkt werden. Bei Antreffen eines 
Geleitzuges ist anzustreben, die polnischen Kriegsfahrzeuge 
niederzukampfen, um alsdann die Kauffahrteischiffe aufzu- 
bringen. 

3) Die zur Y-Zeit (Y + 10 Miwuten) bed der SchnellJbootsunter- 
nehmung vor Gdingen zu werfenden Minen werden ohne 
Verzogerungseinrichtung geworfen. Die neutrale Handels- 
schiffahrt wird gewarnt und im Hafen zuriickgehalten. 

4) Die auf Grund dieser Anordnung von der Ski. mit dern Aus- 
wartigen Amt vereinbarte und zur Y-Zeit bekanntzugebende 
Schiffahrtswarnung erhalt folgende Fassung: 

„ Schiffahrtswarnung fiir Hafen und Seegebiet der Danziger 
Bucht. 

Zur A'bwehr feindlicher Ubergriffe seitens polnischer See- 
streitkrafte ist vom Zeitpunkt dieser Bekanntgabe ab mit 
(militarischen Operationen vor und in der Danziger Bucht zu 
rechnen. 

Das Gebiet wird im Westen durch den Langengrad 18°5'0 
(deutsch-polnische Grenze), im Osten durch den Langengrad 
20°0 (nahe ostlich des Leuchtturms Briisterort), im Norden 
durch den Breitengrad 55°N begrenzt. Alle sich in der Os.tsee 
aufhaltenden Schiffe werden in ihrem eigetnen Interesse vor 
Befahren des angegebenen Seegebietes gewarnt. Schiffe, die 
sich auf dem Wege naich Hafen dieses Gabietes befinden, wer- 
den von deutschen Seestreitkraften Weisung erhalten, andere 
Hafen anzulaufen. 

Der Zugang zu den Hafen von Gdingen ist gesperrt; jedes 
Ein- oder Auslaufen zieht die Gefahr der Vernichtung nach 
sich." 

Das Auswartige Amt ist gebeten, durch das Generalkonsulat in 
Danzig zu veranlassen, daB die in Danzig liegenden neutra- 
len Handelsschiffe entsprechend der allgemeinen Schiffahrts- 
warnung vor Auslaufen gewarnt werden. Ein zwangsweises 
Festhalten neutraler Schiffe ist nicht vorzusehen. Die deut- 
schen Handelsschiffe haben in Danzig zu verbleiben. 
Diese Nachricht wird gleichzeitig durch Rundfunk verbreitet. 

Im Entw. gez. Albrecht 
Von Seiten des Mar.-Gruppenkommandos Ost 
Der Chef des Stabes i. V. 

Unterschrift (unl) 



455 



126-C 



Seite 9 



Verteiler: 

Priif.Nr. 

O.K.M. 1—2 ::- 

Gruppe Ost 3 — 4 

Gruppe West 5 

Flotte 6 

B.d.A. 7—9 

B.S.O. 10—12 

F.d.U. 13—16 

F.d.Luft 17—20 

F.d.T. 21— 

F.d.M. 22 
Linienschiff „Schleswig- 

Holstein" 23 

Reserve 24—27 



Siebentes S: 



Der Oberste Bef ehlshaber der Wehrmacht 
OKW/WFA Nr. 270 /3 9 
g.K. Chefs. L I 2 ) 

Geheime Kommandosache. 

3 ) 



Berlin, den 3I.S.39. 1 ) 



8 Ausfertigungen 
2. Ausfertigung. 
12 h 40 

Chef Sadie 
Nur durdi Offizier 4 ) 



Weisung Nr.l 
f ii r d i e K r i e g f ii h r u n g . 

1.) Nachdem alle politischenMoglichkeitenerschopft 
s i n d , um auf friedlichem Wege eine fur Deutschland unertrag- 
liche Lage an seiner Ostgrenze zu beseitigen, habe ich mich zur 
g e w a ltsamen Losung entschlossen. 



') die Seitcn sind in der Ecke r o mit ,,102 bis 105" numeriert 

2 ) zwisdien Bk und Datum Vm unl I darunter P: „F 31/8", P: „S 31/8" 

3 ) unter Geheim-Stp: „Vm Obdm hat Kenntnis", darunter P: „F31/8" 

*) unter „Nur durch Offizier" Stp: „Ob.d.M. A I op 218/39 Eing.: 31.8.39 
Anlagen: — " (Aktenzeichen und Datum hs) I 1 u von Stp P: „GW 31/8", 
r o von Stp P: „P 1/9" 



456 



126-C 



2. ) Der Angriff gegen Polen ist nach den fur Fall Weiss 

getroffenen Vorbereitungen zu fiihren mit den Abanderungen, 
die sich beim Heer durch den inzwischen fast vollendeten Auf- 
marsch ergeben. 

Aufgabenverteilung und Operationsziel bleiben unverandert. 

Angriffstag: 1.9.39 

Angriff szeit ::-:: 4 45 ::-:: 

Diese Zeit gilt auch fiir die Unternehmungen Gdingen — 
Danziger Bucht und Briicke Dirschau. 

3. ) Im Westen kommt es darauf an, die Verantwortung fiir die 

Eroffnung von Feindseligkeiten eindeutig England und Frank- 
reich zu uberlassen. 5 ) Geringfiigigen Grenzverletzungen ist zu- 
nachst rein ortlich entgegen zu treten. 

Die von uns Holland, Belgien, Luxemburg und der Schweiz 
zugesicherte Neutralitat ist peinlich zu achten. 6 ) 

Seite 2 — 

Die deutsche Westgrenze ist z u L a n d e an keiner Stelle 
ohne meine ausdriickliche Genehmigung zu iiberschreiten. 

Z u r See gilt das gleiche fiir alle kriegerischen oder als 
solche zu deutenden Handlungen. 7 ) 

Die def ensiven Massnahmen der Luftwaffe sind z u - 
nachst auf die unbedingte Abwehr feindl. Luftangriffe an der 
Reichsgrenze zu beschranken, wobei so lange als moglich die 
Grenze der neutralen Staaten bei der Abwehr einzelner Flug- 
zeuge und kleinerer Einheiten zu achten ist. Erst wenn beim 
Einsatz starkerer franz. und engl. Angriffsverbande iiber die 
neutralen Staaten gegen deutsches Gebiet die Luftverteidigung 
im Westen nicht mehr gesichert ist, ist die Abwehr audi iiber 
diesem neutralen Gebiet freizugeben. 

Schnellste Orientierung des OKW iiber jede Verletzung der 
Neutralitat dritter Staaten durch die Westgegner ist besonders 
wichtig. 

4. ) Erof f nen England und Frankreich die Feind- 

seligkeiten gegen Deutschland, so ist es Auf gabe der im 
Westen operierenden Teile der Wehrmacht, unter moglichster 
Schonung der Krafte die Voraussetzungen fiir den siegreichen 

5 ) Satz am Rand 1 doppelt angestridicn 

8 ) Abs am Rand 1 angestrichen I daneben 1 Vm unl 

7 ) Abs am Rand 1 angestrichen I daneben I: „Danach Atlantikstreitkr. (?) 
zunachst auf Wartestellung bleiben." 



457 



126-C 



Abschluss der Operationen gegen Polen zu erhalten. Jm Rah- 
raen dieser Aufgabe sind die feindl. Streitkrafte und deren wehr- 
wirtschaftl. Kraftquellen nach Kraften zu schadigen. Den Befehl 
zum Beginn von Angriffs handlungen behalte ich mir in 
jedem Fall vor. 8 ) 

— Seite 3 — 

Das H e e r halt den Westwall und trifft Vorbereitungen, 
dessen Umfassung im Norden — unter Verletzung belg. oder 
holland. Gebietes durch die Westmachte — zu verhindern. Riicken 
franz. Krafte in Luxemburg ein, so bleibt die Sprengung der 
Grenzbrucken freigegeben. 

Die Kriegsmarine 9 ) fuhrt Handelskrieg mit dem Schwer- 
punkt gegen England. ::-:: Zur Verstarkung der Wirkung kann 
mit der Erklarung von Gefahrenzonen gerechnet werden. 5 ) ::-:: 
OKM meldet, in welchen Seegebieten und in welchem Umfang 
Gefahrenzonen fur zweckmassig gehalten werden. 10 ) Der Wort- 
laut fiir eine offentl. Erklarung ist im Benehmen mit dem 

Ausw. Amte vorzubereiten und mir iiber OKW zur Genehmi- 
gung vorzulegen. ::-:: 

Die Ostsee ist gegen feindl. Einbruch zu sichern. Die Ent- 
scheidung, ob zu diesem Zwecke die Ostsee -Eingange mit Minen 
gesperrt werden diirfen, trifft Ob.d.M. 11 ). 

Die Luftwaffe hat in erster Linie den Einsatz der franz. 
und engl. Luftwaffe gegen das deutsche Heer und den deutschen 
Lebensraum zu verhindern. 

Bei der Kampffuhrung gegen England ist der Einsatz der 
Luftwaffe zur Storung der engl. Seezufuhr, der Rustungs- 
industrie, der Truppentransporte nach Frankreich vorzubereiten. 
Giinstige Gelegenheit zu einem wirkungsvollen Angriff gegen 
massierte engl. Flotteneinheiten, insbes. gegen Schlachtschiffe 
und Flugzeugtrager ist aus- 

— Seite 4 — 

zunutzen. Angriff e gegen London bleiben meiner Entscheidung 
vorbehalten. 



8 ) Satz am Rand 1 doppelt angestrichen I daneben 1 Vm unl 
°) 1 am Rand der beiden die Kriegsmarine betreffenden Absatze: „1) . . . , 2) . . . 
,b. vorlegen, 3) . . ." (viele Worte unl) 

10 ) Satz am Rand 1 angestrichen 

11 ) „tri£ft Ob.d.M." statt urspriinglich: „bleibt vorbehalten", ms gestrichen I 
Abs am Rand 1 angestrichen 



458 



126-C 



Die Angriffe gegen das engl. Mutterland sind unter dem Ge- 
sichtspunkt vorzubereiten, dass unzureichender Erfolg mit Teil- 
kraften unter alien Umstanden zu vermeiden ist. 



Adolf Hitler 12 ) 



Verteiler: 

OKH 1. Ausf. 

OKM 2. „ 

R.d.L.u.Ob.d.L. 3. 

OKW: 

Chef WFA 4. „ 

L 5.-8. „ 



DOCUMENT 127-C 

HITLER'S DIRECTIVE, 27 MARCH 1941: PLAN OF DEPLOYMENT 
OF FORCES AGAINST YUGOSLAVIA ("DIRECTIVE NO. 25") (EXHIBIT 
GB-125) 



BESCHREIBUNG: 
begl Phot 



Der Fiihrer und Oberste Befehlshaber F.H.Q., den 27.3.41. 

der Wehrmacht 1 ) 

OKW/WFSt./Abt.L (I Op) Nr. 44 
379 / 41 gK Chefs. 

(Bitte in der Antwort vorstehendes Geschafts- 12 Ausfertigungen 
zeichen, das Datum und kurzen Inhalt anzu- 2. Ausfertigung 
geben.) *) 

Chefsache Geheime Kommandosache 

Nur durdi Offizier 

Weisung Nr. 25 



1.) Der Militarputsch in Jugoslawien hat die politische Lage auf 
dem Balkan geandert. Jugoslawien muss audi dann, wenn es 
zunachst Loyalitatserklarungen abgibt, als Feind betrachtet und 
daher so rasch als moglich zerschlagen werden. 

12 ) unter U Vm (offenbar zwei Z'n lang) unl 

!) Bk dr I zwischen Bk und Datum Stp: „O.K.M. I op 393/41 Eing. 28.3.41 
Anlagen: — •" I unter Eing-Stp: P unl, „28" I iiber Datum hs: „ObdM. u. 
C'Skl haben Vortrag (P unl) 28/3" I unter Datum untereinander hs: „Ia" 
(dadurch: P unl, ,,28/3"), „I" (folgender Buchstabe unl; dadurch: P unl, 
,,28/3"), „I" (folgender Buchstabe unl; dadurch: P unl, ,,28/3", daneben 
,,29/3"), „If" (dahinter: P unl, ,,30/3"), „dann la" (unterstrichen) I unter 
„Weisung Nr. 25" hs: „ZdA (P unl) 12/6" 



459 



127-C 

2. ) Meine Absicht ist, durch eine konzentrische Operation aus dem 

Raum Fiume — Graz einerseits und dem Raum um Sofia anderer- 
seits in allgemeiner Richtung Belgrad und siidlich in Jugoslawien 
einzubrechen und die jugoslawische Wehrmacht vernichtend zu 
schlagen, ausserdem den aussersten Siidteil Jugoslawiens vom 
iibrigen Land abzutrennen und als Basis fur die Fortfiihrung der 
deutsch-italienischen Offensive gegen Griechenland in die Hand 
zu nehmen. 

Die baldige Offnung des Donau-Verkehrs und die Besitz- 
nahme der Kupfergruben von Bor sind aus wehrwirtschaftlichen 
Griinden wichtig. 

Durch die Aussicht auf Zufiickgewinnung des Banats und 
von Mazedonien wird versucht, Ungarn und Bulgarien fur die 
Teilnahme an den Operationen zu gewinnen. 

Die innerpolitische Spannung in Jugoslawien wird durch 
politische Zusicherungen an die Kroaten verscharft werden. 3.) 

— Seite 2 — ■, 

3. ) Im einzelnen befehle ich Folgendes: 

a) Sobald ausreichende Krafte bereitstehen und die Wetterlage 
es zulasst, ist die jug. Fliegerbodenorganisation und Belgrad 
durch fortgesetzte Tag- und Nachtangriffe durch die Luftwaffe 
zu zersttiren. 

b) Moglichst gleichzeitig — keinesf alls friiher — ist die Operation 
Marita zu beginnen, vorlaufig mit dem beschrankten Ziel, 
das Becken von Saloniki in Besitz zu nehmen, und auf dem 
Hohengelande von Edessa Fuss zu fassen. Das XVIII.A.K. 
kann hierzu tiber jugoslawisches Gebiet ausholen. 

Gunstige Gelegenheiten, um den planmassigen Aufbau 
einer Front zwischen Olymp und dem Hohengelande von 
Edessa zu verhindern, sind auszunutzen. 
c) Zu den aus dem Raum um Sofia in nordwestlicher und aus 
dem Raum um Kynstendil — Gorna Djumaya in westlicher 
Richtung zu fiihrenden Angriffen konnen alle in Bulgarien 
und Rumanien noch verfiigbaren Krafte herangezogen 
werden, mit der Massgabe, dass Krafte in Starke von etwa 
1 Division neben Luftverteidigungskraften als Sicherung im 
rumanischen Olgebiet verbleiben miissen. 

Die Sicherung an der turkischen Grenze ist vorlaufig den 
Bulgaren zu uberlassen. Dahinter ist ein deutscher Verband, 
moglichst eine Panzer-Division, als Rtickhalt neu bereitzu- 
stellen. 

d) 



460 



127-C 



— Seite 3 — 

d) Der aus allgemeiner Richtung Graz nach Sudosten zielende 
Stoss ist zu fiihren, sobald die hierfur erforderlichen Krafte 
versammelt sind. Ob zur Offnung der Grenze iiber ungarisches 
Gebiet ausgeholt werden soli, bleibt dem Heer uberlassen. 

Die Grenzsicherung an der jugoslawischen Grenze ist sofort 
zu verstarken. 

Ebenso wie an der bulgarischen Grenze konnen wichtige 
Objekte schon vor dem allgemeinen Angriff gleichzeitig mit 
dem Luftangriff auf Belgrad in Besitz genommen werden. 

e) Die Luftwaffe hat mit 2 Angriffsgruppen die Operationen der 
12. Armee und die der neu zu bildenden Stossgruppe im 
Raum urn Graz zu unterstiitzen und bildet hierzu Schwer- 
punkt entsprechend dem zeitlichen Ablauf der Operationen 
des Heeres. Die ungarische Bodenorganisation kann zum Auf- 
marsch und zum Einsatz ausgenutzt werden. 

Es ist zu priifen, ob das X.Fl.Korps von italienischem 
Boden aus zum Einsatz herangezogen werden soli. Jedoch 
muss der Geleitschutz der Transporte nach Af rika gesichert 
bleiben. 

2 ) Die Vorbereitungen fiir die Wegnahme der Insel Lemnos 
sind weiter zu fiihren, jedoch behalte ich mir Befehl fur 
die Durchfiihrung vor. 

Fiir ausreichenden Flakschutz von Graz, Klagenfurt, 
Villach, und Leoben, daneben von Wien, ist Sorge zu tragen. 

4.) 

— Seite 4 — 

4. ) Die grundsatzlichen Vereinbarungen mit Jtalien werden zunachst 

vom O.K.W. getroffen werden. 

Vom Heer sind Verbindungsstabe zur ital.2.Armee und zu 
den Ungarn vorzusehen. 

Die Luftwaffe wird ermachtigt, schon jetzt iiber die Ab- 
grenzung der Operationsraume zur Luft gegeniiber der italieni- 
schen und ungarischen Fliegertruppe mit den Oberkommandos 
der betreffenden Staaten Vereinbarungen zu treffen. Die Bevor- 
ratung der ungarischen Bodenorganisation kann sofort beginnen. 

5. ) Uber die beabsichtigte Fiihrung der Operationen und die damit 

zusammenhangenden Fragen ist mir von den Herrn Oberbefehls- 
habern uber das O.K.W. zu berichten. 

Adolf Hitler 

') Abs am Rand 1 hs angestricJicn 



461 



127-C 



Verteiler: 

Ob.d.H.( Op.Abt. ) 

Ob.d.M.( Ski — nachrichtl. ) 

Ob.d.L.( Lw.Fiihr.Stab ) 

Dtsch.General b.H.Qu.d. 

ital.Wehrmaeht 

Chef. d.dt.Wehrm.Miss.- 

Rumanien 

? Wi 

WFSt 



6.Ausf. 

11. Ausf. 

12. Ausf. 
23 „ 



4.Ausf. 



5.Ausf. 



1. Ausf. 

2. Ausf. 

3. Ausf. 



L 

Ausl/Abw. 



7.— 



W( ? )NV 



DOCUMENT 128-C (see 2329-PS, Exhibit GB-105) 

EXPLANATORY NOTE: 

Document 128-C is reprinted from Document 2329-PS, Part 5 



DOCUMENT 134-C 

NOTES ON KEITEL'S CONFERENCE WITH GENERAL GUZZONI, 
19 JANUARY 1941, AND ON HITLER'S STATEMENTS AT HIS CON- 
FERENCE WITH MUSSOLINI, 20 JANUARY 1941 (SENT BY JODL 
TO THE THREE WEHRMACHT SERVICES, 21 JANUARY 1941). ITAL- 
IAN AND GERMAN APPRECIATION OF SITUATION ON ITALIAN 
FRONTS; QUESTION OF SENDING GERMAN TROOPS TO LIBYA 
AND ALBANIA. HITLER'S OPINION ON THE MILITARY AND POLIT- 
ICAL SITUATION, FINLAND, DEPLOYMENT OF GERMAN FORCES 
IN ROMANIA, GIBRALTAR, RUSSIA, AND OTHER MATTERS (EX- 
HIBIT GB-119) 



BESCHREIBUNG: 

dreiteilig 1 begl Phot I die Seiten der beiden S'e sind in der Ecke r o mit 
„33 bis 45" (hs wieder durchstrichen) und ,,187 bis 193" hs numeriert 



462 



Geheime Kommandosaehe 

Oberkommando der Wehrmacht. F.H.Qu., den 21.1.1941. 1 ) 

WFSt. Nr. 8/41 g. Kdos. Chef s. 2 ) Cheisache! 

Nur durch Offizier! 

6Ausf ertigungen. 
2.Ausfertigung. 3 ) 

Chefsache! 
Nur durch Offizier! 



Anliegend wird eine kurze Inhaltsangabe der Ausfiihrungen, 
welche der Fiihrer bei der abschlieBenden Besprechung mit dem 
Duce am 20.1.41 machte, und eine Zusammenfassung iiber das Er- 
gebnis der Besprechungen des Chef OKW mit Gen.Guzzoni am 
19.1.41 iibersandt. 

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht 
J. A. 

— 2 Anlagen — Jodl 

Verteiler: 4 ) 

OKH (GenStdH) l.Ausf. 

::-::OKM (Ski.) 2. „ ::-:: 

Ob.d.L.(Lw.Fu.St. 3. „ 
la) 

OKW/WFSt 4. „ 

L 5. „ 

Ausl. 6. „ 5 ) 



*) iiber Datum hs: ..Oberkommando der Kriegsmarine Ski I op 77/41'" (hs 1 

und u durch Doppelstriche eingerahmt) 
2 ) unter Bk hs: „ObdM u. C/Skl haben Vortrag. P unl 24" I r daneben P: 

„F 23/1" 

s ) unter „Ausfertigung" hs: „Ia (dadurch P unl ,,24/1"), Ic (dadurch P: „Kr 
(?) 24/12"), Io (?) (dadurch P unl „24"), Asto II (darunter hs: „i. V., P unl, 
29/12"), Im (?) (daneben P unl „?/2") 

4 ) r u von „Jodl" hs: „Vfg. ZdA.", davon r u: ,,1/Skl i.A. (?) Ia", darunter 
geschweifte Kl, unter Kl: P unl „7/3" 

5 ) Rand u Mi schrag hs: „Akte . . ." (Wort unl), darunter P: „P 19/XII 41" 



463 



134-C 



Zweites S: 



Geheime Kommandosadie 

Anlage 1 zu OKW/WFSt Nr. 8 1 4 1 g. K. C h e f s. 

Chefsache! 
Nur durdi Offizier! 

6Ausf ertigungen. 
2.Ausfertigung. 

Ergebnis der Be spree hung des Chef OKW mit 
ital. Gen. Guzzoni am 19.1.4 1. 

I.) W e s e n 1 1 i c h e Punkteaus der Lagebeurteilung 
des Generals Guzzoni. 

1. ) A 1 b a n i e n. 

Wichtigster ital.Kriegsschauplatz. Front zwar noch nicht so 
gesichert, daC vor griechischen Angriffen unbedingt in 
jetziger Linie mit Sicherheit gehalten wird, aber keinerlei 
Gef ahr, daB Valona oder Berat verloren gehen. 
Jetzt 21 Div. in Albanien. Absicht, noch. 3 weitere Div. aus 
Italien zu uberfiihren. 

Absicht, am Nordflugel Angriffsgruppe zu bilden. Starke 
etwa 10-22 Div. (darunter 3 noch aus Italien zu uber- 
fiihrende Div. und 4 Alp.Div.). Erst in 2V2 Monaten 2 ) 
angriffsbereit, da Transportmoglichkeiten keine schnellere 
Uberfiihrung der 3 Div. und des zur Auffrischung der 
iibrigen Div. erforderlichen Personals und Gerats erlauben. 
Absicht, mit dieser Gruppe auf ::-:: Korica ::-:: anzugrei- 
fen, von dort Einschwenken mit Teilen nach ::-:: Erseke, ::-:: 
um den Nordteil der griechischen Front zum Einsturz zu 
bringen, mit Masse Fortsetzung des Angriffs Richtung 
Fiorina, sobald Versorgung iiber Korica hinaus 

sichergestellt (nur 1 Strasse zur Verfiigung). Absicht, in 
nachster Zeit an Kiiste einen Angriff mit begrenztem Ziel zu 
fuhren, ist aufgegeben. 

— Seite 2 — 

2. ) L i b y e n. , 

Absicht fiir weitere Kampffiihrung: 

Halten von Tobruk so lange wie moglich. Verteidigung der 
Linie Derna — Ostrand des Djebel unter offensivem Einsatz 



1 ) urspriinglidie Zahl hs nnl gemaAt, uberdeckt durch hs „12' 

2 ) daneben am Rand 1 hs: „Anfang April" (hs unterstridien) 



464 



134-C 



des in Mekili befindlichen Pz.Verbandes. Zufiihrung von 
Kraften aus Tripolis in die Cyrenaika zur Verstarkung der 
dort beabsichtigten Verteidigung, falls Lage in der Cyrenaika 
sich giinstig weiterentwickelt und Halten des Westteils der 
Cyrenaika dadurch moglich erscheint. 
Jst Cyrenaika nicht zu halten.. Verteidigung von Tripolis. 
3 ) ::-:: Jtaliener glauben, dass Tobruk sich einige Zeit halten ::-:: 
kann und dass Englander vor dem Fall von Tobruk nicht auf 
Benghasi — Agedabia vorgehen. 

Folgende Verstarkungen sind fur Libyen vorgesehen: Wie- 
derauffiillung der 3 in Tripolis stehenden Div. auf voile 
Starke. Uberfiihrung von 1 Pz.Div. und 1 J.D. (mot) aus 
Jtalien nach Tripolis. Beendigung dieser Transporte etwa 
20.2.41. 

3. ) Ostafrika. 

' Lage bei englischem Angriff, der in nachster Zeit erwartet 
wird, schwierig. Verteidigung bis zum Aussersten beabsich- 
tigt. Abziehen englischer Krafte aus Libyen nach Ostafrika 
ist erwiinscht, auch wenn dadurch Lage in Ostafrika 
schwieriger wird. 

4. ) D o d e k a n e s. 

Erwarteter Angriff auf Dodekanes ist bisher ausge- 

blieben 

— Seite 3 — 

blieben. Bevorratung fur etwa 3 Monate vorhanden. Krafte 
auf Dodekanes schwach, trotzdem ::-:: gewisse Offensiv- 
kraft 4 ) ::-:: im Falle deutschen Angriffs gegen Griechenland 
aus Bulgarien heraus (vor allem gegen engl. Transporte aus 
Agypten in das Agaische Meer). 

II.) S t e 1 1 u n g n a h m e zur ital. L a g e b e u r t e i 1 u n g. 
1.) Albanien. 

Sehr unwahrscheinlich, dass Jtaliener die fur einen Angriff 
erforderlichen Krafte in der vorgesehenen Zeit bereitstellen 
konnen. Eine Unterstiitzung eines deutschen Angriffs aus 
Bulgarien gegen Griechenland ist daher nicht in Rechnung 
zu stellen. 5 ) 



3 ) am, Rand 1 hs: „!" 

4 ) am Rand 1 hs: ,,!", daneben 1: „Diese miisste wesentlich gesteigert werden." 

5 ) am Rand 1 hs: „wohl aber wird der dtsche. Angriff auf die alban. Front 
stark entlastend wirken" 



465 



134-C 



2. ) Li by en. 

Ob Cyrenaika gehalten werden kann oder nicht, kann heute 
noch nicht beurteilt werden. Ein Verlust audi von Tripolis 
ist, falls Lage sich nicht grundlegend andert, nicht -zu be- 
furchten, umsomehr als ab Mai grossere Operationen wegen 
der Hitze nicht mehr moglich sein werden. 6 ) 

3. ) Ostaf rika. 

Dauer des Widerstandes im Falle eines engl. Angriffs kann 
nicht beurteilt werden. 

4. ) D o d e k a n e s. 

Nennenswerter Widerstand im Falle eines Angriffs ist nicht 
zu erwarten. Ein offensives Eingreifen der dort befindlichen 
ital. Krafte gegen engl. Transporte nach Griechenland wird 
nicht in Rechnung gestellt werden konnen. 7 ) 

— Seite 4 — 

III.) Einsatz deutscher Verband e in Libyen und 
A 1 b a n i e n. 

1. ) Libyen. 

Jtaliener begriissen beabsichtigte Entsendung der 5.1.Div. 
8 ) (mot) in der vorgeschlagenen Zusammensetzung warmstens. 
tlberfiihrung nach Tripolis kann etwa zwischen 15. — 20.2. 
beginnen, jedoch wird es moglich sein, Materialtransporte 
schon v o r diesem Zeitpunkt durchzufiihren. 

2. ) A 1 b a n i e n. 

Entsendung deutschen Verbandes wird von Jtalienern als 
erwiinscht, aber nicht als notwendig bezeichnet. Entsendung 
eines Korps nicht moglich, da Transportmoglichkeiten nicht 
ausreichen. Aus Transportgriinden kame nur Entsendung 
e i n e r Geb.Div. mit leichter Ausstattung in Frage. 
Entscheiduhg z.Zt. nicht dringend. Jtalienischer Angriff — 
falls nicht starke griech. Krafte von der albanischen Front 
an die bulgarische Grenze verschoben werden — keinesfalls 
vor Anfang April moglich, daher braucht deutscher Verband 
erst im Marz uberfuhrt werden. Jnfolgedessen neue 
::-:: Entscheidung, ::-:: ob Verband uberfuhrt werden soli, 
::-:: Anfang Marz. ::-:: Vorbereitungen fur Bereitstellung 
des Verbandes laufen jedoch weiter. 



6 ) 1 n Abs zwei Vm'e hs, in der Phot nur folgende Worte zn lesen: „Offen (?) 
bei Verlust . . . gering . . . Voraussetzung keinc . . . aus Tunis heraus." 

7 ) I n Abs hs, in der Phot nur zu entziffern: „ . . . miisste aufgebant werden, 
urn bei Besetzen (?) Grclilds cine wichtige . . . der Operationen... bilden" 

8 ) die vier letzten Z'en von 1.) am Rand 1 hs angestrichen 



466 



134-C 



D r i t t e s S : 



Anlage 2 z u OKW/WFSt. Nr. 8 / 4 1 g. K. Chefs. 
Geheime Kommandosache 

6Ausf ertigungen. 

2.Ausfertigung. 

Chefsachel 
Nur durch Oiffzler! 

Ausf uhrungen des Fiihrers am 2 0.1.194 1. 

I.) Dem Fuhrer wird am 20.1. 11 Uhr durch Chef OKW und Chef 
W.F.Stab in Gegenwart von General von Rintelen ein Ube-rblick 
iiber das Ergebnis der militarischen Besprechungen mit Gen. 
Guzzoni und Gen.Gandin gegeben. 

II.) Um 12 Uhr entwickelt der Fuhrer vor grosserem Kreise seine 
Gedanken und Auffassungen iiber die Lage. 

Anwesend: ^ 

von dtsch.Seite von ital.Seite 

Der R.A.Minister der Duce * 

Chef OKW Graf Ciano 

Chef W F St Gen.Guzzoni 

Gen.v.Rintelen Gen.Marras 

Gesandter Schmidt Gen.Gandin 
Ein Dolmetscher d.A.A. 
Oberst Schmundt 
Freg.Kapt.v.Puttkamer 

Inhalt 

— Seite 2 — 

Inhalt der Ausfiihrungen des Fuhrer s 

in Stichworten: 

GroBe Bedeutung Finn la n ds fur uns wegen des einzigen 
Nickelvorkammens in Europa. Russen sagen zwar zu, uns die be- 
notigte Nickelmenge auch zu liefern, a'ber nur so lange sie wollen. 
Finn-land darf daher nicht rnehr angetastet werden. 

Demarche der Russen wegen unseres Aufmarsches in R u - 
manien hat stattgef unden und wird entsprechend abgewiesen 
werden. Russen werden immer unverschamt in den Zeiten, zu denen 
man ihnen nichts anhaiben kann.(Winter). 

Der Auf marsch in Rumanien verfolgt einen dreif achen Zweck: 



467 



134-C' 



a) eine Operation gegen Griechenland 

b) Schutz Bulgariens gegen RuBland und Tiirkei 

c) Sicherstellung der Garantie Rumaniens. 

Pur jede dieser Aufgaben ist eine eigene Kraftegruppe notig, 
im ganzen daher sehr starke Krafte, deren Auf marsch weit von 
unserer Basis entfernt lanige Zeit in Anspruch nimimt. 

Erwiinscht, daB dieser Aufmarsch ohne feindliche Einwirkung 
zu Ende gefuhrt wird. Deshalb die Karten so spat als .moglich auf- 
decken. Tandenz wird sein, so spat als moglich uber die Donau gehen 
vind darnach so frii'h als moglich zum Angriff antreten. 

Dsshalb 

— Seite 3 — 

Deshal'b ist es auch • — ■ naben den Uberfuhrungsschwieriigkeiten, 
die in den gestrigen militarischen Besprechurugen zu Tage getreten 
sind — nicht zweckmassig, j e t z t einen deutschen Verband nach 
Albanien zu uberfiihren. Bliebe er hinter der Front stahen, so 
ergaben sich psychologisch unerwunschte Ruckwirkungen: Italiener 
im schweren Kaimpf — Deutsche sehen hinter der Front zu. 

Wird der deutsche Verband aber eingesetzt, so losen wir den 
Krieg auch im Siidosten vorzeitig aus. 

Die Turkei wird aller Voraussicht nach neutral bleiben; sehr 
uniangenehm konnte es werden, wenn sie sich mit England soli- 
darisch erklaren und ihre Flugplatze England ziur Verfugung stellen 
wiirde. 1 ) 

Gesamtlage im Osten aber nur richtig zu beurtedlen von der Lage 
im W e s t e n. Dier Angriff gegen die britischen Inseln ist unser 
letztes Ziel. 

Hier sind wir in einer Lage wie jemand, der nur mehr einen 
SchuB in der Biichse hat; igeht er fethl, so 1st die Situation viel 
schlimmer als vorher. Man kann die Landung nicht wiederholen, >da 
im Falle eines MiBerfolges zu viel Material verloren geht. England 
braucht dann keine Sorge mehr zu haben und kann die Masse seiner 
Kraf te .an der Peripherie, wie es will, einsetzen. Solanige der Angriff 
nicht stattgef unden hat, miissen die Eniglander imimer mit ihm 
rechnen. 

Nur bestimmte Voraussetzungen lassen die Landung zu, die uns 
im Herbst nicht gegeben waren: Keine 3 Tage 

hintereinander 



l ) 1 ii Abs Vm hs, in der Phot nur zu lesen: „. . . 350 km" 



468 



134-C 



— Seite 4 — 

hintereinander schones Wetter. 

Gesamtaufgabe im Westen auBerdem aber Schutz unserer Basis 
von Kirkenes bis an die spanische Grenze, wobei eine Kraftegruppe 
in Sudfrankreich inumer bereit bleibem miuB, um einzugreif en, wenn 
England sich in Portugal festsetzen sollte. 

Die Sperrung der Sizilien-Stnasse durch die Luftwaffe ist nur 
ein schwacher Ersatz fur den Besitz von G i b r a 1 1 a r. Wir h'atten 
Vorbereitungen so getroff en, daB Erf olg sicher gewesen ware. Im Be- 
sitz von Gibraltar waren wir aber audi in der Lage, uns mit starken 
Kraften in Nordafrika festzusetzen und damit den Erpressungen 
Weyigands ein Ende zu miachen. Wienn es daiher Italien gelingen 
wiirde, Franco doch noch zu bewegen, in den Kampf einzutreten, 
so ware das ein groBer Erfolg und wiirde in kurzer Zeit die Lage 
irn Mittelmeer grunidlegemd arndern. 

Von Amerika, auch wenn es in den Krieg eintritt, sehe ich 
keine igroBe Gef ahr. Die groBere ist der riesige Black RuBland. 
Wir haben zwar sehr igunstige politische und wirtschaftliche Ver- 
trage mit RuBland, aber ich verlasse miich lieber auf meine Macht- 
mittel. Von diesen wiirden daher sehr erhebliche Teile an der 
russischen Grenze gebunden und 'hindern m'ich,eiine ausreicheride 
Zahl von Menschen in die Riistung zu geben, um dadurch die Riistung 
der Luftwaffe und der Kriegsmarine auf das Hoch- 

ste 

— Seite 5 — 

ste zu steigern. 

Solanige Stalin lebt, ist wohl keine Gefahr: er ist- klug und vor- 
sichtig. Aber wenn er nicht mehr da ist, konnem die Juden, die jetzt 
nur in der 2. und 3.Garnitur vorhanden.sind, wieder in die 1. Garni- 
tur vorriicken. 

Man muB also vorsichtig sein. Die Russen suchen immer nach 
neuen Forderungen, die sie aus den Vertragen herauslesen. Deshallb 
wollen sie in diesen audi keine f esten und prazisen Formulierungen. 

Man muB also den Faktor RuBland immer im Auge bebalten und 
sich abdecken mit Kraft und diplomatischem Geschick. 

Friiher ware RuBland u'berhaupt keine Gefahr gewesen, denn zu 
Lande sind sie uns ganz ungefahrlich. J e t z t, im Zeitalter der Luft- 
waffe aber kann von RuBland und vom Mittelmeer aus das ruma- 
nische Olgebiet in ein rauchendes Trummerfeld verwandelt werden 
und dieses Olgebiet ist fiir die Achse lebenswichtig. 

Jedenfalls diirfen wir keine wertvollen Veribande irgendwo hin- 
geben, wo sie dann brachliegen. Daher werden wir nach L i b y e n 



469 



134-C 

audi keinen Pz.Verband, sondern einen Sperrverband schicken, der 
rascber zu iiberfiihren ist und vor der heifien Zeit noch zum Einsatz 
kominen kann. Denn er soli eingesetzt werden: wir wollen es nicht 
so miachen wie die Englander in Fr-ankreich. Die bei diesem Veriband 
befindlichen Panzer und Panzerabwehrgeschtitze durchsehlagen 
jeden englischen Panzer, der dort auftritt. 

Die 

— Seite 6 — 

Die Truippen haben Erfahrung, vertrauen ihrer Waffe und sind 
selbstbewuBt, das ist im Kampf gegen Panzer sehr wichtig. Wir 
haben den Panzerschiitzen aius psychologischen Griinden audi den 
Namen Panzer jager ge'geben. Sie sollen den feindlidien Panzer auf- 
suchen und inn stellen wie ein Jager das Wild. 

A 1 1 g e in e i n e A u s f u h r u n g e n uber die Faktoren, die fur 
den E r f o 1 g in einem modernen 'Krieg entscheidend. Dabei Hin- 
weis auf die wichtiige Ausbildung im modernen Kampfverfahren, 
die viel Zeit und Arbeit und audi -ein hochwertiges Unterfiihrer- 
korps erfordert. 

Bedeutung der Luftwaffe und der Panzerwaffe. Die Ausbildung 
einer Panzertruppe ist sehr schwer: am wenigsten kann man einen 
Panzerverband improvisieren. Selbst die Umstellung eines voll aus- 
gebildeten Panzerverbandes auf anderes Material dauert Monate. 

Wir haiben unsere groBen Erfoige mit der Panzertruppe nicht 
dadurch erzielt, daB wir mit schweren Panzern gearbeitet haben. 
Wir bevorzugen den mittleren Panzer. Die Franzosen batten sehr 
viel schwerere Panzer als wir. 

Das beste,was wir batten, waren unsere Panzergenerale, die eine 
ganz neue Taktik entwickelt haben und ihre Verbande einsatz- 
freud'ig und sehr gesehickt gefiihrt haben. 2 ) 

Allgemekier Hinweis auf die Bedeutung der Mine im Landkrieg. 

Beispieie: 

— Seite 7 — 

Beispieie: Verminung unseres Westwalles. 

Minensperre, die durch 16.Armee in der Flanke unseres Angriffs 
gegen Frankreich abgerollt wurde. 

Mit der Mine kann man ein Angriffsgelande richtig versauen. 
Frage des Fiihrers nach Minen in Tobruk und ob nicht weitere 
Minen durch U-Boote bineingebracht werden konnen. — 



2 ) Abs am Rand 1 hs angestridien 



470 



134-C 



Jede Angriff&lust von Panzern hort aucf, wenn sie auf Mimen- 
f elder treffen. GroBes Heldentum der Pioniere gehort dazu, Minen- 
felder zu beseitigen oder wieder auszuraumen. 

Ausfuhrungen iiber den Luftkriieg und iilber das Verhaltnis der 
deutschen zu den englischen Luftangriffen. 

Notwendig ist es, iiber eine gewaltige Flakwaffe zu verfiigen •mit 
sehr viel Munition, denn es kann ein Moment koinnien, wo der 
Krieg fast nur mehr von der Luftwaffe und von der Kriegsmarine 
gefuhrt wird. 3 ) 

Gegen stark bewaffnete Schiffe hat nur der Sturzbomber Erfolg. 

Fiihrer erortert den vorzuglichen Eindruck, den er von General 
Antonescu erhalten hat. Er ist ein Kerl. 

Der Duce meint, sein Verhaltnis zur Legion sei nicht gut. 

Fiihrer verbreitet sieh allgemein iiber Revolutionen, von denen 
nur die faschistische und die national-soziali- 

stische 

— Seite 8 — 

stische s o f o r t aufbauend gewirkt haben. In Rumanien wurde der 
vorbestimmte Mann vorher ermordet und mit dhm die 1. Garni tur 
der Legionsfiihrer. So kam es, daB aus der Armee ider fiihrende 
Kopf erwachsen ist, der die Revolution ausgelost und den Konig 
beseitigt hat. Er hat einen gliihenden Fanatismus, ist zu jedem 
Kampf fiir sein Land bereit und will ihn fiihren mit, ohne oder, 
wenn es sein miiBte, auch gegen die Legion. 

Einer muB der Fiihrer sein, ein Staatschef und d'anielben ein 
Fiihrer einer Bewegung sind nicht denkbar. Am besten ware >es, 
wenn Antonescu gleichzeitig der Fuhrer der Legion wiirde. 



DOCUMENT 135-C 

HISTORY OF THE ORGANIZATION OF THE WAR AND OF THE 
MOBILIZATION PLAN OF THE NAVY DRAFTED 1938 BY THE HIGH 
COMMAND OF THE NAVY (EXHIBIT GB-213) 



BESCHREIBUNG: 

begl Phot I teihv wiedergegebcri 



s ) die zwei letzten Z'en von Abs am Rand 1 hs angestrichen 



471 



135-C 



All 85 0/38 g.Kdos . 
Ceheime Kommandosache 

# Geschichte der K. G. 1 ) 

u n d des Mobplanes. 

1. ) Da durch den Versailler Vertrag alle Mob.Vorarbeiten verboten 

waren, beschrankten sich diese nur auf einen sehr kleinen Mit- 
arbeiterkreis und waren zunachst nur theoretischer Natur. Im- 
merhin gab es damals (in den 20er Jahren): 

eine A.O. (Aufstellungsordnung), 

eine A.B. (Aufstellungsbestimmungen), 
die Vorlaufer des heutigen Mob.Planes, sowie: 

eine A.G. (Aufstellungsgliederung) 

eine v.A.B. (veranderliche Aufstellungsbestimmungen), 
die fur jeden A.Jahr (Deckname fiir Mob.Jahr) aufgestellt 
wurden. Sie wurden aufgestellt durch den Verw.Amtmann 
Heintze bei der damalg. Flottenabteilung (All). 

Die damaligen A.G. en waren, wie gesagt, rein theoretisch zu 
werten, da sie keinerlei positive personelle und materielle 
Grundlage hatten. Immerhin waren sie ein wertvoller Anhalt 
fiir die Aufstellung einer K.G. Endziel. 

2. ) Die sich immer mehr zuspitzenden deutsch-polnischen Span- 

nungen zwangen dazu, statt der theoretischen Kriegsvorberei- 
tung eine praktische Vorbereitung eines rein deutsch-polnischen 
Konfliktes zu machen. Unter Zugrundelegung der strategischen 
Idee einer schnellen Forcierung des polnischen Stiitzpunktes 
Gdingen sollte die aktive Flotte um die zur Erreichung des 
strategischen Ziels unbedingt notwendigen Hilfskrafte ver- 
starkt werden und die notwendigsten Kiisten- und Flak- 
batterien, insbesondere in Pillau und Swinemiinde besetzt 
werden. So entstand 1930 der 

V-Plan (Verstarkungsplan), 

bestehend aus dem Hauptteil, hervorgegangen aus der A.O., 

dem Teil A — V.G. (Verstarkungsgliederung), 
dem Teil B — V.B. (Verstarkungsbestimmungen), 
dem Teil C — (Verstarkungsstellenbesetzungen), sowie 

Teil D — F (enthaltend besondere Bestimmungen iiber 
Luftstreitkrafte, Nachrichtenwesen und Kustenluftschutz). 

') r n Ob P „GW 8/8 38" I darunter Stp: „An]age zu B.S.N. G.Kds 153/38", 
(„Kds' 153/38" hs) 



472 



135-C 



— Selte 2 — 

(A II 850/38 g.Kdos.) 

Sie wurden aufgestellt durch den Oblt.z.S.a.D. v. Rabenau 
und Amtmann Heintze unter Leitung des Referenten A Urn, 
Korv. Kpt. v.Bonin. 

3. ) Mit der Machtergreifung durch Adolf Hitler trat eine grund- 

satzliche Wendung ein. Wenn auch der V.Plan auf positiver 
personeller und materieller Grundlage beruhte (nur wirklich 
vorbereitete Batterien und Hilfsschiffe, die binnen 72 Stunden 
einsatzbereit gemacht werden konnten, waren in ihm enthalten), 
bestand fur den Fall, dass der Krieg mit dem Fall Gdingens 
nicht abgeschlossen sein sollte, der A. Plan in seiner theoretischen 
Bearbeitung weiter. Praktische Vorbereitungen hierfiir wurden 
jedoch auf den Mob. Fall selbst verschoben. 

Nunmehr hatte der Reichskanzler Adolf Hitler die ganz klare 
politische Forderung gestellt, ihm in fiinf Jahren, d. h. bis zum 
1.IV.1938 eine Wehrmacht aufzustellen, die er als politisches 
Machtinstrument auf die Wagschale legen konne. 

So entstand, als vorlaufiges Ziel der Kriegsmarine, 
die A.G.38 (Aufstellungsgliederung 1938), 
aufgestellt dureh Oblt.z.S.a.D. v.Rabenau unter Leitung A Urn 
(Freg.Kpt. v.Bonin). 

4. ) Gleichzeitig wurde befohlen, zum 1.IV.1934 den V.Plan umzu- 

stellen auf einen A. Plan fur eihen Zweifrontenkrieg. Als erstes 
wurde im Sommer 1933 die A.G.34 entworfen. 

Das war der Stand der Mob. Vorbereitungen am 1. Oktober 
1933, dem Griindungstag der 

Marineorganisationsabteilung (A II) 
Chef: Kpt.z.S. v.Bonin. 

5. Als Organisationsreferent (A Ha) fiel mir daher mit meinem 

Dienstantritt am 1.X.1933 die Herausgabe der. A.G.34 und 
A.Planes zu. 

Sowohl A. Plan wie A.G.34 konnten nur aufgestellt werden 
auf Grund der vorhandenen Unterlagen, also der alten A.G., 
A.B. und des Entwurfs der A.G.34. Um der Front die notige 
Zeit zur Vorbereitung der A.Hefte zu geben, war hochste Eile 
notig. 

So 

— Seite 3 — 

(A II 850/38 g.Kdos.) 
So blieb lediglich eine Drucklegung der 

A.G.34 



473 



135-C 



iibrig, die erstmalig nicht in Buchform, sondern in einzelnen 
Organisationsubersichtsplanen von Kptlt.(V) Bergen unter 
meiner Leitung aufgestellt und bei der Reichsdruckerei gedruckt 
wurde. 

Der A.Plan entstand unter engster Anlehnung an die alte 
A.O. und A.B, und erschien unter Mitarbeit der Referenten 
A IIB (Korv.Kpt. Machens) und A lie (Korv.Kpt.(E) v.Rabenau) 

am 1. II. 1934 

in folgenden Teilen: 

*) ) 
A. Plan Teil II: A.O. ) 
A.Plan Teil III: A.B. .) geschrieben 

A.Plan Teil A: A.G.34 gedruckt 
A.Plan Teil B: v.A.B.34 geschrieben 

und(von M.P.A. aufgestellt): 
A.Plan Teil C (A.Stellenbesetzung) geschrieben. 

6.) Eine Uberpriifung durch alle Stellen des Hauses auf praktische 
Durchfiihrbarkeit war nicht mehr moglich. So bedeutete 
dieser A.Plan einen gewissen Riickschritt insofern, als die posi- 
tive Grundlage noch nicht unbedingt sichergestellt war. Die A.G. 
34 war ebenfalls ein Weitschuss, weil insbesondere die perso- 
nellen Grundlagen noch nicht hatten festgestellt werden konnen. 

Die nachste Aufgabe der A II bestand also darin, diese 
Grundlage durch entsprechende Mitarbeit aller Stellen des 
Hauses baldigst herzustellen. 

Als weitere Unterlagen wurden auf Grund des A. Planes von 
anderen Stellen des Hauses die notigen Befehle herausgegeben : 

B.H.34 (Bestimmungen fur Hilfsschiffe) durch B Sch 

G.V.P. (Geschutzverteilungsplan) ) 

M.V.P. (Munitionsverteilungsplan) ) 

) von M Wa 

Sch.V.P. (Scheinwerferverteilungsplan) ) 

Em.V.P. (E-Messgeratverteilungsplan) ) 

F.V.P. (Funkgeratverteilungsplan) von RBN 



*) Teil I sollte spater als Wehrplan die fiir alle 3 Wehrmachtteile 
geltenden Bestimmungen enthalten. 



— Seite 4 



(A II 850/38 g.Kdos.) 
Spater entstanden als Unterlage fiir die JCriegsfertigung von 
Nachschub aller Art der 



474 



135-C 



F.P. (Fertigungsplari), )beide herausgegeben 

A.Neubauplan, ) von B Wi. 

7. ) Die Uberprufung des A.Plans fiihrte bis zum 1.X.1936 zur 

Drucklegung des nunmehrigen 

Mob.Plans (Marine), 
der die bisherigen Teile I — III in einer Druckvorschrift enthalt. 
Dazu sind ab 1934 allmahlich entstanden: 

Die Sonderanlage 1 — 10. 
Vermerk : Auch diese sind Zug urn Zug, je nach Erhalt ihrer 
endgultigen Fassung, in einer G.Kdos.-Sammelvorschrift in 
Druck zu geben. 

8. ) Mit dem Fallen der Versailler Bestimmungen flelen auch die 

Decknamen. Aus A.Plan wurde Mob. Plan: aus A.G.wurde: 
K.G. (Kriegsgliederung). 
Weiter fiel das beschrankte Ziel zum 1.IV.1938, vielmehr ist 
eine neuzeitliche Kriegsmarine (lediglich gebunden an das 
deutsch-englische Flottenabkommen) aufzustellen. 
Damit war die A.G.38 entwertet. 
An ihre Stelle trat die 
K.G. Endziel. 

Die K.G. Endziel bildet die Grundlage fur das Aufstellen der 
laufenden K.G. Nach ihrer Einteilung richtet sich die Einteilung 
der laufenden K.G. Nach dieser wieder richtet sich die 

Fuhrerkartei bei M.P.A. 
und die von dort herauszugebende Sonderanlage C. 

Eine Stetigkeit der Einteilung ist daher anzustreben. 

(Einteilungssystem siehe weiter unten). 

9. ) Um alien Stellen des Hauses die notigen Unterlagen zu geben 

fur die Haushaltsforderungen, ist es notig, dass der erste Ent- 
wurf einer K.G. 1 V2 Jahre vor ihrera Inkrafttreten heraus- 
kommt. 

So 

— Seite 5 — 

(A II 850/38 g.Kdos.) 
So ist am 1.XI.1937 die 
K.G.39 

erschienen. Sie ist aufgestellt worden auf Grund der seitens 
l.Abt.Skl. festgelegten Forderungen an die Riistung. Die Stolen 
des Hauses geben auf Grund der K.G.39 ihre Anforderungen 
an Haushaltsmitteln fur 1938/39 an E. 



475 



135-C 



Die Stationskommandos nehmen zur organisatorischen Ein- 
teilung der K.G.39 im Januar 1938 Stellung. 

Auf Grund der im Haushalt 1938 tatsachlich genehmigten 
RiistmaBnahmen werden die Probeplane der K.G.39 zeitgerecht 
vor den Fruhjahrsreisen an die Front gesandt und im Laufe des 
Sommers laufend bei alien beteiligten Stellen durch ent- 
sprechende A Ilao-Verfugungen verbessert. 

Drucklegung muss Mitte August beginnen. A VI, BN und 
M Wa mussen Kenntnis dieses Beginns haben, damit sie zeit- 
gemass zum 1.X.38 ihre Erganzungsplane zur K:G.39 heraus- 
geben konnen, ebenso Stationskommandos und 2. Admirale, 
damit die Vorarbeiten beginnen. 

10.) Einteilung: 2 ) 



— Seite 6 — 

(A II 850/38 g.Kdos.) 
11.) Allgemeines iiber Verbesserungen der Mob. 
Vorschriften. 

Die Vorbereitung der Mobilmachung durch Auf stellung von 
Mob.Heften, Mob.Ubersichten, Mob.Ausbauplanen, sowie die 
Vorbereitung der personellen Besetzung der Mob.Einheiten 
erfordert eine langwierige und ausgedehnte Arbeit, die deshalb 
im allgemeinen nur einmal im Jahre, und zwar im Winterhalb- 
jahr fur das im Fruhjahr beginnende Mob.Jahr geleistet werden 
kann. Infolgedessen wiirde eine willkiirliche, rucksichtslose' 
Berichtigung der K.G. in diesen genannten Vorarbeiten eine 
solche Fiille von Anderungen nach sich ziehen, wie sie weder 
zeitlich noch arbeitsmaefiig geleistet werden kann, sodafi damit 
eine sichere und zuverlassige Mobilmachung der betreffenden 
Einheiten in Frage gestellt wird. 

Daher sind Anderungen in der K.G. wahrend des laufenden 
Mob.Jahres iiberhaupt zu vermeiden. 

Durch den zur Zeit laufenden Ausbau der Kriegsmarine 
werden schon an sich laufend eine Reihe von Anderungen der 
K.G. unvermeidlich und ebenso bringt der jahrliche Herbst- 
stellenwechsel mitten im Mob. Jahre einschneidende personelle 
Anderungen der Mobilmachung. Diese genannten Anderungen 
sind aber unvermeidlich. 

2 ) der Abschnitt „10.) Einteilung" iat hier nicht abgedruckt. Er steht auf den 
Seiten 5 bis 30 und ist eingeteilt in: a) Vorbemerkungen, b) Sachregister, 
c) Plane-Einteilung, d) Numinern-Einteilung, e) Einzelheiten 



476 



Der letzte Termin fur Anderungen der noch nicht in Kraft 
gesetzten K.G. ist der l.Januar jeden Jahres. Von da ab 
kommen nur noch durch den Umbau der Kriegsmarine erforder- 
liche Verbesserungen (Namensanderungen, Veranderungen bei 
den aktiven Einheiten usw.) in Frage. Mit dem Herbststellen- 
wechsel verbundene oder fur das Winterhalbjahr wunschens- 
werte Anderungen der K.G. miissen spatestens am . 1 . J u 1 i 
verfiigt werden, damit die mit den Anderungen verbundenen 
Mob.Arbeiten bis zum Herbst erledigt werden konnen. Am 
l.IV., l.X. und 1.1. des laufenden Mob.Jahres sind also nur 
Verbesserungen herauszugeben, die mit dem Umbau bzw. der 
friedensmaBigen Organisation zusammenhangen. (Vgl. auch 
A Ha 48 vom 14.1.1937). 

Um notwendige Verbesserungen auf ein MindestmaB herab- 
zudrucken, ist die K.G. ::-:: grundsatzlich so einfach wie moglich 
zu gestalten: ::-:: Je mehr uberfliissige Angaben aufgenommen 
werden, desto haufiger werden Verbesserungen der sich haufig 
andernden Angaben notwendig. 

gez. Nordmann. 



DOCUMENT 136-C 

HITLER'S DIRECTIVE, 21 OCTOBER 1938: THE WEHRMACHT MUST 
BE PREPARED AT ALL TIMES IF NECESSARY TO SAFEGUARD 
THE FRONTIERS OF THE GERMAN REICH, TO INVADE THE 
"REMAINDER OF CZECHOSLOVAKIA," AND TO OCCUPY MEMEL- 
LAND (EXHIBIT USA-104) 



BESCHREIBUNG: 

begl Phot I die Seiten sind in der Ecke r o von „59 bis 63" hs numeriert 

Geheime Kommandosache 

Der Fiihrer ^Berlin, den 21.10.1938. 

und Qberste Befehlshaber der Wehrmacht 

10 Ausfert. 

OKW L la Nr. 2 3 6 /3 8 g.Kdos. Chefs. 3. Ausfert. 2 ) 

') 1 n Datum hs: „Amtsdief . . vorl." (?), hs unterstridien; durcli die Worte 
hs: „erl 2/11" 

2 ) unter „3. Ausfert." Stp: „Ob.d.M. A I op 105/38 Eing.: 1.11.38 Anlagen: — " 
(Aktenzeichen und Datum hs) I 1 daneben P: „F 1/11" 



477 



136-C 

3 ) Chef-Sache! 

Nur durch Offiiier! 

Die kiinftigenAufgaben der Wehrmacht und die sich daraus 
ergebenden Vonbereitunigen fur die Kriegfuhrung werde ich spater 
in einer Weisunig niederlegen.' 1 ) 

Bis zum Inkrafttreten dieser Weisung muss die Wehrmacht jeder- 
zeit auf folgende Falle vonbereitet sein: 

1. ) Sicherung der Grenzem des deutschen Reiches und Schutz gegen 

uiberraschende Luftengriffe, 

2. Erledigung der Rest-Tschechei, 

3. ) Inbesitznahme des Memell'andes. 



1. 

Sicherung der Grenzen des deutsch en Reiches 
und Schutz gegen ii b e r r a s c h e n d e L u f t a n g r i f f e. 

Die Wehrmacht muss jederzeit in der Lage sein, die Grenzen und 
den Lebensraum des deutschen Reiches schnell und nachhaltig zu 
sichern. Die Vorbereitungen hierfur miiissen so getroffen werden, 
dass die Grenzsicherung und die Luftverteidigurug entweder fur die 
Gesamtgrenze und den Gesamtraum oder fur einen Teil ausgelost 
werden kann. (Stichwort:„Grenzsicherung", bezw.„Grenzsicherung 
West",bezw.„Grenzsicherung Ost",bezw. 

„Grenz- 

— Seite 2 — 

„Grenzsicheru'ng Ost ohne. . ." (z.B.Tschechei).) Die Westgrenze 
(Frankreich,Luxemburg und Belgien) und die Ostgrenae (Polen, 
Tschechei.Litauen) 5 ) bediirfen eines starkeren militarischen Schutzes; 
fur die iibrigen Grenzen geniigt der V.G.A.D. 

Das Ziel jedes Grenzschutzes muss sein, die Grenzen, bezw. die 
hinter der Grenze zu ihrem Schiitz angelegten Befestigungen so 
lange zu halten, bis starke Krafte eingesetzt werden konnen. Die 
Luftverteidigurug muss den Schutz lebenswich tiger Objekte und 
Raume sicherstellen. 



s ) unter Bk hs: „0b d M hat 3.XI. Vortrag erhalten", P unl ,,3/11"; darunter: 
„Ia (doppelt unterstrichen) bitte A II Kenntiiis . . .", die folgenden drei oder 
vier Worte unl, darunter P unl ,,9/11" I die darunter stehenden hs'en Vm'e 
in der Phot unl 

4 ) „niederlegen" hs unterwellt 

5 ) vor und hinter: „die Ostgrenze (Polen,T8chechei,Litauen)" hs runde Kl 



478 



136-C 



Inwieweit fur diesen Fall die Gesamtmobilmachung oder Teil- 
mobdlmachunig angeordnet werden muss, wind je nach der Lage 
entschieden werden. Eine erste Grenzsicherung muss auch durch 
marschbereite Verbande gewahrleistet sein. 4 ) 

Fur die einzelnen Wehrmachtteile ergeben sich daraus folgende 
Aufgaben: 

A. H e e r. 

Die in der Nahe der West-und Ost^Grenze liegendan Einiheiten 
des Heeres, wenn notig auch nicht aktive Verbande sind fur den un- 
mittelbaren Schutz vorzusehen; ihre Organisation muss ungesauim- 
ten Einsatz ermoglichen. Ihre Heranf iihrung ist zu bearbeiten. Die 
iibrigen Einheiten, insbesondere die mot. Verbande skid so zur Ver- 
fiigung zu halten, dass sie je nach der Entwicklung der Lage eiii- 
gesetzt werden konnen. Diese Moglichkeiten sind zu durehdenken, 
aber nicht starr zu bearbeiten. 7 ) Vordringlich ist die Ausgestaltung 
der Westbefestigungen zu einer permamenten Anlage, die auch 
gegen eine 

3 - 4fache 

— Seite 3 — 

3-4fache Uberleigeniheit des Angreif ers sicher gehalten werden kann. 
Hierzu ist der Einbau weiterer starker Werke unerlasslich. 

In zweiter Linie sollen die Befestigurngen im Osten zum Ab- 
schluss gebracht werden und sudlich des Gder-Warfche-Bogens von 
der Oder an die polnische Grenze vorgeschoben werden. 

B. Kriegsmarine. 

Die Moglichkeit einer Sicherung und tJberwachung des deutschen 
Kustengebietes durch aktive Seestreitkrafte ::-:: und Seeluftver- 
bande 8 ) ::-:: muss ::-:: jederzeit ::-:: gewahrleitet sein. tJber 
Umfaing und Art der Durchfuhrung kann erst auf Grund der 
jeweiligen politischen Lage entschieden werden. 

C. Luftwaffe. 

') Der Schutz gegen uiberraschende Luitangriffe ist zunachst durch 
Eihsatz der Luf tverteidigung in der Nahe der Friedensstandorte vor- 
zusehen. 

Marschieren starkere Heeresteile an den Grenzen auf, so ist 
deren Schutz, insbesondere auch gegen Luf taufklarung, sicher- 
zustellen. 

6 ) vor „fiir die iibrigen . . ." (in Z 4 von Seite 2) und hinter „gewa'hrleistet 

sein." hs runde Kl 
") vor und hinter diesem Sag hs runde Kl 

a ) 1 n T am Rand hs: „Das wiirde erleichtert durch die jederzeitige taktischd 

Unterstellung der Seeluft unter Marine", darunter P unl 
9 ) Abs am Rand 1 hs angestrichen, daneben 1 hs: „gilt auch fur Marine" 



479 



Die Masse der Luftangriffskrafte ist auf den Friedensstandorten 
bereitzuhalten und der Aufmarsch entsprechend der jeweiiigen Lage 
vorzubereiten. 



2. 

Erledigung der Rest-Tschechei. 
10 ) Es muss moglich sein, die Rest-Tschechei jederzeit 

— Seite 4 — 

zerschlagen zu konnen, wenn sie etwa eine deutsch-f eindliche Politik 
betreiben wiirde. 

■ Die hierfiir von der Wehrmacht zu treffenden Voribereitungen 
werden i'hrem Uimfange nach erheblich geringer sein, als s.Zt.fiir 
„Grun"; sie miissen dafiir aber, unter Verzicht auf planmassige 
Mobilmacbungsmassnahmen , eine standige und wesentlich hahere 
Bereitschaft gewahrleisten* Organisation, Gliederung und Bereit- 
schaf tsgrad der dafiir vorgesehenen Verbande sind schon im Frieden 
derart auf tiberfall abzustellen, dass der Tschechei selbst jede Mog- 
lichikeit planmassiger Gegenwehr genommen wird. Das Ziel ist. die 
rasche Besetzung der Tschechei und die Abriegelung gegen die 
Slowakei. Die Vorbereitunigen miissen so getroffen werden, dass 
gleichzeitig die ,,Grenzsicherung West" durchgefuhrt werden kann. 

Die Auf gaben fur Heer und Luftwaffe im einzelnen sind f olgende: 

A. Heer. 

Die der Tschechei naheliagenden Einheiten und eiinzelne mot. 
Verbande sind fur einen uberfallartigen Angriff vorzusehen. Ihre 
Zahl richtet sich nach den der Tschechei verbleiibendem Kraften; 
,schneller und durchschlagender Erfolg muss gewa'hrleistet sein. Der 
Aufmarsch und die Vorbereitungen fiir den Angriff sind zu bearbei- 
ten. Die nicht gebrauchten Krafte sind so bereit zu halten, dass sie 
je hach Lage entweder fiir Grenzsicherung eingesetzt, oder der 
Angriffsarmee nachgefuhrt werden konnen. 

B. Luftwaffe. 

Durch f ruhzeitiges Ausschalten der tschechischen Luftwaffe ist 
der rasche Vormarsch des eigenen Heeres 

— Seite 5 — 

zu gewahrleisten. 

Hierfiir ist zunachst der uiberfallarfcige Einsatz der grenznahen 
Verbande aus den Friedensstandorten heraus vorzubereiten. Inwie- 
weit hierzu noch starkere Krafte erforderlich werden, kann erst die 
Entwicklung der rnilitar-politischen Lage in der Tschechei ergeben. 

V) vor den letjten zwel Z'en der Seite hs runde Kl; die beiden Z'n hs schrag 
leicht durchstrichen 



480 



J 



136-C 



Danaben ist der gleichzeitige Aufmarsch der ubrigen Angriffs^ 
krafte gegen Westen vorauibereiten. 



3. 

Inbesitznahraie des Memellandes. 

Die politische Lage, insbesandere kriegerische Verwicklungen 
zwischen Polen und Litauen, konnen es erforderlich machen, dass 
die deutsche Wehrmacht das Memelland ibesetzt. Pur ihren Binsatz 
gilt meine Weisung Nr. 1 vom 18.3.38. (Oberster Befehlshaber der 
Wehrmacht, OKW Nr. 472/38 g.K.L la). Der Einsatz ist so vorzu- 
bereiten, dass ex in kurzester Zeit durchgefiihrt werden kann. 

Die Absichten der Wehrmachtteile bitte ich mir zum 10.1.1939 tax 
melden. 

gez. Adolf Hitler 

fur .die Richtigkeit 
Keitel. 

V e r t e i 1 e r. 
OKH 1. Ausf. 

RdL u.ObdL 2. „ 
OKM 3. „ 

OKW (einschl. 4.— 10. 
Reserve) 



DOCUMENT 137-C 

KEITEL'S FIRST ADDENDUM, 24 NOVEMBER 1938, TO HITLER'S 
DIRECTIVE OF 21 OCTOBER 1938: ORDERS CONCERNING PREPARED- 
NESS TO OCCUPY DANZIG AND MEMELLAND (EXHIBIT GB-33) 



BESCHREIBUNG: 
begl Phot 

Ceheime Kommandosache 

Von Offizier geschrieben 

Oberkomimando der Wehrmacht 

Nr. 24 1 /3 8 g.Kdos Chefsache L la Berlin, den 24.11.38 



481 



137-C 



Bez. : Der Fiihrer u.Ob.Befehlshaber 1 ) 10 Ausfert. 

d. Wehrm.OKW Nr. 236/38 G.Kdos 3. Ausfert. 

Ohefsache L la v.21.10.38 

2 ) Chef Sadie 

Nur durdi Offizier 



1. Nachtrag zur Weisung vom 21.10.3 8. 3 ) 
Der Fiihrer hat befohlen: 
1). Ausser den 3 in der Weisung vom 21.10.38 angefiihrten Fallen 
sind audi Vorbereitungen zu treffen, dass der Freistaat Danzig 
iiberraschend von deutschen Truppen besetzt werden kann („4). 
Inibasitznahme vbn Danizig"). 

Fur die Vorbereitungen gelten, folgende Grundlagem: 

Voraussetzung ist edne ::-:: handstreichartige ::-:: Besetzung 
von Danzig in Ausnutzung edner politisch gunstigen Lage, 
::-:: nicht ein Krieg gegen Polen. ::-:: 

Die „Regelung der Befehlsgewalt in Ostpreussen im Falle 
einer kriegerischen Verwicklung" (OKW Nr. 230/38 g.Kdos Chef- 
sache L la v.27.9.38) wird bezaiglich Ziffer 3 in Kraft gesetzt. 

Die Besetzung durch das H e e r hat von Ostpreussen aus zu 
erfoigen. Die hierfur heranzuziehenden Truppen diirfen nicht 
gleichzeitig fiir die Inbesitznahome des Memellandes eingeteilt 
sein, damit ibeide Unternehm'en gegebenenfalls auch gleichzeitig 
stattfinden konnen. 

Die Kriegsmarine unterstutzt das Untemehmen 



— Seite 2 — 

ci (is Heeres durch Eingreifen von See aus nach naherer Anord- 
nung des Ob.d.M. Die beteiligten Streitkrafte sind auf Zusamm>en- 
arbeil; mit dem Heere amzuweisen. Die Einizelheiten der von der 
'Kriegsmarine zu leistenden Uhterstiitzung sind zwischien den 
Wehrmiachtteilen zu vereinbaren. 

Jnwieweit Teile der Luftwaffe bei der Besetzung mit- 
wirken konnen, ist vom R.d.L. u. Ob.d.L. zu iiberpriifen und in 
ummittelbarer Zusamimenarbeit mit den ibeiden 'anderen Wehr- 
machtteilen zu vereinbaren. 

Die Absichten der Webrmachtteile sind zum 10.1.1939 zu 
melden. 

') r n Bk Durdilauf-Vm'e „1)" und „2)" unl, „3) An la" 

2 ) unter Bk hs: „Herrn Oberbefehlshaber vorgelegt" (hs unterstridien) I dar- 
unter Stp: „Ob.d.M. A I op. 112/38 Eing.: 30.Nov.38 Anlagen: — " (Akten- 
zeichen und Datum hs) I darunter hs: „Ob d M hat Kenntnis. l.XII", dar-' 
unter: „I", P unl 

3 ) rnCb hs: „I", P unl 



482 



137-C 



2.) Auch fur die „Jnbesitznahimie dies Memelland'es (Teil 3 der Wei- 
sunig vom 21.10.38) tritt die „Regel<ung der Befehlsgewalt in 
Ostpreussen im Falle einer kriegerischen Verwicklung" (OKW 
Nr. 230/38 g.Kdos Chefsache L la v.27.9.38) beaiigl. Ziffer 3 in 
Kraft. 

Der Chef des Oberkdos d. Wehrmaeht 
Keitel 

(Ausfert.Nr.l) 
( „ „ 2) 
( „ „ 3) 
( „ „ 4 — 10) 



Verteiler 
OKH 1 
BdL u.ObdL 1 
O KM 1 
OKW 7 



DOCUMENT 138-C 

KEITEL'S SECOND ADDENDUM, 17 DECEMBER 1938, TO HITLER'S 
DECREE 21 OCTOBER 1938: ORDERS CONCERNING PREPAREDNESS 
TO OCCUPY THE "REMAINDER OF CZECHOSLOVAKIA"; "PACI- 
FICATION ACTION", NOT "WAR OPERATION" (EXHIBIT USA-105) 



BESCHREIBUNG: 

begl Phot I die Seiten sind in der Ecke r o mit , s 69, 70" hs numeriert 



Geheime Kommandosache. 

Von Offizier geschrieben 

Oberkommando der Wehrmaeht Berlin, den 17. 12.38 1 ) 

Nr. 248 /3 8 g.Kdos Chef sache 

WFA/LIa 
B e z . D.Fiihrer u.Ob.Bef ehlshaber d.Wehrm. 
OKW Nr.236/38 g.Kdos Chefs. L la 

v.21. 10.38 10 Ausfert. 

! ) 4. Ausfert. 

Chef Sache 
Nur durch Offizier 

!) unter Datum Stp: „Ob.d.M. A I op 121/38 Eing.: 20.XII.38 Anlagen: — ", 
(Afctenzeichen und Datum hs) I r daneben: P unl 

2 ) unter Bk: „1) Chef, (P unl) 20, an (?), 2) Amtschef A, (P unl) 20/12, 3) Bed 
M zur Vorlage bei unl (1 davor P unl, 20/12.), 4) An la", unter dem Ganzen 
P unl ■ 



483 



138-C 

2 . Nachtrag z u r Weisu n g vom 21.10.38. 

Betr. „Erledigung der Resttschechei" hat der Fiihrer noch fol- 
gendes befohlen: 

Die Bearbeitung des Falles hat unter der Voraussetzung zu 
3 )erfolgeii, dass kein nennenswerter Widerstand zu erwarten ist. 

Audi nach aussen muss klar in Erscheinung, treten, dass es sich 
nur um eine Befriedungsaktion und nicht um eine kriegerische 
Unternehmung handelt. 

Deshalb darf die Aktion nur mit der Friedenswehrmacht ohne 
Mob.-Verstarkungen durchgefiihrt werden. Die notwendige Verwen- 
dungsbereitschaft' insbesondere die Sicherstellung der Nachfiihrung 
des allernotigsten Nachschubs muss durch Ausgleich innerhalb der 
Verbande erreicht werden. 

Ebenso haben die fur den Einmarsch bestimmten Einheiten des 
Heeres im allgemeinen erst in der Nacht vor der Grenziiberschrei- 
tung ihre Standorte zu verlassen und nicht schon vorher planmassig 
an der Grenze aufzumarschieren. Vorher notwendige Organisations- 

— Seite 2 — 



transporte sind auf ein Mindestmass zu beschranken und soweit 
irgend moglich zu tarnen. Etwa notwendig werdende Verlegungen 
einzelner Einheiten — insbesondere von mot.Verba.nden — auf nahe 
der Grenze gelegene Truppeniibungsplatze unterliegen der Geneh- 
migung des Fuhrers. 

Von der Luftwaffe ist nach entsprechenden Richtlinien zu ver- 
fahren. 

Aus denselben Griinden ist die Ausiibung vollziehender Gewalt 
durch den Ob.d.H nur fur das neubesetzte Gebiet und nur fur kurze 
Zeitdauer vorgesehen. 

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht 
Keitel 



Verteiler: 

OKH =1 (Ausf.l) 

RdL u.ObdL =1 ( „ 3) 

OKM =1 ( „ 4) 

OKW =7 ( „ 2,5 — 10) 



3 ) 1 am Rand hs grolies Kreuz, darunter P unl, Datum unl, P unl 



484 



DOCUMENT 139-C 

BLOMBERG'S DIRECTIVE, 2 MAY 1935, CONCERNING PREPARA- 
TIONS FOR THE OPERATION "TRAINING" (SCHULUNG) (EXHIBIT 
USA-53) 



BESCHREIBUNG: 

In den Verhandlungen ist nicht eindeutig geklart worden, fiir welches Unter- 
nehmeri das Deckwort „Schulung" verwandt wird (Vorbereitung fiir die Besetzung 
des Rheinlandes, Zuriickwerfen etwa in Nordtirol einmarschierender Italiener 
iiber den Brenner?) I Bk dr I Seite 1 und 2 in der Ecke r o mit „28, 29" 
und „110, 111" hs numeriert 



GEHEIME KOMMANDOSACHE! 

Der Reichswehrminister. Berlin,W35, den 2.5.35 

Nr.1400/35 g.Kdos.L Chef. Tirpitzufer 72/76 

Fernsprecher: Bl Kurfiirst 8191. 

(Bitte in der Antwort vorstehendes 
Geschaftszeichen,das Datum und 
kurzen Inhalt anzugeben.) 

*) 2. Ausjertig. 

Von Hand zu Hand 2 ) 

An 

Chef Hltg. 
Chef Mltg. 
Rm.d.Luftf. 

Fiir das in der letzten Wehrmachts-Besprechung angeregte Unter- 
nehmen bestimme ich das Deckwort „Schulung". 

Die Gesamtleitung der Schulung liegt, da es sich um 

eine gemeinsame Aktion der 3 Wehrmachts-Teile handelt, in der 
Hand des Reichs-Verteidgs.. -Ministers. 

Die Vorbereitung des Unternehmens hat sojort nach 

jolgenden Weisungen zu beginnen: 

I. Allgemeines. 
1) Das Unternehmen mufi nach Ausgabe des Stichworts Schu- 
lung durchfiihren" , schlagartig als Uberfall zur Ausfiihrung ge- 
langen. 

x ) nnter Bk: drei Worte unl, darunter hs: „1.X." (die drei Worte durch groBen 
Haken mit „1.X." verbunden) I darunter: „A I K, P unl, 28/XII" 

2 ) durch „zu Hand" und darunter Stp: „Marineleitung A I op 43/35 Gkds. Eing.: 
2.5.35 Anlagen: — " (Aktenzeichen und Datum hs) I unter Stp hs: „A", 
darunter hs: „(hat 2.5. vorgelegen)", daneben hs: „A I", P unl „2/5", daneben 
P unl „2/5" 



485 



139-C 



Grofite Geheimhaltung der Vorbereitung ist erforder- 

lich, daher Beschrankung der Mitwissenden auf allerklein- 
sten Kreis von Offizieren, Anfertigung aller Niederschriften, 

Skizzen usw. nur durch diese Offiziere personlich, usw. 

2/Zeit 

— teite 2 — 

2/Zeit fur Mobilmachung der beteiligten Krafte ist 

nicht vorhanden, ihre Verwendung mufi in Friedens- 

zusammensetzung und- Ausriistung erfolgen. 

3) Die Vorbereitung des Unternehmens ist ohne Riicksicht 

auf den z.Zt. unzureichenden Stand unserer Riistung zu 

betreiben. Jede Besserung der Rustungslage wird eine Erweiterung 
der Vorbereitungen ermoglichen und damit giinstigere Erfolgsaus- 
sichten schaffen. 

II. Im Einzelnen erbitte ich Vorschlage zu folgenden 

Punkten: 

1) Hltg.: 

a) Wieviele kampffdhige Divisionen und welche sonstigen 
geeigneten Krafte — dabei alle Kraftfahrkampftruppen — konnen 
fur das Unternehmen verfiigbar gemacht werden? 

Voraussetzung fiir die Berechnung: 

Beschrankung auf reine Abwehr- notfalls hinhaltenden Wider- 
stand — im Westen; 

Verstarkung der dort notwendigerweise unzureichenden Krafte 
durch die sofort durch Bahn- oder Seetransport heranzuziehen- 
den ostpreussischen Divisionen. 

b 

— Seite 3 — 

b) Versammlungsraum bezw.- Rdume und - Dauer 

c) Beabsichtigte Durchfiihrung der Operation. 

2 Mltg.: 

Gesicherte Durchfiihrung der Abbefdrderung der ost- 
preufiischen Truppen auf dem Seeweg, falls der Landweg ver- 

schlossen. 

3 Luftw.: 

a) Unterstiitzung des „Schulungs"-Angriffs des Heeres. 

b) Prilfung, inwieweit auflerdem die Abwehr im Westen 
unterstiitzt werden kann. 

V. BLOMBERG 



486 



DOCUMENT 140-C 

HIGHLY SECRET DIRECTIVE BY BLOMBERG TO THE ARMED 
FORCES, 25 OCTOBER 1933, FOR ARMED RESISTANCE IN CASE 
SANCTIONS SHOULD BE IMPOSED ON GERMANY FOR RESIGNING 
FROM THE LEAGUE OF NATIONS AND LEAVING THE DISARMA- 
MENT CONFERENCE (EXHIBIT USA-51) 



BESCHREIBUNG: 

zweiteilig I begl Phot I die Seiten der beiden S'e sind in der Ecke r o mit 
„1" bis „6" und ,,112" bis ,,117" hs numeriert 

E r s t e s S : 



Nur durch Offizier von Hand zu Hand 1 ) 

Der Reichsverteidigungsminister Berlin, den 25. 10.1933 3 ) 

Nr.7 /33 g.Kdos. Rw.Min. 2 ) 

Geheime Kommandosache 

An den 

Herrn Chef der Heeresleitung 
::-:: Herrn Chef der Marineleitung ::-:: 
Herrn Reichsminister fiir Luftfahrt 4 ) 

1. ) Beiliegende Weisung gibt die Grundlage fiir die Vorarbeiten der 

Wehrmacht fiir den Fall von Sanktionsmassnahmen gegen 
Deutschland. 

2. ) Ich ersuche die Herren Chefs der Heeresleitung, — der Marine- 

leitung und den Herrn Reichsminister fiir Luftfahrt die Vor- 
arbeiten nach folgenden Gesichtspunkten in Angriff zu nehmen: 
a) Strengste Geheimhaltung.Es kommt alles darauf an, dass 
nach aussen keinerlei Tatsache bekannt wird, welche die 
Vorbereitung auf die Abwehr von Sanktionen erkennen lasst 
oder ::-:: den fur die entmilitarisierte Zone bestehenden 
aussenpolitischen Bindungen Deutschlands zuwiderlauft. ::-:: 
Gegebenenfalls miissen die Vorbereitungen gegenuber dieser 
Notwendigkeit zuriicktreten. 

*) hs doppelt unterstrichen 

2 ) unter Bk hs: ,A L 26/10" I r daneben Stp: „Marineleitung A la 5128/33 
Eing.: 3.XI.33 Anlagen 2" (Aktenzeichen, Datum und Zahl der Anlagen hs) I 
1 u von Stp hs: „vbd mit 5490/N (?)" (durch Strich verbunden mit diesem 
Stp) I r n Stp hs groJSes Kreuz, dariiber P: „Ra 30/10." I davon r u hs: 
„Amtschef A wird 30.X. (unterstrichen) hieriiber Vortrag halten" 

3 ) unter Datum untereinander hs: „A", „A la" (dahinter P unl) 

*) r u von „Luftfahrt" Stp: „Marineleitung A I op 23/35 Eing.: 8.3.35 Anlagen: 
— 1 — " (Aktenzeichen, Datum und Zahl der Anlagen hs) lion Stp P: 
„D" (?) ,,26/10" (?) 



487 



146-C 



Die im Gange befindlichen Arbeiten, welche die Aus- 
gestaltung der Landesverteidigung auf weiteSicht bezwecken, 
werden durch die anliegende Weisung nicht beriihrt. 

b) Der Personenkreis der an den Vorarbeiten Beteiligten ist 
vorlaufig auf das ::-:: Reichswehrministerium ::-:: bezw. 
Reichsministerium fur Luftfahrt zu beschranken. Soweit der 
Chef der Heeresleitung mit dem Reichsminister des Innern 

bezgl . 

— Seite 2 — 

beziiglich der Bereitschaftspolizei in Verbindung treten muss, 
gilt Gleiches. 

c) Ich ::-:: verbiete zunachst alle praktischen Vorarbeiten. ::-:: 

3.) Ueber die ::-:: beabsichtigten Massnahmen, ::-:: seitens des 
Herrn ::-:: Chefs der Heeresleitung, ::-:: -Marineleitung ::-:: 
und des Herrn Reichsministers fur die Luftfahrt, audi hinsicht- 
5 ) lich Sperrungen, Zerstorungen und Raumung, ::-:: ersuche ich 
um baldigen Vortrag. Hierbei sind mir auch die beabsichtigten 
materiellen Riistungsmassnahmen vorzutragen. ::-:: Ich werde 
danach uber eine Beteiligung des Landesverteidigungsrates an 
den weiteren Vorarbeiten entscheiden. 

Fiir Ende nachster Woche ist die Berufung einzelner Aussen- 
stellen des Heeres und der Marine zu einer Besprechung iiber 
die wichtigsten Fragen im Reichswehrministerium von mir 
beabsichtigt. 

v Blomberg 



Zweites S: 



Berlin, den 25.10.1933 ') 
A n 1 a g e zu „ Der Reichsverteidigungsminister 
Nr. 7 /33 g.Kdos. Rw.Min. 

Geheime Kommandosache 

Weisung 
fiir die Wehrmacht 
im Falle von Sanktionen. 
1.) Die weitere Entwicklung der durch Deutschlands Austritts- 
erklarung aus dem Volkerbund und sein Verlassen der Ab- 
riistungskonferenz geschaffenen aussenpolitischen Lage kann 

5 ) 1 am Rand hs: „A I" I die zwei letjten Z'n des Abs am Rand 1 hs angestrichen 
!) 1 uber Datum hs: „zu A I op 23/35" 



488 



140-C 



dazu fiihren, dass Sanktionsmassnahmen gegen Deutschland zur 
Anwendung gelangen. 

Welche Staaten zu Sanktionen schreiten werden, steht dahin. 
Sofern nicht der Volkerbundsrat eine gemeinsame Aktion be- 
schliesst, diirfte in erster Linie Frankreich in Frage kommen. 
Aber auch Polen, Belgien und die Tschechoslowakei konnen von 
Frankreich zu Sanktionsmassnahmen veranlasst werden. 

2. ) Die Sanktionsmassnahmen der Gegner konnen verschiedener 

Art sein. 

Die Wehrmacht wird ::-:: sofort ::-:: von solchen Mass- 
nahmen unmittelbar beriihrt, die eine ::-:: Verletzung ::-:: des 
deutschen Hoheitsgebietes darstellen, also insbesondere, wenn 
Streitkrafte der Gegner in deutsches Landgebiet eindringen, 
dieses iiberfliegen oder beschiessen. Das Gleiche gilt zur See fur 
die 3-Meilen-Zone 2 ), ferner bei feindlichen Massnahmen gegen 
deutsche Seestreitkrafte, ::-:: beim Aufbringen oder Versenken 
deutscher Handelsschiffe, ::-:: bei ::-:: Blockade ::-:: deutscher 
Kiisten, sowie bei Angriffen auf deutsche Kiistenbefestigungen 
oder 

3 ) Kiistenplatze. 

— Seite 2 — 

Kiistenplatze. 

In erster Linie muss mit einer Besetzung deutschen Land- 
gebietes gerechnet werden. 

3. ) Die Reichsregierung ist gewillt, jedem feindlichen Vorgehen 

4 ) der unter ::-:: Ziff . 2.) ::-:: bezeichneten Art ohne Riicksicht 
auf militarische Erfolgsaussicht ortlich bewaffneten Widerstand 
entgegen zu setzen ::-:: ( Einschrankungen siehe Ziff. 5.) a) bis c)) . 

Dieser Widerstand wird nur geleistet vom Heer, der Marine 
und der Luftwaffe sowie den ausdriicklich als Bestandteil der 
Wehrmacht erklarten und dieser unterstellten sonstigen Kraften, 
die den Bedingungen des Artikel 1.) der Anlage zu dem Ab- 
kommen betr. die Gesetze und Gebrauche des Landkrieges vom 
18.10.1907 entsprechenmiissen. 



2 ) von dem Wort ,,3-Meilen-Zone" zeigt ein hs'er Pfeil nadi hs'em Vm 1 am 
Rand: „? Minen legen" I die vier letjten Z'n der Seite am Rand 1 hs doppelt 
angestrichen 

3 ) u 1 unter T hs: „Boekmann" (?) I r daneben: „Anlage 1 zu A la 5128/33 
Gk vbd 5490/W (?)" („Anlage" und „zu" Stp, im ubrigen hs) 

4 ) am Rand I hs: „Widerstand" 1 die zwei le^ten Z'n vom Abs am Rand 1 hs 
doppelt angestrichen 



489 



140-C 

4. ) Zur Durchftihrung des bewaffneten Widerstandes sind fol- 

gende organisatorische Notwehrmassnahmen fur das Heer, die 
Marine und die Luftwaffe ins Auge gefasst: 

a) Planmassige Aufstellung des A-Heeres. Die gesamte Landes- 
bezw. Bereitschaftspolizei der Lander steht dem Chef der 
Heeresleituhg als fechtende Truppe zur Verfiigung und tritt 
unter seinen Befehl. Wehrkr.Kdo. I ist die Verfiigung uber 
die in Ostpreussen befindliche Landespolizei zubelassen. 

5 ) b) Planmassige Aufstellung der V-Marine und ihre weitere 

Verstarkung nach Massgabe der materiellen und personellen 
Moglichkeiten. 

c) Planmassige Aufstellung der A-Luftwaffe einschl. des Reichs- 
luftschutzes. 

Die 

— Seite 3 — 

Die fur Heer und ::-:: Marine vorgesehenen Luftstreit- 
krafte ::-:: sind, sobald ihre Aufstellung beendet ist, dem 
Chef der Heeres- bezw. ::-:: Marineleitung zu unterstellen. ::-:: 

Die fiir das Heer vorgesehenen Feldluftschutztruppen 
stehen zunachst fiir den Reichsluftschutz zur Verfiigung. Den 
Zeitpunkt der Unterstellung unter den Chef der Heeres- 
leitung behalte ich mir vor. 

5. ) Folgende Aufgaben des zu leistenden bewaffneten Widerstandes 

sind zunachst vorzusehen: 
a) zu Lande: 

Sicherung der Aufstellung des A-Heeres gegen Frankreich- 
Belgien, gegen Polen und gegen die Tschechoslowakei mit 
dem Grenzschutz (einschl. des verst.Grenzschutz-Aufsichts- 
dienstes) und der Landes- bezw. Bereitschaftspolizei. Im 
Westen miissen die Roer-Rhein-Linie und der Schwarzwald, 
im Osten des Reiches die Hotzenplotz-Oder-Nischlitz-Obra- 
und Pommernstellung mbglichst lange gehalten werden. 
Gegeniiber der Tschechoslowakei darf der Boden nur schritt- 
weise aufgegeben werden. Fiir Ostpreussen behalten die 
bisherigen Bestimmungen Giiltigkeit. 

6 ) Eine Zusammenziehung von Streitkraften des Heeres in 
der entmilitarisierten Zone oder ihr Einriicken in diese bedarf 
meiner Genehmigung. 

a ) Abschnitt b) am Rand 1 hs doppelt angestridien 
e ) Abs am Band 1 hs angestrichen 



490 



140- C 



b) zur See: 

::-:: Schutz des Handels in Nord- und Ostsee. Sicherung 
der Verbindung mit Ostpreussen. ::-:: 

Abwehr feindlicher Angriffe gegen die deutschen Kiisten 
von See aus und aus der Luft. 

Fiir 

— Seite 4 — 

Fiir alle Unternehmungen, die ::-:: nicht den Charakter des 7 ) 
bewaffneten Widerstandes ::-:: haben, wie Angriffe auf 
Gdingen, Minenverwendung, die iiber ortliche und taktische 
Zwecke hinausgeht, sowie fiir ::-:: Gegenmassnahmen ::-:: 
gegen eine feindliche ::-:: Blockade 8 ) ::-:: und fiir die Er- 
offnung des Handels- und Kreuzerkrieges behalte ich mir die 
Genehmigung vor. 

c) in der Luft: 

Verteidigung des Luftraumes iiber Berlin und dem mittel- 
deutschen Industriegebiet, Schwerpunkt Berlin. 

Der Einsatz der ::-:: Bombenkrafte ::-:: bleibt ::-:: vor- 
behalten. ::-:: 

Die Genehmigung zur Erklarung von ::-::' Sperrgebie- 
ten ::-:: fiir Zivilflugzeuge behalte ich ::-:: mir vor. ::-:: 



v. Blomberg 



DOCUMENT 141-C 

RAEDER'S DIRECTIVE, 10 FEBRUARY 1932: ARMING OF FIVE SPEED- 
BOATS WITH TORPEDOS; ONLY ONE BOAT AT A TIME IS TO 
CARRY TORPEDO EQUIPMENT; THE OTHER TORPEDO TUBES 
REMAIN STORED IN THE NAVAL ARSENAL (EXHIBIT USA-47) . 



BESCHREIBUNG: 

begl Phot I U hs oder Faksimile 



7 ) iiber „Charakter des" hs: „siehe Punkt 2." 

8 ) von dem Wort „BIockade" zeigt ein hs'er Pfeil nach hs'em Vm 1 am Rand: 
„soweit sie nicht unter Zf 2 bzw 3 fallen" 



491 



141-C 



Berlin W 10, den 10. Februar 1932. 1 ) 
Der Chef der Marineleitung. 
B. Nr. A III b 2271/31 G.Kds. 

Geheim! Kommandosache! 

An 

das Kommando der Marinestation der Ostsee, Kiel, 

das Flottenkommando, Kiel, 

den Befehlshaber der Aufklarungsstreitkrafte, 

die Jnspektion des Torpedo- und MinenwesensKiel, ( 3 Nebenabdr.) 

das Marinearsenal, Kiel, 

das Kommando der Marinestation der Nordsee Wilhelmshaven 
(nachrichtl.) 

die Marinewerft Wilhelmshaven. (nachrichtlich) 

Betrifft : Torpedobewaf f nung der S-Boote. 

Aus vertragspolitischen Griinden und mit Riicksicht auf die 
Abriistungskonferenz muB vermieden werden,daB die l.Schnell- 
bootshalbflottille, die in wenigen Monaten aus gleichartigen 
Neubau (S)-Booten bestehen wird, sich nach auBen offen als ein 
Verband von Torpedotragern kennzeichnet,da nicht beabsichtigt 
ist, die Schnellboote auf die Zahl der uns zugestandenen Tor- 
pedotrager anzurechnen. 

Ich ordne daher an: 

1.) „S 2" — „S 5", die auf der Bauwerft (Liirssen, Vegesack) 
ohne Bewaffnung in Dienst stellen, erhalten an den fur die 
Torpedorohre notwendigen Aussparungen leicht losnehmbare 
Abdeckbleche. Gleiches ist vom T.M.J, im Einvernehmen mit 
Mar.Arsenal auf „S 1" zu veranlassen.das seine Torpedorohre 
nach Beendigung des EinschieBens bei Einbau der Torpedorohre 
auf einem andern Boot von Bord zu geben hat. 

2) Die Torpedorohre aller S-Boote lagern auf dem Marine- 
arsenal klar zum sofortigen Einbau. Sie werden bei den Probe- 
fahrten nacheinander zum Verpassen und EinschieBen 
kurzf ristig an Bord gegeben, sodaB jeweils nur ein Boot 
Torpedoarmierung tragt.Dieses Boot dient der Offent- 
lichkeit gegeniiber fur zeitlich begrenzte Versuchszwecke der 
T.V.A. und soil wegen des auffalligen gleichen Bootstyps mit 

') r o in Ecke hs: „83" I unter Datum Stp: „FIottenkommando 18. FEB. 1932 
B.-Nr. Gkds 95 Anl. — " (Aktenzeichen hs) I 1 davon P unl 



492 



141-C 



den iibrigen unarmierten Booten der Halbflottille nicht zusam- 
menliegen.D i e Zeit des Einschiefiens und damit 
des Anbordseins der Torpedorohre ist mog- 
lichst abzukiirzen. 

3.) Anbordgabe der Torpedorohre auf alle S-Boote ist beab- 
sichtigt, sobald die kontrollpolitische Lage es zulaBt. 

Raeder. 

— Seite 2 — 

Vfg. 2 ) 

L A, A I z.K. 

II. C z.K. vorl. 

III. Wv. a. d. A. 13. 9. 

Abu ck 
P unl 19 



DOCUMENT 142-C 

ORDER BY BRAUCHITSCH OF JUNE OR JULY 1939: OUTLINE OF 
THE PLAN OF AN ATTACK ON POLAND; SURPRISE INVASION; 
FIRST OBJECTIVES OF THE ARMY GROUPS SOUTH AND NORTH 
(EXHIBIT USA-538) 



BESCHREIBUNG: 

begl Phot I im T sind viele Worte hs unterstrichen; diese Unterstreichungen 
sind hier nicht wiedergegeben 



Geheime Kommandosadie 

Chef-Sadie 
Nur durdi Offizier! 

21 Ausfertigungen 
Priif-Nr. 21 

Teil A 



Abschnitt I 
Absicht des Ob. d. H. und Auftrage. 



2 ) nicht alle Buchstaben der hs'en Verfiigung konnten zweifelsfrei entziffert 
werden I durch „A" P unl, durA „A I": P unl „24" I durch „C" P unl \ 
durch „III" hs: „not" P unl 



493 



142-C 



Absicht des Ob. d. H. und Auf tr age. 1 ) 



l.)Absicht des Ob.d.H. 

Operationsziel ist die Vernichtung der polnischen Wehrmacht. 
Die politische Fiihrung fordert, den Krieg mit iiberraschenden, 
starken Schlagen zu eroffnen und zu schnellen Erfolgen zu 
fuhren. 

Absicht des Ob.d.H. ist, 
einer geordneten Mobilmachung und Versammlung des polni- 
schen Heeres durch iiberraschenden Einbruch in polnisches 
Hoheitsgebiet zuvorzukommen und 

die westl.der Weichsel-Narew-Lirtie zu erwartende Masse 
des polnischen Heeres durch konzentrischen Angriff aus Schlesien 
einerseits, aus Pommern-Ostpreufien andererseits zu zerschlagen. 

Die aus Galizien gegen diese Operation zu erwartende Ein- 
wirkung muB ausgeschaltet werden. 

Der Grundgedanke der Vernichtung des polnischen Heeres 
westl.der Weichsel-Narew-Linie unter Ausschaltung der aus 
Galizien zu erwartenden Einwirkung bleibt unverandert auch 
dann, wenn infolge vorangegangener Spannungen mit fortge- 
schrittener Abwehrbereitschaft des polnischen Heeres gerechnet 
werden muB. Jn diesem Falle kann in Frage kommen, den ersten 
Angriff nicht vorwiegend mit gepanzerten und motorisierten 
Kraften zu fuhren, sondern das Herankommen starkerer nicht- 
motprisierter Verbande abzuwarten. Der Zeitpunkt des Grenz- 
iibertritts wird dann vom Ob.d.H. entsprechend spater angesetzt 
werden. Das Bestreben, zu schnellem Erfolg zu kommen, bleibt 
bestehen. 3 ) 

Heeresgruppenkommandos 

— Seite 2 — 

Heeresgruppenkommandos und A.O.K. treffen ihre Vorberei- 
tungen auf der Grundlage der Uberraschung des Feindes. Die 
Ibei Verzicht auf Uberraschungen notwendigen Anderungen 

') fiber Ub hs: „Vermerk zum legten Absatj (diese Worte hs unterstridien): 
Nach Auskunft 1. Abt. Gen.Stb.d.H. (Oberstlt. Heusinger) handelt es sidi bei 
dieser MaBnahme urn eine Verschiebung des Y-Tages um mehrere Tage. Falls 
diese Verschiebung notwendig wird, bleibt trotjdem die Festse^ung der Y-Zeit 
auf den Zeitpunkt des ersten Morgengrauens bestehen, bezw. wird angestrebt. 
Ia, P unl, 11./7." 

2 ) r am Rand von Abs hs'e Wellenlinie 

3 ) die beiden legten Sage am Band hs mehrfach angestrichen I daneben 1 hs: 
„Ia" („Ia" teilw iiberdeckt durch mehrere unl'e Buchstaben) I darunter hs: 
„Nachpriifung bei (?) Gen.Stb.d.H.", durch diesen Vm hs: „erl." I siehe 
hierzu FuBnote ') 



494 



142-C 



mussen einfach und rasch aus dieser Grundlage entwickelt 
werden konnen; sie sind gedanklich so vorzubereiten dafi sie 
im Falle eines Befehls des Ob.d.H. rasch in Vollzug gesetzt 
werden konnen. 

2. ) Zur Durchfuhrung dieser Aufgaben werden Heeres- 

gruppe Siid, bestehend aus 14., 10. und 8.Armee, und 
Heeresgruppe Nord, bestehend aus 4. und 3.Armee, ge- 
bildet. Kraftezuteilung siehe Abschnitt II und III. 

3. ) Erste Aufgaben der Heeresgruppe Siid. 

Heeresgruppe Siid greif t aus Schlesien unter Zusam- 
menfassung starker Krafte (lO.Armee) zwischen Zawiercie und 
Wielun in allgemeiner Richtung Warschau an, zersprengt ent- 
gegentretende polnische Krafte 'und setzt sich moglichst friih- 
zeitig und mit moglichst starken Kraften in den Besitz der 
Weichsel beiderseits Warschau mit dem Ziele, die im westlichen 
Polen noch haltenden polnischen Krafte im Zusammenwirken 
mit Heeresgruppe Nord zu vernichten. 

Die Deckung dieses Angriffs gegen die aus Galizien zu 
erwartenden Feindkrafte macht rasches Ausschalten der in 
Ostoberschlesien stehenden polnischen Verbande und friihzeitige 
Beherrschung des Gelandes zunachst bis zum Dunajec notig. 
Hierfiir ist eine besondere Kraftegruppe (14.Armee) vorgesehen. 
Fiir ihre Bewegungen kann slowakisches Staatsgebiet in An- 
spruch genommen werden. 

Behind erung 

— Seite 3 — 

Behinderung des Angriffs der lO.Armee in Richtung Warschau 
durch feindliche Krafte aus dem Bereich zwischen Posen und 
Kutno ist durch eine schwachere Kraftegruppe (8.Armee) aus- 
zuschalten. 

Die Heeresgruppe bricht mit bereitgestellten Verbanden am 
Y-Tag morgens, mit den nachfolgenden Verbanden so friihzeitig 
wie moglich in Polen ein. Was sich entgegenstellt, wird ange- 
griffen und geschlagen. Es kommt darauf an, in der entschei- 
denden Richtung auf die Weichsel beiderseits Warschau den 
Angriff dauernd im FluB zu halten. 

Jm einzelnen werden den Armeen der Heeresgruppe folgende 
erste Aufgaben zuf alien: 

Erstes Ziel fiir 1 4 . A r m e e ist es, unter ortlicher Zusammen- 
fassung iiberlegener Krafte die in Ostoberschlesien stehenden 
polnischen Heeresteile zu zersprengen und — ohne sich durch 



495 



142-C 



kampffahig gebliebene Teile in den Befestigungen um Kattowitz 
aufhalten zu lassen — auf Krakau durchzustoBen und dariiber 
hinaus mit beweglichen Kraften die Dunajec-Ubergange schnell- 
stens in die Hand zu nehmen. 

Die Anlagen im Jndustriegebiet sind, soweit die militarischen 
Notwendigkeiten es zulassen, zu schonen. 

Im weiteren Verlauf fallt der Armee der Schutz der Siidflanke 
der lO.Armee gegen in Westgalizien aufmarschierende polnische 
Krafte zu. Wie lange dieser Auftrag offensiv gelost werden 
kann, wird von der Entwicklung der Lage abhangen. 

Aufgabe der lO.Armee wird es sein, unter voller Aus- 
nutzung der Beweglichkeit ihrer schnellen Truppen und unter 

Zusammenfassung 

— Seite 4 — 

Zusammenfassung der StoBkraft gepanzerter Verbande an ent- 
scheidenden Stellen iiber die Linie Kielce - Pabjanice moglichst 
rasch bis zur Weichsel zwischen Wieprz- und Bzura-Miindung 
durchzustoBen. Dabei wird die endgultige Erledigung zer- 
sprengter Feindteile und der Schutz von Flanke und Riicken 
vorausgeworfener schneller Truppen den mit groBter Beschleu- 
nigung nachzuffihrenden nichtmotorisierten Verbanden zu iiber- 
lassen sein. 

Vorausschauende und sorgfaltige Regelung des Nacbschubes 
muB verhindern, daB die Vorwartsbewegung der schnellen 
Verbande durch Riicksichten auf den Nachschub gehemmt wird. 

Erste Aufgabe der 8 . A r m e e wird es sein, f eindliche Ein- 
wirkung gegen die Nordflanke der mit schnellen Verbanden 
rasch vordringenden lO.Armee zu verhindern. Sie wird hierzu 
mit moglichster Beschleunigung in Richtung auf Lodsch vor- 
zugehen haben. Jhre weiteren Aufgaben im Rahmen des 
Auftrags der H.Gr.Siid werden durch die Entwicklung der Lage 
bestimmt werden. 

4.) Erste Aufgabe der Heeresgruppe Nord. 

H.G.Nord stellt, am Y-Tage antretend, durch Zusammen- 
wirken pommerscher und ostpreuBischer Krafte die Verbindung 
zwischen dem Reich und OstpreuBen her. 

Sie greift mit einer im Bereich um Neidenburg zu bildenden 
starken Kraftegruppe (Masse der 3. Armee) am Y-Tage, mit 
den ostwarts der Weichsel zusammenschlieBenden Kraften der 
4. und 3. Armee baldmoglichst in allgemeiner Richtung 
Warschau an mit dem Ziele, im Zusammenspiel beider Krafte- 
gruppen den nordlich der Weichsel sich stellenden Feind zu 



496 



142-C 



schlagen und weiterhin im Zusammenwirken mit H.Gr.Siid die 
im westl. Polen 

noch 

— Seite 5 — 

noch haltenden polrtischen Krafte zu vernichten. 

Aus dem Oder-Warthe-Bogen sind nur schwache 
Krafte zur Tauschung und Fesselung des Gegners einzusetzen. 

Gegen Danzig sind Krafte der ersten Angriffswelle des 
Heeres nicht anzusetzen. Die Erledigung von Feindkraften im 
Bereich Gdingen — Danzig muB — wenn notig — spater ein- 
treffenden Verbanden uberlassen werden. Der Freistaat Danzig ) 
selbst wird bei Kriegsbeginn als Reichsgebiet erklart. Die Stadt 
Danzig wird durch ortliche Verbande, die am Y-Tage der 
H.Gr.Nord unterstellt werden, gesichert. 

Jm einzelnen werden den Armeen der Heeresgruppe folgende 
erste Aufgaben zuf alien: 

4. Armee gewinnt mit den bereitgestellten Kraften,am 
Y-Tage die Grenze iiberschreitend, nach naherer Anordnung der 
Heeresgruppe Nord unter Mitwirkung der ostwarts der'Weichsel 
nach Siiden vorstoBenden Teile der 3.Armee das ostwartige 
Weichselufer bei und unterhalb Culm mit dem Ziele, aus dem 
Bereich ostwarts der Weichsel ohne Zeitverlust nach den Wei- 
sungen der Heeresgruppe Nord den Angriff iiber die Drewenz in 
siidostwartiger Richtung fortzusetzen. 

Baldige Sicherstellung zuverlassiger StraBen- und Bahn- 
verbindungen nach OstpreuBen ist wichtig. 

Durch im Korridor zunachst noch Widerstand leistende ab- 
gesprengte polnische Krafte darf die Armee sich von ihren 
Aufgaben nicht abziehen lassen. 

3. A r m e e erleichtert nach Weisung der Heeresgruppe Nord 
mit Teilkraften den Uferwechsel der 4.Armee an der Weichsel 

und 

— Seite 6 — 

und ihr weiteres Vorgehen. 5 ) 

Mit der Masse ihrer Krafte greift die Armee nach naherer 
Weisung der Heeresgruppe Nord am Y-Tage aus dem Bereich 



') am Rand r n dieSer und den beiden nachsten Z'n h'e Wellenlinie 
') hinter „Vorgehen." ein oder mehrere Worte durch fetten Balken nnkennt- 
lich gemacht 



497 



142-C 



um Neidenburg iiber die Landesgrenze an mit dem Ziele, vor- 
warts des Narew stehende Feindteile zu zerschlagen und weiter- 
hin iiber den Narew auf Warschau und ost warts durchzustoBen. 

Der Weichseliibergang bei Dirschau ist im Handstreich zu 
nehmen. 

Die Grenzen OstpreuBens gegen Polen und Litauen sind mit 
einem MindestmaB an Kraften zu sichern. Gegen Polen sind 
TauschungsmaBnahmen vorzusehen. 

5. ) Trennungslinien fur den ersten Ansatz 

(Karte 1:1000 00 0). 

H. Gr.Sud: 

14. zu 10. Armee: Policka (zu 14.) - Zwittau (zu 14.) - 
Mahr.Schonberg (zu 10.) - Wurbenthal (zu 10.) - Ob.Glogau 
(zu 10.) - Cosel (zu 10.) - Peiskretscham (zu 10.) - Tarno- 
witz (zu 10.) - Miechow (zu 14.) - Zwolen (zu 10.) 

10. zu 8. Armee: Greiffenberg (zu 10.) - Striegau (zu 10.) - 
Ohlau (zu 10.) - Namslau (zu 8.) - Lask (zu 10.) - Pabjanice 
(zu 10.) - Skierniewice (zu 10.) 

H. Gr. SudzuH. Gr. Nord: 

Schlesisch-Brandenburgische Provinzgrenze - Kosten - 
Pyzdry - Kutno (Orte zu H.Gr.Nord) 
4. zu 3. Armee: beim Antreten die Weichsel, spaterhin nach 
Anordnung der H.Gr.Nord. 

6.) 

— Seite 7 — 

6. ) Mitwirkung der Luftwaffe. 

Die Luftwaffe wird, beginnend am Y-Tage, die polnische Luft- 
waffe und ihre Bodenorganisation angreifen und zerschlagen. 

Daneben strebt sie an 

a) durch Angriffe auf polnische Mob.Zentren die Mobilmachung 
zu storen, 

b) durch Angriffe auf die polnischen Bahnlinien die Bildung 
polnischer Kraftegruppen im westgalizischen Gebiet und 
westl.der Weichsel vor 10. Armee zu behindern und 

c) vor der H.Gr.Nord den Aufbau einer Verteidigungsfront an 
Weichsel — Drewenz und am Narew zu vereiteln. 

Teile — darunter audi Luftlande- und Fallschirmtruppen — 
sollen ferner zur unmittelbaren Unterstiitzung der H.Gr.Nord 
und Siid eingesetzt werden. 



498 



142- C 



7. ) Mitwirkung der Kriegsmarine. 

Die Kriegsmarine wird die Seeverbindung nach. OstpreuBen 
offenhalten, sowie Gdingen und die Danziger Bucht blockieren. 

8. ) UberschreitenderReichsgrenze. 

Ob.d.H. befiehlt den Y-Tag und die Uhr-Zeit. Mit diesem 
Zeitpunkt ist das Uberschreiten bezw. Uberfliegen der Reichs- 
grenze durch die Verbande des Heeres und die dem Heere unter- 
stellten Verbande der Luftwaffe frei. 

Ob.d.L. wird gleichzeitig mit den Verbanden der Luftwaffe 
die Grenze iiberfliegen. 

Jede vorherige Grenzverletzung ist untersagt. 

Die Grenzwacht, deren Aufstellung mit X-Befehl erfolgen. 

wird 

- Seite S — 

wird, ist je nach Bedarf mit vorzufuhren. 

9.) Riickwartige Grenze des Operationsgebietes. 
Siehe Teil A, Abschnitt II u.III, Anlage 4. 

10.) Hauptquartiere. 

Heeresgruppe Siid: NeiBe 
A.O.K.14 



A.O.K.10 
A.O.K. 8 



Neutitschein 
Oppeln 
Breslau 



Heeresgruppe Nord: Bad Polzin 

A.O.K.4: Jastrow 
A.O.K.3: Mahrungen 

11. ) Funkstille. 

Bis zum Uberschreiten der Reichsgrenze ist von alien bereit- 
gestellten Verbanden vom Zeitpunkt ihrer Bereitstellung an 
Funkstille zu halten. Das sonstige Friedensfunkbild muB jedoch 
bestehen bleiben. 

12. ) Bautruppen. 

Ein Ausbau von vorgesehenen Stellungen hat 
nach dem Grenziibertritt nur in OstpreuBen zwischen Lotzen 
und der Rominter Heide, im Oder-Warthe-Bogen nach Anord- 
nung der H.Gr.Nord zu erfolgen. 



499 



142-C 



Jm iibrigen sind die den Axmeen unterstellten Bautruppen zu 
Aufgaben in den riickwartigen Armeegebieten (StraBenverbes- 
serungen usw.) heranzuziehen. Teile werden auf Anfordern dem 
Chef des Tranportwesens fur etwaige Wiederherstellungsarbeiten 
an Bahnlinien zur Verfiigung zu stellen sein. 

13.) 

— Seite 9 — 

13. ) Oder - und Weichselubergange. 

H. G r. S ii d hat f iir friihzeitige Vermehrung der Oderiiber- 
gangsmoglichkeiten, insbesondere im Bereich der lO.Armee, 
Sorge zu tragen. Behelfsmaterial fur etwa 4 Briicken wird Ob. 
d.H. im Laufe des Sommers 1939 zufiihren. 

H. G r. N o r d hat durch entsprechende Lagerung des zur Ver- 
fiigung gestellten Gerats und Bereitstellung der notwendigen 
Krafte den raschen Bau von Weichselbriicken vorzubereiten. 
Eine Eisenbahnkriegsbriicke ist von Ob. d.H. vorgesehen. Fur den 
Fall ihres Baues miissen auBer den Eisenbahn-Pionierkraften 
1 Brucken-Bau-Batl. u. 1 Bau-Batl. der H.Gr.Nord dem Feld- 
transportchef auf Anfordern hierfiir zur Verfiigung gestellt 
werden. 

14. ) Verhalten im Protektorat. 

Jm Protektorat Bohmen-Mahren wird a u B e r - 
halb des Operationsgebietes mit besonders bereit- 
gestellten Kraften die Ruhe und Ordnung aufrecht erhalten und 
der Schutz der Verkehrswege sichergestellt werden. Die inner- 
halb des Operationsgebietes im Protektorat liegenden 
Wechselverbande und das Grz.Sch.Abschn.Kdo.30 unterstehen 
der 14.Armee; sie sind zunachst zum Bahnschutz zu verwenden. 
Ob.d.H. wird sie baldmoglichst fiir Verwendung gegen Polen 
freimachen. Die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung in 
diesem Teile des Protektorats ist Aufgabe des O.B. der 14.Armee 
als Inhaber der vollziehenden Gewalt gemaB A II Anlage 4 mit 
Polizei und ruckwartigen Kraften. 8 ) 

v. Brauchitsch. 



') hinter „Kraften." P unl 



500 



DOCUMENT 148-C 



KEITEL'S DECREE OF 16 SEPTEMBER 1941: ALL RESISTANCE TO 
THE GERMANS IN THE OCCUPIED TERRITORIES IS TO BE 
SUPPRESSED BY SEVEREST MEASURES; IN GENERAL, FOR ONE 
GERMAN SOLDIER KILLED 50 TO 100 COMMUNISTS ARE TO BE EXE- 
CUTED IN SUCH A WAY AS TO INCREASE THE DETERRENT 
EFFECT (EXHIBIT USA-555) 



BESCHREIBUNG: 
begl Phot 



Der Chef F.H.Qu., 16.9.41 1 ) 

des Oberkommandos der Wehrmacht ~ . . 

Geneime 

WFSt/Abt.L (IV/Qu) Kommandosache 

Nr. 002060/41 g.Kdos. 

40 Ausf ertigungen 
20. Ausfertigung. 2 ) 

B e t r. : Kommunistische Auf standsbewegung in 
den besetzten Gebieten. 3 ) 

1.) Seit Beginn des Feldzuges gegen Sowjetrussland sind in den von 
Deutschland besetzten Gebieten allenthalben kommunistische 
Aufstandsbewegungen ausgebrochen. Die Formen des Vorgehens 
steigern sich von propagandistischen Massnahmen und An- 
schlagen gegen einzelne Wehrrnachtangehorige bis zu offenem 
Aufruhr und verbreitetem 4 ) Bandenkrieg. 

Es ist festzustellen, dass es sich hierbei.um eine von Moskau 
einheitlich geleitete Massenbewegung handelt, 
der auch die geringfiigig erscheinenden Einzelvorfalle in bisher 
sonst ruhigen Gebieten zur Last zu legen sind. 

') uber Datum Stp: „Ob.d.M. Eing: 18. SEP. 1941" I r n diesem Stp hs unter- 
einander: „1) Mi" (?), „2) Ski", P unl ,,23/9", „Skl Qu A", P unl ,,23/9" I 
1 von diesem Stp: „i V, P unl, 19/9" I 1 daneben (uber Bk) hs groBes Kreuz, 
davon r: „P Ra 20/9", durch „20" Zeichen unl 

■ 2 ) t unter „Ausfertigung." Stp: „Asto u.B." (?), darunter P unl, darunter hs: 
„1.) + 1/Skl. vorzulegen" (dadurch P unl, 24), „2.) bei . . ." (etwa 5 ver- 
schiedene Abteilungen des Ob.d.M., deren Bezeichnung in der Phot nicht 
zu erkennen ist) (durch die Bezeichnungen und n ihnen etwa 10 P'en unl) 

3 ) t u vom Betreff hs: ,,28/9. Vfg. (unterstrichen) Fertige Abschrift an Mar. 
Gruppe Slid., P unl", r daneben in anderer Handschrift: „=Priif 1" I I u 
vom Betreff Fertigungs-Vm (Stp), Angaben zum Teil unl, sodann hs: „lx 
30.9.41 Kr (?)" 

4 ) r n „verbreitetem" hs: „zdA g Kdos" (hs doppelt unterstridien) I davon 
1 u hs: „I i", dahinter P unl 



501 



148-C 



Angesichts der vielfachen politischen und wirtschaftlichen 
Spannungen in den besetzten Gebieten muss ausserdem damit 
gerechnet werden, dass nationalistische und andere 
Kreise diese Gelegenheit ausnutzen, um durch Anschluss an 
den kommunistischen Aufruhr Schwierigkeiten fiir die deutsche 
Besatzungsmacht hervorzurufen. 

Auf diese Weise entsteht in zunehmendem Masse eine G e - 
fahr fiir die deutsche Kriegfiihrung, die sich zu- 
nachst in einer allgemeinen Unsicherheit fiir die Besatzungs- 
truppe zeigt und auch bereits zum Abzug von Kraften nach den 
hauptsachlichen Unruheherden gefiihrt hat. 

— Seite 2 — 

2. ) Die bisherigen Massnahmen, um dieser allgemeinen 

kommunistischen Aufstandsbewegung zu begegnen, haben sich 
als unzureichend erwiesen. 

::-:: Der Fiihrer hat nunmehr angeordnet, ::-:: dass iiber- 
all mit den scharfsten Mitteln einzugreif en ist, um 
die Bewegung in kiirzester Zeit niederzuschlagen. 

Nur auf diese Weise, die in der Geschichte der Macht- 
erweiterung grosser Volker immer mit Erfolg angewandt worden 
ist, kann die Ruhe wieder hergestellt werden. 6 ) 

3. ) Hierbei ist nach folgenden Richtlinien zu verfahren: 

a) Bei jedem Vorfall der Auflehnung gegen die deutsche 
Besatzungsmacht, gleichgtiltig wie die Umstande im einzelnen 
liegen mogen, muss auf kommunistische U r - 
s p r ii n g e geschlossen werden. 

b) Um die Umtriebe im Keime zu ersticken, sind b e i m 
ersten Anlass unverzuglich die scharfsten Mittel anzu- 
wenden, um die Autoritat der Besatzungsmacht durchzusetzen 
und einem weiteren Umsichgreifen vorzubeugen. Dabei ist zu 
bedenken, dass ein Menschenleben in den betreffenden 
Landern vielfach nichts gilt und eine abschreckende Wir- 
kung nur durch ungewohnliche Harte erreicht werden kann. 
::-:: Als Siihne fiir ein deutsches Soldatenleben muss in diesen 
Fallen im allgemeinen die Todesstrafe fiir 50 — bis 100 Kom- 
munisten als angemessen gelten. ::-:: Die Art der Voll- 
streckung muss die abschreckende Wirkung noch erhohen. 



6 ) unter T Stp: „1. Ski. 21740/41 g.Kdos." („41" hs, ,,21740" hs schrag durch- 
stridien) 

°) die zwei le^ten Absage von Absdinitt 2.) am Rand 1 einfach, der legte Abs 
am Rand r dreifadi hs angestrichen I r u von letjtem Aba hs: „richtig!" 
(doppelt unterstrichen) 



502 



148-C 



Das umgekehrte Verfahren, zunachst mit verhaltnismassig 
milden Strafen vorzugehen und zur Abschreckung sich mit 
Androhung verscharfter Massnahmen zu begniigen, entspricht 
diesen Grundsatzen nicht und ist daher nicht anzuwenden, 

c) Die politischen Beziehungen zwischen Deutschland 
und dem betrofEenen Lande sind fur das Verhalten der milita- 
rischen Besatzungsbehorde nicht massgebend. 

Es ist vielmehr zu bedenken und auch propagandistisch 
herauszustellen, dass scharfes Zugreifen auch die einheimische 
Bevolkerung von den kommunistischen Verbrechern befreit 
und ihr damit selbst zugutekommt. 

— Seite 3 — 

Eine geschickte Propaganda dieser Art wird infolgedessen 
auch nicht dazu fiihren, dass sich aus den scharfen Mass- 
nahmen gegen die Kommunisten unerwiinschte Ruckwirkun- 
gen in den gutgesinnten Teilen der Bevolkerung ergeben. 

d) Landeseigene Krafte werden im allgemeinen zur 
Durchsetzung solcher Gewaltmassnahmen versagen. Ihre 
Verstarkung bringt erhohte Gefahren fur die eigene Truppe 
mit sich und muss daher unterbleiben. 

') Dagegen kann von Pramien und Belohnungen fiir die 
Bevolkerung in reichem Masse Gebrauch gemacht werden, urn 
ihre Mithilfe in geeigneter Form zu sichern. 

e) Soweit ausnahmsweise kriegsgerichtliche Ver- 
fahren in Verbindung mit kommunistischem Aufruhr oder 
mit sonstigen Verstossen gegen die deutsche Besatzungsmacht 
anhangig gemacht werden sollten, sind die scharfsten Strafen 
geboten. 

Ein wirkliches Mittel der Abschreckung kann hierbei nur 
die Todesstrafe sein. Insbesondere miissen Spionagehand- 
lungen, Sabotageakte und ::-:: Versuche, in eine fremde 
Wehrmacht einzutreten, grundsatzlich mit dem Tode bestraft 
werden. ::-:: Auch bei Fallen des unerlaubten Waffenbesitzes 
ist im allgemeinen die Todesstrafe zu verhangen. 

4.) Die Befehlshaber in den besetzten Gebieten 
sorgen dafiir, dass diese Grundsatze alien militarischen Dienst- 
stellen, die mit der Behandlung kommunistischer Aufruhrmass- 
nahmen befasst werden, unverzuglich bekanntgegeben werden. 

8 ) 

Keitel 



7 ) Abs am Band 1 lis angestrichen 

8 ) an Stelle von FuBnote 8 ) P: „W" 

503 



148 -C 



Verteiler: 

W.Bfh. Siidost l.Ausf. 

mit N.A. Bfh. Serbien ' 2. Ausf. 

Bfh. Saloniki-Aegais 3. Ausf. 

Bfh. Siid-Griechenland 4: Ausf . 

Kdt. Kreta 5. Ausf. 

W.Bfh. Norwegen 6. Ausf. 

W.Bfh. Niederlande 7. Ausf . 

W.Bfh. Ostland 8. Ausf. 

W.Bfh. Ukraine 9. Ausf. 

Wehrmachtbevollmachtigter beim 10. Ausf. 
Reichsprotektor in Bohmen und Mahren 

OKH (Op.Abt.) 11. Ausf. 

(O Qu. IV) 12. Ausf. 

(Gen.Qu.) mit N.A. fur 13. Ausf. 

Mil.Bfh. Frankreich 14. Ausf. 
Mil.Bfh. Belgien u. Nordfrankr. 15. Ausf. 

Mil.Bfh. im Gen.Gouv. 16. Ausf. 

(Chef H Rust u. BdE mit N.A. fur 17. Ausf. 

Bfh. der dtsch. Truppen 18. Ausf. 
in Danemark 

Ob.d.L. (Genst.d.L.) 19. Ausf. 

OKM (Ski.) 20. Ausf. 

W.St.K. Wiesbaden 21. Ausf. 

Auswartiges Amt z.H. Herrn Botsch. Ritter 22. Ausf. 

Verfiigungsstab Frankfurt/O ) . 23. Ausf. 

Verfiigungsstab Breslau ) uber L 11 24. Ausf. 

— Seite 5 — 

OKW : 

WFSt. 25. Ausf. 
Abt. L 26. -32. Ausf. 

W Pr 33. Ausf. 

Amt Ausl./Abw. 34. Ausf. 

Abt. Ausl. 35. Ausf. 

Abw. Ill 36. Ausf. 

Wi Rii Amt 37. Ausf . 

A W A 38. Ausf. 

W R 39. Ausf. 

V.O. beim Gen.Gouv. Krakau 40. Ausf. 



504 



DOCUMENT 151-C 

DONITZ'S ORDER — OPER ATI ON AL, ORDER "HARTMUT"— 30 MARCH 
1940, FOR THE OCCUPATION OF DENMARK AND NORWAY (EX- 
HIBIT GB-91) 



BESCHREIBUNG: 

begl Phot I Seite 1 n „Bese^ung Danemarks und Norwegens." Stp: „Ob.d.M. 
I op 626/40 Eing.: 3.4.40 Anlagen: -4-" (Aktenzeichen, Datum und Anlagezahl 
hs M u von Stp P „F 3" I r von Stp hs: „Ia (P unl) 3/4, I op (P unlj, I u 
(P unl)" 



Befehlshaber der Unterseeboote den 30.3.40 

Operationsabteilung 
B.Nr.gkdos Chefs 120 

Prf.-Nr. / 

::-:: Geheime Kommandosache ! ::-:: 

::-:: CHEFS ACHE ! Chehaehe! 

, „„. . Nur durch Oifiiierl 

Nur durch Offizier. 

Operationsb ef ehl „ HARTMUT" 
(II. AUSGABE) 

Besetzung Danemark und Norwegens. 

Dieser Befehl tritt in Kraft auf • das Stichwort:Hartmut. Mit 
Inkrafttreten dieses Befehls verlieren fur die beteiligten Boote die 
bis dahin gultigen Befehle ihre Giiltigkeit. 

Die an das Stichwort angehangte 4 stellige Zahl dient den 
U-Booten nur zur Unterrichtung, wann die Besetzung 
Norwegens durch andere Streitkrafte beginnt.Hierbei bedeuten: 

Die ersten beiden Ziffern dividiert durch zwei: Das Datum 

Die letzten beiden Ziffern dividiert durch drei: Die Uhrzeit (MEZ). 

Z.Bsp. : Hartmut 3412 = Datum ist der 17., Uhrzeit ist 0400 Uhr. 
Tag und Uhrzeit werden auch als „Wesertag"und„Weseruhrzeit" be- 
zeichnet, die gesamte Untemehmung als „Weserubung". 

Z u r L a g e : 

Die durch das Stichwort befohlene Operation hat zum Ziel die 
schlagartige Landung von Truppen in Norwegen.Gleichzeitig wird 
Danemark von der Ostsee und von der Landseite her besetzt. 

Voraussetzung des Erfolges nach gelungener Landung ist die 
Verhinderung von Gegenmassnahmen des Feindes — in erster Linie 



505 



151-C 



von Truppenlandungen — bis eine ausreichende Zahl von Truppen 
auf dem Landwege herangeschafft worden ist.Zu diesem Zweck ist 
voller Einsatz aller Seestreitkrafte befohlen. 

— Seite 2 — 

I. NachrichteniiberdenFeind: 

a. ) S. bisher giiltigen O-Befehl bezw.Auslaufbefehl. 

b. ) Gegenmafinahmen des Feindes sind nicht nur gegen die von den 

deutschen Truppen besetzten Gebiete zu erwarten, sondern in 
2 ter Linie audi gegen die noch nicht besetzten Gebiete.Sein Ziel 
wird bei Letzterem sein,sich Stiitzpunkte zu schaffen und mog- 
licherweise audi durch die Fjorde tief in das Land einzudringen, 
um den Nachsdiub der deutsdien Truppen von der Landseite her 
abzuschneiden. 

II. Nachrichten uber eigne Streitkrafte: 

a. ) S. bisher giiltigen O-Befehl bezw. Auslaufbefehl. 

b. ) Voraussichtliche Verteilung der Seestreitkraf te u.Nachschub- 

schiffe s.Anl.l. Mit Veranderungen muB gerechnet werden. 

c. ) Beabsichtigter Ablauf der Operationen der Uberwasserstreit- 

krafte: 

1. ) Auslaufen der Gruppen zu verschiedenen Zeitpunkten, 

Gruppe I.u.II. zusammen mit Schlachtschiffen, die am Weser- 
tag + 1 die Gruppen wieder in Hohe Drontheim erwarten. 

2. ) Einlaufen in die Hafen u.Truppenlandung zur Weseruhrzeit. 

3. ) Riickmarsch des groBten Teils der Seestreitkrafte nach Trup- 

penlandung,Besetzung der Hafen und Brennstofferganzung, 
nach Moglichkeit noch am Wesertag.Einzelne Streitkrafte ver- 
bleiben in Norwegen. 

— Seite 3 — 

Noch II. 

4. ) Mit unvorgesehenem Einlaufen einzelner Streitkrafte infolge 

von Beschadigungen u.sw.muB gerechnet werden. 

5. ) Die Seestreitkrafte werden beim Einlaufen bis zur Truppen- 

landung voraussichtlich auBer in Narvik die englische 
Kriegsfiagge fiihren. 

6. ) Etwa gleichzeitig mit den Seestreitkraf ten und noch nach 

ihnen werden zahlreiche TroBschiffe und Nachschubschiffe 
u.einzelne Flugsicherungsschiffe in die Hafen einlaufen. Sie 
werden vornehmlich in den Scharengewassern fahren. 



506 



I51-C 



7. ) Die einlaufenden Verbande werden das Passieren folgender 

Grenzen an B.d.U. melden: 

Vertaand Narvik bei Insel Baroy im Westfjord 
Drontheim bei 10°Ost 
„ Bergen das Passieren der Scharen 

nach. Norden bei 60°10' Nord bezw. 
nach Siiden „ 60°35' Nord 

Erst nach dieser Meldung werden die U-Boote Befehl vom 
B.d.U. zum Einnehmen der inneren Endposition (s.Z.IV.c) 
erhalten.Streitkrafte,die spater einlaufen,setzen bei Tage 
Wpl.Blau im Topp,nachts Zahl drei mit N.S.A.,soweit sie 
nicht mit FT besonders angekiindigt sind. 

8. ) StreitkrSfte sind uber die Positionen der U-Boote unterrichtet 

u.werden diese,soweit m6glich,meiden.Ist das nicht moglich, 
so haben sie Befehl,nur einwandfrei feindliche U-Boote an- 
zugreifen. 

d. ) Luftlandetruppen werden zur Weserzeit an verschiedenen Platzen 

abgesetzt. 

— Seite 4 — 

Noch II: 

e. ) Das Scagerak wird durch Minen gesperrt werden. Die Linie 

Bovbjerg - Lindesnes darf von U-Booten nicht nach Osten 
iiberschritten werden. 

III. Operationsgebiete und Verteilung der U- 
B o o t e. 

a. ) Operationsgebiete s.Anlage 2. Die Wartestellungen sind bei 

Inkrafttreten dieses Befehls, die Zwischenpositionen und End- 
positionen erst auf Befehl von B.d.U. nach naherer Anweisving 
unter der folgenden Ziffer IV. einzunehmen. 

b. ) Die Verteilung der U-Boote auf die einzelnen Gruppen und die 

zugehorigen Positionen erfolgt vor dem Auslaufen oder durch 
FT. Sie ist sofort nach Offnen des Befehls in die Anlage 2 einzu- 
tragen. 

IV. Befehl fur U-Boote. 

a.) Bei Inkrafttreten dieses Befehls durch Eingang des Stichwortes 
„Hartmut ....": 

Einnehmen der Warteaufstellungen 
gem.Anl.2 in den dort angegebenen Fristen. 



507 



151-C 



Aufgaben: 

1. ) Beim Anmarsch : Unbemerkt bleiben bis auf Angriffe gem. 

folgender Ziff.IV a 2 erster Absatz.Gesichtetwerden durch 
Handelsschiffe nur dann in Kauf nehmen, wenn anders die 
Stellungen nicht rechtzeitig erreicht werden konnen, jedoch 
nicht in Nahe der Warteaufstel- 

lungen 

— Seite 5 — 

Noch IV. a.) a.) 

der eignen oder anderer Boote,Meldungen wie unter IV.a.2. 

2. ) Auf Warteaufstellung : Angriff nur auf feindl. Seestreitkraf te 

und Truppentransporter. 

Meldung feindl.Streitkrafte,Luftverbande von einer Staffel an 
aufwarts. 

Ohne Befehl kein Vorgehen gegen norwegische und danische 
Streitkrafte ausser wenn diese eigne Streitkrafte angreifen. 
Boote der 3.,5.u.9. U-Bootsgruppe diirfen zum Angriff auf 
Schlachtschiffe.Kreuzer und Truppentransporter bei Fein- 
meldung eines Bootes der eignen Gruppe ihre Positionen ver- 
lassen. 

b. ) Auf FR-Befehl des B.d.U. : Einnehmen der Zwischenposi- 

tionen durch die Boote der 1. bis 3. und 6. U-Bootsgruppe 
gem. Anlage 2. 

Z w e c k : Heranziehen der Boote in die Nahe ihrer Endposi- 
tionen, ohne den Anmarsch der ^Streitkrafte zu storen. 
Aufgaben: Wie unter IV. a 1 und 2 , jedoch kein Bemerken- 
lassen durch Handelsschiffe. 

c. ) Auf FT-Befehl den B.d.U. : Einnehmen der Endpositionen 

durch die Boote der 1. bis 4. U-Bootsgruppe gem.Anl. 2. Dieser 
Befehl wird erst nach Eingang der Passiermeldung der ^Streit- 
krafte beim B.d.U. (s.Z.II.c 7 gegeben werden.Aber mit Naoh- 
zuglern rechnen (s.II. c4,6,7)! 

— Seite 6 — 

Noch IV. c 
Aufgaben: 

1.) Bei Anmarsch und auf den Positionen ungesehen bleiben bis 
zur Weseruhrzeit. 

*) vor dem Wort „Streitkrafte" ein nach r o zeigender Pfeil in der GrSBe des 
folgenden Buchstabens „S" 



508 



151-C 



2. ) Angriffserlaubnis und Meldungen wie miter IV.a2. 

3. ) Hauptaufgaben der Boote i n den Fjorden und Scharen 

(l.U-Bootsgruppe, a,b,c, 2.U-Bootsgruppe a,b, 3. U-Boots- 
gruppe b,c,d, 4.U-Bootsgruppe b) ist der Schutz eigner Streit- 
krafte vor nachdringenden Feindstreitkraften. 
Sie diirfen ihre Positionen audi bei Feindmeldungen aus 
den benachbarten Gebieten nicht verlassen . 

4. ) Hauptaufgabe der Boote vor den Scharen (1. U-Boots- 

gruppe d, 3.U-Bootsgruppe a u. e , 4. U-Bootsgruppe a) ist die 
Sicheruhg der Fjorde , vor denen sie stehen. 

Sie diirfen ihre Positionen jedoch verlassen zum Nach- 
stoBen hinter Feindstreitkraften, die in benachbarte 
Kiistengewasser einlaufen. 

5. ) Vorsicht vor Verwechslung eigner und fremder Streitkrafte ! 

Nach Befehl zum Einnehmen der Endpositionen sollen 
auBer Nachschubdampfern nur noch mit FT den Booten an- 
gekiindigte Streitkrafte einlaugen. Bei Verzogerungen in der 
Nachrichtenubermittlung ist aber audi mit nicht angekiindig- 
ten Streitkraften zu rechnen. Diese haben Befehl, alle nur 
moglichen Erkennungssignale zu benutzen. S.auch unter lie 7. 

Zu IV. c 2 ) 

6. ) Bei einlaufenden norwegischen Streitkraften kann nicht ohne 

weiteres feindliche Absicht angenommen werden.Siehe IV a 2 
dritter Absatz. 

— Selte 7 — 

V. Nachrichtenbestimmungen. 

a. ) Meldungen sind auBer den unter IV befohlenen zu machen: 

1. Auf Anforderung. 

2. Beim Sichten feindlidier Streitkrafte. 

3. Bei Zwischenfallen mit der norw.Wehrmacht oder norw. 
Behorden. 

4. Bei milit.Erfolgen,sobald es die Lage gestattet. 

5. Bei Aufbrauch der Torpedos. 

6. Bei Antritt des Riickmarsches. 

b. ) Falls in den ScharengeTjrassern eine FT Verbindung mit dem 

B.d.U. weder direct noch uber FT Wiederholer herzustellen 
ist, so hat je ein Boot jeder Gruppe bei Tage in freies Wasser 
abzulaufen,dies zu melden und auf Antwort zu warten. Die 

2 ) „IV. c 6.)" ist auf eingeheftetem Blatt gesthrieben 



509 



151-C 



Boote jeder Gruppe haben sich vorher hieruber gegenseitig in 
Verbindung zu setzen. Regelung durch AK. Durchfiihrung 
siehe Nachrichtenbefehl. 

c.) Sonstige Anrodnungen s.Anlage zum O-Befehl Nordsee und 
Atlantik 3 „Erganzung zur Funkschaltung". 

VI. Allgemeine Anordnungen: 

a.) Kommt es vor Durchfiihrung der Landungen zur Feind- 
beriihrung, so fallen alle raumlichen Bindungen fur die 
U-Boote innerhalb des Bereichs der eignen Gruppe fort. Sie 
sollen den Gegner angreifen, wo sie ihn fassen konnen, dabei 
scharfste Aufmerksamkeit im Erkennen eigner Streitkrafte. 

— Selte 8 

VI. b.) Zwischenfalle mit amerikanischen Handelsschiffen miissen 
unter alien Umstanden vermieden werden. 

c. ) Dampfer diirfen nur angegriffen werden, wenn sie einwand- 

frei als f e i n d 1 i c h u. als Truppentransporter festgestellt 
werden. 

d. ) Falls Befehl zum Einlaufen in besetzte Hafen ergeht, ist 

sofort Verbindung mit dem Hafenkommandanten aufzu- 
nehmen. 

e. ) Antritt des Ruckmarsches bei Aufbrauch der Bestande oder 

auf Befehl. 



Anlagen : 

1. ) Angaben uber eigne Seestreitkrafte und Nachschubschiffe 

2. ) Operationsgebiete und Verteilung der U-Boote. 

3. ) Erganzung zur Funkschaltung. 

4. ) Decknamen fur Ortsbezeichnungen. 

Verteiler: O.K.M. Pr.Nr. 1 — 3 



Im Entwurf gez. D 6 n i t z 



Fur die Richtigkeit: 

Unterschrift (hs, unl) 



Gruppe West 



„ „ 4 — 11 (zugl. 
fur Seestreitkrafte) 
Pr.Nr. 12 —13 



B.d.U.Op. 

U-Boote 
Reserve 



",, 41 — 45 



510 



151-C 

Anlage 1 zu BdU Gkdos 120 Chefsache 
( Op.-Befehl Hartmut ) 

::-:: Geheim K o m m a n d o s a c he ! ::-:: 

::-:: Chefsache! ::-:: 

Prf.-Nr. / 

Angaben iib